Seite 1 von 1

Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 9. Oktober 2002, 22:36
von cristinus
Hi,

habe gerade Tichu erstanden (OT: Was hießen nochmal die chinesischen Zeichen auf der Packung? Nicht in den Kühlschrank legen??), und die zugegebenermaßen lustige Regel gelesen.
Spielt ihr es wirklich so, daß jeder seine Karten nacheinander zieht? Das kommt mir komisch vor, und ich sehe meine Spielrunde schon abschätzend gucken, wenn ich sage, daß jetzt 14 Karten reihum gezogen werden!
Und dann auch noch rechtsrum, ists schlimm, wenn ich konservativ nach Skatart spielen lasse, um ständiges "Nee, du bist nicht dran, geht doch rechtsrum" zu vermeiden?

Wozu ist der "Wunsch" beim Mah-Jongg da? Dazu evtl., sich die Karte zu wünschen, die man gerade dem Partner gegeben hat??

Habe ich das richtig verstanden, daß der letzte, der noch Karten hat, seine übrigen dem ersten geben muß? Und seine ganzen Stiche auch noch???

Sage mir einer, wie ich DAS Spiel unbedarften Leuteln erklären soll!!! :-)

Salut

Christian

Re: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 9. Oktober 2002, 23:24
von Dietmar
Hallo Christian

Um das Spiel erstmal nur kennenzulernen genügt es, die Karten wie üblich zu verteilen, aber sobald ihr richtig Tichu spielen wollt werdet ihr die Karten selber ziehen wollen (siehe Regel betr. Ansagen des Grossen Tichu!)

Das Spiel funktioniert selbstverständlich auch links herum, aber das richtige Tichu-Gefühl kommt dabei nicht auf... ;-)

Der Mah Jong gibt dem Besitzer das Anspielrecht. Mit dem Wünschen versucht man, der gegnerischen Partei zu schaden.

Wer als Letzter noch Handkarten hat gibt diese den Gegnern und die Stiche dem Sieger.

Weitere Informationen findest Du auch auf www.wuerzburg.de/tichu

Zum Lernen könnten vielleicht auch die auf der FataMorgana-Seite angegebenen Online-Portale hilfreich sein - nach einer Lernrunde fragen...

Viel Spass mit Tichu!
Dietmar

RE: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 10. Oktober 2002, 00:20
von Marten Holst
Moinle,

es ist zwar schon alles gesagt, aber...

> Spielt ihr es wirklich so, daß jeder seine Karten
> nacheinander zieht?

Ja, ich komme gerade von einem Tichu-Abend (viel Glück gehabt :-) ), es geht auch nicht viel langsamer als mischen und sortieren, schadet also wirklich nicht.

> Das kommt mir komisch vor, und ich sehe
> meine Spielrunde schon abschätzend gucken, wenn ich sage,
> daß jetzt 14 Karten reihum gezogen werden!

Lass sie doch gucken. Es tut nicht weh.

> Und dann auch noch rechtsrum, ists schlimm, wenn ich
> konservativ nach Skatart spielen lasse, um ständiges "Nee,
> du bist nicht dran, geht doch rechtsrum" zu vermeiden?

Man gewöhnt sich - und letzten Endes ist das wirklich, wie Dietmar schon schrieb, eine Athmosphäre-Frage. Drei Mal darauf bestehen - dann wird niemand mehr anders wollen (und ich würde mit keinen Uhrzeigersinn-Skatspielern oder Kartenverteilern mehr spielen wollen).

> Wozu ist der "Wunsch" beim Mah-Jongg da? Dazu evtl., sich
> die Karte zu wünschen, die man gerade dem Partner gegeben
> hat??

Wie schon gesagt, am ehesten, um dem Gegner zu schaden. "Klassiker" sind:
- Die Karte wünschen, die man gegeben hat: man schadet dem Partner nicht, und falls die geschupfte Karte dem Gegner genutzt haben sollte, dann tut sie es danach nicht mehr.

- Die Karte wünschen, die man vom Partner geschupft bekommen hat. Oftmals wird es eine einzelne relativ hohe sein (z.B. K oder D), die der Partner nicht mehr hat. Chance, dem Partner zu schaden, ist gering, der Gegner ärgert sich richtig.

- Ein As wünschen. Gegner ärgert sich (kommt aber wahrscheinlich ans Spiel)

- Die Karte wünschen, die einem fehlt (gerne eine sechs, zerschneidet alle möglichen Straßen). Hohes Risiko, aber gerne zerfleischt man eine "Bombe" und man lädt ein wenig "passt alles nicht"-Kartenfust ab.

