Crokinole: Gleitverhalten

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Michael Schlepphorst
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Crokinole: Gleitverhalten

Beitragvon Michael Schlepphorst » 22. November 2010, 11:43

Hallo!

Da ich schon seit langer Zeit gerne Carrom spiele und vor Jahren mal auf der Spiele-Messe das Spiel Crokinole gesehen habe, spielte ich immer wieder mit dem Gedanken mir ein solches Brett zuzulegen.
Auch durch den Bericht in der letzten spielbox ist dieses Interesse wieder aufgeflammt und bei einer Reise zu einem Spielewochenende in den Norden unserer Republik habe ich auf dem Hinweg einen Abstecher nach Celle gemacht um mir dort ein Brett zu kaufen.

Nach einer ersten richtigen Probe-Partie zu Hause stelle ich mir nur eine Frage. Vom Carrom bin ich es gewohnt, dass die Steine fast wie auf Eis über das Brett rutschen. Bei dem Crokinole-Brett war dies etwas anders teilweise musste man schon kräftiger schnippsen um bis zur anderen Seite zu kommen. Oftmals blieb der Stein auch nach kurzer "Gleitzeit" abrupt stehen.

Ist dies bei Crokinole normal? Oder sollte das Gleitverhalten bei einem Crokinole-Brett genau so sein wie bei Carrom? Ist der Einsatz von Carrom-Gleitpulver (Mespi) auch für Crokinole zu empfehlen?

Vielleicht sind hier ja Carrom- UND Crokinole-Spieler die etwas dazu sagen können.

Danke und gleitende Grüße

Michael, der schon gemerkt hat wie unberechenbar diese Pfosten in der Mitte sind ...

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Christian Hildenbrand

Re: Crokinole - Gleitverhalten

Beitragvon Christian Hildenbrand » 22. November 2010, 11:56

Hallo Michael,

ich empfehle sogar sehr, das Gleitpulver bei Crokinole zu verwenden, weil es das Spiel um ein vielfaches berechenbarer macht. Letztlich lässt sich sogar mit der Menge des Pulvers ein klein wenig "spielen", wenn man denn doch mal noch einen Stein hat, der mit letzter Kraft in die Mitte trudeln soll oder eben nicht. ;-)

Die Pfosten in der Mitte sind nicht so unberechenbar, wie es vielleicht den Anschein macht. Mit ein bisschen Übung lassen sich diese sehr gezielt für offensives und für defensives Spiel einsetzen. ;-)

Geschnippte Grüße

Christian (will irgendwann mal nach Tavistock / Ontario)

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Michael Schlepphorst
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Re: Crokinole - Gleitverhalten

Beitragvon Michael Schlepphorst » 22. November 2010, 12:06

Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich habe mir mal bei youtube Videos von den Weltmeisterschaften angeguckt und da sah es auch so aus als würden die viel mehr rutschen.

Wenn Du sagst mit der Menge des Pulvers spielen, meinst Du damit das man quasi die Steine mit dem Pulver behandelt? Bei Carrom wird das Pulver ja eher auf das Brett gegeben und überall verteilt.

Die Steine die ich habe sind angeblich von beiden Seiten unterschiedlich gedrechselt, so dass sie abweichende Gleiteigenschaften haben. Dies schien mir zwar nicht so, wird sich aber nach ein paar Partien evtl. noch herausstellen.

GRüße

Michael, der noch lange nicht Herr der Pfosten ist ...

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Christian Hildenbrand

Re: Crokinole - Gleitverhalten

Beitragvon Christian Hildenbrand » 22. November 2010, 12:47

Hallo Michael,

ich hab für gewöhnlich das Brett sanft gepudert sowie ein bisschen was an Pulver vor mir in der Rinne.
Zum einen befreie ich Steine gerne schon mal von Pulver, das noch an ihnen haftet, so dass sie ein klein wenig stumpfer werden, manches Mal bekommen sie aber auch schon mal noch ein bisschen was zusätzlich mit auf die Kanten.

