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"Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 01:07
von Roman Pelek
Hi,
In letzter Zeit ist ja wieder das Thema "Es gibt nix neues mehr auf dem Spielemarkt" hier im Forum sehr aktuell. Dazu habe ich mir ein paar grundsätzliche Gedanken gemacht, da ich finde, dass dazu zuviel Unangemessenes und vor allem "alte Zeiten" verklärendes fabriziert wurde.
Wie ich schon in der Mail an peer schrieb, halte ich den Spielemarkt wie so vieles andere generell für eher einem evolutionären Prozess unterworfen denn von Revolutionen gekennzeichnet. Insofern ist das Jammern um zuwenig Neues in meinen Augen ungerechtfertigt und alleinig darauf zurückzuführen, dass viele hier eben sehr viel spielen und regelmäßig Spiele kaufen, so dass die eben langsame Weiterentwicklung manchmal als Stillstand erscheinen mag.
Um dem Mythos von bahnbrechenden Neuerungen auf dem Spielemarkt früher mal ein bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen, hier mal ein kleiner Rückblick auf das Spiel "Siedler von Catan", das für viele einen Meilenstein und eine bahnbrechende Neuerung halten. Meines Erachtens ist dies nämlich ein Beispiel für Verklärung eines Spiels, dessen unbestreitbare Klassiker-Qualitäten nicht in der Revolution, sondern in der sehr gelungenen Verquickung bekannter Ideen und aktueller Modetrends für die breite Masse liegt.
Zum ersten zur Spielidee: Ender der Achtiger/Anfang der neunziger Jahre kamen bei Computerspielen Aufbaustrategiespiele wie Civilization groß in Mode, waren aber für Gelegenheitsspieler am PC oder eine direkte Umsetzung für Familienspiele viel zu komplex und auch zu kriegerisch. Und genau diese Umsetzung für Familien hat Klaus Teuber in SvC zum ersten Mal geleistet; ich weiss noch, wie ich zum ersten Mal vor der Schachtel stand und mir dachte: "Da hat will ja wohl einer mit ‚ner Billigversion der Computerspiele den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen". Hätten mich nicht Partien Siedler bei anderen von der Qualität der simplifizierten Version überzeugt, ich würde wahrscheinlich noch heute kein Brettspiel mehr anrühren, sondern nur komplexe Strategiespiele auf dem PC spielen.
Zu den "revolutionären" Spielelementen in Siedler: das Konzept der Hexagonalfelder war für komplexe Strategiespiele schon lange bekannt. Variablen Spielaufbau mit Hexfeldern fand man schon im vorher erschienenen "Kings & Things", ebenso verschiedene Landschaftsarten, die verschiedenes versorgen. Kartentausch und -handel sind gleichfalls keine neuen Ideen gewesen, und Häuschen und Stäbchen sowie Siegpunkte gab's auch früher - von Würfeln ganz zu schweigen ;-) So - wo ist z.B. hier die Revolution?
Und das hier geschilderte Beispiel kann man auf vieles übertragen. So ist die Kramerleiste auch nur eine neue Idee, kein neues Spiel gewesen - und heute findet man sie fast überall. Auch das IMHO sehr gute Java ist nur Tikal+Torres, eine recht dreiste und offensichtliche Weiterentwicklung, bei weitem keine Revolution. Das Plättchenanlegen wie bei "Carcassonne" oder "Leg das Rohr" ist irgendwann nur ein neues Spielelement gewesen, kein komplett neues Spiel. Auch El Grande hat als Neuerung (falls es überhaupt eine war - gab's das schon mal früher?) "nur" Würfelchen in Regionen und alte Ideen wie Kramerleiste, Kartenauswählen und Nicht-Im-Uhrzeigersinnziehen gab's auch schon vorher. Inkognito z.B. verbindet "Scotland Yard" mit den altbekannten "Logikrätseln" aus Denksportheftchen. "MäDn" ist eine primitive Variante des alten indischen Pachisi. Auch Mühle, Dame, Schach, Go gab's und gibt's alle in unzähligen Variationen und wurden über Jahrhunderte, Jahrtausende langsam weiterentwickelt. Das ist jetzt beileibe keine Kritik an den Klassikern des Spielegenres, sondern eine Zurechtrückung übertriebener Verklärung von "revolutionären Spielideen", wie es sie früher angeblich so zuhauf gab.
