Seite 1 von 1
Titicaca
Verfasst: 20. Oktober 2001, 20:17
von Bernd Eisen
Hallo zusammen!
Kaum aus Essen zurück mußten wir gleich Titicaca ausprobieren.
Leider konnten wir es auf der Messe nicht Probespielen, nur einem Teil der Regelerklärungen beiwohnen. Jetzt nach der ersten Runde sind uns aber einige Sachen unklar:
Wenn man nach Runde 5 bzw. 10 Waffen zurückbekommt, wird dann für jeden Spieler separat ermittelt, wie lange seine längst Häuserkette ist? Und dementsprechend erhält er seine Waffen zurück? Dann kann man ja fast davon ausgehen, daß man sowieso immer seine ganzen Waffen zurückbekommt...
Was ist eine Häuserkette? Drei Häuser in einem Dreieck? Wie ist das mit Abzweigungen?
Mir erscheint das ganze Spiel bei guten Ansätzen bei weitem nicht ganz ausgereift.
Warum wertet man ganz am Ende nicht einfach alle Länder?
Denn so wie es ist, kann man sicher sein, daß einem 70 % aller Felder nicht wirklich etwas bringen.
Da hält man sich lieber beim Bieten zurück und kassiert immer schön "Waffen"-Punkte, oder?
Vielleicht hat schon jemand eine Meinung oder Idee.
Tschau+Grüße
Bernd
Re: Titicaca
Verfasst: 20. Oktober 2001, 21:10
von Christof Tisch
Bernd Eisen schrieb:
> Wenn man nach Runde 5 bzw. 10 Waffen zurückbekommt, wird dann
> für jeden Spieler separat ermittelt, wie lange seine längst
> Häuserkette ist? Und dementsprechend erhält er seine Waffen
> zurück? Dann kann man ja fast davon ausgehen, daß man sowieso
> immer seine ganzen Waffen zurückbekommt...
Man bekommt nicht »seine« Waffen zurück, sondern man bekommt wieder Waffen (im Grunde sind die Waffe hier ja die Währung). Die neuen Waffen nach See 5 und See 10 werden für jeden separat berechnet. Jeder bekommt die Anzahl der Häuser auf dem Feld + die längste Häuserkette mal drei. Wenn alle Häuser einzeln stehen also 1 x 3 für die längste Kette.
Nach 5 Runden (See 5) kann man nicht mehr als 5 Häuser gesetzt haben und die längste Kette ist höchstens 5 Häuser lang. Das wären dann im optimalen Fall alle 20 Waffen vom Anfang zurück. Die längste Kette ist aber meist 1 bis (höchstens) 3 Häuser lang was dann 8 bis 14 Häuser ergiebt (wenn man 5 Häuser eingesetzt hat).
> Was ist eine Häuserkette? Drei Häuser in einem Dreieck? Wie
> ist das mit Abzweigungen?
Habe ich in den Regeln und Beispielen grade nicht gefunden, aber ich denke eine Kette ist wenn man Häuser »in einem Zug abfahren könnte« (mir fällt kein bessere Ausdruck ein. Also sind drei Häuser im Dreieck eine 3er-Kette. Abzweigungen können nicht mitgezählt werden.
>
> Mir erscheint das ganze Spiel bei guten Ansätzen bei weitem
> nicht ganz ausgereift.
Ich bin der Meinung, dass das Spiel ziemlich gut ausgereift ist, dass aber der Einstieg nicht ganz leicht fällt, weil es viele kleine Regeln gibt, die man bei der ersten Partie nicht immer gleich parat hat. Wir haben in Essen die erste Partie nach 5 Seen abgebrochen, weil wir falsch gespielt hatten. Kurz vor Schluss haben wir bemerkt, dass wir eine Art von Wertung vergessen hatte (was das Ergebnis aber nicht wesentlich verändert hat).
