Seite 1 von 2
Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 16:04
von David Haupt
Hallo zusammen,
ich habe lange mit mir gerungen, ob ich eine solche These ins Forum stellen soll, aber es beschäftigt mich doch zu sehr.
Nach unserer ersten Partie Puerto Rico zu Fünft und dem denkbar knappen Ausgang (alle fünf Mitspieler waren nur duch vier Siegpunkte voneinander getrennt) stellt sich mir die Frage, ob es nicht immer auf solch enge Wertungen hinausläuft.
Kann es sein, daß mir das Spiel einen Einflußreichtum "vorgaukelt", den ich in Wirklichkeit gar nicht besitze ?
Ich will hier nicht mißverstanden werden, daß Spiel gefällt mir super gut, vor allem, weil ich nicht die ganze Zeit auf das Sammeln der Siegpunkte achte, sondern auf das Stimmungsvoll gestaltete Thema und das Entstehen meiner eigenen kleinen Inselwelt.
Bin mal auf Eure Mein ungen zu dieser These gespannt !
Gruß
David
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 16:15
von Thomas Jereczek
Hallo David,
warte mal ein paar weitere Spielrunden ab.
Es hängt wirklich von den Aktionen der Mitspieler ab, wie das Spiel verläuft. Selbst in der gleichen Zusammensetzung gibt es dann unterschiedliche Ergebnisse, denn erst im Laufe der Zeit entwickelt jeder seine eigene Strategie und Taktik.
Euer Ergebnis ist zwar recht kurios, wird sich aber meiner Meinung nach, nicht so schnell wiederholen.
Es hat sich zwar in einem meiner Spiele einmal ein Punktgleichstand zwischen den beiden ersten ergeben, ansonsten waren aber immer etliche Punkte Unterschied zwischen dem ersten und letzten Platz (soweit ich mich erinnere max. Differenz bisher 38 Punkte).
Gruß
Thomas (der immer noch auf seinen ersten PR-Sieg wartet)
Re: Puerto Rico - Wie heisst denn die These?
Verfasst: 23. April 2002, 16:36
von Gustav der Bär
David Haupt schrieb:
> ich habe lange mit mir gerungen, ob ich eine solche These ins
> Forum stellen soll, aber es beschäftigt mich doch zu sehr. (...)
> Bin mal auf Eure Mein ungen zu dieser These gespannt !
WELCHE These meinst du denn eigentlich?
Vielleicht so etwas wie: "Puerto Rico ist eine Mogelpackung, weil auf der Schachtel steht, dass es immer einen großen Punkte-Unterschied zwischen den Spielern geben muss"?
Oder: "In allen Spielen, deren Verlauf man durch taktische Maßnahmen beeinflussen kann, ist es ausgeschlossen, dass die Punktzahlen mehrerer Spieler dicht beieinander liegen."?
Ich würde schon gern antworten ... wenn ich bloß wüsste, worauf ;-)
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 16:40
von Roman Pelek
Hi David,
David Haupt schrieb:
> Nach unserer ersten Partie Puerto Rico zu Fünft und dem
> denkbar knappen Ausgang (alle fünf Mitspieler waren nur duch
> vier Siegpunkte voneinander getrennt) stellt sich mir die
> Frage, ob es nicht immer auf solch enge Wertungen hinausläuft.
Immer? Nein. Es gibt einige Wege, auf verschiedene Art und Weise Punkte zu machen, so dass es in ausgewogenen Runden durchaus zu engen Ergebnissen kommen kann - die hatten wir auch häufiger.
Aber Spielfehler können auch hart bestraft werden, gerade wenn man seine Planungen zu langfristig anlegt und übersieht, dass die Mitspieler bewusst das Spiel verkürzen können - oder umgekehrt, wenn man z. B. auf Gebäude spielt und die anderen Mitspieler einem die Einnahmequellen (Handelshaus) blockieren, sieht man sehr alt aus, wenn diese dann die Zeit zum Verschiffen nutzen.
