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Trans Amerika in Deutschland?
Verfasst: 19. August 2002, 20:24
von Micha
Hallo!
Hat jemand von euch schon mal Trans Amerika auf die deutsche Landkarte
übertragen?
Das fände ich spannend, habe aber gerade zuwenig Zeit, das selbst mal auszuprobieren und vor allem dann zu testen...
Micha
(Habe übrigens auch schon in einer Newsgroup gepostet, deshalb bitte nicht böse sein, da gab's aber nur eine Antwort, die mir nicht reichte...)
Re: Trans Amerika in Deutschland?
Verfasst: 20. August 2002, 09:04
von Franz-Benno Delonge
Lieber Micha,
ich hatte es selber auch schon probiert, aber die USA-Karte paßt einfach besser, wegen der klar gegliederten Landschaft (eine Bergkette im Westen, eine im Osten). Die verschiedenfarbigen Regionen sollen nach Möglichkeit durch Hindernisse voneinander abgegrenzt sein, während andererseits innerhalb einer Region möglichst keine Hindernisse sein sollen - idealerweise sollten ja alle Städte einer Farbe ungefähr gleich schwierig zu erreichen sein.
All das ist auf der Deutschland-Karte nur schwierig zu erreichen: Im Süden und in der Mitte gibt es viele Gebirge, im Norden gar keins...
Aber ich wäre gespannt auf eine gelungene Umsetzung.
Viel Spaß beim Tüfteln wünscht
Benno
RE: Eisenbahnen in Deutschland?
Verfasst: 20. August 2002, 13:44
von Jost Schwider
"Franz-Benno Delonge" hat am 20.08.2002 geschrieben:
> ich hatte es selber auch schon probiert, aber die USA-Karte
> paßt einfach besser, wegen der klar gegliederten Landschaft
> (eine Bergkette im Westen, eine im Osten).
Ähnliche Probleme gab es ja auch mit der ersten deutschen Version von Dampfroß: Die "einfach mal so" hingemalte Deutschlandkarte funktionierte gar nicht richtig... :-/
> All das ist auf der Deutschland-Karte nur schwierig zu
> erreichen: Im Süden und in der Mitte gibt es viele Gebirge,
> im Norden gar keins...
Letztendlich ist es bei Dampfroß einigermaßen gelungen... Also Benno, auf an die Arbeit! ;-)
Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")
Re: Trans Amerika in Deutschland?
Verfasst: 22. August 2002, 18:10
von Tom
Hallo Franz-Benno,
interessanter Gedanke. Da ich auch selber ab und zu an Spielideen bastele, stellt sich mir bei der Gestaltung des Spielplans oft die Frage: Lieber klar gegliedert und strukturiert, dafür aber evtl. zu kalkulierbar und vorhersehbar, oder alternativ lieber unstrukturiert und unorthodox, dafür aber weniger vorhersehbar und mehr taktisches Geschick einfordernd? Wenn ich Dich richtig verstehe, möchtest Du die Ausgangschancen für alle Spieler gleich halten. Finde ich auch richtig, aber kann es manchmal sein, dass zuviel Symmetrie den Spielreiz mindert? (bei TA sicher nicht der Fall)
Gruß,
Tom
RE: Trans Amerika in Deutschland?
Verfasst: 22. August 2002, 18:24
von Marten Holst
Moinle Tom,
> interessanter Gedanke. Da ich auch selber ab und zu an
> Spielideen bastele, stellt sich mir bei der Gestaltung des
> Spielplans oft die Frage: Lieber klar gegliedert und
> strukturiert, dafür aber evtl. zu kalkulierbar und
> vorhersehbar, oder alternativ lieber unstrukturiert und
> unorthodox, dafür aber weniger vorhersehbar und mehr
> taktisches Geschick einfordernd? Wenn ich Dich richtig
> verstehe, möchtest Du die Ausgangschancen für alle Spieler
> gleich halten. Finde ich auch richtig, aber kann es
> manchmal sein, dass zuviel Symmetrie den Spielreiz mindert?