Als Fazit muss ich persönlich sagen: wer viele Spiele kauft und spielt, wird unweigerlich viele Variationen von bekannten Spielelementen im Schrank haben. Welche neuen Spiele dann so gut oder so andersartig sind, dass man sie sich auch noch kaufen muss, kann jeder selbst entscheiden - aber global darüber jammern, dass es ja nix Neues mehr gäbe, ist Zeichen einer überhöhten Erwartung von Vielspielern an den Spielemarkt und Verklärung früherer Zeiten.
Vielleicht tut da mal eine Neuheitenkaufpause not - ehrlich gesagt, auch ich habe sowas in Erwägung gezogen. Da ich persönlich aber häufig und gern spiele, wäre unweigerlich weniger Abwechslung die Folge. So spiele ich halt auch mal Spiele, die nicht absolute Klassiker sind oder nur eine halbwegs gelungene Variation alter Ideen - wenig Abwechslung ist mehr als gar keine ;-) Und ehrlich: bei dem Preis von Spielen haben sich die allermeisten nach 3 Partien schon mehr gelohnt als diverse CD's, Kinobesuche oder Kneipentouren.
Was denkt Ihr?
Ciao,
Roman
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 08:29
von Michael Andersch
Hallo Roman,
ich sehe die Sache ähnlich wie Du.
Mir perönlich ist es ziemlich egal, ob ich zum x-ten Mal Mehrheiten verschiebe oder verdeckt auf irgendwas biete, solange das Spiel als solches spannend und interessant ist (wie auch immer das jeder für sich definieren mag).
Wann darf ein Spiel denn als neu gelten, bzw. was darf es nicht haben, um nicht als Neuaufguss von irgendwas älterem angesehen zu werden? Siegpunkte? Ein Spielbrett? Einen Mechanismus, der Schnelligkeit fordert? Karten, die ausgeteilt werden? Einen Gewinner????
Fragt sich
Micha (Abklatsch von Adam)
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 09:22
von Arne Hoffmann
Moin moin!
<Zitat Michael>
Mir perönlich ist es ziemlich egal, ob ich zum x-ten Mal Mehrheiten verschiebe oder verdeckt auf irgendwas biete, solange das Spiel
als solches spannend und interessant ist (wie auch immer das jeder für sich definieren mag).
</Zitat>
Ganz genau meine Meinung!
In meinen Augen gilt ein Spiel als neu, wenn die Spielelemente (Thema, Mechanismus) in dieser Form noch nicht kombiniert waren - wobei ein einfacher Wechsel des Themas bei Beibehalten des Mechanismus kein neues Spiel sondern nur eine Neuauflage ist - und/oder neue Elemente darin zu finden sind.
Wenn mir dies dann Spielspass bereitet, ist es so gut wie gekauft :o)
Tschoe,
- Arne -
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 09:40
von Gerald Rüscher
Roman schreibt:
> Als Fazit muss ich persönlich sagen: wer viele Spiele
> kauft und spielt, wird unweigerlich viele Variationen
> von bekannten Spielelementen im Schrank haben. [...]
> global darüber jammern, dass es ja nix Neues mehr
> gäbe, ist Zeichen einer überhöhten Erwartung von
> Vielspielern an den Spielemarkt und Verklärung
> früherer Zeiten.
Zunächst erst mal Zustimmung für den Großteil deiner Ausführungen. Als der, der sich als erster provokativ über das Aufkochen alter Spielideen beschwert hat, muss ich aber eine Sache klarstellen.
