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Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 8. Januar 2001, 23:47
von Christian Gorni
Kennt Ihr das auch? Man versucht x-mal diese Regel zu verstehen, aber dieses *'%$/§ US-Spiel ist nicht zu knacken.
EIn Fall bei mir: Republic of Rome, eins von diesen Strategiehammern von Avalon. Interessantes Konzept (Die Gegner (Senatoren) muessen teilweise zusammenarbeiten, sonst verliert Rom - und damit alle).
Aber ich habe es noch nie gespielt, wel ich es einfach nicht schaffe eine vernünftige ZUsammenfassung zu erstellen. Hat jemand so etwas? Ich habe sogar eine Version mit deutscher Übersetzung, aber es ist trotzdem ein Hammer.
Habt Ihr noch andere Spiele mit so einer Erfahrung?
Christian

re: Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 9. Januar 2001, 00:12
von cristinus
Ähnliches gilt, wie ich finde, auch für "Blackbeard". Wunderschönes Spiel, tolles Thema aber die Regeln/Komplexität machen den Einstieg verflixt schwer. Ah, noch ein Beispiel für dieses Phänomen: "Magic Realm". Sonderbarerweise fallen viele Avalon Hill-Spiele in diese Kategorie.

Regelübersetzungen

Verfasst: 9. Januar 2001, 09:39
von Henrik Schrader
Hi Christian !
Falls es dich tröstet, mir gehts genauso.
Meine Ausgabe verstaubt auch im Schrank.
Es gibt übrigens eine deutsche Übersetzung für die Regel, wie für viele US-Spiele, nur drankommen müste man.Für Republic of Rome besitze ich sogar auch eine.
Aber mal zum Thema der Regelübersetzungen zu kommen.
Spieleläden und Importöre haben Seinerzeit eine Menge von den Regeln übersetzt, z.B. Das Spiel/ HH oder WDS.
Ich weis zwar nicht wie es mit den Rechten aussieht, aber wäre es nicht schön mal eine Sammlung von den Übersetzungen zusammenzustellen.
Ich persönlich habe langsam die Nase voll allenmöglichen Leuten die Regelübersetzungen zu kopieren, da für mich bis jetzt trotz mehrfachen Aufrufs niemand sich bereiterklärt hat mir mal für Spiele die ich besitze die Übersetzungen zukommen zu lassen. Wohlgemerkt für Spiele die nicht so selten sind und es 100 % Regelübersetzungen gibt( z.B. Pax Britanica und Axis & Allis ).
Henrik ( der hofft doch mal an ein paar Übersetzungen ranzukommen )

re: Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 9. Januar 2001, 13:51
von Heiko Hartmann
Hallo!
Um das Spiel besser zu verstehen empfehle ich Dir die Solitair-Variante einmal durchzuspielen bevor Du mit mehreren Spielern anfängst. Die Regeln sind nicht schwer - es sind nur viele. :-)
Falls Du dann konkrete Fragen zu den Regeln hast, dann kannst Du sie ja hier im Forum stellen - vielleicht weiss ja eine(r) die Antwort.
Wir haben es bisher nur einmal geschafft Republic of Rome zu spielen (man benötigt eben doch die richtigen Mitspieler dafür) und uns hat es sehr gut gefallen. In unserem Testspiel ist Rom im übrigen an irgendeinem läppischen Konflikt zugrunde gegangen... :-)
Ciao, Heiko.

re: Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 9. Januar 2001, 15:50
von Stefan-spielbox
Hallo Christian!
Deine Erfahrungen kann ich bestätigen. Die Regeln zu RoR sind wirklich zum ersten Lernen nicht gerade "geglückt". Hast Du aber erstmal die Regeln von vorn bis hinten durchgeackert und das Spiel in seinen Mechanismen verstanden, erwartet Dich ein exzellentes Spiel. Die Mühe lohnt sich wirklich, denn RoR ist ein echtes Schmuckstück. Nicht davon abschrecken lassen, daß am Anfang der Regeln bereits mit Begriffen um sich geworfen wird, die erst in späteren Abschnitten genauer erklärt werden. Die Regel ist strikt nach Spielablauf aufgebaut und ist so zwar hervorragend zum Nachschlagen geeignet, aber eben nicht zum Lernen. Richte Deinen Browser doch mal auf den angegebenen Link (Web-Grognards). Dort findest Du ergänzende Materialien wie Qs&As, Beginners Guide, Senate Phase Guide etc.

re: Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 9. Januar 2001, 15:54
von Stefan-spielbox
... und hier isser denn auch DER LINK:

