Seite 1 von 1
NICHT-Regelfrage zu Medina & Co. - Spielplanplanung
Verfasst: 27. Mai 2001, 00:04
von Markus Barnick
Woher weiß ein Autor, wenn er ein Spiel macht,
wieviel von welchem Material er reintun muß, wie viele Karten man braucht, bzw. wie groß hoch tief und weit alles (z.B der Plan) sein soll darf kann?
Beispiel: Medina:
* Wie viele Bausteine muß ich in die Schachtel tun?
** Für jeden Mitspieler 4-6?
** Bis der Spielplan voll ist?
* Wie groß muss der Spielplan überhaupt sein?
Gibts da mathematische Formeln?
AnzahlderSpieler x 6 Bauteile + 10 = Spielplangröße?
Oder:
Wie viele Plättchen reichen für Lacitta, für Vinci? Wie viele 6ecke brauchen die Siedler, wie viele Caballeros El Grande?
...
Was für Überlegungen stehen da dahinter?
Mathematische Materialberechnung?
Verfasst: 27. Mai 2001, 01:16
von Roman Pelek
Hi Markus,
>Woher weiß ein Autor, wenn er ein Spiel macht,
wieviel von welchem Material er reintun muß, wie viele Karten man braucht, bzw. wie groß hoch tief und weit alles (z.B der Plan) sein soll darf kann?<
Das dürften meist Erfahrungswerte sein, die vorher durch mathematisch Abschätzungen eingegrenzt worden sind. Vieles läßt sich einfach nicht bis auf den letzten Spielverlauf durchrechnen. Das merkt man bei manchen Spielen auch, wo's in Extremfällen eng wird.
>Gibts da mathematische Formeln?
AnzahlderSpieler x 6 Bauteile + 10 = Spielplangröße?<
Hängt vom Spiel ab. Viele Spiele sind in ihren Möglichkeiten so komplex, dass das nicht - sinnvoll - berechenbar ist. Aber oftmals ist eine Abschätzung nach oben möglich. Jedoch wirft diese manchmal die Frage auf, wie sinnvoll Extremfälle wirklich in der Praxis zu realisieren sind. Man schaue sich nur manche Siegpunktleisten an, die vorne und hinten nicht ausreichen und deshalb schon quasi "mutwillig" mehrfach umrundet werden.
Meistens ist die Mathematik dahinter so komplex, dass es einfacher ist, Erfahrungswerte zugrunde zu legen und damit in 99% der Fälle auf der sicheren Seite zu liegen.
Manchmal ist es aber auch erschreckend, dass Fehler bei der Kalkulation auftreten, die durch simpelste Überschlagsrechnungen vermeidbar gewesen wären. Hängt aber von Autor und Verlag bzw. produktionstechnischen Umständen ab. Wobei fast davon auszugehen ist, dass das bei Reiner Knizia nicht passiert ;-)
Im Endeffekt ist aber auch viel Probererei mit drin, die führt manchmal eher (und kostengünstiger) zum Ziel als tiefergehende mathematische Untersuchungen.
Ciao,
Roman (sucht selbst nach "Materialvorschlägen" :)
re: Mathematische Materialberechnung?
Verfasst: 27. Mai 2001, 23:29
von Markus Barnick
hab ich mir schon fast gedacht, allein Medina hat in letzter Zeit diese Frage wieder bei mir aufkommen lassen - weil doch der Spielplan am Schluß ziemlich voll ist, aber trotzdem gut ausreicht.
re: Mathematische Materialberechnung?
Verfasst: 28. Mai 2001, 11:17
von Lukas Merlach
Vielleicht könnten die Verlage das Spiel auch einfach mehrfach spielen... Dann ergibt sich die Materialmenge ganz gut. (resp. Fehler in der Materialmenge zeigen deutlich, dass das Spiel zuwenig probegespielt wurde)
re: Mathematische Materialberechnung?
Verfasst: 28. Mai 2001, 23:55
von Markus Barnick
kann ich eigentlich grad von Medina nicht sagen.
Mir fällt jetzt im Moment eigentlich als einziges nur
a) Vertigo von Eurogames und
b) Serenissima ein
re: Mathematische Materialberechnung?
Verfasst: 29. Mai 2001, 07:56
von Arne Hoffmann
Hallo Lukas!
Da ist zweifellos was dran, dass Fehler in der Materialmenge wohl auch mal auf mangelndes Probespielen zurueckzufuehren sind. Auf der anderen Seite kostet jeder weitere Poeppel (Karte etc..) seinen kleinen Pfennigbetrag. Dies summiert sich recht schnell. Wenn das Spiel in einem bestimmten Preissegment angeboten werden soll (sagen wir so, dass der Einzelhandel hinterher 40,- DM verlangen kann), dann muessen die Verlage auch an einigen Ecken sparen.
Tschoe,
- Arne -