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Strategietipps zu UR 1830 BC
Verfasst: 28. Dezember 2001, 13:42
von hannes
Hi
Gestern haben wir zu viert UR 1830 BC gespielt. Obwohl ich der einzige war, der das Spiel bereits kannte, bin ich letzter geworden. Niemand von uns vieren hatte Spielerfahrung mit 18xx-Eisenbahnspielen.
Ich fände es gut, wenn erfahrene 18xx-Spieler, die UR 1830 BC auch schon kennen, hier einmal Stategie-Tipps veröffentlichen könnten. Oder ist UR vielleicht so anders, dass auch ganz neue, eigene Strategien nötig sind ?
- Gibt es unabhängige Nationen, die man unbedingt erwerben
sollte ? Z.B. Eridu, mit der man früh Kanäle graben kann ? Wie muss man vorgehen, wenn man die Frühakkadier erworben und somit nicht mehr soviel liquides Vermögen hat ?
- Mir scheint es wichtig, dass man möglichst bald König eines Staates wird, um Kanäle graben und Wasserwerke platzieren zu können. Das lässt sich am ehesten in Babylon, Sumer oder Elam realisieren, wo das Gelände nicht so teuer ist. Wie geht man vor, wenn im Spiel zu viert, fünft oder sechst drei andere Mitspieler diese drei Billigstaaten beherrschen. Hat man dann überhaupt noch eine Chance ins Spiel zu kommen ?
- Soll man von Beginn weg eine Allianz mit einem andern Spieler eingehen, um so effektiver voran zu kommen ?
Ciao
hannes
Re: Strategietipps zu UR 1830 BC
Verfasst: 28. Dezember 2001, 14:46
von Ralf Arnemann
> ...wenn erfahrene 18xx-Spieler, die UR 1830 BC auch schon
> kennen, hier einmal Stategie-Tipps veröffentlichen könnten.
Wir haben es jetzt zweimal gespielt, mit echten 18xx-Freaks, die seit 20 Jahren alle Varianten gespielt haben ...
> Oder ist UR vielleicht so anders, dass auch ganz neue, eigene
> Strategien nötig sind ?
Und UR ist völlig anders!
Obwohl es bis in viele nette Details hinein genau wie 1830 aussieht - durch die Entkoppelung der Wertänderungen der Grundstücke (=Aktien) von den Staatseinnahme spielt sich UR an entscheidenden Stellen anders.
Es ist bestimmt gut, wenn man gleich anfangs einen Staat aufmachen kann und dann entsprechende Einnahmen bekommt. Und Eridu scheint wirklich eine gute Wahl zu sein.
Aber eigentlich haben wir noch gar keinen Plan finden können, welche Strategien gut sind oder nicht.
Wahrscheinlich habt Ihr sogar einen Vorteil davon, daß Ihr ohne 18xx-Erfahrung unbelastet und unvoreingenommen rangeht.
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 28. Dezember 2001, 18:34
von hannes
Hi
Bei den unabhängigen Nationen schwimme ich noch ein wenig in den Spielregeln herum. Die restlichen Regeln bieten mir keine Probleme.
Ist es richtig, dass die Grundstücke von unabhängigen Nationen völlig tabu sind, bis sie entweder in der 3. Ära von einem Staat assimiliert worden sind oder bis sie anfangs der 4. Ära verschwunden sind ? Man kann dann solange solche Grundstücke weder kaufen, noch begrab(sch ;-))en, noch mit Wasserwerken bebauen.
Gilt das auch für die Eridu-Kanalarbeiter oder dürfen sie das Kanalteilstück von Eridu schon vorher mit dem Fluss verbinden ?
Ist es richtig, dass ein Staat, der [b]Eridu[/b] assimiliert, automatisch schon mal einen 2-Kanalarbeitertrupp hat ? Nimmt dieser Staat dann ein entsprechendes Kärtchen vom Stapel oder behält er das Kärtchen "Eridu" einfach ?
Wenn ein Staat eine unabhängige Nation assimiliert, kriegt der ehemalige Besitzer das Geld aus der Staatskasse des übernehmenden Staates, nicht wahr ?
[b]Barahshum[/b] : "der besitzende Spieler ... kann die Karte zum Graben eines Kanals ... einlösen." In welcher Ära kann der Spieler die Karte einlösen ? Ab Beginn der 4. Ära, wenn Barahshum verschwunden ist und falls es nicht in der Ära vorher assimiliert worden ist ?
