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Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 11:01
von Dirk Piesker
Hallo,
meine Freundin mag Brettspiele eigentlich überhaupt nicht, ich bin fanatischer Brettspielspieler, -sammler und -liebhaber. (Sowas kennt der Eine oder Andere hier bestimmt auch)
Vor einiger Zeit habe ich Sie zu einer Partie "Herr der Ringe" überredet, und es hat uns beiden viel Spass gemacht.
Als nächstes haben wir Carcassonne gespielt, und das war vielleicht der Durchbruch, denn davon war sie ganz begeistert. (Ich auch :-))
Mittlerweile haben wir auch schonmal La Citta gespielt, das hat ihr auch ganz gut gefallen.
Jetzt bin ich am überlegen, mit welchen Spielen ich sie weiter "ködern" kann. Sherlock Holmes ist bereits eingeplant, das möchte ich aber nicht zu zweit spielen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Leuten (Partnern?) gemacht, und mit welchen Spielen hat es gut funktioniert?
Oh, und noch ein Wort zur Wahl von Carcassonne als SdJ:
Wie sich hier gezeigt hat, verdient es den Titel völlig zurecht, da das Kulturgut Spiel sehr schön einem Nicht-Spieler nahegebracht werden konnte.
(Und ja: ich spiele trotzdem lieber 1830, Civ oder Euphrat&Tigris)
Dirk (Missionar in Sachen Brettspiel)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 11:07
von Mifu
Mit "Herr der Ringe" und "Carcassonne" nennst Du langsames Herantasten :-))
Deine Freundin mag keine Brettspiele ? und läßt sich gleich auf solche Spiele ein ?
Ich glaube, Deine Herantastphase ist beendet !
Vielleicht noch einmal ein Siedler Kartenspiel nachschieben, aber dann steht wohl alles offen :-)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 11:11
von Ina-spielbox
Hallo Dirk,
eine Parie "La citta" als herantasten zu bezeichnen gehört ja schon fast zur Tiefstapelei. Da bist Du ja mit Vollgas gefahren!
Wenn es um kurze schnelle Spiele geht, die auch eine zügige Revanche ermöglichen (nach dem Motto: das ging in die Hose, aber jetzt zeig ich's dir) empfehle ich:
Can't stop (Franjos), Karmas (früher bei Adlung erschienen), Laguna (Queen Games), Lost cities (Kosmos), Schotten-Totten, Gamler (das man zu zweit sogar ein bißchen strategisch spielen kann).
Anspruchsvoller sind:
Tikal (sehr schön zu zweit), Ebbe und Flut (Adlung - das High-light des letzten Jahres), Siedler-Kartenspiel, Caesar und Cleopatra, Babel, Kahuna(alle Kosmos). Mir persönlich gefällt auch Bambuti (Adlung) sehr gut, aber da kommen viele nicht mit dem Wertungsmechanismus klar.
Weiter viel Erfolg beim Missionieren
wünscht Ina
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 11:30
von Dirk Piesker
> eine Parie "La citta" als herantasten zu bezeichnen > gehört ja schon fast zur Tiefstapelei. Da bist Du ja > mit Vollgas gefahren!
Hmmm. Ich sehe schon: ich lege, was die Beurteilung von Komplexität einen schiefen Massstab an. Muss wohl am Lesen von Avalon-Hill Regeln kommen...
Aber vielleicht sollte ich mit 1830 doch noch warten :-)
Dirk
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 11:35
von Holger Peine
Wie wäre es denn erstmal mit Stehenbleiben und das Erreichte vertiefen? La Citta ist doch schon ein ganz schöner Brocken für einen Einsteiger. Spielt doch erstmal die neu erschlossenen Spiele, bis von selbst der Wunsch nach etwas Neuem stärker wird.