> Kann es sein, daß mir das Spiel einen Einflußreichtum
> "vorgaukelt", den ich in Wirklichkeit gar nicht besitze ?
Dass man, egal wie man spielt und was passiert, gut dasteht, kann ich aus meinen Runden nicht bestätigen. Die interessantere Frage ist für mich eher: wie stark bin ich vom Verhalten meiner Mitspieler abhängig (Spielende, Handelshaus, Verschiffung, Rollenwahl) bzw. wie stark muss ich darauf reagieren und wie weit kann ich mein eigenes Ding durchziehen. Das ist aber m. E. gerade das Spannende: weil es zum einen keine feste Siegstrategie deswegen geben dürfte und zum anderen ich immer, das ganze Spiel über, wachsam sein muss, um Entwicklungen, die mir schaden, entgegenzuwirken. Mein letztes Spiel habe ich z. B. ziemlich (zu) stur auf Hospiz+Manufaktur+Hafen gespielt - nur haben mir dann die lieben Mitspieler einen Kolonistenregen beschert (zeitweise 5-6 "Arbeitslose" in San Juan), munter mit Steinbrüchen/Markthallen gebaut und das Spiel beendet, bevor ich richtig in die Pötte kam. Ergebnis: 34:37:41:42 verloren. Und eine Spanne von 8 Punkten empfinde ich bei einer so kurzen Partie schon als recht deftig... Umgekehrt hatten wir jüngst auch mal eine Pro-Vielverschiffer-Partie mit 62:62:41:36, wo die beiden Gebäudespieler untergingen, da sie das Spiel nicht zeitig beenden konnten (wg. zu langer Handelshaus-Blockade, da hat sich das Prinzip "Irgendeiner wird schon verkaufen, aber ich will nicht" nicht bewährt :) ).
Kurzum: ich würde Deine Frage, s.o., in Abwandlung eher als interessant betrachten, um mal die Gewichtung "Eigene Strategiewünsche" zu "Adaptive Spielweise" zu beleuchten. Und wie weit man z. B. auch mal ein "schlecht spielender" Mitspieler einem anderen den Sieg schenken kann, ohne dass dieser sich besonders mühen muss.
Ciao,
Roman
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 17:17
von Michael Blumoehr
Hallo,
David Haupt schrieb:
> Nach unserer ersten Partie Puerto Rico zu Fünft und dem
> denkbar knappen Ausgang (alle fünf Mitspieler waren nur duch
> vier Siegpunkte voneinander getrennt) stellt sich mir die
> Frage, ob es nicht immer auf solch enge Wertungen hinausläuft.
Und das soll dann ein Zeichen für ein "schlechtes" Spiel sein? Gerade wenn die Punktzahlen am Ende relativ eng beieinander liegen, zeigt das doch, daß alle Beteiligten bis zum Schluß eine Chance zum Sieg hatten.
Liegen die Punktzahlen sehr weit auseinander, bedeutet das doch meist, daß sich ein Spieler schon recht frühzeitig absetzt und die anderen Spieler eigentlich keine Chance mehr besitzen aufzuholen.
Im speziellen Fall von PUERTO RICO kann man das auch so interpretieren, daß es unterschiedliche Strategien mit gleich gutem Ergebnis gibt, denn es können nur max. 2 Spieler eine identische Strategie verfolgen (und wenn man die großen Gebäude mit dazu nimmt, noch nicht mal zwei).
Grüße, Michael (der sich auf die nächste Partie freut, auch wenn er die Regeln zum dritten Mal erklären muß)
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 17:47
von Ralf Arnemann
> ich habe lange mit mir gerungen, ob ich eine solche These ins
> Forum stellen soll,
Vielleicht wäre es besser gewesen, die durch dieses Ringen verbrachte Zeit lieber dazu zu nutzen, die vielen hier schon vorhandenen Diskussionen zu Puerto Rico zu lesen.
