Seite 1 von 4
Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 29. November 2001, 13:46
von Petra Schmidt
Kompetenz der so genannten Fachgeschäfte - gibt es die noch oder ist Adlung doch ein zu kleiner Verlag, den man als Fachverkäuferin nicht kennen muss?
Ich hätte gerne noch die zwei Spiele „Vom Kap bis Kairo“ und „Winhard“ von Adlung und nachdem ich in letzter Zeit schon des öfteren, zum Teil größere Bestellungen getätigt habe, versuche ich diese zwei kleinen „Spielchen“ vor Ort einzukaufen – leider ohne Erfolg.
Hier meine Odyssee durch ein paar ortsansässige Geschäfte:
Als erstes versuch ich es in einem wirklich großen Fachgeschäft, am Rande der Stadt. Dort gibt es eigentlich auch viele, zum Teil kompetente Verkäuferinnen und es gibt sogar Spiele von Adlung – nur die Neuen gibt es leider noch nicht.
Als zweites versuch ich es in der Innenstadt, in einem kleinen (aber Fach-)Geschäft. Auch die haben Spiele von Adlung. Als eine Verkäuferin auftaucht, frage ich, ob sie nicht die neuen Kartenspiele von Adlung hätten? „Adlung? Was ist denn das für ein Spiel?“ „Nein,“ sage ich „Adlung ist kein Spiel, sondern ein Verlag …“ und gehe ans Regal und zeige ihr ein paar andere Spiele aus der Reihe „Nein,“ antwortet sie darauf „kenne ich nicht. Kennst Du Dich damit aus?“ fragt sie eine vorbei kommende Kollegin. „Neinnnnn …“ antwortet diese. Angeblich soll sich eine Kollegin auskennen und gleich kommen, doch leider ist diese Kollegin wohl auch die Fachkraft für die Kasse und kommt ewig nicht. Naja, die Spiele stehen ja eh nicht im Regal. Nach wirklich langem Warten gehe ich – das war gestern.
Heute starte ich meinen dritten und nun wohl auch letzten Versuch. Ich gehe in die Spielzeugabteilung einer großen Kaufhauskette und versuch dort mein Glück. Es herrscht reges Treiben. Irgendwann spreche ich dann eine hektisch vorbei hastende Verkäuferin an – Adlung, nein, kennt sie nicht und verweist mich an eine Kollegin. Die Kollegin weiß auch nicht bescheit und versichert mir, dass sie aber andere Kartenspiele hätten. Nein, die will ich nicht – ich möchte etwas von Adlung. Nein, kennt sie nicht und außerdem sei sie eh von Ravensburger. Als ich dann behaupte, na ja, auch wenn sie von Ravensburger sei, sollte sie doch ein bisschen Bescheid wissen, was die Konkurrenz so macht, bekomme ich eine sehr barsche Antwort, dass sie das Überhaupt nicht interessiere und dass man bei so vielen Spielen nicht alle kennen kann. Sie fragt noch eine vorbei kommende Kollegin und auch die kennt sich nicht aus und versichert mir, dass es viel zu viele Spiele gibt. Auch mein Kommentar, dass ein Spiel von Adlung schon mal auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres war, fruchtet nicht. Schließlich meldet sich die Fachverkäuferin von Ravensburg wieder zu Wort und meint, dass auch andere Fachgeschäfte diesen Verlag nicht führen würden. Sie hätte drei Jahre beim Geschäft XYZ (besagtes Geschäft wo ich meinen ersten Versuch startete) gearbeitet und auch die würden die Spiele nicht führen – ich widerspreche, dass die die Spiele doch mittlerweile im Programm hätten, nur halt noch nicht die neuen. Ich habe nun keinen Bock mehr und schleiche von dannen.
Bleibt doch bloß die Bestellung über den Versandhandel – schöne Weihnachten :-x
Petra
Re: S/M im Spielefachladen
Verfasst: 29. November 2001, 14:17
von Frank"Riemi"Riemenschneider
Hi Petra,
jedes Jahr, im Winter, gebe ich meiner Frau meinen Wunschzettel für das Fest der Liebe.
Jedes Jahr (nach der Bescherung) erzählt mir dann meine Frau wie sie von den sogenannten Fachverkäufer "beraten" worden ist, bzw. wie sie beraten hat.
Spiel des Jahres 2001 ist doch SvC, :-( .......... nicht? Ach nein, dass war doch Tikal.
Ich aber habe für diesen armen Fachverkäufer Verständnis. ;-)
Da kommen doch welche hin und erdreisten sich mehr von der Materie zu verstehen als die Fachkraft. Das kann doch nicht sein! Unverschämt! Schließlich macht man das nicht zum Vergnügen. Nein, es wird auch noch bezahlt.
Wenn nur diese Klugscheißer nicht immer wären.
Gruß
Riemi (Spielefachverkäuferquäler)
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 29. November 2001, 14:22
von Wolfgang Ditt
Hallo Petra,
ich kann hier nur das Gegenteil sagen. In Gütersloh (Einwohner < 100.000) ist es kein Problem, Adlung-Spiele zu bekommen und die Beratung in beiden Fachgeschäft ist bzgl. Gesellschaftsspiele sehr gut.
