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RF: Malawi
Verfasst: 21. Mai 2002, 01:57
von Ulrich Roth
Ich kenne dieses interessant klingende Spiel nur aus Beschreibungen, und erwäge, es mir zuzulegen.
Meine Frage:
Ein Spieler könnte seine Figuren einfach auf der Grundlinie stehen lassen und nur immer Ringe hin und her schichten. Um ein simples Remis zu verhindern, müsste sich der Gegner dann schon was einfallen lassen (und könnte womöglich dabei in einen Überraschungs-Konter laufen).
Sieht die Spielregel irgendetwas vor, womit diese destruktive Spielweise ausgehebelt werden kann?
Oder ist es für den Gegner einfacher, als ich es mir vorstelle, den Spiel-Verweigerer abzustrafen?
Re: RF: Malawi
Verfasst: 21. Mai 2002, 05:36
von Erhard Portner
Ulrich Roth schrieb:
>
> Ich kenne dieses interessant klingende Spiel nur aus
> Beschreibungen, und erwäge, es mir zuzulegen.
>
"Malawi", lieber Ulrich, kann ich nur allerwärmstens empfehlen. Es ist wirklich eines der interessantesten Zweipersonen-Taktik-/Strategiespiele, die ich kenne. Piatnik hat es leider nur versäumt, dem Spiel einen angemessenen Spielplan beizugeben. Statt des kleinen unattraktiven Pappplans würde hier beispielsweise ein schöner Filzplan den Spielreiz sicherlich nochmals steigern. Das Spiel hätte eine edlere Aufmachung unbedingt verdient!
> Meine Frage:
>
> Ein Spieler könnte seine Figuren einfach auf der Grundlinie
> stehen lassen und nur immer Ringe hin und her schichten. Um
> ein simples Remis zu verhindern, müsste sich der Gegner dann
> schon was einfallen lassen (und könnte womöglich dabei in
> einen Überraschungs-Konter laufen).
>
> Sieht die Spielregel irgendetwas vor, womit diese destruktive
> Spielweise ausgehebelt werden kann?
Verloren hat man das Spiel auch, wenn alle eigenen Kugeln geschlagen werden. Bei der von Dir beschriebenen Spielweise wäre es relativ einfach, durch entsprechende Positionierung der eigenen Figuren alle Kugeln des Gegners zu schlagen und damit zu gewinnen.
Herzliche Grüße nach Barcelona
Erhard
Re: RF: Malawi
Verfasst: 21. Mai 2002, 10:26
von Ulrich Roth
Hallo Erhard,
> "Malawi", lieber Ulrich, kann ich nur allerwärmstens
> empfehlen. Es ist wirklich eines der interessantesten
> Zweipersonen-Taktik-/Strategiespiele, die ich kenne.
Ich weiß, du hast es schon ein paarmal gelobt - deshalb habe ich mich ja überhaupt erst dafür interessiert! :wink:
> Piatnik hat es leider nur versäumt, dem Spiel einen angemessenen
> Spielplan beizugeben. Statt des kleinen unattraktiven
> Pappplans würde hier beispielsweise ein schöner Filzplan den
> Spielreiz sicherlich nochmals steigern. Das Spiel hätte eine
> edlere Aufmachung unbedingt verdient!
Das ist kein großes Problem - einen schönen Spielplan kann man sich leicht selber machen. Bei den Spielfiguren wäre es schon komplizierter, aber die sehen ja anscheinend wirklich gut aus.
> Bei der von Dir beschriebenen Spielweise
> wäre es relativ einfach, durch entsprechende Positionierung
> der eigenen Figuren alle Kugeln des Gegners zu schlagen und
> damit zu gewinnen.
Das wollte ich wissen. Dass dies möglich ist, war mir ungefähr klar, aber ich dachte, dass es einigen kombinatorischen Aufwand erfordert, es so anzustellen, dass dem feige abwartenden Gegner, der ja jederzeit seine Strategie ändern und losschlagen kann, keinerlei Konterchancen serviert werden.
Besten Dank und schöne Grüße nach Berlin!
Ulrich
Re: RF: Malawi > Zusatzfrage
Verfasst: 22. Mai 2002, 14:40
von Ulrich Roth
In einer Rezension wurde eine Variante empfohlen, bei der die Ringe nicht gleichmäßig, sondern nach Belieben des Spielers umgeschichtet werden.
Kann jemand über Erfahrungen mit dieser Variante berichten?
Re: RF: Malawi > Zusatzfrage
Verfasst: 22. Mai 2002, 21:00
von Erhard Portner
Hallo Ulrich,
ich habe "Malawi" immer nur regelkonform gespielt; das heißt, beim Verteilen der Kugeln von einer eigenen Figur dürfen diese jeweils nur einzeln auf die übrigen eigenen Figuren verteilt werden.
Ich denke, diese Beschränkung macht durchaus Sinn und erlaubt eine berechenbare strategisch-taktische Planung des Spiels.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die von Dir angesprochene Variante hier zu einer Verbesserung führt. Ich würde im Gegenteil eher meinen, dass durch eine solche Spielweise das Spiel zwar vielleicht ein wenig an Tempo gewinnt, aber damit doch ein Großteil des besonderen Spielreizes von "Malawi" verloren geht.
Mit verspielten Grüßen
Erhard
Re: RF: Malawi > Zusatzfrage
Verfasst: 23. Mai 2002, 02:13
von Ulrich Roth
Hallo Erhard,
> Ich denke, diese Beschränkung macht durchaus Sinn und erlaubt
> eine berechenbare strategisch-taktische Planung des Spiels.
Dachte ich mir eigentlich auch - wenn beliebig umgeschichtet werden kann, gibt es so viele Möglichkeiten, dass man entweder in dumpfes Brüten verfallen oder resignieren und aus dem Bauch heraus spielen muss... :roll:
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass die von Dir angesprochene
> Variante hier zu einer Verbesserung führt. Ich würde im
> Gegenteil eher meinen, dass durch eine solche Spielweise das
> Spiel zwar vielleicht ein wenig an Tempo gewinnt, aber damit
> doch ein Großteil des besonderen Spielreizes von "Malawi"
> verloren geht.
Mit der Variante kann man sicher viel leichter Mehrfachdrohungen erzielen, solchen aber auch ausgesetzt sein, was letztendlich sogar zu defensiverem Spiel führen könnte.
Nun ja, ich hoffe das alles bald erproben zu können (habe gerade ein "Malawi" ersteigert)! :razz:
Grüße,
Ulrich