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Essen Messe Ratingsysteme

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Marion Menrath
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RE: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Marion Menrath » 30. Oktober 2013, 22:19

Dann ist es ja gut, dass ich für Lewis & Clark keine Zeit mehr hatte. Den Amerigo-Würfelturm finde ich auch klasse eingesetzt; insofern folge ich bei diesem Punkt eben der Boardgamegeek-Wertung. ;-)

Marion

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Actaion
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Actaion » 30. Oktober 2013, 23:17

Du hasr das falsch verstanden. Ich schrieb: dieeStimmen von Hall sollen doppelt zählen. Und nicht, dass das hall-Gesamtergebnis doppelt so viel das Fairplay-Gesamtergebnis zählen soll.
Beispiel: Ein Spiel hat 47 Fairplay und 5 Hall-Stimmen bekommen, dann zählen die 5-Hall-Stimmen wie 10 (und somit immer noch deutlich weniger als die Fairplay-Stimmen). So war der Vorschlag gemeint.

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Attila
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 09:14

Hi,

Wie muss man sich das konkret vorstellen?
Wenn eine Gruppe ein Spiel gespielt hat und alle der Meinung sind "wow, ist das ein schrott" und dann am Fairplay-Stand alle eine schlechte Note abgeben, dann werden diese Noten aussortiert, da es ja "offenkundig" eine Manipulation darstellt.

Wer entscheidet denn was eine "offenkundige Manipulation" ist? Ist so ein Eingriff nicht selbst eine offenkundige Manipulation? (Ja, das ist es!)

Ich halte das alles für extrem zweifelhaft.

Atti

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Kathrin Nos
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Kathrin Nos » 31. Oktober 2013, 09:52

Hallo Oliver,

> Wie muss man sich das konkret vorstellen?
> Wenn eine Gruppe ein Spiel gespielt hat und alle der Meinung
> sind "wow, ist das ein schrott" und dann am Fairplay-Stand
> alle eine schlechte Note abgeben, dann werden diese Noten
> aussortiert, da es ja "offenkundig" eine Manipulation
> darstellt.

Du stellst hier eine Vermutung an und tust so, als sei es eine Tatsache. Ich lade dich herzlich ein, beim nächsten Mal unser System an unsrem Stand genau zu zeigen und zu erläutern.

Die Manipulation, mit der wir am häufigsten konfrontiert werden, ist der Versuch, Spiele in die vorderen Ränge zu bringen. Verlage schicken dann ihre Mitarbeiter und Freunde, die dann alle ihre Eins abgeben. Wenn ich also zehn Personen habe, die sich registrieren, unsere Aktion eigentlich gar nicht kennen, genau ein Spiel super bewerten und mir dann Freude strahlend erzählen, dass sie auch keinen Scout zettel für weitere Spiele brauchen, dann ist aus meiner Sicht der Fall ziemlich klar: Diese zehn Zettel ziehe ich raus. Im Interesse der ehrlichen Scouts, die wir zum Glück vorwiegend haben. Was an dieser Vorgehensweise findest du nicht in Ordnung?

Natürlich sind nicht alle Fälle so offensichtlich wie der Geschilderte, der allerdings genau so wirklich passiert ist.

> Wer entscheidet denn was eine "offenkundige Manipulation"
> ist?

Das entscheiden wir.

Ist so ein Eingriff nicht selbst eine offenkundige
> Manipulation? (Ja, das ist es!)

Das darfst du sehen, wie du willst. Du musst bei unserer Aktion ja nicht mitmachen. Ich würde mir lediglich wünschen, dass du dich vor Postings wie diesen ein wenig besser informierst. Ich stehe dir hierfür gerne zur Verfügung.


Alles Gute von
Kathrin (Fairplay-Redaktion).

