Seite 1 von 1

Attila Frage

Verfasst: 19. Januar 2001, 13:38
von Mathias Staber
Wenn ich nach dem Spielen eines Spielsteins auf den entsprechenden Einfluss verzichte, darf ich einen zweiten Spielstein der gleichen Farbe auf den Spielplan bringen. Angenommen, der erste dieser Spielsteine ist der fünfte in einer Provinz: Wird vor oder nach dem Setzen des zweiten Spielsteins befriedet?
Ich verstehe es momentan so: Zunächst werden beide Spielsteine gesetzt, bevor befriedet (und evtl. gewertet) wird. Nach dieser Regelinterpretation verhielte es sich mit dem Einflussverzicht also anders als mit dem Aktionsplättchen "Doppelzug": Hier werden ja die Folgen (Auseinandersetzung, Befriedung, Wertung) des ersten Zuges zunächst abgearbeitet, bevor der zweite Zug durchgeführt wird.
Also: Angenommen ich spiele "Doppelzug" und verzichte beide Male auf Einfluss: Dann darf ich insgesamt vier Spielsteine setzen. Eventuelle Auseinandersetzungen, Befriedungen, Wertungen gäbe es dann nach jeweils zwei gesetzten Spielsteinen, also nach der Durchführung eines der beiden Züge, die mir "Doppelzug" erlaubt.
Habe ich die Regeln so richtig verstanden?
Matthias

re: Attila Frage

Verfasst: 19. Januar 2001, 13:49
von Carsten Wesel
Ich verstehe das Befrieden (was für ein Wort) so, daß es immer dann gemacht wird, wenn in einer Region 5 Spielsteine vertreten sind - egal, wodurch sie da nun reingekommen sind.
Leider habe ich die Regel gerade nicht zur Hand, da ich dummerweise in der Firma sitze, aber ich denke, daß es so richtig ist.
Gruß Carsten (...und diese Farben)

re: Attila Frage

Verfasst: 19. Januar 2001, 14:11
von Gerhard Passler
Hallo Matthias!
Wir standen auch einmal genau vor dieser von Dir geschilderten Situation und haben dann genau so wie Du verfahren.
Soweit ich mich erinnern kann, die Regel habe ich im Moment nicht vorliegen, steht darüber aber nichts in den Spielregeln.
Gruß Gerhard

re: Attila Frage

Verfasst: 19. Januar 2001, 14:11
von Irmgard
Ich habe diese Frage schon mal von Verlagsseite klären lassen.
Meine Frage war so formuliert: Wenn ich auf Einfluß verzichte und zwei Steine setze, so besteht die Möglichkeit, zwei Auseinandersetzungen auszulösen, von denen (interessant vor allem bei der ersten) auch noch eine Wertung ausgelöst werden kann. In welcher Reihenfolge läuft dann alles ab???? Z.B. kann es ja für das Herauslegen der Karten entscheidend sein, den Ort der 2. Auseinandersetzung zu kennen (unabhängig von Wertungen).
Antwort von Dirk Geilenkeuser (HIG):
Der Ablauf ist folgender: Ein Spieler legt eine Karte und spielt eine Spielstein, der eine Befriedung auslöst. Diese wird ausgetragen und danach die eventuelle Wertung durchgeführt. Erst dann setzt er den zweiten Stein und löst die zweite Befriedung aus. Der Spieler muss allerdings beim Spielen der Karte schon bekannt geben, dass er auf seinen Einfluss verzichtet und noch einen zweiten Stein setzen wird. (Dies sollte den Mitspielern ja klar sein, da es keinen Sinn hat, eine Befriedung auszulösen und auf seinen Einfluss zu verzichten). Wohin er diesen setzt, muss er aber erst nach der ersten Befriedung mitteilen.
Tschoe,
Irmgard

re: Attila Frage

Verfasst: 19. Januar 2001, 14:17
von Gerhard Passler
Hallo Irmgard!
Damit ist jetzt eigentlich alles klar und in Zukunft werden wir die Regel so anwenden. Danke für die umgehende Information.
Gruß Gerhard

