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Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 11:50
von Ralf Bielenberg
Hat schon jemand - vielleicht in Essen - das Vergnügen gehabt, den neuen Alea-Titel "Wyatt Earp" als Prototyp zu spielen und kann etwas über den Spielablauf sagen?
Hat das Spiel irgendetwas mit dem 1985 bei Hexagames erschienenen Spiel gleichen Titels zu tuen?
Gruss
Ralf (wartet auf Antworten im O.K.-Corral)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 12:18
von Helmut
Hallo,
ja, da ich habe das Kartenspiel in Essen probegespielt. Es hat mit dem alten Wyatt Earp nicht zu tun. Unserer Runde hat es Spaß gemacht, so dass wir es gleich zweimal gespielt haben. Es ist ein gelungenes Kartenspiel, das allerdings nicht in Konkurrenz gesetzt werden sollte mit den Glanzlichtern TM und FvF!
Ich kann Dir aber z.Zt. den Spielablauf nicht mehr genau wiedergeben.
Tschüß
Helmut
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 12:32
von Brigitte Ditt
Halo Ralf,
in unserem Bericht von der Spiel '00 findest du eine längere Beschreibung des Spiels.
Brigitte
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 12:34
von Carsten Wesel
Wir haben es zu zweit gespielt (Karin & ich). Es ist eher ein seichtes Kartenspiel, das auf der alea-Anspruchs-Skala den Wert 2/10 hat.
Jetzt auf die Schnelle kann ich nicht mehr viel dazu sagen, aber hast du meinen Messebericht aus Essen 2ooo nicht gelesen, da war 'ne Kurzbeschreibung dabei. Hier nochmal der Link:
http://www.fairspielt.de/Berichte/essen2ooo.html
Gruß Carsten (hofft wieder auf große alea-Spiele)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 12:36
von Pete
Hallo Ralf,
auch ich habe dieses neue Alea- Spiel in Essen probegespielt. Um es vorwegzunehmen: es war für mich eine der Enttäuschungen von Essen. Ich habe mich auf ein neues Spiel für Vielspieler gefreut und was bekomme ich vorgesetzt - ein relativ einfachgestricktes Kartenspiel mit einem riesigen Glücksfaktor.
Zum Spielverlauf: jeder Spieler erhält eine Anzahl von Handkarten, mit denen er sich Anteile an der Beute dieser Gruppe von Banditen sichern kann. Dazu hält jeder noch eine Anzahl von Sonderkarten (heißen hier Sheriff-Karten) auf der Hand, von denen er nur eine pro Runde ausspielen kann. Auslegen darf men Banditen-Karten erst, wenn man ein Set (drei Karten dieser Farbe) auslegen kann. Hat ein Mitspieler diese Farbe bereits ausgespielt, darf man eine beliebige Anzahl von Karten auslegen. Jede Auslage erhöht den Wert der Beute dieser Banditengruppe. Die Runde ist beendet, wenn ein Spieler seine letzte Karte abgelegt hat (Pech für den Spieler, der zuviel Sheriff-Karten auf der Hand hatte, denn mehr als drei oder vier Runden haben wir nie gespielt). Die Beute der einzelnen Banditen-Farben wird unter den Beteiligten aufgeteilt (jeder der die Farbe gelegt hat bekommt etwas vom Kuchen). Hat ein Spieler zuviele Karten einer Farbe ausgelegt erhält er die Beute alleine, man muß also darauf achten, daß der Abstand zum Führenden der entsprechenden Farbe nicht zu groß wird, denn dann gibt es nix.
Bei uns kam es vor, daß eine Spieler nur einmal zum Zug kam und dann ein anderer die Runde beendete.
Ein solches Spiel hätte ich bei Amigo (Nichts gegen Amigo-Spiele - 6 nimmt, Bohnanza, Sticheln und Co. sind Spitze) erwartet, aber nicht bei ALEA. Wenn die Ravensburger-Gruppe ein solches Spiel auf den Markt bringt, dann bitte unter dem Namen Ravensburger und nicht im ALEA-Programm.
