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Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 25. April 2002, 08:45
von Lothar
Guten Morgen,
gestern habe ich endlich meine erste Partie Nautilus spielen können. Der erste Eindruck war recht positiv, obwohl natürlich EIN Spiel noch nicht für eine Einschätzung genügt. Bei der Endabrechnung ist mir jedoch etwas aufgefallen:
Bei dem Multiplikator "Forschungsstationen" lagen wir vier alle dicht beieinander ( 6 bis 8 Punkte), während der Multiplikator "Funde" doch deutliche Unterschiede aufwies (6 bis 16 Punkte). War das bei euren Partien auch so? Wenn man bedenkt, was ich für 2 Punkte (links) alles tun muss, während ich für 2 Punkte (rechts) nur etwas Glück (Schatztruhe) brauche, scheint mir das nicht ganz ausgewogen zu sein.
Ich werde in der nächsten Partie versuchen, mit einer U-Boot-Offensive dieses "Glückselement" stärker zu nutzen :-) (ohne jetzt eine Strategie-Diskussion anzetteln zu wollen ;-) ).

Lothar

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 25. April 2002, 12:35
von Tom
Lothar schrieb:

> (ohne jetzt eine Strategie-Diskussion anzetteln zu wollen ;-)
> ).

DAS könntest Du gar nicht vermeiden hier, selbst wenn Du es betonst. Außerdem kann es einem doch interessante Horizonte öffnen, auch wenn man - zugegebermaßen - nicht alle Postings (siehe einige unsägliche PR-Postings) lesen und analysieren muss. Mit Deiner Vermutung der Unausgeglichenheit könntest Du Recht haben. Aber ich vermute, es liegt gerade eine kluge Strategie in dem Spiel, gezielt etwaige Zufalls- (im besten Falle Glücks-)Elemente anzusteuern, wenn man mit anderen Win-Strategien evtl. nicht weiterkommt. Man steht quasi vor der Alternative, die Glücksgöttin herauszufordern, und das ist nicht unklug.
Gruß,
Thomas (der sich still und heimlich über weitere ausufernde Diskurse freut)

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 25. April 2002, 17:26
von Roman Pelek
Hi Lothar,

Lothar schrieb:

> Bei dem Multiplikator "Forschungsstationen" lagen wir vier
> alle dicht beieinander ( 6 bis 8 Punkte), während der
> Multiplikator "Funde" doch deutliche Unterschiede aufwies (6
> bis 16 Punkte). War das bei euren Partien auch so? Wenn

Ja, teilweise leider schon, auch trotz Echolot-Ausnutzung und dreier U-Boote. Einmal hatte eine Spielerin sogar nur 4 Punkte.

> man
> bedenkt, was ich für 2 Punkte (links) alles tun muss, während
> ich für 2 Punkte (rechts) nur etwas Glück (Schatztruhe)
> brauche, scheint mir das nicht ganz ausgewogen zu sein.

Ja, die Stationspunkte erfordern teilweise sehr gezieltes Vorgehen, um ordentlich dazustehen, während einem auf der anderen Seite durchaus auch mal ein Gold vor die Füße fallen kann - soviele Funde kann man sich ja im Endeffekt nicht vorher ansehen. Diesen Eindruck hatten wir bei bislang 5 Partien, obwohl wir kontinuierlich mehr auf die Ausnutzung von Echolot, U-Boot-Anzahl und -Bewegung sowie Ansehen durch Muschel/Schnecke gesetzt haben. Unsere Partien wurden quasi immer bei den letzten Funden entschieden, zumindest was die Führenden betraf, was bei uns nicht unbedingt zu Spannung, sondern teilweise leider auch zu Lethargie (wozu die ganze Mühe 120 Min. lang?) bei Mitspielern führte.

> Ich werde in der nächsten Partie versuchen, mit einer
> U-Boot-Offensive dieses "Glückselement" stärker zu nutzen :-)
> (ohne jetzt eine Strategie-Diskussion anzetteln zu wollen ;-)
> ).