Apropos Kanten:
Meine Steine sind allesamt konvex-konkav, also mit einer schnellen Seite (konvex) und einer langsamen (konkav).

Grüße
Christian (hat die DVD von der WM 2006 ... mit gelungenen Aufnahmen der deutschen Teilnehmern)

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Uwe
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Re: Crokinole - Gleitverhalten

Beitragvon Uwe » 22. November 2010, 12:48

Hallo Michael,

Ich benutze für mein Crokinole das Wachs, dass ich mir damals direkt mit dem Brett gekauft habe. Leider kann ich dir nicht sagen, wo man dieses jetzt beziehen kann, aber ich bin mit dem Spielverhalten sehr zufrieden.

Uwe

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Michael Schlepphorst
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Re: Crokinole - Gleitverhalten

Beitragvon Michael Schlepphorst » 22. November 2010, 13:48

Jo, habe mir gerade das Finale 2010 angesehen und dort ziehen sie die Scheiben ab und zu auch durch die Rinne um Pulver aufzutragen. Ich denke das probiere ich auch mal aus.

Schönen Dank für die Infos!

Grüße

Michael, der erst einmal sein altes Carrom-Pulver suchen muss ...

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Horgan
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Re: Crokinole - Gleitverhalten

Beitragvon Horgan » 22. November 2010, 14:49

Ich nehme auch das besagte Wachs (wobei ich das Brett schon viel zu lange nicht mehr hervorgeholt habe).
Bei dem Wachs handelrt es sich quasi um sehr kleine Kügelchen auf denen die Scheiben SEHR schnell "rollen/gleiten".

Gruß, Dirk

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Michael Schlepphorst
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Crokinole zu dritt?

Beitragvon Michael Schlepphorst » 23. November 2010, 09:22

HallO!

Ich schließe hier einfach mal eine Frage an. Vorab nur kurz die Info das ich es gestern erstmalig mit Gleitpulver gespielt habe. Und es hat super gefunzt ;-)

Nun zu meiner nächsten Frage: Gibt es irgendwo eine Regel für 3 Spieler? Eigentlich macht es für mich keinen Sinn aufgrund der Aufteilung des Bretts in vier Sektoren. Ich denke bei 3 Spielern gibt es ein gewisses Ungleichgewicht.

Ich habe aber bei meinem Hersteller gelesen das zwei Spieler gegen 1 Spieler antreten würden. Doch wie ist da der genaue Ablauf. Spielt der Alleinspieler immer im Wechsel gegen einen der anderen beiden? Nur so macht es für mich Sinn, denn wenn alle im Uhrzeigersinn spielen würden wären die beiden mit ihren Steinen ja viel eher fertig.

Sitzen sich dann die beiden Partner gegenüber?

Gibt es noch andere 3-Spieler-Varianten die evtl. mehr Sinn machen?

Grüße

Michael, der in seiner Donnerstags-Runde oft zu dritt ist ...

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Re: Crokinole zu dritt?

Beitragvon akademiker » 23. November 2010, 22:47

Hi Michael,

in der Mayday Games Regel sind zwei Varianten für das Spiel zu dritt enthalten:

Variante 1: Zwei gegen einen: Zwei Spieler teilen sich die Spielsteine zu je 6 Steinen auf und treten gegen den dritten einzelnen Spieler an. Dieser Spieler erhält 12 Steine und ist nach jedem Schuss des Zwei Spieler Teams an der Reihe.

Variante 2: Drei gegen Drei: Jeder der drei Spieler erhält einen Satz Spielsteine. Zusätzlich zur normalen Abrechnung gibt es eine Match-Play-Regel: Der Sieger des Spiels erhält 2 Punkte, der Zweitplatzierte 1 Punkt. Sind zwei Spieler punktgleich, erhält keiner der beiden einen Punkt. ein Spieler, der als erstes 8 Match- Punkt erreicht, gewinnt.