[b]Der[/b] : "Kann vom Besitzer gegen ein freies Waldfeld eingelöst werden". Gleiche Frage : In welcher Ära kann er es einlösen ? Falls die Antwort "bevor es von einem Staat assimiliert oder bevor es verschwunden ist" lautet, eine Zusatzfrage : Können dann die Grundstücke von Der trotzdem erst ab der 4. Ära gekauft und bebaut werden ?
Was bedeutet der Passus "Ashur und Der können nicht von einem Staat eingelöst werden, obwohl sie assimiliert werden können" ?
[b]Frühakkadier[/b] : Das Geld dafür geht direkt in die Staatskasse von Akkad. Wenn diese unabhängige Nation aufgelöst wird, werden dann die Besitzerplättchen umgedreht oder werden sie entfernt ? Welchen Status haben die drei Felder nach der Auflösung also ? Werden die Frühakkadier wirklich genau dann aufgelöst, wenn Akkad Kanalarbeiter anwirbt ? Das bedeutete dann, dass dies auch in der 3. oder 5. Ära passieren könnte. Könnte man dann ggf. auch schon in der 3. Ära die drei Steppenfelder (wieder) kaufen und bebauen ?
Fragen über Fragen. Ich denke, es wäre sehr hilfreich, wenn die Spielregel um einen ausführlichen Abschnitt zu den unabhängigen Nationen ergänzt würde. Vielleicht könnte Splotter oder sonst jemand ein Zusatzblatt oder ein ausführliches FAQ dazu schreiben.
Ciao
hannes
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 29. Dezember 2001, 01:03
von Jeroen Doumen
Hi,
> Ist es richtig, dass die Grundstücke von unabhängigen
> Nationen völlig tabu sind, bis sie entweder in der 3. Ära von
> einem Staat assimiliert worden sind oder bis sie anfangs der
> 4. Ära verschwunden sind ? Man kann dann solange solche
> Grundstücke weder kaufen, noch begrab(sch ;-))en, noch mit
> Wasserwerken bebauen.
> Gilt das auch für die Eridu-Kanalarbeiter oder dürfen sie das
> Kanalteilstück von Eridu schon vorher mit dem Fluss verbinden ?
Ja und ja, das stimmt beide. Beachte noch, das das Land auch benutzt werden darf, wenn die Nation eingetauscht worden ist.
> Ist es richtig, dass ein Staat, der [b]Eridu[/b] assimiliert,
> automatisch schon mal einen 2-Kanalarbeitertrupp hat ? Nimmt
> dieser Staat dann ein entsprechendes Kärtchen vom Stapel oder
> behält er das Kärtchen "Eridu" einfach ?
Ja. Der Staat behaelt einfach das Eridukaertchen.
> Wenn ein Staat eine unabhängige Nation assimiliert, kriegt
> der ehemalige Besitzer das Geld aus der Staatskasse des
> übernehmenden Staates, nicht wahr ?
Ja, auch das stimmt, und zwar eine Menge zwischen die Haelfte und das Doppelte die Kostpreis vom unabhaengige Nation - das soll zwischen die beide Spieler (kann ja auch derselbe sein vereinbart werden.
> [b]Barahshum[/b] : "der besitzende Spieler ... kann die Karte
> zum Graben eines Kanals ... einlösen." In welcher Ära kann
> der Spieler die Karte einlösen ? Ab Beginn der 4. Ära, wenn
> Barahshum verschwunden ist und falls es nicht in der Ära
> vorher assimiliert worden ist ?
In alle Aeras. Um das zu machen, soll man jedoch entweder in die zweiten Phase oder zwischen zwei Staaten in die dritte Phase geschehen - das kann also nicht, direct vor sie verschwinden (aber doch direct vor den Staat der den ersten Vierer kauft).
> [b]Der[/b] : "Kann vom Besitzer gegen ein freies Waldfeld
> eingelöst werden". Gleiche Frage : In welcher Ära kann er es
> einlösen ? Falls die Antwort "bevor es von einem Staat
> assimiliert oder bevor es verschwunden ist" lautet, eine
> Zusatzfrage : Können dann die Grundstücke von Der trotzdem
> erst ab der 4. Ära gekauft und bebaut werden ?
In jeder Aera (aber nicht die Vierte oder die Fuenfte, da es dann schon verscwunden ist ;) ).
> Was bedeutet der Passus "Ashur und Der können nicht von einem
> Staat eingelöst werden, obwohl sie assimiliert werden können" ?
Wann ein Staat Ashur oder Der assimiliert hat, kann sie da weiter nichts mehr mit machen auser das Geld bekommen.
