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Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

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Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

Beitragvon zuspieler » 27. Mai 2017, 11:42

Hinweis: Der folgende Artikel wurde 2012 auf zuspieler.de veröffentlicht. Mehr dazu unter viewtopic.php?f=63&t=390396.

In Deutschland gibt es vergleichsweise wenige Journalisten, die professionell Gesellschaftsspiele rezensieren. Udo Bartsch ist einer davon. Für den Weser-Kurier ist “Bartsch in der Welt der Brettspiele so etwas wie Marcel Reich-Ranicki für die Literaturkritik”. Sein Urteil sei gefürchtet. Im Interview verrät er, was eine gute Spielerezension ausmacht, wie Verlage auf negative Kritiken reagieren und welche Spieler er den zuspieler.de-Lesern ans Herz legt.

Bücher- oder Filmkritiken drucken fast alle Zeitungen und Zeitschriften, Spielerezensionen nicht. Warum?
Bei den meisten Zeitungen muss sehr gespart werden. Die Auflagen sind seit Jahren rückläufig, die Anzeigeneinnahmen erst recht. Also werden Kolumnen gestrichen, Seiten, ganze Beilagen. Wenn man mit dem Thema Spiele an eine Redaktion herantritt, heißt es ganz oft: Dafür haben wir keinen Platz. Hinzu kommt, dass Spiele bei den Entscheidern in der Redaktion keine Lobby haben. Die meisten Redaktionsleiter haben keinen persönlichen Bezug zu Spielen. Außerdem sind Spiele wirtschaftlich unbedeutend. Anders als Kinofilme oder Autos versprechen sie kein Anzeigengeschäft.

Du hast es trotzdem geschafft und testest Spiele für die Fachzeitschrift spielbox, aber auch für Tageszeitungen und Stadtmagazine. Wie unterscheiden sich Deine Rezensionen für die spielbox von denen für Publikumszeitschriften?
Sehr. Meine Texte in Tageszeitungen sind erheblich kürzer, weniger detailliert und im Stil herkömmlich. Für Tageszeitungen schreibe ich auch nur sehr selten Negativkritiken. Erstens wird es von den Redaktionen sowieso nicht gewünscht mit der Argumentation, man wolle keinen Platz hergeben für etwas, was nicht empfehlenswert ist. Zweitens sehe ich es in Tageszeitungen als meine Aufgabe an, für das Hobby Spiel zu werben. Meine Kritikerleistung besteht hier überwiegend darin, das Angebot zu selektieren, die besten Spiele herauszupicken und diese dann vorzustellen.

Sind gedruckte Rezensionen überhaupt noch zeitgemäß? Im Internet gibt es doch inzwischen zahlreiche Seiten, die Spiele mit Videos vorstellen.
Klar sind gedruckte Kritiken noch zeitgemäß. Online- und Print-Rezensionen erfüllen unterschiedliche Lesebedürfnisse. Aus meiner Sicht ergänzen sie sich. Das Internet ist gut für schnelle Information und vielfältige Meinungen. Aber ich muss gezielt danach suchen. Tageszeitungen dagegen können das Thema Spiel an Menschen herantragen, die sich noch nicht so stark dafür interessieren. Und ein Fachmagazin wie die spielbox setzt auf Vertiefung und Lesevergnügen durch inhaltliche Gründlichkeit und Fundiertheit, professionellen Schreibstil und eine schöne optische Aufbereitung.

Unabhängig für welches Medium: Was sollte in einer guten Rezension auf keinen Fall fehlen?
Eine Beschreibung, worum es geht, und ein Urteil. Wie ausführlich das jeweils ausfällt und welche Aspekte herausgegriffen werden, hängt vom vorhandenen Platz ab, von der Leser-Zielgruppe und der Absicht, die man mit dem Text verfolgt. Ich bin nicht der Meinung, dass Rezensionen wie ein technischer Test eine feststehende Checkliste abarbeiten sollten. Zumal angeblich objektive Faktoren sowieso nur wenig über den Spielreiz aussagen. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich in erster Instanz mit dem Herzen urteile: Was erlebe ich bei dem Spiel? Was löst das Spiel bei mir aus? Will ich es wieder spielen? Die Analyse kommt erst später. Ich versuche anhand bestimmter Faktoren meine Empfindungen nachträglich zu erklären und zu objektivieren. Aber ob ich das Spiel gerne spiele oder nicht, das spüre ich schon längst vor der Analyse.