Gruss, Jens aka Akademiker
http://www.spiele-akademie.de

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LeFonz
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Threadmissbrauch: Wo die Mayday-Version günstig kaufen?

Beitragvon LeFonz » 24. November 2010, 16:57

Wie in der überschrift schon erwähnt, würde es mich brennend interessieren wo man die Mayday-Versoin günstig kaufen kann.

Immer her mit den Links

Verspielter Gruß
Andreas

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hans reinhold
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Re: Threadmissbrauch: Wo die Mayday-Version günstig kaufen?

Beitragvon hans reinhold » 24. November 2010, 18:30

ich würde vor dem mayday board warnen, da erhebliche zweifel bestehen, ob es sich (wie suggeriert wird) um ein vollholzbrett handelt. die qualität des in essen vorgestellten brettes war äußerst dürftig. man merkt deutlich, dass es sich um Billigware aus china handelt. für avisierte ¤ 125 inklusive frachtkosten aus übersee kann man kein gutes croki-board herstellen!
geschnippte grüße
hans

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hans reinhold
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Re: Crokinole zu dritt?

Beitragvon hans reinhold » 24. November 2010, 18:37

es gibt natürlich auch das dreier-board, das seinen eigenen reiz hat. es besteht nur aus drei zonen und 6 pfosten. die wertung bezieht sich auf den spieler mit den wenigsten punkten, der immer null punkte notiert, während die anderen beiden die jeweilige differenz
aufschreiben.
hans

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Thomas Reh
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Hersteller?

Beitragvon Thomas Reh » 24. November 2010, 18:48

Hallo Hans,

Du scheinst Dich ja mit den Brettern ein wenig auszukennen. Welchen in Deutschland erhältlichen Hersteller kannst Du empfehlen?

LG
Thomas

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Michael Schlepphorst
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Re: Hersteller?

Beitragvon Michael Schlepphorst » 25. November 2010, 10:02

Thomas Reh schrieb:
>
> Hallo Hans,
>
> Du scheinst Dich ja mit den Brettern ein wenig auszukennen.
> Welchen in Deutschland erhältlichen Hersteller kannst Du
> empfehlen?

Da mische ich mich auch mal ein. Ich habe mein Brett bei http://www.crokinole.de gekauft und kann es nur empfehlen.

Es handelt sich dabei um eine Tischlerei die sich sehr gut mit Holz auskennen. Ich habe es zwar erst seit einer Woche, aber man hat hier echt den Eindruck eine sehr gute Qualität auf dem Tisch liegen zu haben.

Ich denke bei einer solchen Investition sollte man auf Qualität achten.

Grüße

Michael, dessen Lernkurve bei Crokinole steil nach oben zeigt ...

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Michael Schlepphorst
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Re: Crokinole zu dritt?

Beitragvon Michael Schlepphorst » 25. November 2010, 10:06

Hallo Hans,

ja das habe ich auch schon gesehen. Allerdings ist mir die Investition eines zweiten Bretts ehrlich gesagt zu viel des Guten.

Auf Boardgamegeek habe ich aber eine interessante Cutthroat-Variante für 3 oder 4 Spieler gefunden bei der jeder für sich spielt. Klingt sehr interessant.

Problem dürfte nur sein das ein Spieler zu zwei Spielern benachbart ist und die anderen beiden nur einen Nachbarn haben.

Vielleicht kann ich es heute Abend testen und kann dann berichten.

Grüße

Michael, der das Spiel heute bei seinem "Stammtisch" vorstellt ...

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hans reinhold
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Re: Hersteller?

Beitragvon hans reinhold » 25. November 2010, 13:38

dem kann ich mich nur anschließen. soweit ich weiß macht sonst niemand in europa crokinole-boards , die turniertauglich sind. die celler bretter werden in handarbeit hergestellt und das hat nun mal seinen preis. auf der anderen seite ist so ein brettle auch eine anschaffung für´s leben. und wenn eines tages die arthrotischen finger nicht mehr schnippen wollen, nimmst du dir einfach ein crokinole(-kurz-)queue.
hans

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hans reinhold
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Re: Crokinole zu dritt?