> [b]Frühakkadier[/b] : Das Geld dafür geht direkt in die
> Staatskasse von Akkad. Wenn diese unabhängige Nation
> aufgelöst wird, werden dann die Besitzerplättchen umgedreht
> oder werden sie entfernt ? Welchen Status haben die drei
> Felder nach der Auflösung also ?
Die drei Felder bleiben einfach - sie kommen mit die Karte.
> Werden die Frühakkadier
> wirklich genau dann aufgelöst, wenn Akkad Kanalarbeiter
> anwirbt ? Das bedeutete dann, dass dies auch in der 3. oder
> 5. Ära passieren könnte.
Ja, das stimmt, aber es kommt haeufig vor, das das schon im ersten Runde gescheht. Natuerlich verschwinden auch diese Unabh. Nation am Start des viertes aeras.
> Könnte man dann ggf. auch schon in
> der 3. Ära die drei Steppenfelder (wieder) kaufen und bebauen ?
Was meinst du mit diese Frage ?
> Fragen über Fragen. Ich denke, es wäre sehr hilfreich, wenn
> die Spielregel um einen ausführlichen Abschnitt zu den
> unabhängigen Nationen ergänzt würde. Vielleicht könnte
> Splotter oder sonst jemand ein Zusatzblatt oder ein
> ausführliches FAQ dazu schreiben.
Wenn da viel Fragen sind, werden wir die in einem FAQ auf unserem Homepage aufnehmen.
Na, jetzt schon hoffen das ich trotz des spaetes Uhr alle Fragen richtig beantwortet habe ...
Jeroen
Splotter Spellen
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 29. Dezember 2001, 15:35
von hannes
Hi Jeroen
Danke für die schnellen Antworten. Jetzt ist fast alles klar.
Drei Fragen bleiben noch. Sobald ich die Antworten weiss, werde ich versuchen, meine Erkenntnisse bezüglich der unabhängigen Nationen zusammenzufassen und hier zu veröffentlichen.
1.) Bei der Verteilung der unabhängigen Nationen kann man mit einer Nation verhandeln, das heisst, dass man dafür einen Betrag beiseite legt. [b]Wann[/b] kriegt man diesen Betrag wieder zurück ? Es sind zwei Passagen in der deutschen Spielregel, die mich verwirren. Zuerst : "Dieser Betrag kann nicht zu anderen Zwecken verwendet werden, bis ein anderer Spieler demselben Anführer einen höheren Betrag bietet." Und später : "Dieser Spieler bezahlt sein Gebot an die Bank. Die anderen Spieler erhalten das für diese Nation gebotene oder beiseite gelegte Geld zurück."
2.) Wird der Spieler, der die [b]Frühakkadier[/b] erwirbt, sofort erster König von Akkad ? Zählen die drei Steppenfelder mit, wenn es darum geht, ob Akkad aufkommender oder aktiver Staat ist ? Können die drei Steppenfelder erst verkauft werden, wenn Frühakkadien den Status als unabhängige Nation verloren hat ?
3.) Wenn ich es richtig verstehe, kann in der 3. Ära prinzipiell jeder Staat [b]unabhängige Nationen assimilieren[/b]. Kann dies auch exterritoriales Gebiet sein ? Kann also z.B. Persia Eridu assimilieren ? Und : Bedeutet das dann, dass Eridu ab sofort eine Exklave des persischen Staates ist, dass also das Geld für verkauftes Eridu-Land in die persische Staatskasse fliesst und dass die Ernte auf diesen Feldern Persia gehört ? Wird somit auch das Staatsgebiet von Elam und von Sumer verkleinert ?
Danke für die Antworten. Wenn es dir leichter fällt, kannst du übrigens auch auf Englisch antworten.
hannes
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 29. Dezember 2001, 16:47
von Jeroen Doumen
Hi Hannes,
> Danke für die schnellen Antworten. Jetzt ist fast alles klar.
Gern geschehen. Hier sind noch einige ;) :
> 1.) Bei der Verteilung der unabhängigen Nationen kann man mit
> einer Nation verhandeln, das heisst, dass man dafür einen
> Betrag beiseite legt. [b]Wann[/b] kriegt man diesen Betrag
> wieder zurück ? Es sind zwei Passagen in der deutschen
> Spielregel, die mich verwirren. Zuerst : "Dieser Betrag kann
> nicht zu anderen Zwecken verwendet werden, bis ein anderer
> Spieler demselben Anführer einen höheren Betrag bietet." Und
> später : "Dieser Spieler bezahlt sein Gebot an die Bank. Die
> anderen Spieler erhalten das für diese Nation gebotene oder
> beiseite gelegte Geld zurück."