Ich glaube, dass niemand hier global gejammert hat, dass es nichts neues mehr gibt. Mit "Ohne Furcht und Adel und "Roads & Boats" fallen mir z.B. gleich zwei neue Titel ein, die pfiffige Mechanismen in ganz neuer Art verbinden.
Spiele sind natürlich wie andere kreative Produkte (Musik, Literatur) - wirklich umwerfendes gibt es selten. Stattdessen viel Routinearbeit, eben Spiele die man gemeinhin als "ordentlich" bezeichnet. Es kommt immer auf die persönlichen Prioritäten an, wie man mit solchen Titeln verfährt. Ich für meinen Teil lasse die Finger davon.
Du schreibst, du spielst so viel, dass du die mittelmäßigen Spiele als Abwechslung brauchst. Ich spiele aus Zeitgründen nicht mehr so viel und bin nicht bereit, Spieleabende mit lauwarmer Durchschnittsware zu verbringen :-)
Gruß & nice dice,
Jerry (der Dienstag gerade mal zu einer Runde Keytown gekommen ist)
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 10:10
von Ingo Kasprzak
Moin!
<Zitat Arne>
In meinen Augen gilt ein Spiel als neu, wenn die Spielelemente (Thema, Mechanismus) in dieser Form noch nicht kombiniert waren - wobei ein einfacher Wechsel des Themas bei Beibehalten des Mechanismus kein neues Spiel sondern nur eine Neuauflage ist - und/oder neue Elemente darin zu finden sind.
Wenn mir dies dann Spielspass bereitet, ist es so gut wie gekauft :o)
</Zitat Arne>
Ich sehe die Sache noch ein wenig pragmatischer:
Wenn ich ein Spiel ausprobiere, welches ich vorher nicht kannte und es macht mir Spass, dann ist es mir egal, ob es alt oder neu ist oder der xte Aufguss von irgendeinem anderen Spiel/Mechanismus.
Ich schau dann höchstens, ob es zu dem Spiel, was mir Spass gemacht hat, noch eine Steigerung gibt (Vorgänger, Nachfolger etc.)
Nachvollziehares Beispiel im Moment (von Roman geklaut): Tikal und Java. Tikal hab ich kurz vor der Messe in Essen das erste mal wirklich "bewusst" gespielt und fand es ganz gut. Auf der Messe hab ich mir dann Java angeschaut. Jetzt kauf ich mir natürlich nicht mehr Tikal, sondern Java.
Ciao, Kakao,
Ingo (der darauf hinweist, dass das alles nur seine Sicht der Dinge ist)
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 10:34
von peer
<Du schreibst, du spielst so viel, dass du die mittelmäßigen Spiele als Abwechslung brauchst. Ich spiele aus Zeitgründen nicht mehr so viel und bin nicht bereit, Spieleabende mit lauwarmer Durchschnittsware zu verbringen :-)<
Ganz meiner Meinung! Mein Schrank ist ziemlich voll (400 Spiele) und ich habe noch nicht alles gespielt. Warum mir Spiele kaufen, die Mittelmass sind?
Generell stimme ich Roman natürlich soweit zu, als dass auch Spiele Spass machen, die "nur" altes und neues kombinieren. Aber ich erwarte auch gar nicht die neuerfindung des Rades - Warum auch?
Man merkt es m.E. aber schon, ob ein Spiel eigenständig entwickelt wurde oder nur ein anderes Spiel nachäfft.
Beispiel: Versteigerungsspiele. Da gibt es (glaub ich) für so ziemlich jeden der folgenden Fälle ein eigenes Spiele (1.,2.3. bezieht sich auf die Bietreihenfolge)
I) Der 1. Spieler bekommt alles, der Rest nichts
II) Der 1. Spieler bekommt was, der 2. bekommt was, der 3. nichts
III) Der 1. Spieler bekommt was, der 2. bekommt was umsonst, der 3. nichts
IV) Der 1. Spieler bekommt was, der 2. bekommt nichts, der 3. bekommt das Geld des 1.
