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Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

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Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Brettspielelabor.de » 10. November 2016, 06:27

Daniel Solis ist Spieleautor, dem ich schon länger über Twitter folge. Seine Ideen präsentiert er dort ganz offen und unverblümt. Es ist seine Art kreativ mit seiner Spielidee umzugehen.

Nun hat er einen super Artikel zum Thema Angst vor dem Klauen von Ideen geschrieben. someone will steal your idea?

Meine Meinung zum Thema könnt ihr hier lesen.

Wo zieht ihr da für euch die Grenze? Spielt ihr nur mit euch gut bekannten Menschen? Spielt ihr auch mit fremden Autoren und Menschen oder veröffentlicht ihr gar eure Regeln und Spiele im Prototypen-Status im Internet? Ich bin gespannt auf eure Handhabung und Erfahrungen.
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon malzspiele » 11. November 2016, 08:40

Große Angst, dass unsere Spielideen "geklaut" werden, habe ich nicht. Denn letztlich ist die Idee in dem Moment, wenn das Spiel erscheint, sowie öffentlich und kann von jedem beliebig kopiert werden.

Dennoch würde ich Spielregeln, Material und Geschichten niemals ungefiltert ins Internet stellen (alleine schon, weil das viel Arbeit macht). Lieber reise ich mit einem Prototypen herum und versuche, möglichst viele Menschen zum mitspielen zu bewegen - auch andere Autoren. So erhalten ich Rückmeldungen, die mir wirklich weiterhelfen.

Verlagen in Deutschland sende ich Spielregeln und Material-PDFs hemmungslos zu, da bin ich mir sicher, dass da nicht mutwillig kopiert wird. Bei Verlagen im Nicht-EU-Ausland, bin ich allerdings wesentlich zurückhaltender...

Ciao
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon ode. » 11. November 2016, 17:33

Diese Sachen zu veröffentlichen im Netz ist quasi Selbstschutz. Wenn man still im Kämmerlein seine Idee pflegt, kann man nicht nachweisen, wie alt sie ist. Geht man damit an die Öffentlichkeit kann man das. Wenn dann jemand "klaut", kann man nachweisen, dass man quasi zuerst da war...

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Brettspielelabor.de » 11. November 2016, 17:46

@malzspiele: Ich sehe gerade, du hast auch aktuelle Prototypen von eurer Homepage runter genommen. Ihr habt da doch immer auch vorgestellt an was ihr gerade arbeitet. Hast du damit schlechte Erfahrung gemacht oder war es lediglich zu viel Arbeit?

@ode das Problem dürfte sein, dass sich einzelne Mechanismen ja nicht schützbar sind. Sonst würde es nicht so viele Workerplacement Spiele geben. Selbst wenn du was total Innovatives hast aber er nicht 1 zu 1 dein Spiel nachbaut dürfte das schwer werden.
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon SpieLama » 12. November 2016, 11:39

ode. hat geschrieben:Diese Sachen zu veröffentlichen im Netz ist quasi Selbstschutz. Wenn man still im Kämmerlein seine Idee pflegt, kann man nicht nachweisen, wie alt sie ist. Geht man damit an die Öffentlichkeit kann man das. Wenn dann jemand "klaut", kann man nachweisen, dass man quasi zuerst da war...

Es gibt noch weitere Möglichkeiten. Tom Werneck vom Bayerischen Spiele-Archiv Haar schreibt unter http://www.patente-stuttgart.de/downloa ... lideen.pdf.

Tom Werneck hat geschrieben:[...] Eine aufwändige und nicht ganz billige Version ist, die Idee bei einem Notar oder Rechtsanwalt zu hinterlegen. Die billigste Variante ist ein eingeschriebener Brief, den man an sich selbst richtet und, wenn man ihn zugestellt bekommen hat, nicht öffnet. Die Klebebänder lässt man am Postamt sauber stempeln. Wenn es zu einem Verfahren kommt übergibt man den ungeöffneten Brief dem Richter. [...]

