[PEEP] Small World
Verfasst: 28. März 2009, 19:53
Leololo23 schrieb in einem anderen Thread:
> Toll, dann warten wir noch auf die ersten PEEPs.
Dann will ich mal ganz schnell einen Mini PEEP abschicken:
Wir haben SmallWorld vor ein paar Tagen in einer Dreierbesetzung gespielt und um das wichtigste vorweg zu nehmen: es hat und gut gefallen! Weil hier ja doch der eine oder andere Spielefuchs rumhängt will ich die Parallelen zum Vorgängerspiel "Vinci" vom gleichen Autor mit einfließen lassen. Regeldetails lasse ich wie üblich weg.
Vom Spielgefühl ist SmallWorld wirklich sehr ähnlich zu Vinci: jeder wählt ein Volk (jedes mit anderen Sondereigenschaften), bekommt ein Handvoll Armeen (typischerweise 8-11) und drängelt sich damit auf das sehr enge Spielbrett das aus fünf verschiedenen Ländertypen besteht. Kämpfe mit Würfeln und Karten gibt es nicht, stattdessen werden andere Armeen einfach per Übermacht von ihren Feldern gedrängt. Siegpunkte gibt es i.W. für besetzte Felder wobei es je nach gewähltem Volk Sonderpunkte für bestimmter Feldertypen, rausgekickte Gegner o.a. geben kann. Des weiteren erleichtern die Sonderfähigkeiten der Völker das eigene Spiel auf die eine oder andere Weise: so können Riesen z.B. leichter von Bergen aus angreifen während Hexenmeister fremde Spielsteine konvertieren können
Der Dreh an SmallWorld/Vinci ist, dass man i.W. keine frischen Armeen nachbekommt, sondern mit dem auskommen muss was man am Anfang hatte. Damit ist die eigene Kapazität irgendwann überdehnt, so dass man dann kaum noch neue Felder einnehmen und bereits belegte Länder nur noch schlecht verteidigen kann. Ist dieser Punkt erreicht dann lässt man sein Volk untergehen, d.h. man macht keine weiteren Züge/Eroberungen damit. Stattdessen wählt man ein frisches Volk und schickt dieses nun ins Rennen, wobei man nun Punkte sowohl für sein neues wie auch für das untergegangene Volk bekommt.
Das ganze geht flott von der Hand und macht vor allem mit 3 und 4 Leuten viel Spaß. Zu fünft kann es schon mal etwas länger dauern, vor allem wenn Grübelnasen mit am Tisch sitzen. SmallWorld/Vinci sind eben Spiele wo jeder einen Vollzug macht bevor der nächste drankommt, Züge in homöopathischen Dosen wie z.B. bei Le Havre gibt es hier nicht.
Insgesamt sind die regeltechnischen Unterschiede zu Vinci recht gering und wie ich finde gut gewählt: positiv finde ich, dass man jetzt über eine fixe Anzahl an Runden spielt anstatt bis zu einem Siegpunktlimit. Auch das Abrechnen der Siegpunkte ist etwas einfacher geworden (keine Sonderlocke mehr für Bergfelder). Besonders toll finde ich, dass es für jede Spieleranzahl (2,3,4,5) ein eigenes Brett gibt, so dass die Gesamtgröße immer optimal auf die Spieleranzahl abgestimmt ist. Spielmechanisch würde ich Vinci auf einer Skala von 1 bis 10 eine 8 geben und SmallWorld eine 8.5 wegen der wenigen aber gelungenen Verbesserungen.
Etwas gedämpfter fällt mein Urteil beim Spielmaterial aus. Aus der Preisdiskussion will ich mich raushalten; ich finde man bezahlt bei einem Spiel den Spaß und die Idee; weniger das Material.
Gleichwohl habe ich mit dem Material von SmallWorld so mein Problem. Positiv zu werten ist, dass es robust und von hoher Qualität ist. Grafisch gesehen ist es an sich auch sehr gelungen: die Zeichnungen der Armeen und der Landschaften sind wunderbar, sehr detailreich mit vielen kleinen Nettigkeiten. Aber gerade das ist die Schwäche des Spiels, denn es macht das Spielbrett sehr unübersichtlich. Wo man bei Vinci einfarbige Holzplättchen auf einfarbigen Feldern liegen hatte, sind bei SmallWorld jetzt kunterbunter Armeesteine auf ebenso bunten Ländereien. Und das macht es einfach kniffliger, die Übersicht zu behalten. Bei uns hatte es Spiel z.B. die Auswirkung, dass wir uns ein ums andere Mal bei der Siegpunktvergabe verzählt haben, einfach weil eine Armee übersehen wurde. Und da die Spieler jetzt keine feste Farbe mehr haben, ist es zudem schwerer geworden, auf einen Blick zu sehen wer wie stark auf dem Brett steht und wen man deswegen vielleicht mal eindämmen sollte. Hier gilt: schöner ist spieltechnisch nicht automatisch besser.
