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gute spielenamen

Tipps und Tricks für Autoren und Illustratoren
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Heinrich Glumpler

gute spielenamen

Beitragvon Heinrich Glumpler » 19. September 2004, 11:12

Hi,

durch was zeichnet sich für euch ein guter Name für ein Spiel aus?

Zum Einstieg:
- der Name muss etwas über das Spiel aussagen
- er sollte leicht zu merken sein
- sprachunabhängig
- keine speziellen Zeichen enthalten
- als URL-Adresse noch frei sein ;-)

(Das Thema fiel mir ein, weil ich selbst bei einer Namensfindung offensichtlich nicht auf solche Kriterien geachtet habe.)

Wann ist ein Spielename für euch "gut" - was kann "gut" in diesem Sinne bedeuten?

Wäre vielleicht auch was für das Spieleautoren-Wiki:
http://www.casasola.de/Spieleautorenwiki/index.php

Grüße
Heinrich

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Matthias Prinz

Re: gute spielenamen

Beitragvon Matthias Prinz » 19. September 2004, 11:42

Also ich bilde immer den Satz
"Komm, wir spielen ne Runde "
Wenn der Name da gut reinpasst, geht das schon klar ;)
Mal abgesehn davon, werden lange Namen eh abgekürzt.
Bei mir sind "Die Siedler von Catan" nunmal die "Siedler" und analog die "Sternenfahrer"
"Anno 1503" ist "Anno"

Aber bei den meisten Spielen sind es nun mal einzelne Wörter bzw. Konstruktionen aus Wörtern mit wenigen Silben.

Internationalität finde ich auch sehr wichtig. Kommt schonmal vor, dass man in einem englischsprachigen Forum nicht auf Anhieb weiss, von welchem Spiel die Rede ist (aktuell: Ticket to Ride <-> Zug um Zug, Power Grid <-> Funkenschlag (hätte man meiner Meinung nach beibehalten können) )

Der Name muss aber meiner Meinung nach nicht allzuviel über das Spiel aussagen, nur vielleicht grob die Richtung einschlagen. Der Käufer achtet eher auf die Verpackung als auf den Namen.
Bei "Goa" oder "Carthagena" konnte ich zum Beispiel garnichts in Verbindung bringen, aber man lernt ja nie aus ;)

Wortneubildungen oder Fremdworte, gerade die (fast) keiner versteht, machen aber neugierig....Munchkin..den Name fand ich faszinierend und als Nicht-Rollenspieler mir völlig fremd. Rollenspieler dagegen wissen direkt, um was es geht.
Oder wer das erste mal "Bohnanza" hört, wird auch hellhörig ;)

Alles is allem sollte er individuell sein, dann hat man auch (meistens) keine Probleme mit dem Namensrecht ;)

Gruß
Matze

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Christian Hildenbrand

Re: gute spielenamen

Beitragvon Christian Hildenbrand » 19. September 2004, 13:32

Matthias Prinz schrieb:
>
> Internationalität finde ich auch sehr wichtig. Kommt schonmal
> vor, dass man in einem englischsprachigen Forum nicht auf
> Anhieb weiss, von welchem Spiel die Rede ist (aktuell: Ticket
> to Ride <-> Zug um Zug, Power Grid <-> Funkenschlag (hätte
> man meiner Meinung nach beibehalten können) )

Naja, ich weiß nicht, ob "Funkenschlag" ein so passender Titel gewesen wäre auf dem amerikanischen Markt. ;-)

> Alles is allem sollte er individuell sein, dann hat man auch
> (meistens) keine Probleme mit dem Namensrecht ;)

Hihi ... ich glaub ja fast, daß so etwas wie mit "Alhambra" noch mal so schnell passieren wird ... ;-)

Individuelle Grüße !

Christian

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Siegfried Kurz

Meine Lieblinge

Beitragvon Siegfried Kurz » 19. September 2004, 17:44

Ich kann mir Wortspiele recht gut merken, "Bohnaparte" kommt mir da spontan in den Sinn, und "Friesematenten" oder auch "Blokus" (obwohl das sicher nicht vom Verlag IN EBEN DIESER FORM beabsichtigt war :-)) ).
Mein absoluter Lieblingstitel aber bleibt: "Harry und die blauen Monde von Catan".