Dann wäre vielleicht aufgefallen, daß dieses Spielergebnis nicht typisch ist. Und wahrscheinlich hätte sich dann dieser Beitrag erübrigt - insbesondere hat Gustav zu Recht nach der eigentlichen Frage gesucht.
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 17:58
von andreas schröter
Endlich mal einer, der es gemerkt hat!!
Gruß Andreas
RE: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 19:30
von benjamin
"David Haupt" hat am 23.04.2002 geschrieben:
> Nach unserer ersten Partie Puerto Rico zu Fünft und dem
> denkbar knappen Ausgang (alle fünf Mitspieler waren nur
> duch vier Siegpunkte voneinander getrennt) stellt sich mir
> die Frage, ob es nicht immer auf solch enge Wertungen
> hinausläuft.
Immer auf keinen Fall. Es gibt durchaus einige Strategien, mit denen man in bestimmten Partien gnadenlos untergehen kann oder eben auch mal deutlich besser dasteht als die Mitspieler. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass es in den meisten Partien ein breites Mittelfeld an vergleichbar erfolgreichen Strategien gibt, die dann eben alle mehr oder weniger bei der gleichen Punktzahl enden. Allerdings empfinde ich das durchaus als positiv, denn wie schon gesagt wurde: So hat wenigstens jeder noch eine Chance zu gewinnen.
> Ich will hier nicht mißverstanden werden, daß Spiel gefällt
> mir super gut, vor allem, weil ich nicht die ganze Zeit auf
> das Sammeln der Siegpunkte achte, sondern auf das
> Stimmungsvoll gestaltete Thema und das Entstehen meiner
> eigenen kleinen Inselwelt.
Ich habe bei Puerto Rico auch oft das, was ich den "Siedler-Effekt" nenne: Man will gerade noch so viel bauen und plötzlich ist es schon fertig :(
Benjamin
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 19:58
von Bernd Eisen
Hallo David!
Man könnte vielleicht annehmen, daß einem ein Einflußreichtum "vorgegaukelt" wird. Tatsächlich hängt mein Erfolg oder Mißerfolg bei Puerto Rico auch an den Entscheidungen meiner Mitspieler ab... wann wer welche Rolle nimmt, wann wer welches Gebäude baut... und an welcher Stelle ich sitze und an die Reihe komme.
Aber ist das alles Glück?
Auf keinen Fall. Ich kann mich durch meine Gebäudewahl gegen einige Mißlichkeiten wehren und verhindern diese, oder jene Rolle nehmen zu müssen. Aber wie bei vielen Spielen kann ich nicht alles haben und alles bauen. Es besteht ständig die Spannung, was die anderen tun und ob ich in der Lage bin darauf möglichst gut zu reagieren. Wer das am besten schafft wird auch höchstwahrscheinlich den Sieg davon tragen.
In unseren Runden haben wir zumeist Neulinge dabei gehabt, aber am Ende hat sich doch immer (wenn auch mitunter knapp) ein Spieler durchgesetzt, der das Spiel schon kannte.
Vielleicht würde eine 2-Spielervariante die Einflußmöglichkeiten in dem Maß erhöhen, den Du Dir wünschst, aber bei fast allen Spielen die Du zu viert oder fünft spielst wirst Du auch abhängig von den Zügen der anderen sein und Gefahr laufen von einem "unerfahrenen" Spieler durch einen vermeintlich schwachen Zug eine eigene Stellung zerstört zu bekommen. Du hast dann natürlich die "Einflußmöglichkeit", ihm eine runterzuhauen... aber damit wirst Du wohl bald keine Mitspieler mehr haben!
Bei Puerto Rico gibt es definitiv keine absolute Siegstrategie, nur mehrere gut zusammenspielende Gebäudereihen.