> Atti
Bloggerin bei Das-SpielEn.de http://das-spielen.de und Redakteurin bei Fairplay http://fairplay-online.de

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Kathrin Nos
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Kathrin Nos » 31. Oktober 2013, 09:56

Ach so, die zehn Leute aus meinem Beispiel hatten noch T-Shirts an. Ratet mal, von welchem Spiel.
Bloggerin bei Das-SpielEn.de http://das-spielen.de und Redakteurin bei Fairplay http://fairplay-online.de

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Ludoversum
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Ludoversum » 31. Oktober 2013, 10:02

Kathrin Nos schrieb:
>
> Ach so, die zehn Leute aus meinem Beispiel hatten noch
> T-Shirts an. Ratet mal, von welchem Spiel.

Monopoly? ;-)

cheers,
Carsten


---
www.Ludoversum.de

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Attila
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 11:35

Liebe Kathrin,

Danke das du direkt auf mein Posting eingehst.

> Du stellst hier eine Vermutung an und tust so, als sei es
> eine Tatsache.

Nein, ich antworte direkt auf ein vorheriges Posting und mache mir grundsätzliche Gedanken zu dem angesprochenen Thema.

> Die Manipulation, mit der wir am häufigsten konfrontiert
> werden, ist der Versuch, Spiele in die vorderen Ränge zu
> bringen. Verlage schicken dann ihre Mitarbeiter und Freunde,
> die dann alle ihre Eins abgeben. Wenn ich also zehn Personen
> habe, die sich registrieren, unsere Aktion eigentlich gar
> nicht kennen, genau ein Spiel super bewerten und mir dann
> Freude strahlend erzählen, dass sie auch keinen Scout zettel
> für weitere Spiele brauchen, dann ist aus meiner Sicht der
> Fall ziemlich klar: Diese zehn Zettel ziehe ich raus. Im
> Interesse der ehrlichen Scouts, die wir zum Glück vorwiegend
> haben. Was an dieser Vorgehensweise findest du nicht in
> Ordnung?

Sorry für den "Full-Quote" - aber GENAU DAS finde ich nicht i.O. !
Mir ist die grundsätzliche Problematik klar, aber du/ihr geht ja damit hin und "bewertet" die Intention wieso jemand welche Note abgegeben hat und sagt dann "du darfst" oder "du darfst" nicht. Das ist aus verschiedenen Gründen völlig inakzeptabel.
Das ist ein ziemliches Problem wie ich finde, denn letztendlich führt das ja dazu das in der Fairplay Scoutliste nur das rauskommt, was rauskommen darf. (Das seht ihr nicht so, schon klar.)
Ich glaube dir das ihr das nur mit den besten Absichten und so gewissenhaft wie es euch möglich ist macht, aber letztendlich ist es eine Manipulation an eure eigenen Liste! - Und das ist ein Dilemma, keine Frage.

> > Wer entscheidet denn was eine "offenkundige Manipulation"
> > ist?
> Das entscheiden wir.

Genau! - Und das ist das Dilemma daran! - Das sollte euch zumindest bewusst sein.

> Ist so ein Eingriff nicht selbst eine offenkundige
> > Manipulation? (Ja, das ist es!)
> Das darfst du sehen, wie du willst. Du musst bei unserer
> Aktion ja nicht mitmachen. Ich würde mir lediglich wünschen,
> dass du dich vor Postings wie diesen ein wenig besser
> informierst. Ich stehe dir hierfür gerne zur Verfügung.

Ich würde mir wünschen das mehr willen da ist Kritik zu verstehen. Ihr schwingt euch zur "moralischen Instanz" über die Notenvergabe auf. Ihr sprecht allen Leuten die ihr Filtert ja DIREKT ab, das die von ihnen abgegebene Note ihre Meinung zu dem Spiel sein kann.

Ich habe keine Patentlösung für das Problem, aber das euer vorgehen einen ziemlich schalen Nachgeschmack hat (und nebenbei: "moralisch" nicht i.O. ist) sollte euch zumindest bewusst sein.

Kann ich z.B. irgendwo einsehen welche Noten zu welchem Spiel aus welchen Gründen "zensiert" wurden (nicht namentlich natürlich) ? Das wäre ja schonmal ein Ansatz: Oder ihr könntet die Verlage direkt dazu auffordern das Verlagsmitarbeiter/Erklärer bitte keine Benotungen für die eigenen Spiele abgeben ich denke das die allermeisten damit kein Problem haben.

