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tichu

Verfasst: 3. September 2001, 14:25
von Peter Bauer
Ich habe festgestellt, daß die Tichu-Regel, die der dt. Kartenspielausgabe von AS beiliegt, von der unter www.wuerzburg.de/tichu in 2 Punkten abweicht.
- Im einen Fall bekommt der zweite die Handkarten des Letzten, im anderen das gegnerische Team
- Während man sich mit der 1 im einen Fall nur etwas wünschen darf, wenn man sie in einer Kombination spielt, darv man es im anderen Fall auch bei einer einzelnen 1
Wer kann mir weiterhelfen? Nach welcher Regel spielt ihr, welche macht mehr Spaß?

Re: tichu

Verfasst: 3. September 2001, 14:51
von Marten Holst
Moinle,

> Ich habe festgestellt, daß die Tichu-Regel, die der dt.
> Kartenspielausgabe von AS beiliegt, von der unter
> www.wuerzburg.de/tichu in 2 Punkten abweicht.
> - Im einen Fall bekommt der zweite die Handkarten des
> Letzten, im anderen das gegnerische Team

Meine Version: das gegnerische Team. "Der zweite" wäre taktisch anders, da der zweite ja stets aus einem anderen Team kommt als der erste. Da nicht gespielt, mag ich keine Aussage dazu machen.

> - Während man sich mit der 1 im einen Fall nur etwas wünschen
> darf, wenn man sie in einer Kombination spielt, darv man es
> im anderen Fall auch bei einer einzelnen 1

Immer, wenn man eine Eins hat, fällt eine Sternschnuppe und man darf sich etwas wünschen, besseres Wetter, andere Mitspieler, ein zweites Bier, eine Karte. Letzteres wird dann auch erfüllt - unabhängig, ob man eine Kombi oder eine Einzelkarte spielte.

Das Wünschen mit einer "1" als Einzelkarte ist auch ein unverzichtbarer taktischer Bestandteil des Spieles, den ich mir nicht nehmen lassen würde.

Tschüß
Marten (der gerade eine Einladung zum Tichu morgen ablehnen musste)

Re: tichu

Verfasst: 3. September 2001, 15:26
von hannes
Hallo Peter

> - Während man sich mit der 1 im einen Fall nur etwas wünschen
> darf, wenn man sie in einer Kombination spielt, darv man es
> im anderen Fall auch bei einer einzelnen 1

Ich habe die "Würzburger"-Regeln leider nicht gefunden, hingegen eine FAQ (s. Link) folgenden Inhalts :
"Darf man einen Wunsch auch dann äußern, wenn man den Mahjong nicht als Einzelkarte, sondern in einer Kombination anspielt? Ja. (Quelle: Lukas Merlach, Fata Morgana)"

Alles klar ?
Hauptsache : der Wunsch wird genau dann geäussert, wenn der Mahjong ausgespielt wird, nicht früher und nicht später. Ob einzeln oder in einer Strasse ist völlig egal.

> - Im einen Fall bekommt der zweite die Handkarten des
> Letzten, im anderen das gegnerische Team

Falls in der W.-Regel tatsächlich der zweite die Handkarten des Letzten kriegt, ist das einfach falsch, d.h. entspricht nicht den Originalregeln des Tichu. Ich sehe auch nicht ein, warum man dies anders spielen sollte.

Ciao
hannes

Re: tichu

Verfasst: 3. September 2001, 16:19
von hannes
Hi

Jetzt habe ich die Spielregeln doch noch gefunden, nämlich auf der von mir (!) im obigen Beitrag angegebenen Seite. Die beiden Regelpassagen weichen tatsächlich von den Originalregeln ab. Ob überhaupt jemand gemäss diesen Würzburger Regeln spielt, wage ich zu bezweifeln.

Mit dem Mahjong ist es übrigens gemäss meiner mehrjährigen Tichu-Erfahrung so : Wenn ich ihn als Einzelkarte spiele, wünsche ich mir fast immer eine Karte, in der Hoffnung, dem Gegner eine schöne Kombination zu zerstören. (Manchmal erwischt es auch den Partner ..)
Wenn ich die 1 in einer Strasse spiele, wünsche ich mir meistens nichts, weil ich ja nicht weiss, ob überhaupt jemand stechen kann. Unter Umständen mache ich so auch meinem Partner eine längere Strasse kaputt.