Anhand welcher Faktoren versuchst Du, Deine Empfindungen zu objektivieren?
Auch hier gibt es keinen Katalog. Weil die Ursachen, warum mir ein Spiel gefällt oder nicht gefällt, vielfältig sein können. Wenn es mir nicht gefällt, liegt es vielleicht daran, dass ich es als wenig originell empfinde. Oder die Mechanismen harmonieren nicht. Oder das Spiel wirkt überfrachtet. Oder die Abläufe sind monoton. Und so weiter. Falls ich ein Spiel gut finde, liegt es eventuell an der tollen Themenumsetzung. Oder an einem originellen Wertungsdreh. Oder an der Tatsache, dass ich viele alternative Strategiewege entdecke.

Eine Rezension ist keine Spielanleitung. Wie ausführlich müssen Regeln trotzdem beschrieben werden?
In der Tageszeitung reichen im Extremfall zwei, drei Sätze. Bei längeren Rezensionen wie zum Beispiel in der spielbox sollte eine Vorstellung von dem Spiel entstehen und die Besonderheiten sollten klar werden. Ich muss auf diejenigen Regeldetails eingehen, die für meine Beurteilung des Spiels wichtig sind. Ich halte es aber nicht für notwendig, jede Spielphase durchzuhecheln, alle Rollenkarten und ihre Spezialfunktionen aufzuzählen oder die genaue Summe des Startkapitals zu beziffern. Ich möchte, dass meine Rezensionen komplett gelesen werden und nicht nur der letzte Absatz. Also versuche ich alles wegzulassen, was den Leser ermüden könnte.

Im Endeffekt interessiert die meisten Leser wahrscheinlich vor allem, ob Dir ein Spiel gefällt oder nicht. In der spielbox vergibst Du Noten. Wie oft musst Du ein Spiel testen, um es gerecht zu bewerten?
Ich glaube nicht, dass Noten „gerecht“ sind. Insofern kann ich die Frage so nicht beantworten. Noten diesen als Kürzest-Information. Ein Spiel sortiere ich mit meiner Note in die Hierarchie der Spiele ein, die ich schon kenne. Das ist alles. Genauso gut könnte ich auch das Mittagessen, das Wetter oder ein Live-Konzert mit einer Note versehen.
Zur Frage nach der Testhäufigkeit: Wenn ich ein Spiel teste, um es zu rezensieren, spiele ich es so häufig, bis ich mir meines Urteils sicher bin. Das kann unterschiedlich schnell gehen und es kommt auch darauf an, welche Aspekte mir in der Rezension wichtig sind. Wenn ich den Nachweis erbringen möchte, dass Mechanismen unbalanciert sind, zieht das mehr Tests nach sich. Eine Beschreibung des Spielgefühls geht schneller. Schwierig ist die Abgrenzung eines guten von einem sehr guten Spiel. Sehr gut ist ein Spiel für mich erst dann, wenn es das Potenzial hat, mich langfristig zu fesseln. Und um das festzustellen, muss ich es wirklich sehr, sehr oft gespielt haben. Die Burgen von Burgund habe ich mittlerweile 30 oder 40 Mal gespielt, und deshalb bin ich mir meiner vergebenen neun Punkte extrem sicher. Die Abgrenzung zwischen einem schlechten und einem sehr schlechten Spiel finde ich dagegen vergleichsweise uninteressant, und ich würde mich auch nicht bemühen, das allzu intensiv zu ermitteln.
Jetzt willst du aber sicherlich auch mal eine Hausnummer hören. Also: Bevor ich ein Spiel in der spielbox bespreche, versuche ich, eine zweistellige Zahl von Partien zu spielen. Meist schaffe ich das auch. Aber nicht immer. Und manchmal ist es auch überhaupt nicht notwendig.

Wann zum Beispiel?
Freeze habe ich vor meiner Rezension nicht zehn Mal spielen müssen. Weil dieses Spiel aber so ganz anders ist als andere Spiele und weil man hier sehr schnell unheimlich viele erinnerungswürdige Erlebnisse hat, reichen weniger Partien, um genügend Stoff zusammenzukriegen und zu wissen, was das Spiel leisten kann.

Zurück zu den Tageszeitungen. Du hast gesagt, Deine Kritikerleistung besteht hier darin, „das Angebot zu selektieren die besten Spiele herauszupicken und diese vorzustellen.“ Wie viele der Essen- und Nürnberg-Neuheiten hast Du schon gespielt?
Alle, die mir vorliegen. Und teilweise auch welche, die ich zwar nicht selber besitze, aber irgendeiner meiner Mitspieler. Pro Jahr erlerne ich knapp 150 neue Spiele.

