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Regelfrage San Francisco
Verfasst: 4. Dezember 2000, 00:42
von Det (Meppel-Nederland)
Heute haben wir San Francisco vor dem ersten Mal gespielt und wir haben eine Regelfrage.
Nachdem alle Spieler der Reihe nach investiert haben und dadurch mindestens ein Stadviertel in einer Spielrunde aufgebaut wurde, muss durch den Startspieler eine Aktionskarte vom Stapel gezogen und ausgeführt werden. Eine gezogene Aktionskarte gilt für alle Spieler.
Auf den meisten Aktionskarten wird ein Investor gesucht. Welcher Spieler dies ist, entscheidet eine Ausschreibung. Diese Ausschreibung kann auf twei Arten erworben werden: mit Einflusskarten, oder mit Schecks.
Die Einflusskarten sind klar, aber mit Schecks nicht.
Da sind nämlich zwei Möglichkeiten.
Erstens: reihum macht jeder ein Angebot, indem er einen oder mehrere Schecks OFFEN für sich ausspielt und dabei gilt, jeder Spieler muss den vorgelegten Scheckbetrag seines rechten Mitspielers überbieten.
Der Meistbietende erwerbt schließlich die Ausschreibung.
Zweitens: die Spieler legen gleichzeitig maximal fünf Schecks VERDECKT vor sich ab, danach werden alle Schecks gleichzeitig aufgedeckt. Der Spieler mit de höchsten Schecksumme erhält das Investitionsrecht.
Beide Möglichkeiten werden genennt in die Spielregeln.
Welche Möglichkeit muss man anwenden bei den Aktionskarten (mit Schecks)?
Vielen Dank für ihre Hilfe!
Grüssen aus Nederland von Det.
re: Regelfrage San Francisco
Verfasst: 4. Dezember 2000, 16:05
von Thorsten Löpmann
Hi Det!
Die Schecks werden OFFEN ausgespielt!
Das verdeckte Legen der Schecks findet nur in Kombination mit den Optionskärtchen statt.
Die Bezeichnung "durch Einflusskarten" und "durch Schecks" bezieht sich also auf die entsprechenden Regelabschnitte "Investitionsrecht durch Einflusskarten" und "Investitionsrecht durch Schecks" und somit auch auf die entsprechende Symbolik dieser beiden Arten.
Übrigens entfällt das verdeckte Legen von Schecks fast vollständig, sobald man mit der in der Regel beschriebenen ersten Variante, dem Verhandeln spielt.
Diese Variante war eigentlich in der Konzeption des Spiels immer fester Bestandteil, wurde jedoch aus regeltechnischen Gründen, auch im Hinblick auf Familien, in die Variante verlegt.
Das Verhandeln war und ist unserer Meinung nach deshalb so wichtig, weil hierdurch Schecks "im Spiel" bleiben und nur den Besitzer wechseln, anstatt an die Bank zu gehen. Somit kann ich am Investitionsrecht eines Mitspielers mitverdienen, indem ich Ihn gegen eine finanzielle Entschädigung investieren lasse.
Dies ist im Hinblick auf den Einsatz und die Planbarkeit mit den Ressourcen eminent wichtig, da ich hierdurch mit den Schecks besser taktieren kann. Ein Verzicht auf ein Investitionsrecht kann so äußerst lukrativ sein und sich auf den weiteren Spielverlauf positiv auswirken.
Bei dieser Gelegenheit:
An dem Bieten mit Einflusskarten scheiden sich nun wirklich die Geister. Den einen vermitteln die auftreten Pattsituationen Spielspaß, den anderen sind sie zu unvorhersehbar, zu glücksabhängig.
Vorweg:
Der Charakter der Pattsituationen war von uns genau so gewollt.
Aber:
Wem diese zu glücksabhängig sind, kann sich ganz leicht mit einer Variante behelfen.
Spieler, die eine gleiche Einflusskarte gespielt haben, dürfen demnach noch eine weitere Einflusskarte ausspielen, um gegebenfalls ihr Patt aufzulösen.
