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Mombasa: problematisches Spielthema?

Diskussionen über einzelne Spiele
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SpieLama
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Re: Mombasa

Beitragvon SpieLama » 5. August 2015, 21:40

Auf BGG steht in der Spielbeschreibung übrigens folgender Hinweis, siehe https://boardgamegeek.com/boardgame/172386/mombasa.

Although Mombasa is loosely set within this time frame, it is no historical simulation. It is a strategy game with an economical focus that coarsely resorts to historical categories and places them in a fictional and superficial setting. The cruel colonial exploitations of the African continent and its people are not explicitly referenced within the gameplay itself. However, if you are aware of these implicit historical dimensions, they will resonate as an underlying theme with the game on quite a few levels. This awareness will certainly contribute to your gaming experience of Mombasa and may even prompt you to put human actions and motivations up for debate…

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ErichZann
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Re: Mombasa

Beitragvon ErichZann » 5. August 2015, 22:01

Sascha 36 hat geschrieben:Ich kann mir einfach nicht vorstellen das da irgendein Gedanke hinter dem Cover steckt


Was ansich auch schlimm genug ist...

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Actaion
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Re: Mombasa

Beitragvon Actaion » 5. August 2015, 22:46

Lehni hat geschrieben:Ich sehe im Titelbild eine weiße Hand, die schreibt. Alles andere ist Interpretation. Es ist wahrscheinlich ein Steuerberater, der sich gerade abschuftet und versucht die Zahlen in Ordnung zu bringen. ;)


Oder es ist ein Schwarzer, den diese komische Krankheit, die auch Michael Jackson befallen hat, das ist noch wahrscheinlicher...ja klar...

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Sascha 36

Re: Mombasa

Beitragvon Sascha 36 » 5. August 2015, 23:22

ErichZann hat geschrieben:
Sascha 36 hat geschrieben:Ich kann mir einfach nicht vorstellen das da irgendein Gedanke hinter dem Cover steckt


Was ansich auch schlimm genug ist...


Bin raus aus der Diskussion.

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El Grande
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Re: Mombasa

Beitragvon El Grande » 6. August 2015, 07:03

Ich auch. Werde es auf jeden Fall mal spielen, weil ich schon Gutes drüber gehört hab.

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Florian-SpieLama
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Re: Mombasa

Beitragvon Florian-SpieLama » 6. August 2015, 13:42

Zunächst einmal sehe ich die Aufregung als sehr übertrieben und problematisch. Ein Spiel ist ein Spiel und sollte dieses auch bleiben dürfen. Ausserdem glaube ich daran, dass dieser ganze Wahn von political-correctness das Zusammenleben, weder erleichtert, noch fördert, geschweige denn hilft Grenzen aufzulösen.
Ganz im Gegenteil: Dadurch das ständig auf die political-correctness gepocht wird, werden die Grenzen zwischen ethnischen oder sonstigen Gruppen immer schärfer und man fördert ein Konfliktpotenzial, statt friedliches Zusammenleben. Übertrieben und etwas polemisch gesprochen, sollte das Ziel nicht sein, jeden rassistischen Witz zu verbieten, sondern, dass JEDER ohne böses Blut drüber lachen und ihn erzählen kann.
Ich denke da immer gern an die Southpark-Folge, bei der es um die Flagge geht. Eine schwarzes Strich-Männchen hängt am Galgen umringt von 4 weißen Strich-Männchen. Die Erwachsenen gehen sich an die Gurgel wegen der political-correctness bzw. den Kulturgedanken, während die Kinder gar keinen Gedanken daran Verschwenden, dass dort ein Schwarzer von 4 Weißen umringt hängt, sondern, dass ein Mensch aufgehangen wurde. Die Kinder haben auf dem Bild einfach nur 5 Menschen gesehen und fanden "nur" schrecklich, dass einer gehangen wurde. Und das sollte doch das Ziel sein.
Statt zusagen, im Hintergrund stehen Schwarze und im Vordergrund ist eine weiße Hand sind einfach Menschen auf dem Bild. Nur mit dieser Sichtweise, kann man schaffen, dass alle Menschen gleich SIND und sich auch gleich FÜHLEN. Political-correctness hebt Unterschiede hervor und verhindert ein verschmelzen. Bestes Beispiel ist dieser Thread. Es entstand ein Konflikt, der nie entstanden wäre, wenn man einfach nur Menschen in Afrika auf dem Bild gesehen hätte.

