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Rookie in Essen

Verfasst: 30. Oktober 2000, 23:49
von Tobias
Hallo ihr alle!!
Hier ein kleiner Bericht von mir als Rookie von der SPIEL'00.
Ich war von Freitag morgen bis Sonntag nachmittag dort. Allerhand ist mir in dieser kurzen Zeit widerfahren. Ich habe bestimmt 20 neue Spiele kennengelernt und gespielt; etliche Leute aus dem Forum, KMW, die Ditts, Klaus Teuber und Rainer Knizia getroffen, 200,- für Spiele ausgegeben und immer wieder gespielt.
Ich war selten so von einem Kurzurlaub begeistert, wie von diesem. Jeder, der gerne spielt sollte sich wenigstens einen Tag dieser Messe gönnen.
Auch oder besonders, wenn man allein reist, so wie ich, lohnt sich der Trip, denn es ist sehr spannend, viele nette Leute kennen zu lernen, sich an einen Tisch zu setzen und loszuspielen. Ein Beispiel: Ich fand mich am Samstag morgen am Ravensburger-Stand ein, um Java zu testen. Gespielt habe ich mit dreien aus Frankreich und wir haben uns mit Händen, Füßen und etwas Englisch verständigt. Die Aktionstabelle ist ja praktischerweise ohnehin schon piktographisch. Sobald jemand dann eine Party (la féte) (Ich hoffe der Akzentstrich ist richtig) veranstallten wollte, machte dieser einen leichten Händehulla nach links, dann einen nach rechts und schon war der Palast in Stimmung gebracht.
Für mich wurde der Titel der internationalen Spieletage damit gerecht.
Auch das umstrittene "Herr der Ringe" habe ich getestet. Zwar war das Spiel als Fanware ohnehin schon gekauft, aber einen ersten Eindruck wollte ich trotzdem (wann hat man das schon mal: Spiel da, Leute da und Zeit da). Ich finde es sehr unterhaltsam und spannend. Besonders im Hinblick auf die in der Regel sehr kurz gefasste Ergänzung zur Standardversion mit Konkurrenz. In dieser feinen Ergänzung liegt für mich der Schlüssel zum Kooperationsspiel. Es verlangt große eigene Resourcen, um das Team zum Sieg zu führen. Dadurch entsteht eine besondere Herausforderung, nämlich am Ende die entscheidenden Millimeter vorn zu sein. Die Spielanleitung gibt dafür, meine ich, die richtigen Hinweise. Man sollte zunächst das Spiel kennenlernen und ausschließlich kooperativ spielen, um die Mechanismen und Glückselemente zu studieren. Danach die Bedingungen durch die dichtere Sauronfigur verschärfen, um sich schließlich dem eigenen Sieg widmen zu können, der nur durch Kooperation zu erreichen ist. Für mich zeugt "Der Herr der Ringe" von dem ersten geglückten Versuch ein Kooperationsspiel zu schaffen bezüglich der eben genannten Definition. Eine Sache stört mich jedoch in der Spielanleitung. In den Hinweisen auf Seite 6 findet sich: "Sie dürfen ihre Kartenhand ihren Mitspielern nicht zeigen, aber Sie dürfen darüber reden." Wenn ich über meine Handkarten reden darf, dann darf ich (eigentlich) auch sagen, was ich auf der Hand habe. Dann kann ich sie auch gleich zeigen. Vielleicht hat ja jemand von Euch eine geschickte Formulierung, die dieses Spielelement sinnvoll festlegt.
Schließlich bleibt mir noch zu sagen, daß ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder in Essen sein werde, wenn es sich terminlich irgendwie machen läßt.
Vieleicht sieht man sich ja wieder. (Grüße an Michael Andersch, KMW, Willi Weber, Thomas Schüttler, Uwe Mölter, Roman Pelek und an die netten Damen vom Kosmos-Stand, die mich so fleißig mit Siedler-Schoko-Eiern versorgt haben)
Tobias alias Glomeor
(der sich über seine signierte grüne Gandalfschachtel freut wie der Herr der Schneekönige)