Ich habe nicht versucht, die neuen Adlung-Spiele dort zu bekommen, kann dazu also nichts konkretes sagen. Man darf es aber der Fachverkäuferin sicher nicht übel nehmen, wenn sie sich bei dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft erst mit Herr der Ringe oder Harry Potter Spielen beschäftigt als mit kleinen Kartenspielen. Und bei über 100 Neuheiten in Essen kann man auch nicht erwarten, dass irgendjemand sie alle kennt. Das schaffen ja nicht einmal wir Vielspieler.
Wolfgang
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 29. November 2001, 14:59
von Gerd Stocker
Hallo Petra,
ich wohne in einem Ort mit ca. 8000 Einw. und hier gibt es ein Spiele-Fachgeschäft mit sehr guter Beratung und natürlich auch mit den neuen Adlung spielen!!
Gruß
Gerd
Ich verlange ja gar keine Beratung
Verfasst: 29. November 2001, 15:17
von Petra Schmidt
Hallo Wolfgang,
Ich habe in einer Stadt mit ca. 200 000 Einwohnern gesucht, aber nach einem Zitat von Berthold Brecht, ist das beste an Augsburg die Zuglinie nach München ;-)
Beratung bezüglich Spielen verlange ich ja schon gar nicht. Was ist in meinem Fall (leider) verlangt habe, war, zumindest mal den Verlag zu kennen - und genau da setzt es schon bei vielen aus. Die wissen ja nicht mal, dass wie in dem einen geschilderten Fall, sie diesen Verlag im Regal haben. Ich habe mir dann noch die Mühe gemacht, ein bisschen was zu erkläreren, z.B. das es kleine Spiele sind (u.a. Meuterer, Verräter), die aber trotzdem zum Teil den Charakter eines großen Spiels haben.
Wenn ich heute in ein Buchgeschäft gehe, verlange ich auch nicht, dass die alle Titel und Autoren kennen, aber die Verlage sollten sie schon einigermaßen kennen, auch kleine und da denke ich, ist Adlung eigentlich bei den Spielen gar nicht so klein - ODER?
Petra (die halt doch wieder bei der netten Dame, Barbara :-) z.B., am Telefon bestellt und die drei Mark irgendetwas lieber in Porto als in Parkgebühren investiert)
Fachverkäufer
Verfasst: 29. November 2001, 15:56
von Bettina
Frank"Riemi"Riemenschneider schrieb:
> Ich aber habe für diesen armen Fachverkäufer Verständnis. ;-)
Welche Fachverkäufer?
Gerade jetzt werden Aushilfen eingestellt, um das Weihnachtsgeschäft zu "schaffen"!
>
> Da kommen doch welche hin und erdreisten sich mehr von der
> Materie zu verstehen als die Fachkraft. Das kann doch nicht
> sein! Unverschämt! Schließlich macht man das nicht zum
> Vergnügen. Nein, es wird auch noch bezahlt.
> Wenn nur diese Klugscheißer nicht immer wären.
Kenn ich irgendwoher :-? ;-)
Gruss
Bettina
Re: Ich verlange ja gar keine Beratung
Verfasst: 29. November 2001, 16:03
von Helmut Lehr
Hallo,
nachdem ich letzthin angerufen worden bin, dass in dem größten Spiele-Fachgeschäft in Gießen das Spiel "M" von Abacus nicht zu erhalten war und man den Verlag nicht finden konnte, habe ich gerade einen Testanruf gestartet mit dem Ergebnis, dass der Großhändler diesen Verlag nicht in seinem Programm habe (wohl Vedes?), das Spiel aber extra bestellt werden könnte. Der Preis wurde mir mit 12 "Mark" 95 angegeben. Euro wäre richtig gewesen.
Spiele-Fachberatung ist für mich kein Thema mehr, weil sie bei uns nicht stattfindet.
MfG
Helmut
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 29. November 2001, 16:37
von Hanno Schwede
Hallo Petra
schade das Du auf den Versandhandel ausweichen musst. Auch wenn es grade in der Spieleszene einen in meinen Augen sehr guten Versender gibt, finde ich die unterstützung kleiner Fachgeschäfte sehr wichtig für die Einkaufskultur, auch wenn es mal ne Mark mehr kostet.
Allerdings haben die Fachgeschäfte auch eine Verpflichtung gegenüber dem Kunden. Sie sollten in der Lage sein kompetent zu Beraten, auch aussergewöhnliche Wünsche so zu erfüllen und auch über Informationen zu verfügen die man sonst in der Form nicht bekommt.
Grade der erste Punkt, kompetente Beratung umfasst halt nicht nur die Kenntnisse über sämtliche Verlage am Markt sondern auch das man die Spiele aus deren Programm kennt und auch auf die entsprechenden Kunden zugeschnitten beraten kann und auch das Speelfeeling rüberbringt. Allerdings ist es grade kurz nach den Messen schwer, jedes Produkt zu kennen und auch beraten zu können, grade die Zeit zwischen Essen und Weihnachten ist doch recht kurz.
Aussergewöhnliche Wünsche, egal ob die englischsprachige Anleitung für Bamboleo oder Handgefertigte Spieltisch alles ist möglich und jeder Kunde hat ein Recht auf die entsprechende Beratung.