Das beiseite gelegte Geld darf man nicht benutzen um andere unabh. Nationen zu verwerben. Man bekomt das Geld zurueck, wen ein anderer Spieler mehr Geld fuer dieselbe Nation bietet.
Die zweite Passge die du nennst, bezieht sich auf einem anderem Fall: Wenn zwei (oder mehr) Spieler auf dieselbe unabh. Nation gebietet haben, darf (wenn die Nation die folgende ist) jeder Spieler auf die Nation bieten, und derjenige der das meiste bietet bekommt die Nation. Die anderen Spieler brauchen jedoch kein Geld zu zahlen (und "bekommen" ihr gebotenes Geld zurueck).
Am kuerzen: man bekomt das Geld zurueck wenn jemand anders ein hoeheres Gebot auf dieselbe unabh. Nation macht, oder wenn die Nation "verkauft" wird.
> 2.) Wird der Spieler, der die [b]Frühakkadier[/b] erwirbt,
> sofort erster König von Akkad ? Zählen die drei Steppenfelder
> mit, wenn es darum geht, ob Akkad aufkommender oder aktiver
> Staat ist ?
Ja und ja.
> Können die drei Steppenfelder erst verkauft
> werden, wenn Frühakkadien den Status als unabhängige Nation
> verloren hat ?
Nein, die koennen gleich verkauft werden - die Regel verbieten das [b]ver[/b]kaufen von Land einer unabh. Nation nicht. Es soll jedoch beachtet werden, das das letzte Land einer Spieler in Akkad nicht verkauft werden kann.
> 3.) Wenn ich es richtig verstehe, kann in der 3. Ära
> prinzipiell jeder Staat [b]unabhängige Nationen
> assimilieren[/b]. Kann dies auch exterritoriales Gebiet sein
> ? Kann also z.B. Persia Eridu assimilieren ?
Ja, das kann.
> Und : Bedeutet
> das dann, dass Eridu ab sofort eine Exklave des persischen
> Staates ist, dass also das Geld für verkauftes Eridu-Land in
> die persische Staatskasse fliesst und dass die Ernte auf
> diesen Feldern Persia gehört ?
Nein, das Gebiet bleibt immer zu dem gleichem Staat gehoeren.Das einzige was die (assimilierende) Staat bekommt ist der Ertrag von die unabh. Nation, und sie darf die unabh. Nation eintauschen fuer ihr Effekt wenn das kan (z.B. bei Der).
> Wird somit auch das
> Staatsgebiet von Elam und von Sumer verkleinert ?
Nein.
> Danke für die Antworten. Wenn es dir leichter fällt, kannst
> du übrigens auch auf Englisch antworten.
Aber so kann ich ja mein (geschriebenes) Deutsch ein bischen ueben - ich hoffe, das es noch gut verstehbar ist ;).
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 30. Dezember 2001, 18:47
von Roman Pelek
Hi Jeroen und alle anderen,
>Am kuerzen: man bekomt das Geld zurueck wenn jemand anders ein hoeheres Gebot auf dieselbe unabh. Nation macht, oder wenn die Nation "verkauft" wird.<
Unsere Frage diesbezüglich in unseren Runden war folgende:
Wenn jemand ein bestehendes Gebot auf eine unabhängige Nation überbietet, bekommt der andere sein Geld zurück. Aber man muss es ja auch theoretisch liegen lassen können, damit man später, wenn die Nation an die Reihe kommt, noch mitbieten kann, wenn man dies will. Wir haben es bisher so gespielt:
- Wenn man bei einer unabh. Nation überboten wird, [b]kann[/b] man sein Gebot zurücknehmen, [b]muss[/b] aber [b]nicht[/b]
- Kommt eine Nation an die Reihe, auf die bereits geboten wurde (keine Vertragsnation also), wird diese [b]nur[/b] unter den Spielern versteigert, die ihr Gebot dort noch liegen haben (d.h. nicht irgendwann zurückgenommen haben, da sie damit signalisieren, dass sie kein Interesse mehr daran haben)
Ist das korrekt so? Danke Dir/Euch!
