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Die Händler von Genua - Enttäuschung
Verfasst: 15. August 2001, 00:03
von Uwe Hackenberg
Nach den vielen Lobreden auf die Händler von Genua sind wir heute zum ersten Spiel gekommen - am Ende bei meinen Mitspielern Müdigkeit und etwas lange Gesichter. "Na ja, nette Grundidee" "Zieht sich einfach" "Kein Spannungsaufbau" "Ein bisschen viel, wirklich jeden Teilzug zu verhandeln" "Zu viele Möglichkeiten".
Und ich muss auch sagen, bei mehr als 2h (wir haben mit Erklären fast 3 gebraucht), gleichen Verlauf in jeder Runde, schwierigen Überblick fallen mir auch eine Reihe von Spielen ein, die ich das nächste Mal lieber auf den Tisch bringen würde.
Einzelmeinung? Verändet sich das Spielgefühl beim zweiten und dritten Mal?
Für Feedback dankbar
Uwe
re: Die Händler von Genua - Enttäuschung
Verfasst: 15. August 2001, 00:29
von Roman Pelek
Hi Uwe,
>Nach den vielen Lobreden auf die Händler von Genua sind wir heute zum ersten Spiel gekommen - am Ende bei meinen Mitspielern Müdigkeit und etwas lange Gesichter. "Na ja, nette Grundidee" "Zieht sich einfach" "Kein Spannungsaufbau" "Ein bisschen viel, wirklich jeden Teilzug zu verhandeln" "Zu viele Möglichkeiten".<
Ich denke, dass bei der ersten Partie ganz klar die Fülle an Möglichkeiten etwas erschlägt und somit die Partie etwas zäh wird. Zudem hängt natürlich die Flüssigkeit der Verhandlungen von den Mitspielern und deren Verhandlungswillen bzw. Zielgerichtetheit ab; bei der ersten Partie ganz schwierig.
>Und ich muss auch sagen, bei mehr als 2h (wir haben mit Erklären fast 3 gebraucht), gleichen Verlauf in jeder Runde, schwierigen Überblick fallen mir auch eine Reihe von Spielen ein, die ich das nächste Mal lieber auf den Tisch bringen würde.<
Der Überblick stellt sich ein, für eine erste Partie ist es allerdings etwas viel verlangt. Das mit dem gleichen Verlauf jeder Runde stimmt schon, dennoch benötigt man ja auch Zeit, um seine Strategien und Aufträge aufzubauen. Mich stört der gleiche Ablauf nicht, da er für längerfristige Planungen notwendig ist und m.E. die Verhandlungen eh immer anders ablaufen und die variierenden Wege des Händlers und überraschende Einsichten in die Absichten der Mitspieler für Abwechslung sorgen.
>Einzelmeinung? Verändet sich das Spielgefühl beim zweiten und dritten Mal?<
Die Übersicht wird besser, es wird klarer ersichtlich, welche Linien man verfolgen kann. Ausserdem reizt es durchaus bei jeder Partie, neue Wege zum Sieg auszuprobieren. ABER - und das ist ein dickes "aber": in wenig verhandlungsfreudigen Runden kann HvG ein zäher, langatmiger, repetitiver Brocken sein. Es kommt ganz eindeutig auf die Mitspielerauswahl an, ob HvG hervorragend ankommt oder nicht. In Kombination mit der Fülle an Möglichkeiten ist der Einstieg zumal nicht so einfach.
Kurzum: kein Spiel für Jedermann und Jederzeit und für Regelselbstleser auch ein relativ harter Einstieg. Sind die Möglichkeiten aber erstmal verinnerlicht und die Runde in der Laune zu feilschen und knallhart zu verhandeln, dann ist es eine Riesengaudi.
Ich würde dem Spiel noch eine Chance geben, wie bei allen anspruchsvolleren Spielen muss aber auch die Spielrunde zum Spiel passen, sonst wird's nix. Kann also durchaus sein, dass es nicht "Euer" Spiel ist, ich habe Runden erlebt, die waren grandios und andere kamen überhaupt nicht in die Gänge. Hing von den Mitspielern und Laune ab.