Dein folgender Punkt bestätigt mir das:
> Warum wertet man ganz am Ende nicht einfach alle Länder?
> Denn so wie es ist, kann man sicher sein, daß einem 70 %
> aller Felder nicht wirklich etwas bringen.
> Da hält man sich lieber beim Bieten zurück und kassiert immer
> schön "Waffen"-Punkte, oder?
Es gibt dreimal Siegpunkte im Spiel:
1. nach See 5 werden angrenzenden Länder abgrechnet+ Waffen auf der Hand
1. nach See 10 werden angrenzenden Länder abgrechnet+ Waffen auf der Hand
3. am Schluss (nach See 15) werden ALLE Länder abgerechnet + Waffen auf der Hand + Längste Häuserkette x 3 (für jeden separat gezählt) + Anzahl aller Häuser auf dem Brett
(d.h. das die Sachen für die man bei ersten und zweitenmal Waffen bekommen hat nun als Siegpunkte zählen)
Es ist also nicht so dass 70 % der Felder nichts bringen, sondern, dass die Länder um See 5 und 10 zweimal gewertet werden (falls ein Land an beide grenzt gar dreimal) und die restlichen einmal. Jedes Feld ist also etwas wert (und die Häuschen die drauf stehen sowieso).
Mein Eindruck vom Spiel ist eher der, dass es recht gut durchdacht ist, sich aber nicht unbedingt beim erstenmal erschließt (zumal wenn man nicht ganz regelgerecht spielt). Es wird auch nicht alles ausführlich in den Spielregeln erklärt, man muss die Beispiele auch gut durchlesen.
Wenn man die Wertungen dann drauf hat, kann man sein Gebot viel besser einschätzen, und recht einfach nachrechnen, wieviel man für einen »Bauplatz« bieten sollte. Da nicht ausgegebene Waffen ja auch Siegpunkte sind sollte man also nicht mehr bieten, als man Siegpunkte dafür bekommt.
Ich hoffe das hilft weiter und bringt in der nächsten Partie den erwünschten Spielspass.
Viele Grüße
Christof Tisch
Re: Titicaca
Verfasst: 21. Oktober 2001, 00:35
von Bernd Eisen
Hallo Christof!
Danke für Deine ausführliche Antwort. Manche Details sind wirklich nur sehr schwer aus den Regeln rauszulesen. Gerade, daß am Ende doch alle Länder abgerechnet werden konnten wir nirgends finden, aber so dürfte das Spiel schon erheblich interessanter sein.
Bei den neuen Waffen hatte bei uns immer jeder seine 20 nach der 5. bzw. 10. Runde, da wir nicht wild alles verbraucht haben, sondern stets 4-8 Waffen zurückbehalten haben.
Aber wir werden es natürlich noch öfter ausprobieren.
Gut Spiel
tschau
Bernd
Re: Titicaca
Verfasst: 21. Oktober 2001, 07:37
von Helmut Lehr
Hallo,
als ich beim Hinschauen auf den Ausprobiertisch meinte, "Siedler" dort liegen zu sehen, bin ich erst mal weitergegegangen, ohne mich genauer damit zu beschäftigen.
MfG
Helmut
Re: Titicaca
Verfasst: 21. Oktober 2001, 09:14
von martina
hallo,
optisch kann ich dieses gefühl sehr gut nachvollziehen, spielerisch (zum glück) überhaupt nicht. habe erst eine testrunde hinter mir (plus eine früh abgebrochene, da fehlerhaft).
kein glücksfaktor, wertungsmechanismus nicht sofort offensichtlich (dank christofs beitrag etwas übersichtlicher), aber nach der ersten partie okay. aus jetziger perspektive hoher wiederspielwert.
die kombination regeln + beispiele sehr hilfreich, layout deutlich ansprechender als isi oder morisi, von der röhre abgesehen insgesamt sehr professionell. ich freue mich, sofort zugegriffen zu haben.
ciao
martina
Re: Titicaca
Verfasst: 21. Oktober 2001, 22:44
von Roman Pelek
Hi Bernd,
Bernd Eisen schrieb:
> Wenn man nach Runde 5 bzw. 10 Waffen zurückbekommt, wird dann
> für jeden Spieler separat ermittelt, wie lange seine längst
> Häuserkette ist? Und dementsprechend erhält er seine Waffen
Ja - es heisst "...in der längsten zusammenhängenden Kette [b]eigener Häuser[/b]." in der Regel.
