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Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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waljonas
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Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon waljonas » 1. April 2013, 16:21

Liebe Spielegemeinde,

soeben habe ich auf der Seite von Doppelspielkritik, die sich sehr schätze, einen interessanten Beitrag gelesen, der mir förmlich aus der Seele spricht, mit bspw. folgenden Zitat.
Doppelspielkritik "In den einschlägigen Foren wird Spiel um Spiel in immer kürzeren Intervallen durchgehechelt, eins nach dem anderen verschlissen und vergessen. Aber wenigstens werden sie dort erwähnt."

Wer wie ich einmal pro Woche mit seiner Spielerunde spielt, spielt in der Tat ein Spiel 1-2 mal und dann gehts weiter zur nächsten Neuheit. Glücklich macht mich das nicht. Sicherlich gibt es kein Rezept dafür, außer man hat den Mut, nicht alles spielen zu wollen, was man sowieso nicht schafft.

Na ja, weniger ist manchmal mehr. In dem Sinne spielerische Grüße.

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Ernst-Jürgen Ridder
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 1. April 2013, 17:58

Hallo,

das ist ein Phänomen, das wir vermutlich alle kennen.

Hat man zudem erst einmal viele Spiele, kommt man spätestens dann darauf, dass "neu" nicht gleich "besser/interessanter" ist. Viele Spiele sind einfach nur mehr oder weniger neue oder anders zusammengestellte Mechaniken, denen ein nahezu beliebiges Thema aufgepfropft wird, mit dem sie eher nichts zu tun haben. Das wirklich spielerische Erleben einer Geschichte ist eher selten.

So haben wir vor einiger Zeit angefangen, immer wieder auch mal ein älteres Spiel hervorzuholen, auch wenn noch eine ganze Reihe neue darauf warten, gespielt zu werden. Dabei ergeben sich dann Empfindungen wie: Was ist schon ein staubtrockenes Suburbia gegen ein Die Säulen der Erde oder Die Tore der Welt? Wo bleiben neue thematische und zugleich spielerische Highlights wie Wikinger-Die vergessenen Eroberer (ProLudo) oder Jenseits von Theben, die jeweils ihr Thema zum spannenden spielerischen Erlebnis machen, dafür dann aber auch keine "reinen" Strategiespiele sind, einen mehr oder weniger hohen Glücksanteil haben, aber trotzdem spannend erlebte Geschichten sind?

Es gab z.B. einmal eine Zeit, da freute ich mich auf jedes neue Spiel von Stefan Feld. Diese Kurve ist deutlich abgeflacht. Je mehr Spiele man von ihm hat, um so klarer wird, dass es zwar immer wieder gut ausgedachte Mechaniken sind, aber letztlich eben genau das: Mechaniken mit beliebigem, aufgesetztem Thema, die einen mit relativ wenig Interaktion mehr oder weniger intensiv vor sich hin optimieren lassen. Ich bin mal gespannt, ob das bei Rialto und Brügge anders ist.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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Gernspieler
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Gernspieler » 1. April 2013, 19:12

Zumindest bei Rialto ist das so.
Allerdings hat es den Vorteil, dass mal wieder Doge und San Marco hervorgeholt wurden. War wieder mal klasse!
Brügge ist morgen dran.

Jenseits von Theben haben wir auch mal wieder gespielt. Einfach schön! Allein schon die Ausstattung und das Flair verdienen es, öfter gespielt zu werden.


