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unklare Regeln bei Kinderspielen

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Michi
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unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Michi » 29. September 2013, 10:38

Hi,

ich habe des öfteren den Eindruck, dass bei Kinderspielen trotz ihrer Einfachheit die Regeln 'schlampig' geschrieben sind.
Ich bin regelmäßig über nicht eindeutig geschriebene Regeldetails gestolpert.
Ein Beispiel, das mir spontan einfällt: Curli Kuller.
Dort steht:
"Wirft die Schnecke Pflanzen um, die keinem Mitspieler gehören, da ihr nur zu zweit oder dritt spielt, darfst du auch diese nehmen und vor dir ablegen. Diese zählen ebenso mit in die Endwertung."
Bei Spielende steht:
"Sobald der erste Spieler acht Pflänzchen der eigenen Farbe gesammelt hat, gewinnt er und das Spiel ist beendet.
Spielt ihr nur zu zweit oder zu dritt, können die gesammelten Pflanzen auch Farben haben, die keinem Mitspieler gehören."

Und wie zählen die fremden Pflanzen nun? Offensichtlich doch nicht, obwohl es eigentlich so angekündigt war ...!?

Ich habe den Eindruck, dass bei Kinderspielen trotz der wenigen, einfachen Regeln gegenüber 'Erwachsenenspielen' vergleichsweise häufig Unklarheiten offen bleiben.
Mangelt es da an der nötigen Sorgfalt?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

Tschö,
Michi

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Helmut R.
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Helmut R. » 29. September 2013, 13:42

Hallo Michi,

ich selbst kenne das Spiel gar nicht, finde aber die Regeln
sind klar formuliert. Das Spiel endet, sobald ein Spieler
8 Pflanzen gesammelt hat. 8 der eigenen Farbe bei 4 Spielern,
8 der eigenen und anderer Farben, die nicht an einen Mit-
spieler vergeben ist, bei weniger als 4 Spielern.

Gruß aus Frankfurt, Helmut

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Michi
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Beiträge: 133

Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Michi » 29. September 2013, 21:47

Hallo Helmut,

meine Interpretation:
da steht zwar, dass ich die nicht vergebenen Farben sammeln kann. Spielende wird aber rein durch das Sammeln der eigenen Farbe ausgelöst, womit es völlig belanglos ist, was ich sonst noch habe.

Meine Problem wird sein, dass ich einen Sinn in etwas suche, wo kein Sinn dahinter steckt. ;-)

Tschö,
Michi

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Niki
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Niki » 30. September 2013, 10:18


> "Wirft die Schnecke Pflanzen um, die keinem Mitspieler
> gehören, da ihr nur zu zweit oder dritt spielt, darfst du
> auch diese nehmen und vor dir ablegen. Diese zählen ebenso
> mit in die Endwertung."
> Bei Spielende steht:
> "Sobald der erste Spieler acht Pflänzchen der eigenen Farbe
> gesammelt hat, gewinnt er und das Spiel ist beendet.
> Spielt ihr nur zu zweit oder zu dritt, können die gesammelten
> Pflanzen auch Farben haben, die keinem Mitspieler gehören."

Hallo Michi,

ich habe nicht das Gefühl dass Kinderregeln perse schlechter als normale Regeln sind (ganz im Gegenteil).
Ich finde - genau wie Helmut R - das in der oberen Pasage alles geklärt ist.

Beim Spiel zu zweit oder dritt darfst du dir auch Pflanzen nehmen die keinem gehören. Der Satz ist klar und deutlich formuliert.

Bei Spielende steht es auch klar und deutlich:

- Sobald ein Spieler acht Pflänzchen der eigenen Farbe hat, gewinnt er.
- Und gleich danach heißt es doch - spielt ihr nur zu zweit oder zu dritt, können die gesammelten Pflanzen auch Farben haben haben, die keinem Mitspieler gehören. Wobei sich "die gesammelten Pflanzen" natürlich auf den Satz davor bezieht.
Ich bin auch verwundert wie man das falsch verstehen kann.

Gruß

Niki

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Michi
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Beiträge: 133

Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Michi » 30. September 2013, 10:34

Hallo Niki,

> Beim Spiel zu zweit oder dritt darfst du dir auch Pflanzen
> nehmen die keinem gehören. Der Satz ist klar und deutlich
> formuliert.

Stimmt.

> Bei Spielende steht es auch klar und deutlich:
>
> - Sobald ein Spieler acht Pflänzchen der eigenen Farbe hat,
> gewinnt er.

Stimmt.

> - Und gleich danach heißt es doch - spielt ihr nur zu zweit
> oder zu dritt, können die gesammelten Pflanzen auch Farben
> haben haben, die keinem Mitspieler gehören. Wobei sich "die
> gesammelten Pflanzen" natürlich auf den Satz davor bezieht.