Beitragvon hans reinhold » 25. November 2010, 13:43

ja, es ist eben das "nachbarschaftsproblem". lass mal hören, wie die cutthroat (würg, heißt das wirklich so?) variante läuft.
hans

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akademiker
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Re: Threadmissbrauch: Wo die Mayday-Version günstig kaufen?

Beitragvon akademiker » 28. November 2010, 16:43

hi,

das Mayday Games Board ist so schlecht nicht. Es ist aber tatsächlich ein Produkt aus der Massenfertigung und eher für Crokinole - Einsteiger interessant.

Auf TheDiceTower gibt es neuerdings ein ganz gutes Video, in dem das Board vorgestellt wird. Hier das entsprechende youtube Link:

http://www.youtube.com/watch?v=isudfD7dcXI

Wer sich für weitere Details zum Mayday Games Board interessiert, kann sich gern per Mail an mich wenden.

Gruss, Jens aka akdemiker

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RaKo87
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Re: Crokinole: Gleitverhalten

Beitragvon RaKo87 » 3. Dezember 2021, 23:44

Hallöchen! Ich hole diesen uralten Thread wieder aus der Versenkung, aus gegebenem Anlass. Heute ist nämlich mein Crokinole Board von crokinole.de angekommen. Habe mich riesig gefreut. :)

Bis ich gemerkt habe, dass das Gleitverhalten der Spielsteine absolut willkürlich und unzuverlässig ist. :(
Das Brett selbst fühlt sich sehr gut und wertig an, was bei dem Preis auch so sein sollte. Die Steine aber wirken recht minderwertig. Deutlich sichtbare Unterschiede und Unebenheiten, die verschiedenen Seiten der Steine sind quasi nicht existent und während der eine Stein mit einem leichten Fingerschnipp gegenüber im Graben landet, kommt der andere bereits nach drei Zentimetern zum Stillstand.

Ich habe gelesen, dass die Spielsteine von der Tischlerei Knels und Jeske nicht an die Qualität der eigentlichen Spielbretter heranreichen sollen. Aber ich habe samt Zubehör einen ordentlichen dreistelligen Geldbetrag hingelegt und finde, dass so ein essenzielles Element nicht mangelhaft sein darf. Muss ich mich nun trotzdem woanders nach besseren Spielsteinen umsehen und wenn ja, kann jemand welche empfehlen?

Beste Grüße!

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eckes71
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Re: Crokinole: Gleitverhalten

Beitragvon eckes71 » 27. Januar 2022, 20:32

Hallo,
mir geht es genauso. Ich habe das Spiel schon vor vielen Jahren bei derselben Tischlerei gekauft.
Die Qualität des Brettes ist ausdrücklich Topp!
Bei den Steinen stellte sich heraus (ich habe 4 verschiedene Farben gekauft), dass das Gleitverhalten grob unterschiedlich ist. Bei den dunkelblauen Steinen war die Farbe so weich und nicht vollständig ausgetrocknet, sodass diese ganz schlecht glitten und sogar abfärbten. Die roten Steine fühlen sich tatsächlich wie lackiert an und gleiten sehr gut und weitgehend einheitlich. Bei weiß und hellblau sind zwischen den einzelnen Steinen deutliche Unterschiede bemerkbar, was mich sehr ärgert. Bei einem solchen Premium-Produkt sollte die Qualität der Steine einheitlich sein, weil das Spiel sonst nicht berechenbar ist. Falls jemand einen Lieferanten für Spielsteine kennt, wo die Qualität einheitlich gut ist, wäre ich für einen Tip dankbar. Ich vermute bei der Tischlerei in Celle liegen die Unterschiede an den verwendeten Farben.
Grüße Eckes 71


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