Der Gernspieler

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Braz
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Braz » 1. April 2013, 19:45

Hi,

Ernst-Jürgen Ridder schrieb:
> Es gab z.B. einmal eine Zeit, da freute ich mich auf jedes
> neue Spiel von Stefan Feld. Diese Kurve ist deutlich
> abgeflacht. Je mehr Spiele man von ihm hat, um so klarer
> wird, dass es zwar immer wieder gut ausgedachte Mechaniken
> sind, aber letztlich eben genau das: Mechaniken mit
> beliebigem, aufgesetztem Thema,


Ist das nicht bei vielen Spielen so? Ehrlich gesagt stört es mich nicht ganz so. Voraussetzung: Das Spiel sollte stimmig und stimmungsvoll umgesetzt sein und da hatte ich bislang bei seinen Spielen (bis auf Strasbourg) nie das Problem.
Für mich ist er neben Uwe Rosenberg, Vladimír Chvátil, Martin Wallace und Mike Elliott einer meiner Lieblingsspieleautoren.

Grüßle
Braz

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l8xx
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon l8xx » 1. April 2013, 22:43

Ist es nicht ähnlich wie bei einem Film? Natürlich sind die alten Filme auch gut, schaut sie vielleicht auch gerne wieder mal an. Aber was Neues reizt halt auch. Mir ist klar, dass der Vergleich etwas hinkt, weil ein gutes Spiel kann man 100x spielen. Das ist wahrscheinlich das Problem dieser Branche.

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Wolfram
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Wolfram » 2. April 2013, 09:49

Die Lösung ist dann irgendwann auch die Gleiche.
Spiele gibt es nur noch virtuell, auf dem iTable. Und nach 5mal spielen muss nachgelöst werden.
Oder es treffen sich alle Spieler mit ihrer Google-Brille online in einem virtuellen Spielezimmer.
Das hat unendliche Vorteile:
Immer die neuesten "Brettspiele".
Keine Problem mit Regelverständnis, dank Hilfe-Buttons, PersonalCoach, im Zweifel Live-Support des Autoren.
Keine fehlenden Teile.
Keine Platzproblem, weder für Boxen, noch für Spieler, noch auf dem Tisch.
Keine nächtlichen Heimfahrten mehr, nach dem Spieleabend.
Man kann Essen und trinken was man will.
Automatische Session-Reports auf BGG.
Live-Rezis.
Online-Verkauf, keie Versand, nur noch Datentransfer.
Weltweit Spiele möglich.

Was noch?
'When playing a game, the goal is to win, but it is the goal that is important, not the winning.' - Dr. Reiner Knizia

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Rollum
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Rollum » 2. April 2013, 10:35

das wäre auch mal ein schöner ansatz für eine rezensions-seite oder -reihe.
spiele, die schon ein bißchen auf dem buckel haben (monate, jahre, jahrzehnte) auf ihre/n wiederspielreiz/aktualität/atmosphäre zu testen, da die ganzen rezensionen, die wir da lesen ja meistens nur aktuelle spiele behandeln und diese somit oder meistens "state of the art" sind und im kontext der fortschreitenden weiterentwicklung von spielmechanismen stehen (siehe feld), die wir ja alle irgendwie "spielerisch" verfolgen. denn wie sieht´s denn bald in ein paar jahren mit oft erwähnten bora bora aus. überfrachtetes spielexperiment oder klassiker a la puerto rico (ohhh, auch schon lange nicht mehr gespielt!)?

p.s.: neulich auch jenseits von theben gespielt! ja, man muss ab und zu an den neuheiten vorbeigreifen und den etwas-in-die-jahre-gekommenen wieder etwas leben einhauchen. ach ja attika, war auch mit dabei. sehr schön!

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yzemaze
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon yzemaze » 2. April 2013, 10:49

In Ansätzen gibt es das durchaus:

Attilas Spiele-TÜV: http://www.attila-products.de/?s=T%C3%9CV
Joel Eddys written reviews: http://www.boardgamegeek.com/geeklist/72130/drive-thru-review-written-reviews
The Long View podcast: http://boardgamegeek.com/boardgamepodcast/18375/the-long-view
voice of experience review contest: http://www.boardgamegeek.com/thread/793054/voice-of-experience-spring-2012-review-contest-b
Critical + Analytical Reviews: The Weekly Roundup: http://www.boardgamegeek.com/geeklist/144112/critical-analytical-reviews-the-weekly-roundup
...