> Habe ich das richtig verstanden, daß der letzte, der noch
> Karten hat, seine übrigen dem ersten geben muß?

Nicht dem ersten, sondern immer der Gegenpartei, auch wenn der erste der Partner ist. Ist eine nicht zu unterschätzende taktische Komponente, gerade, wenn man auf Sätze (bis 1000 Punkte) spielt. Die eingesammelten Stiche des letzten gehen aber immer an den ersten.

> Sage mir einer, wie ich DAS Spiel unbedarften Leuteln
> erklären soll!!! :-)

Langsam und von vorne. Es dauert ein wenig, bis man die Feinheiten drauf hat, und am Anfang mögen es viele nicht. Aber das kommt.

Tichufantige Grüße
Marten (oder wie heißt das jetzt?)

RE: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 10. Oktober 2002, 01:35
von Thomas Rosanski
"Christian" hat am 09.10.2002 geschrieben:
> Spielt ihr es wirklich so, daß jeder seine Karten
> nacheinander zieht?

Ja, denn das hat mehrere Vorteile, z.B.:

- jeder kann bis zum Ziehen seiner achten Handkarte noch ein [b]grosses Tichu[/b] ansagen. Wer nicht mitzählt, wie viele Karten er gezogen hat, hat halt Pech gehabt. (Man könnte natürlich auch erstmal jedem Spieler nur 8 Karten austeilen und fragen, aber das blockiert doch nur).

- wer das Ziehen gewohnt ist, kann die Karten auf seiner Hand sehr schnell beim Ziehen sortieren, und man kann direkt nach dem Ziehen loslegen. (Wenn ich alle Karten auf einmal ausgeteilt bekomme, dann muss ich entweder umständlich auf der Hand sortieren oder ziehe sie doch einzeln nacheinander von meinem persönlichen Stapel, um sie leichter zu sortieren; für Informatiker: "Sortieren durch Einfügen").

- es gehört einfach dazu

> Und dann auch noch rechtsrum, ists schlimm, wenn ich
> konservativ nach Skatart spielen lasse, um ständiges "Nee,
> du bist nicht dran, geht doch rechtsrum" zu vermeiden?

Schlimm nicht, aber es gehört einfach dazu, Tichu linksrum zu spielen. Ist eben so wie in England beim Autofahren, da würde man dich eher erstaunt anschauen, wenn du weiterhin so fährst wie im sonstigen Europa.

> Wozu ist der "Wunsch" beim Mah-Jongg da? Dazu evtl., sich
> die Karte zu wünschen, die man gerade dem Partner gegeben
> hat??

- Der Wunsch ist optional und ermöglicht es - insbesondere wenn man selber den Mah Jong als Einzelkarte spielt, dem Gegenspieler zur rechten eine Karte aus den Handkarten herauszuwünschen, so dass ihm mögliche Kombinationen (Strasse, Pärchen, Bombe etc) zerrissen werden. Beliebt ist z.B. der Wunsch einer 6, da die Karten 2, 3, 4 und 5 ohne eine 6 recht wertlose einzelkarten sind, mit 6 aber als Strasse recht leicht abgespielt werden können. Sicher ist es auf jeden Fall, den gerade geschupfte Karte zu wünschen, da man dann weiss, dass der Gegner spielen kann und man nicht aus Versehen die Handkarten des Partners durch den Wunsch kaputt macht. Mit etwas Risiko behaftet ist es, eine Karte zu wünschen, die man noch nicht gesehen hat (also weder selber auf der Hand hat, noch dem Partner geschupft hat), wenn es klappt, hat es aber einen hohen Ärgerfaktor für den Gegner, da man auf diese Weise schon mal eine 4er-Bombe zerreissen kann.

> Habe ich das richtig verstanden, daß der letzte, der noch
> Karten hat, seine übrigen dem ersten geben muß? Und seine
> ganzen Stiche auch noch???

Nein, nur seine Stiche. Deshalb ist es immer gut, erster zu werden und nie gut, letzter zu werden. Ist oftmals wichtiger, als einen Stich mit 5 oder 10 Punkten mitzubekommen.