> zurück? Dann kann man ja fast davon ausgehen, daß man sowieso
> immer seine ganzen Waffen zurückbekommt...
Teilweise sogar noch mehr, je nachdem, wie hoch die Spieler bieten. Dann gehen aber auch die Gebote meist wieder in die Höhe, so dass sich das reguliert.
> Was ist eine Häuserkette? Drei Häuser in einem Dreieck? Wie
> ist das mit Abzweigungen?
Hm, eine Kette ist eine durchgehende Reihe an Häusern - ohne Abzweigungen. Dabei ist die Form allerdings egal. Auch ein Dreieck ist eine 3er-Kette. Das ist analog zu den üblichen Kettenregelungen in Spielen.
> Mir erscheint das ganze Spiel bei guten Ansätzen bei weitem
> nicht ganz ausgereift.
Hm, wieso? Mir ist in drei Partien bisher kein Manko aufgefallen, das als "nicht ausgereift" gelten könnte, es dauert allerdings ein wenig, bis man ins Spiel findet und mitbekommt, welche Strategien/Aktionen was bringen. Bei anderen anspruchsvollen Spielen ist das jedoch nicht anders.
> Warum wertet man ganz am Ende nicht einfach alle Länder?
? Tut man doch, siehe "Siegpunkte zu Spielende" auf der letzten Seite. Es werden Häuseranzahl, Häuserketten, Waffen sowie [b]alle[/b] Länder gewertet.
> Denn so wie es ist, kann man sicher sein, daß einem 70 %
> aller Felder nicht wirklich etwas bringen.
100% der Felder bringen was, die Frage ist nur: wieviel ;-)
> Da hält man sich lieber beim Bieten zurück und kassiert immer
> schön "Waffen"-Punkte, oder?
Diese Strategie funktioniert eigentlich nur, wenn man das Spiel noch nicht kennt. Zum einen gibt's weitaus mehr Punkte zu holen als nur die Waffenpunkte. Zum anderen bringt gute Platzierung der Häuser (gerade Ketten) wieder viele Waffen. Heute hatten wir eine Spielerin mit 6 Häusern in einer Kette (3 Spieler), die hat allein dafür 18 Waffen bei See 10 bekommen. Das ist mit Sparen allein nicht wettzumachen.
> Vielleicht hat schon jemand eine Meinung oder Idee.
Ich denke, dass es bei Titicaca schlichtweg etwas dauert, bis man alle Finessen des Spiels durchschaut. Auf jeden Fall wird's bei uns von Mal zu Mal besser, aber ein bissl Geduld erfordert's schon. Erinnert mich ein wenig an ein "Kardinal & König", bei dem man zu Beginn auch von den verschiedenen Möglichkeiten, Punkte zu machen, überrumpelt wird und erst nach und nach die Taktiken und Strategien durchschaut. Aber das ist bei jedem guten, anspruchsvollen Spiel so. M.E. lohnt sich das "Reinspielen" in Titicaca auf jeden Fall. Zumindest lassen sich alle von Dir angesprochenen Punkte auf Missverständnisse oder "Anfängerfehler" zurückführen - uns ging's nämlich zu Beginn genauso... ;-)
Ciao,
Roman
Re: Titicaca
Verfasst: 22. Oktober 2001, 18:54
von Volker L.
