Dicerun-Erfahrungen
Verfasst: 7. September 2002, 16:57
Hi
Da es gestern an der Spielmesse in St. Gallen quasi gar keine Neuheiten zu erobern gab :-/ , habe ich wenigstens ein Dicerun mit nach Hause genommen. Ja gut, begleitet wurde es noch von den Heidelberger Geschwistern Korsar und Delphi.
Unterdessen habe ich Dicerun zu Hause am Spieltreff bereits gespielt. Aber Achtung : Die folgenden Aussagen fussen auf den Erfahrungen von bloss einer einzigen Partie.
Wir spielten Dicerun zu sechst. Doch davon würde ich allen tunlichst abraten. Auch zu fünft sieht es vermutlich nicht besser aus.
Zu sechst ist DiceRun völlig unplanbar. Bis ich wieder an der Reihe bin, kann sich die Situation massiv verändert haben. Zudem muss man einfach zuschauen und warten, während die andern ihren Zug machen. Und auch wenn es während eines Zuges gar nicht so viel zu machen gibt, kann er doch eine rechte Langeweile lang dauern, weil man oft mit keiner seiner drei Handkarten etwas Gescheites bewirken kann und man dann lange hin und her überlegt.
Ich werde Dicerun sicher wieder spielen, allerdings zu dritt oder viert und ich plane gewisse spielkosmetische Eingriffe :
1. Ich spiele ohne die sechs lila (!) Würfel, ohne die entsprechenden violetten (!) Zielkärtchen und ohne die 4 violetten Aktionskarten. Nicht nur weil die Farbtöne auf Würfel und Karten ziemlich differieren und weil ich zudem manchmal rosa und lila Würfel verwechsle. Sondern auch weil sich dadurch die Chance, dass die Farbe meiner Aktionskarte zu meiner Zielfarbe passt, ein bisschen erhöht.
2. Ich entferne auch noch die 6 Aktionskarten mit dem Gruppentausch. Einerseits weil ich dies für die schwächste Aktionskarte halte und andrerseits, weil es zusammen mit Punkt 1. nur noch 62 Aktionskarten (statt 72) sind und sich so die Spieldauer verkürzt.
3. Mit der Aktionkarte "Vorwärtsspurt" darf man irgend eine Würfelgruppe - statt nur die hinterste - auf die zweite Position vorschieben. So wird diese Karte mächtiger und die Wahrscheinlichkeit, dass sie einem auch wirklich etwas bringt, ist recht gross.
4. Mit der Aktionskarte "Abstand" kann man entweder wie bisher eine Leerposition zwischen zwei Gruppen einfügen oder aber neu auch zwei benachbarte Gruppen zu einer einzigen verschmelzen. Damit nützt diese Karte nicht nur einem Spieler der seine Würfel vorne liegen hat, sondern auch den andern.
Durch diese vier Massnahmen möchte ich bewirken, dass der einzelne Spieler das Spiel besser für seine Zwecke beeinflussen kann. Planbarer wird das Ganze dadurch wohl nicht, aber die Machtlosigkeit für die einzelnen Spieler dürfte sich verringern.
Noch zum materiellen ;-) Aspekt von Dicerun.
Die Spieleschachtel ist ein Hohn. Insbesondere fürs Regal. Ihre Ausmasse betragen 27x27x7 cm3 = ca. 5100 cm3. Das gesamte Spielmaterial hätte aber in einer vom Volumen her nur 8% so grossen Schachtel Platz ! Bleibt zu hoffen, dass die mitverpackte italienische Luft von guter Qualität ist. Weil der Kleinverlag Kidultgame vermutlich noch die restlichen Schachteln vom ersten Spiel Diceland aufbrauchen musste, sei dieser Lapsus ausnahmsweise verziehen.
Kommt noch hinzu, dass es gar keine Siegpunktkärtchen gebraucht hätte. Die Siegpunkte lassen sich auch problemlos schriftlich festhalten.
Die deutsche Spielregelübersetzung scheint mir die schlechteste zu sein. Es gibt Passagen, die in allen Regelteilen klar verständlich formuliert sind, nur nicht im deutschen.
Die Sache mit den lila/violetten Würfeln/Kärtchen hatten wir ja schon.
Also, ich gebe Dicerun bestimmt noch einmal eine Chance und werde dann gelegentlich darüber berichten.
Wer hat weitere Erfahrungen mit Dicerun und allfälligen Varianten gemacht ?