Blackbeart

Verfasst: 9. Januar 2001, 16:18
von Jochen Schwinghammer
Hallo Christian!
Du sprichst hier von einem Spiel Namens "Blackbeart". Handelt es sich hierbei um ein Piratenspiel? Beschreib doch mal bitte das Spiel näher, da mich vernünftige Piratenspiele interessieren. Viele Grüße, Jochen

re: Blackbeart

Verfasst: 9. Januar 2001, 16:42
von stefan drawert
hallo jochen,
nur ganz kurz zu deiner frage:
"Blackbeard" ist ungefähr die brettspielumsetzung des computerspiels "pirates", das du als piratenfan sicherlich kennst! man führt mehrere piratenkapitäne mit unterschiedlichen eigenschaften unabhängig voneinander durch die karibik, den indischen ozean und die europäische atlantikküste und überfällt schiffe, häfen und wird von piratenjägern gehetzt, die von den gearde nicht am zug seienden mitspielern gespielt werden. man kann schnellere und / oder grössere schiffe erbeuten, hat probleme mit meuterei, steigert die eigenschaftswerte seiner piraten, versucht sich zur ruhe zu setzen oder gar "frei zukaufen", etc..
wie du siehst, hört sich das ganze sehr nach "pirates" an. die ausstattung ist gut, aber nach heutigen massstäben nicht allzu üppig, vergleichbar mit anderen AH-spielen anfang der neunziger. der einzige m. E. eklatante nachteil des spiels ist ein grundlegender mechanismus, der die zugreihenfolge regelt, was mit unter dazu führen kann, dass spieler mehrere runden "übergangen" werden.dadurch wird das ganze arg zufällig. aber vielleicht gefällt's dir ja, probespielen empfohlen!
spielende grüsse,
stefan

re: Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 9. Januar 2001, 16:47
von stefan drawert
ich kann die positiven meinungen nur bestätigen: als verhanlungs- und diplomatiespiel ist RoR m.E. ungeschlagen. wenn auch das regelvolumen erst mal abschreckend wirkt: wenn man sich erst einmal durchbearbeitet hat und die mitspieler sich ebenso gut auskennen, wirkt im vergleich "diplomacy" wie eine partie friedenspfeife rauchen...;-)
ein absolutes topspiel, wenn auch mit hürden...
stefan

re: Blackbeart

Verfasst: 9. Januar 2001, 18:04
von cristinus
Hi Jochen,
da hast du das Spiel ja ganz gut beschrieben. Allerdings finde ich die Ausstattung nach wie vor außergewöhlich gut. Na ja, vieleicht liegt das ja daran, daß ich so wenig deutsche Spiele zocke und daher keinen richtigen Vergleich habe. Hat du eine Idee, wie man das Problem der Zugreihenfolge lösen könnte? Und, vor allem, wie hast du dir das Spiel denn zugänglich gemacht? Bei uns haben zwar alle Bock auf das Spiel, aber niemand wollte es sich antun, es zu lernen.

re: Blackbeart

Verfasst: 9. Januar 2001, 19:05
von Sönke Weidemann
Hi! Die Zugreihenfolge läßt sich mit dem Kartensatz und der entsprechenden Regel aus Targui prima regeln. Wer´s nicht kennen sollte: Jeder Spieler hat einen Satz an Spielkarten, für jede Spielrunde wird gewürfelt, wieviele dieser Karten zur Verfügung stehen, dann werden die entsprechenden Karten gemischt.
So ist die Zugreihenfolge sehr unterschiedlich, ist sicherlich glücksabhängig (wie das ganze Spiel Blackbeard), aber zumindest sind alle gleich oft dran.
Das grundsätzliche Problem mit Spielen wie Rebublic of Rome oder Magic Realm kommt mir sehr bekannt vor.. :-(.
Ein weiterer Vertreter ist Time Agent, will auch keiner spielen.
Gruß Sönke

re: Tolles Spiel - noch nie gespielt: Republic of Rome

Verfasst: 9. Januar 2001, 20:50
von Peer
Hi,
auch würde ich dir zum Einstieg empfehlen, nur die erste Epoche zu studieren - dann fallen auch viele Regeln weg, die du erst einmal nicht brauchst.
Das Grundprinzip ist das Geheimnis - und das ist nicht so schwer (allerdings hatte ich auch jemanden, der es mir erklärt...;-)
ciao,
Peer (der nach fünf Partien Brittania jetzt zuversichtlich ist, dass er bei der nächsten zum ersten mal alle Regeln richtig anwendet)