Bernd Eisen schrieb:
> Bei den neuen Waffen hatte bei uns immer jeder seine 20 nach
> der 5. bzw. 10. Runde, da wir nicht wild alles verbraucht
> haben, sondern stets 4-8 Waffen zurückbehalten haben.
Um es nochmal ausdruecklich zu sagen (andere hatten das auch schon
indirekt getan): Du bekommst nicht nur [b]Deine[/b] Waffen
zurueck. Wenn Du z.B. eine Dreierkette und ein viertes
Einzelhaus hast, bekommst Du 3x3 + 4x1 = 13 Waffen zurueck.
Sollte es Dir gelungen sein, diese 4 Bauplaetze mit dem Einsatz
von nur 12 Waffen zu ersteigern, dann hast Du nach der Wertung
21 Waffen.
Gruss, volker
Re: Titicaca
Verfasst: 22. Oktober 2001, 19:20
von Bernd Eisen
Hallo Roman + die anderen!
Mir ist inzwischen einiges klarer und wir werden das Spiel natürlich noch öfter auf den Tisch bringen.
Was mich aber bei den Waffen dann interessiert: wo bekomme ich die Mehrwaffen her, wenn nur 5x20 Stück im Spiel sind?
Soll ich mir dann Zettel basteln, oder wie soll das gehen? Oder werden die reihum verteilt und der letzte bekommt eben weniger?
Ansonsten freue ich mich inzwischen schon auf die nächste Runde.
Grüße + ciao
Bernd
Re: Titicaca
Verfasst: 22. Oktober 2001, 19:26
von Volker L.
Bernd Eisen schrieb:
>
> Hallo Roman + die anderen!
>
> Mir ist inzwischen einiges klarer und wir werden das Spiel
> natürlich noch öfter auf den Tisch bringen.
> Was mich aber bei den Waffen dann interessiert: wo bekomme
> ich die Mehrwaffen her, wenn nur 5x20 Stück im Spiel sind?
> Soll ich mir dann Zettel basteln, oder wie soll das gehen?
> Oder werden die reihum verteilt und der letzte bekommt eben
> weniger?
Wieso nur 5x20? Mein Exemplar wartet zuhause noch darauf,
ausgepackt zu werden, aber sowohl in dem Musterexemplar fuer
die Probepartie als auch in dem Exemplar, das wir am Sonnabend
beim Spieletreff gespielt haben, waren mehr drin.
Nach dem Verteilen blieben noch ca. 5 6er und je 1-2 1er und
2er uebrig (wenngleich ich zugeben muss, dass gerade die
kleinen Werte ruhig in groesserer Anzahl haetten sein koennen -
dafuer haette ich dann lieber 5DM mehr bezahlt.
Gruss, Volker
Re: Titicaca
Verfasst: 22. Oktober 2001, 19:48
von Bernd Eisen
Hallo Volker!
OK OK, ich hab die Waffen jetzt auch nochmal nachgezählt - es sind tatsächlich etwas mehr drinnen, wie benötigt.
Aber da fällt mir noch eine Frage ein:
Setze ich die Tempel verdeckt, oder werden die vorher gezeigt?
Gruß
Bernd
Re: Titicaca
Verfasst: 22. Oktober 2001, 20:12
von Volker L.
Bernd Eisen schrieb:
> Setze ich die Tempel verdeckt, oder werden die vorher gezeigt?
Verdeckt.
Und zurueck bekommst du sie, sobald das Land, in dem der Tempel
stand, abgerechnet wurde, egal, ob Du den Tempel brauchtest
oder nicht (um schonmal einer moeglichen weiteren Frage
zuvorzukommen :-) ).
Gruss, Volker (der [b]jedesmal[/b], wenn er spaet abends aus dem
Urlaub oder von einer Dienstreise nach Hause kommt und naechsten
Tag wieder arbeiten muss, vergisst, die Schluessel fuer's Institut
wieder an seinem Schluesselbund zu befestigen, aber auch wirklich
[b]jedesmal[/b] :-( )