Ich beteilige mich schon seit einigen Jahren nicht mehr an solchen Aktionen (egal ob bei euch, Hall oder BGG oder sonstwo).

Atti

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Knut

Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Knut » 31. Oktober 2013, 12:00

Als ich vor Jahrzehnten den Goldenen Pöppel veranstaltet hatte - das war der Vorläufer vom Deutschen Spielepreis, der ebenfalls auf einer Umfrage beruhte - bekam ich in einem Jahr auffallend viele Postkarten aus einem kleinen Ort irgendwo in Deutschland, die alle für ein bestimmtes Spiel abstimmten, das von einem Verlag herausgegeben wurde, der dort in der Nähe seinen Firmensitz hatte. Da muss damals die ganze Belegschaft inklusive der Anverwandten abgestimmt haben. Zum Glück kam das Spiel trotzdem nicht unter die ersten fünf. Ich hätte sonst nicht gewusst, wie ich damit umgehen sollte. Ich hätte ein schlechtes Gefühl dabei gehabt, diese Stimmen einfach zu ignorieren.

@Kathrin: Die Zehnergruppe konntet Ihr leicht identifizieren, weil sie sich ausgesprochen dämlich angestellt hat. Man könnte solche Manipulationsversuche auch sehr viel geschickter unternehmen, und dann würdet ihr es nicht mehr merken. Aber ich werde hier keine Tipps geben ;-)
Knut

Thygra
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Thygra » 31. Oktober 2013, 12:04

Actaion schrieb:
> Beispiel: Ein Spiel hat 47 Fairplay und 5 Hall-Stimmen
> bekommen, dann zählen die 5-Hall-Stimmen wie 10 (und somit
> immer noch deutlich weniger als die Fairplay-Stimmen). So war
> der Vorschlag gemeint.

Das ändert nichts daran, dass es mathematischer Unfug ist.

Und übrigens: Niemand weiß, ob die 5 Hall-Stimmen nicht auch noch mal bei den Fairplay-Stimmen dabei sind, weil diese 5 Leute bei beiden Ratings eine Wertung eingereicht haben. Somit wären deren Stimmen sowieso schon doppelt drin ...
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Thygra » 31. Oktober 2013, 12:12

Attila schrieb:
> Ich glaube dir das ihr das nur mit den besten Absichten und
> so gewissenhaft wie es euch möglich ist macht, aber
> letztendlich ist es eine Manipulation an eure eigenen Liste!

Mir ist aber eine solche von der Fairplay "manipulierte" Liste deutlich lieber als eine Liste, die nicht von der Fairplay "manipuliert" wurde, dafür aber von ein paar Verlagen ...

Das Thema ist insgesamt sehr schwierig. Viele Fairplay-Abonnenten haben sicher den einen oder anderen Lieblingsverlag oder -autor etc. Ich bin selbst Abonnent und habe somit auch 3 Stimmzettel erhalten. Die könnte ich nun ein paar Freunden in die Hand geben und sie bitten, ein paar Pegasus-Neuheiten gut zu bewerten. Würde wohl niemand merken. Mache ich aber nicht, weil ICH es wüsste und es nicht mit meinem Gewissen vereinen kann.

Eigentlich würde ich aber schon gerne zumindest meinen eigenen Zettel abgeben, denn ich bin nicht nur Redakteur, sondern auch Spieler. Aber wie soll bzw. darf ich mich beteiligen? Darf ich nur Spiele bewerten von anderen Verlagen als Pegasus? Oder darf ich auch ein Pegasus-Spiel bewerten, das ich als Redakteur sehr gut kenne und wirklich mag? Mir ist das selbst nicht ganz klar, und deshalb gebe ich lieber gar keinen Zettel ab. Obwohl ich es irgendwie auch doof finde ...
André Zottmann (geb. Bronswijk)
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 12:18

Hi,

Naja, wenn man den Anspruch hat, das alle Menschen abstimmen dürfen, dann kann man nicht hingehen und irgendwelche Bewertungen rausstreichen weil es einem nicht passt.
Die Branche ist nunmal so klein, das wenige eine grossen Einfluss haben. Love Letter hat 97 Stimmen - das ist nicht viel und lässt sich aufgrund dessen leicht "manipulieren" - wobei "manipulieren" ja das falsche Wort ist, denn das wäre ja der Fall wenn jemand mehrfach Abstimmt. So handelt es sich ja im Grunde nur um "ungewollte" stimmen. Und das Kriterium dafür ist reine Willkür.

