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VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 08:45
von Hans-Peter Anton
Hallo liebe Spieler,
in den Vici-Spielregeln ist eine Version für 1 oder 2 Spieler aufgeführt. Hat das schon mal jemand ausprobiert? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Wie suchen die fiktiven Spieler ihre Startprovinz und wie dehnen sie ihr Reich aus?
Das habe ich nicht genau verstanden? Könnt ihr mir das mal erläutern? Würde mich freuen und sag' schon mal Danke.
Gruß
Hans-Peter, der sich heute nachmittag mit seinem Sternenschiff aufmacht, um diesmal seine Frau zu besiegen.(hoffentlich) :grin:
Re: VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 09:49
von Gustav der Bär
Hans-Peter Anton schrieb:
> in den Vici-Spielregeln ist eine Version für 1 oder 2 Spieler
> aufgeführt. Hat das schon mal jemand ausprobiert?
Das hab ich. Neue Spiele spiele ich meist erst mal gegen mich selbst, damit ich eine Eindruck von der Spielmechanik bekomme, ehe ich mich daran mache, anderen die Regeln zu erklären. Da kommt ein ausgesprochene Solo-Version einem sehr entgegen.
> Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Das ist schon ganz unterhaltsam und hilft einem, die möglichen taktischen Züge besser zu lernen. Es ist nicht der ganz große Hit, aber ich finde es gut, dass sich ausser den US-Strategieispiel-Erfindern auch mal jemand anders Gedanken um Leute macht, die mal einen Abend allein zu Hause sind.
> Wie suchen die fiktiven Spieler ihre Startprovinz ...
Ein fiktiver Spieler wählt, wie du ja sicher in den Regeln gelesen hast, die für ihn wertvollste Provinz aus. Ignoriere den Nachsatz mit dem Verlust der Provinz (bei dem ich nicht die leiseste Ahnung habe, weshalb er da überhaupt steht) und stell dir vor, dass die wertvollste Provinz immer die ist, die dir dir meisten Punkte einbringt und dass über den längsten Zeitraum, also möglichst auch noch nach dem Niedergang des grade gegründeten Reiches.
Dazu schaust du dir die Zivilisationskärtchen des fiktiven Spielers an. Der Besitz eines Landwirtschaftskärtchens mit einer Säule macht zum Beispiel alle gelben Provinzen besonders wertvoll, also kommen gelbe Provinzen, die regelkonform als Startprovinzen in Frage kommen, schon mal in die engere Wahl.
Meist erkennt man mit ein paar Blicken, welche Provinzen überhaupt diese Kriterien erfüllen. Von denen scheiden dann noch alle aus, die schwerer zu erobern sind als andere (üblicher Weise also die, die bereits durch gegnerische Einheiten besetzt sind). Kommen dann immer noch mehrere Privinzen als Startprovinzen in Betracht, lässt du (beispielsweise) einen Würfel entscheiden, in dem du willkürlich eine Provinz mit "eins" bezeichnest" und dann würfelst und durchzählst.
> ... und wie dehnen sie ihr Reich aus?
Mit den selben Überlegungen. Ich denke, du wirst keine großen Schwierigkeiten haben, in jeder denkbaren Spielsituation festzustellen, welche erreichbare Provinz die mit den meisten Punkten und dem geringsten Eroberuns-Aufwand ist. Bei Gleichstand entscheidet weiter der Würfel.
Konnte ich mich etwas besser verständlich machen, als die Regel?
> Hans-Peter, der sich heute nachmittag mit seinem
> Sternenschiff aufmacht, um diesmal seine Frau zu
> besiegen.(hoffentlich) :grin:
Viel Spaß! Sternenschiff Catan ist mein persönlicher Essener Favorit - und mein Weib hat bisher auch eindeutig die Nase vorn, was die Anzahl der gewonnenen Spiele betrifft.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
Re: VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 12:06
von Markus Barnick
Also ich hab frustriert aufgegeben, weil ich mit der 1-2er Regel absolut nicht klargekommen bin. Ich hab sogar verzichtet, sie in meine faq aufzunehmen. Ich hab sie auch seither nicht mehr angeschaut. Das Rechenbeispiel war für mich absolut nicht nachvollziehbar.
Re: VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 14:32
von Gorodin
Meiner Meinung nach ist die Umsetzung von VINCI als Solospiel recht gut gelungen. Wenn man , wie es schon "Gustav der Bär" vor mir schon geschrieben hat, Spass daran hat, den hinter dem Spiel stehenden Algorithmen zu verstehen, macht die Soloversion durchaus Sinn. Mir schoss zwar sofort der Vergleich mit alten Computerspielen von Anfang der 80ger Jahre durch den Kopf, als die im Prinzip genau so funktionierten, ohne Ansätzen von KI oder ähnlichem, aber da das Spiel insgesamt ja sehr schön gestaltet ist, ist es durchaus auch eine Partie alleine wert.