Informationen, wer was wann wo dafür gibt es zum Glück das Forum und andere Internetsites....
All diese Zusatzdienste kosten Geld, die man im Versandhandel nicht findet, deshalb ist auch der Preis unter Umständen etwas höher als dort. Auch alle Spieler sollten sich überlegen ob sie nicht bereit sind jetzt noch für ein Carcassonne 24.90 zu bezahlen statt 19,99 oder noch weniger, man sollte nicht vergessen das Carcassonne mal 34,90 gekostet hat und auch zu diesem Preis kalkuliert wurde....
Ich sollte bei diesem Posting allerdings nicht ausser acht lassen das der Verfasser auch im Einzelhandel als Fachkraft arbeitet und diesen Job eine ganze Menge Freizeit opfert, das kann nicht von normalen Verkäufern verlangt werden, da diese im Normalfall noch eine Familie haben und nicht über die Freizeit eines Studenten verfügen.... in der sie sich zu ihrem Themengebiet weiterbilden können....
sigdmwwt SPIELEN
Hanno, der Petra mal zu seinem arbeitsplatz einladen würde wenn augsburg nicht soooooooooooooooo weit wech wäre
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 29. November 2001, 18:58
von Reinhard Pichler
Mich wundert es doch sehr, dass gerade in Deutschland, wo doch die Spielkultur so gepriesen, gepflegt und gesellschaftlich verankert wurde, wie in keinem anderen Land, die Kompetenz in den Spielwarenfachgeschäften fehlen sollte. Und ich meine wirkliche Fachgeschäfte und keine Lebensmittelketten, die vor Weihnachten ihre Regale mit Spielwaren befüllen um ebenfalls vom Kuchen noch ein Stück abschneiden zu können.
Diese Aussage, würde ja bedeuten, dass der Endverbraucher (der aktive Spieler), sich mehr mit den Spielen beschäftigt, als ein(e) Angestellte(r) im Spielwarenfachgeschäft. Wobei der Spieler seinen Wissensstand ja meistens in seiner Freizeit und nicht während seiner Arbeitszeit aufbaut.
Kann oder darf jetzt so ein Spieler, der ja weit aus mehr weiß als ein Otto Normalverbraucher - von einem Angestellten des Spielwarenfachgeschäftes verlangen (der ja auch Familie zu Hause hat), dass dieser sich mit den jährlichen Neuheiten in seiner Arbeitszeit und/oder Freizeit beschäftigt? Wenn ja, mit welchen Neuheiten und in welchen Ausmaß? Da der Angestellte vielleicht gar nicht alle Spiele zur Verfügung hat, weil diese ihm durch seinem Einkäufer vorenthalten wurden. Weiters offenbaren sich bei fast allen Brettspielen die Möglichkeiten, die Spielrythmen und der Spielreiz erst nach mehreren Partien. Und durch die Spielbereitschaft der Menschen, sind ja erst die vielen Verlage entstanden, die natürlich jetzt mit ihren jährlich veröffentlichten Spielen einen Angestellten des Spielwarenfachgeschäftes fordern oder teilweise überfordern.
Die bevorzugte Vorgehensweise eines Spielers ist natürlich die Beratung im Spielwarenfachgeschäft zu nutzen und der günstige Einkauf in einer Grosshandelskette. Doch in den Grosshandelsketten werden kaum Kleinverlage (zB Adlung) zu finden sein. Was tun wenn diese Kleinverlage auch nicht mehr in den Spielwarenfachgeschäften zu finden sind? Versandhäuser? Internetbestellungen? Finde ich dort wirklich diese Gespräche, die ich eigentlich suche?
Daraus sollte sich eigentlich nur ein Schluss ergeben. Erst durch diese persönliche fachliche Beratung, den Extras (zB "Die ultimative Passagierabholtabelle" von Wolfgang Ditt für das Spiel Missisippi Queen), einem gut ausgewählten Spieleangebot und einer gewissen Freundlich- und Gemütlichkeit können diese Spielwarenfachgeschäfte überleben. Mehr verlangen wir Spieler in unserer Bescheidenheit ja auch nicht. Oder ist das zuviel des Guten?
Habt Ihr euch schon einmal die Frage gestellt, ob die Spielwarenfachgeschäfte uns eigentlich wollen. Die wirklichen Spieler sind nicht die Masse im Weihnachtsgeschäft. Wirtschaflich gesehen, eine vernachlässigbare Einheit. Der Aufwand um diese Spieler zufrieden zu stellen ist relativ hoch. Die Spiele selbst haben eine lustige oder interessante Vorderseite oder sind gerade IN (zB Harry Potter), eine Erklärung auf der Schachtelrückseite und wenn sie gut sind sogar eine Auszeichnung (Spiel der Spiele, Spiel des Jahres usw.). Diese Kritierien reichen vollkommen aus um ein Spiel an den Mann oder Frau zu bringen. Die Spieler werden immer mehr zu den Versandhäusern (Internetbestellungen), Ludo- und Bibliotheken und Messen gedrängt oder zu den Läden die wirklich von Spielebegeisterten geführt werden und aus ihrer Passion ihren Beruf gemacht haben.