Bei so einem geringen Umfang an stimmen hilft imo nur eine offene, namentliche Nennung der Stimmen. (Dazu muss natürlich jeder Teilnehmer dem zustimmen, aber auch das lässt sich lösen).

Imo reicht es aber einfach mal klarzustellen das Verlage/Autoren/Mitarbeiter/Erklärer NICHT für ihr eigenen Spiele abstimmen dürfen. Das lässt sich ja leicht rausfinden (ein Vorteil wenn es so übersichtlich ist wie in der Spielebranche) und ich bin fest davon überzeugt das die allermeisten das akzeptieren und auch entsprechend handeln.

Atti

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Attila
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 12:27

Thygra schrieb:

> Mir ist aber eine solche von der Fairplay "manipulierte"
> Liste deutlich lieber als eine Liste, die nicht von der
> Fairplay "manipuliert" wurde, dafür aber von ein paar
> Verlagen ...

Ja, kann ich nachvollziehen. :-)
Aber im Grunde führt man die Liste dadurch ad-absurdum.

> beteiligen? Darf ich nur Spiele bewerten von anderen Verlagen
> als Pegasus?

Die "Regeln" bestimmt die Fairplay. Aktuell ist es imo so das du für die Spiele abstimmen darfst welche du möchtest. Auch für dein "eigenes Kind" (natürlich mit einer 1 - was ja auch deiner eigenen Meinung entspricht).

> das ich als Redakteur sehr gut kenne und wirklich mag? Mir
> ist das selbst nicht ganz klar, und deshalb gebe ich lieber
> gar keinen Zettel ab. Obwohl ich es irgendwie auch doof finde

Natürlich darfst du das. Ob das noch im Sinne der Leser der Fairplay / Messebesucher ist, darf aber bezweifelt werden.

Den gemeinen Spieler interessiert eine neutrale Bewertung der Spiele. Und das kannst du bei aller Liebe nicht. Weder für deine eigenen Werke (als Redakteur) noch für die der Konkurrenz (zumindest gibt es da gewisse Probleme).

Am wertvollsten ist das ganze für den normalen Besucher, wenn die Noten ausschliesslich von aussenstehenden Personen (also von anderen "normalen" Messebesuchern) abgegeben werden.

Es ist halt ein schwieriges Thema und ich finde den umfang damit bei der Fairplay nicht gerade glücklich.

Atti

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Michael Weber
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Michael Weber » 31. Oktober 2013, 12:28

Attila schrieb:
> Bei so einem geringen Umfang an stimmen hilft imo nur eine
> offene, namentliche Nennung der Stimmen. (Dazu muss natürlich
> jeder Teilnehmer dem zustimmen, aber auch das lässt sich
> lösen).


Nö, das ändert nichts. Es sei denn, alle müssen sich persönlich vorstellen und die Wahlzettel persönlich abgeben. Das wäre bei einer Scoutaktion möglich, aber nicht bei Online-Wahlverfahren.

Kurzer Blick in die Trickkiste: Bei unseren Spieelcharts, an denen weitere Webseiten teilnehmen, gibt ews immer wieder ghanze Familien, die mitwählen. So, was macht man damit? Wir sind wie die Fairplay-Leute dazu übergegangen, bestimmte Kriterien zu beachten , um eine Verzerrung zu vermeiden, aber dennoch jedem Wähler die Chance auf Teilnahme zu bieten. Näheres lasse ich hier mal weg. Aber ich dage ganz klar: Ist ein absichtliches Pushen erkennbar und es handelt sich nicht um einen glaubhaftes Fanvoting mehrerer, sollte man bei der kleinen Datenbasis etwas für Ordnung sorgen.



> Imo reicht es aber einfach mal klarzustellen das
> Verlage/Autoren/Mitarbeiter/Erklärer NICHT für ihr eigenen
> Spiele abstimmen dürfen.

