Einfluss bei komplexeren Spielen
Verfasst: 24. April 2002, 09:12
Moin moin!
Roman Pelek schrieb im Beitrag http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=41484&t=41457 :
"Apropos: kann mir jemand ein Spiel ab 3 Spielern nennen, das z. B. nicht durch die Sitz-/Spielreihenfolge und die Spielweise anderer auch extrem beeinflusst werden kann? Mir fällt außer "Parallelsolitaire"- Geschichten eigentlich quasi kein Spiel ein... Paradebeispiel ist das für mich dennoch exzellente Medina: macht mir mein linker Nachbar beständig mutwillig Geschenke, brauche ich für den Spielsieg nur sehr wenig zu tun. Ist das dann schon gleichzusetzen mit mangelndem Einfluss?"
Nein, ganz gewiß nicht! Die meisten Spiele mit geringem Zufallselement hängen von der Spielrunde ab, sowohl von ihrer Zusammensetzung und der Sitzreihenfolge her. Dies kann ich aber nicht dem Spiel als solchen ankreiden, sondern eher dem geringen Zufallselement und der höheren Interaktion der Mitspieler - also dem Spielprinzip. Ein größeres Zufallselement gewährt auch unerfahreneren Spielern eine realistische Siegchance, bei Spielen mit geringem Zufallselement hängt der Spielausgang schon sehr viel mehr von der Erfahrung der einzelnen Spieler mit diesem Spiel ab.
Spielen gleicherfahrene Spieler zusammen eine Partie, so sollten diese Spieler auch gleich guten Einfluß auf die Partie haben, egal wie der Einfluß jetzt im einzelnen aussieht (der gestaltet sich ja auch sehr unterschiedlich: muß ich eher konstuktiv oder destruktiv spielen, eher für mich oder gegen die Mitspieler). Ist in der Runde jedoch ein unerfahrener Spieler, so kann dies das Gleichgewicht schon enorm verschieben (siehe Medina). Das ist aber ähnlich, als wenn ich jetzt gegen Boris Becker Tennis spielen würde - generell eine Sportart mit viel Einfluß, bei der Boris aber nichts groß für seinen Sieg unternehmen müßte, da ich die Bälle eh versemmeln würde :-)
Das Problem mit der Abhängigkeit von der Sitzreihenfolge bei diesen Spielen wird ja schon zum Teil so umgangen, daß man eine variable Zugreihenfolge einrichtet, die nicht an die Sitzreihenfolge gekoppelt ist. Dann hängt man mit seinen Entscheidungen zwar von dieser Reihenfolge ab, kann aber noch Einfluß auf diese nehmen und seine Position in der Reihenfolge eventuell verändern. Ich wage aber mal zu behaupten, daß bei Spielen wie Medina oder FvF oder PR (um nur ein paar zu nennen) der Ausgang der Partie nicht von der Sitzreihenfolge abhängt, wenn erfahrene Spieler an der Partie beteiligt sind, die sich gegenseitig nichts schenken.
Tschö,
- Arne -
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Roman Pelek schrieb im Beitrag http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=41484&t=41457 :
"Apropos: kann mir jemand ein Spiel ab 3 Spielern nennen, das z. B. nicht durch die Sitz-/Spielreihenfolge und die Spielweise anderer auch extrem beeinflusst werden kann? Mir fällt außer "Parallelsolitaire"- Geschichten eigentlich quasi kein Spiel ein... Paradebeispiel ist das für mich dennoch exzellente Medina: macht mir mein linker Nachbar beständig mutwillig Geschenke, brauche ich für den Spielsieg nur sehr wenig zu tun. Ist das dann schon gleichzusetzen mit mangelndem Einfluss?"
Nein, ganz gewiß nicht! Die meisten Spiele mit geringem Zufallselement hängen von der Spielrunde ab, sowohl von ihrer Zusammensetzung und der Sitzreihenfolge her. Dies kann ich aber nicht dem Spiel als solchen ankreiden, sondern eher dem geringen Zufallselement und der höheren Interaktion der Mitspieler - also dem Spielprinzip. Ein größeres Zufallselement gewährt auch unerfahreneren Spielern eine realistische Siegchance, bei Spielen mit geringem Zufallselement hängt der Spielausgang schon sehr viel mehr von der Erfahrung der einzelnen Spieler mit diesem Spiel ab.
Spielen gleicherfahrene Spieler zusammen eine Partie, so sollten diese Spieler auch gleich guten Einfluß auf die Partie haben, egal wie der Einfluß jetzt im einzelnen aussieht (der gestaltet sich ja auch sehr unterschiedlich: muß ich eher konstuktiv oder destruktiv spielen, eher für mich oder gegen die Mitspieler). Ist in der Runde jedoch ein unerfahrener Spieler, so kann dies das Gleichgewicht schon enorm verschieben (siehe Medina). Das ist aber ähnlich, als wenn ich jetzt gegen Boris Becker Tennis spielen würde - generell eine Sportart mit viel Einfluß, bei der Boris aber nichts groß für seinen Sieg unternehmen müßte, da ich die Bälle eh versemmeln würde :-)
Das Problem mit der Abhängigkeit von der Sitzreihenfolge bei diesen Spielen wird ja schon zum Teil so umgangen, daß man eine variable Zugreihenfolge einrichtet, die nicht an die Sitzreihenfolge gekoppelt ist. Dann hängt man mit seinen Entscheidungen zwar von dieser Reihenfolge ab, kann aber noch Einfluß auf diese nehmen und seine Position in der Reihenfolge eventuell verändern. Ich wage aber mal zu behaupten, daß bei Spielen wie Medina oder FvF oder PR (um nur ein paar zu nennen) der Ausgang der Partie nicht von der Sitzreihenfolge abhängt, wenn erfahrene Spieler an der Partie beteiligt sind, die sich gegenseitig nichts schenken.
Tschö,
- Arne -
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