Gruß Pete - der ALEA sonst eigentlich ganz klasse findet.
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:40
von Ralf Bielenberg
Hi Carsten
stimmt - Asche auf mein Haupt - den hatte ich tatsächlich noch nicht gelesen. Jatzt, nachdem ich das nachgeholt habe, scheinen die hohen Erwartungen, die ich mit einem Alea-Spiel verknüpfe aber eher nicht erfüllt zu werden.
Danke für die Info
Ralf (sieht demnächst öfter mal bei Fairspielt rein)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:44
von Ralf Bielenberg
Hi Pete,
>und nicht im ALEA-Programm<
genau - weil ich sonst auch viel von dem Alea Programm halte, hatte ich auch bei Wyatt Earp auf was Besonderes gehofft.
Danke für Deine ausführliche Beschreibung.
Gruss
Ralf (Dann doch lieber weiter Meuterer)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:47
von Ralf Bielenberg
Hi Brigitte,
habs gefunden. Hatte es zuvor nicht gesehen, vielleicht weil ihr Alea unter Ravensburger eingeordnet habt.
Danke für den Tip / Link.
Gruss
Ralf (ohne jeden Klammertext)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 13:58
von Ralf Bielenberg
Hi Helmut,
hm - scheint ja recht unterschiedlich angekommen zu sein. Ihr fandet es anscheinend gut - andere fanden es "Alea-unwürdig". Ich werds mir auf jeden Fall mal ansehen und, wenn möglich, irgendwo ein Probespiel riskieren.
Gruss
Ralf (mittlerweile gespannt, wie es mir gefällt)
[OT] Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 14:20
von Carsten Wesel
> Ralf (ohne jeden Klammertext)
...und inkonsequent.
Gruß Carsten (mit)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 16:48
von Helmut
Nein, Pete, mit dem Anspruch von TM und FvF kannst du an Wyatt Earp nicht herangehen, das sagte ich schon. Nur meine ich, dass auch alea mal ein eher glücksbetontes, einfacheres Spiel auf den Markt bringen darf. Du musst es ja nicht kaufen!
Gruß
Helmut
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 17:07
von Carsten Wesel
> Nur meine ich, dass auch alea mal ein eher
> glücksbetontes, einfacheres Spiel auf den Markt
> bringen darf.
Darf es sicherlich. Und damit alle wissen, wer für dieses Spiel die richtige Zielgruppe ist, wird in der alea-Skala ja auch der Anspruchs-Wert von 2/10 angegeben.
> Du musst es ja nicht kaufen!
Auch das stimmt. Das Problem ist wahrscheinlich, daß auch alea irgendwovon leben muß. Ob das Überleben nur mit dem Vertrieb von Vielspieler-Spielen gesichert werden kann, weiß ich nicht, habe aber so meine Zweifel.
Sicher ist, daß ein Spiel, das eher die Massen anspricht und im Preis geringer ist, eine größere Zielgruppe hat, als ein High-End-Spiel mit dem doppelten Preis.
Gruß Carsten (auch andere Zielgruppe)
re: Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 18:04
von Helmut
Du hast vollkommen recht!
Helmut
re: [OT] Wyatt Earp von Alea
Verfasst: 11. Januar 2001, 20:29
von Ralf Bielenberg
>Gruß Carsten (mit)< Und vor allem konsequent frech.
Gruss
Ralf (konsequent beleidigt)
Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 09:26
von Roman Pelek
Hi Carsten,
>> Nur meine ich, dass auch alea mal ein eher
>> glücksbetontes, einfacheres Spiel auf den Markt
>> bringen darf.
>Darf es sicherlich. Und damit alle wissen, wer für >dieses Spiel die richtige Zielgruppe ist,
>wird in der alea-Skala ja auch der Anspruchs-Wert von >2/10 angegeben.