Weiterhin finde ich es merkwürdig, dass alle sofort einen bösen Kolonialherren und Sklaventreiber in der weißen Hand sehen. Womit wir auch wieder in der Argumentation oben sind. Auch ein Weißer kann sich angegriffen fühlen, wenn nur eine weiße Hand reicht, um ihn als "bösen" Unterdrücker zu kennzeichnen. Das ist genauso Rassismus. Keiner hat daran gedacht, dass es ein Abenteurer bzw. Afrikaforscher wie Livingstone, Park oder Stanley sein kann, welcher in seinem Tagebuch seine Entdeckungen schreibt. Desweiteren wurde in den meisten Kolonien europäischer Länder die Sklaverei abgeschafft. Und es gab vereinzelte Handelsgesellschaften und viele Missionare, die sich nicht wie die Axt im Wald verhalten haben, sondern durchaus den Menschen geholfen haben oder "normal" mit ihnen Geschäfte machten usw. Warum hat keiner an die gedacht? Warum kann diese weiße Hand kein liebenswerter Mensch sein?

Ein anderes Thema finden ist schön und gut, fände ich aber schade, da das Thema für ein Wirtschaftsspiel einfach sehr gut passt und nicht so verbraucht ist. Auch wenn im späteren Wettlauf um Afrika es mehr um Prestige der Weltmächte ging, wurde in der Heimat es anders propagiert und es ging für Handelsgesellschaft um andere Dinge. Es ging um das Abenteuer der Entdeckung, das Leben im fremden Kontinent, das verbreiten seiner heimischen (zugegeben überlegen-gedachten) Kultur, die Erschliessung neuer Absatzmärkte und die Sicherung und Förderung exotischer Produkte, wie das Palmöl. Wenn man sich auf die wirtschaftlichen Aspekte in einem Wirtschaftsspiel konzentriert finde ich da nichts verwerfliches dran. Der geschichtsbewusste Spieler weiss nämlich auch, dass nicht alles mit vorgehaltener Waffe und mit Unterdrückung zu tun hatte, sondern, dass das extrem von jeweiligen Kolonial-Gouverneur abhing. Es gab durchaus Machthaber in den Kolonie die ein friedliches Zusammenleben förderten. Ein Beispiel, dass nicht alles nur Schwarz und Weiß ist wäre Julius von Soden, welcher eine friedlische Erschließung der Kolonie durch den Bau von Schulen vollzog, oder Jesko von Puttkamer, welcher durch seine brutale und willkürliche Politik heftigste Kritik in Berlin erfuhr und schliesslich abgesetzt wurde (zugegeben aus politischen Gründen wurden ihn aber andere Vergehen vorgeworfen, die zur Entlassung führten). Beides Kolonial-Gouverneure in Kamerun.
Was ich damit sagen will ist, dass wenn der geschichtsbewusste Spieler hier genannt wird, dann soll er auch geschichtsbewusst sein und nicht nur eine Seite der Medaille kennen. Die ich, um das nochmal klar zu sagen, durchaus kenne und weder beschönigen noch anzweifeln möchte.

Weiterhin finde ich es merkwürdig, dass es "schlimmer" ist und mehr für Bauchschmerzen sorgt, wenn es die MÖGLICHKEIT gibt, dass es etwas schlimmes nicht in den Vordergrund gerückt wird, als wenn schrecklichen Taten ganz direkt vollzogen werden. Keiner weiß wie das Spiel wirklich abläuft, worum es geht und es wird von einer fiktiven Welt gesprochen. Bei einem CoSim, wo ich völlig eindeutig einen Wehrmachts-General verkörpere ist alles in Ordnung? Kann ich nicht nachvollziehen, finde aber beides nicht schlimm.