Ein etwas traurige Zukunftsvision, aber keine unrealistische.
reinhard
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 29. November 2001, 19:43
von Klemens
Kleiner Beitrag aus Österreich bzw. Graz:
Bei uns ist es generell etwas schwerer an Kleinverlag-Spieler heranzukommen, aber ich muss/darf eher von positiven Erlebnissen berichten:
Das Vedes Fachgeschäft um die Ecke hat nette (junge) Verkäuferinnen die WIRKLICH bemüht sind. kennen sie etwas nicht wird im Computer bzw. auf der Liste nacheschaut - ist es bestellbar wirds bestellt.
Bei einem tratitionsreichen Spielwarengeschäft werden die Verkäuferinnen auf so eine Art Seminare geschickt, auf denen sie die neuen Produkte probespielen können (müssen?) - das ist eine feine Sache obwohl meist Kleinverlagsspiele auf der Strecke bleiben.
Dann gibts noch einen kleinen Spielwarenhändler, der eigentlich auch sehr kooperativ ist (und sogar - für Österreich toll - Civilisation in der Auslage hat).
Und in Wien gibts die Spielerei - die haben wirklich viel!
MfG Klemens
und... nicht alle VerkäuferInnen sind schlecht ;)
und... nicht überall ist der Kunde Feind Nr. 1
Wen interessiert schon Kompetenz?
Verfasst: 29. November 2001, 20:23
von Gerald Rüscher
Tja ... das von Petra beschriebene Phänomen ist nicht die Ausnahme sondern die Regel und es ist nicht auf unser Hobby begrenzt sondern wird mehr und mehr zur Massendiagnose: kurz angelernte 630-Marks-Kräfte ersetzen Fachverkäufer und da wo es noch Fachverkäufer gibt, wird die Know-How-Decke immer dünner.
Aber kann man das den Betrieben übel nehmen? Nein, denn der Motor dieser Entwicklung sind wir selbst, die Verbraucher. Denn in letzter Instanz entscheidet für die meisten von uns dann doch der Preis. Wie viele Leute habe sich schon bei Spezialisten in der Innenstadt Beratung geholt um dann den Kram doch bei Toys'R'Us oder Media Markt zu kaufen? Wer ohne Sünde ist ...
Bestes Beispiel ist Elektro-Brinkmann, bundesweit agierende Kette die versucht hat, Marktanteile durch kompetente Beratung und Service zu erlangen. Und wo sind sie jetzt? Vor'm Insolvenzverwalter. Gleiches gilt für 100 andere Branchen. Vor einem Jahr hat noch alles wegen BSE rumgeheult und nach Qualitätsfleisch geplärrt. Und nun? Nix mehr, keine signifikant nachhaltiger Veränderung im Verbraucherverhalten. Schnitzel das Kilo für 7.77 bei Rewe, so soll es sein.
Die Spielebranche in ihrer ökonomischen Bedeutungslosigkeit reiht sich da nur nahtlos ein in den ganz normalen Trend.
Gruß & nice dice,
Jerry
Re: Wen interessiert schon Kompetenz?
Verfasst: 30. November 2001, 00:36
von Roman Pelek
Hi Jerry,
>Aber kann man das den Betrieben übel nehmen? Nein, denn der Motor dieser Entwicklung sind wir selbst, die Verbraucher. Denn in letzter Instanz entscheidet für die meisten von uns dann doch der Preis. <
Eben drum, das ist ja das Dilemma. Ich find's ebensowenig begrüßenswert, wenn ein Fachhandel einen durchaus bekannten Verlag nicht kennt oder Informationen darüber binnen kurzer Zeit einholen kann, aber wir verschulden das auch selbst. Wenn ich mir manche Kommentare ansehe, die darauf abzielen, dass man Spiele immer nur dort kauft, wo sie am billigsten sind oder wartet, bis sie verramscht werden, ist sowas leider die natürliche Konsequenz.
Ciao,
Roman (lässt sich auch mal gerne zu einem etwas teureren Spontankauf im Spieleladen hinreissen, auch wenn das Budget nicht bei allem dafür reicht :-))
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 10:26
von Christian Hildenbrand
Ciao Petra !
Schade, daß Du das nicht zufällig gestern Abend beim Spielen erzählt hast, dann hätte ich Dir nämlich mal ganz spontan sagen können, daß Brecht zwar recht hatte, wenn er meint, Augsburg sei nur zur Durchfahrt nach Müncehn geeignet, aber nur, wenn Du in München nicht zum Spielekauf gehen willst ! Denn das versuche ich hier nun schon seit 5 Jahren...
In den ganzen Jahren habe ich nur Dilettanten auf diesem Gebiet kennengelernt, sei es in der großen Spielwarenabteilung des Müllers im Tal, des Kaufhofs am Marienplatz oder des Karstadts am Stachus. Selbst mein kleiner Spielzeugladen unten im Haus hatte oft nicht die geringste Ahnung, was ich suchte. Der einzig brauchbare ist / war (leider wohl bald...) in Grafing draußen, also nicht gerade ums Eck (für Nicht-Münchner: etwa 40-50 min mit S-Bahn und kurzem Fußweg ... wenn alles pünktlich fährt !).