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Ernst-Jürgen Ridder
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 2. April 2013, 14:55

Hallo Braz,

du hast ja nicht Unrecht, die Feld-Spiele sind schon gut, aber:

Mit dem Hobby Brettspiele befasse ich mich nun schon fast 50 Jahre. In dieser Zeit hat es eine beachtliche Entwicklung gegeben, wenn auch erst durch Catan wirklich "gepusht".
Je länger ich schon spiele, um so mehr bemerke ich bei mir, dass mich Mechaniken als solche, mögen sie auch neu sein, nicht wirklich interessieren, wenn sie sozusagen für sich selbst stehen. Letzteres ist meist der Fall, wenn bei der Spielentwicklung erst die Mechanik steht, der dann ein Thema aufgepfropft wird. Durch das Aufpfropfen erwirbt das entstehende Neue aber doch nur Glanz, wenn der Pfropf der Basis/Mechanik ein Glanzlicht aufsetzt, ihr die Potenz zu Höherem verleiht, als die Basis/Mechanik selbst je hätte werden können.
Wie sehr würde ich mir wünschen, dass unsere guten Spielautoren den Weg andersherum gingen: Erst ein interessantes Thema finden und dann dieses spielerisch umsetzen. Die Mechaniken müssen dem Thema zum spielerischen Erleben verhelfen. Für mich gibt es nichts Langweiligeres, als das absolut planbare Spiel. Doch, ja, planen will ich wohl schon, aber das "Schicksal" muss korrigierend eingreifen, teils vorhersehbar/einplanbar, teils wie ein Blitz aus heiterm Himmel. Als Beispiel mögen da dienen:

In Wikinger-Die vergessenen Eroberer kann ich eine weite Reise planen, eine Kombi aus Raubzug und Handelsfahrt etwa. Dazu nehme ich Männer und Waren an Bord und segele los. Planungstechnisch passt es, meine Aussichten sind bestens. Was passiert dann womöglich? Ich gerate in einen Sturm, das Schicksal will es, dass ein Mann über Bord fällt, jetzt habe ich nicht mehr genug Leute zur Verwirklichung meiner Pläne, der Ertrag der Reise, wenn überhaupt, fällt wesentlich geringer aus. Spielmechanisch ist nichts weiter passiert, als dass ich eine ungünstige Karte gezogen habe, die meine Pläne durchkreuzt; ein anderer Spieler hatte mehr Glück, ist deshalb dem Sieg näher. Ärgerlich? Nein, thematisch super gut gelungen. Auch der, der nicht so sorgfältig plant, eher aus dem Bauch spielt, hat die gleichen Chancen auf den Sieg, da macht das Spielen doch gleich viel mehr Spaß.

Vergleichbar auch in Jenseits von Theben das Ziehen der Grabungschips aus einem Beutel. Der eine kommt schnell mal auf eine Amateurgrabung vorbei, darf nur 3 Chips ziehen, hat statistisch schlechte Karten, aber das Schicksal beschert ihm beim Ziehen das Glück des blinden Huhns, das auch mal ein Korn findet. Der andere Spieler plant sehr sorgfältig, spielt sich das Recht heraus, 10 Chips ziehen zu dürfen, hat weitaus bessere Chancen auf einen guten Grabungserfolg, erlebt dann aber, auch thematisch super umgesetzt, das harte Los der jahrelang erfolglosen Arbeit vor Ort, zieht nur Schutt, wie mir das auch schon passiert ist. Das hat Frustpotential, passt aber sehr gut zum Thema und zieht den furchterregenden Grüblern, die alles planen und kein Risiko eingehen wollen, ein paar Zähne.