Vielen Spieleerfindern erscheint diese simple Methode jedoch zu simpel. Deshalb hinterlegen sie den eingeschriebenen Brief beim Bayerischen Spiele-Archiv. Wir bewahren dort mehrere Hundert solcher Dokumente auf, haben aber, das sei gleich mal zur Beruhigung gesagt, noch nie einen dieser Briefe an ein Gericht übergeben müssen. Blickt man über einen längeren Zeitraum hinweg, so kann man die jährlichen Fälle, bei denen es Konflikte um die Urheberschaft gibt, an einer Hand abzählen. Nicht aufregend viel, wenn man sie in Beziehung zu den rund 500 jährlichen Neuerscheinungen auf dem Spielemarkt in Deutschland setzt. [...]

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Brettspielelabor.de » 12. November 2016, 12:10

Das Spielemuseum Nürnberg bietet so einen Service auch https://museen.nuernberg.de/spielearchi ... eleautoren

Ich halte das für überzogen. Solange mit den Spielideen keiner Millionen verdient wird kann man das entspannt sehen. Muss meiner Meinung aber auch jeder selbst entscheiden. Die Nachfrage nach Rechtsschutz ist jedenfalls enorm. Doch vor allem von den Menschen die aus anderen Branchen kommen und wenig berührung mit der Szene haben.

Die Autorenszene ist meiner Meinung nach zu klein und wenn jemand anfangen würde Ideen zu klauen würde er sämtliche Reputation verlieren .

Es ist aber auch eine Generationenfrage. Ältere Autoren gehen da ganz anders vor als wir jungen Hasen Anfang/Ende 20. Ob das eine oder andere besser ist schwer zu sagen. Am Ende des Tages halte ich es für wichtig, dass jeder sich wohl fühlt so wie er es tut.
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Günter Cornett » 12. November 2016, 23:24

Ich handhabe das auch relativ locker. Geklaut werden Spiel(regelwerk)e vor allem dann, wenn sie bereits veröffentlicht und erfolgreich sind. Hat man einen innovativen Mechanismus, ist man gut beraten, den während der Entwicklung geheim zu halten. Aber das ist ja eher selten.

Die Spielentwicklung nachweisbar zu dokumentieren, kann auch sinnvoll sein, um sich gegen den möglichen Vorwurf eines Plagiats oder Trittbrettfahrens behaupten zu können. Was wäre wenn "Kunterbunt" und "Spot It" im gleichen Jahr herausgekommen wären? Das hätte dann womöglich komisch ausgesehen, auch wenn es hier mehr um den mechanismus geht als um das ganze Spiel.

Von dem simplen Einschreibebrief an sich selbst halte ich nichts. Welcher Post-Mitarbeiter stempelt denn einen Brief auf Wunsch so, dass alles gerichtsfest ist?

Für mich selbst reicht aus (sollte ich mir denn unsicher sein):
- Die Präsentation des Spiels (inklusive Spielregelwerk) auf einem Spieleautorentreffen (Nachweis aber eher gering)
- Die Teilnahme an einem Autorenwettbewerb (z.B. Hippodice)
- Die Übersendung der Spielanleitung an Bekannte (Zeugenaussagen sind ein Beweismittel, auch von Familienmitgliedern)

Da die Spielanleitung i.d.R. am Ende der Entwicklung geschrieben wird, ist das aber eher kaum eine Möglichkeit während der Zeit der Entwicklung. Daher hat auch das Absenden des Regelwerks per Email an einen Verlag, dem man vertraut, schon eine hohe Beweiskraft, wenngleich das nicht absolut sicher ist. Hinterlegung beim Notar oder einem Spielearchiv bzw. Veröffentlichung in der Spiel&Autor wäre dann die nächste Sicherheitsstufe. Letzteres dient ggf. auch dazu Begehrlichkeiten bei Redakteuren zu wecken, was man ja möchte.
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon malzspiele » 13. November 2016, 11:14

Brettspielelabor.de hat geschrieben:@malzspiele: Ich sehe gerade, du hast auch aktuelle Prototypen von eurer Homepage runter genommen. Ihr habt da doch immer auch vorgestellt an was ihr gerade arbeitet. Hast du damit schlechte Erfahrung gemacht oder war es lediglich zu viel Arbeit?