Blackbeard, Republic, Time Agent

Verfasst: 10. Januar 2001, 10:55
von Bastl
Für Interessenten aus dem Raum Stuttgart/Tübingen biete ich gerne einen "Workshop" zum Erlernen der genannten Spiele an. Aber nur für Leute, die sich eine halbe oder ganze Stunde Regelerklärung auch anhören wollen. (Evtl. auch für andere "komplizierte" Spiele, aber nicht für Magic Realm!).
Die einzigen Spiele, an deren Regeln ich bislang verzweifelt bin, sind Advanced Squad Leader und Days of Decision.
Und bevor ich mit Fragen überschüttet werde, ich habe mir die Regeln selbst (!) durch Lesen (!) und viel spielen erarbeitet. (Ist zugegebenermaßen wirklich gelegentlich Arbeit, sowohl das Lesen, das Spielen - und vor allem das leidige Erklären!)
Grundsätzlich lese ich nur englische Originalregeln, die deutschen Übersetzungen sind dermaßen mies und unprofessionell, dass man das Spiel damit garantiert nicht kapiert. Ich habe es einmal versucht (New World / AH), habe mir über den Sinn des Gestammels eine halbe Stunde den Kopf zerbrochen und dann zur englischen Regel gegriffen - wir haben verstanden.
Bastl (der viel liest, selten schreibt und den Zugmechanismus bei Blackbeard mag, auch wenn er IMMER weniger Züge als alle anderen hat!)

re: Blackbeart

Verfasst: 10. Januar 2001, 18:14
von stefan drawert
leider, leider hast du recht! meine mitspieler/innen stöhnen immer schon, wenn sie nur das "AH" von Avalon Hill auf den spielschachteln sehen...
aber ich würde trotzdem gerne hier eine lanze für time agent und republik of rome brechen, denn der vergleich mit magic realm hinkt, m.E..
time agent ist von den eigentlichen regeln recht einfach und leicht zu begreifen. nur die zwingend erforderliche kenntnis des background und des "spiellans" (technolgien, etc...) machen es schwierig alles beim ersten mal zu erfassen.
Republik of rome ist da schon schwieriger, insbesondere die "eigenwillige" anordnung der regeln und das "bleiwüsten'"-layout helfen dabei, den komplexitätsgrad anzuheben. aber das erste szenario ist recht gut geeignet, den spielern nach und nach die feinheiten beizubiegen, da man vor lauter "externen" bedrohungen kaum dazu kommt, sich untereinander mit regeldetailkenntnis zu beharken. die späteren szenarien verlangen allerdings strikte regelkenntnis, und das ist zugegebener maßen nicht ohne!
magic realm hingegen habe ich mir trotz guter vorsätze bis heute nicht erschliessen können. ich halte dieses spiel für schlichtweg unspielbar! jeder, der das 2nd edition regelheft mal aufgeschlagen hat, wird mein entsetzen geteilt haben. squad leader ist nichts dagegen...! aber vielleicht täusche ich mich ja und alsse mich gerne eines besseren belehren, schliesslich sieht MR so hübsch aus, dass es eine schande ist, wenn es im regal verkümmert.
grüsse,stefan

re: Magic Realm

Verfasst: 10. Januar 2001, 22:04
von Das Wiesel
Hi Stefan,
glaube mir, das Spiel ist nicht nur spielbar, es ist vor Allem auch sehr spielenswert. Ich muss allerdings zugeben, dass ich das Spiel nur in reinen Spiele-Urlauben spiele, mit jemandem, der die die Regeln aus dem ff kann.
Einmal begriffen sind die Grundregeln aber einfach. Lediglich bei der Magie musste ich bis jetzt passen. Das Schöne ist, dass man das Spiel aber auch ohne Magie spielen kann.
Meine Empfehlung: auf jeden Fall antesten (Allerdings gleich mit Stufe 1 (Bewegung) und 2 (Kampf/Monster), bei der ersten Edition wäre das Stufe 1 bis 4.
Gruß
Das Wiesel

Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 13. Januar 2001, 00:00
von Mario
Ja, ja, die Hammer-Spiele.
Zwei die ich noch kenne sind Königin von Alba und Putsch von Queengames. Age of Renaissance hat auch ein Freund gekauft und wollte es mit uns spielen - wenn er es jemals schafft die Regeln durchzuackern.
Republic of Rome haben wir dreimal gespielt und dann für immer beiseite gelegt.
Es gibt auch Spiele mit wenig Regeln, die man erst nach einigen Anlaufversuchen versteht. Bei uns war Euphrat und Tigris so ein Fall: Wir haben das Spiel dreimal falsch angefangen und wieder abgebrochen - aber seitdem gehört es zu unseren Favoriten.
Dann gibt es noch die Spiele mit dem unübersichtlichen Spielplan. Dazu zähle ich Glebdo, Ringgeister und Time Agents - man sieht einfach nicht, wer wo was als nächstes machen kann.