Ciao,
Roman (kam jetzt endlich mal dazu, Ur 1830, Bus & Renaissance durchzuspielen :-) )
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 30. Dezember 2001, 19:39
von hannes
Hi Roman
> Wir haben es bisher so gespielt:
>
> - Wenn man bei einer unabh. Nation überboten wird,
> [b]kann[/b] man sein Gebot zurücknehmen, [b]muss[/b] aber
> [b]nicht[/b]
> - Kommt eine Nation an die Reihe, auf die bereits geboten
> wurde (keine Vertragsnation also), wird diese [b]nur[/b]
> unter den Spielern versteigert, die ihr Gebot dort noch
> liegen haben (d.h. nicht irgendwann zurückgenommen haben, da
> sie damit signalisieren, dass sie kein Interesse mehr daran
> haben)
Deine Regelinterpretation scheint mir sehr vernünftig. So passt sie widerspruchsfrei zur Spielregel, die leider in diesem Punkt nicht sehr klar formuliert ist. Vermutlich fehlt einfach der Satz "Wer weiterhin an dieser Nation interessiert ist, muss sein Gebot aber liegen lassen."
Vielleicht kann sich hier ein 18xx-Kenner einschalten. Das Verteilen der Privatbahnen bei einigen 18xx-Spielen solle ziemlich analog ablaufen.
Urige Grüsse
hannes
Weitere Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 31. Dezember 2001, 16:23
von Udo Bartsch
Auch ich habe ein paar Regelfragen, die ich einfach mal hier anhänge.
1. "Zwei Kanalarbeitergruppen dürfen auch nicht zusammenarbeiten, so dass die eine die Abzweigung und die andere den Kanal baut." Das verstehe ich. Aber dürfen zwei Gruppen zusammenarbeiten, indem die erste die Abzweigung und einen Kanal der Länge 1 baut, und die zweite Gruppe verlängert denselben Kanal?
2. "Man darf keinen Kanal graben, der in einer Y-Gabelung mit sich selbst endet." Das verstehe ich nicht. Mal als Beispiel die Abbildung auf Regelseite 14. Bestehende Kanäle denke ich mir weg. Und nun: Vom 4er-Reservoir im Fluss 3 grabe ich zur Pumpe 1, dann zur Pumpe 2, dann zu dem A, dann nach links zum an die Bank verkauften Land und zurück zur Pumpe 1. - Ist das jetzt eine verbotene Y-Gabelung bei Pumpe 1? Und wenn ja: Wieso ist es in dem tatsächlich abgedruckten Beispiel erlaubt? Kommt es auf die Reihenfolge an, in der die Kanäle gebaut werden, und nicht auf das Endprodukt?
3. "Die M-Kanalarbeitergruppen können KANÄLE unbegrenzter Länge graben." Ich nehme an, jede M-Kanalarbeitergruppe kann aber trotzdem nur EINEN Kanal bauen, denn es heißt ja: "Die Kanalstrecken, die in einer Runde von einer Gruppe gegraben werden, müssen EINE Linie bilden." - Richtig?
4. Es ergab sich in einer Partie folgende Situation: Persia (schwarz) wurde kurz vor Schluss aktiv und kaufte sich (wieder Abbildung Seite 14) ein Reservoir auf dem ersten Flussfeld von Fluss Nummer 2 (da wo im Bild das 4er-Reservoir ist). Persia kaufte sich zweitens eine Pumpe (rechts daneben; in der Abbildung ist hier eine 1er Pumpe). Und Persia kaufte sich einen M-Arbeitertrupp.
Bevor Persia wieder an die Reihe kam, gruben die Arbeiter eines anderen Staates, die nichts Besseres zu tun hatten, einen Kanal von dem leeren Flussfeld direkt unterhalb des Reservoirs zu der Pumpe von Persia. Das hatte zur Folge, dass die M-Arbeiter von Persia fast beschäftigungslos waren. Sie konnten lediglich eine Verbindung vom Reservoir zur Pumpe bauen. Darüber hinaus zu graben hätte ja bedeutet, eine sogenannte "Abzweigung mitten in der Linie" zu erzeugen, was verboten ist. Alternativ hätte Persia ein neues Reservoir bauen können, aber dazu fehlte das Geld.
Frage dazu: Ist das so beabsichtigt, dumm gelaufen, schlecht gespielt? Oder habe ich die Regeln falsch verstanden?
5. Letzte Frage (hoffentlich): Bei "Ablauf der Phase" steht unter Punkt 3: "Hierbei muss die angegebene Reihenfolge beachtet werden." Ich verstehe das so, dass ich erst Kanäle grabe, danach aber in BELIEBIGER Reihenfolge Wasserwerke baue, Kanalarbeiter anwerbe und Nationen assimiliere. - Richtig?
