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Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 13. September 2001, 22:34
von Bernd Eisen
Hallo !
Kennt jemand von euch Die guten und die bösen Geister von Alex Randolph ?
Die Regeln sind ja sehr einfach, aber trotzdem hat das Spiel einiges an Tiefgang und Blufferei.
Eine Kleinigkeit ist uns aber nicht ganz klar gewesen:
Wenn ein Geist geschlagen wird, muß man diesen dann dem Gegenspieler zeigen (blau oder rot), oder kommt er ungesehen aus dem Spiel?
- wir haben die geschlagenen Geister immer offengelegt, aber so genau ist es in den Regeln nicht beschrieben.
Ich freue mich auf eine Antwort
Tschau Bernd
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 13. September 2001, 22:57
von Roman Pelek
Hi Bernd,
man muss den geschlagenen Geist dem Gegner zeigen. Alex Randolph als Autor erachtete diese Regelpassage als überflüssig, da für ihn selbstverständlich - deswegen "fehlt" sie.
Genauso wie Du haben auch wir die Geister erst offengelegt und uns dann, nach erneutem Regelstudium, gefragt, ob wir es richtig gemacht haben. Insofern verwirrt die Regel leider.
Ciao,
Roman
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 09:06
von REIsound
Wenns hilft:
in der Brettspielwelt werden geschlagene Geister dem Gegner offengelegt...
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 11:00
von Johann Rüttinger
Lieber Bernd,
auf dem Schachtelboden unserer Geister-Ausgabe ist die Spielsituation deutlich dargestellt. Wichtig ist, dass man selber weiß, welche Figuren man dem Gegner schon genommen hat, also stellt man sie mit dem Gesicht in Richtung Gegner neben das Brett. Der andere sieht ja seine eigene Situation klar vor sich und weiß immer welche Figuren ihm fehlen. Roman und ich haben nach seiner Rezension der Geister (hier im Archiv) ausführlich darüber diskutiert. Woraufhin ich noch einmal mit Alex darüber gesprochen habe. Er sagt: „Was logisch ist, muss man nicht extra erklären, das verlängert nur unnötig die Spielregel.“ Er auch am Ende der Regel das „Viel Spaß!“ weggestrichen, weil er meinte, wenn jemand keinen Spaß mit dem Spiel hat, nützt ihm dieser Wunsch auch nichts ...
Herzliche Grüße und viel Spaß!
Johann
(...der sich schon Gedanken darüber macht, dass diese Regelfrage jetzt schon öfter gestellt wurde...)
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 12:07
von Chregi Hansen
Johann Rüttinger schrieb:
>
> Woraufhin ich noch
> einmal mit Alex darüber gesprochen habe. Er sagt: „Was
> logisch ist, muss man nicht extra erklären, das verlängert
> nur unnötig die Spielregel.“
das finde ich endlich mal eine vernünftige ansicht. manchmal sind wir spieler (ich nehme mich hier nicht aus) zu regelheft-fixiert und vergessen den gesunden menschenverstand. gerade bei geister macht eine andere spielweise überhaupt keinen sinn
chregi (der seine bösen geister dem gegner immer zum frass hinstellt)
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 13:21
von Roman Pelek
Hi Chregi,
natürlich macht Alex' Haltung, die Regel so klar und einfach zu halten wie möglich durchaus Sinn. Und auch beim Spielen der Geister liegt es eigentlich auf der Hand, dass so gespielt werden soll. Dennoch bin ich der Meinung, dass mit einem klitzekleinen Satz "Die Gesinnung geschlagener Geister wird dem Gegner gezeigt." man die Spielregel nicht sonderlich aufblähen dürfte und Zweifel beseitigt. Was ist denn besser daran, dass einige Leute nun Regelfragen stellen müssen? Gerade beim ersten Spiel mag man noch nicht ganz erfassen, ob's Sinn macht oder nicht.
Ich vertrete die Ansicht, dass Spielregeln so kurz wie möglich und so lange wie nötig sein sollen. Kurzum: alles drin, aber das so kurz und übersichtlich wie möglich. Und bei den Geistern ist "nicht alles drin" nach meinem Empfinden. Sie sind mir genau einen Satz zu kurz ;-) Wir diskutieren hier schließlich nicht drum, selbstverständliches auf 5 Beispiele zu verteilen, wie in einigen Regeln, die in diesen Punkten übers Ziel hinaus schießen. Aber selbst da gilt: wenn's klar ist, muß man diese Passagen ja dann nicht lesen...