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 13. Januar 2001, 02:59
von beat
du meinst wohl 'krone von alba? ich kenne leute, die behaupten noch heute, sie hätten an diesem spiel mal zwei tage lang gespielt! und noch besser: nach 16(!) spielstunden ohne sieger abgebrochen!
in die reihe 'komplizierte spiele' gehört unbedingt auch 'third reich' (mit grauen erinnere ich mich an die paragraph-1-punkt-2-abschnitt-5-betreff-4-absatz-12-50-seiten-regel)!
und ringgeister und time agent sollen unübersichtlich sein? ha, von wegen! dann hast du wohl noch nie 'pax britannica' gespielt! versuch mal auf einem spielplan der grösse a1, der von lauter kleinen kästchen mit den massen 2,5 x 2,5 cm übersät ist den überblick zu behalten!
und dann wäre da noch das berühmte 'd-day'. 1500 counter! mehr brauche ich ja wohl nicht zu sagen...
manche spielideen sollten halt wirklich nur auf dem pc verwirklicht werden.
gut wurf
beat

re: Wenn Komplex auch Kompliziert ist (war: Republic of Rome)

Verfasst: 14. Januar 2001, 19:14
von Niccolo
Hallo,
Also bei RoR ist das 'durcharbeiten' die Sache ansich wert.
Man bekommt ein herrliches Verhandlungs- und 'Kooperations'spiel, wie man es sich nur wünschen kann. Und zwar wirklich interessante Kooperationsverhandlungen - nicht so mau wie "Herr der Ringe", wo man sich vor einem Brett zusammenkuschelt und zusammenspielt (spielt?). Ich kenn sonst kein Spiel, wo das 'alle gemeinsam und ganz viel für sich' so gut umgesetzt wurde.
"Ansich" tippte ich, weil es mir wie ein kleiner Kunstgriff erscheint, eine gute Partie miterleben zu 'dürfen'.
Verhandlungsspiele sind nicht jedermans Sache. Wenn z.B. 'Diplomacy' sich rein auf ein Taktikspielchen herabbricht, fehlt das Salz der Suppe. 'Junta' fällt mir da noch ein dazu. Oder <seufz> "Blood Royal" (was ich noch nie gespielt habe und sooo gern hätte)
Und noch ein entscheidender Faktor für ein Spiel fällt mir ein -> Zeit und Geduld.
Gerade die komplexeren Spiele, mit mehr als der im deutschsprachigen Raum üblichen 5-seiten Regelchen, lassen sich kaum erklären. Die Aufmerksamkeit der völlig unbedarften Spieler geht nach wenigen Seiten flöten.
Ich hab mich schon gefragt, weshalb 'wir' das "früher" konnten und heute nicht mehr. Ich hab noch immer keine befriedigende Antwort für mich gefunden. Vielleicht allein die Tatsache, daß man die Wahl hatte zwischen: gar nicht spielen / langweilige, simple deutschsprachige Spiele / sich durch mörderische englischsprachige Regeln büffeln
Heute hat auch der dt. Markt Spiele zu bieten, die flott erklärt sind und neben Spielspaß auch noch Tiefgang bieten. Und eben auch schnell gespielt sind.
Nundenn - Gruß
Niccolo
P.S.: und weil da auch Blackbeard fiel - da rat ich ab davon. Abgesehen von der blödsinnigen Zugreihenfolgebestimmung (so durfte ich einmal ca. 45 Minuten!!! passiv zusehen, um dann zugucken zu können, wie ein unüberwindbarer Piratenjäger, in den letzten Minuten meiner Kaffeepause, vor meinem besetzten Hafen gezogen wurde) - und selbst mit einer anderen Spielerreihenfolgeregelung ist diesem Spiel nicht viel abzugewinnen. Kein Vergleich mit dem alten Computer-Pirates.