V) Der 1. bekommt nix, der 2. bekommt nix, der 3. bekommt was auf die Ohren.
etc. ppp.
Muss das sein?
ciao,
Peer
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 11:03
von Ralf Bielenberg
Hi Roman,
zuerst einmal meinen Respekt für Deine sehr umfangreiche Ausführung zum Thema "Neue"Spielideen, die ich auch inhaltlich absolut unterschreibe.
>so dass die eben langsame Weiterentwicklung manchmal als Stillstand erscheinen mag.<
Genau diese Situation kann ich an mir selbst nachvollziehen. Bis vor einigen Monaten gab es für mich praktisch nur "Um Reifenbreite" und die "Siedler", um einen Spieleabend zu gestalten, bis ich (vor allem durch Leute wie Dich) anfing, mich intensiver mit der Thematik Spiele zu beschäftigen. Nach angemessen hohen Investitionen und meinem ersten Essen-Besuch, ständig staunend, was alles Neues auf dem Spielemarkt zu finden war, geht es mir nun nicht schnell genug weiter. Tatsächlich hatte ich aber von dem Erwerb der Siedler 1995 bis zu meinem neuen Interessensschub dem Markt mehrere Jahre Zeit zur Entwicklung neuer Ideen gegönnt, und ich finde, diese Zeit ist gut genutzt worden. Im Prinzip ist es also von mir als Konsumenten unfair, von den Spieleentwicklern jetzt praktisch quartalsmässig die gleiche Entwicklung zu erwarten, die ich selbst vorher jahrelang verschlafen habe.
>ist Zeichen einer überhöhten Erwartung von
Vielspielern an den Spielemarkt und Verklärung früherer Zeiten.<
Genau das ist der Punkt, aber ist das nicht überall der Fall, wo Hobby und Weiterentwicklung / Herstellung des zur Ausführung benötigten Materials aufeinandertreffen? Ungeduld und Schwelgen in den "guten alten Zeiten" ist immer die Folge.
Zum Schluss möchte ich noch bemerken, dass es mir eigentlich ziemlich egal ist, ob bekannte Mechanismen wieder und wieder benutzt werden, wenn dabei nur ein Spiel raus kommt, welches mir - vielleicht durch eine andere aufgesetzte Thematik oder durch eine besonders reizvolle Gestaltung (z.B. Tikal - Java) - ein neues Spielgefühl / Atmosphäre beschert. Um ein Beispiel dafür zu bringen: Die bereits mehrfach von mir erwähnten Siedler (nicht hauen)und die Sternenfahrer. Natürlich ist das Spielprinzip das gleiche, dennoch verbreiten die Sternenfahrer aus meiner Sicht eine ganz andere Atmosphäre als die Ursiedler.
>Und ehrlich: bei dem Preis von Spielen haben sich die allermeisten nach 3 Partien schon mehr gelohnt als diverse CD's, Kinobesuche oder Kneipentouren.<
Schon richtig, aber mit der Kneipentour das muss ich mir noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Gruss
Ralf (vielleicht geht Spiel und Kneipe ja auch zusammen)
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 11:30
von Michael Andersch
Um beispielhaft auf die Vielzahl der von Dir genannten Versteigerungsmechanismen zurückzukommen (ist aber analog auf Stichspiele oder was weiß ich sonst noch übertragbar):
Natürlich muß das nicht sein. Es spricht aber auch nichts dagegen, daß es so ist. Wer's mag wird's spielen und vielleicht auch kaufen, wer nicht, der läßt es eben.