re: Attila

Verfasst: 20. Januar 2001, 09:36
von Matthias Staber
>Ich habe diese Frage schon mal von Verlagsseite klären lassen.
Meine Frage war so formuliert: Wenn ich auf Einfluß verzichte und zwei Steine setze, so besteht die Möglichkeit, zwei Auseinandersetzungen auszulösen, von denen (interessant vor allem bei der ersten) auch noch eine Wertung ausgelöst werden kann. In welcher Reihenfolge läuft dann alles ab???? Z.B. kann es ja für das Herauslegen der Karten entscheidend sein, den Ort der 2. Auseinandersetzung zu kennen (unabhängig von Wertungen).
Antwort von Dirk Geilenkeuser (HIG):
Der Ablauf ist folgender: Ein Spieler legt eine Karte und spielt eine Spielstein, der eine Befriedung auslöst. Diese wird ausgetragen und danach die eventuelle Wertung durchgeführt. Erst dann setzt er den zweiten Stein und löst die zweite Befriedung aus. Der Spieler muss allerdings beim Spielen der Karte schon bekannt geben, dass er auf seinen Einfluss verzichtet und noch einen zweiten Stein setzen wird. (Dies sollte den Mitspielern ja klar sein, da es keinen Sinn hat, eine Befriedung auszulösen und auf seinen Einfluss zu verzichten). Wohin er diesen setzt, muss er aber erst nach der ersten Befriedung mitteilen.
Tschoe,<
Vielen Dank für die erhellende Antwort.
Gestern habe ich Attila zum ersten Mal gespielt, Maximalbesetzung, und es hat mir ausgezeichnet gefallen. Das Material ist hübsch, das Thema der Völkerwanderung kommt atmosphärisch gelungen rüber (Mir macht's einfach höllisch Spaß, die Ausbreitung von Spielsteinen auf einer Landkarte zu beobachten).
Nachdem ich bei der Regelerklärung mehrmals darauf hingewiesen hatte, dass Spielerfarben und Völkerfarben nichts miteinander zu tun haben, hatten wir mit den vielgescholtenen Farben überhaupt kein Problem. Ein Spieler hat den Zählplan verwaltet und bekam während der Züge Zurufe der Art "Gelb drei Einfluss auf Grün vor": Kein Problem. Irritiert hat mich lediglich, dass ich den auf den Spielplan aufgedruckten Völkern mit Namen nicht ohne weiters den Farben zuordnen konnte; dies gelang mir nur auf dem Zählplan. Beispiel: Blick aufs Spielbrett: Gewertet werden die Goten. Die Goten sind die dritten von links. Blick auf den Zählplan: Die Goten sind gelb. Blick aufs Spielbrett: Nachzählen. Blick auf den Zählplan: Wer hat den meisten Einfluss? Natürlich kann man auf die Völkernamen auch verzichten. Subtrahiert aber Atmosphäre. Es macht einfach Spaß, nach einem Konflikt zu jubilieren: "Hurra, die Hunnen sind geschlagen!" Aber vielleicht hat man nach ein paar Spielchen ja Völkernamen und -Farben auswendig intus.
Man sollte darauf achten, mit seinem Ärmel keine Steine zu versehentlich zu verschieben: Es lässt sich nicht mehr korrigieren, der Patzer.
Insgesamt: Tolles Spiel, das zackig zu spielen geht (zu fünft: ca. eine Stunde), noch zackiger zum Erklären, dennoch nicht allzu abstrakt ist und, so glaube ich, mehr an Tiefe zu bieten hat, als der erste Blick offenbart, eine interessante Mischung aus Kartenglück und Planung. Interessant ist die Rezeption von "Attila": Nach anfänglich sehr verhaltenen Reaktionen (auch hier im Forum; hab's mir deswegen zunächst nicht gekauft) tauchen jetzt nach und nach faustdicke Lobeshymnen im Netz auf (vor allem auf r.g.b; hab's mir deswegen jetzt doch gekauft). "Attila" scheint also ein Spiel zu sein, dass mit mehrmaligem Spielen wächst. Ich freue mich auf meine nächste Partie
Matthias