Wenn mir eine angebliche Spielwaren-Fachverkäuferin nicht mal helfen kann, wenn ich "RoboRally" von AMIGO (wirklich nicht der unbekannteste Verlag...) suche, weil das gerade im Angebot ist, oder aber ein neues Kartenspiel (wieder von AMIGO...), dann denke ich, sind die Leute wohl zu faul und bequem sich zu erkundigen über das Zeug, das sie an den Mann / Frau bringen sollen. Und das ist eigentlich schon eine Unverschämtheit, denn an andere Arbeitnehmer werden schließlich auch Anforderungen betreffs Fachkompetenz gestellt (stellt Euch mal einen Taxifahrer vor, der jede Stadtfahrt erst mal auf dem Stadtplan nachliest bevor er losfährt...).
Ich glaube, das wird aber ein endloses Thema bleiben, von dem her bis zum nächsten Mal in diesem Theater !
Viele Grüße aus München !
Ciao, Christian (...müde weil spät ins Bett...)
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 11:29
von "JOBO"Joachim Bonitz
Moin Petra!
Das Phänomen der nicht vorhandenen Fachkompetenz und Freundlichkeit von Verkäufern zeigt sich leider nicht nur in Spielzeugfachgeschäften sondern zieht sich mittlerweile durch die gesamte Landschaft der sogenannten Fachgeschäfte. In der heutigen Zeit zielt man wohl eher auf Umsatz und Profit und weniger auf kompetente Beratung. Auf der einen Seite verständlich, da eine ausgebildete Fachkraft natürlich erheblich teurer ist als eine Aushilfskraft oder angelernte Kraft. Was mich jedoch immer ärgert, ist die "Bocklosigkeit" und Unfreundlichkeit vieler Verkäufer, egal ob Fachkraft oder Hilfskraft. Selbst wenn man nicht sofort eine Auskunft über einen bestimmten Artikel parat hat, kann man sich zumindestens bemühen, etwas näheres darüber in Erfahrung zu bringen. Selbst wenn man eine ehrliche Antwort bekommt die Unwissenheit bescheinigt, ist das noch kein Beinbruch, wenn sie denn freundlich kommt.
Allerdings kommt es leider immer häufiger vor, dass der Kunde noch angepflaumt wird bzw. mit Ignoranz oder "Ich habe jetzt gerade keine Zeit" bedacht wird. In diesen Fällen reagiere ich ziehmlich sauer. Meistens sage ich den Verkäufern dann, sie sollten doch besser kündigen und sich einen anderen Job suchen, da Sie ja wohl keinen Bock auf Ihren jetzigen Job haben. Vielleicht nicht unbedingt die feinste Art aber manchmal hilft es.
Na ja, vielleicht habe ich ja auch einen zu hohen Anspruch, aber wie sagte mein Großvater schon: "Jung, denk dran, in der Zeit wo Du etwas verkehrt gemacht hast, hättest Du es auch richtig machen können!" :D
In diesem Sinne, tschoe aus Aachen
Joachim!
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 11:34
von Roman Pelek
Hi JoBo,
>Allerdings kommt es leider immer häufiger vor, dass der Kunde noch angepflaumt wird bzw. mit Ignoranz oder "Ich habe jetzt gerade keine Zeit" bedacht wird. In diesen Fällen reagiere ich ziehmlich sauer.<
Oh ja, das kam auch schon einmal vor. Da habe ich dann dezent zurückgefragt, wie sie denn den Begriff "Verkäufer" definieren (ich hätt's eher "Kundenvergrauler" genannt). Wenn zu Unwissenheit noch Unverschämtheit kommt, reisst mir auch der Geduldsfaden. Wenigstens ein bissl grundlegende Bemühung um den Kunden sollte schon da sein, sonst ist man auch in einem 630DM-Nebenjob fehl am Platze...
Ciao,
Roman
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 12:15
von Jürgen Schmidt
Christian Hildenbrand schrieb:
>
> Ciao, Christian (...müde weil spät ins Bett...)
Oh, hat es bei euch noch länger gedauert?
Welche Erfahrungen hast du mit dem Spielwaren-Obletter gemacht? Der ist doch eigentlich auch ganz gut bestückt?
Jürgen (müde, weil früh aus dem Bett ...)
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 12:31
von "JOBO"Joachim Bonitz
Roman Pelek schrieb:
>
> Hi JoBo,
>
> Oh ja, das kam auch schon einmal vor. Da habe ich dann dezent
> zurückgefragt, wie sie denn den Begriff "Verkäufer"
> definieren (ich hätt's eher "Kundenvergrauler" genannt). Wenn
> zu Unwissenheit noch Unverschämtheit kommt, reisst mir auch
> der Geduldsfaden. Wenigstens ein bissl grundlegende Bemühung
> um den Kunden sollte schon da sein, sonst ist man auch in
> einem 630DM-Nebenjob fehl am Platze...
>
> Ciao,
> Roman
Moin Roman,
das wäre wirklich einmal eine interessante Frage, die man an die Verkäufer stellen sollte. Was Sie sich wohl unter dem Begriff vorstellen und mit welchen Tätigkeiten bzw. in den meisten Fällen eher "Nichttätigkeiten" sie diesen Begriff verbinden.
Manchmal hat man in der Tat den Eindruck, dass die Verkäufer meinen, einzig Ihre Anwesenheit im Geschäft berechtigt Sie zum Empfang eines Gehalts :mad: .