Dann würde ich eine Reihe von Spielen aus der Kosmos-Zweier-Reihe empfehlen:
- Lost Cities (der Klassiker)
- Siedler-Kartenspiel (thematisch nahe an La Citta)
- Cäsar und Cleopatra (gefällt fast jedem)
(später)
- Blitz und Donner (sehr interaktiv und dramatisch-kampfbetont, etwas hohe Einstiegshürde)
- Babel (sehr interaktiv und kampfbetont, aber recht abstrakt)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:00
von Wolfgang Ditt
Hallo Dirk,
La Cittá ist sicherlich ein dicker Brocken. Nach deiner Beschreibung könnte es sein, dass deine Freundin sehr auf die Optik wert legt. Sowohl HdR als auch La Cittá sind schön gestaltete Spiele und bei Carcassonne fasziniert die Entstehung der Landschaft. Eventuell wären da die neuen Entdecker eine gute Fortsetzung. Auch Elfenland mag gut ankommen.
Falls du immer noch der Meinung bist, deine Freundin mag keine Brettspiele, mögen die Siedler helfen. Es gibt wohl kein Spiel, dass mehr Menschen dazu gebracht hat, mal ein "etwas komplexeres" Spiel zu spielen.
Wolfgang
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:09
von Dirk Piesker
Hallo,
> - Lost Cities (der Klassiker)
Kannst Du versuchen, mir zu erklären, was an Lost Cities Spass machen soll??? Ich habe es mir gekauft, und nach dem Lesen der Regel beschlossen, dass es langweilig sein muss. Ich weiss, etwas arrogant dem armen Spiel gegenüber. Aber das ganze ist doch eher ein "Zwei-Personen-Solitaire". Man kann sich absolut garnicht gegenseitig beeinflussen. Null Interaktion.
Das ist nicht doof gemeint, ich schaffe es nur einfach nicht, dem Spiel eine Chance zu geben...
Dirk
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:21
von christiane
hallo dirk,
du sprichst mir aus der seele!
mir ist es bisher auch noch nicht gelungen zu entdecken, was an lost cities spass machen soll - trotz zahlreicher versuche.
und ich bin durchaus auch der ansicht, dass du deiner freundin mit la citta schon einen ganz schoen dicken brocken zugemutet hast - von langsamem herantasten kann da ja wohl kaum die rede sein.
sherlock holmes wuerde ich auch gerne mal wieder spielen . . .
viel spass weiterhin beim ausprobieren und spielen!
christiane.
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:23
von cristinus
Ich kann nicht verstehen, daß jemand sich eine Spielregel durchliest und dann nicht einmal eine Runde spielt. Und eine Wertung eines Spieles kann man, denke ich, kaum abgeben, ohne es gespielt zu haben.
Interaktion gibt es bei Lost Cities schon, da die abgelegten Karten ja vom Gegenspieler gezogen werden dürfen. Da muß man aufpassen, was sein Gegenüber brauchen kann.
Was an LC auch sehr gut ist, sind die "Hand-Karten", mit denen ich zu Beginn einer Farbenablage vorhersage, daß ich die 20 Punkte erreiche.
Gib dem Spiel einfach mal eine Chance, und urteile dann nochmal.
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:39
von Helmut
Also, wenn das langsames Herantasten sein soll, dann kannst Du Dich aber über Deine Partnerin nicht beschweren. Da ist meine Frau wesentlich schweren zu begeistern. Bekannte haben es vor Jahren mit "Take it easy" geschafft. Sie kam von einem Mitarbeiter-Wochenende zurück und erzählte begeistert: "Ich habe ein ganz tolles neues Spiel kennengelernt. Hast du das auch? Take it easy!" Ich entgegnete mit einem müden Lächeln: "Klar, Du wolltest aber keine neuen Spiele kennenlernen!" "Take it easy" ist was anderes!" Seitdem ist das ihr Renner.
MfG
Helmut
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:41
von Michael Andersch
Hallo Dirk,
mir ging es ähnlich wie Dir: Nach dem Erscheinen von LC habe ich's zweimal gespielt und dann enttäuscht fast zwei Jahre nicht mehr angerührt.
Irgendwann habe ich's dann mal mit meiner Frau gespielt, und siehe da: Es hat doch Spaß gemacht, und seither haben wir es unzählige Male gespielt (ist so eine Eigenheit meiner Frau: Anfangs ist sie neuen Spielen gegenüber sehr skeptisch, wenn ihr aber etwas gefällt dann wird das gespielt bis ich's absolut nicht mehr sehen kann - so geschehen mit LC, Gambler, Siedler, Schottentotten).
Also: Gib dem Spiel noch eine Chance!