Re: Weitere Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 31. Dezember 2001, 19:20
von hannes
Hallo Udo
> 1. "Zwei Kanalarbeitergruppen dürfen auch nicht
> zusammenarbeiten, so dass die eine die Abzweigung und die
> andere den Kanal baut." Das verstehe ich. Aber dürfen zwei
> Gruppen zusammenarbeiten, indem die erste die Abzweigung und
> einen Kanal der Länge 1 baut, und die zweite Gruppe
> verlängert denselben Kanal?
Das verbietet die Spielregel nicht explizit. Wie's richtig ist, kann wohl nur jemand von Splotter Spellen sagen.
> 2. "Man darf keinen Kanal graben, der in einer Y-Gabelung mit
> sich selbst endet." Das verstehe ich nicht. Mal als Beispiel
> die Abbildung auf Regelseite 14. Bestehende Kanäle denke ich
> mir weg. Und nun: Vom 4er-Reservoir im Fluss 3 grabe ich zur
> Pumpe 1, dann zur Pumpe 2, dann zu dem A, dann nach links zum
> an die Bank verkauften Land und zurück zur Pumpe 1. - Ist das
> jetzt eine verbotene Y-Gabelung bei Pumpe 1?
Ja, das ist die verbotene Y-Gabelung.
> Und wenn ja:
> Wieso ist es in dem tatsächlich abgedruckten Beispiel
> erlaubt? Kommt es auf die Reihenfolge an, in der die Kanäle
> gebaut werden, und nicht auf das Endprodukt?
Genau. Ein erster Grabtrupp baut z.B. ein Feld weiter als Pumpe 1 und ein nächster baut den Rest.
Für das ganze Kanalsystem am Fluss3 (Seite 14) muss mindestens 5 mal gegraben worden sein.
> 3. "Die M-Kanalarbeitergruppen können KANÄLE unbegrenzter
> Länge graben." Ich nehme an, jede M-Kanalarbeitergruppe kann
> aber trotzdem nur EINEN Kanal bauen, denn es heißt ja: "Die
> Kanalstrecken, die in einer Runde von einer Gruppe gegraben
> werden, müssen EINE Linie bilden." - Richtig?
Würde mich sehr verwundern, wenn es nicht so wäre.
> 5. Letzte Frage (hoffentlich): Bei "Ablauf der Phase" steht
> unter Punkt 3: "Hierbei muss die angegebene Reihenfolge
> beachtet werden." Ich verstehe das so, dass ich erst Kanäle
> grabe, danach aber in BELIEBIGER Reihenfolge Wasserwerke
> baue, Kanalarbeiter anwerbe und Nationen assimiliere. -
> Richtig?
Das verstehe ich auch so. Wichtig ist es ja nur bei einem Übergang in die nächste Ära. Allerdings macht es dann eigentlich schon Sinn, zuerst das Wasserwerk und erst nachher den besseren Kanalarbeitertrupp zu kaufen.
Ciao
hannes
Re: Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 1. Januar 2002, 12:18
von Jeroen Doumen
Hi,
Zum ersten moechte ich jeder ein gutes Neujahr wunschen!
> >Am kuerzen: man bekomt das Geld zurueck wenn jemand anders
> ein hoeheres Gebot auf dieselbe unabh. Nation macht, oder
> wenn die Nation "verkauft" wird.<
>
> Unsere Frage diesbezüglich in unseren Runden war folgende:
>
> Wenn jemand ein bestehendes Gebot auf eine unabhängige Nation
> überbietet, bekommt der andere sein Geld zurück. Aber man
> muss es ja auch theoretisch liegen lassen können, damit man
> später, wenn die Nation an die Reihe kommt, noch mitbieten
> kann, wenn man dies will.
Was man machen kann, ist einfach eine seine Marker auf die unabh. Nation legen, auf den man gebietet hat. Macht alles ganz klar.
> Wir haben es bisher so gespielt:
>
> - Wenn man bei einer unabh. Nation überboten wird,
> [b]kann[/b] man sein Gebot zurücknehmen, [b]muss[/b] aber
> [b]nicht[/b]
> - Kommt eine Nation an die Reihe, auf die bereits geboten
> wurde (keine Vertragsnation also), wird diese [b]nur[/b]
> unter den Spielern versteigert, die ihr Gebot dort noch
> liegen haben (d.h. nicht irgendwann zurückgenommen haben, da
> sie damit signalisieren, dass sie kein Interesse mehr daran
> haben)
>
> Ist das korrekt so? Danke Dir/Euch!
