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Ulysses - eine wahre Odyssee...

Verfasst: 7. April 2001, 12:28
von Roman Pelek
Hi,
mich würde mal interessieren, wer von Euch auch schon "Ulysses" gespielt hat, und wie bei Euch das Spiel ablief. Wir hatten zwei Partien, die sehr unterschiedlich waren:
Die erste war kurz und spassig, dauerte 30Min. Nicht mehr, nicht weniger.
Die zweite war weniger kurz (ca. 2h) und warf, gelinde gesagt, ein paar Zweifel an der Sinnigkeit des Spielmechanismus auf. Durch unterschiedliche Ziele und arges Pech sind wir immer wieder an den letzten Zielen der Mitspieler vorbeigeschrammt, und die Blockadesteine taten Ihr übriges. Auf die Idee, Zielkarten zu tauschen, kamen wir allerdings erst recht spät, vielleicht war auch das einer unserer Fehler.
Die Zeit dazwischen nutzten wir, um unsere Handkarten durch Erwerb von Tempeln, hm, nuja, "aufzustocken", so dass quasi jeder einen Kartensatz von 20-30(!!)Karten hatte (wer kann sowas noch in der Hand halten?). Was die Sache verschlimmert hat: Da so viele Windkarten im Spiel sind, bleiben die Spieler meist nicht nur eine Runde am Zug, sondern 2-3, je nach Widerspruch der Mitspieler. Da man, wenn man selbst nicht am Zug ist, keine Karten ausser dem "Einspruch" loswerden oder tauschen kann, wird man von Handkarten quasi überflutet, da man lange nichts loswird... Das endete bei uns in amüsanten Verhaltensweise von Spielern; die einen begannen, ihre Handkarten sortiert nach Stapeln abzulegen (womit das geheime "wer hat wie viele von was" natürlich ad absurdum geführt wird), andere lagerten einen Teil der Handkarten in abstrusen Ecken und Winkeln des Wohnzimmers aus und wussten bald gar nicht mehr, dass sie sie noch haben. Insgesamt war jede Menge Spass in der Partie, wobei die Heiterkeit eher vom kreativen Umgang mit Tempeln (in die Luft werfen, aufeinanderstapeln) und Handkarten, s.o., denn vom Spiel selbst herrührte.
Kurz gefasst: ich habe das Gefühl, da ist ein unfertiges Spiel in die Regale geworfen worden, dass der Nachbesserung im Regelwerk bedarf, um die Gefahr eines Ausuferns zu vermeiden. Meine Ansätze wären:
Spieler dürfen jederzeit Handkarten 2:1 tauschen, die Zahl der Windkarten wird reduziert und evtl. umgemalt in Plage oder Pandora-Karten. Vielleicht auch: Ein Spieler kann nur zwei Züge hintereinander ausführen, also einmal eine Windkarte spielen und muss dann den Zug abgeben.
Was denkt Ihr so darüber?
Ciao,
Roman (der heuer sein "Händler von Genua" in Händen hält und nun dafür Spielpartner sucht :)