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Marcel-André Casasola Merkle
Brettspieler
Beiträge: 62

Re: gute spielenamen

Beitragvon Marcel-André Casasola Merkle » 19. September 2004, 23:16

Ganz kurz ;)

http://www.casasola.de/Spieleautorenwiki/index.php?pagename=Lexikon.Titel

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der drei

Re: gute spielenamen

Beitragvon der drei » 20. September 2004, 12:58

MIt den Begriff Internationalität kann ich nichts anfangen. Meint man da wieder das Englische, obwohl mehr Muttersprachler Spanisch und Chinesisch sprechen.

Zug um Zug finde ich als Titel besser als Ticket to Ride, ist im ersteren ein Wortspiel.

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Thomas Rosanski

Re: gute spielenamen

Beitragvon Thomas Rosanski » 20. September 2004, 13:18

Christian Hildenbrand schrieb:
> Naja, ich weiß nicht, ob "Funkenschlag" ein so passender
> Titel gewesen wäre auf dem amerikanischen Markt. ;-)

Kommt halt aufs Marketing an. Wie ich gehört habe, wurde das Wort "Fahrvergnugen" auch sehr erfolgreich in einer amerikanischen Werbung verwendet: http://members.eunet.at/robb/germanenglish/rlgf.htm#Fahrvergnuegen

Da sind Städtenamen als Spieltitel doch internationaler, schliesslich muss man sie nicht übersetzen (von Ausnahmen wie Munich, Vienna,... abgesehen).

Fröhliche Grüße,

Thomas.

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Droegi
Kennerspieler
Beiträge: 515

Re: gute spielenamen

Beitragvon Droegi » 20. September 2004, 16:22

"Komm, wir spielen ne Runde "

Das ist ein sehr guter Ansatz. Da stelle ich fest, daß mein neues Spiel damit Schwierigkeiten haben dürfte, da ein Gegenstand im Namen vorkommt. Mal schauen, was die Leute da so draus machen.

Spieler aus der Brettspielwelt haben sogar eine eigene Wortbildung gefunden. Sogar bei RL-Treffen sagen sie nur noch: " Laß uns doch mal eine Runde JuS (oder PR, SJ, FS, TA) spielen. Dort spielt der Inhalt des Namens schon wieder keine Rolle.

Gruß
Droegi

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Siegfried Kurz

Internationalität

Beitragvon Siegfried Kurz » 21. September 2004, 08:30

der drei schrieb:
>
> MIt den Begriff Internationalität kann ich nichts anfangen.
> Meint man da wieder das Englische, obwohl mehr
> Muttersprachler Spanisch und Chinesisch sprechen.

Ja und ja. Wer einen Fantasienamen für sein Spiel wählt sollte vermeiden, daß dieses Wort in irgendeiner Sprache eine Bedeutung besitzt und möglicherweise noch eine negative. Da gab es bei einigen Automodellbezeichnungen schon so manchen unfreiwilligen Lacher in Spanien.

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Thomas O.

Re: Internationalität

Beitragvon Thomas O. » 21. September 2004, 08:55

...Der Pajero war wirklich eine klasse Wortschöpfung :lol:

Thomas

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Siegfried Kurz

Noch einer...

Beitragvon Siegfried Kurz » 21. September 2004, 09:37

Fiat "Uno" bedeutet auf finnisch "Trottel"
und Tchibo soll auf japanisch "Tod" bedeuten.

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Thomas O.

Re: Noch einer...

Beitragvon Thomas O. » 21. September 2004, 13:40

... und ein britischer Automobilhersteller wollte (oder hat sogar, weiß nicht mehr genau) ein Fahrzeug namens MIST auf den Markt gebracht. Ob allerdings mit viel Erfolg auf den deutschen, ist mehr als ungewiss... :-)

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Siegfried Kurz

Und jetzt die Fakten...

Beitragvon Siegfried Kurz » 21. September 2004, 14:34

Rolls Royce wollte 1965 ein neues Automodell unter dem Namen "Silver Mist" auf den Markt bringen, entschied sich dann aber für "Silver Shadow".
Ich fand den Wagen trotzdem schäbig und habe mich für ein anderes Modell entschieden...