Gruß,
Micha
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:45
von Helmut
Bevor ich Lost Cities zum ersten Mal gespielt hatte, las ich hier vernichtende Kritiken derart, man könne aus einem Skatspiel jeweils eine Karte herausziehen, wer die höre gezogen hätte, hätte gewonnen. Das sei spannender als Lost Cities. So habe ich das Spiel liegen gelassen. Irgendwann habe ich es mehrmals gespielt und muss sagen, ich habe dem Spiel unrecht getan. Es macht Spaß, ist ein angenehmes, spannendes Zwei-Personen-Spiel!
Aber: Es muss nicht jeder Lost Cities mögen! Wer keinen Zugang zu dem Spiel findet, soll's eben sein lassen. Es gibt genügend andere Spiele!
MfG
Helmut (der sich nie mehr von Negativ-Kritiken vor dem ersten Spiel beeinflussen lässt)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 12:51
von Carsten Wesel
> Bevor ich Lost Cities zum ersten Mal gespielt hatte,
> las ich hier vernichtende Kritiken
> So habe ich das Spiel liegen gelassen.
So gings mir auch und bisher bin ich Lost Cities noch nicht wieder begegnet. Ich werde wohl mal jemanden treffen müssen, der sich damit auskennt und mir dann doch 'ne eigene Meinung bilden.
> Es gibt genügend andere Spiele!
Das tröstet mich auch immer wieder.
> Helmut (der sich nie mehr von Negativ-Kritiken
> vor dem ersten Spiel beeinflussen lässt)
Dann darf ich dir sicher auch "Der Alchemist", "Der weiße Lotus", "Der grosse Gallier", "Lang lebe der König" oder auch "Banque Fatale" 'empfehlen', oder?
Gruß Carsten (empfiehlt sich hiermit)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 13:05
von Ingo Kasprzak
Moin!
Also, ich halte Lost Cities für das spannendste 5-Minuten-Solitaire-für-Zwei-Spannungs-Spiel, dass mir bisher untergekommen ist. Schön dabei: Die Regeln schnallt jeder sofort; wie man es spielt und worauf es ankommt, lernt man in den ersten 5 Spielen. Hat mir schon so manch langweilige Zugfahrt mit zuvor unbekannten Sitznachbarn versüsst!
Ciao, Ingo
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 15:39
von Matthias Busse
Hi Dirk,
ist das Dein Ernst? Mein Tipp: nienienienienienienienienienienienienienienienienienienieniemals ein Urteil über ein Spiel fällen, das man nur durch das Regelstudium kennt. LC ist wie jedes Spiel, nämlich Geschmackssache, ich stehe drauf.
Matthias (endlich mal wieder drin)
re: Lost Cities
Verfasst: 26. Juli 2001, 16:25
von Ralf Arnemann
> Ich habe es mir gekauft, und nach dem Lesen der Regel
> beschlossen, dass es langweilig sein muss.
So etwas Krasses habe ich schon lange nicht mehr gehört.
Daß Leute nach einem Spiel schon die Lust verloren haben, ohne die wesentlichen Gags bemerkt zu haben - das habe ich schon erlebt.
Aber ein so vernichtendes und so falsches Urteil nur nach Regellektüre?
Wir spielen Lost Cities regelmäßig und nach wie vor gerne.
Es ist flott, amüsant und ausreichend interaktiv.
Wer nicht genau beachtet, was der Partner legt, kann seine eigene Strategie in die Tonne treten.
re: Lost Cities
Verfasst: 26. Juli 2001, 16:37
von Mifu
Uns gefällt Lost Cities auch sehr gut.
Aber vom gleichen Autor gibt es ein
- nach meiner Meinung - noch etwas besseres
Kartenspiel : Schottentotten.
Michael ( der Kartenspiele sehr gerne spielt )
re: Lost Cities
Verfasst: 26. Juli 2001, 20:48
von Ina-spielbox
Hallöchen!
Ich bin auch ein überzeugter Lost Cities-Zocker. Die Tage habe ich bei Goso Brettspielvarianten (siehe unten stehenden LINK - ich hoffe, ich habe ihn richtig eingegeben) eine Variante gefunden, die ich für sehr spannend halte und die besonders für Dirk mehr Interaktivität bieten würde. Leider habe ich sie noch nicht selbst probiert, weil mir der 10-seitige Würfel fehlt. Vielleicht kennt sie jemand von Euch?