Ciao
hannes (rennt heute blind in Würzburg herum ¦-o )

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 08:46
von Thomas Rosanski
Peter Bauer schrieb:
> - Im einen Fall bekommt der zweite die Handkarten des
> Letzten, im anderen das gegnerische Team

Mal sehen:

Spieler A, B, C und D spielen Tichu. A spielt mit C. B spielt mit D.

Nehmen wir oBdA an, dass A als erster und B als zweiter fertig wird (*). Dann hat D keinen Anreiz mehr, als dritter fertig zu werden, da seine Handkarten eh an sein eigenes Team gehen. D könnte sogar mit vielen Punkten auf der Hand (z.B. Drache, 2 König, eine Zehn und 2 Fünfen, sonst aber nur niedriege Einzelkarten) darauf spekulieren, letzter zu werden, da man so ohne selbst irgendwelche Karten gespielt zu haben, die Punkte seiner Handkarten bekommt. Das setzt natürlich voraus, dass A nicht Tichu angesagt hat und dass B nicht erster wurde. Wenn B erster wird, siehst es dann leider schlechter aus für die Punkte aus den Handkarten von D.

Hmm, also nur so nach rein theoretischen Gedankenspielen, gefällt mir diese Variante gar nicht.


(*): Wenn D zweiter wird, geht die Überlegung analog. Wenn C zweiter wird, zählen die Stiche eh nichts, da Doppelsieg.

> - Während man sich mit der 1 im einen Fall nur etwas wünschen
> darf, wenn man sie in einer Kombination spielt, darv man es
> im anderen Fall auch bei einer einzelnen 1

Wenn man eine Kombination spielt, wird das wohl eine Strasse sein (welche andere Kombi will man mit der 1 sonst bilden?). Und ich sehe den Wunsch als Möglichkeit, dem Gegenspieler eine Kombination auf der Hand kaputtzumachen. Wenn aber eine Strasse gespielt wird, kann der Gegenspieler den Wunsch ja eh nur mit einer Strasse (oder Bombe) erfüllen. Sogesehen wird der Wunsch relativ wertlos, da es viel unwahrscheinlicher ist, dass er vom Gegner erfüllt werden kann.

Ich spiele immer noch nach den Regeln, die der Fata-Morgana-Ausgabe beilagen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob man nach den Fata-Morgana-Regeln sich selber überstechen darf ("wenn alle Spieler gepasst haben") oder nicht ("wenn alle anderen Spieler gepasst haben"). Ich spiele dabei letzteres.

Nachtrag zur Regel "Wunsch bei Kombination"

Verfasst: 4. September 2001, 09:09
von Thomas Rosanski
Habe gerade mal die Regeln unter www.wuerzburg.de/tichu/faq/spielregel.htm gelesen. Wegen dem Wunsch beim Mahjong steht dort:

| Der Mahjong. Der Spieler mit dieser Karte beginnt das Spiel. Spielt er die
| Eins in einer Kombination, darf er sich einen Kartenwert wünschen, aber
| keine Sonderkarte.

Allerdings sollte man das nicht aus dem Zusammenhang reissen, denn für die Würzburger ist der Begriff Kombination anders definiert, als man es umgangssprachlich vieleicht erwarten würde:

| Gespielt werden dürfen folgende Kombinationen: Einzelkarte, Pärchen, Drilling,
| Straße (Mindestens fünf aufeinanderfolgende Karten), Full House (Pärchen +
| Drilling), aufeinanderfolgende Pärchen (z.B. 223344), Bombe (Vierling oder
| Straße aus einer Farbe).

Damit ist der Mahjong als Einzelkarte auch eine Kombination und demnach kann man sich immer etwas wünschen, wenn man den Mahjong legt, egal ob als Einzelkarten-Kombination oder als Strassen-Kombination (oder Kombis gehen mit einer 1 wohl schlecht).


Bleibt nur die Frage, wie die Würzburger auf die Regel "Handkarten des letztes an den zweiten" gekommen sind.

Übrigens gibt es noch eine Regeldifferenz zwischen Fata Morgana und Würzburg:

| Nach dem Austeilen der ersten acht Karten besteht die Möglichkeit ein "großes
| TICHU" anzusagen.