Ich erinnere mich an Zeiten, da spielten wir Risiko, das war ja um Längen spannender als das öde Monopoly. Da gab es in meiner Spielegruppe die Grübler und Vorsichtigen, die erst mit einer zwei- oder dreifachen Überlegenheit zur "Befreiung" ansetzten und doch verloren -Würfelpech spielmechanisch gesehen-, und es gab die Bauchspieler, die auch gerne mal ein Risiko eingingen und gegen jede statistische Wahrscheinlichkeit auch schon mal mit unterlegenen Kräften die Oberhand behielten. Da war Spannung drin.

Heute steht im Vordergrund sehr viel mehr das Optimieren um seiner selbst willen. Das kann denktechnisch durchaus befriedigend sein, aber wirklichen Spielspaß vermittelt es eher nicht.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon PzVIE-spielbox » 2. April 2013, 15:15

Ernst-Jürgen Ridder schrieb:
>
> [einen langen und guten Post]

Ernst-Jürgen, ich kann nur voll und ganz zustimmen.

Ich glaube wir brauchen dringend mehr Ameritrash :-)

Zuerst das Thema, und dann schauen, welche Mechanismen sich gut einfügen und wie man bestimmte Vorgänge am besten simulieren kann. Und "Chrome" war schon auf den alten Autos etwas Wunderschönes - die heutigen deutschen Spiele könnten ruhig mehr davon vertragen (die Autos übrigens auch).

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waljonas
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon waljonas » 2. April 2013, 15:42

Ernst-Jürgen Ridder schrieb:

> Heute steht im Vordergrund sehr viel mehr das Optimieren um
> seiner selbst willen. Das kann denktechnisch durchaus
> befriedigend sein, aber wirklichen Spielspaß vermittelt es
> eher nicht.

Zum Glück gibt es heute auch noch positive Beispiele, wie "Snowdonia" oder mit leichten Abstrichen "Tzolkin". Nicht umsonst wird gerade "Bora Bora" nun auch von den Planern heftig kritisiert.

Spielerische Grüße
waljonas

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Braz
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Braz » 2. April 2013, 16:12

Ja aber gerade Tzolkin, das mit im übrigen überaus gut gefällt, ist doch ein Spiel, das durch seinen Mechanismus lebt. Die Zahnräder bringen es sogar extrem gut auf den Punkt. Von daher würde ich gerade dieses Spiel als ein Beispiel dafür sehen, dass der Mechanismus im Virdergrund steht....hingegen ein Mage Wars oder ein Legenden von Andor da ganz andere Ansätze fahren.

Grüße
Braz

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Braz
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Braz » 2. April 2013, 17:27

Hi Ernst-Jürgen ,

50 Spieljahre habe ich zwar noch nicht auf dem Buckel, aber 30 Krieg ich auch zusammen. ;-)
Generell versteh ich deine Punkte und bin auch deiner Meinung.
Dennoch bin ich froh, dass sich Spiele weiterentwickelt haben und so denke ich sowohl mit einem lachenden als auch weinenden Auge zurück auf durchzechte Risikonächte oder Targuischlachten. Gleichsam bin ich aber froh, dass man bei vielen Spielen nicht nur dem Würfelwurf ausgeliefert ist und man sein Glück nicht zu sehr strapazieren muss. Mir sind die Würfel meist nie zugetan und von daher ... ;-)

Von daher habe/kaufe ich mir immer eine gute Mischung an Spielen, bei denen der Mechanimus im Vordergrund steht und Spiele, bei denen das Thema in Vordergrund steht.

Mage Wars wäre da mE ein Spiel, bei dem das Thema ganz klar im Vordergrund steht. Parallel spiele ich aber auch gerne Trajan....... Ich denke, dass es einfach die Mischung macht. Ich sehe hier bei neuen Spielen jetzt nicht unbedingt den Trend, dass der Mechanismus dominiert. Klar sind Spielethemen oft kompatibel und so liest man häufig, dass der Autor sein Spiel ganz woanders angesiedelt hatte, bevor es der Verlag in die Finger bekommen hatte.