Es ist die Vielseitigkeit an Möglichkeiten Punkte und Geld zu machen, die Puerto Rico so reizvoll machen und den Wiederspielwert auf ein Maximum erhöhen.
Seit den Siedlern von Catan hat kein Spiel die Szene so aufgemischt, wie es Puerto Rico tut!!
Gruß und trotzdem viel Spaß beim weiteren Spielen
Bernd
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 23. April 2002, 21:22
von David Haupt
Ach ja, diese Spieler !
Der eine humorvoll, der andere pikiert, der nächste humorlos, wieder ein anderer verständnislos ob solch einer armen Spielerseele wie mir (ach hätte ich meine Zeit statt mit dieser wirklich unsinnigen Frage doch besser mit Spielen verbracht, wohl wahr wohl wahr !!!)......
Danke für Euer aller Beitrag, ich freu mich auf jeden Fall schon auf die nächsten Partien Puerto Rico, hoffentlich gibt es bald auch eine Zweier-Variante, damit ich meinem Gegenüber mal so richtig eine klatschen kann....
Ganz im Ernst: Puerto Rico ist für mich in der Tat ein fantastisches Spiel und es wäre schön (und sehr mutig !) wenn sich die Jury dazu entschließen könnte, dieses Spiel zum Spiel des Jahres zu wählen !
Gruß
David
Siegstrategien vs. mangelnder Einfluss
Verfasst: 24. April 2002, 01:38
von Roman Pelek
Hi Andreas,
andreas schröter schrieb:
>
> Endlich mal einer, der es gemerkt hat!!
Nun, nachdem diverse "Siegstrategien" widerlegt wurden, ist es nur logisch, dass wir nun in das andere Extrem, das der Willkürlichkeit und Nicht-Planbarkeit schwenken - ich denke, jedes anspruchsvolle Spiel muss sich diesen Extremen in einer Analyse stellen. Aber, da Du's so apodiktisch formulierst, würde ich auch gerne ausformulierte Gründe dafür sehen ;-) Ich denke, dass Dir das aufgrund der Ausflüge in die Spieltheorie und den abstrakten Brettspielen durchaus liegen dürfte, das auch näher als nur in einem zustimmenden Satz zu äußern :)
Wie ich in meiner Antwort auch schon angedeutet hatte, würde mich die Einschätzung des Verhältnisses von Strategie zu mehr taktischer Interaktion in PR (bzw. ob die Balance zu nivellierend angelegt ist) als Einschätzung durchaus interessieren - aus banalen Zustimmungen kann ich aber nur sehr wenig lesen...
Ciao,
Roman
P.S.: Ich würde derzeit weder eindeutigen Siegstrategien noch mangelnden Einflussmöglichkeiten zustimmen, auch wenn bei PR wie bei fast allen Spielen mit Interaktion zwischen 3+ Spielern einiges von anderen abhängt. Apropos: kann mir jemand ein Spiel ab 3 Spielern nennen, das z. B. nicht durch die Sitz-/Spielreihenfolge und die Spielweise anderer auch extrem beeinflusst werden kann? Mir fällt außer "Parallelsolitaire"-Geschichten eigentlich quasi kein Spiel ein... Paradebeispiel ist das für mich dennoch exzellente Medina: macht mir mein linker Nachbar beständig mutwillig Geschenke, brauche ich für den Spielsieg nur sehr wenig zu tun. Ist das dann schon gleichzusetzen mit mangelndem Einfluss?
Re: Siegstrategien vs. mangelnder Einfluss
Verfasst: 24. April 2002, 08:42
von hannes
Hi Roman
> ... Paradebeispiel ist das für mich dennoch exzellente
> Medina: macht mir mein linker Nachbar beständig mutwillig
> Geschenke, brauche ich für den Spielsieg nur sehr wenig zu
> tun. Ist das dann schon gleichzusetzen mit mangelndem Einfluss?