So, und warum nicht? Wenn sie doch von einem Spiel überzeuigt sind, finde ich das legitim. Bei der Gelegenheit: Man glaubt nicht, wie viele Verlagsleute und Autoren bei unseren Charts die eigenen Spiele wählen. Ich finde das okay. Das ist ein Drahtseilakt zwischen PR und Votingergebnissen, aber warum sollen die denn nicht mitwählen dürfen? Das gilt für alle Abstimmungen.

Michael
(kennt die Problematik, sieht aber so manches Problem nicht als solches)

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Attila
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 12:37

Michael Weber schrieb:

> > Imo reicht es aber einfach mal klarzustellen das
> > Verlage/Autoren/Mitarbeiter/Erklärer NICHT für ihr eigenen
> > Spiele abstimmen dürfen.
> So, und warum nicht? Wenn sie doch von einem Spiel überzeuigt
> sind, finde ich das legitim.

Legitim finde ich das auch, aber wo zu ist die Liste denn da? - Doch wohl dazu dem "normalen" Spieler einen Hinweis zu geben welche Spiele von anderen "normalen" Spielern wie gefallen.
Natürlich gefällt mir als Autor mein Spiel immer super. Und der Verlag ist natürlich auch davon überzeugt (aber wohlmöglich aus anderen Gründen) - aber was bringt dem "normalen" Spieler das bitte? Doch gar nix!

> Drahtseilakt zwischen PR und Votingergebnissen, aber warum
> sollen die denn nicht mitwählen dürfen? Das gilt für alle
> Abstimmungen.

Aber wieso werden dann manche "gefiltert" und manche nicht? Das macht es ziemlich unglaubwürdig wie ich finde.

Atti

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frankjaeger
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon frankjaeger » 31. Oktober 2013, 12:38

Genau. Ich habe auch nicht mitgemacht, obwohl ich sicher auch durchschnittlich viele Spiele kenne. Aber wenn ich Spiele wähle, die bei uns gefertigt wurden, hat das doch ein "Geschmäckle", das es zu verhindern gilt. Sonst hätten RRR, Love Letter und A Study In Emerald einmal mehr gute Noten erhalten, aber davon haben wir zwei gemacht...

Zum Thema Manipulation:
Solange selbst Top-Spiele nicht einmal dreistellige Nennungen haben, wünsche ich mir, dass offensichtliche Manipulationen rausgenommen werden. Ja, das ist sicher nicht optimal, aber ich bin in diesem Fall mit "angemessen" zufrieden.

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Michael Weber
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Michael Weber » 31. Oktober 2013, 13:01

Attila schrieb:
> Aber wieso werden dann manche "gefiltert" und manche nicht?
> Das macht es ziemlich unglaubwürdig wie ich finde.


Gefiltert wird da, wo klar manupuliert werden soll. Ein ganz schmaler Grat, aber ein gangbarer. Die genannte 10er-Gruppe hier, die Familie, die vorgeschoben wird, um 10 x das gleiche Voting abtzuzgeben da (wir haben es einfacher, weil die Leutchen ja auch noch was gewinnen wollen, wir haben also mehr Ansatzpunkte, um Manipulation zu erkennen). Aber nicht jedes "Familienvoting" ist ein Manipulationsversuch.


Was "unabhängige" Spieler angeht: Die Szene ist so miteinander verbandelt, dass es es kaum einen Unetrschied macht, ob einer aus dem Verlagsumfeld ein eigenes Spiel beurteilt oder im Extremfall einer seiner 50 Tester, die nur zu freien und privaten Spielerunden gehört. Die Leute, die auf die Messe gehen, und keine Kontakte haben, die nehmen - zumindest gefühlt und natürlich nur meiner Meinung nach - in der Regel nicht am Fairplayscouting oder anderen Bestenlisten teil.

Aussagekräftig sind die Noten von Messebesuchern doch eh nur ganz bedingt. Aber wenn 35 oder 50 Mann (oder Frauen) einem Spiel einen Schnitt unter 2,0 bescheren, wird es schon für eine bestimmte Zielgruppe ein Knaller sein. Mehr kann eine solche Liste nicht aussagen.