Tschoe aus Aachen
Joachim!
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 12:44
von Roland G. Hülsmann
Wenn auch ahnungslose Verkäufer einm Ärgernis sind, so ist es nich immer (oder eigentlich eher selten) Schuld des Verkäufers. Denn wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung (während der Arbeitszeit) nicht forciert oder vielleicht gar nicht möchte, hat der Verkäufer wenig Chancen. Und wenn er zwischendurch noch Lagerarbeiten und ähnliches machen muß, dann kann das Argument "keine Zeit" wirklich stimmen.
Ich befürchte eher, daß in Zukunft Beratung und Verkauf getrennt sein werden. In den großen Läden findet ja heute schon kaum mehr Beratung statt, sondern nur noch Verkauf. Die Verkäufer packen es ja gerade, den Kunden irgendwelche Waren aus Vitrinen oder Regalen zu holen. Für längere Beratungen fehlt oft wirklich die Zeit und das Personal. Andere Kunden sollen schließlich nicht warten müssen (ich will ja auch nicht warten). Man wird sich mehr oder weniger dran gewöhnen müssen, daß man sich die Infos und Beratung selbst an anderer Stelle holen muß. Das finde ich zwar nicht toll, wird aber wohl so kommen.
Kurz: Die Schuld für deartige Entwicklungen sehe ich weder bei den Verkäufern, noch bei den Kunden, die ja schließlich auch mit sinkenden Realeinkommen leben müssen. Die Sache ist da schon ein wenig komplexer!
Roland
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 13:13
von Roman Pelek
Hi Roland,
Hi Roland,
Roland G. Hülsmann schrieb:
> Wenn auch ahnungslose Verkäufer einm Ärgernis sind, so ist es
> nich immer (oder eigentlich eher selten) Schuld des
> Verkäufers. Denn wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung
> (während der Arbeitszeit) nicht forciert oder vielleicht gar
> nicht möchte, hat der Verkäufer wenig Chancen. Und wenn er
> zwischendurch noch Lagerarbeiten und ähnliches machen muß,
> dann kann das Argument "keine Zeit" wirklich stimmen.
Dass ein Aushilfsverkäufer z.B. keine Kenntnis oder auch Zeit hat, Detailfragen zu beantworten, ist vollkommen nachvollziehbar. Es geht aber auch um das Auftreten, und das sollte doch bei banalen, kurzen und neutral vorgetragenen Fragestellung ("Tschuldigung, können sie mir sagen, wo Produkt XY steht?") mindestens neutral, wenn nicht sogar höflich sein ;-) Ich denke nicht, dass wir hier von Aspekten wie Fachkenntnis oder umfangreiche Beratung geredet haben, die wirklich oft nicht leistbar sind... Und selbst wenn es in Einzelsituationen durch überforderte Aushilfskräfte wirklich nicht leistbar sein sollte, einfache, freundlich vorgetragene Fragen in höflichen Umgangstun zu beantworten, dann kann das Problem meinetwegen auch in der Chefetage liegen und nicht die Schuld des Verkäufers sein, doch muss sich dennoch kein Kunde so etwas gefallen lassen.
> Kurz: Die Schuld für deartige Entwicklungen sehe ich weder
> bei den Verkäufern, noch bei den Kunden, die ja schließlich
> auch mit sinkenden Realeinkommen leben müssen. Die Sache > ist da schon ein wenig komplexer!
Das die Gesamtsituation komplex ist, hat ja keiner bestritten. Es gibt aber Teilaspekte, die dazu nicht unbeträchtlich beitragen. Dazu gehört heute auch, dass man verlangt, mit seinem Einkommen die größtmögliche Warenmenge zu erwerben, und dann aber auch teilweise die Beratung, die man in Anspruch nimmt, nicht honoriert. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, muss sie auch bezahlen, sonst wird diese Leistung nicht mehr fortbestehen - und das ist ein erschreckend einfaches und durchaus zutreffendes Gesetz des Marktes, das da auch beträchtlich mit reinspielt. Die Hintergründe, warum Leute heutzutage so handeln, und mit wie viel Finanzspielraum der Einzelne auszukommen hat, sind allerdings durchaus komplex.
So oder so gibt's viele Facetten des Problems: mangelndes Fachpersonal, teils unhöfliche Verkäufer, mangelnde Bereitschaft, Spielepreise im Fachhandel zu bezahlen, Einkommenssituation, das Spieleangebot/Vertrieb, Schulungen oder Nicht-Schulungen.
Was man allerdings selbst durchaus positiv beeinflussen kann, ist eben auch eine gute Beratung durch eine gute Bezahlung zu honorieren bzw. eine schlechte Beratung durch Nichtkauf. Was soll man auch sonst als Kunde machen? Ich persönlich bin jedenfalls bereit, gute Leistungen mit höheren Preise zu entlohnen, aber genausowenig sehe ich ein, schlechte Beratung oder ausfallendes Verhalten in irgendeiner Weise "finanziell verständnisvoll" zu ertragen. Egal, was die Gründe sind, letztendlich unterstützt man in einem marktwirtschaftlichen System durch Kauf und entzieht Grundlagen durch Nichtkauf. Da mag das Problem komplex sein, aber das sind die schlichten Triebfedern. Das komplexe ist m.E. eher das Käuferverhalten, das sowas mitfördert.