Und zum Thema voller Spieleschrank: Das Problem kommt mir bekannt vor. Ich habe es aber derart gelöst, daß ich mich aufgrund des zur Verfügung stehenden Platzes auf ca. 200 Spiele beschränke, und wenn was neues kommt muß dafür eben Platz geschaffen werden durch Verkauf älterer Sachen. Und da findet sich meist etwas, was ich schon lange nicht mehr gespielt habe und bei ehrlicher Einschätzung vermutlich auch nicht mehr spielen werde, da z.B. die Evolution bereits ein Spiel hervorgebracht hat, welches den entsprechenden Spielmechanismus irgendwie verbessert hat.
Mit diesem Verfahren sind in den letzten Jahren so ca. 500 Spiele durch meine Schränke rotiert, was zu einer ständigen Optimierung des Schrankinhalts geführt hat.
Gruß,
Micha (ständig am Rotieren)
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 12:50
von Startspieler
Wieso keine neuen Spielideen ?
Man muss nur sein Ansprüche klein halten wie ein HOLZWURM und 6 NIMMT weiter Spiele, damit man nicht zum HORNOCHSEN wird. So BOGGELt man sich weiter
durch einen WÖRTERSEE oder findet die PATIENCEn in LOST CITIES. Da kann ich nur sagen, behaltet alle das CARAT und TAKE IT EASY. Also ein kräftiges VIGO auf
alle FOSSILe, die so im Spielschrank stehen. Vielleicht wird so mancher CARCASONNE noch zum richtigen ENTDECKER und dann wäre es doch schade, es nicht gekauft zu haben.
re: "Neue" Spielideen - Grundstzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 12:59
von Volker L.
> Beispiel: Versteigerungsspiele. Da gibt es (glaub
> ich) für so ziemlich jeden der folgenden Fälle ein
> eigenes Spiele (...)
> Muss das sein?
Ich denke, da muss man etwas differenzieren. Wenn es
ein reines Versteigerungsspiel ist, bei dem am Ende
der Gesamtwert aller ersteigerten Dinge ueber den Sieg
entscheidet, dann sicher nicht.
Aber es gibt ja auch viele Spiele, bei denen die
ersteigerten Dinge zu irgendwelchen Zwecken benutzt
werden, und der Bietmechanismus ist nur eine von
mehreren Moeglichkeiten, diese Dinge zu verteilen
(z.B. das hervorragende Fuersten von Florenz). Ob dies
dann ein Aufguss oder etwas neues ist, haengt davon
ab, welchem Zweck die versteigerten Dinge dienen, nicht
die Tatsache, DASS versteigert wird.
Gruss, Volker
[OT] Startspieler
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:27
von PLONK!
Es gibt Leute, die schreiben wirklich nur Blödsinn. Und dann soll das auch noch Werbung für deren Webseite sein - kann das wahr sein?
PLONK! - ich les dich nicht mehr
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:34
von Wolfgang Ditt
Hallo Jerry,
du sprichst "Ohne Furcht und Adel" an. Gerade dieses Spiel hat einen Mechanismus 1:1 von einem anderen Spiel übernommen (und sagt dies fairerweise auch).
Trotzdem möchte ich dieses SPiel nicht missen, weil es eben sehr gut ist. Mich stört die Wiederverwendung von Mechanismen nicht, solange das Ergebnis dabei sehr gut ist.
Wolfgang
re: [OT] Startspieler sorry
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:47
von startspieler
warum denn gleich so aufregen ?
sollte doch nur ein spass sein, oder finden sie nicht, das die aufgeführten spiele jeweils ähnlichkeiten haben ? darum gings - schade, dass es nicht ihren geschmack getroffen hat.
re: [OT] Startspieler
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:50
von Gerald Rüscher
Irgendjemand schreibt:
> Es gibt Leute, die schreiben wirklich nur Blödsinn.
> Und dann soll das auch noch Werbung für deren
> Webseite sein - kann das wahr sein?
> PLONK! - ich les dich nicht mehr.
Zutreffendes bitte ankreuzen:
[ ] Du hast einen Realnamen
[ ] Du hast Humor
[ ] Du hast einen Beitrag zur Diskussion geliefert
[x] Geh weg!