Ich werde mir Mombasa auf jedenfall anschauen und hoffe auf ein gutes Spiel.

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Lehni
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Re: Mombasa

Beitragvon Lehni » 6. August 2015, 14:12

Toll geschrieben! Möchte ich als Zwischenfazit einfach mal so stehen lassen.

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Foamheart
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Re: Mombasa

Beitragvon Foamheart » 6. August 2015, 16:29

Winston hat geschrieben:Das ist nur ein SPIEL! Keine Doku. Kein politisches Statement oder sonst was ... Herrgott nochmal!

Eine Aussage wie "Das ist doch nur ein Spiel" kann man zwar machen. Wenn aber Brettspiele jemals als ein "Kulturgut" ernst genommen werden wollen, dann müssen auch kritische Fragen zu Thema und Setting erlaubt sein. Andere Kulturgüter wie Filme, Bücher, Comics und Computerspiele müssen sich dahingehend ja auch Kritik gefallen lassen.

+1 zu Actaion!

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Inoshiro
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Re: Mombasa

Beitragvon Inoshiro » 6. August 2015, 16:50

Kann Actaion auch nur zustimmen.

Außerdem hat es einen Beigeschmack, wenn Menschen sich aus einer sehr privilegierten Position über political correctness aufregen, weil sie sich davon eingeschränkt fühlen.

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Re: Mombasa

Beitragvon Florian-SpieLama » 6. August 2015, 17:15

Inoshiro hat geschrieben:Kann Actaion auch nur zustimmen.

Außerdem hat es einen Beigeschmack, wenn Menschen sich aus einer sehr privilegierten Position über political correctness aufregen, weil sie sich davon eingeschränkt fühlen.


Finde ich kein Stück. Leute die denken, dass man das nicht darf, wollen meiner Meinung nach keine GLEICHberechtigung, sondern nur den Spieß umdrehen. Die sehen das, meiner Meinung nach, sehr Eindimensional. Nur weil es von der Linken Seite kommt ist das nicht grundlegend besser als aus der anderen Richtung. Wie oben gesagt sollte doch das Ziel sein, dass alle gleich sind und nicht einfach jetzt wer anderes einen vorschreibt was man sagen darf und was nicht. Allerdings ging es mir gar nicht darum, dass ich mich dadurch eingeschränkt fühle. Es ging um eine ganz andere Argumentation.

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Winston
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Re: Mombasa

Beitragvon Winston » 6. August 2015, 17:18

Foamheart hat geschrieben:
Winston hat geschrieben:Das ist nur ein SPIEL! Keine Doku. Kein politisches Statement oder sonst was ... Herrgott nochmal!

Eine Aussage wie "Das ist doch nur ein Spiel" kann man zwar machen. Wenn aber Brettspiele jemals als ein "Kulturgut" ernst genommen werden wollen, dann müssen auch kritische Fragen zu Thema und Setting erlaubt sein. Andere Kulturgüter wie Filme, Bücher, Comics und Computerspiele müssen sich dahingehend ja auch Kritik gefallen lassen.

+1 zu Actaion!


Dem stimme ich vollkommen zu. Wenn denn das "Kulturgut" sich auch kritisch damit beschäftigen WILL. Extremes Beispiel: Wenn ich einen Mickey Maus Comic habe der im alten Rom spielt, muss er sich mit der Sklaventhematik beschäftigen? Nein!
Wargames im 2. Weltkrieg müssen sich ja auch nicht mit dem Holocaust befassen. Spiele haben ihre eigenen Regeln und sind in eine Umgebung eingebettet. Sie sind keine Geschichtssimulationen.

