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Gnadenlos

Verfasst: 14. April 2001, 17:38
von Achim
Habe heute morgen mit meiner Frau und meinem spielerfahrenen Sohn(8)das Spiel "Gnadenlos" gespielt.
Wir fanden übereinstimmend, dass das Spiel hervorragend das Flair des wilden Westens herüberbringt. Es ist zwar glücksabhängig, nur hatte ich das Gefühl, könnte ich mir nur alles merken (gesteigerte und abgelegte Abenteurer der Mitspieler und abgelegte Schuldscheine) hätte ich auch mehr taktische Vorteile. Nur hat mir scheinbar mein ausschweifendes Leben Löcher in die Ganglien gefressen, so dass sich häufig der vermutete Schuldschein als ein ganz und gar anderer nach dem Aufdecken desselben erwies.
Wer jedoch einmal einen Fehler macht in diesem Spiel der begreift warum das Spiel "Gnadenlos" heist. Im ersten Spiel ersteigerte mein Sohn zweimal hintereinander keine Westernhelden. (Er hatte keine niedrigen Schuldscheine mehr und wollte, da der Zahltag anstand keine hohen Schuldscheine mehr legen).
Später rächte sich das Spiel derartig an ihm, dass er keine Abenteurer auswählen konnte. Er verlor sehr traurig das erste Spiel. Kein Kind von langer Traurigkeit gingen wir in die zweite Runde. Hier hatte ich die Gelegenheit fast jedes Revolverduell zu gewinnen. Logisch, dass beim Zahltag der Hausherr kaum vertreten war. Dieses Spiel verlor meine Frau gnadenlos, mein Sohn lag jedoch weit vor mir.
Da ich nun das Gefühl hatte, dieses Spiel zu beherrschen gingen wir in die dritte Runde.
Ich wusste nun ganz genau wie dieses Spiel zu gewinnen ist. Nach einigen wenigen Runden sah ich meine Chance.
Ich war Startspieler und kaufte mir für 5 Nuggets Ansehen. Nun schon meinen Mitspielern weit enteilt ging es zum Zahltag. Dieser §$&?-Würfel hatte kein Einsehen mit meiner Taktik. Der erste Geier warf mich sofort so weit zurück (das Ansehen war weg, die Nuggets fort, und meine Abenteuerer scheinbar aus dem Pflegeheim entwichen), dass meine gnadenlose Taktik mich gnadenlos verlieren lies. Ich konnte nur noch zusehen, wie meine Frau ganz treusorgende Mutter meinen Sohn auf das harte Leben vorbereitete und das Spiel gewann.
Für uns seit längerem mal wieder ein Familienspiel das richtig Spaß macht, und wir nicht das Gefühl haben mussten, das Spiel und das Thema wären von verschiedenen Verlagen.
Hier sei auch noch erwähnt, dass ich die Spielregeln von Kosmos (ebenso wie HiG und Goldsieber) für sehr gut halte. Ravensburger huldigt ja neuerdings den Eurogedanken - mehrere Sprachen (ausser Englisch-siehe Java) dafür die Regel farblos.
Bleihaltige gnadenlose Grüße
Achim

Spielregeln - Qualität

Verfasst: 14. April 2001, 19:50
von Roman Pelek
Hi Achim,
>Hier sei auch noch erwähnt, dass ich die Spielregeln von Kosmos (ebenso wie HiG und Goldsieber) für sehr gut halte. Ravensburger huldigt ja neuerdings den Eurogedanken - mehrere Sprachen (ausser Englisch-siehe Java) dafür die Regel farblos.<
Ja, Kosmos macht seine Sache an sich ordentlich, aber manchmal fehlen ein paar Details (Entdecker - Startaufbau, bei Bali könnte z.B. manches nochmal thematisch zusammengefasst erklärt werden - z.B. "der Spielzug eines Spielers endet also immer dann, wenn a)b)c)... eintreten").
Apropos Ravensburger: Ansonsten halte ich die Alea-Regeln für mit die besten zur Zeit, gerade bei den komplexen "Händlern von Genua" ist eigentlich alles sauber erklärt und gut aufgebaut. Wyatt Earp ist eigentlich auch gut gemacht, und die älteren Tadsch Mahal und Fürsten waren ja auch prima.
Goldsieber bin ich nicht immer so glücklich mit, bei Africa gibt's z.B. eine weniger schöne Begriffsvernudelei (leere/frei Felder), die Seltenspieler in den Wahnsinn treiben kann...
Ciao,
Roman

re: Spielregeln - Qualität

Verfasst: 15. April 2001, 09:53
von Achim
Hallo Roman,
ich stimme Deinen Ausführungen in allen Punkten zu.
Alea hatte ich bei meiner Bewertung nicht aufgeführt, da ich deren Neuheiten noch nicht habe. Bei Kosmos und auch bei Goldsieber mag man noch das eine odere andere verbessern (siehe Deine Ausführungen - die leeren Felder bei Africa stellten auch mich beim ersten Spiel auf die Probe). Ich wollte nur hervorheben, dass der Einsatz von Farbe, Bildern und Beispielen das Regelstudium um einiges verkürzt. Ebenso machen die Spielregeln erwähnter Verlage die Spiele nicht unspielbar (das ist doch schon mal was).
geregelte Spielergrüsse
Achim
P.S.: Habe jetzt keine Zeit mehr, muss EDEN spielen.