Das wird auf eine Strategiediskussion herauslaufen :-D Mehr auf U-Boote und Echolot etc. zu setzen erscheint mir durchaus sinnvoll, aber hat bei uns dennoch keine richtige Abhilfe gegen die Diskrepanz zwischen Glücksmoment bei den Funden und der Grübelei bei den Stationen gebracht. Das hat mich bislang enttäuscht und ich hoffe, dass hier vielleicht ein paar Tipps zu Tage kommen, die dieses thematisch schöne Spiel auch für unsere Runden wieder attraktiver machen. Vielleicht haben ja auch Brigitte und Wolfgang Anregungen zu diesem Punkt oder entdecken eventuelle Spielfehler, die dazu führten.

Ciao,
Roman

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 25. April 2002, 19:05
von Brigitte und Wolfgang Ditt
Hallo Lothar, hallo Roman,

bevor wir auf die gestellte Frage eingehen ein Wort vorweg. Es kann gerne über Taktiken/Strategien in Nautilus geschrieben werden. Wir werden uns aus zwei Gründen nicht daran beteiligen:
1. Es könnte Spielern, die dies selbst erforschen wollen, den Spaß nehmen.
2. Es könnte als Rechtfertigung verstanden werden (wir mögen postive Kritik, aber wie immer wird es auch bei Nautilus Spieler geben, denen es nicht liegt - hoffentliche wenige).

Nun zu den Punkten. Sie sind nicht ausgewogen. Dies ist offentsichtlich schon an der Menge erkennbar in der Forschung gibt es bei 4 Spielern 30 Punkte (15 für die Dreien und 15 Einer - wenn alles in Betrieb ist). Im Meer gibt es 32 Punkte plus die Verdelungen, wodurch hier deutlich mehr zu holen ist. Die Diskrepanz wird bei weniger Spielern größer, weil dann in Summe noch weniger Forschungspunkte erreicht werden können.
Vielleicht habt ihr diese Ungleichheit verstärkt:
>Wenn man bedenkt, was ich für 2 Punkte (links) alles tun muss, während ich für 2 Punkte (rechts) nur etwas Glück (Schatztruhe)
brauche, scheint mir das nicht ganz ausgewogen zu sein.<
Habt ihr Schatzkiste mit 2 Punkte belohnt? Eine Kiste bringt 2 bis 4 Nemo, aber keine Punkte.


Gleichzeitig sind die Einsen in der Forschungspunkte vollständig planbar und die Dreien werden bzw. geholt bzw. übernommen; Das gilt im Meer nicht. Hier gibt es einen beachtlichen Glücksfaktor, dem man mit Echolot, Echostationen und Versuchsstationen zu Leibe rücken kann. Der Glücksfaktor ist gewollt und erhöht die Chance (potentiell) schwächerer Spieler.
Vielspieler und Strategen können sich ja mal überlegen, wie man größere Unterschiede in der Forschung erreicht. Es geht, fest versprochen.
Ansonsten: wer einen solchen Glücksfaktor nicht mag, sollte auf andere Spiele in diesem Jahrgang zurückgreifen. Es gibt sehr schöne Spiele mit geringem oder auch ohne jeden Glücksfaktor.

An Roman: kannst du uns einmal erzählen wie es mit 3 U-Booten und Echolot-Nutzung zu nur 4 Punkten kommt. Das ist wirklich außergewöhnliches Pech. Soetwas kennen wir auch. Bei einem Sternfahrer saßen Wolfgang drei Mal an der 8 und sie kam zwei Mal, die 6 hingegen 16 mal. Das kann bei einem Glücksfaktor immer passieren.

Brigitte und Wolfgang

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 26. April 2002, 07:44
von Lothar
Guten Morgen :-)

Brigitte und Wolfgang Ditt schrieb:
> Habt ihr Schatzkiste mit 2 Punkte belohnt? Eine Kiste bringt
> 2 bis 4 Nemo, aber keine Punkte.

Ihr habt natürlich recht, ich meinte den Goldfund mit 2 Siegpunkten, Schatztruhe bringt tatsächlich "nur" Nemos (die man allerdings auch gerne nimmt ;-) ).