Beispiel:
Es werden 3 Investitionsrechte vergeben.
Spieler A: Wert 7 + Wert 4 = Erstinvestition für 11
Spieler B: Wert 7 + Wert 2 = kein Investitionsrecht
Spieler C: Wert 5 + Wert 3 = Zweitinvestition für 8
Spieler D: Wert 5 + Wert 0 = kein Investitionsrecht
Spieler E: Wert 1 = Drittinvestitionsrecht für 1
Somit erhalten Spieler, die sich in einem Patt befinden, eine zweite Chance. Geht es bei der ersten ausgespieletn Karte meist um die Überlegung "hauptsache ich bekomme ein Investitionsrecht, am besten möglichst billig", so spielt bei der zweiten ausgespieleten Karte auch der Gedanke "Spieler xy darf nun keinesfalls das Investitionsrecht erhalten" eine Rolle.
Mit Hilfe dieser Variante ist es nun auch möglich, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. So kann ich leichter eine 9 ausspielen und im Falle eines Pattes mit der zweiten Karte nachbessern. Dafür muß ich u.U. vom Einfluss her aber mächtig "bluten" und die Realität der Ressourcenknappheit wird mich früher oder später einholen. Dennoch eröffnet es mehr taktische Möglichkeiten, da ich so durch ein zufälliges Patt nicht zwangsläufig von der Investition ausgeschlossen bin.
Eine weitere Variante bzgl. der Einflusskarten wurde von "Adam spielt" in ihrem neuesten Rundschreiben beschrieben.
Mit spielendem Gruß
Thorsten
re: Regelfrage San Francisco
Verfasst: 4. Dezember 2000, 18:06
von Det (Meppel - Nederland)
Hallo Thorsten,
Vielen Dank für deinen Antwort! Wir werden die Variante ausprobieren.
Mit spielendem Gruß
re: Regelfrage San Francisco
Verfasst: 4. Dezember 2000, 23:34
von Thorsten Löpmann
Kleiner Nachtrag bzgl. der Einflusskartenvariante (ich vergaß, sorry!):
Ein Patt mit Wahrsagerinnen (Wert 0) kann NICHT mit Hilfe einer zweiten ausgespielten Karte aufgelöst werden.
Antwort Amigo
Verfasst: 6. Dezember 2000, 13:43
von Det (Nederland)
Ich hätte meine Frage auch nach Amigo geschrieben.
Amigo sagt etwas anders, nämlich das Folgendes:
Die erste Form (Schecks OFFEN ausspielen) gilt nur für die normalen Ausschreibungen um ein Holzstäbchen um ein Stadtviertel legen zu dürfen.
Die zweite Form (maximal fünf Schecks gleichzeitig VERDECKT vor sich ablegen) ist die richtige für die Ausschreibungen um Aktionskarten.
Ich denke Amigo hat recht, weil es ihre Spiel ist. Obschon auch wir es anders gespielt haben, nämlich mit OFFEN Schecks.
Jedenfalls ist es nicht deutlich in die Regeln angegeben.
Viel Spielspass!
Det
re: Antwort Amigo
Verfasst: 6. Dezember 2000, 19:54
von Jochen Förstner
>Ich denke Amigo hat recht, weil es ihre Spiel ist.
... da aber Thorsten Löpmann einer der Autoren ist konnte man auch sagen, dass es (mindestens zur Hälfe) sein Spiel ist :-)
Gruss Jochen
re: Antwort Amigo
Verfasst: 6. Dezember 2000, 21:21
von Thorsten Löpmann
....und die andere Hälfte gehört Andy Wetter :-)
Wer sich jetzt aber fragt, was bei Hälfte + Hälfte noch an Rest für den Verlag übrig bleibt, dem sei gesagt: "Genug!" (schnief, trief, heul...)
Nu aber mal ernsthaft:
Die Antwort von Amigo war leider definitiv falsch!