Es gibt Spiele (zwar nicht viele) die sich mit solcherlei kritischen Themen beschäftigen. Ich glaube aber, dass diese nie so verbreitet sein werden wie in anderen Medien. Weil Spiele ein emotionaleres Medium sind. Wenn in einem Film der Hauptcharakter jemanden foltert, kann ich wegsehen. Wenn ich in einem Spiel Aktionskarten mit Titeln "Finger brechen" ausspiele, bekommt das eine ganz andere Dimension. z.b. gibt es ein spiel bei dem die Spieler für ihren Zug eine optimale Fahrtroute suchen und es sich im Laufe der Partie herausstellt, dass der Zug mit KZ Häftlingen beladen is...Nachdem was ich darüber gelesen hab, hören an diesem Zeitpunkt viele mit dem Spiel auf. Bei solchen Spielen kann man darüber diskutieren. Sie wollen die Diskussion auch anregen. Aber bei einem Spiel, dass strategisch und taktisch sein will - Also ein vollkommen anderes Genre ist - halte ich es für unangebracht. Bei Büchern gibt es ja auch etliche Unterteilungen, die sich durch unterschiedliche Merkmale auszeichnen.

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BGBandit
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Re: Mombasa

Beitragvon BGBandit » 6. August 2015, 17:45

@ Sebastian: beim nächsten Interview mit einem Spieelautor frag doch bitte mal, wie so ein "Kulturgut" entsteht und welche Kriterien ein gutes "Kulturgut" erfüllen sollte...

Komisch, ich kauf im Laden immer nur Spiele...zum Spielen... mir hat niemand gesagt, dass ich anschließend die historische Geschichte des jeweiligen Spiels nachlesen und die Pros und Contras wissenschaftlich herausarbeiten muss. Ich naiver Dummbatz! Hab die doch tatsächlich nur um des Spielen willens gekauft :-/

Muss einem ja auch gesagt werden, das man hinterher Stellung beziehen muss. Werde meine Rezensionen demnächst um eine 40-seitige Analyse der Spielthematik ergänzen

[IronieOFF]

Zum Rest habe ich meine Meinung schon in der Colt Express Diskussion geschrieben... finde es nach wie vor albern, was Autoren, Grafikern und Verlagen hier unterstellt wird, und was in solche Themen hineininterpretiert wird. Wenn man das Haar in der Suppe finden will, kann man zur Not auch selbst eins hineinschmeissen

Ich bin jedenfalls in der Lage, Realität und Fiktion (egal ob mit historischem Hintergrund oder nicht) voneinander trennen zu können. Wenn ein Ur-Ur-Enkel eines ermordeten Sklaven der Kolonialzeit ein Spiel mit dieser Thematik nicht spielen möchte, habe ich Verständnis, da persönlich betroffen. Wenn eine junge Familie mit unerfülltem Kinderwunsch "das Vermächtnis" nicht spielen möchte, ebenfalls. Aber der große Rest?? Da versteh ich nichtmal die Motivation....

Ich persönlich WILL in SPIELEN auch mal der Böse sein, der seinen Mitspielern für 3 Ruhmespunkte den Kopf abschlägt und zwar ohne mir Gedanken über politische Korrektness und ethische Grundsatzfragen Gedanken machen zu müssen.
Zuletzt geändert von BGBandit am 6. August 2015, 23:34, insgesamt 3-mal geändert.

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Pindopp
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Re: Mombasa

Beitragvon Pindopp » 6. August 2015, 18:55

Hier noch ein paar ergänzende Infos zur Diskussion:

Der Verlag, Pegasus Spiele, schreibt auf seiner Internetseite:

"Im Afrika des 19. Jahrhunderts bedarf es eines besonderen Geschäftssinnes, um die wirtschaftlichen Möglichkeiten des noch fremden Kontinents optimal zu nutzen. Über diesen verfügen die Spieler, welche als findige Großinvestoren versuchen, ihren Reichtum zu mehren. Sie haben erkannt, dass Investitionen in den vier Handelskompanien Mombasa, Kairo, Saint-Louis und Kapstadt überaus lukrativ sind. Mit Waren von den eigenen Plantagen erwerben sie allmählich Anteile an den Kompanien. Doch der Wert einer Kompanie ist von ihrem Einfluss abhängig – und dieser hängt von der Ausbreitung ihrer Handelsposten in ganz Afrika ab. Schnell ist klar, dass hier mehr Verstand als Glück gefragt ist, wenn man seinen Mitbewerbern überlegen bleiben möchte.

