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Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 23. April 2001, 09:43
von Andreas
Nach zwei Partien Afrika waren wir doch recht enttäuscht. Zu wenig Strategie oder Taktik, um ein Erwachsenen Spiel zu sein - zu komplizierte Wertungen, um ein Kinderspiel zu sein. Im Vergleich zu anderen Entdecker- Spielen (wie z.B. Teubers Entdecker) fällt Afrika deutlich ab.
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 23. April 2001, 11:55
von Michael Fuchs
Da kann man sehen, wie verschieden die Eindrücke sein können. Uns hat "Africa" sehr gut gefallen. Wir haben es mit 2 - 3 und 4 Personen gespielt und waren begeistert. Wir meinten die Erfahrung gemacht zu haben, dass es während des Spiels nicht vorrangig ist, möglichst schnell alle Plättchen aufzudecken, sondern möglichst viele Punktmöglichkeiten der offenliegenden Plättchen zu nutzen. Wer führt wird natürlich ein größeres Interesse daran haben, das Spiel mit Aufdecken von Plättchen zu beenden.
So gab es zum Teil recht schöne Spielzüge. Tierplättchen verlegen, frei gewordenes Feld mit Bau eines Basiscamps nutzen und dadurch viele Punkte machen usw....
Auch die Möglichkeit den Forscher einmal per "Teleport" auf ein beliebiges Feld zu versetzen, ist nicht zu unterschätzen. Man verliert zwar einen Spielzug ( was natürlich nicht zu unterschätzen ist )
aber wenn dadurch punkteträchtige Felder erreicht werden, kann es sich rentieren.
Sicher ist "Africa" kein Grüblerspiel, aber es machte uns Spass.
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 23. April 2001, 12:07
von Carsten Wesel
> Tierplättchen verlegen, frei gewordenes Feld mit Bau
> eines Basiscamps nutzen und dadurch viele Punkte
> machen usw...
Das klingt gut. Auf die Idee bin ich selbst in der Intensiv-Spiel-Woche in Oberhof noch nicht gekommen. Aber wahrscheinlich hatte ich da andere Neuheiten im Kopf.
Gruß Carsten (der schon wieder spielen könnte...)
re: Afrika - Für Kinder
Verfasst: 23. April 2001, 13:31
von Don Alonso
Hallo Andreas !
Bei uns wird gerne Africa gespielt. Meine beiden Töchter spielen sehr gerne mit (3+5). Die ältere Tochter von mir kann schon sehr gut spielen und man muß sehr wenig erklären. Bei der jüngeren helfen wir natürlich (Sie hat aber sehr viel Spaß beim aufdecken und sucht immer gerne die Tiere ). Ich finde es immer noch als gutes Familienspiel ! Die Spieldauer ist angenehm und man spielt meistens noch eine 2.Partie !
Gruß
Don Alonso (Ist kein Mitarbeiter der Firma Goldsieber)
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 23. April 2001, 22:03
von Dieter Sesa
Leider habe ich das Spiel noch nicht so oft gespielt, dass ich zu einer endgültigen Meinung gelangt bin. Da ich aber bekennender Knizia-Fan bin, will ich dem Spiel eine Chance geben.
Zwei Meinungen habe ich bisher gehört:
1. Das Spiel ist klasse, ist einfach und kurz, hat aber trotzdem einige schöne taktische Möglichkeiten.
2. Das Spiel besteht im Prinzip nur aus 2-mal Plättchen umdrehen, was dann gemacht wird ist klar, also ohne jeden Tiefgang und damit Spielspass.
Die Frage scheint mir also zu sein:
Sind ausser den Aktionen Plättchen umdrehen (Plättchen ev. sofort versetzen) und Basiscamp bauen noch andere Aktionen öfters sinnvoll?
Mir scheint dies nur in wenigen Ausnahmefällen so zu sein, denn die Chance mit neu umgedrehten Plättchen Punkte zu machen ist größer als durch irgendwelche Aktionen. Was meint Ihr dazu?
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 23. April 2001, 23:09
von Roman Pelek
Hi Dieter,
>Sind ausser den Aktionen Plättchen umdrehen (Plättchen ev. sofort versetzen) und Basiscamp bauen noch andere Aktionen öfters sinnvoll?<
Gegen Ende des Spiels entstehen durch weggenommene Gold/Edelsteine, das Umlegen von Tieren und gefundene Artefakte immer mehr Freiräume. Diese sind häufig gut dazu zu nutzen, vorher eingekeilte Nomaden gewinnbringend zu setzen.
Nicht selten ist es sinnvoll, aufgedeckte Plättchen dazu zu verwenden, sie zu verlegen, um anderen Camp-Bauplätze zu blockieren.
Je nach Spielverlauf können sich durch neu gewonnene Freiräume auch neue Konstellation von Tierherden ergeben, die Pluspunkte einbringen.
