Regeln -oder wie helfe ich mir selbst
Verfasst: 17. April 2001, 01:25
Da in letzter Zeit immer wieder über Regeln - besonders über mangelhafte - diskutiert wurde, hier ein paar Anmerkungen:
- das Kind, der jungendliche Spieler:
taugt die Regel nichts oder ist gar falsch, so landet das Spiel nach ein- oder zweimaligem Gebrauch im Schrank, Mülleimer oder Flohmarkt, sofern das Spiel überhaupt jemals gespielt wurde. Spielmaterial wird zweckentfremdet weiterverwendet.
- der etwas ältere Gelegenheitsspieler:
kommt der etwas ältere Gelegenheitsspieler an eine miserable Regel, so landet das Spiel nach einigen Frustminuten ungespielt im Mülleimer. Er kauft so schnell kein weiteres Spiel und sieht seine Meinung bestätigt, dass Spiele eh Kinderkram sind, und eben nur von diesen verstanden werden können.
-der etwas ältere Vielspieler:
Liest jede Spielregel akribisch genau, zählt Spielmaterial bis auf den letzten Counter nach und bewertet das Spielmaterial nach Funktion, Aussehen, Anfühlen sowie unter extremen Lichtverhältnissen.
Verfolgt täglich Internet, liest die meisten Spielzeitschriften und erkennt, nachdem er alle erhaltenen Informationen auswertet auch sehr schnell, ob eine Regel gut ist oder schlecht.
Vor einigen Jahren gab es in der Spielbox noch die sehr ausführliche Rubrik "besser spielen". Da konnte jeder, der der Meinung war, dass ein Spiel mit einer Regelvariante besser funktioniert diese abdrucken lassen. Da wurde nicht nur gejammert und nach dem Spieleautor gerufen, da legte man einfach selbst Hand an.
Es ist sicherlich sehr ärgerlich, wenn in Regeln Fehler eingebaut sind oder Importspiele falsch übersetzt sind.
Ich persönlich sehe jede Regel nur als Vorschlag an. Bin ich der Meinung "taugt nix" probier ich meine eigenen Regeln aus (taugen meist auch nix). Jedenfalls renne ich nicht stoisch vorgegebenen Regeln hinterher, sondern versuche Sie, sofern mir das zweckmässig erscheint zu ändern.
Was mir jedoch schon eine Gänsehaut verursacht, ist, dass die Verlage auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden so wenig eingehen. Die ersten beiden Gruppen könnten viel leichter in die dritte Gruppe (die Vielspieler) integriert werden, wenn die Regeln besser und zugänglicher aufgebaut werden würden.
Ansätze wie "Prof. Easy" sind ja schon vorhanden.
Im Kinderhort meines Sohnes ist mit dieser "easy"-Regel das Spiel "DSVC" erklärt worden. Seitdem wird dieses Spiel begeistert von allen gespielt. So kann man sicherlich leichter Käufer dem "Medium" Brettspiel zuführen als mit der Regel von "Hexenball". (Da sind die Kinder wahrscheinlich schon dem Hort entwachsen erklären die Erzieherinnen die Regel immer noch.)
Latentes Käuferpotential ist mit Sicherheit vorhanden, und ich hoffe mit diesem Argument können die Verlage auch geködert werden, um bessere Spiele für uns Vielspieler herzustellen.
geregelte Grüße
Achim
- das Kind, der jungendliche Spieler:
taugt die Regel nichts oder ist gar falsch, so landet das Spiel nach ein- oder zweimaligem Gebrauch im Schrank, Mülleimer oder Flohmarkt, sofern das Spiel überhaupt jemals gespielt wurde. Spielmaterial wird zweckentfremdet weiterverwendet.
- der etwas ältere Gelegenheitsspieler:
kommt der etwas ältere Gelegenheitsspieler an eine miserable Regel, so landet das Spiel nach einigen Frustminuten ungespielt im Mülleimer. Er kauft so schnell kein weiteres Spiel und sieht seine Meinung bestätigt, dass Spiele eh Kinderkram sind, und eben nur von diesen verstanden werden können.
-der etwas ältere Vielspieler:
Liest jede Spielregel akribisch genau, zählt Spielmaterial bis auf den letzten Counter nach und bewertet das Spielmaterial nach Funktion, Aussehen, Anfühlen sowie unter extremen Lichtverhältnissen.
Verfolgt täglich Internet, liest die meisten Spielzeitschriften und erkennt, nachdem er alle erhaltenen Informationen auswertet auch sehr schnell, ob eine Regel gut ist oder schlecht.
Vor einigen Jahren gab es in der Spielbox noch die sehr ausführliche Rubrik "besser spielen". Da konnte jeder, der der Meinung war, dass ein Spiel mit einer Regelvariante besser funktioniert diese abdrucken lassen. Da wurde nicht nur gejammert und nach dem Spieleautor gerufen, da legte man einfach selbst Hand an.
Es ist sicherlich sehr ärgerlich, wenn in Regeln Fehler eingebaut sind oder Importspiele falsch übersetzt sind.
Ich persönlich sehe jede Regel nur als Vorschlag an. Bin ich der Meinung "taugt nix" probier ich meine eigenen Regeln aus (taugen meist auch nix). Jedenfalls renne ich nicht stoisch vorgegebenen Regeln hinterher, sondern versuche Sie, sofern mir das zweckmässig erscheint zu ändern.
Was mir jedoch schon eine Gänsehaut verursacht, ist, dass die Verlage auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden so wenig eingehen. Die ersten beiden Gruppen könnten viel leichter in die dritte Gruppe (die Vielspieler) integriert werden, wenn die Regeln besser und zugänglicher aufgebaut werden würden.
Ansätze wie "Prof. Easy" sind ja schon vorhanden.
Im Kinderhort meines Sohnes ist mit dieser "easy"-Regel das Spiel "DSVC" erklärt worden. Seitdem wird dieses Spiel begeistert von allen gespielt. So kann man sicherlich leichter Käufer dem "Medium" Brettspiel zuführen als mit der Regel von "Hexenball". (Da sind die Kinder wahrscheinlich schon dem Hort entwachsen erklären die Erzieherinnen die Regel immer noch.)
Latentes Käuferpotential ist mit Sicherheit vorhanden, und ich hoffe mit diesem Argument können die Verlage auch geködert werden, um bessere Spiele für uns Vielspieler herzustellen.
geregelte Grüße
Achim