Mombasa entfaltet mit fein verwobenen Mechanismen ein komplexes Netzwerk strategischer Möglichkeiten und führt dabei in außergewöhnliche spielerische Tiefen. Mit innovativem Kartenmechanismus, einem ausgefallenen Setting und ebenso atemberaubenden wie klar organisierten Illustrationen ist es ein besonderes Highlight für Vielspieler und Experten."

Wir investieren also in Handelskompanien. Was ist eine Handelskompanie? Meyers Großes Konversations-Lexikon sagt dazu (gekürzt):

"Handelskompanien, im engern Sinne diejenigen Handelsgesellschaften (s. d.), die, mit Privilegien, Monopolen und oft selbst mit Territorialhoheitsrechten ausgestattet, seit Ende des 16. Jahrh. für den Handel mit entfernten Ländern errichtet wurden.
...
Die neuen Handelskompanien des 17. und 18. Jahrh. (führten), auf dem Aktienprinzip beruhend, als Vereinigungen von Kaufleuten mit großem Kapital den Betrieb und die Leitung überseeischer, insbes. kolonialer Handelsunternehmungen auf monopolistischer Grundlage. Diese Unternehmungen waren mit einem großen Risiko verknüpft; sie bedurften zu ihrer Durchführung und Sicherung der Waffengewalt und waren deshalb für den einzelnen Kaufmann weniger geeignet. Die Regierungen statteten die Kompanien gern mit Handelsmonopolen und Privilegien aus, einmal, weil sie sich hierfür bezahlen lassen konnten ..., dann, weil auf diesem Wege Kolonien erworben und ausgebeutet werden konnten...."

OK, für mich ist damit klar: Wenn wir Mombasa spielen, spielen wir Kolonialismus in Afrika.

Wie ich das werte, ist eine zweite Frage, die eine differenzierte Antwort verlangt, die ich hier und jetzt (noch) nicht geben kann.

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Ben Ken
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Re: Mombasa

Beitragvon Ben Ken » 7. August 2015, 00:02

Falls sich jemand von euch näher über die Begriffe "Spielwelt" und "wirkliche Welt" informieren möchte, empfehle ich euch den Aufsatz "Die Oase des Glücks" von Prof. Dr. Eugen Fink.
Das wird dort alles aufgedröselt und liefert den Argumentation das nötige Gewicht. ;)
Aber mit Blick auf das Thema. In der Historik darf vom -das hört sich doof an, aber egal- "deutschen Blickwinkel" aus jedes Thema bis auf den Holocaust (Shoah) ohne Einschränkungen thematisiert werden.
Ein Spiel mit dem Thema sehe ich sofern, es am Ende nicht gezielt Grenzen überschreitet, als völlig harmlos an (auch historisch gesehen).
Es kommt ja letztendlich auch darauf an was ich daraus mache.
Ich werde das Spiel auch anspielen, wenn ich es in die Finger bekomme. Ich würde mir in den Ar*** beißen, wenn ich es aufgrund des Themas meide und es möglichweise richtig gut wird.
Wünsche 'ne gute Nacht.

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Re: Mombasa

Beitragvon Ben Ken » 7. August 2015, 00:06

*Manchmal bieten so Spiele (Thematiken) übrigends äußerst viel Aufklärungspotential für folgende Generationen.