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 15. Januar 2001, 13:10
von Bastl
du meinst wohl 'krone von alba? ich kenne leute, die behaupten noch heute, sie hätten an diesem spiel mal zwei tage lang gespielt! und noch besser: nach 16(!) spielstunden ohne sieger abgebrochen!
>>> das kann nur Anfängern passieren, die irgendwas machen, ohne zu wissen was sie tun und warum. KvA zu dritt oder viert dauert 4-6 Stunden, wenn alle wissen, worum es eigentlich geht. Leicht erschliessen lässt sich das zugegebenermaßen nicht.
manche spielideen sollten halt wirklich nur auf dem pc verwirklicht werden.
>>> Ich für meinen Teil bin heilfroh, dass es diese ganzen Spiele am Brett gibt. Bzw. gab, denn da heute ja alle Brettspiele schnell erklärbar und durchschaubar sein müssen (PC-Spiele dürfen aber 100 Seiten Handbuch haben), haben etwas kompliziertere am Markt leider keine Chance mehr.
Muss ja keiner spielen.
Vielleicht sollte man sogar sagen:
Sollten einige Leute einfach nicht spielen.
Bastl (mag auch Spiele mit 1500 Countern)

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 15. Januar 2001, 15:58
von beat
>>> das kann nur Anfängern passieren, die irgendwas machen, ohne zu wissen was sie tun und warum. KvA zu dritt oder viert dauert 4-6 Stunden, wenn alle wissen, worum es eigentlich geht. Leicht erschliessen lässt sich das zugegebenermaßen nicht. <<<
da bin ich genau deiner meinung. deshalb schreibe ich auch von 'behaupten'; ich kanns nämlich bis heute noch nicht fassen, dass jemand an KvA so lange spielt. auch unsere partien sind nach ca. 6-7 h jeweils zu ende. weshalb das bei meinen bekannten so lange gedauert hat, konnte mir bis heute keiner von denen erklären. ich behalte diese begebenheit aber gerne als kuriosum in erinnerung.
>>> Ich für meinen Teil bin heilfroh, dass es diese ganzen Spiele am Brett gibt. Bzw. gab, denn da heute ja alle Brettspiele schnell erklärbar und durchschaubar sein müssen (PC-Spiele dürfen aber 100 Seiten Handbuch haben), haben etwas kompliziertere am Markt leider keine Chance mehr.<<<
damit wir uns richtig verstehen: ich liebe spiele wie 1898, advanced civi oder auch stellar conquest. ich habe nichts dagegen mich 8 - 10 h hinter ein komplexes spiel zu setzen. ich bin jedoch auch der meinung, dass gewisse spiele wie third reich oder eben d-day wegen ihrer enormen komplexität heutzutage auf dem medium computer besser umgesetzt werden können. und zwar aus dem einfachen grund, da der computer eine grosse hilfe sein kann bei buchhalterischen arbeiten und der spieler sich so viel besser auf das wesentliche, nämlich das spielen konzentrieren kann. ebenso bin ich jedoch der meinung, dass der computer das medium brettspiel nie wird ersetzen können. ein titan, blood royale oder conquest spiele ich x-mal lieber am tisch als am bildschirm.
dass computerspiele 100-seitige manuals haben können stimmt übrigens auch längst nicht mehr. sieh dir mal die aktuellen pc-spiele an. manual? da kannste froh sein, wenn du noch einen 4-seitigen beschrieb der tastaturkürzel erhälst. fakt ist doch, dass kopmpliziertere spiele am markt nur eine kleine chance haben, weil das zielpublikum, welches solch komplexe spiele spielt, halt sehr klein ist. der durchschnittspieler will höchstens 15 min regelerklären und dann maximal 2 stunden spielen. alles andere ist ihm dann schon zu anstrengend, deshalb boomen bei den brettspielen halt titel wie siedler von catan und bei den pc-spielen titel wie moorhuhnjagd.
ich denke, damit müssen wir uns abfinden und dürfen einfach nicht locker lassen, all den mehr-als-10-seiten-spielregelhassern versuchen zu zeigen, wie fantastisch das erlebnis sein kann, ein new world zu spielen.
gut wurf
beat


re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 16. Januar 2001, 11:44
von Bastl
Hallo Beat,
wenn Du es so ausdrückst, dann stimme ich dir voll und ganz zu. Auch wenn ich World in Flames trotzdem lieber am Brett spiele, so viel praktischer es am PC auch wäre, es ist halt doch nicht dasselbe. (Aber auch am PC bräuchte man dafür die 100 Seiten-Regel, oder?)
"wie fantastisch das erlebnis sein kann, ein new world zu spielen."
Oder doch lieber Conquistador :-) ?
Bastl (spielt häufiger New World als Conquistador - woran das liegen mag...)