Ich denke, dass es auch oft die Mischung macht: klar ist ein Dungeon Lords ein Workerplacement Spiel und könnte auch ein völlig anderes Thema aufweisen. Klar ist ein Ora et labora thematisch wohl austauschbar, dennoch macht es mir unglaublich viel Spaß. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die thematisch starken Spiele wie Mage Wars, Star Trek Fleet Captains, Korsaren der Karibik, Merchant of Venus etc.
Ich denke, hier ist es woe sp oft : die Mischung in der Sammlung macht's und von daher fand ich die Stefan Feld- Spiele immer gut.

Mich hat es noch nie gestört, wenn Mechanismen austauschbar sind solange es stimmig und stimmungsvoll umgesetzt wurde.


Grüße
Braz

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Ernst-Jürgen Ridder
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 2. April 2013, 21:08

waljonas schrieb:
>
>
> Zum Glück gibt es heute auch noch positive Beispiele, wie
> "Snowdonia"

Hallo waljonas,

Du sagst es. Snowdonia ist ein schönes aktuelles Beispiel für das, was ich gut finde. Es hat Mechaniken, die zum Thema passen, wie das Wetter und die Ereignisse mit unmittelbar spieltechnischen Auswirkungen, trotzdem ist man beidem nicht hilflos ausgeliefert. Man sieht das Wetter ja kommen, kann versuchen, es zu berücksichtigen. Die Ereignisse sind in ihrer Abfolge und Wirkung klar vorhersehbar, die Schnelligkeit, mit der sie aufeinander folgen, liegt in Spielerhand, weil das davon abhängt, wie viele Klötzchen außer den weißen Ereignissen noch im Beutel sind, was die Spieler durch ihr Spiel beeinflussen können. Hundertprozentig planbar ist es trotz teilweiser Vorhersehbarkeit nicht, und das ist auch gut so.

Tzolkin habe ich erst einmal gespielt, da fand ich es jedenfalls interessant. Bora Bora kommt mir noch ein bisschen übermechanisiert vor. Mal sehen, wie ich es nach einigen weiteren Spielen finden werde.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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nora
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon nora » 3. April 2013, 09:50

Hallo zusammen,

wir haben ca. 170 Spiele aus ca. 30 Jahren im Schrank. Ich bin ein Neuheiten-Freak, mein Mann liebt die alten Spiele.
Also gibt es bei uns eine Mischung, wie
Terra Mystica
Amun Re
Pergamon
Säulen der Erde
Myrmes
Can't Stop
Oddville
Müll and Money
Ursuppe, ....

Mir gefällt übrigens Terra Mystica wesentlich besser als Tzol'kin.

Ach ja wir haben auch Wikinger, die verlorenen Eroberer und manchmal wollen es auch andere mitspielen. Lost Valley, Merchant of Venus,Eurorails,Steam kommen auch auf den Tisch.

Es ist wirklich die Mischung, die den Spaß am Spielen erhält. Was uns beiden nicht gefällt, sind Spiele mit ca. 20 Seiten Regeln mit tausend Ausnahmen oder ca. 2 Dutzend merkwürdige Symbole, die man sich alle merken muß.

Ciao
Nora

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waljonas
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon waljonas » 3. April 2013, 17:21

Hallo,

gerade bei Myrmes dachte ich, es sei sehr regellastig und gerade mit der Symbolik schwierig zu verstehen.

Gruß

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nora
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Beiträge: 152

Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon nora » 3. April 2013, 18:37

Hallo waljonas,

bei Myrmes greifen die Mechanismen sehr gut ineinander und sind sinnvoll aufgebaut. Es ist ein knallhartes Optimierungsspiel (war meinem Mann zu viel Arbeit) und ich spiele es hin und wieder in unserer Spielegruppe. Da der Spielplan mit weniger Mitspielern kleiner wird, kommt man sich auch zwangsläufig in die Quere (also kein Solitär).

Ein abschreckendes Beispiel war Il Vecchio mit diesen vielen Symbolen, obwohl das Spielen selbst einfach war.