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Hartmut

RE: Noch einer...

Beitragvon Hartmut » 21. September 2004, 15:25

...da kommt mir (um mal wieder etwas mehr On-Topic zu werden) die Frage auf, warum nicht wenigstens das schwedische FICKSPEL jenseits skandinavischer Grenzen unter diesem Titel bekannt ist? Vielleicht hat man bewusst den Erwartungsdruck vermeiden wollen ;-)

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Thomas Rosanski

Re: gute spielenamen

Beitragvon Thomas Rosanski » 21. September 2004, 16:00

Droegi schrieb:
> Spieler aus der Brettspielwelt haben sogar eine eigene
> Wortbildung gefunden. Sogar bei RL-Treffen sagen sie nur
> noch: " Laß uns doch mal eine Runde JuS (oder PR, SJ, FS, TA)
> spielen. Dort spielt der Inhalt des Namens schon wieder keine
> Rolle.

RL-Treffen ist dann wohl auch "so eine eigene Wortbildung" :-). (Nein, ich brauch keine Aufklärung darüber, was das reale Leben ist).

Aber - um beim Thema zu bleiben - wäre es nicht evtl. schädlich für ein Spiel, wenn die natürliche Akronymbildung des Spieltitels schon durch ein anderes Spiel besetzt wäre? Ein Spiel names "Port Royal" würde man ja naheliegenderweise auch gerne als PR abkürzen. Hat es dadurch schlechtere Changen, für die BSW implementiert zu werden? ;-)

FG,

T.

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Volker L.

Re: Noch viele...

Beitragvon Volker L. » 21. September 2004, 16:30

In den 70er und 80er Jahren sind viele Deutsche nach Tonga ausgewandert,
was auch zu gewissen Sprachproblemen führte, da es [i]einige[/i] deutsche
Ausdrücke gibt, die im tonganischen eine völlig andere Bedeutung haben,
wie uns eine einheimische Führerin mit ein paar Deutschkenntnissen mal
erzählt hat.

z.B. ist es ratsam, dass deutsche Kinder ihre Mütter mit Vornamen anreden,
denn "mama" ist der Ruf, mit dem auf Tonga die Bauern ihre Schweine
herbeirufen, und "mutti" hatte auch irgendeine negative Bedeutung, an die
ich mich aber nicht mehr erinnere.
Allerdings können auch Namen Probleme bereiten, so wunderten sich
Einheimische, dass ein deutscher Tourist seine Ehefrau "Uschi" nannte,
was im tonganischen ein ziemlich unanständiges Wort ist - allerdings wären
die Alternativen "Ulla" bzw. "Ulli" auch negativ besetzt. (Ich wünschte, ich
wüsste noch die dortigen Bedeutungen).
Und [i]heftigste[/i] Verwirrung stifftete mal ein Besuch des Königs von Tonga
in einer deutschen Siedlung, als dort Kinder für ihn ein harmloses Liedchen
singen sollten. Man entschied sich für "Horch, was kommt von draussen rein".
Dumm nur, dass "Hollahi" auf Tonga ein Ausdruck für das männliche
Körperteil ist, und "Hollaho" für eine damit assoziierte dickflüssige
Substanz...
Rückwirkend betrachtet, meinte unsere Führerin, sei die ganze Angelegenheit
"sehr lustig" gewesen :-D

Gruß, Volker (der angesichts der Wahlergebnisse vom Sonntag lieber auf
die ansonsten zu obigem Text durchaus passend gewesene Formel "deutsche
Grüße" verzichtet :-/ )

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der drei

Re: Noch viele...

Beitragvon der drei » 21. September 2004, 20:04

Is ja interessant. Woher weißt du das?

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Volker L.

Re: Noch viele...

Beitragvon Volker L. » 22. September 2004, 00:31

der drei schrieb:
>
> Is ja interessant. Woher weißt du das?

Ich dachte eigentlich, der letzte Satz im ersten Absatz:
> wie uns eine einheimische Führerin mit ein paar
> Deutschkenntnissen mal
> erzählt hat.
wäre ausreichend als Erklärung. ;-)

Da das nicht der Fall zu sein scheint, hier nochmal ausdrücklich:
Wir waren mal dort. :-P

Genaugenommen hatten wir auf unserer Südsereise 1999 zwischen den
längeren Aufenthalten auf Samoa und Niue flugplanbedingt 2 Übernachtungen
auf Tonga :-))
Neidisch?