Thygra
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Thygra » 31. Oktober 2013, 14:00

Attila schrieb:
> Imo reicht es aber einfach mal klarzustellen das
> Verlage/Autoren/Mitarbeiter/Erklärer NICHT für ihr eigenen
> Spiele abstimmen dürfen. Das lässt sich ja leicht rausfinden
> (ein Vorteil wenn es so übersichtlich ist wie in der
> Spielebranche) und ich bin fest davon überzeugt das die
> allermeisten das akzeptieren und auch entsprechend handeln.

So leicht lässt sich das nicht immer rausfinden. Du weißt zum Beispiel vermutlich nicht, dass ich in diesem Jahr bei ein paar Spielen von Ravensburger an der Spielanleitung mitgearbeitet bzw. sie lektoriert habe. Darf ich deshalb nicht mehr für ein solches Spiel stimmen?

Und zudem verschwimmen auch manche Grenzen: Darf ein Spieler, der einmal kurz eine Anleitung für mich zur Kontrolle gelesen hat, noch für dieses Spiel stimmen?
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Thygra » 31. Oktober 2013, 14:02

Attila schrieb:
> Den gemeinen Spieler interessiert eine neutrale Bewertung der
> Spiele. Und das kannst du bei aller Liebe nicht. Weder für
> deine eigenen Werke (als Redakteur) noch für die der
> Konkurrenz (zumindest gibt es da gewisse Probleme).

Warum kann ich Spiele anderer Verlage nicht neutral bewerten?
André Zottmann (geb. Bronswijk)
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Christian Beiersdorf
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Christian Beiersdorf » 31. Oktober 2013, 14:04

Über die Objektivität der Wertungen kann man trefflich streiten. Ich sehe sie als spontane Momentaufnahmen von der Messe, und das ist m.E. völlig OK.

Was mich allerdings mehr als stört, dass keines dieser Szenemedien auf den Ratinglisten die Autoren nennt. Das wäre auf der Buchmesse völlig undenkbar gewesen. Und wie sollen es die "normalen" Journalisten lernen, die immer das "Spiel von Verlag X" vorstellen, wenn es die Branche so miserabel vormacht.

AUCH SPIELE HABEN AUTOREN - liebe Fairhallergeeks!

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RE: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Micha A. » 31. Oktober 2013, 14:29

"Thygra" hat am 31.10.2013 geschrieben:

> Eigentlich würde ich aber schon gerne zumindest meinen
> eigenen Zettel abgeben, denn ich bin nicht nur Redakteur,
> sondern auch Spieler. Aber wie soll bzw. darf ich mich
> beteiligen? Darf ich nur Spiele bewerten von anderen
> Verlagen als Pegasus? Oder darf ich auch ein Pegasus-Spiel
> bewerten, das ich als Redakteur sehr gut kenne und wirklich
> mag? Mir ist das selbst nicht ganz klar, und deshalb gebe
> ich lieber gar keinen Zettel ab. Obwohl ich es irgendwie
> auch doof finde ...

Ich handhabe das so, dass ich Spielen, an denen ich mitgewirkt habe (und die ich aber nicht zwingend auch persönlich gut finde), prinzipiell keine Note vergebe.

Da ich aber vielmehr Spieler als mit-Spieleverlagen-verbandelter bin sehe ich mich auch als ersterer und bewerte andere Spiele ganz einfach entsprechend dem, wie sie mir gefallen. Da habe ich ehrlich gesagt überhaupt kein moralisches Problem damit. Auf Hall9000 z.B. handhabe ich das genau so.

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Attila
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 16:50

Hi,

Weil du keine neutrale Position hast.