Mag auch stimmen.

> Ich bin auch verwundert wie man das falsch verstehen kann.

Folgendes:
Bedingung für's Spielende: acht Pflänzchen der EIGENEN Farbe sammeln (das setzt der nachfolgende Satz nicht außer Kraft!).

Angenommen ich habe Rot, Mitspieler 1 Blau, Mitspieler 2 Grün.

Wenn ich 6 Rote und 2 Gelbe habe, habe ich das Spiel nicht beendet, weil Rot nicht Gelb ist.

Tschö,
Michi

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peer

Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon peer » 30. September 2013, 10:54

Hi,
Michi schrieb:

> Folgendes:
> Bedingung für's Spielende: acht Pflänzchen der EIGENEN Farbe
> sammeln (das setzt der nachfolgende Satz nicht außer Kraft!).
>
> Angenommen ich habe Rot, Mitspieler 1 Blau, Mitspieler 2 Grün.
>
> Wenn ich 6 Rote und 2 Gelbe habe, habe ich das Spiel nicht
> beendet, weil Rot nicht Gelb ist.

Wenn man zu viert keine neutralen Pflanzen sammeln kann, ist für mich eindeutig, dass neutrale Pflanzen zur eigenen Farbe zählen - warum sollte man die sonst nehmen?
Ehrlich gesagt bin ich froh, dass Spielregeln keine Gesetzestexte sind, sondern so formuliert sind, dass die Intelligenz des Spieler berücksichtigt wird :-)

ciao
peer

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Frank -Riemi- Riemenschneider
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Frank -Riemi- Riemenschneider » 30. September 2013, 12:41

Ich habe eher den Eindruck, das viele Eltern sich gegen das Regellesen sträuben (ist ja langweilig). Teilweise werden die Spielregeln von Kinderspielen (kein Witz) gar nicht gelesen und einfach drauf los gespielt. Wenn ich dann zufällig beobachte wie Kinder mit ihren Eltern spielen, muss ich feststellen, das hat mit dem eigentlichen Spiel fast nichts mehr zu tun. Aber glaub mal ja nicht, dass es bei den Eltern gut ankommt wenn ich den Kindern und deren Eltern die Spiele dann richtig erkläre. Viele fühlen sich ertappt und rechtfertigen sich dann mit meinem Lieblingsstatement: „Wir haben unserer eigenen Spielregeln gemacht. Ist ja nur ein Spiel.“

Das bringt die Frage auf: Müssen Kinderspielregeln für Erwachsene anders als normale Familienspielregeln gestaltet sein, damit sie a) gelesen, und b) verstanden werden?
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Niki
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Niki » 30. September 2013, 13:44

Die Frage wäre, wie müssten solche Anleitungen aussehen? Denn die Kinder können ja noch nicht lesen - also richten sich die Regeln in erster Linie ja an den "Erwachsenen". Denn eine Anleitung ganz ohne Worte ist meiner Meinung nach nicht umsetzbar (auch wenn ja schon viel versucht wurde). Selbst als Comic müssten die Kinder ja erst einmal verstehen, wie die Bilder zu interpretieren sind.

Ich sehe aber das gleiche Problem wie du. Kinderspiele können "per se" nicht kompliziert sein - wozu dann noch eine Regel lesen? Und dann wird auch häufig der Fehler gemacht, dass man sich gleich mit den Kindern zusammen an den Tisch setzt die am liebsten gleich losspielen möchten und der Erwachsene dann "so unter Druck" gesetzt wird, dass er die Ruhe nicht hat die Regeln zu lesen. Dann wird halt schnell mal die Regel überflogen und es kommt zu "Fehlinterpretationen" ...

Ein Teufelskreis

Niki

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Harald
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Harald » 30. September 2013, 15:34

Da gibt es keinen generellen Trend. Es gibt gute Regeln, genauso wie schlechte Regeln. Mal sind sie super geschrieben, mal nicht so. Anleitungen, die sich in erster Linie an Erzieherinnen richten, und nicht an die Endverbraucher, sind oft übermäßig schlecht gestaltet und formuliert.
Ansonsten gibt es bei Kinderspielen auffällig oft Regellücken. Um das Spiel für die Kleinsten spielbar zu machen, wird die Regelmenge oft enorm reduziert. Das geht dann oft zu lasten der Spielqualität, weil die weggelassene Regel beispielsweise für einen zusätzlichen Spannungseffekt am Ende oder eine verlässlicheres Spielende sorgt. In Einzelfällen wird sie auch gebraucht, um überhaupt für eine Spielbarkeit zu sorgen - siehe meine Baobap-Regelfrage weiter unter ...
Gruß Harald
http://kids.gamesweplay.de

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Christian Hildenbrand

Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Christian Hildenbrand » 30. September 2013, 17:44

Hallo Frank,

in der Tat sind Kinderspielregeln meist anders geschrieben, wobei man selbst bei Spielen "ab 8" noch lange nicht davon ausgehen darf, dass die Kinder die Spielregeln selbst lesen. Das werden in den allermeisten Fällen (meine persönliche Einschätzung: 99,5%) von den Eltern, Onkels, älteren Geschwistern oder ähnlichen gemacht, nicht aber von den 8jährigen.