Wieso [b] linker [/b] Nachbar ? Spielst du, seit du Dog kennen gelernt hast, nur noch "schweizerisch", d.h. rechts 'rum ? :D
Ciao
hannes
OT: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 24. April 2002, 09:18
von Thomas Jereczek
Mogelpackung?
Selbstverständlich! :-D
Wo Puerto Rico drauf steht, sollte auch Puerto Rico drin sein. :-P
Aber was ist. Ich mach' die Schachtel auf und anstatt Palmen, Sandstrand und blaues Meer nur ein paar Papp- und Holzteile. :cry:
Nicht einmal ein Flugticket war darin zu finden. :-(
enttäuschte Grüße ;-)
Thomas
Spielreiz bei Puerto Rico im Vergleich zu Siedler
Verfasst: 24. April 2002, 09:35
von Kathrin Nos
Hallo Bernd,
auf folgenden Aspekt möchte ich gerne etwas näher eingehen:
"Bernd Eisen" hat am 23.04.2002 geschrieben:
> Seit den Siedlern von Catan hat kein Spiel die Szene so
> aufgemischt, wie es Puerto Rico tut!!
Genau den Vergleich des Spielreizes zwischen den Siedlern von Catan (SvC) und Puerto Rico (PR) haben wir am Wochenende (vier Partien PR zu dritt) auch ausdiskutiert. Kurz vorweg: Natürlich darf man hier die Analogie "Das ist ja wie Siedler" nicht überstrapazieren, es handelt sich hier fraglos um verschiedene Spiele!
Was aber meiner Meinung nach beiden gemeinsam ist, und da waren wir uns in unserer Spielerrunde sehr einig: Bei beiden ist es im schönsten Moment vorbei - endlich hat man so schöne Produktionsketten aufgebaut oder die tollen Gebäude aktiviert (PR) oder eine gute Zahlenkombination ersiedelt und kann so richtig toll bauen (SvC), da ist das Spiel leider vorbei - schnell noch eins gespielt!! :-)
Wobei alleine die Tatsache, dass wir am Wochenende insgesamt vier Partien PR gespielt haben, ein absolutes Indiz für den hohen Spielreiz ist - dass wir an einem Spielewochenende ein Spiel zweimal spielen, kommt bei kürzeren Spielen vor, aber vier(!)mal, das ist schon lange her (seit Siedler eigentlich nicht mehr, um diese nochmal zu zitieren ;-) )...
Genug der Schwärmerei....
Alles Gute wünscht
Kathrin.
Puerto Rico - Zweier-Variante
Verfasst: 24. April 2002, 09:35
von Kathrin Nos
Hallo David,
"David Haupt" hat am 23.04.2002 geschrieben:
> ich freu mich auf jeden Fall
> schon auf die nächsten Partien Puerto Rico, hoffentlich
> gibt es bald auch eine Zweier-Variante, damit ich meinem
> Gegenüber mal so richtig eine klatschen kann....
hier im Forum wurde bereits ein Vorschlag für eine Zweier-Variante gepostet:
>>>
Puerto Rico - Variante für 2 ?
Autor: Ernst-Jürgen Ridder
Datum: 08.03.02 23:15 (Beitrag Nr. 38700)
Website: http://www.djridder.de
Hallo,
wir haben PR heute zu zweit gespielt, Aufbau so, wie von mir schon angesprochen, die Produktionsgebäude aber doch je 2x. Das Problem mit dem Gouverneur haben wir so gelöst, dass jeweils ausgewürfelt wurde, wer Startspieler ist, aber in jedem Falle gewechselt wurde, wenn einer zweimal hintereinander Startspieler war. Hinsichtlich der Rollenwahl haben wir so gespielt, dass erst der Startspieler eine Rolle wählt, dann der andere, dann nochmal der Startspieler und wieder der andere, ehe dann eine Runde beendet war. Wenn jeder nur einmal eine Rolle wählen darf, kommen bei 2 Spielern in einer Runde doch zu wenige Phasen dran.