Ich denke, das ist innerhalb gewisser Grenzen sicherlich eine Geschmacksfrage. Etwas überspitzt formuliert haben wir hier ja den Unterschied zwischen den sogenannten "German Games" mit ihren mathematisch bewiesenen identisch starken Ausgangspositionen und den angelsächsischen Historiencosimeisenbahnschinken mit dem Hauptaugenmerk auf exakter Wiedergabe der damaligen Situation, auch wenn dann immer grün gewinnt. Bei abstrakten Spielen bis ich ein Freund von so viel Germanität wie mit vertretbarem Aufwand möglich, aber bei Spielen, die auf Landkarten aufbauen... nun, im Ernst, wer würde Zeitalter der Renaissance, Diplomacy und ähnliches auf einem "ausgeglichenen", aber mit Europa oder sonstigen Kontinenten, Ländern, Regionen nicht vereinbaren Spielplan spielen wollen (und der Versteigerungsmechanismus am Anfang liefert nach kurzer Bauchrechnung keine Gleichgewichtsstrategie, löst das Problem also nicht)? Natürlich, wenn auch der größte Depp mit Barcelona gewänne, dann wäre das Spiel auch nicht gut, aber wie weit darf das gehen? Ich persönlich mag ja beides, ein jedes zu seiner Zeit, und bin ein Freund der Kartenvielfalt bei Dampfross (nur leider nicht des Spieles selbst...). Man muss es mal probieren.
Fazit: es kann durchaus sein, dass zu viel Spielspaß die Symmetrie mindert. Oder so.
Angemerkte Grüße
Marten (der mit diesem Posting einen Rekordversuch im niedrigsten "Inhalt pro Buchstaben"-Quotienten gestartet hat)
RE: Spiel-Symmetrie ist (un)wichtig!
Verfasst: 22. August 2002, 21:46
von Jost Schwider
"Tom" hat am 22.08.2002 geschrieben:
> kann es manchmal sein, dass zuviel Symmetrie den
> Spielreiz mindert?
Man muss hier m.E. stark unterscheiden zwischen Symmetrie (bzgl. der Ausgangslage und den konkreten Zug-Möglichkeiten) und "Symmetrie" (bzgl. der Gewinnchance).
Eine ungleiche Ausgangslage kann doch sehr interessant und herausfordernd sein. Daher empfinde ich ein solches Spiel oft als spannender und abwechslungsreicher.
Eine ungleiche Gewinnchance allerdings erfordert erfahrene (Mit)Spieler, die etwa einen Bevorteilten gemeinsam entgegentreten können. Da läuft es oft auf das Gleiche hinaus ("Gemeinsam rennen oder das Spiel verpennen!" ;-) ), was dann mittelfristig zu Langeweile führen kann.
Resumee: Symmetrie - muss nicht! "Symmetrie" - besser isses!
Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")
RE: Spiel-Symmetrie ist (un)wichtig!
Verfasst: 23. August 2002, 00:41
von Marten Holst
Moinle Jost,
Frechheit. Das was ich sagen wollte hast Du viel genauer, präziser und in weniger Worten gefasst. Ja, schämst Du Dich denn nicht? ;-)
Symmetrische Grüße
Marten (hat rechts gleich viele Augen, Ohren, Arme, Beine und Schuhkartons wie links)
Re: Warum zwangsläufig Gebirge?
Verfasst: 23. August 2002, 03:12
von Steffen
In Transamerika muß man ja auch "doppelt bezahlen" (2 Wegstrecken) wenn die Schienen über einen Fluß führen. SIcherlich ist die Verteilung der Gebirge in Deutsschland nicht so optimal - man könnte das aber u.U. durch eine gezielte Auswahl an Flüssen erreichen. Gezielt soll heißen: Ich nehme eben nur die, dir ich brauche, um einen "fairen" Spielplan zu kreieren.
Und da es im Norden wie Osten genug Wasser(läufe) gibt (gerade jetzt...)
Gruß,
Steffen (der hoffentlich nicht wegen der "gerade jetzt"-Anspielung gesteinigt wird, ist keineswegs böse gemeint).
TA oder jetzt TD - war: Re: Warum zwangsläufig Gebirge?
Verfasst: 23. August 2002, 15:32
von Wolfgang Ditt
Hallo Steffen,
wir haben eine Deutschlandkarte entwickelt und sind sie derzeit am Testen. Mit wenigen Spielern (=2 oder 3) haben wir sie schon getestet und sie funktioniert sehr gut. Auch ist das Spielverhalten nicht identisch zu TA.
Bei der Karte haben wir genau die Idee "keine Gebirge, nur Flüsse" ungesetzt und als Hindernisse Rhein, Mosel, Neckar, Donau, Elbe, Havel, Weser und Ems genommen. Schließlich sind die Gebirge in den USA deutlich höher - oder möchte jemand hier die Rock mit dem Harz vergleichen?
Wolfgang