Die Handkarten, die man noch übrig hat, gehen auf jeden Fall an den Gegner. Bedenke, der letzte kann seine Stiche auch an seinen Partner geben, wenn dieser gerade erster war. Das ist mit den übriggebliebenen Handkarten nicht der Fall. "Nett" ist es natürlich, wenn die Handkarten nur noch aus wertlosen Karten (2,3,4,6,7,8,9,J,Q) und dem Phönix (zählt Minus 25) besteht. Nebenbei: Man sollte auf keinen Fall den Hund als letzte Karte auf der Hand haben, mit dem kann man nämlich über keinen einzigen Stich und wird deshalb dann automatisch Letzter.

> Sage mir einer, wie ich DAS Spiel unbedarften Leuteln
> erklären soll!!! :-)

Am besten, indem du erstmal nur die Stichregeln erklärst und das mit dem Ansagen von Tichu weglässt. Danach lässt du die Karten ziehen und erklärst das Schupfen der Karten an die Mitspieler. Das Ansagen von großem/normalen Tichu würde ich erst nach zwei, drei Runden einfliessen lassen; zu Anfang traut sich eh keiner, sofort Tichu zu sagen.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
--
[i]Heute schon gespielt?[/i]
http://thomas-rosanski.de/spiele/

Re: Tichu unbedarften Leuten erklären

Verfasst: 10. Oktober 2002, 06:07
von Gustav der Bär
Christian schrieb:
> Sage mir einer, wie ich DAS Spiel unbedarften Leuteln
> erklären soll!!! :-)

Hallo, lieber Christian,

auf die anderen Punkte sind meine Vorposter ja schon eingegangen.

Ich denke, Tichu-Regeln sind auch nicht schwerer als andere Regeln: Es sind halt Regeln, man kann sie an Beispielen vorführen, man kann Neulinge im Spiel besonders darauf hinweisen, man kann sie so lange immer wiederholen (besonders wirkungsvoll: Mit genau identischen Worten, bis jemand, der einen bestimmten Fehler beharrlich beibehält, deinen Satz schon hört, ehe du ihn ausgesprochen hast), bis sie jeder verstanden hat.

Karten ziehen statt verteilen, entgegen dem Uhrzeigersinn spielen, Karten abgeben ... nichts davon ist doch nur um einen Deut schwerer zu lernen als - sagen wir - die Abstandsregel bei den "Siedlern", die Bestimmung der Spieler durch Symbole statt Farben bei "Euphrat & Tigris" oder die Beschränkung auf ein Kloster beim ersten Bauen in einem leeren Land bei "Kardinal & König": Alles Dinge, die sich neuen Mitspielern etwas langsamer einprägen, als die sonstigen Regeln, aber alle prägen sich früher oder später ein.

Und - jetzt mal ganz ernsthaft! - Tichu gehört wirklich zu den Spielen mit den wenigsten Regeln, nicht wahr? Sie sind auf dem Regelblatt höchstens ein bisschen blumig formuliert, um den Eindruck zu verstärken, dass es ein chinesisches Spiel sei.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

Re: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 10. Oktober 2002, 07:02
von Heinrich Glumpler
Hi,

war mir sehr gut gefällt an der Regel, dass jeder seine Karten selber zieht, ist der Umstand, dass JEDER beschäftigt ist mit dem Spiel - beim normalen Kartenspiel kommt der Ausgeber relativ spät dran und muss erst noch seine Karten sortieren, während alle anderen schon eifrig tüfteln oder auf ihn warten.

Grüsse
Heinrich

Re: Tichu unbedarften Leuten erklären

Verfasst: 10. Oktober 2002, 11:03
von Lukas Merlach
Gustav der Bär schrieb:
> Und - jetzt mal ganz ernsthaft! - Tichu gehört wirklich zu
> den Spielen mit den wenigsten Regeln, nicht wahr? Sie sind
> auf dem Regelblatt höchstens ein bisschen blumig formuliert,
> um den Eindruck zu verstärken, dass es ein chinesisches Spiel
> sei.

"blumig".... ich kann mich kaum fassen! Das hat uns wirklich noch keiner "vorgeworfen" :-))

und noch ernsthafter:
stellt Euch vor, wie die Chinesen gucken, wenn einer die Karten mischt und verteilt! und dann noch linksrum! (ganz objektiv halte ich das Ziehen übrigens für die schnellere Methode...)

Gruss Lukas
(natürlich spiele ich Doppelkopf und Skat brav linksrum...)

Re: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 10. Oktober 2002, 12:49
von Ronald Novicky
Ich gestehe - wir sind Frevler. In unseren Runden wird konservativ Verteilt und links herum gespielt...
Dafür bestellen wir an Tichu Abenden auch keine Pizza, sondern lassen uns chinesisches Essen kommen.
Nichtsdestotrotz ist Tichu einer unserer Dauerbrenner.