> Ansonsten: wer einen solchen Glücksfaktor nicht mag, sollte
> auf andere Spiele in diesem Jahrgang zurückgreifen. Es gibt
> sehr schöne Spiele mit geringem oder auch ohne jeden
> Glücksfaktor.

Spiele ohne jeden Glücksfaktor, gibt es die überhaupt? Ein bischen Glück gehört beim Spielen schon dazu. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Runde Nautilus.

Grüßle aus dem Geburtstagsländle...
Lothar (noch keine 50 :-)) )

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 26. April 2002, 07:45
von Roman Pelek
Hi Brigitte, hi Wolfgang,

Brigitte und Wolfgang Ditt schrieb:

Da ich gut verstehen kann, dass Ihr Euch in den Diskussionen um Nautilus zurückhalten wollt, hier mal meine Antworten als Anreiz an andere, Spielerfahrungen/Einschätzungen zu posten:

> und Versuchsstationen zu Leibe rücken kann. Der Glücksfaktor
> ist gewollt und erhöht die Chance (potentiell) schwächerer
> Spieler.

Bei uns taten sich die potentiell schwächeren Spieler mit den Stationen sehr schwer und verloren dort gravierend, während die stärkeren bei uns die Entscheidung - über Meeresfunde -unter sich ausmachten.

> Ansonsten: wer einen solchen Glücksfaktor nicht mag, sollte
> auf andere Spiele in diesem Jahrgang zurückgreifen. Es gibt
> sehr schöne Spiele mit geringem oder auch ohne jeden
> Glücksfaktor.

So, wie ich Nautilus bislang erlebt habe, war es nicht der Glücksfaktor, der störte, sondern (siehe auch oben) die Diskrepanz zwischen Planung der Stationen (ohne die nichts geht, und die auch mal grüblerischer werden kann) und der Entscheidung im Meer bei uns. Wenig erfahrene Mitspieler hatten bei Nautilus keine Chance (über den Daumen: 40-60 Punkte), bei den Geübteren entschied das Glück (80-120 Punkte). Aufgrund der multiplikativen Abrechnung braucht man m. E. eine gehörige Stationsplanung und ordentlich Glück bei den Funden. Defizite in einem der Bereiche lassen sich nur schwer ausgleichen, da die Punkteausbeute/Effizienz theoretisch in der Nähe einer Quadratzahl merklich ansteigt.

> An Roman: kannst du uns einmal erzählen wie es mit 3 U-Booten
> und Echolot-Nutzung zu nur 4 Punkten kommt. Das ist wirklich
> außergewöhnliches Pech. Soetwas kennen wir auch. Bei

Ja, ich schätze, dass es extrem viel Pech war und ein Ausreißer - wie Ihr ja richtig sagt: sowas kann bei einem Glücksfaktor passieren. Eine Person schaffte es mit traumwandlerischer Sicherheit, jeden 0er-Fund, der nicht aufgewertet werden konnte, zu finden. Leider saß diese Person in der zweiten Hälfte des Spiels dann dementsprechend abgeschlagen da (wobei auch dann die Spieldauer etwas negativ zum Spielerlebnis dieser Person beitrug).

Ich bin mal gespannt, wie andere diese Aspekte erlebt haben.

Ciao,
Roman

RE: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 26. April 2002, 08:25
von Udo G.
Jetzt muss ich doch auch mal meinen Senf dazugeben. In meiner ersten (und bisher leider einzigen) Partie war ich, was Stationen angeht, eigentlich ganz zufrieden. Ich hatte zwei Mehrheiten in einer vierer-Partie( 9 Punkte), war aber dann doch nur vorletzter (vor dem Spieler ohne Mehrheiten), da ich im Meer quasi nichts gefunden hatte (~ 4-5 Punkte). Das hat mich dann schon ein wenig enttäuscht, da ich ja in dem strategischen Teil (für meine Verhältnisse :-) ) überdurchschnittlich gut war. Ich muß es doch nochmal probieren.