Nicht ganz - wann muss sein gebot nicht liegen lassen, um in die Versteigerung teil zu nehmen. Wenn man z.B. auf Calah und Eridu geboten hat *und kein Geld mehr da ist), und eine andere Spieler ueberbietet auf Eridu, kann man das Geld benutzen um auch auf Der zu bieten - man kann zwar niemals alle drei zahlen, aber hat eine groesere Chance eine oder zwei zu bekommen.
Jeroen
Re: Weitere Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 1. Januar 2002, 12:29
von Jeroen Doumen
Hi Udo,
> 1. "Zwei Kanalarbeitergruppen dürfen auch nicht
> zusammenarbeiten, so dass die eine die Abzweigung und die
> andere den Kanal baut." Das verstehe ich. Aber dürfen zwei
> Gruppen zusammenarbeiten, indem die erste die Abzweigung und
> einen Kanal der Länge 1 baut, und die zweite Gruppe
> verlängert denselben Kanal?
Jasicher, das kann.
> 2. "Man darf keinen Kanal graben, der in einer Y-Gabelung mit
> sich selbst endet." Das verstehe ich nicht. Mal als Beispiel
> die Abbildung auf Regelseite 14. Bestehende Kanäle denke ich
> mir weg. Und nun: Vom 4er-Reservoir im Fluss 3 grabe ich zur
> Pumpe 1, dann zur Pumpe 2, dann zu dem A, dann nach links zum
> an die Bank verkauften Land und zurück zur Pumpe 1. - Ist das
> jetzt eine verbotene Y-Gabelung bei Pumpe 1?
Ja, das ist verboten um mit [b] eine [/b] Gruppe zu graben - man kann aber einfach dieselbe Kanaele mit zei oder mehr Gruppen graben (dann baut eine Gruppe ja keine Y-Gabelung)
> Und wenn ja:
> Wieso ist es in dem tatsächlich abgedruckten Beispiel
> erlaubt? Kommt es auf die Reihenfolge an, in der die Kanäle
> gebaut werden, und nicht auf das Endprodukt?
Ja, und auch auf die Anzahl Gruppen die das graben.
> 3. "Die M-Kanalarbeitergruppen können KANÄLE unbegrenzter
> Länge graben." Ich nehme an, jede M-Kanalarbeitergruppe kann
> aber trotzdem nur EINEN Kanal bauen, denn es heißt ja: "Die
> Kanalstrecken, die in einer Runde von einer Gruppe gegraben
> werden, müssen EINE Linie bilden." - Richtig?
Ja, das Kanal muss noch immer eine Linie bilden.
> 4. Es ergab sich in einer Partie folgende Situation: Persia
> (schwarz) wurde kurz vor Schluss aktiv und kaufte sich
> (wieder Abbildung Seite 14) ein Reservoir auf dem ersten
> Flussfeld von Fluss Nummer 2 (da wo im Bild das 4er-Reservoir
> ist). Persia kaufte sich zweitens eine Pumpe (rechts daneben;
> in der Abbildung ist hier eine 1er Pumpe). Und Persia kaufte
> sich einen M-Arbeitertrupp.
> Bevor Persia wieder an die Reihe kam, gruben die Arbeiter
> eines anderen Staates, die nichts Besseres zu tun hatten,
> einen Kanal von dem leeren Flussfeld direkt unterhalb des
> Reservoirs zu der Pumpe von Persia. Das hatte zur Folge, dass
> die M-Arbeiter von Persia fast beschäftigungslos waren. Sie
> konnten lediglich eine Verbindung vom Reservoir zur Pumpe
> bauen. Darüber hinaus zu graben hätte ja bedeutet, eine
> sogenannte "Abzweigung mitten in der Linie" zu erzeugen, was
> verboten ist. Alternativ hätte Persia ein neues Reservoir
> bauen können, aber dazu fehlte das Geld.
> Frage dazu: Ist das so beabsichtigt, dumm gelaufen, schlecht
> gespielt? Oder habe ich die Regeln falsch verstanden?
Nein, du hast die Regel richtig verstanden - das ist so gemeint.Dies ist eigentlich nicht eine viel vorkommende Situation (allderdings bei uns), aber man sollte mit diesem Moeglichkeit rechnen.
> 5. Letzte Frage (hoffentlich): Bei "Ablauf der Phase" steht
> unter Punkt 3: "Hierbei muss die angegebene Reihenfolge
> beachtet werden." Ich verstehe das so, dass ich erst Kanäle
> grabe, danach aber in BELIEBIGER Reihenfolge Wasserwerke
> baue, Kanalarbeiter anwerbe und Nationen assimiliere. -
> Richtig?