Ich habe jetzt vier Solopartien gespielt und zwei davon gewonnen. Es scheint mir zumindest so auch recht ausgewogen, aber zugegeben: den Reiz eines Spiels mit richtigen Gegnern kann eine Solopartie wohl nicht erreichen.
Re: VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 17:11
von Michael Andersch
Hallo Gustav,
Gustav der Bär schrieb:
>
> > Wie suchen die fiktiven Spieler ihre Startprovinz ...
>
> Ein fiktiver Spieler wählt, wie du ja sicher in den Regeln
> gelesen hast, die für ihn wertvollste Provinz aus....und
> stell dir vor, dass die wertvollste Provinz immer die ist,
> die dir dir meisten Punkte einbringt und dass über den
> längsten Zeitraum, also möglichst auch noch nach dem
> Niedergang des grade gegründeten Reiches.
Das letztere sehe ich nicht so. Ich habe anfangs auch immer den Fehler gemacht, unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen das Optimum für die fiktiven Spieler rauszusuchen, z.B. auch im Angriffsfall bei gleichwertigen Optionen bevorzugt den führenden Spieler anzugreifen. Ich bin allerdings der Meinung, dass man es damit nicht übertreiben sollte, denn sonst hat man gegen die fiktiven Spieler so gut wie keine Chance.
Ich schaue also nur danach, welche Provinz dem fiktiven Spieler [b] im Moment [/b] am meisten einbringt. Sonst nichts.
Startprovinzen:
> Meist erkennt man mit ein paar Blicken, welche Provinzen
> überhaupt diese Kriterien erfüllen. Von denen scheiden dann
> noch alle aus, die schwerer zu erobern sind als andere
> (üblicher Weise also die, die bereits durch gegnerische
> Einheiten besetzt sind). Kommen dann immer noch mehrere
> Privinzen als Startprovinzen in Betracht, lässt du
> (beispielsweise) einen Würfel entscheiden, in dem du
> willkürlich eine Provinz mit "eins" bezeichnest" und dann
> würfelst und durchzählst.
Stimmt. Wobei hier durchaus seltsame Resultate entstehen können, z.B. wenn von der reinen Wertigkeit her zwei Provinzen absolut gleichwertig wären, eine aber von leeren Provinzen und die andere von besetzten Provinzen umgeben wäre. Ein menschlicher Spieler würde vermutlich erstere wählen, beim Auswürfeln kann der fiktive Spieler aber auch letztere zugeteilt bekommen.
Auch das nehme ich im Sinne meiner obigen Äußerung mittlerweile so hin.
Viele Grüsse,
Micha (der im Gegensatz zu Dir Vinci alleine nicht nur akzeptabel, sondern richtig gut findet!)
Re: VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 17:20
von Michael Andersch
Markus Barnick schrieb:
>
> Also ich hab frustriert aufgegeben, weil ich mit der 1-2er
> Regel absolut nicht klargekommen bin. Ich hab sogar
> verzichtet, sie in meine faq aufzunehmen. Ich hab sie auch
> seither nicht mehr angeschaut. Das Rechenbeispiel war für
> mich absolut nicht nachvollziehbar.
Welches Rechenbeispiel? Das, in dem ermittelt wird welches Feld zu erobern ist (benötigte Stärke zur Übernahme - 2x Wert)? Falls Du das meinst, was ist daran unklar?
-> Einfach für zwei (oder mehrere) Felder jeweils berechnen, das Feld mit dem kleineren Wert wird angegriffen, weil es mit dem geringsten Aufwand den höchsten Profit erzeugt.
M.E. ist die Solo-Regel wirklich simpel, was auch am Anfang mein Problem war. Man versucht einfach, mehr hinein zu interpretieren, als wirklich drin steht, weil man selber an Stelle des fiktiven Spielers oft anders handeln würde. Tut man das aber, und optimiert zu stark im Sinne des fiktiven Spielers ist es meiner Meinung nach sehr schwer, überhaupt eine Siegchance zu haben, da die fiktiven Spieler ja immer jede Menge Armeen bekommen.
Optimale Gruesse,
Micha
Re: VINCI alleine spielbar?
Verfasst: 18. November 2001, 20:41
von Hans-Peter Anton
Super. Danke für die ausführliche Antwort.
Grüsse aus Offenbach
Hans-Peter