Ciao,
Roman
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 13:24
von Roland G. Hülsmann
Roman Pelek schrieb:
> Es geht aber auch um das Auftreten, und das
> sollte doch bei banalen, kurzen und neutral vorgetragenen
> Fragestellung ("Tschuldigung, können sie mir sagen, wo
> Produkt XY steht?") mindestens neutral, wenn nicht sogar
> höflich sein ;-)
Da stimme ich Dir natürlich zu. Obwohl man auch einem Verkäufer zugestehen muß, daß er mal einen schlechten Tag hat und das mit dem höflichen Auftreten nicht immer gebacken kriegt. Aber das sollten seltene (sehr seltene!) Ausnahmen sein.
> ... und dann aber auch teilweise die Beratung, die
> man in Anspruch nimmt, nicht honoriert. Wer eine Leistung in
> Anspruch nimmt, muss sie auch bezahlen, sonst wird diese
> Leistung nicht mehr fortbestehen - und das ist ein
> erschreckend einfaches und durchaus zutreffendes Gesetz des
> Marktes, das da auch beträchtlich mit reinspielt.
Richtig. Laß mich aber mal provozieren: Dann sollte die Leistung auch für den Kunden transparent bewertet werden. Wenn Beretung kostet und ich diese in Anspruch nehme, dann muß ich diese bezahlen. Klar. Aber dann müßte auch deutlich sein, wieviel zahle ich für die Ware, wieviel für Beratung. Es müßte mir möglich sein, zu entscheiden, benötige ich die Beratung oder nicht. Wenn ich sie nicht benötige, will ich sie auch nicht bezahlen. Und wenn ich sie benötige, zahle ich sie eben. Und wenn ich sie bezahle, habe ich auch einen Anspruch auf Kompetenz des Beraters. Wäre das nicht fair? Wenn ich in ein Regal greife, mir das "Tal der Mammuts" schnappe und ohne Belästigung des Personals zur Kasse gehe, möchte ich keine Beratung bezahlen. (Wie gesagt, ich provoziere hier absichtlich ein wenig ... ;-))
Gruß
Roland
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 13:38
von peer
Hi,
> Allerdings kommt es leider immer häufiger vor, dass der Kunde
> noch angepflaumt wird bzw. mit Ignoranz oder "Ich habe jetzt
> gerade keine Zeit" bedacht wird. In diesen Fällen reagiere
> ich ziehmlich sauer. Meistens sage ich den Verkäufern dann,
> sie sollten doch besser kündigen und sich einen anderen Job
> suchen, da Sie ja wohl keinen Bock auf Ihren jetzigen Job
> haben. Vielleicht nicht unbedingt die feinste Art aber
> manchmal hilft es.
Ich wies bei solcher Gelegenheit mal auf das Stellengesuch an der Tür hin, wo es "wenn sie Freude an den Umgang mit unseren Kunden haben..." hieß ;-)
ciao,
Peer (der neulich erlebte wie ein Busfahrer einer BLINDEN mitteilte, die Namen der Haltestellen ständen doch deutlich sichtbar auf der Anzeige...)
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 13:43
von Christian Hildenbrand
Ciao Jürgen !
Oh, stimmt, den habe ich ganz vergessen ! Ich muß aber auch dazusagen, daß ich da bislang nur selten war. Und das ist eigentlich schade, da die eigentlich gar nicht so schlecht bestückt sind, sowohl was die Spielauswahl betrifft, als auch das Personal. Ich erinnere mich, da mal was von Wizard o.t. Coast gesucht zu haben ... und die wußten tatsächlich gleich was ich meine !!! Da war ich ganz schön beeindruckt !
Leider habe ich aber das Gefühl bei Obletter gemacht, daß die Preise nicht gerade die verbraucherfreundlichsten sind. Deswegen war ich da in der Vergangenheit auch seltener ... aber vielleciht sollte ich mal wieder vorbeischauen, wenn ich sowieso gerade die Angebote bei Karstadt durchgesehen habe...
So, ich muß mal weiterarbeiten ... und heute Abend früh ins Bett !
Ciao, Christian (...war schon um kurz vor halb 2 daheim gestern nacht...)
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 13:55
von Arne Hoffmann
Hallo Roland!
Roland G. Hülsmann schrieb:
> Richtig. Laß mich aber mal provozieren: Dann sollte die
> Leistung auch für den Kunden transparent bewertet werden.
> Wenn Beretung kostet und ich diese in Anspruch nehme, dann
> muß ich diese bezahlen. Klar. Aber dann müßte auch deutlich
> sein, wieviel zahle ich für die Ware, wieviel für Beratung.
> Es müßte mir möglich sein, zu entscheiden, benötige ich die
> Beratung oder nicht. Wenn ich sie nicht benötige, will ich
> sie auch nicht bezahlen. Und wenn ich sie benötige, zahle ich
> sie eben. Und wenn ich sie bezahle, habe ich auch einen
> Anspruch auf Kompetenz des Beraters. Wäre das nicht fair?