Ciao,
Roman
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 15:12
von Chregi Hansen
Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Chregi,
>
> natürlich macht Alex' Haltung, die Regel so klar und einfach
> zu halten wie möglich durchaus Sinn. Und auch beim Spielen
> der Geister liegt es eigentlich auf der Hand, dass so
> gespielt werden soll. Dennoch bin ich der Meinung, dass mit
> einem klitzekleinen Satz "Die Gesinnung geschlagener Geister
> wird dem Gegner gezeigt." man die Spielregel nicht sonderlich
> aufblähen dürfte und Zweifel beseitigt. Was ist denn besser
> daran, dass einige Leute nun Regelfragen stellen müssen?
> Gerade beim ersten Spiel mag man noch nicht ganz erfassen,
> ob's Sinn macht oder nicht.
>
> Ich vertrete die Ansicht, dass Spielregeln so kurz wie
> möglich und so lange wie nötig sein sollen. Kurzum: alles
> drin, aber das so kurz und übersichtlich wie möglich. Und bei
> den Geistern ist "nicht alles drin" nach meinem Empfinden.
> Sie sind mir genau einen Satz zu kurz ;-) Wir diskutieren
> hier schließlich nicht drum, selbstverständliches auf 5
> Beispiele zu verteilen, wie in einigen Regeln, die in diesen
> Punkten übers Ziel hinaus schießen. Aber selbst da gilt:
> wenn's klar ist, muß man diese Passagen ja dann nicht lesen...
>
> Ciao,
> Roman
hi roman
natürlich hätte der von dir formulierte satz vielleicht die eine oder andere diskussion erübrigt. allerdings kommt es mir manchmal vor, dass gewisse spieler bewusst nach vergessenem oder ungenau formuliertem in den regeln ausschau halten und sich dann darüber aufregen, statt versuchen, den gesunden menschenverstand einzuschalten. was geister anbelangt, wäre es mir nie im traum in den sinn gekommen, das spiel anders zu spielen, und ich bekam es nicht erklärt, sondern ich habe es mir gekauft und selber beigebracht.
das erste spiel ist in diesem sinne immer ein herantasten, egal, ob die regel nun absolut perfekt ist oder nicht. und oft merkt man dann schnell, wo etwas gemeint ist, auch wenn es in den regeln vielleicht nicht oder falsch formuliert wurde (als beispiel fällt mir hier evo ein, wo bei einige genkarten das timing falsch formuliert war). bei anderen spielen hat sich herausgestellt, dass wir sie falsch gespielt haben, aber wir bleiben dabei, weil es uns so besser gefällt (z.b. can't stop).
im übrigen bin ich die meinung, dass es mindestens so schwer ist, eine gute regel zu schreiben, wie ein gutes spiel zu entwickeln. aber das ist ein ganz anderes thema.
gruss
chregi
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 15:32
von Johann Rüttinger
Chregi Hansen schrieb:
> im übrigen bin ich die meinung, dass es mindestens so schwer
> ist, eine gute regel zu schreiben, wie ein gutes spiel zu
> entwickeln. aber das ist ein ganz anderes thema.
Dazu möchte ich gerne einen Satz von Alex zitieren, den er immer wieder erwähnt. Er sagt ganz einfach: „Die Regel ist das Spiel.“
Herzliche Grüße
Johann
Gesunder Menschenverstand
Verfasst: 14. September 2001, 15:42
von Marten Holst
Moinle Chregi,
> > Woraufhin ich noch
> > einmal mit Alex darüber gesprochen habe. Er sagt: ?Was
> > logisch ist, muss man nicht extra erklären, das verlängert
> > nur unnötig die Spielregel.?
>
> das finde ich endlich mal eine vernünftige ansicht. manchmal
> sind wir spieler (ich nehme mich hier nicht aus) zu
> regelheft-fixiert und vergessen den gesunden
> menschenverstand.
Grundsätzlich stimme ich hier ja allen Meinungen zu (nennt mich "die FDP des Forums), aber ich bin manchmal auch überrascht, wenn ich mit bestimmten Spielern zusammen treffe, und deren Gesunder Menschenverstand (GM) ein völlig anderes Resultat hatte, als mein GM. Und gerade bei Spielen läuft dann der GM oft über das Thema, sodass bestimmte Verhaltensweisen von Spielern "in echt" kompletter Blödsinn wären, aber "im Spiel" durchaus Sinn machen - einige empfinden das als "Regellücke, die ich gefunden habe, toll", andere sagen "wie kann man nur, das kann so nicht gemeint sein" (häufig bei Postspielfußballmanagern auftretend), und ich stehe da, weiß genau, was richtig ist und keiner glaubt mir.