Ina
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 21:36
von Markus Barnick
mit 18Xx sei vorsichtig. Ich halts zwar für ein gutes Spiel, aber es ist mir zu anstrengend. Da bin ich überfordert, wenn die Profis da zocken.
Das dauert mir auch zu lange. Da macht meine Konzentration nicht mit.
Und civi ist mir auf die Dauer zu langweilig.
Eher noch ein ZDR oder "Die Macher"
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 22:13
von Ina-spielbox
Einmal langsam und für Blöde:
Was ist ZDR?
Ina (die offensichtlich noch viel lernen kann)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 26. Juli 2001, 23:31
von Jochen Förstner
Hi Ina,
gemeit ist wohl AOR eingedeutscht :-) - was dann soviel heisst wie "Zeitalter der Renaissance".
Jochen (der gerade Lust hatte zu lehren)
Lost Cities
Verfasst: 27. Juli 2001, 04:55
von Roman Pelek
Hi Dirk,
>Kannst Du versuchen, mir zu erklären, was an Lost Cities Spass machen soll??? Ich habe es mir gekauft, und nach dem Lesen der Regel beschlossen, dass es langweilig sein muss. Ich weiss, etwas arrogant dem armen Spiel gegenüber. Aber das ganze ist doch eher ein "Zwei-Personen-Solitaire". Man kann sich absolut garnicht gegenseitig beeinflussen. Null Interaktion.<
Ich würde Dir dazu raten, es ein paar Mal zu spielen. LC ist m.E. ein exzellentes, glücksbetontes Zweipersonenspiel. Der Reiz des Spiels erschliesst sich in der Tat allerdings erst beim Spielen, reines Regelstudium genügt nicht. LC ist wohl das Spiel, von dem man sagen könnte, dass die Regel am wenigsten von dem Spielgefühl widerspiegelt.
>Das ist nicht doof gemeint, ich schaffe es nur einfach nicht, dem Spiel eine Chance zu geben...<
Man kann nicht jedem Spiel eine Chance geben, dazu ist die Zeit wirklich zu knapp ;-) Aber LC ist ein Versuch wert, ein Heidenspass eigentlich. Und das dritte Bier oder zweite Glas Rotwein dazu ist dann wirklich angenehmes Beiwerk und nicht Notwendigkeit...
Ciao,
Roman (findet LC reichlich gut)
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 27. Juli 2001, 07:46
von Helmut Lehr
> Helmut (der sich nie mehr von Negativ-Kritiken
> vor dem ersten Spiel beeinflussen lässt)
Dann darf ich dir sicher auch "Der Alchemist", "Der weiße Lotus", "Der grosse Gallier",
"Lang lebe der König" oder auch "Banque Fatale" 'empfehlen', oder?
Jaaahaa, den "Alchemist" habe ich nicht, "Der weiße Lotus" hat auch positive Kritiken, habe ich aus Zeitgründen noch nicht gespielt, "Lang lebe der König" gefiel mir nicht, "Banque Fatale" habe ich gespielt, nur fand ich, dass es bessere Knizias gibt.
MfG
Helmut
re: Bierspiele
Verfasst: 27. Juli 2001, 08:48
von Carsten Wesel
> Und das dritte Bier oder zweite Glas Rotwein dazu
> ist dann wirklich angenehmes Beiwerk und nicht
> Notwendigkeit...
Nach dem dritten Bier (ich trinke gar kein Bier, aber im übertragenen Sinn eben) oder der zweiten Flasche Rotwein war sonst immer "Galopp Royal" unsere erste Wahl. Da können dann auch die Leute mitspielen, die schon unterm Tisch liegen ;-)
Gruß Carsten (der heute Spieleabend hat (während seine Frau shoppen gehen will))
re: Langsames Herantasten....
Verfasst: 27. Juli 2001, 09:16
von Rainer Fieseler
Hi Helmut!
BANQUE FATALE ist von Stefan Dorra, nicht vin Reiner Knizia.
gruß rainer