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Die Händler von Genua

Verfasst: 23. Juni 2001, 11:35
von Bernd Eisen
Hallo Leute!
Wir haben gestern zum ersten mal die Händler von Genua gespielt. Wir sind uns aber jetzt nicht schlüssig, ob wir die Aktionen nicht zu teuer bezahlt haben. Fast keine Aktion ging unter 20 Dukaten an den Mann. Wenn man dann bedenkt, daß man für einen kleinen Auftrag nur 40 Dukaten bekommt und noch eine Ware abgeben muß... lohnt sich das doch kaum.
Die 5 Dukaten-Scheine haben wir im Spiel auch so gut wie gar nicht gebraucht, dafür hat der gesammte Geldvorrat der Bank gerade so ausgereicht (zum Schluß waren noch 150 Dukaten in der Bank - bei 5 Spielern).
Zum Anderen war das ganze Spiel viel zu lang - sicher ist es nicht normal, daß man im ganzen Spiel nicht ein mal den Marktplatz erwürfelt (gegen Ende haben wir sogar 2 mal den Marktplatz als Startfeld bestimmt - damit es nicht mehr so ewig dauert), aber es ist doch recht mühsam, um jedes Feld und jede Aktion zu verhandeln. Hier wurde im Gegensatz zu Java z.B. die totale Interaktion auf Biegen und Brechen erzwungen, so daß es einfach zu viel wird. Gegenüber den Fürsten von Florenz (mit denen sich die Händler von Genua vom Anspruch und Thema her messen müssen), fallen die Händler von Genua doch deutlich ab.
Es dürfte auch nahezu unmöglich sein, sich eine Taktik zurechtzulegen, oder hat irgendjemand einen Vorschlag?
Mit verspielten Grüßen
Bernd (der das Spiel trotz allem nicht schlecht findet, aber etwas mehr erwartet hätte!)

re: Die Händler von Genua

Verfasst: 23. Juni 2001, 12:52
von Volker L.
> Fast keine Aktion ging unter 20 Dukaten an den Mann.
Habt Iht immer nur Geld geboten???
Es liegt doch viel naeher, dass der Zugspieler von
dem, der gerne im Warenlager die Aktion durchfuehren
will, einen der beiden Rohstoffe kassiert o.ae.
Sieh Dir dochmal das laaaange Verhandlungsbeispiel
im Seitenstreifen des Regelheftes an.
Gruss, Volker

re: Die Händler von Genua

Verfasst: 23. Juni 2001, 13:53
von Roman Pelek
Hi Bernd,
zum ersten Teil Deines Postings drängt sich mir der Eindruck auf, dass Ihr nur mit Geld geboten habt. Haben wir am Anfang auch so gemacht, aber ist ein "Fehler" - kreuz und quer bieten bringt viel mehr. Und dann braucht man auch die 5-Dukaten-Scheine.
>Zum Anderen war das ganze Spiel viel zu lang - sicher ist es nicht normal, daß man im ganzen Spiel nicht ein mal den Marktplatz erwürfelt (gegen Ende haben wir sogar 2 mal den Marktplatz als Startfeld bestimmt - damit es nicht mehr so ewig dauert), aber es ist doch recht mühsam, um jedes Feld und jede Aktion zu verhandeln.<
Manchmal muss man als aktiver Spieler auch mal radikal seine Wünsche durchsetzen und kann die anderen ignorieren. Ausserdem hängt's bei den Händlern auch von der Rundenzusammensetzung ab, ob die Verhandelei flüssig klappt oder nicht. Somit sicher nicht für jede Runde geeignet, aber in den richtigen Runden m.E. exzellent und auch nicht zu lang.
>Gegenüber den Fürsten von Florenz (mit denen sich die Händler von Genua vom Anspruch und Thema her messen müssen), fallen die Händler von Genua doch deutlich ab.<
Ich finde, dass die Händler sich doch merklich von den Fürsten unterscheiden. Aber wie die Fürsten brauchen auch die Händler ein bissl Einarbeitung und die richtigen Runden. Ich habe auch schon miese "Fürsten"-Runden gehabt, gerade zu Beginn ;-)
>Es dürfte auch nahezu unmöglich sein, sich eine Taktik zurechtzulegen, oder hat irgendjemand einen Vorschlag?<
Es gibt wie bei den Fürsten viele Wege zum Sieg. Bei den Händlern ist aber viel vom eigentlichen Verhandlungsgeschick abhängig - wie leiere ich den Mitspielern möglichst viel aus den Rippen, indem ich ihnen vorgaukle, was für sie zu tun, das ich eh getan hätte - oder so in der Art *g*
Mein Tipp: einfach nochmal spielen und wirklich mit allem handeln, was auf dem Tisch liegt ;-) Verhandlungsspiele klappen in den einen Runden exzellent, in den anderen sind sie eine Qual. Aber m.E. ist das generell so und liegt nicht speziell an "HvG".
Ciao,
Roman (probiert heuer mal den Kreislauf der Macht)

re: Die Händler von Genua

Verfasst: 23. Juni 2001, 16:39
von Mifu
Die HvG sind echt was für Verhandlungsstrategen.
Ich denke da wie Roman ( wenn ich Roman richtig verstanden habe ), die Gruppe muss sich auch erst einmal auf das Spiel einstellen. Am Anfang wurde bei uns auch erst einmal nur Geld geboten. Im zweiten Spiel war dies anders, da kamen auch Karten und Waren ins Angebot.
<Fast keine Aktion ging unter 20 Dukaten an den Mann. Wenn man dann bedenkt, daß man für einen kleinen Auftrag nur 40 Dukaten bekommt und noch eine Ware abgeben muß>
Das ist der Punkt ! Da lasse ich doch lieber meinen Verhandlungseinsatz und sehe zu, das ich später die Möglichkeit bekomme, selbst das Feld anzusteuern.
Das ihr nicht einmal den Marktplatz gewürfelt habt, mag merkwürdig sein, ging uns aber genau so.
So verwunderlich ist dies aber gar nicht :
Es gibt 64 Einsatzorte für den Händlerturm, aber nur
4 Felder vom Marktplatz. Anders ausgedrückt gibt es 60 x die Möglichkeit den Händlerturm wo anders einzusetzen. Die Chance bleibt bei schlappen 6 % für den Marktplatz. Ich erinnere aber an die Sonderkarte : "beliebiges Startfeld" :-).

re: Die Händler von Genua

Verfasst: 23. Juni 2001, 18:35
von Bernd Eisen
Hallo Volker, Roman + Michael!
Danke für die Antworten. Wir haben wirklich fast nur mit Geld geboten (ganz selten mal mit einer Ware oder gar einer Karte).
Die Regeln habe ich nicht groß gelesen, der Gastgeber hat es grob erklärt und ab und an haben wir nochmal nachgeschlagen, deshalb haben wir die Beispiele nicht so sehr wahrgenommen.
Sicher werden wir das Spiel noch ein paarmal spielen müssen, bis es seine ganze Breite entfalten kann... vielleicht dann auch in einer anderen Runde - dann läuft es sowieso anders.
Bis bald
tschau
BERND