Das ist jetzt schon seit längerer Zeit so (einige Jahre). Es gab keine schlechten Erfahrungen damit, aber ich hatte den Eindruck, dass es nur Arbeit macht ohne irgendwelchen Nutzen zu bringen.

Ciao
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon ode. » 14. November 2016, 00:29

Brettspielelabor.de hat geschrieben:@ode das Problem dürfte sein, dass sich einzelne Mechanismen ja nicht schützbar sind. Sonst würde es nicht so viele Workerplacement Spiele geben. Selbst wenn du was total Innovatives hast aber er nicht 1 zu 1 dein Spiel nachbaut dürfte das schwer werden.


Du hast Angst, dass dir einer deinen WP-Mechanismus klaut?????

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Brettspielelabor.de » 14. November 2016, 11:48

Hä - Wo hab ich gesagt das ich Angst habe? Abgesehen davon finde ich WP zwar spannend aber selbst habe ich kein Spiel mit WP Mechanismus.
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon peer » 14. November 2016, 17:01

Brettspielelabor.de hat geschrieben:@ode das Problem dürfte sein, dass sich einzelne Mechanismen ja nicht schützbar sind. Sonst würde es nicht so viele Workerplacement Spiele geben. Selbst wenn du was total Innovatives hast aber er nicht 1 zu 1 dein Spiel nachbaut dürfte das schwer werden.


Ein einzelner Mechanismus bringt ja auch nix.

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon SpieLama » 16. November 2016, 08:11

Interessant finde ich auch die Frage, wie Spieleverlage mit dem Thema umgehen. Der Sphinx Verlag schreibt auf seiner Internetseite unter http://www.sphinx-spieleverlag.de/infos ... eleautoren:

Sphinx Verlag hat geschrieben:Senden Sie keine Faxe, die sinngemäß folgenden Inhalt haben: "Ich habe eine Spielidee. Ich schicke Sie Ihnen zu, wenn Sie mir auf diesem Fax unterschreiben, dass Sie die Spielidee nicht stehlen."
Dies verbraucht nur Tinte und Papier der angeschriebenen Verlag. Bei uns landen diese Faxe gleich im Papierkorb. Zum einen würde Sie ein unterschriebenes Fax nicht vor dem Diebstahl einer Spielidee schützen und zum anderen ist die Basis zwischen einem Verleger und seinem Autor Vertrauen, das Sie offensichtlich nicht in den Verleger setzen.

Wenn es zu konkreten Verträgen zwischen Autoren und Verlagen kommt, sieht die Sache wieder anders aus. In Verträgen, die ich kenne, müssen Autoren unter anderem sinngemäß unterschreiben, dass sie über die alleinigen Verlags- und Urheberrechte verfügen und keine Rechte Dritter mit dem Spiel verletzen oder verletzt werden. Stellt sich nur die Frage: Sind damit auch Rechte anderer Autoren an Spielideen gemeint (denn die kann man ja anscheinend nicht schützen, siehe zum Beispiel Kunterbunt und Dobble) oder eher Markenrechte, Lizenzrechte und so weiter?

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Peterlerock » 16. November 2016, 09:56

zuspieler hat geschrieben:IStellt sich nur die Frage: Sind damit auch Rechte anderer Autoren an Spielideen gemeint (denn die kann man ja anscheinend nicht schützen ...)

Und deshalb stellt sich diese Frage nicht. ;)
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Günter Cornett » 16. November 2016, 10:10

Der Begriff Spielidee ist hier missverständlich, weil er für zwei unterschiedliche Begriffe steht, die - insbesondere bei eher einfachen Spielen - zudem in der Praxis nicht immer so klar zu unterscheiden sind:

1. Gedanke, Einfall, Idee zu einem Spiel - ist nicht schützbar
2. Der nichtmaterielle Gehalt eines Spiels - ist hierzulande geschützt, sofern in einem Werk materialisiert und von ausreichender Schöpfungshöhe. Wann die ausreicht, ist offen. Der Schutz gilt dann auch unabhängig von der konkreten Umsetzung, z.B. bei Transformierung auf ein anderes Thema.