Wie schaffst Du das?
Ich spiele vier bis fünf Mal die Woche. Sowohl mit Vielspielern als auch mit spielinteressierten Laien, die noch nie von Reiner Knizia, der spielbox oder womöglich nicht einmal von den Siedlern von Catan gehört haben. Ich spiele bei mir zu Hause, bei Freunden, auf öffentlichen Spieletreffs, an der Uni und so weiter.

Wie behältst Du bei so vielen Spieleabenden und Spielen den Überblick? Führst du Listen?
Ich liebe Listen, also führe ich auch welche. Beispielsweise habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, meine Mitspieler am Ende eines Spieleabends die gespielten Spiele benoten zu lassen. Das ist mir besonders in öffentlichen Spielerunden wichtig, wo ich nicht mitbekomme, was an den anderen Tischen passiert, und auch nicht mit jedem Teilnehmer reden kann. Für Rezensionen in meinem Blog oder in der spielbox spielen diese Mitspieler-Noten zwar keine Rolle. Hier gehe ich davon aus, dass die Leser wissen wollen, wie Udo Bartsch das Spiel findet und nicht sein Mitspieler Karl-Heinz. Aber für Tageszeitungskritiken sind solche Noten hilfreich. Nicht in dem Sinne, dass ich gute Noten meiner Mitspieler sofort als mein eigenes Urteil übernehme. Sondern als Hinweis, dass ich bestimmte Spiele aus meiner persönlichen Warte bislang vielleicht unterschätzt habe und mir im Hinblick auf die Zielgruppe noch einmal genauer vornehmen sollte. Oder umgekehrt: Dass ich ein Spiel, von dem ich glaubte, es müsse jedem gefallen, noch einmal kritischer betrachten muss.

Du bist darauf angewiesen, dass Dir die Verlage Rezensions-Exemplare senden. Wie beeinflusst diese Abhängigkeit Deine Arbeit?
Ich glaube nicht, dass mich das beeinflusst. Verlage gehen in aller Regel sehr professionell mit Kritik um.

Kommt es trotzdem vor, dass Redakteure oder Pressesprecher über eine Note diskutieren wollen?
Es kommt selten vor. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass ein Verlag von seinem Spiel überzeugt ist. Sonst hätten sie es ja nicht veröffentlicht. Zu einem Konsens könnten wir in einer Diskussion aber schwerlich kommen. Denn auch ich hätte meine Kritik nicht veröffentlicht, wenn ich nicht überzeugt von ihr wäre. Aber noch mal: Das passiert wirklich sehr selten. Eher als von Verlagen bekomme ich ab und zu negative Rückmeldungen von Spielern, die sich im Netz darüber äußern, dass sie mit meinem Rezensions-Stil oder den Noten nicht einverstanden sind.

Wie wichtig sind Dir solche Rückmeldungen?
Als Rezensent bekommt man im Allgemeinen wenig Feedback. Wenn meine Texte diskutiert werden, ist das also auf jeden Fall ehrenvoll. Ich erfahre, dass Leute meine Artikel gelesen haben und es wert finden, sich darüber auszutauschen. Das ist gut.

Letzte Frage: Welche drei Spiele würdest Du aktuell unseren Lesern besonders ans Herz legen und warum?
Die aktuell besten Spiele sind für mich – immer noch – Agricola und Dominion. Beide habe ich unzählige Male gespielt, aber mein Verlangen danach fühlt sich weiterhin vollkommen ungestillt an. Wenn es noch aktueller sein soll, lautet mein Geheimtipp: Einfach mal in mein Blog Rezensionen für Millionen schauen.

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Re: Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

Beitragvon Kyula » 23. Juni 2017, 19:19

Schönes Interview!
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Schaut doch mal vorbei, würde mich freuen =)

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Re: Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

Beitragvon Mitspieler » 24. Juni 2017, 11:44

Ja, ein schönes, informatives Interview. Auch wenn's von 2012 ist. :rolleyes: ;)
Besonders die ruhig durchdachten, auf Erfahrung und Abwägung fundierten Antworten von Udo Bartsch finde ich sehr aussagekräftig und sympathisch. Beispielsweise seine Gedanken auf die Frage "Wie oft musst Du ein Spiel testen, um es gerecht zu bewerten?", aber auch viele andere Statements.
Ach ja, und dass Udos Lieblingsspiel immer noch (zumindest Stand 2012^^) Agricola ist, macht ihn mir noch sympatischer. :D

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Zu einem anderen Thema möchte ich im Folgenden noch eigene Gedanken in den Raum stellen.