Ich bring's sehr gern auf den Tisch, vergewissere mich aber vorher, dass die Rahmenbedingungen passen. Andererseits geht mir das bei Medina, Java etc. auch nicht anders; dafür sind diese Spiele einfach nicht "locker" genug, damit sie immer reinpassen. Würde ich aber weder Spieler noch Spielen ankreiden; ein trockener Roter ist auch nix für's Frühstück, aber deswegen noch kein schlechtes Lebensmittel ;-)
Ciao,
Roman
re: Die Händler von Genua - Enttäuschung
Verfasst: 15. August 2001, 09:37
von Jürgen Karla
>Einzelmeinung? Verändet sich das Spielgefühl beim zweiten und dritten Mal?
Hallo Uwe,
nein, leider muß ich Eure Meinung bestätigen. Auch nach mehreren Partien ändert sich daran nichts. Ein Kommentar in einer unserer Runden lautete: "Dann doch lieber Chinatown. Das dauert wenigstens nicht so lange und (vor allem:) man behält den Überblick."
Viele Grüße
Jürgen Karla
re: Die Händler von Genua - Enttäuschung
Verfasst: 15. August 2001, 10:10
von Ingo Kasprzak
Hi Uwe!
Zunächst einmal kann ich mich (wie eigentlich immer) dem Kommentar von Roman anschliessen, der wie immer sehr objektiv geantwortet hat.
Auch bei uns dauerte die erste Runde ca. 2h und war relativ langweilig, weil niemand so recht wusste, wie man die ganzen Spielelemente nutzen sollte. Demnach wurde auch nicht vernünftig verhandelt und das Spiel war recht zäh.
Spannender ist das Spiel direkt, wenn 1 oder 2 Genua-Erfahrene teilnehmen. Dann blicken auch "Neue" relativ schnell, worum es geht.
Auf jeden Fall solltet Ihr eine weitere Partie probieren. Wenn es aber beim zweiten Mal immer noch genauso zäh ist, ist das Spiel vermutlich nix für Eure Runde.
Wenns Euch bereits mehr Spass macht, werdet Ihr schnell merken, wie Spannung und Spiellänge steigen (4h mit 5 Spielern sind dann keine Seltenheit!)...
Ciao, Ingo
re: Die Händler von Genua - Enttäuschung
Verfasst: 15. August 2001, 19:32
von Ina-spielbox
Hallöchen,
Roman hat - wie immer - schon alles gesagt. In der richtigen Runde, d. h. mit Leuten, die Verhandlungsspiele mögen, ist HvG ein geniales Spiel, in der falschen zäh. Unser erstes Spiel war auch ein Desaster, das lag aber an der Erklärung, die dazu führte, daß wir die wesentlichen Dinge erst am Ende verstanden haben.
Jetzt lieben wir es und, wie es gerade angeklungen ist, je länger, desto lieber. Auch im Freundeskreis hat es viel Anklang gefunden.
Also, nochmal probieren und dann lieben oder lassen!
Ina
re: Die Händler von Genua - Enttäuschung - meine Erfahrungen
Verfasst: 16. August 2001, 19:28
von Markus Barnick
ich habs bisher zwar nur 1,5 mal gespielt, aber trotzdem:
* nachdem wir nach 2 Stunden immer noch in Phase 2 waren, weil der Würfel einfach keine 4/5 5/5 würfeln wollte, haben wir gemerkt, daß man den Rundenzeiger auch anders vorsetzen kann ... ;-)
* Nachdem mein großer Auftrag erledigt war, habe ich auch keinen neuen bekommen. Der Händler / Würfel ist einfach nicht auf dem entsprechenden Feld gelandet - und wenn er draufkam, hat der Zugspieler das Recht bekommen.
* Ich wußte also nach einiger zeit nicht mehr so recht, was ich eigentlich machen soll und hab ziemlich ziellos gespielt und nur auf Botschaften oder diverse Kärtchen gespielt. Dummerweise kam ich aber auch nicht an die Karte "beliebiges Startfeld", weil halt der Händler auch dorthin nicht kam...