Mfg,
Jerry
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 16:43
von Carsten Wesel
Es ist ja nicht nur so, daß wir in Bezug auf die Spielideen immer anspruchsvoller werden. Vielmehr werden wir allgemein immer anspruchsvoller.
Damit ein neues Spiel gefällt, ...
... muß es ein frisches Thema haben
... muß es etwas völlig Neues vom Ablauf her beinhalten
... muß es ein bekannter Autor sein
... muß die Ausstattung 1a sein (nein, kein Plastik)
... muß es erschwinglich sein
... muß es ... (tbc)
Das ist ja fast wie mit dem Überraschungsei - auch hier gehen nur 3 Dinge auf einmal - und das ist schon viel. Wir jedoch wollen noch viel mehr. Wir werden immer anspruchsvoller und achten nicht so bewußt darauf, denn der Anspruch entwickelt sich erst mit der Zeit und wird somit von Spiel zu Spiel immer mehr zu einer und eigenen festen - und unumstösslichen - Meinung.
Jeder hat nun die Aufgabe, mit seinen eigenen hohen Ansprüchen etwas zurück zu schrauben, um auch die kleinen Neuerungen auf dem Spielesektor wieder schätzen zu lernen und nicht mit verschlossenen Augen durch eine Welt der Reizüberflutung zu gehen und den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.
Gruß Carsten (macht die Augen auf...)
[OT]Auch am Rotieren!
Verfasst: 11. Januar 2001, 18:08
von Helmut
Hallo, habe heute den ganzen Tag nur rotiert in meinem Spielezimmer, um für die Neuheiten 2001 Platz zu bekommen!
Gruß
Helmut (der sich mit manchen Abgabe-Entscheidungen schwer tut!)
re: [OT] Startspieler sorry
Verfasst: 11. Januar 2001, 18:11
von Helmut
Ich kann die anonymen Beiträge nicht mehr ausstehen!
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 18:49
von Markus Barnick
Dieses Thema beschäftigt mich immer bei Kartenspielen.
Fast jedes Kartenspiel ist ein Stichspiel (Vater: Schafkopf oder Skat) oder ein Lege / Sammelspiel (Vater: Romme, Canasta.)
Bei den Stichspielen findet oft (nur?) eine mehr oder weniger originelle Abweichung vom Standard statt (Sticheln, was sticht?)
Etwas abwechslungsreicher waren da z.B:
Manitou
...und tschüß
Bohnanza
6 nimmt
Anno Domini
Verräter / Meuterer
re: "Neue" Spielideen - mein Spielerwerdegang.
Verfasst: 11. Januar 2001, 18:59
von Markus Barnick
Ich bin erst seit 1989 Spieler.
Grund: Als Schüler konnte man sich nicht so viel teuere Sachen leisten und es gab ja auch eigentlich nichts. Das Thema Spielen beschränkte sich in meinem Freundeskreis im Prinzip nur auf Risiko und MÄDN.
Ich hab oft geguckt, was da an Spielen existierte, doch es war immer nur
a) Monopoly / Risiko -Varianten
b) MÄDN
c) einmal würfeln - einmal aussetzen.
Das war die ganze Kunst.
1989 habe ich dann Cafe International entdeckt, was der abwechslung halber mal was "neues" war. Auch Adel verpflichtet im Jahr drauf hat mir dann sehr gut gefallen. Das war für mich ein wirklich neuer Mechanismus und für den Spielemarkt damals revolutionär.
Bei den Siedlern hab ich zuerst gedacht, das sei wieder so eine Risiko-Version und habs mir erst gekauft, als ichs bei Freunden mal näher betrachten konnte.
Erst durch einen Bekannten, der mich auf die Spielbox und den AdamSpielt-Katalog aufmerksam machte, habe ich gemerkt: "Oh, es gibt ja noch ganz tolles anderes :-)))"
Seither sind aber auch meine Ansprüche gestiegen und es sollte schon ein Elgrande oder Vinci oder DieMacher oder E&T oder sowas sein.