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 16. Januar 2001, 16:23
von Stefan-spielbox
<Auch wenn ich World in Flames trotzdem lieber am Brett spiele, so viel praktischer es am PC auch wäre, es ist halt doch nicht dasselbe. (Aber auch am PC bräuchte man dafür die 100 Seiten-Regel, oder?)>
Also ich finde bei PC-Spielen bzw. PC-Umsetzungen von Brettspielen wird ein sehr wichtiger Aspekt immer nur äußerst mangelhaft wiedergegeben. Mit fehlt da immer irgendwie der Gesamteindruck. Die Augen über den Tisch schweifen zu lassen und "vom Feldherrenhügel" aus die gesamte Lage im Blick zu haben, da können PCs einfach nicht mithalten. Besonders bei Kosims und erst recht bei solchen Monstern wie WiF oder The Longest Day würde ich mir durch die ewige Scrollerei nach einer Weile vorkommen als wäre ich stundenlang Achterbahn gefahren.

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 16. Januar 2001, 16:41
von beat
>>>Mit fehlt da immer irgendwie der Gesamteindruck. Die Augen über den Tisch schweifen zu lassen und "vom Feldherrenhügel" aus die gesamte Lage im Blick zu haben, da können PCs einfach nicht mithalten. <<<
absolut korrekt. sowohl brett als auch pc haben beide unbestreitbare vor- und nachteile. so toll der pc im berechnen von zahlenmaterial auch ist und mir das mühsame nachschlagen in bewegungs-, gewichts- und anderen tabellen von gewissen spielen abnehmen kann, so schlecht ist er in anderen bereichen. die von dir angesprochene fehlende übersichtlichkeit ist nur ein punkt. ebenfalls schwer ins gewicht fällt der ki-faktor. kein pc ist (gottseidank) in der lage, dieselben kreativen und taktischen überlegungen anzustellen, zu denen ein mensch fähig ist.
eine gutes beispiel für den sinnvollen pc-einsatz bei spielen ist meiner meinung nach das verwaltungprogramm für 18xx spiele: das eigentliche spiel findet immer noch am tisch statt, wo ich meinen mitspieler in die erschrockenen augen schauen darf, wenn sie wieder mal eine lok- und kapitallose gesellschaft übernehmen müssen, während die ganze rechnerei nebenbei auf dem pc geschieht. eine vermehrte derartige anwendung des pc's in verbindung mit spielen fände ich durchaus sinvoll; so hat einer meiner spielerkollegen auch schon ein verwaltunsprogramm für die kolonien in 'stellar conquest' geschrieben, welches wir sehr gerne benutzt haben (leider wars für den c64 - heute also nicht mehr zu gebrauchen).
gut wurf
beat

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 17. Januar 2001, 11:56
von Niccolo
Ja, die Sache mit 'Verwaltungsprogrammen' o.ä. scheint nicht reizlos.
Wenn ich mich da die frühen 80 erinner... war es Phillips, die mit einer eigenen Spielkonsole auf den Markt kamen und auch 2 Spiele hatten, wo sich Brett und Computerspiel ergänzt haben?
Der 'Jammer' ist halt - für die meisten Haushalte gilt:
Wo steht der Rechner? - Wo spielt man?
Aber vielleicht wird mit den PDA's diese Idee eine Renaissance erleben?
Gruß
Niccolo

re: Die Komplizierten, die Unverständlichen und die Unübersichtlichen

Verfasst: 17. Januar 2001, 12:59
von beat
uff, da rufst du ja ganz alte erinnerungen wach. ja, es war philipps. das eine war ein börsenspiel, das andere ein fantasyspiel. die kombination brett-pc dünkte mich damals aber nicht so optimal (das brett spielte eine ziemlich untergeordnete rolle).
später kam für den atari und den ms-dos pc noch das spiel kaiser mit einem spielbrett heraus. leider war das teil da eigentlich nur dekoration - gespielt wurde nur am computer.
in sachen pc am spieltisch hast du natürlich recht. optimal wäre natürlich ein laptop oder pda. nur kenne ich für pda's keine solchen programme (die frage wurde, falls ich mich recht erinnere, auch schon im pc-forum gestellt). als nichtbesitzer eines laptops werde ich daher auch weiterhin mein geld und meine aktien in 1898 von hand zählen und trainiere so wenigsten etwas kopfrechnen.
gut wurf
beat