Atti

Thygra
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Thygra » 31. Oktober 2013, 17:23

Das ist doch Quatsch. Ich bin nicht nur Redakteur, sondern auch Spieler. Und ich finde eine Menge Spiele klasse von Verlagen, mit denen ich nichts zu tun habe. Weshalb sollte ich die nicht bewerten können?
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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 31. Oktober 2013, 17:46

Hallo Thygra,

sieh' es mal mit den Augen eines Richters:

Wer "neutral bewerten" will, muss unparteiisch sein. An seine Unparteilichkeit müssen die "Betroffenen" glauben können. Deshalb ist schon der bloße Anschein von Befangenheit zu vermeiden. Darum kann ein Richter wegen Besorgnis der Befangenheit erfolgreich abgelehnt werden, auch wenn er gar nicht befangen ist, aber den Anschein der Befangenheit -auch ganz ohne Verschulden- setzt.

Auf Deine Situation übertragen heißt das doch:

Du magst persönlich in der Lage sein, Spiele anderer Verlage neutral zu bewerten, doch kommt es darauf nicht an. Du stehst nun mal "im Lager" eines Verlages, auch dann, wenn Du Dich nur als Spieler fühlst. Jeder hier weiß das und wird zumindest mit Parteilichkeit rechnen. Hebst Du ein Spiel Deines Verlages besonders lobend hervor, wird man denken, dass Du natürlich die Verkaufszahlen Deiner Firma fördern willst, was sonst? Lobst Du das Spiel eines anderen Verlages über den grünen Klee: "Das beste Spiel, das mir je begegnet ist, wer sich nur ein einziges Spiel kaufen kann, kommt hieran nicht vorbei", werden Deine "Oberen" das als geschäftsschädigend ansehen können.

Das mag einem nicht gerecht erscheinen ("Warum sollte ich nicht die Spiele eines anderen Verlages neutral bewerten können?"), ist aus meiner Sicht aber so. Wer Dich nicht persönlich kennt, wird nicht an Deine Neutralität glauben, sondern vorsorglich Parteilichkeit argwöhnen.

Trotzdem spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Attila » 31. Oktober 2013, 17:51

Hi,

Naja, du kannst es ja von mir aus bewerten - hab ich doch gar nix gegen.

Nur ist deine position nicht neutral in dieser Beziehung. Du bist zwar Spieler aber nunmal auch Redakteur/Autor/Verleger (nicht zutreffendes bitte streichen).

So wie Apple alle Samsung Produkte schlecht macht (und umgekehrt) ist es letztendlich überall. Natürlich nicht in dieser Ausprägung, aber halt doch im (ganz, ganz) kleinen. Um eine neutrale Position zu erreichen müsste dir der Erfolg "deiner" Spiele und die "deines" Verlages völlig egal sein.

Atti

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Re: Essen Messe Ratingsysteme

Beitragvon Thygra » 31. Oktober 2013, 19:00

Attila schrieb:
> So wie Apple alle Samsung Produkte schlecht macht (und
> umgekehrt) ist es letztendlich überall.

Nicht in der Spielebranche. Hier ist vieles anders. Da treffen sich zum Beispiel Redakteure verschiedener Verlage und überlegen gemeinsam, wie sie ihre Anleitungen verbessern können. Da treffen sich Redakteure auf einer Mallorca-Finca und optimieren gemeinsam ihre Prototypen.

Wenn ich nun ein Spiel eines anderen Verlages lobend erwähne, weshalb sollte man an meinem Urteil zweifeln? Klar ist, dass es schwierig ist, negativ über ein Spiel eines anderen Verlages zu sprechen. Aber wenn ich etwas gut finde, was ist daran auszusetzen?

Wie sieht es mit Autoren aus? Darf jemand, der mal irgendwann ein Spiel veröffentlich hat, heute andere Spiele benoten? Oder sie in einer Zeitschrift rezensieren, wie es in meines Wissens ALLEN Fachzeitschriften über Spiele der Fall ist?

Was ist mit einem Übersetzer? Ist jemand, der einmal ein Spiel für einen Verlag übersetzt hat, ebenfalls nicht mehr neutral?

Wo ist die Grenze?

Würde jeder, der auf irgendeine Weise mit irgendeinem Verlag oder Autor verbandelt ist, keine Noten für Spiele abgeben und keine Kommentare im Internet posten, dann hätte die Fairplay für ihre Scoutaktion nur sehr wenige Noten erhalten. Und die Foren wären ziemlich tot. Die Branche ist dazu nämlich viel zu klein.
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