Udo Bartsch hat nämlich auf die Frage "Sind gedruckte Rezensionen überhaupt noch zeitgemäß? Im Internet gibt es doch inzwischen zahlreiche Seiten, die Spiele mit Videos vorstellen." wie folgt geantwortet:

"Klar sind gedruckte Kritiken noch zeitgemäß. Online- und Print-Rezensionen erfüllen unterschiedliche Lesebedürfnisse. Aus meiner Sicht ergänzen sie sich. Das Internet ist gut für schnelle Information und vielfältige Meinungen. Aber ich muss gezielt danach suchen. Tageszeitungen dagegen können das Thema Spiel an Menschen herantragen, die sich noch nicht so stark dafür interessieren."



>> Mein Gedanke zum letzten Satz: Ja, das ist ein guter Aspekt. Aber ich gehe noch weiter:
Wäre es dann nicht "noch angebrachter", wenn Spielejournalisten auch gezielt versuchen würden,
Spiele in das Medium hineinzutragen, das (nach Internet&Smartphone) von der Bevölkerung in der Freizeit am meisten genutzt wird, nämlich
ins Fernsehen ?



Dieses "Hineintragen" scheint jedoch im TV leider noch schwieriger zu sein als in Zeitungen und Zeitschriften.

U.a. wohl auch deshalb, weil das Fernsehsystem ganz anders aufgebaut ist als das System der Printmedien.
Beispiel: Im Fernsehen muss man genau zum richtigen Termin einschalten, anstatt die Zeitungskolumne einfach irgendwann aufzuschlagen (Ausnahmen wären natürlich die Mediatheken der Sender). Daher eignet sich das TV natürlich eher für größere Sendungen (Filme, größere Reportagen, Shows); für einen Feuilleton-Bereich mit 5-Minuten-Artikeln, wie sie die Printmedien bieten, ist das TV-System leider eine sehr schwierige Plattform..

Wobei ich mir aber durchaus vorstellen könnte, dass bei manchen Sendern (nicht nur ARTE) ein nicht geringes Zuschauerinteresse für bunte, aber anspruchsvolle/wertige Feuilletonsendungen bestünde, gerade als Ergänzung zum sonstigen TV-Programm.

Abseits von derartigen Feuilletonsendungen
könnte man Spiele übers Medium Fernsehen wohl nur wie folgt an die Zuschauer herantragen:

1.) Entweder als umfangreiche Spieleshow, die dann aber wirklich gehaltvoll und "fesselnd" sein müsste, so dass der Zuschauer "durchhält" und sogar Lust bekommt, selber so ein Spiel auszuprobieren.

2.) Oder als sympathisch aufgezogene Reportage. Wobei dies ja eher eine Einmalaktion wäre (im Gegensatz zu einer regelmäßigen "Spieletest-Rubrik" in einer Zeitung/Zeitschrift).

zu 1+2) : Wenn es gut gemacht wird, wäre das doch mal ne wohltuende Alternative zu den vielen deprimierenden Reportagen und den herkömmlichen, oft ausgelutschten Shows.

3.) Eine andere Idee, wie das Thema "Spielen" an ein breites TV-Publikum herangetragen werden könnte, wären die Entwicklung von regelmäßigen, spotartigen Kurzsendungen, in denen Spiele unterhaltsam und humorvoll angespielt oder vorgestellt werden, vielleicht als etwa zehnminütige "Show" zwischen zwei anderen Sendungen. Am besten zwischen irgendwelchen Mainstream-Sendungen, damit man quasi in deren Publikum hineinplatzt. :D Diese Kurzsendungen hätten also das Ziel, gerade zufällig zusehendes TV-Publikum zu erreichen.
Es sei denn, diese kurzen Spiele-Vorstellungen wären Bestandteil einer größeren, themenübergreifenden Feuilletonsendung (s.o.); dann würde man auch gezielt einschaltendes, "kulturell interessiertes" Publikum erreichen, dafür aber den Zufallszuschauer wiederum weniger.

4.) Interessant und an die TV-Sender heranzutragen wäre aber die Idee, innerhalb von Produkttest-Sendungen auch immer wieder mal Spiele zu vergleichen. Da könnte man dann z.B. zu einem bestimmten Thema/Anlass verschiedene Spiele vergleichend testen. Dabei wäre natürlich wichtig, dass die einzelnen Spots von jemandem entwickelt werden, der einerseits wirklich Ahnung von Spielen hat und der zum anderen eine Gabe hat, sie wirklich reizvoll rüberzubringen (unterhaltsam, kurzweilig, humorvoll, begeisternd, neugierig machend).
Andererseits wäre es sicher schwierig, dabei nicht in "unlautere" Werbung für ein Spiel oder dessen Verlag hineinzurutschen..wobei es die TV-Sender bei anderen Produkttests ja auch irgendwie hinkriegen..