Das lief schon ganz gut so.
Wir feilen noch daran.
Hat jemand andere Vorschläge?
Gruß
Ernst-Jürgen
<<<
AUS: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=39791&t=39791
Mein Mann und ich sind allerdings noch nicht dazu gekommen, diese auszuprobieren, haben dies aber auf jeden Fall vor.
Alles Gute wünscht
Kathrin.
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 24. April 2002, 10:33
von peer
Hi,
andreas schröter schrieb:
>
> Endlich mal einer, der es gemerkt hat!!
Oh du gewinnst immer, egal wie du spielst? Du kannst zufallszüge machen und bist nicht schlechter als deine (planenden) Mitspieler? Interessant...
ciao,
Peer (nimmt solche Postings nicht mehr für voll)
[Halb OT] Rinks & Lechts
Verfasst: 24. April 2002, 10:49
von Roman Pelek
Hi Hannes,
hannes schrieb:
> Wieso [b] linker [/b] Nachbar ? Spielst du, seit du Dog
> kennen gelernt hast, nur noch "schweizerisch", d.h. rechts
> 'rum ? :D
Da hat mich wohl die schweizerische Spielweise nachhaltig irritiert und ich habe mich deshalb "vertichut" ;-) Oder ich fange an, senil zu werden und weiss nicht mehr, wo "Rinks und Lechts" sind - natürlich hast Du Rechts, äh, Recht!
Ciao,
Roman
Re: OT: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 24. April 2002, 11:18
von Tom
War in Deiner Goldland-Packung auch kein Gold drin? Sauerei...
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 24. April 2002, 11:30
von Tom
Hallo David,
ich möchte Dir - wie Arne in einem anderen Topic - mit einem Beispiel aus der Welt des Tennis-Sports antworten: Wenn Boris B. gegen den amerikanischen Spieler X.Y. nach langem Kampf ganz knapp mit 6:4, 7:6, 6:7, 6:3, 8:6 gewinnt, spricht das gegen Tennis als interessantes Spiel? Und wenn Steffi G. gegen die dänische Gurke Y.X. 6:0, 6:1 gewinnt, bedeutet das, das Tennis wegen seiner großen Einflussmöglichkeiten ein tolles Spiel ist?
Den Einfluss, den Du mit strategischen Überlegungen auf den Spielausgang von PR ausüben möchtest, nehmen Deine klugen und vorausplanenden Mitspieler sicher auch für sich selbst in Anspruch. Eindeutig durchsetzen wirst Du Dich bei PR nur gegen unerfahrene oder intuitiv spielende PR-Spieler. Und genau darin liegt die sensationelle Stärke von PR.
Grüße, Tom (der sicher nicht der einzige ist, der im obigen Beispiel die erst genannten Partie für die interessantere Ausformung des Tennis-Sports hält)
[OT] Mogelpackungen
Verfasst: 24. April 2002, 11:33
von Roman Pelek
Hi Tom,
Tom schrieb:
>
> War in Deiner Goldland-Packung auch kein Gold drin? Sauerei...
Ja, sowas muss endlich mal Einhalt geboten werden! Aber es ist ja Licht am Ende des Tunnels: wenn ich so meine Medina-Schachtel ansehe, steht da wenigstens klar und deutlich drauf, dass der außen abgebildete Sand nicht in der Packung enthalten ist. Damit wird wenigstens jeder, der ob der schieren Gewichts und der Fotographie mutmasst, dass ihm das Rohmaterial für die hauseigene Beachparty zum Spiel gleich mitgeliefert wird, durch die ausführliche Deklaration der Inhaltsstoffe vor einem fatalen Fehlkauf bewahrt :-D
Ciao,
Roman
Re: Puerto Rico - Zweier-Variante
Verfasst: 24. April 2002, 12:40
von St. Brück
Hallo.