Ich habe diesbezüglich auch schon Kontakt mit ihnen aufgenommen und erfahren, das im Eifer des Gefechtes ein Missverständnis bzgl. Aktions- und Optionskarten aufgetreten ist.
Also nochmals dickes sorry seitens Amigo.
Meine zuvor gepostete Antwort ist also die richtige Erklärung auf Deine (Det`s) Regelfrage (wär ja auch noch schöner...)
In diesem Sinne
Viel Spaß wünschen die SF-Autoren
Gruß
Thorsten
PS: Die Idee zu SF ist übrigens in einer niederländischen Kunstgalerie entstanden...
re: Antwort Amigo
Verfasst: 6. Dezember 2000, 22:10
von Jochen Förstner
Hi Thorsten,
ich muss zugeben, dass ich San Francisco bisher noch nicht gespielt habe. Aber ich habe es mir aufgrund der Kritik in der letzten FAIRPLAY (und des derzeitig sehr günstigen Angebots bei AllGames4you) bestellt. Die (für FAIRPLAY-Verhältnisse) recht positive Kritik bezüglich der Spielmechanismen wird allerdings durch die der Spielbarkeit etwas undienliche graphische Gestaltung der Gebäudeplättchen getrübt... und das scheint nicht nur FAIRPLAY-Meinung zu sein.
Ist Dir bekannt, ob Amigo hier Nachbesserung plant?
Ansonsten hoffe ich natürlich, mir selbst bald ein Bild von SF machen zu können...
Gruß Jochen
re: Antwort Amigo
Verfasst: 6. Dezember 2000, 22:48
von Thorsten Löpmann
Hi Jochen!
Ja, es wird Nachbesserungen geben!
Die neue Auflage wird wahrscheinlich nach der Nürnberger Spielwarenmesse erscheinen (so der derzeitige Stand) und wir gehen davon aus, dass alle "Altkäufer" dann kostenlos mit dem nachgebesserten Material "beglückt" werden (sag ich jetzt einfach mal so *g*)
Die Nachbesserungen werden sich sowohl auf die Optionskarten, als auch auf die Stadtviertelkarten beziehen und betreffen entsprechend den Stanzbogen im Spiel.
Die Kritik bzgl. der graphischen Funktionalität (u.a. von der Fairplay) ist absolut zutreffend, das "genaue hinschauen müssen" lenkt zu viel vom Spiel ab und verwirrt, vor allem in den ersten Partien.
Aber wie gesagt, das Problem wird behoben und momentan machst Du tatsächlich preislich ein Schnäppchen.
Denn mal viel Spaß, am besten direkt inklusiv der Verhandlungsvariante, die eigentlich wie gesagt immer fester Bestandteil des Spieles war.
Mit spielendem Gruß
Thorsten
re: Antwort Amigo
Verfasst: 7. Dezember 2000, 01:04
von Det (Nederland)
Uff!
Ich wüßte doch gar nicht das Thorsten DER Thorsten Löpmann von San Francisco ist. Entschuldigung!
Aber nochmals vielen Dank für deinen Antwort, wir werden es Spielen mit OFFEN Schecks, wie du sagst.
(Hat Amigo doch kein Recht, wie ich dachte...)
Wir finden es ein tolles Spiel und dafür bekommst du ein großes Kompliment (und Andy Wetter natürlich auch)!
Das dickes sorry seitens Amigo ist natürlich völlig akzeptiert!
Grüße von Det
re: Antwort Amigo
Verfasst: 8. Dezember 2000, 16:13
von Volker L.
> Die neue Auflage wird wahrscheinlich nach der
> Nürnberger Spielwarenmesse erscheinen (so der
> derzeitige Stand)
Oha, so spaet erst. In Essen hatte man mir gesagt,
die neue Auflage kaeme im Januar...
Dann werde ich meinen Verwandten wohl sagen muessen,
dass sie es mir nicht als nachtraegliches Weihnachts-,
sondern erst als Geburtstagsgeschenk (im Mai) besorgen
sollen.
Gruss, Volker