5.) Ansonsten bliebe wohl nur noch die Alternative, dass die Verlage selber "ganz offiziell" mitreißende Werbespots für ihre Spiele im Fernsehen schalten würden. Aber speziell die interessanten kleineren Verlage (Hans im Glück, Lookout, Pegasus usw) haben dafür wohl kein Geld übrig.



Fazit meiner unausgegorenen^^ Gedanken:
> Das Thema "Spielen" wird bisher am ausgiebigsten in Online-Fachforen behandelt (Gründe hat Udo ja genannt).
> Dort kann man aber nicht das Thema "Spielen" an bisher unerreichte Spielelaien herantragen. Grund: Es muss ja der Suchende sein, der online gezielt nachschlägt. (Ausnahme wären bestimmte Kultur-Rubriken von Bildungs- oder Nachrichten- Onlineseiten o.ä., in denen man als Spielejournalist das Spielen thematisieren könnte! - vielleicht ja ne Idee für Beeple&Co.?)
> Dagegen kann man in Printmedien und im TV von sich aus aufs Publikum zugehen und ihnen ein bestimmtes Thema (respektive das Spielen) "vorsetzen".
> Nachteile: Printmedien verlieren an Zuspruch, und im Fernsehen wäre es aufgrund des TV-Sendungs-Systems schwierig, für Nischenthemen wie das Spielen eine Sendung/Rubrik zu finden (ausgenommen Werbespots).
>> Trotzdem meine ich, würde es sich lohnen, das Medium "Fernsehen" nicht außer Acht zu lassen, weil man darüber sehr viele bisher (spielthematisch) uninformierte, unerreichte Menschen ansprechen könnte. Und man dem Dauerfernseher eine alternative Freizeitbeschäftigung eröffnen würde, wenn er schon keinen Sport machen will. :D


P.S. Den wichtigen finanziellen Aspekt ("Was ist für den Sender lukrativ?") habe ich bei meinen Ausführungen bewusst außen vor gelassen, weil er zu komplex ist und ich zuwenig darüber weiß.. :rolleyes:
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Re: Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

Beitragvon zuspieler » 29. August 2017, 07:46

Udo Bartsch hat einen Artikel veröffentlicht. Darin beschreibt er, wie und wann seine erste Rezension erschien .

Udo Bartsch hat geschrieben:[...] Ein Mitspieler hatte Kontakte zur Spielerei und reichte dort meine Rezension zu MISSISSIPPI QUEEN ein. Ich schrieb meinen Text im Mai [1997 ], im August kam dann endlich das Heft. Hurra, ich war Rezensent! Einziger Schönheitsfehler: Unter meinem Artikel stand eine Note, die ich etwas zu positiv fand und die nicht meine war. [...]

Den kompletten Artikel findet ihr unter http://rezensionen-fuer-millionen.blogs ... queen.html.

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Re: Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

Beitragvon russell_wilson » 31. August 2017, 22:31

zuspieler hat geschrieben:In Deutschland gibt es vergleichsweise wenige Journalisten, die professionell Gesellschaftsspiele rezensieren.

Wo gibt es mehr? USA? Für mich ist Deutschland das Land der Spieler :)
Meine Spielrezensionen: spielezar.ch/blog
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Re: Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel

Beitragvon widow_s_cruse » 1. September 2017, 08:27

Hallo,

russell_wilson hat geschrieben:
zuspieler hat geschrieben:In Deutschland gibt es vergleichsweise wenige Journalisten, die professionell Gesellschaftsspiele rezensieren.

Wo gibt es mehr? USA? Für mich ist Deutschland das Land der Spieler :)


Die Betonung lag wohl auf professionell. Was vermutlich bedeutet, dass der "Rezensent" eine Vergütung für den Aufwand des Erstellens einer Spieleempfehlung erhält. Die ganze kostenlose, amateurartige Erstellung von Spieleempfehlungen untergräbt damit die professionelle Tätigkeit.
Der Leser entscheidet aber auch, was er bekommt. Und dem Leser ist eine Spieleempfehlung für seine Kaufentscheidung offensichtlich nichts wert. Umso unverständlicher ist es eigentlich, dass vom Leser obendrein noch Ansprüche an die Form der Spieleempfehlung gestellt werden.
Liebe Grüße
Nils
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