Wir (= Autor + Verlag) sind bereits feste an einer 2-Personen-Variante. Die Tests liegen in den letzten Zügen, so dass wir hoffen, die Variante innerhalb der nächsten 2 Wochen auf der alea-Website online stellen zu können.
Grüße.
Stefan
Re: Puerto Rico - Mogelpackung ?!
Verfasst: 24. April 2002, 14:58
von Marten Holst
Moinle,
> > Endlich mal einer, der es gemerkt hat!!
>
> Oh du gewinnst immer, egal wie du spielst? Du kannst
> zufallszüge machen und bist nicht schlechter als deine
> (planenden) Mitspieler? Interessant...
Das ist übrigens eine Technik, die wir (ernsthaft) innerhalb eines gewissen Rahmens verfolgt haben, wann immer bei uns der Verdacht aufkam, ein Spiel könne Einfluss nur vorgaukeln. Zum Beispiel eine längere Testreihe (ca. 10 Spieler), bei 6 nimmt, während derer ein Spieler seine Karten nur nach Zufallsprinzip legte. Das Ergebnis: klar, er wurde deutlich schlechter als der Rest. Aber nach der Einführung der Nebenstrategie "Lege eine beliebige 'sichere' Karte, wenn Du eine hast, sonst eine beliebige, die nicht automatisch eine Reihe nimmt, dann die billigste Reihe" war das Ergebnis schon nicht mehr echt von den Denkern und Bluffern zu unterscheiden... naja, nach nur 10 Partien kein Wunder. Und vielleicht sind die ja auch einfach nicht besser ;-)[i][/i])
Ansonsten kann ich zwar nicht "intelektuell nachvollziehen", was David geschrieben hat, kenne aber durchaus das Gefühl von meiner ersten Mexica-Partie (84:83:83:82 oder so), bei der, nach ein paar Anfangsbestimmungen irgendwie jedem jeder Zug klar zu sein schien. Ich [i]weiß[/i], dass das so nicht stimmt, dass man Einfluss hat u.s.w. - aber ich [i]fühle[/i] es eben nicht. Und dann hat man schnell keine Lust mehr auf das Spiel.
Mexicanische Grüße
Marten (röchel, hust, räusper)
Re: Puerto Rico - Zweier-Variante
Verfasst: 24. April 2002, 17:01
von RoderiK
Ich hätte da noch eine (viel einfacher zu realisierende) 2er Variante:
Jeder Spieler bekommt ZWEI! Inseln, die sich diagonal gegenüber liegen...
also: Spieler A Spieler B
Spieler B Spieler A
sämtliche Spielvorbereitungen wie bei 4 Spielern.
Vorteil: Man muss nicht grossartig an den Regeln herumfeilen (Gouverneur wandert ganz normal eine Insel weiter) und sie funktioniert (zumindest empfand ich es so) ziemlich gut...
a) Zufallszüge - b) Wer nimmt den Aufseher?
Verfasst: 24. April 2002, 17:49
von Brigitte und Wolfgang Ditt
Hallo Marten,
deine Vorgehensweise können wir nur gutheißen. Es gibt mehrere Fälle, bei denen wir dies auch getan haben. Einmal war es bei einen Kartenspiel als Tester und die Zufallstaktik holte zwar mal Punkte, wurde aber kläglich letzter. Es ist ein gutes Verfahren, um Einfluss nachzuweisen.
Ähnliches haben wir bei Adel Verpflichtet getan. Statt der angegebenen Zweiervariante haben wir einen Automaten, den "Earl of Air" kreiert, der nach festen Vorgaben agierte. Der war bis auf eine Sache sehr einfach und spielte verdammt gut. Da er aber bis auf kleine Veränderungen seiner Möglichkeiten Zufallszüge machte, zeigte dies, dass der Entscheidungsspielraum gar nicht groß war. Die Erkenntnis, Diebe gehören nicht in das Auktionshaus - Earl of Air tat dies nie - hat uns anschließend in manch einer Partie gut aussehen lassen. Die Erkenntnis über den geringen Einfluss hat uns aber den Spielspaß an AV nicht genommen.