All diesen Optionen ist aber gemein, dass, wenn keiner anfängt, irgendwann mal Sachen zu verlegen, die Optionen, wirklich gewinnbringende Aktionen auf solche Arten zu machen, drastisch reduziert sind.
Ich habe auch Spiele erlebt, in denen das Spiel nicht viel mehr war als ein Plättchenaufdecken, aber die meisten boten bei entsprechender Aufmerksamkeit gegen Ende stark steigende taktische Möglichkeiten.
Ciao,
Roman
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 24. April 2001, 09:30
von Andreas
Das Problem ist einfach, daß das Spiel vorbei ist, wenns (etwas) spannender wird. Bei unseren Partien war es lediglich ein Plättchen aufdecken und die (immer eindeutige) gewinnbringenste Aktion ausführen. Da man Tiere sowieso immer anlegt, bleiben kaum einzelne Tiere liegen. Camps sind wichtig, jedoch hat keiner sie eingesetzt um Edelsteine aufzunehmen.
Mir gefällt ebenfalls nicht, daß das Spiel bereits beendet sein kann, wenn noch die hälfte der Plättchen verdeckt sind. Da ist dann nichts planbar.
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 24. April 2001, 11:28
von Roman Pelek
Hi Andreas,
>Das Problem ist einfach, daß das Spiel vorbei ist, wenns (etwas) spannender wird. Bei unseren Partien war es lediglich ein Plättchen aufdecken und die (immer eindeutige) gewinnbringenste Aktion ausführen.<
Bei uns kam das auch vor, aber anscheinend nicht so häufig wie bei Dir. Das ist natürlich auch vom Glück abhängig bzw. vom Forscherdrang der Leute. Wer hinten liegt, wird versuchen, möglichst wenig aufzudecken und mehr umzulegen - wer führt, wird versuchen, das letzte Monument zu finden.
Keine Ahnung, wie das bei Euch lief - bei uns lief das in der Mehrzahl so, dass ich es als positiv empfand.
>Da man Tiere sowieso immer anlegt, bleiben kaum einzelne Tiere liegen.<
Bei uns fehlt oft der Platz, um immer Tiere anzulegen - diese können dann später noch gelegt werden.
>Camps sind wichtig, jedoch hat keiner sie eingesetzt um Edelsteine aufzunehmen.<
Hm? Warum nicht? Man hat nicht immer nur punkteträchtige Camp-Plätze, dann ist es mehr als sinnvoll, Gold und Edelsteine zu sammeln.
>Mir gefällt ebenfalls nicht, daß das Spiel bereits beendet sein kann, wenn noch die hälfte der Plättchen verdeckt sind. Da ist dann nichts planbar.<
Natürlich ist Africa ein Entdeckerspiel - und Entdeckerspiele sind immer auch Glücksspiele. Das macht's ja so schön als "Familienspiel" und auch spannend. Man kann durch geschicktes Spielen bei "Africa" im Mittel mehr gewinnen als andere, aber oft werden die Pläne auch durch Widrigkeiten und Glück ein wenig durchkreuzt, so dass eben auch mal die Nicht-Hardcore-Strategen am Tisch gewinnen.
Dennoch finde ich den Frustfaktor bei Africa sehr gering, da man nie so stark gebeutelt wird, dass man keine Chance mehr auf den Sieg haben würde - meist sind die Punktezahlen bei uns recht eng beieinander.
Africa ist aber für mich ganz klar und eindeutig ein sehr schönes Familienspiel, nicht unbedingt ein Kinderspiel und schon gar kein Strategiespiel. Wer letzteres erwartet, wird klar enttäuscht sein.
Ciao,
Roman
re: Afrika - Störfaktor
Verfasst: 24. April 2001, 12:22
von Don Alonso
Das mit der kurzen Spieldauer stört uns nicht ! Es ist oft sogar spannend und man versucht noch viel Punkte zu machen, bevor man weitere Plättchen aufdeckt !
Was mich persönlich stört:
Zu zweit ist das Sammeln von Edelsteinen und Gold recht langweilig ! Ich schaue meistens nur, das ich 1 Gold und 1 Edelstein habe !
Don Alonso
re: Afrika - Weder Fisch noch Fleisch
Verfasst: 24. April 2001, 13:22
von Wolfgang Ditt
Hallo Andreas,
ich weiß nicht, wie ihr spielt. Gold und Edelsteine sind der sichere Sieg wenn alle Mitspieler sie ignorieren. Und bei 11 Monumenten werden deutlich mehr als die Hälfte der Plättchen aufgedeckt [für Mathematiker: in einem von 2048 Spielen (2 hoch 11) werden weniger als die Hälfte aufgedeckt, im Durchschnitt werden 88 Plättchen (96*11:12) aufdeckt]
Wolfgang (<= spielt gerne Africa; im Original)