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Re: Mombasa

Beitragvon Stein-Schere-Papier » 7. August 2015, 01:23

Ich finde das Titelcover von Mombasa so richtig daneben. Es ist weder ironisch, noch gibt es alten Kolonialstil richtig rüber. Es zwittert, deutet Imperialismus nur an, ermöglicht damit breite Interpretationen und eröffnet damit diese Diskussion. Bei Navegador entstand nie eine solche Diskussion - einfach ein alt angehauchtes Titelcover - , obwohl über die Folgen der "Seefahrer" genau so gestritten werden könnte. Ein klares Bild von Weißen in kolonialem Gehabe wäre eindeutiger, dazu ein kurzer Text am Ende der Spielregel und es wäre ok. Oder ein Landschaftsbild wäre auch ok. Aber das Titelbild finde ich einfach daneben.
@Ben Ken "Aufklärungspotential" kann auch als Euphemismus für Propaganda dienen.

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Re: Mombasa

Beitragvon BGBandit » 7. August 2015, 07:37

Stein-Schere-Papier hat geschrieben:@Ben Ken "Aufklärungspotential" kann auch als Euphemismus für Propaganda dienen.


Also jetzt reichts aber mal wirklich ^^

Hier jetzt schon von Beschönigung von Propaganda zu reden find ich völlig daneben. Meine Güte, es ist ein Spiel verdammt nochmal und nicht die Propagandaschrift der Nationalsozialisten

Was hier in ein Spielcover reininterpretiert wird ist absolut lächerlich. Wenn ihr über die Fehler der Menschheit philosophieren wollt, eröffnet ne Podiumsdiskussion in eurer Stadthalle oder geht zu Maischberger. >:( Einige hören sich hier anscheinend echt gerne selbst "reden"

@ Sebastian: ausnahmsweise plädiere ich hier mal für Schliessung des threads. Klemens Franz und Alexander Pfister hier Beschönigug von Kolonialismus vorzuwerfen, ist widerlich. Das driftet hier in eine Ecke ab, die an Absurdität kaum zu überbieten ist: Propaganda, Euphemismus, Verherrlichung von Gewalt an Sklaven... ob Klemens Franz wohl daran gedacht hat, als er das Cover gezeichnet hat?

http://alexanderpfister.blogspot.de/

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Re: Mombasa

Beitragvon Ben Ken » 7. August 2015, 08:50

* Dezentes Klatschen

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Lehni
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Re: Mombasa

Beitragvon Lehni » 7. August 2015, 11:03

Mir gefällt das Cover genau aus oben genannten Gründen gut. Es läßt Raum und engt nicht ein.

Übrigens, konnte das Spiele - egal ob gewollt oder nicht - eine interessante Diskussion auslösen (mit Ausnahme der Angriffe gegen andere) und ist damit zum meistdiskutiertem Spiel zur Spiel15 im Forum geworden.

Wenn man Spiele als Kunst betrachtet, dann hätte Mombasa das erreicht, was viele zwanghaft zu erreichen versuchen: Aufmerksamkeit, Thematisieren von Problemen.

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Sascha 36

Re: Mombasa

Beitragvon Sascha 36 » 7. August 2015, 12:01

Lass sie halt reden, das Spiel wird sich eh verkaufen, da die Leute in in erster Linie das Spiel sehen und weniger den hier trollenden hineininterpretierten Propaganda Bums.

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Re: Mombasa

Beitragvon ErichZann » 7. August 2015, 19:50

Sascha 36 hat geschrieben:Lass sie halt reden, das Spiel wird sich eh verkaufen, da die Leute in in erster Linie das Spiel sehen und weniger den hier trollenden hineininterpretierten Propaganda Bums.


Ich glaube du hast absolut keine Ahnung was ein Troll ist...

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Re: Mombasa

Beitragvon ErichZann » 7. August 2015, 19:51

BGBandit hat geschrieben:
Stein-Schere-Papier hat geschrieben:@Ben Ken "Aufklärungspotential" kann auch als Euphemismus für Propaganda dienen.