Grüßle,

Udo

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 26. April 2002, 11:06
von Braz
Hallo Lothar,

nun geb' ich auch noch einmal meinen Senf dazu ab ;)

Glücksfaktor bei Nautilus ? :

Nun ja, bedingt. Wer das Glück hat mit seinem U-Boot in die Nähe eines Goldfundes (2Nemo) zu kommen hat halt Glück gehabt. Jedoch läßt sich dieser Glücksfaktor gut relativieren, indem man Forschungsstationen baut (mehr Züge der U-Boote), Versuchsstationen (bel.Fund anschauen, und das ist ein echter Vorteil finde ich) und Echolot weiterentwickelt. Macht man die 3 Schritte kann man die Funde besser überblicken und selektiert besser anstelle einfach auf Masse zu sammeln (was eher dem Glücksfaktor entspricht - denn wenn in meiner Masse an Funden diejenigen dabei sind die ich brauche - hatte ich Glück - ansonten zu viel Kohle ausgegeben).

Das Ungleichgewicht der Multiplikatoren......ja der ist da, klaro. Denn ich kann ja mehr Punkte durch Funde machen, als dies mit Stationen der Fall ist........und? Dann bau ich halt dementsprechen aus und suche gezielt nach meinen Funden, und das kann man echt ganz gut, den wer sein Schiff gut platziert kann einige Funde durch Echolot anschauen und wer dann noch eine Muschel hebt und die durch die Analysestation jagt (die am Besten Stufe 2 ist), dann kann man sogar zusätzlich 2 bel. Funde anschauen. Das macht dann bei mir i.d.R. 4- 5 Funde pro Zug....und das ist eine Menge !!! Danach kann ich auch mein Schiff ziehen und entsprechende Funde heben.

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen:
Glücksfaktorin Nautilus ?
Ja - aber nicht zuviel, so daß es störend wäre. Glück kommt doch eh immer dann (bei jedem Spiel) ins Rennen, wenn Interaktion der Spieler untereinander gefordert wird/ vorhaNDEN IST: Bei Nautilus z.B. : Schaff ich den Fund vor meinem Gegenüber zu kriegen etc...

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 26. April 2002, 11:12
von Roland G. Hülsmann
Braz schrieb:

> Glücksfaktorin

Ah, ein weiblicher Glücksfaktor? Noch unberechenbarer als ein männliches Exemplar? :grin:

Roland (macht den Jost: ducken und weg)

Re: Nautilus - Multiplikatoren ungleich?

Verfasst: 26. April 2002, 12:39
von Braz
:) :) :) ...*lol

stimmt, das sind die Unberechenbarsten / ein Faktor, der aber andererseits nicht zu unterschätzen ist.....

Alle Spieler sollten auf dem gleichen Level sein.

Verfasst: 29. April 2002, 09:54
von Marc
Hy!
Nach inzwischen drei gespielten Partien kann ich nur sagen:
Die Chancen sind gleich bei geübten Nautilus-Spielern.
Da spielt das Glück keine große Rolle mehr.

In den ersten Runde war ich damit beschäftigt die Übersicht zu kriegen.
Das ging bisher imho jedem so.
Erst ab dem zweiten Spiel begint man Stationen taktisch zu bauen, z.B. um
günstig eine 3er Mehrheit zu bekommen. Außerdem spielt man wesenttlich "kostenbewußter".
Auch das Echolt erscheint mir nicht so wichtig...
Lieber eine Versuchstation. Ziehe ich "Müll" darf ich immerhin noch ein weiteres
Plättchen anschauen. Das erscheint mir billiger zu sein wie das Echolot und es gibt dann praktisch keine nutzlosen Funde mehr.
@Lothar: Ich freue mich schon auf unsere nächste Runde Nautilus. Und ich hoffe,
das Ergebnis fällt dann nicht soo eindeutig aus!

Grüßle!
Marc
MF

Re: Alle Spieler sollten auf dem gleichen Level sein.

Verfasst: 29. April 2002, 13:25
von Lothar
Ja Marc, ich habe schon eine Strategie im Kopf, wie ich dir das Leben schwer machen kann ;-)

Grüßle
Lothar