Ciao
Nora

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Odile
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Odile » 3. April 2013, 20:18

Dieses Phänomen gibt es nicht nur bei Vielspielern.

Wir machen hin und wieder einen Spielenachmittag/-abend mit Bekannten die eigentlich nur zu diesen Gelegenheiten spielen. Da heißt es immer "Odile, bring doch mal was Neues mit". Und wenn es dann soweit ist, wird die Regel ins kleinste Atom (!) zerlegt, wodurch der Spass bei den meisten Spielen nicht wirklich aufkommt. Ich erinnere mich an eine wirklich endlose Diskussion damals bei Herr der Ringe Risiko (also nix wirklich kompliziertem) weil irgendeine Regel anders war als beim normalen. Seitdem war das schwierigste was ich aufgetischt habe 6Nimmt, Dumm gelaufen, Ziegen kriegen, SvC-Würfelspiel :lol: - und selbst die sind ja OT: sooo kompliziert :roll:

Aber das Schlimmste ist eigentlich, egal wir kurz die Partien sind. Nach einer wird sofort weggepackt und das nächste Spiel geholt, damit man auch ja genug schafft - (vor allem von meinen), damit man sagen kann man hat dieses und jenes gespielt.

Ich dagegen spiele die erste Partie eher zur Eingewöhnung um dann anschließend gleich nochmal die Startaufstellung aufzubauen und richtig loszulegen. Ich finde sowieso bei vielen Spielen erkennt man das wahre Potential erst nach mehreren Partien. Darum kommen bei uns oft alte Spiele auf den Tisch.

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zerics
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon zerics » 3. April 2013, 20:30

Puh,
da kann ich zum Glück nich klagen.. natürlich hatte ich auch eine "Unbedingt das neue Spielen" Phase, aber irgendwann geht einem doch mal der Platz aus für die bunten Schachtel.
Ich musste mir also was einfallen lassen und die Option auf "Aussenlager" wollt bei mir nicht so fruchten..
Als ich dann in Essen mal wieder im Kaufrausch suhlte, fragte ich einen mir bekannten Spieleautor und ebenfalls Geek was unser Lieblingshobby betrifft, was er den von Spiel sowieso hält, was da so supigünstig auf der Resterampe lag.
Er stellte mir die Gegenfrage "Was denkste denn wie oft du das spielst?" hmmm.... dachte ich mir...eigentlich ..ähh.hmmm
Tja ich habs tatsächlich liegen lassen und mir dann so meine Gedanken gemacht..
Also hab ich nun ein eigenes System angeeignet das ein altes Spiel weichen muss wenn ein neues hinzukommt.. und so verschwanden die ein bis zweimal Dinge Stück für Stück aus dem Regal und die richtig guten blieben.. und beim wöchentlichen Spieletreff bestimme ich ja auch zum Glück was den heut tischwürdig wäre und da greif ich immer wieder auch zu älteren... denn schlecht sind die ja heute auch nicht und so finden Tribun, Goa, Raja, Brücken von Shangrila, Durch die Wüste, Baumeister von Arkadia, El Capitan, Taluva, Medina, Capone, Elasund, Manila .. immer wieder den Weg auf den Tisch und eben nur mal abundzu auch ne Neuheit..
Klappt wunderbar ;-)

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Marion Menrath
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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Marion Menrath » 3. April 2013, 23:01

Bei Myrmes finde ich problematisch, dass Grafik und Spielgefühl sehr voneinander abweichen: Es sieht niedlich aus und vieles, selbst die Reihenfolge der Aktionen, ist irgendwo gut grafisch erklärt. Aber es verzeiht kaum Fehler. Mir sind jetzt in zwei Spielen jedesmal frustrierte Mitspieler geistig von der Stange gegangen, die zu früh Aufgaben erfüllt haben und dann mangels Ammen nicht mehr richtig auf die Beine kamen. :roll:

Marion

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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon idea » 4. April 2013, 07:49