Übrigens erinnert mich Tichu beim Erklären immer an Kreml - die Spiele sind zwar einfach, aber wie bringt man's am besten 'rüber? Scheint ein Fata Morgana Problem zu sein; 'wie vermittelt man die genialen Gedanken von Urs Hostettler an die lieben Mitspieler ohne alle zu verwirren' :-) :-) :-)

lg
Ronald.

OT: Urs' Spiele

Verfasst: 10. Oktober 2002, 15:11
von Heinrich Glumpler
Hi,

ich sage nur "Cosmic Eidex" - ich hab' die Regeln dazu bestimmt schon zwei mal angefangen ... hab's immer noch nicht gespielt ... und fürchte, dass es auch genial ist :LOL:

Grüsse
Heinrich

"langsamer einprägen" (RE: Tichu unbedarften Leuten erklären)

Verfasst: 10. Oktober 2002, 20:21
von Thomas Rosanski
"Gustav der Bär" hat am 10.10.2002 geschrieben:
> oder die Beschränkung auf ein Kloster beim ersten Bauen in
> einem leeren Land bei "Kardinal & König": Alles Dinge, die
> sich neuen Mitspielern etwas langsamer einprägen, als die
> sonstigen Regeln, aber alle prägen sich früher oder später

Nur so nebenbei, wo du K&K gerade als Beispiel erwähnst: Zu meiner Online-Umsetzung kamen öfters Hinweise auf Fehler, nicht wenige davon bemängelten, dass man manchmal keine zweite Aktion machen kann. Meistens hat sich herausgestellt, dass der entsprechende Spieler ein neues Land eröffnet hat und daher gar keine zweite Aktion machen durfte.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
(der sich auch über vermeintliche Fehlerhinweise freut)
--
[i]Heute schon geKuKt?[/i]
http://thomas-rosanski.de/spiele/kuk.asp

Re: OT: Urs' Spiele

Verfasst: 11. Oktober 2002, 07:25
von Ronald Novicky
Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Hi,
>
> ich sage nur "Cosmic Eidex" - ich hab' die Regeln dazu
> bestimmt schon zwei mal angefangen ... hab's immer noch nicht
> gespielt ... und fürchte, dass es auch genial ist :LOL:
>

Stimmt - die mussten wir auch mehrmals lesen... aber es hat sich ausgezahlt!
Du hast völlig recht; es ist genial!
Dafür war Anno Domini einfach :-)

lg
Ronald.

Re: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 11. Oktober 2002, 11:12
von Lukas Merlach
Ronald Novicky schrieb:
> Ich gestehe - wir sind Frevler.
Und dann noch ein öffentliches Geständnis!
(Dazu fällt mir sofort eine unserer - unveröffentlichten - Quizfragen ein: "Wem obliegt in der katholischen Kirche das Sakrileg?")

> die Spiele sind zwar einfach, aber wie bringt man's am besten
> 'rüber? Scheint ein Fata Morgana Problem zu sein;
darum hat mich der Begriff "blumig" so amüsiert...


Und ehrlich gesagt, gibt es Dinge, die man absichtlich nicht rüberbringen will. z.B. die Frage warum und was man (bei Tichu) wünschen soll.
Natürlich scheint diese Regel für Anfänger abstrus, (sie taucht auch regelmässig in Foren auf...)
Andererseits besteht doch der Reiz des Spielens gerade darin, verschiedene taktische Möglichkeiten auszuloten. Wenn die Spielregel hier eine Taktik vorzieht, besteht die Gefahr, dass die Leute glauben, es handle sich um die einzige oder beste...

(Selbstverständlich wäre es die einzig-richtige-beste, aber wir würden so viele interessante Diskussionen verhindern...)

Lukas

PS: Wer sich für Schweizerisches Brauchtum (das zugegebenermassen etwa gleich gewöhnungsbedürftig ist wie das Chinesische) interessiert, darf in Essen gerne an unserem Stand ein Cosmic Eidex spielen kommen...

Re: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 11. Oktober 2002, 12:24
von Ronald Novicky
Lukas Merlach schrieb:
>
> Ronald Novicky schrieb:
> > Ich gestehe - wir sind Frevler.
> Und dann noch ein öffentliches Geständnis!
> (Dazu fällt mir sofort eine unserer - unveröffentlichten -
> Quizfragen ein: "Wem obliegt in der katholischen Kirche das
> Sakrileg?")