> Wenn ich in ein Regal greife, mir das "Tal der Mammuts"
> schnappe und ohne Belästigung des Personals zur Kasse gehe,
> möchte ich keine Beratung bezahlen. (Wie gesagt, ich
> provoziere hier absichtlich ein wenig ... ;-))
Ich fuehle mich nicht provoziert, denke aber, dass dieser Vorschlag, den ich gar nicht so schlecht finde, nicht in einem Geschaeft zu bewerkstelligen ist. Ich koennte mich ja auch beraten lassen, gehe dann mit dem Spiel zur Kasse und gebe dort dann an, dass die Beratung ja nichts gebracht haette, schlecht fundiert war, etc... und dass ich somit nichts fuer sie bezahlen moechte. Die Situationen moechte ich mir gar nicht weiter ausmalen.
Vielleicht muesste man es eher auf Trinkgeld-Basis regeln. Wenn ich von einem Verkauefer gut beraten werden, warum sollte ich ihm nicht Trinkgeld (oder besser: Beratungsgeld ;-) ) geben? Meinem Friseur gebe ich Trinkgeld, meinem Kellner, allen, wenn sie mich in ihrem Beruf zuvorkommend und kompetent bedient haben. Wieso also nicht einer/einem Verkaeuferin/Verkaeufer, wenn er mich beraten hat? Das haette allerdings zur Grundvoraussetzung, dass die Beratungspreise aus den Spielen entkoppelt waeren (je nachdem, wie hoch die momentan bei den Geschaeften angesetzt sind - aber Dein Vorschlag enthielt ja auch diese Transparenz).
Aber auch diese Idee ist utopisch, denke ich (kam die nicht auch schon einmal in einem frueheren Thread vor? Ich meine, mich dunkel daran erinnern zu koennen - alle Jahre wieder :-)) ).
Ansonsten moechte ich an dieser Stelle noch Achim und Roman zustimmen, dass ein Verkaeufer wenigstens freundlich sein sollte. Wenn jemand sich nicht direkt in dem gefragten Themengebiet auskennt, so kann er dies offen und freundlich zugeben und sich evtl. darum bemuehen, diesen Misstand zusammen mit dem Kunden zu beheben - egal ob man gerade Puzzle-Kaesten im Lager sortieren soll, oder nicht; Ein Geschaeft lebt nun einmal vom Verkauf, und ein Fachgeschaeft von der Kundennaehe!
Tschoe,
- Arne - (der noch immer darauf wartet, dass er fuer heute abend ein paar Mitspieler findet...)
Re: Kompetenz in Fachgeschäften
Verfasst: 30. November 2001, 14:11
von Marten Holst
Moinle,
auch mal provozieren wollen:
> > Es geht aber auch um das Auftreten, und das
> > sollte doch bei banalen, kurzen und neutral vorgetragenen
> > Fragestellung ("Tschuldigung, können sie mir sagen, wo
> > Produkt XY steht?") mindestens neutral, wenn nicht sogar
> > höflich sein ;-)
>
> Da stimme ich Dir natürlich zu. Obwohl man auch einem
> Verkäufer zugestehen muß, daß er mal einen schlechten Tag hat
> und das mit dem höflichen Auftreten nicht immer gebacken
> kriegt. Aber das sollten seltene (sehr seltene!) Ausnahmen
> sein.
Ja, ein Verkäufer sollte freundlich und höflich sein. Aber auch: der Kunde muss freundlich und höflich sein. Platt gesagt: ich habe kaum Probleme mit Verkäufern, aber ich sage auch "Guten Tag", "Entschuldigen Sie", "Danke" und "Bitte" (Und jetzt alle im Chor mitsprechen auf drei: 1, 2, 3). Die meisten tun das nicht. Wer in den Laden geht "Ich bekomme ein Spiel für drei Spieler aber Dalli-Klick" - der sollte sich lieber nicht wundern. Aber so denken, wenn man mal darauf achtet, weit über 50% der Kunden. Und dass Verkäufer dann auch ersteinmal eine Grundgriesgrämigkeit (GGGK) entwickeln - nun, ich kann es ihnen nicht verdenken.
Tschüß
Marten (der sich eigentlich nicht vorstellen kann, dass die Teilnehmer an dieser Diskussion im Laden herumschimpfen, aber wasweißichdenn?!)
Re: Wen interessiert schon Kompetenz?
Verfasst: 30. November 2001, 14:15
von Marten Holst
Moinle Gerald,
> Bestes Beispiel ist Elektro-Brinkmann, bundesweit agierende
> Kette die versucht hat, Marktanteile durch kompetente
> Beratung und Service zu erlangen. Und wo sind sie jetzt?
> Vor'm Insolvenzverwalter.
Sehr gutes Beispiel (bin Harburger, da kommt der Laden her...), obwohl da auch noch ein paar Pannen bei zu schneller Expansion nicht unwesentlich mit reinspielen gibt es da viele Leute, die offen erklären, sie gingen zu Brinkmann in der Spitaler Straße, um sich beraten zu lassen, und dann genau das Gerät bei Elektro-Billig kaufen. Nicht einmal auf direkte Nachfrage sehen sie ein, dass das ein Fehler sein könnte, der mit zum "Aussterben" von Brinkmann geführt hat.
Tschüß
Marten (wird demnächst im Stammgeschäft der Firma etwas kaufen - es ist ein Fahrradladen)