Zu Puerto Rico: enge Ergebnisse kommen hier leicht vor, weil jeder jede Aktion ausführt. Wie schon einmal in einem Posting zu Roman gesagt, geht es bei PR nicht darum viel zu bekommen, sondern mehr. Wenn jeder nur seine Sache betrachtet - und dies tut man zu Anfang leicht - so erhalten alle viel und Strategien arbeiten eher zufällig. Je mehr man PR spielt, je mehr stellen sich unterschiedliche Ergebnisse ein, es sei denn, die Spieler sind wirklich gleichwertig. Am Dienstag gab es ein Spiel mit 43:40:39:32. Hinterher war klar, dass die 32 aus der Wahl einer Werft (brachte 2 Siegpunkte) gegenüber einer Zunfthalle (wären 8 SP gewesen) resultierte.
Im Moment stellt sich bei uns ein anderes Problem ein. Wenn jeder Spieler eine einigermaßen Produktion hat (insgesamt werden mindestens 4 verschiedene Güter und mindestens so 12 Stück produziert), nimmt keiner den Aufseher. Es hat sich herausgestellt, dass derjenige, der ihn nimmt, zwar ein hochwertiges Produkt mehr erhält, dafür aber die Entscheidung über Verkauf und Verschiffen abgibt. Extrem ist es zu fünft, wo dann von den anderen Spielern das Handelshaus gefüllt wird und der Produzent leer ausgeht. Ähnliches gibt es beim Verschiffen. Als Folge wird wenig produziert und die Dublonen sammeln sich auf Aufseher und damit auf Kapitän und Händler. Die Wahl des Aufsehers gleicht dann einem Beamtenmikado und es gewinnt oft einer der Spieler, die links von einem saßen, der den Aufseher wählte.
Habt ihr, vor allem in erfahrenen Runden, ähnliches festgestellt?
Brigitte und Wolfgang (werden weitere PRs spielen)
Zufallszüge
Verfasst: 24. April 2002, 18:51
von Werner Bär
Marten Holst schrieb:
>
> Zum Beispiel eine längere Testreihe (ca. 10 Spieler), bei 6
> nimmt, während derer ein Spieler seine Karten nur nach
> Zufallsprinzip legte. Das Ergebnis: klar, er wurde deutlich
> schlechter als der Rest. Aber nach der Einführung der
> Nebenstrategie "Lege eine beliebige 'sichere' Karte, wenn Du
> eine hast, sonst eine beliebige, die nicht automatisch eine
> Reihe nimmt, dann die billigste Reihe" war das Ergebnis schon
> nicht mehr echt von den Denkern und Bluffern zu
> unterscheiden... naja, nach nur 10 Partien kein Wunder. Und
> vielleicht sind die ja auch einfach nicht besser ;-)[i][/i])
Meiner Meinung nach kann man bei 6 nimmt mit bei 4 Spielern noch recht sinnvoll Entscheidungen treffen. Aber bei 6+ Spielern (wie bei uns üblich) kann eigeschränkter Zufall schon sehr gut sein (Mein Versuch: Ich mische meine Karten am Anfang, und nehme die vorderste, ausser sie ist eindeutig schlecht, dann die hinterste).
Aber egal, das Spiel lebt von der Schadenfreude, und macht auch mit wenig Einfluss viel Spass.
Überrascht war ich bei 'Hick Hack im Gackelwack'. Das erste mal mit Dummy war eigentlich unbeabsichtigt ("Bin gleich soweit." - "Ok, wir fangen schon mal an, und nehmen bei dir immer die oberste Karte").
Später absichtlich mit Dummy in 4er-Partien, damit mehr Betrieb herrscht.
Der Dummy schnitt immer sehr schlecht ab.
Werner.