Ich frage mich nur, was die Ravensburger Produktpolitik so soll. Warum gründet man eine Spielereihe für anspruchsvolle Spiele für Vielspieler, wenn man sich dann nicht daran hält? Was hätte dagegen gesprochen, Wyatt Earp unter den gegebenen Umständen bei Ravensburger rauszubringen? Und San Marco vielleicht im Tausch bei alea? Und warum erscheint Java auch bei Ravensburger? Wg. Tikal? Wg. der benötigten großen Schachtel? Warum läßt man FX sterben, um zwei Sekunden später Big Shot als typisches FX-Spiel in der entsprechenden Schachtel rauszubringen? Und warum handelt man sich mit so einer Produktpolitik beim SdJ Torres solche Lieferprobleme ein? Was hatte Torres überhaupt bei FX zu suchen?
Im Endeffekt isses mir ja fast egal, in welcher Schachtel und unter welchem Namen ich ein Spiel kaufe, da ich mich eh immer gut informiere. Nur als Laie kann man sich auf die mit viel Trara eingeführte Ravensburger Produktpolitik nicht verlassen - die führt sich selbst ad absurdum. Ich versteh' nicht, warum Ravensburger sich selbst solche Steine in den Weg legt.
>> Du musst es ja nicht kaufen!
>Auch das stimmt. Das Problem ist wahrscheinlich, daß >auch alea irgendwovon leben muß.
>Ob das Überleben nur mit dem Vertrieb von >Vielspieler-Spielen gesichert werden kann, weiß
>ich nicht, habe aber so meine Zweifel.
Wenn man als Großverlag spezielle Produktlinien einführt, dann sollte man sie auch tragen können und wollen, sonst kann man sie gleich weglassen...
>Gruß Carsten (auch andere Zielgruppe)<
Ciao,
Roman (unsicher, ob er ins Ravensburger Zielgruppenraster fällt)
re: Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 09:41
von Michael Andersch
<Zitat Roman>
Nur als Laie kann man sich auf die mit viel Trara eingeführte Ravensburger Produktpolitik nicht verlassen - die führt sich selbst ad absurdum<Ende Zitat>
Glaubst Du echt daß den Laien die Ravensburger/Alea Produkt- und Labelpolitik interessiert oder daß er sie überhaupt kennt?
Der Laie spielt entweder irgendwo ein Spiel, findet es gut und kauft es dann unabhängig vom Verlag, oder er geht in einen Laden, läßt sich dort gut, schlecht oder gar nicht beraten und greift dann zu einem Spiel, das in vom Prinzip, vom Schachteltext oder vom Thema her anmacht.
Vielleicht greift er etwas eher zu einem Spiel, wenn Kosmos draufsteht oder ein blaues Dreieck drauf ist, aber ob Big Shot hier oder da erscheint ist ihm mit Sicherheit völlig piepegal.
Gruß,
Micha
re: Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 10:03
von Roman Pelek
Hi Micha,
>Glaubst Du echt daß den Laien die Ravensburger/Alea Produkt- und Labelpolitik interessiert
oder daß er sie überhaupt kennt?<
Insofern ja, als dass auch Ravensburger z.B. jedem FX-Spiel ein schönes FX-Prospekt beigelegt hat, indem sie diese Produktlinie als, in meiner Interpretation ausgedrückt, "kurzweilige Party- & Zockerspiele für Erwachsene" anpreisen.
>Der Laie spielt entweder irgendwo ein Spiel, findet es gut und kauft es dann unabhängig
vom Verlag,<
Es kommt auf auch die Aufmachung der Produkte an - während sich alea immer recht edel und anspruchsvoll präsentiert, ging FX den Weg der etwas schrilleren Aufmachung. Ravensburger selbst dagegen präsentierte sich je nach Spielart "klassisch" oder in Kinderaufmachung.