Ja, ich bekenne mich... aber nachdem ich schon 4 Packungen Tichu gekauft habe (die Karten werden beim Vielspielen recht schnell dünn :-)
; und ja, es sind alles Fata Morgana Ausgaben), darf ich mir doch hoffentlich diese kleine Hausregel leisten...
Bei der Quizfrage muss ich leider passen - ich könnte aber als erfahrerener Anno Domini Spieler das Jahr schätzen, in welchem das Sakrileg erfunden wurde :-)

>
> PS: Wer sich für Schweizerisches Brauchtum (das
> zugegebenermassen etwa gleich gewöhnungsbedürftig ist wie das
> Chinesische) interessiert, darf in Essen gerne an unserem
> Stand ein Cosmic Eidex spielen kommen...

Nun, mittlerweile haben wir auch Cosmic Eidex kapiert, aber kommen werd' ich auf jeden Fall!

lg
Ronald.

PS: Könnte ich den Frevel offiziell vermeiden, wenn ich mit den 'Bayerisches Tichu' - Karten spiele? Oder sind die Bayern auch so anders?

OT: Das Sakrileg-Rätsel

Verfasst: 11. Oktober 2002, 14:39
von Gustav der Bär
Lukas Merlach schrieb:
> (Dazu fällt mir sofort eine unserer - unveröffentlichten -
> Quizfragen ein: "Wem obliegt in der katholischen Kirche das
> Sakrileg?")

Lukas Merlach schrieb:
> (Dazu fällt mir sofort eine unserer - unveröffentlichten -
> Quizfragen ein: "Wem obliegt in der katholischen Kirche das
> Sakrileg?")

Jetzt habe ich die ganze Mittagspause drüber nach gegrübelt, lieber Lukas, aber bisher fällt´s mir nicht ein.

Ein "Sakrileg" ist ja ein Frevel an einem geheiligten Lehrsatz oder Gegenstand (wenn man zum Beispiel eine geweihte Hostie aus der Kirche schmuggelt, um sich daheim damit das Ohrenschmalz heraus zu puhlen) - also etwas, was die Kirche ablehnt ablehnt und im Rahmen der Durchsetzbarkeit bestraft - während "obliegen" so viel bedeutet wie "zu etwas verpflichtet sein".

Die Frage "Wer ist in der katholischen Kirche zum Frevel verpflichtet" kann so natürlich keine Antwort haben - höchstens: "Niemand".

Also steckt da noch irgend etwas hinter, was ich bisher nicht sehe - eine Doppel-Bedeutung eines Wortes, die ich nicht erkenne vielleicht? Oder ein komplettes Wortspiel?

Magst du einen Tipp geben?

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

Re: OT: Das Sakrileg-Rtsel

Verfasst: 11. Oktober 2002, 15:26
von Volker L.
Gustav der Bär schrieb:
>
> Lukas Merlach schrieb:
> > (Dazu fällt mir sofort eine unserer - unveröffentlichten -
> > Quizfragen ein: "Wem obliegt in der katholischen Kirche das
> > Sakrileg?")
>
> Jetzt habe ich die ganze Mittagspause drüber nach gegrübelt,
> lieber Lukas, aber bisher fällt´s mir nicht ein.
>
> Ein "Sakrileg" ist ja ein Frevel an einem geheiligten
> Lehrsatz oder Gegenstand (wenn man zum Beispiel eine geweihte
> Hostie aus der Kirche schmuggelt, um sich daheim damit das
> Ohrenschmalz heraus zu puhlen) - also etwas, was die Kirche
> ablehnt ablehnt und im Rahmen der Durchsetzbarkeit bestraft -
> während "obliegen" so viel bedeutet wie "zu etwas
> verpflichtet sein".
>
> Die Frage "Wer ist in der katholischen Kirche zum Frevel
> verpflichtet" kann so natürlich keine Antwort haben -
> höchstens: "Niemand".
>
> Also steckt da noch irgend etwas hinter, was ich bisher nicht
> sehe - eine Doppel-Bedeutung eines Wortes, die ich nicht
> erkenne vielleicht? Oder ein komplettes Wortspiel?
>
> Magst du einen Tipp geben?

Wenn ich mal raten duerfte:
Koennte es sich um eine Bgriffsverwechslung handeln, und
statt "Sakrileg" ist "Sakrament" gemeint?

Gruss, Volker

Re: OT: Das Sakrileg-Rätsel

Verfasst: 12. Oktober 2002, 12:37
von peer
Hi,
Gustav der Bär schrieb:
>> Die Frage "Wer ist in der katholischen Kirche zum Frevel
> verpflichtet" kann so natürlich keine Antwort haben -
> höchstens: "Niemand".