Gruß, Volker (hat keinen einzigen planmäßig verlaufenen Flug von Royal
Tongan Airlines erlebt :roll: )

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Siegfried Kurz

Abkürzungen

Beitragvon Siegfried Kurz » 22. September 2004, 10:20

Danke TR, ich werde mein Spiel also nicht "Tausend Halbnackte Orthopäden Malen Am Strand" nennen :-)) Okay, wo ist mein Fluchtauto (FA)?

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Thomas O.

Re: Abkürzungen

Beitragvon Thomas O. » 22. September 2004, 11:08

Siegfried Kurz schrieb:
>
> Danke TR, ich werde mein Spiel also nicht "Tausend Halbnackte
> Orthopäden Malen Am Strand" nennen :-)) Okay, wo ist mein
> Fluchtauto (FA)?

Macht nichts, dann nenn es halt anders; Hauptsache du machst überhaupt ein Spiel mit diesem Thema! Ich komm in Göttingen gerne an deinen Tisch... :-)

Gruß, Thomas (der in 3 Wochen ebenfalls halbnackt am Strand sein wird, aber nicht malen kann)

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Achimer

Re: Internationalität

Beitragvon Achimer » 29. September 2004, 14:23

oder der Fussballer Franco Foda! :-)

Als international unabhängig kannst Du dann aber im Prinzip nur "Eigennamne" bzw. die erwähnten "Eigenkreationen" verwenden.
Absatzfördernd kann hier eine Ähnlichkeit zu "aktuellen" Namen sein. Candamir, schon mal Herr der Ringe gelesen/geguckt, der Name geht sprachrethorisch in die selbe Ecke (es gibt auch andere Namen beim Siedlerroman, aber Candamir ist das Spiel).

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Christian Matzerath

Re: gute spielenamen

Beitragvon Christian Matzerath » 8. Oktober 2004, 10:10

Der Name für mein Spiel ist toll.

www.bimmbamm.de

Ich hasse Eigenlob ;-)

Deine Kriterien sind plausibel, finde ich.

Gruß, CM

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Heinrich Glumpler

Re: gute spielenamen

Beitragvon Heinrich Glumpler » 8. Oktober 2004, 10:26

Hi,

apropos:

Auf ...

http://www.casasola.de/Spieleautorenwiki/index.php?pagename=Lexikon.Titel

...ist von einer Titelschutzliste der Fachgruppe Spiel die Rede.

Ich hab' online nichts gefunden. Die "www.gamemob.de" (Website der Fachgruppe Spiel) schweigt sich dazu aus.

Weiß jemand, ob man die Liste einsehen kann, bzw. an wen man sich am besten wendet, um Titel eintragen zu lassen?

apropos:
Wie schreibt man "apropos"? ;-)

Grüße
Heinrich

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Heinrich Glumpler

Re: gute spielenamen

Beitragvon Heinrich Glumpler » 8. Oktober 2004, 10:27

Oh,

...und ja: "BimmBamm" ist ein sehr guter Titel :-)

Ich nehm' dir in diesem Punkt die schwere Aufgabe des Eigenlobs gerne ab :LOL:

Viel Erfolg weitherhin!

Grüße!
Heinrich

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Jost Schwider

[OT] Apropos (was: gute spielenamen)

Beitragvon Jost Schwider » 11. Oktober 2004, 10:00

"Heinrich Glumpler" hat am 08.10.2004 geschrieben:

> apropos:
> Wie schreibt man "apropos"? ;-)

Ich kenne "apropos" von "a proposito" (it. etwa "bei dieser Gelegenheit" oder "im Zusammenhang mit"). Daher schreibe ich es eben so: "apropos". Die Aussprache läßt aber vermuten, dass dieses Wort über dem Umweg Französisch den Weg ins Deutsche gefunden hat.

P.S.: Bestätigung durch Pons- und Duden-Online.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/jas.htm - [i]Ausgezeichnete (Brett)Spiele[/i]


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