>oder er geht in einen Laden, läßt sich dort gut, schlecht oder gar nicht beraten
und greift dann zu einem Spiel, das in vom Prinzip, vom Schachteltext oder vom Thema her
anmacht.<
Da haben wir wieder die Produktpolitik: Schachtelaufmachung, Spielthemen und -text repräsentierten bei Ravensburger stark die unterschiedlichen Linien. Nur war Torres z.B. bei FX der grafischen Aufmachung und textlichen Beschreibung neben der Kappe - und Big Shot wäre da genau richtig aufgehoben gewesen. Und wenn Wyatt Earp in edler Aufmachung daher kommt, greift vielleicht mancher dazu, weil er ein anspruchsvolleres Spiel erwartet - mal gesetzt, die Einschätzungen von Wyatt Earp hier sind korrekt - ich selbst hatte es noch nicht in den Fingern.
>Vielleicht greift er etwas eher zu einem Spiel, wenn Kosmos draufsteht oder ein blaues
Dreieck drauf ist, aber ob Big Shot hier oder da erscheint ist ihm mit Sicherheit völlig
piepegal.<
Wenn man ein bestimmtes Spiel will: klar, das sagte ich ja auch. Aber wenn man sich als Laie an Produktnamen oder -linien orientiert, kann man an Ravensburger verzweifeln. Was ist denn z.B. wenn sich jemand von FX "Nobody's perfect", "Kuhhandel" oder "Bluff" gekauft hat und begeistert war - dann hat er diese Marke als für sich geeignet gespeichert. Dann ging er vielleicht mal wieder in den Laden oder Supermarkt mit Nullberatung, sah Torres ("oh, lustiges Partyspiel mit Türmchenbau") und machte dann den Fehlkauf seines/ihres Lebens ;-)
Ciao,
Roman
re: Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 21:06
von Harald Schrapers
Übrigens ist jetzt Torres tatsächlich als "Ravensburger"-Spiel herausgekommen.
Siehe auch brett-spiel.de.
Gruß
Harald
re: Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 21:27
von Roman Pelek
Hi Harald,
>Übrigens ist jetzt Torres tatsächlich als "Ravensburger"-Spiel
herausgekommen.<
Ich weiss - nach der Auflösung der Marke FX mussten sie ja irgendwas tun.
Ciao,
Roman
re: Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 23:09
von Bernhard Naegele
und haben es von wegen Evolutionslinie und so sicherlich in die Tikal/Java-Riesenschachtel gepackt?
Ich bin bloß neugierig wie sie für das Thema Torres die
wild-exotische Grafik hinbekommen?
Bernhard (neugierig? - gäähn!)
re: Ravensburger Produktpolitik
Verfasst: 12. Januar 2001, 23:19
von Bernhard Naegele
Hallo Michael,
ich glaube, daß eine langfristig und stringent, angelegte Produktpolitik sich irgendwann doch in den Köpfen, wenn nicht aller Käufer, so jedoch vielleicht bei allen "Gelegentlichkäufern" festsetzt. Schließlich hat es doch mit "Das blaue Dreieck kann ich blind kaufen" auch funktioniert. Dafür mußten sie allerdings auch über eine längere Zeit solide Spiele machen. Ob diese Konstanz über viele Jahre in der heutigen Wirtschaft noch möglich ist wage ich zu bezweifeln, dazu wird der kurzfristige Erfolg (Shareholder value) viel zu hoch gehängt. Für diese These ist wiederum Ravensburger der beste Beweis, denn sie sind nicht mehr in der Lage einen eigentlich guten Ansatz langfristig zu verfolgen und reifen zu lassen. Sondern nehmen, obwohl es besser passen würde, ein Spiel wie Torres zu Ravensburger um ein paar Stück mehr zu Verkaufen, als es zu Alea zu geben um eben die langfristige Produktpolitik sinnvoll weiterzuführen (von der Platzierung von Tikal mal ganz abgesehen).
See you
Bernhard (BJ)