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 19:03
von Markus Barnick
> Ralf (vielleicht geht Spiel und Kneipe ja auch zusammen)
bei uns in Bayreuth ist der Go-Club in einer Kneipe. Die haben da ihre Stammsitze und sogar Schaufenster und das Material ist dort hinterlegt.
Besser jedenfalls als nur die ollen Skat-Karten.
Markus
(dems inder Kneipe zu verraucht und oft auch zu laut ist)
re: [OT] Startspieler
Verfasst: 11. Januar 2001, 19:06
von Markus N.
also ich fand den Beitrag bemerkenswert gut.
re: [OT] Startspieler sorry
Verfasst: 11. Januar 2001, 20:01
von Bernhard Naegele
Also ich fand deine Analogien treffend und
habe beim lesen tatsächlich geschmunzelt
(was ja schon mal auf ein gewisses Maß an
Amüsement schließen läßt)
Bernhard (grins)
re: [OT] Startspieler
Verfasst: 11. Januar 2001, 20:10
von Startspieler
danke, zum glück gibt es menschen die spass verstehen.
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 20:24
von Hartmut
Hallo Roman,
da hast Du Wahres gesprochen, also was soll die Aufregung.
[OT] will ich noch ergänzen, dass ich maßlos erstaunt bin, wie schnell sich dieser Thread heute gefüllt hat. Also ich hatte heute noch sowas wie Arbeit an der Backe. Und wer soll denn das alles lesen? Ich habe mich mit ein paar Stichproben begnügt.
Aber ich wollte hier nicht die Frage aufwerfen, ob wir den Andrang nun wieder auf 23 Foren verteilen sollten. An DIESEM Forum hier geht nichts vorbei :-)
Viel Spaß am Spiel an alle!
Hartmut
re: "Neue" Spielideen - Grundsätzliches
Verfasst: 11. Januar 2001, 23:27
von Heiko Kauffmann
Hallo Spielideenliebhaber!
Ein Spiel sollte nicht auf seine einzelnen Elemente oder Mechanismen reduziert werden. Wie in der Musik machen einzelne Töne oder Akkorde nicht die Musik. Es Ich will das auch keinem unterstellen, aber ich möchte das Thema aus meiner Sichtweise darstellen.
Es ist die richtige Kombination, die das Werk ausmacht.
Auch wenn es keine neuen Mechanismen/Elemente mehr zu erfinden gäbe, würde es noch viele neue Spiele geben. Eine Taktik oder Strategie basiert meist bei guten Spielen auf vielen Spielelementen.
Auch die viel zitierten Siedler haben zwar schon ältere Elemente gepaart mit neuen, aber die Qualität macht die ausgereifte Kombination und Abstimmung aufeinander. So ist es 1995 ein absolut neues und "rundes" Spiel geworden.
Was ein Spiel sonst noch verändern kann ist bekannt:
die Grafik, das Material, das Thema...
Ein Spiel ist eben in sich ein sehr komplexes Produkt. Sicher gibt es Spiele die sich ähneln aber kaum ein Spiel ist austauschbar. Es wäre Schade wenn in unserer schnellebigen Zeit die Feinheiten nicht mehr erkannt oder gewürfigt werden. Die armen Autoren würden es dann immer schwerer haben den anspruchsvollen Spieler zufriedenzustellen.
Ausserdem: Hervorragende Spiele, auch wenn sie schon ein paar Jahr alt sind ändern nicht ihre Qualität. Nur die Spieler können ihre Meinung ändern.
Ich für meinen Teil könnte schon sehr lange aus dem Spielefundus schöpfen, der auf dem Markt ist oder war. Trotzdem freue ich mich schon gespannt auf die Feinheiten der neuen Spiele.
Heiko (der sich an neuen Mechanismen erfreut)