Ja, das stimmt. Es ist meistens auch sehr wichtig in welche reihenfolge man das macht.
Jeroen
Re: Weitere Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 2. Januar 2002, 13:20
von Ralf Arnemann
> 1. "Zwei Kanalarbeitergruppen dürfen auch nicht
> zusammenarbeiten, so dass die eine die Abzweigung und die
> andere den Kanal baut." Das verstehe ich.
Wichtig ist hier, daß man die Abzweigung (diesen Zusatzpunkt, den man ohne den abzweigenden Kanal ja gar nicht sehen kann) nicht losgelöst vom Zweigkanal bauen darf.
> Aber dürfen zwei Gruppen zusammenarbeiten, indem die erste die
> Abzweigung und einen Kanal der Länge 1 baut, und die zweite
> Gruppe verlängert denselben Kanal?
Das ist ja nichts anderes als eine "normale" Verlängerung eines Kanals. Ob und wo der abzweigt ist ja unwichtig, solange das alles schon von einer anderen Arbeitertruppe erledigt wurde.
> Bevor Persia wieder an die Reihe kam, gruben die Arbeiter eines
> anderen Staates, die nichts Besseres zu tun hatten, ...
Jeroen hat ja schon bestätigt, daß das regelkonform zu Behinderung von Persien führt.
Insofern ist "hatten nichts Besseres zu tun" vielleicht der falsche Ausdruck. Sondern im Gegenteil könnte es sehr schlau sein, lieber einen Gegner so zu stören als irgendwo einen Kanal für sich selber zu graben.
Ich vermute, daß mit zunehmender Spielerfahrung die "destruktiven" Möglichkeiten in anderen Staaten zu agieren (auch Reservoir- oder Pumpenbau) viel ausgefeilter benutzt werden.
Und noch mehr Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 2. Januar 2002, 14:06
von Marten Holst
Moinle,
einer Frage, die bei uns aufkam, war folgende:
Wenn man Der gegen ein Waldfeld eintauscht, was heißt dann "freies Waldfeld". Insbesondere:
- Gilt die Waldstadt in Akkad als Waldfeld?
- Ist ein schon einmal von einem Spieler gekauftes, aber dann an die Bank verkauftes Feld "frei"?
Schönen Dank,
Tschüß
Marten (wünscht ein frohes neues Jahr und hatte offenbar ein ähnliches Programm wie der Roman: Ur, Renaissance, Merchant of Venus, Roads&Boats)
Re: Und noch mehr Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 2. Januar 2002, 14:20
von Jeroen Doumen
Hi Marten,
> einer Frage, die bei uns aufkam, war folgende:
>
> Wenn man Der gegen ein Waldfeld eintauscht, was heißt dann
> "freies Waldfeld". Insbesondere:
>
> - Gilt die Waldstadt in Akkad als Waldfeld?
> - Ist ein schon einmal von einem Spieler gekauftes, aber dann
> an die Bank verkauftes Feld "frei"?
Ja und ja.
Fuer weiter Fragen moechte ich dich auf eine andere Thread hier ins Forum weisen - Hannes hat eine ausgebreitete Erklaerung vom unabh. Nationen geschrieben.
Jeroen
Re: Und noch mehr Regelfragen zu UR 1830 BC
Verfasst: 2. Januar 2002, 14:23
von hannes
Hi
Hier noch der Link zur früheren Antwort von Jeroen :
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=32858&t=32835
Ciao
hannes
Danke
Verfasst: 2. Januar 2002, 17:04
von Udo Bartsch
Danke schön.
wir haben also alles richtig gemacht ... was die Regeln angeht. Taktisch-strategisch mag sich noch der eine oder andere klitzekleine Fehler eingeschlichen haben.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil
Verfasst: 2. Januar 2002, 17:11
von Marten Holst
Moinle,
> Hier noch der Link zur früheren Antwort von Jeroen :
> http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=32858&t=32835
Schäm. Das kommt davon, wenn man den ganzen Kram chronologisch aufarbeitet, sich an das Spiel erinnert fühlt und ohne zu suchen gleich zum 381. Mal die gleiche Frage stellt (die auch im Archiv schon beantwortet war...). Also Entschuldigung an alle, Dank an Hannes und Jeroen (aber einen Tick mehr an Jeroen, denn Hannes hat zum Gelingen des 29. und 30.12.2001 nichts beigetragen...).
Tschüß
Marten (freut sich auf die nächste Gelegenheit zu vielen Langspielen, fürchtet aber, dass das noch lange dauern wird)