Ciao
hannes (der in St. Gallen eine neuen Begriff für Karten- und Brettspiele kennengelernt hat : Schachtelspiele)
Da es gestern an der Spielmesse in St. Gallen quasi gar keine Neuheiten zu erobern gab :-/ , habe ich wenigstens ein Dicerun mit nach Hause genommen. Ja gut, begleitet wurde es noch von den Heidelberger Geschwistern Korsar und Delphi.
Unterdessen habe ich Dicerun zu Hause am Spieltreff bereits gespielt. Aber Achtung : Die folgenden Aussagen fussen auf den Erfahrungen von bloss einer einzigen Partie.
Wir spielten Dicerun zu sechst. Doch davon würde ich allen tunlichst abraten. Auch zu fünft sieht es vermutlich nicht besser aus.
Zu sechst ist DiceRun völlig unplanbar. Bis ich wieder an der Reihe bin, kann sich die Situation massiv verändert haben. Zudem muss man einfach zuschauen und warten, während die andern ihren Zug machen. Und auch wenn es während eines Zuges gar nicht so viel zu machen gibt, kann er doch eine rechte Langeweile lang dauern, weil man oft mit keiner seiner drei Handkarten etwas Gescheites bewirken kann und man dann lange hin und her überlegt.
Ich werde Dicerun sicher wieder spielen, allerdings zu dritt oder viert und ich plane gewisse spielkosmetische Eingriffe :
1. Ich spiele ohne die sechs lila (!) Würfel, ohne die entsprechenden violetten (!) Zielkärtchen und ohne die 4 violetten Aktionskarten. Nicht nur weil die Farbtöne auf Würfel und Karten ziemlich differieren und weil ich zudem manchmal rosa und lila Würfel verwechsle. Sondern auch weil sich dadurch die Chance, dass die Farbe meiner Aktionskarte zu meiner Zielfarbe passt, ein bisschen erhöht.
2. Ich entferne auch noch die 6 Aktionskarten mit dem Gruppentausch. Einerseits weil ich dies für die schwächste Aktionskarte halte und andrerseits, weil es zusammen mit Punkt 1. nur noch 62 Aktionskarten (statt 72) sind und sich so die Spieldauer verkürzt.
3. Mit der Aktionkarte "Vorwärtsspurt" darf man irgend eine Würfelgruppe - statt nur die hinterste - auf die zweite Position vorschieben. So wird diese Karte mächtiger und die Wahrscheinlichkeit, dass sie einem auch wirklich etwas bringt, ist recht gross.
4. Mit der Aktionskarte "Abstand" kann man entweder wie bisher eine Leerposition zwischen zwei Gruppen einfügen oder aber neu auch zwei benachbarte Gruppen zu einer einzigen verschmelzen. Damit nützt diese Karte nicht nur einem Spieler der seine Würfel vorne liegen hat, sondern auch den andern.
Durch diese vier Massnahmen möchte ich bewirken, dass der einzelne Spieler das Spiel besser für seine Zwecke beeinflussen kann. Planbarer wird das Ganze dadurch wohl nicht, aber die Machtlosigkeit für die einzelnen Spieler dürfte sich verringern.
Noch zum materiellen ;-) Aspekt von Dicerun.
Die Spieleschachtel ist ein Hohn. Insbesondere fürs Regal. Ihre Ausmasse betragen 27x27x7 cm3 = ca. 5100 cm3. Das gesamte Spielmaterial hätte aber in einer vom Volumen her nur 8% so grossen Schachtel Platz ! Bleibt zu hoffen, dass die mitverpackte italienische Luft von guter Qualität ist. Weil der Kleinverlag Kidultgame vermutlich noch die restlichen Schachteln vom ersten Spiel Diceland aufbrauchen musste, sei dieser Lapsus ausnahmsweise verziehen.
Kommt noch hinzu, dass es gar keine Siegpunktkärtchen gebraucht hätte. Die Siegpunkte lassen sich auch problemlos schriftlich festhalten.
Die deutsche Spielregelübersetzung scheint mir die schlechteste zu sein. Es gibt Passagen, die in allen Regelteilen klar verständlich formuliert sind, nur nicht im deutschen.
Die Sache mit den lila/violetten Würfeln/Kärtchen hatten wir ja schon.
Also, ich gebe Dicerun bestimmt noch einmal eine Chance und werde dann gelegentlich darüber berichten.
Wer hat weitere Erfahrungen mit Dicerun und allfälligen Varianten gemacht ?
Ciao
hannes (der in St. Gallen eine neuen Begriff für Karten- und Brettspiele kennengelernt hat : Schachtelspiele)