Also jetzt reichts aber mal wirklich ^^

Hier jetzt schon von Beschönigung von Propaganda zu reden find ich völlig daneben. Meine Güte, es ist ein Spiel verdammt nochmal und nicht die Propagandaschrift der Nationalsozialisten

Was hier in ein Spielcover reininterpretiert wird ist absolut lächerlich. Wenn ihr über die Fehler der Menschheit philosophieren wollt, eröffnet ne Podiumsdiskussion in eurer Stadthalle oder geht zu Maischberger. >:( Einige hören sich hier anscheinend echt gerne selbst "reden"

@ Sebastian: ausnahmsweise plädiere ich hier mal für Schliessung des threads. Klemens Franz und Alexander Pfister hier Beschönigug von Kolonialismus vorzuwerfen, ist widerlich. Das driftet hier in eine Ecke ab, die an Absurdität kaum zu überbieten ist: Propaganda, Euphemismus, Verherrlichung von Gewalt an Sklaven... ob Klemens Franz wohl daran gedacht hat, als er das Cover gezeichnet hat?

http://alexanderpfister.blogspot.de/


Und du hast anscheinend keine Ahnung wofür ein Diskussionsforum da ist...

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Re: Mombasa

Beitragvon Stein-Schere-Papier » 7. August 2015, 22:16

@BGBandit Bitte lies das Zitat und meinen Text durch. Wenn Du mir erklären kannst, wo ich Klemens Franz oder Alexander Pfister Beschönigung des Kolonialismus vorwerfe, dann schicke mir eine PM oder eröffne einen Thread dazu (hier geht es ja nur um die Frage, ob einem das Cover gefällt). Ben Ken schreibt, das Spiele auch Aufklärungspotential haben - was ja potentiell stimmt - aber ich würde das nicht einfach pauschal jedem Spiel und auch nicht diesem Spiel unterstellen wollen (hat das Spiel ein historisches Beiblatt über die Bedeutung von Mombasa für den Sklavenhandel? Ich weiß es nicht.) und habe dazu ein Gegenbeispiel genannt. Wenn das gleich als Trollerei, Widerlichkeit, Anlass zum Threadschließen verstanden wird, tja, dann kann ich nur ErichZann zitieren.

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Sascha 36

Re: Mombasa

Beitragvon Sascha 36 » 8. August 2015, 00:21

Ich denke es gibt einfach wichtiger Probleme als sich über ein Cover von einem Brettspiel aufzuregen, wo letzten Endes keiner weiß wie das Spiel letzten Endes wird und wie das Thema darin behandelt wird.
Wenn bei Spielen wie Camp Grizzly Leute mit abgehackten Gliedmaßen dargestellt werden dann wiedert mich das weitaus mehr an, als das Mombasa Cover. Aber wie immer ist es am besten sich bei Diskussionen über Gewalt oder politische Ansichten in Brettspielen gar nicht mehr zu beteiligen.

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Re: Mombasa

Beitragvon Ben Ken » 8. August 2015, 14:06

Stein-Schere-Papier hat geschrieben:@Ben Ken "Aufklärungspotential" kann auch als Euphemismus für Propaganda dienen.


Das kann es natürlich immer, wobei ich zwischen den beiden Begriffen keinen Euphemismus feststellen kann.
Die (z.B.) typisch zuständigen Bildungsinstitutionen würden sich in Deutschland prinzipiell eher aufklärend verhalten oder die Finger davon lassen. Propaganda sehe ich weniger als Problem.
Das Person XY sensible Themen für propagandistische Zwecke nutzen kann ist natürlich möglich.
Dafür gibt es allerdings zur Zeit wesentlich mehr Zündstoff bei anderen Themen und dort funktioniert die "Bauernfängerei" leider wesentlich besser.

Wie das Spiel ist werden wir ja in einiger Zeit sehen. Teile hier allerdings die Meinung, dass ich das Cover sehr offen finde und wie gesagt als harmlos abstempeln würde.
An der Stelle steige ich dann auch aus. Viel Erfolg beim diskutieren.


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