Bei Kunterbunt/Dobble ging es im wesentlichen um die Grundidee, der in einen einzelnen Mechanismus besteht. Es ist kein Beleg dafür, dass eine "Spielidee" grundsätzlich nicht schützbar sei, sondern eher dafür, dass man besser von einem Spielregelwerk spricht.

"Nun genießen zwar Spielerfindungen als solche keinen urheberrechtlichen Schutz. Doch können schriftlich niedergelegte Spielregeln den Anforderungen genügen, die .. an ein Schriftwerk zu stellen sind. ... Voraussetzung ... ist aber, daß die schriftliche Niederlegung der Spielregeln eine ... ausreichende eigenpersönliche Gestaltung erkennen läßt. Die erforderliche schöpferische Eigenart braucht dabei nicht auf einer eigenpersönlichen Prägung der rein sprachlichen Ausdrucksform zu beruhen, sie kann sich vielmehr auch aus einem auf individuelle Geistestätigkeit zurückzuführenden Gedankeninhalt ergeben (...). "
BGH v. 17.Okt.61 IZR 24/60 (Kammergericht) LUG §1 Abs 1 Nr.1. - "Zahlenlotto"

https://www.reich-der-spiele.de/special ... heberrecht
siehe auch:
http://spieleautorenseite.de/tsaziki/ge ... _spiel.htm
https://www.reich-der-spiele.de/special ... n-Aussagen
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon ode. » 19. November 2016, 00:46

Brettspielelabor.de hat geschrieben:Hä - Wo hab ich gesagt das ich Angst habe? Abgesehen davon finde ich WP zwar spannend aber selbst habe ich kein Spiel mit WP Mechanismus.


Ich habe ja auch nicht gesagt, dass du Angst hast. Ich habe dich das gefragt. Was weiß ich, was du für Mechaniken in deinen Spielen hast? Ich hatte dich so Verstanden, dass WP ein generelles Beispiel war.

Solltest du also einen solchen Mechanismus in einem Spiel haben, so wäre das alles andere als originell und eine Angst, dass der geklaut wird eher unbegründet.

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon Brettspielelabor.de » 30. November 2016, 07:50

Alles klar ode! Hab die vielen ????? falsch interpretiert :-)
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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon larse » 30. November 2016, 15:02

Als Vielspieler, der beruflich auf dem Gebiet des Patentrechtes zu Hause ist, möchte ich lediglich der Vollständigkeit halber anmerken, dass abstrakte Spielregeln dem (deutschen) Patentschutz grundsätzlich nicht zugänglich sind, da sie das Erfordernis der sogenannten Technizität in der Regel nicht erfüllen. Anderes kann aber gegebenfalls für einzelne (technische) Komponenten eines Spiels gelten. Z.B. könnte ich mir vorstellen, dass die Konstruktion etwa eines Louping-Louie-Spiels dem Patentschutz grundsätzlich zugängig gewesen wäre oder war. Gleiches könnte meiner Einschätzung nach sogar für einfachere Spielelemente gelten, z.B. die ineinandergreifenden Zahnräder bei Tzolkin als Spielfigurenverstellmittel oder ähnliches.

Das (registerrechtliche) Patentrecht spielt auf dem Gebiet der Brettspiele aber sicherlich nur eine Nebenrolle, und die oben zitierten Streitfälle betreffen wohl eher das (nichtregisterrechtliche) Urheberrecht, zu welchem - im Gegensatz zum Patentrecht - kein staatliches Register geführt wird.

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Re: Habt ihr Angst, dass eure Spielidee geklaut wird?

Beitragvon peer » 1. Dezember 2016, 08:15

@Larse: Meines Wissens ist der Queen-Würfelturm (Wallenstein, Shogun...) patentiert. Dasselbe gilt für den "Pappkartencomputer" aus I9n. Wie du schon sagst: Eher "Hilfsmittel" als abstrakte Mechanismen.

In den USA ist das Patentrecht ein bisschen anders, hier können wohl auch abstraktere Dinge patentiert werden ("tappen")


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