Über dieses Thema hatte ich vor einiger Zeit nachgedacht. Auslöser war die Essener Spielemesse. Hier meine absurd-satirische Betrachung "Über die Vielspielerei" im PDF:

http://bit.ly/ludaismus

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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon fohlenwolle » 4. April 2013, 09:50

bei snowdonia kann ich nur beipflichten. für mich eines, wenn nicht das stärkste thematische spiel aus essen. hier stimmen thema, mechanik so überein, dass ein ausgesprochen gutes spielgefühl entsteht. gerade die unwägbarkeiten des wetters lassen es so realitätsnah wirken. und auf wetter kann man sich einstellen, im richtigen leben und auch bei snowdonia.

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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon fohlenwolle » 4. April 2013, 10:02

ich glaube schon das man das etwas steuern kann. klar sind wir jedes jahr von einer unglaublichen spieleflut getroffen. beim näheren hinsehen und filtern bleiben dann vielleicht 10-20 spiele pro jahr die man sich genauer ansieht, und die den persönlichen geschmack treffen. für mich waren das in diesem jahr:
terra mystica
tzolkin
archipelago
tokaido
snowdonia
brügge
rialto
bora bora
noblemen
carrara
und noch 2-3 kleinere spiele

ich finde das für ein en jahrgang nicht so übermäßig viel. trotzdem haben sich im laufe der jahre 3300 - 400 spiele angesammelt. klar wird imkmer mal wieder aussortiert oder umsortiert. trotzdem greifen wir immer gern auch zu spielen der letzten jahre. wealjonas und ich spielen ja in der selben spielerunde, und es ist schwer mehr als einen termin je woche zu realisieren. aber ich finde schon das wir da eine gute mischung aus alten und neuen spielen finden - zumal inzwischen ja so viel zulauf da ist, dass sich jeder sein spieldes abends auswählen kann.
ich persönlich schaffe es noch ca. 2 mal extra die woche zu hause zu spielen, meist zu zweit. aber gerade da lassen sich auch spiele aus vergangenen zeiten wieder beleben...

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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon Elektro » 4. April 2013, 11:41

Das Jahr ist gerade mal 1 Quartal alt, und ihr habt schon fast alle relevanten Neuheiten durchgespielt? Wow, mein grösster Respekt, das wären für mich paradisische Zustände die Ihr da habt. Bei mir hat es bisher gerade mal für ein paar Partien Terra Mystica gereicht.



allefohlenwolle schrieb:
>
> ich glaube schon das man das etwas steuern kann. klar sind
> wir jedes jahr von einer unglaublichen spieleflut getroffen.
> beim näheren hinsehen und filtern bleiben dann vielleicht
> 10-20 spiele pro jahr die man sich genauer ansieht, und die
> den persönlichen geschmack treffen. für mich waren das in
> diesem jahr:
> terra mystica
> tzolkin
> archipelago
> tokaido
> snowdonia
> brügge
> rialto
> bora bora
> noblemen
> carrara
> und noch 2-3 kleinere spiele

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Re: Ein Spiel gespielt und dann weiter...

Beitragvon waljonas » 4. April 2013, 15:50

Odile schrieb:
>
>
> Ich dagegen spiele die erste Partie eher zur Eingewöhnung um
> dann anschließend gleich nochmal die Startaufstellung
> aufzubauen und richtig loszulegen. Ich finde sowieso bei
> vielen Spielen erkennt man das wahre Potential erst nach
> mehreren Partien. Darum kommen bei uns oft alte Spiele auf
> den Tisch.

Hallo,

sehe ich genauso. So bleibt immer ein fader Beigeschmack zurück, wenn Spiele schon nach wenigen Spielen bei Hall9000 z.B. bewertet werden und so dann vielleicht ungerechtfertigt in den Regalen verstauben. Bei mehrmaligen Spiele kann so auch mal die etwas andere Strategie ausprobieren.

Spielerische Grüße
waljonas


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