Das wäre eine Antwort, die, betrachtet man den Fata Morgana Hunmor, vielleicht auch gar nicht so absurd ist ;-)

Ich hatte auf den Teufel getippt...

> Also steckt da noch irgend etwas hinter, was ich bisher nicht
> sehe - eine Doppel-Bedeutung eines Wortes, die ich nicht
> erkenne vielleicht? Oder ein komplettes Wortspiel?

Hiess Sakrileg im ursprünglichsten Sinne vielleicht noch was anderes?

> Magst du einen Tipp geben?
Mir auch!

ciao,
Peer

Re: OT: Das Sakrileg-Rätsel

Verfasst: 12. Oktober 2002, 20:32
von Gustav der Bär
peer schrieb:
> Ich hatte auf den Teufel getippt...

Der Teufel ist ja kein Mitglied der Katholischen Kirche, er kann somit nicht "in" der Kirche zu irgend einer Handlung verpflichtet sein.

> Hiess Sakrileg im ursprünglichsten Sinne vielleicht noch was
> anderes?

Das Wort "Sakrileg" setzt sich aus den Lateinischen Wort-Bestandteilen "sacrum" = "das Geheiligte" und "legere" = "an sich nehmen" zusammen. Im Römischen Recht bedeutete "sacrilegere" ursprünglich das Ausrauben eines Tempels; doppelt schwer wiegend, weil zum Einen die Götter beleidigt wurden, zum Anderen die Tempel als Banken fungierten, so dass es da tatsächlich immer eine Menge zu holen gab.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat

Re: Tichu, wie spielt ihr es?

Verfasst: 14. Oktober 2002, 00:39
von hannes
Hi Christian

> habe gerade Tichu erstanden (OT: Was hießen nochmal die
> chinesischen Zeichen auf der Packung? Nicht in den
> Kühlschrank legen??)

Also, die Zeichen über dem Schriftzug TICHU bedeuten sinngemäss
"diese Schriftzeichen bedeuten nichts".

Auf den alten, kleinen Fata-Morgana-Packungen gabs noch seitlich einen Schriftzug, der möglicherweise auf zwei Arten interpretiert werden kann :
a) Diese Packung enthält keinen Kühlschrank.
b) Diese Packung gehört nicht in den Kühlschrank.

> Sage mir einer, wie ich DAS Spiel unbedarften Leuteln
> erklären soll!!! :-)

Zur Methodik des Tichu-Lernens folgender Vorschlag :

Spielt zuerst mal ohne die vier Spezialkarten Mah Jongg, Drache, Hund und Phönix. Das ist zwar für erfahrene Tichuspieler furchtbar langweilig.

Neulinge hingegen können so gut ins Spiel einsteigen und dabei ein Feeling fürs richtige Zusammenstellen der Kombinationen, fürs Schupfen und fürs Gewinnen oder Verlieren einer Runde kriegen. Tichu-Ansagen würde ich vorerst auch weglassen.

Vergesst dabei nicht, dass es darauf ankommt, dass einer von den beiden Partnern die Runde gewinnt und dass einer der Gegner die Runde verliert, da der erste die allfälligen Stiche des letzten erbt.
Versucht auch mit der Zeit euch jederzeit zu merken, wieviele Asse jeweils noch im Spiel sind.

Spielt ruhig ein, zwei, drei Abende nur mit diesen 52 Karten. Bis ihr das Spiel und die Abrechnung der Stiche ohne Spezialkarten einigermassen durchschaut.

Dann erst spielt ihr mit allen 56 Karten und lernt, die Spezialitäten der vier Sonderkarten kennen.

Mit dieser Zwei-Schritt-Methode habe ich schon einigen Spielern Tichu beigebracht.
Es dauert aber oft recht viele Tichu-Runden lang, bis das Spiel so richtig anfängt Spass zu machen, weil man als Neuling viele Feinheiten erst mit der Zeit herauskriegt. Dann ist das Vergnügen aber nachhaltig !

Das A und O (Ah und Oh ?) des guten Tichu-Spielens ist das Vertrauen in den Partner. Wer nicht gerne mit jemandem zusammenspielt, wer sich nicht auch einmal zugunsten des Partners zurücknehmen kann, sollte die Finger von Tichu lassen.

So, ich hoffe, ein wenig geholfen zu haben.

Ciao
hannes