Es war etwas zäh und ermüdend. Trotzdem werde ich es noch manchmal versuchen.
Man müßte das ganze irgendwie beschleunigen und mehr Möglichkeiten haben, z.B. große Aufträge zu erhalten.
re: Die Händler von Genua - Enttäuschung - meine Erfahrungen
Verfasst: 16. August 2001, 19:43
von Roman Pelek
Hi Markus,
die Händler bieten doch auch die Möglichkeit, z.B. durch 1:1-Tauschkarten oder Verhandlungen mit Mitspielern an begehrte Karten zu kommen. Du musst ja nicht unbedingt auf dem entsprechenden Feld landen. Theoretisch geht's auch über Besitzmarker und die entsprechende "Gebäudeaktion".
Achte mal bei der nächsten Partie drauf; mir ging's bei den Händlern vG noch nie so, dass ich an irgendetwas partout nicht rankam; man muss nur manchmal wirklich ein bisschen um die Ecke denken oder handeln. Aber grade das find' ich so schön am Spiel.
Ciao,
Roman
re: Die Händler von Genua
Verfasst: 17. August 2001, 13:42
von St. Brück
>>> Nachdem mein großer Auftrag erledigt war, habe ich auch keinen neuen bekommen. Der Händler / Würfel ist einfach nicht auf dem entsprechenden Feld gelandet - und wenn er draufkam, hat der Zugspieler das Recht bekommen. <<<
Beim Erfüllen des einen großen Auftrags hättest du dir - als zusätzliche Sonderkarte - die 1:1-Tausch-Sonderkarte nehmen können - und schon hast du (fast) wieder einen großen Auftrag... (oder die "Bel. Startfeld"-Karte - und schon hast du wieder einen großen Auftrag, wenn du das nächstemal auf der Gildenhalle startest...usw. usf.)
Abgesehen davon ist das Spiel durchaus auch mit nur einem erfüllten großen Auftrag zu gewinnen!
Grüße.
Stefan
re: 1:1-Tausch
Verfasst: 17. August 2001, 15:39
von Ralf Arnemann
> ... die 1:1-Tausch-Sonderkarte nehmen können - und
> schon hast du (fast) wieder einen großen Auftrag.
Öh, wie bitte?
Mit der 1:1-Karte kann man Rohstoffe tauschen, aber doch keine Aufträge? Habe ich hier die Spielregel so falsch gelesen?
Ansonsten gebe ich Euch recht: Weder sind die großen Aufträge essentiell, noch ist es unmäßig schwer, welche zu bekommen.
re: 1:1-Tausch
Verfasst: 17. August 2001, 16:05
von Ina Bro
Hallo Ralf,
das ist tatsächlich ein Irrtum. Mit dem 1:1 Kärtchen kannst Du alles tauschen, wenn Du willst, sogar Besitzmarker, oder Botschaften oder sonst etwas. Nur eben kein Geld -logisch.
Das finde ich an den Händlern eben so genial. Mit ein bißchen Verhandlungsgeschick kann man an alles kommen.
Übrigens Tina spielt fast immer ohne große Aufträge und tauscht sie häufig weg, dafür liegt sie in der Endwertung meistens ziemlich weit vorne (so Platz 1 oder 2)
Gruß
Ina und Tina
[OT] Ina & Tina
Verfasst: 17. August 2001, 16:16
von Marten Holst
Moin Mädels,
wenn Ihr Euch jetzt immer mit Euren netten Namen schmückt, was wird denn dann aus dem Bärchen?
Fragt sich
Marten (Träger der silbernen Bärchenmedaille)
re: [OT] Ina & Bärchen
Verfasst: 17. August 2001, 16:39
von Ina-spielbox
Hallo Marten, Du hast recht! Habe gerade erfolgreich das Bärchen reanimiert und Tina in die Wüste geschickt!
Gruß Ina (wieder mit Bärchen)