Nach Fata Morgana werden die Karten gezogen, nicht ausgeteilt. Na ja, das nur am Rande.

Die mit dem Pipelinezeichen | gekennzeichneten Abschnitte sind Zitate von www.wuerzburg.de/tichu

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 09:47
von Beat Zaugg
hallo peter

hab noch nie gehört (und schon gar nicht so gespielt!), dass der zweite die handkarten des letzten bekommt. das muss ein druckfehler sein. die handkarten des letzten gehen ans gegnerische team.

betr. mahjong: generell ist das wünschen beim ausspielen des mahjongs möglich, sei es als einzelkarte oder in einer strasse.
das ist auf der würzburg-seite ein wenig ungeschickt formuliert.

alles klar?
gruss
beat

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 09:50
von Beat Zaugg
> Ich spiele immer noch nach den Regeln, die der
> Fata-Morgana-Ausgabe beilagen. Wobei ich mir nicht sicher
> bin, ob man nach den Fata-Morgana-Regeln sich selber
> überstechen darf ("wenn alle Spieler gepasst haben") oder
> nicht ("wenn alle anderen Spieler gepasst haben"). Ich spiele
> dabei letzteres.

ist richtig so.
gruss
beat

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 09:54
von hannes
Hi

Nachtrag : Ich wünsche mir deshalb besser nichts, wenn ich die 1 in einer Strasse ausspiele, weil mich dann möglicherweise niemand übersticht und ich in der nächsten Runde noch einmal zum Ausspielen komme. Mit der 1 als Einzelkarte gespielt, wird mich hingegen ja bestimmt jemand überstechen.

Ciao
hannes (brauchte unglücklicherweise 3 Postings, um seine Gedanken darzustellen)

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 09:59
von Beat Zaugg
> Nachtrag : Ich wünsche mir deshalb besser nichts, wenn ich
> die 1 in einer Strasse ausspiele, weil mich dann
> möglicherweise niemand übersticht und ich in der nächsten
> Runde noch einmal zum Ausspielen komme.

gute taktik. ich wünsch mir mit dem mahjang in der strasse meistens nur dann was, wenn ich bei den gegnern eine bombe vermute.

warst du am sonntag in oberentfelden?

gruss
beat

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 11:05
von hannes
Hallo Thomas

> Ich spiele immer noch nach den Regeln, die der
> Fata-Morgana-Ausgabe beilagen. Wobei ich mir nicht sicher
> bin, ob man nach den Fata-Morgana-Regeln sich selber
> überstechen darf ("wenn alle Spieler gepasst haben") oder
> nicht ("wenn alle anderen Spieler gepasst haben"). Ich spiele
> dabei letzteres.

Das Problem hatten wir Mitte Juli doch schon mal. Und du warst sogar am Thread mitbeteiligt !
Ich hatte festgestellt, dass erst in der neuen Abacus-Ausgabe klar formuliert sei, dass man sich nicht selber überstechen darf, wenn alle andern gepasst haben (ausser mit Bomben). Und Lukas Merlach von fatamorgana hat bestätigt, dass dies eigentlich schon immer so gedacht, aber in der ursprünglichen fatamorgana-Ausgabe noch nicht ausformuliert war. Siehe Link.

Ciao
hannes (der seinen Platz unter den Top30 v.a. Tichu-Themen verdankt ;-)

Re: tichu

Verfasst: 4. September 2001, 11:17
von Thomas Rosanski
> Das Problem hatten wir Mitte Juli doch schon mal. Und du
> warst sogar am Thread mitbeteiligt !

Natürlich kann ich mich daran erinnern, hab aber nicht extra nochmal nachgeschaut, was genau damals rausgekommen ist.

> eigentlich schon immer so gedacht, aber in der ursprünglichen
> fatamorgana-Ausgabe noch nicht ausformuliert war.

Ja, das meine ich eben. Es war so gedacht, aber wenn man "wortwörtlich" rangeht, dann verbieten die beiliegenden Regeln es nunmal nicht, sich selber zu überstechen. Deshalb weiss ich für mich nicht, was man nun als Originalregeln ansehen soll, die Regeln, die beilagen oder die Regeln, die eigentlich gemeint waren.