Bei uns zum Beispiel kommt in den Kinderspielregeln meist die direkte Ansprache mit dem "du" mit rein, damit die Regeln von einem Erwachsenen den Kindern direkt vorgelesen werden können. "Nimm deine Figur und setze sie auf das Feld, das der Würfel zeigt ..." - damit wird das Regellernen am Tisch nicht zu einer technischen Sache, sondern integriert die Kleinen gleich.

"Gute" und "schlechte" Regeln gibt es in allen Bereichen, von ganz klein bis superkomplex. Die Eingangsfrage hier lässt mich mehr überlegen, ob nicht mit Gewalt was kompliziertes in der Definition der Schluss-Bedingung gesucht wurde, denn es ist zumindest aus meiner Sicht klar genug. Aber das hat man leider immer wieder. Wenn bei uns bei Halli Galli so etwas steht wie "Wenn [b]genau 5 Früchte[/b] zu sehen sind, wird so schnell wie möglich auf die Glocke gehauen", finden sich dennoch genug Regel(hinter)frager per eMail, die wissen wollen, ob man auch bei 4 oder 6 Früchten draufhauen darf. Da heißt es höflich bleiben, freundlich antworten, sich seinen Teil denken und das ganze abzuhaken. Hach ja.

Grüße
Christian

Redaktion
AMIGO Spiel + Freizeit GmbH

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Roland G. Hülsmann
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 30. September 2013, 19:24

Niki schrieb:

> Ich bin auch verwundert wie man das falsch verstehen kann.

Ich bin ziemlich sicher, dass kein Kind auf die Idee käme, es falsch zu verstehen. ;)

Gruß
Roland

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Niki
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Beiträge: 306

Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Niki » 1. Oktober 2013, 21:03

Hallo Christian,

und wie ist nun die Antwort auf die Regelfrage? Du kannst uns doch jetzt nicht so hängen lassen ...
Also ich schätze die Antwort ist, dass man schon auf die Glocke hauen darf (auch bei 4 und 6 Früchten) denn schließlich wird das nicht explizit ausgeschlossen. Ansonsten hättet ihr ja schreiben müssen "NUR wenn genau 5 Früchte ...".

Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob meine Interpretation richtig (aber eigentlich gibt es ja nur die eine Möglichkeit).

Niki

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peer

Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon peer » 2. Oktober 2013, 16:15

Hi,
Niki schrieb:
> und wie ist nun die Antwort auf die Regelfrage? Du kannst uns
> doch jetzt nicht so hängen lassen ...
> Also ich schätze die Antwort ist, dass man schon auf die
> Glocke hauen darf (auch bei 4 und 6 Früchten) denn
> schließlich wird das nicht explizit ausgeschlossen. Ansonsten
> hättet ihr ja schreiben müssen "NUR wenn genau 5 Früchte ...".

Ach so, ich hatte immer gedacht, dass ein Satzteil fehlt, z.B.: Wenn genau 5 Früchte zu sehen sind, muss man auf die Glocke hauen UND SONST AUF DEN TISCH"
So haben wir das jedenfalls immer gespielt.
Aber deine Interpretation ist natürlich auch möglich
(Steht eigentlich in den Regeln, dass die Früchte auf den Karten zu sehen sein müssen? Oder gelten auch irgendwelche Früchte im Raum? Ist das Spiel vielleicht eine Art "Ich sehe was, was du nicht siehst?" - Christian, Hilf!)


ciao
peer

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Thomas
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Re: unklare Regeln bei Kinderspielen

Beitragvon Thomas » 19. Oktober 2013, 19:00

Niki schrieb:
>
> Hallo Christian,
>
> Also ich schätze die Antwort ist, dass man schon auf die
> Glocke hauen darf (auch bei 4 und 6 Früchten) denn
> schließlich wird das nicht explizit ausgeschlossen.

Hallo Niki, natürlich hast Du Recht: Du darfst auch bei 4 oder 6 Früchten auf die Glocke hauen. Sonst würde doch folgende Regel keinen Sinn machen (und warum sollte Amigo unmögliche Fälle auflisten?): "Betätigt ein Spieler die Glocke und es sind nicht genau fünf gleiche Früchte sichtbar, so muss er als Strafe jedem Mitspieler eine Karte von seinem verdeckten Kartenstapel abgeben."


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