Und deswegen, obwohl ich Regelfuchser nicht sehr mag, gehört so etwas in die Regel. Dass man etwas vergisst, weil es einem offenkundig erscheint, ist völlig normal (ich hatte mal ein Spiel, bei dem nach Regelwortlaut einmal gewürfelt wird und das ganze Spiel für alle Spieler dieser eine Würfelwurf zählte, was keinen Sinn machte, nur dass der Autor nicht jedes Mal schrieb "der linke Nachbar würfelt nun", sondern "der linke Nachbar führt nun die Aktion [u]des[/u] Würfelwurfes aus"). Aber einen Regelteil absichtlich weg zu lassen, ist schon irgendwie fahrlässig - nix gegen Alechts, äh, nichts gegen Alex.
Tschüß
Marten (hat viel GM und ist auch sonst nicht ganz dicht)
Pangea - Regellücke
Verfasst: 14. September 2001, 16:18
von Carsten Wesel
Marten Holst schrieb:
>
> einige
> empfinden das als "Regellücke, die ich gefunden habe, toll",
> andere sagen "wie kann man nur, das kann so nicht gemeint
> sein"
Erinnert mich an die Regellücke in [i]Pangea[/i]. Dort steht irgendwo, daß ein Spieler das selbe Amulett nicht mehr als 1x kaufen darf. Das [b]selbe[/b] Amulett kann aber nicht mehrmals gekauft werden, das gleiche schon.
Gruß Carsten (gebt mir mehr Haare zum Spalten)
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 14. September 2001, 21:17
von Bernd Eisen
Hallo Chregi!
Ich bin davon ausgegangen, daß es so gespielt wird, wie angenommen, aber Sinn könnte es schon auch machen, sich die geschlagenen Figuren nicht zu zeigen.
Ich war schon soweit, zu Fragen, ob man dem Gegner nicht die Figur die schlägt zeigen muß (wie bei Stratego) - aber das ginge wohl zu weit.
Trotzdem noch viel Spaß beim Diskutieren.
Gruß
Bernd (der sich zu oft zu viele Gedanken macht :wink: )
Re: [OT] Pangea - Regellücke
Verfasst: 14. September 2001, 23:12
von Arne Hoffmann
Hallo Carsten!
Sind nach neuer Rächtschreibung nicht dasselbe und das gleiche eh dasselbe?Oder ist es nun das gleiche? :-?
- Arne - (es ist schon spät...)
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 15. September 2001, 13:00
von M. Schröder
In der alten Ausgabe ("Geister") besitzen die Figuren eine Markierung im Rücken(rot oder weiß), die der Besitzer dieser Geister immer sieht. Ich weiß nicht, was sich in der Neuauflage verändert hat, denn früher soll es - habe ich aber nie festgestellt - möglich gewesen sein, bei bestimmten Lichtverhältnissen diese Markierung zu erahnen. Ist die Markierung jetzt unter den Figuren? Wenn das stimmt, hat man vielleicht nur die alte Regel übernommen, in der ein solcher Zusatz nicht notwendig war.
Re: Die guten und die bösen Geister
Verfasst: 15. September 2001, 13:22
von Erhard Portner
Ob Ausgabe vom Schmidt-Spiele, von Noris, von Venice Connection oder von Drei Magier Spiele: die Geister sind immer gleich - mit der entsprechenden Markierung im Rücken - konstruiert.
Dass man die Markierung bei bestimmten Lichtverhältnissen erahnen kann, halte ich für ein reines Gerücht. Vielleicht mit bestimmten teuren Zusatzapparaten oder so...
Aber die Benutzung solcher Geräte ist - auch wenn das nicht ausdrücklich in der Regel vermerkt ist - nicht erlaubt!
Mit verspielten Grüßen
Erhard
[OT] Erlaubte Hilfsmittel
Verfasst: 17. September 2001, 15:27
von Marten Holst
Moinle Erhard,
> Aber die Benutzung solcher Geräte ist - auch wenn das nicht
> ausdrücklich in der Regel vermerkt ist - nicht erlaubt!
Waaas? Das steht nicht in der Regel und man darf es trotzdem nicht? Und wozu habe ich jetzt tausende von D-Mark für Trickspiegel und versteckte Kameras ausgegeben? ;)
Tschüß
Marten (der tatsächlich mal mit jemandem [i]ernsthaft[/i] darüber diskutieren musste, ob das Abfangen und Öffnen von Post im Postspielbereich erlaubt sei oder nicht... gibt schon Leute, auch unter Spielern...)