Alles in allem bewerte ich SmallWorld und Vinci deshalb gleich gut (8/10). Beides sind taktische, elegante Spiele mit leicht gehobenem Anspruch. SmallWorld ist regeltechnisch etwas gelungener aber dafür deutlich unübersichtlicher. Mein Rat daher: wer Vinci schon hat, braucht SmallWorld nicht. Aber wer das Original nicht besitzt sollte sich diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen. Von daher: Kaufempfehlung!
> Toll, dann warten wir noch auf die ersten PEEPs.
Dann will ich mal ganz schnell einen Mini PEEP abschicken:
Wir haben SmallWorld vor ein paar Tagen in einer Dreierbesetzung gespielt und um das wichtigste vorweg zu nehmen: es hat und gut gefallen! Weil hier ja doch der eine oder andere Spielefuchs rumhängt will ich die Parallelen zum Vorgängerspiel "Vinci" vom gleichen Autor mit einfließen lassen. Regeldetails lasse ich wie üblich weg.
Vom Spielgefühl ist SmallWorld wirklich sehr ähnlich zu Vinci: jeder wählt ein Volk (jedes mit anderen Sondereigenschaften), bekommt ein Handvoll Armeen (typischerweise 8-11) und drängelt sich damit auf das sehr enge Spielbrett das aus fünf verschiedenen Ländertypen besteht. Kämpfe mit Würfeln und Karten gibt es nicht, stattdessen werden andere Armeen einfach per Übermacht von ihren Feldern gedrängt. Siegpunkte gibt es i.W. für besetzte Felder wobei es je nach gewähltem Volk Sonderpunkte für bestimmter Feldertypen, rausgekickte Gegner o.a. geben kann. Des weiteren erleichtern die Sonderfähigkeiten der Völker das eigene Spiel auf die eine oder andere Weise: so können Riesen z.B. leichter von Bergen aus angreifen während Hexenmeister fremde Spielsteine konvertieren können
Der Dreh an SmallWorld/Vinci ist, dass man i.W. keine frischen Armeen nachbekommt, sondern mit dem auskommen muss was man am Anfang hatte. Damit ist die eigene Kapazität irgendwann überdehnt, so dass man dann kaum noch neue Felder einnehmen und bereits belegte Länder nur noch schlecht verteidigen kann. Ist dieser Punkt erreicht dann lässt man sein Volk untergehen, d.h. man macht keine weiteren Züge/Eroberungen damit. Stattdessen wählt man ein frisches Volk und schickt dieses nun ins Rennen, wobei man nun Punkte sowohl für sein neues wie auch für das untergegangene Volk bekommt.
Das ganze geht flott von der Hand und macht vor allem mit 3 und 4 Leuten viel Spaß. Zu fünft kann es schon mal etwas länger dauern, vor allem wenn Grübelnasen mit am Tisch sitzen. SmallWorld/Vinci sind eben Spiele wo jeder einen Vollzug macht bevor der nächste drankommt, Züge in homöopathischen Dosen wie z.B. bei Le Havre gibt es hier nicht.
Insgesamt sind die regeltechnischen Unterschiede zu Vinci recht gering und wie ich finde gut gewählt: positiv finde ich, dass man jetzt über eine fixe Anzahl an Runden spielt anstatt bis zu einem Siegpunktlimit. Auch das Abrechnen der Siegpunkte ist etwas einfacher geworden (keine Sonderlocke mehr für Bergfelder). Besonders toll finde ich, dass es für jede Spieleranzahl (2,3,4,5) ein eigenes Brett gibt, so dass die Gesamtgröße immer optimal auf die Spieleranzahl abgestimmt ist. Spielmechanisch würde ich Vinci auf einer Skala von 1 bis 10 eine 8 geben und SmallWorld eine 8.5 wegen der wenigen aber gelungenen Verbesserungen.
Etwas gedämpfter fällt mein Urteil beim Spielmaterial aus. Aus der Preisdiskussion will ich mich raushalten; ich finde man bezahlt bei einem Spiel den Spaß und die Idee; weniger das Material.
Gleichwohl habe ich mit dem Material von SmallWorld so mein Problem. Positiv zu werten ist, dass es robust und von hoher Qualität ist. Grafisch gesehen ist es an sich auch sehr gelungen: die Zeichnungen der Armeen und der Landschaften sind wunderbar, sehr detailreich mit vielen kleinen Nettigkeiten. Aber gerade das ist die Schwäche des Spiels, denn es macht das Spielbrett sehr unübersichtlich. Wo man bei Vinci einfarbige Holzplättchen auf einfarbigen Feldern liegen hatte, sind bei SmallWorld jetzt kunterbunter Armeesteine auf ebenso bunten Ländereien. Und das macht es einfach kniffliger, die Übersicht zu behalten. Bei uns hatte es Spiel z.B. die Auswirkung, dass wir uns ein ums andere Mal bei der Siegpunktvergabe verzählt haben, einfach weil eine Armee übersehen wurde. Und da die Spieler jetzt keine feste Farbe mehr haben, ist es zudem schwerer geworden, auf einen Blick zu sehen wer wie stark auf dem Brett steht und wen man deswegen vielleicht mal eindämmen sollte. Hier gilt: schöner ist spieltechnisch nicht automatisch besser.
Alles in allem bewerte ich SmallWorld und Vinci deshalb gleich gut (8/10). Beides sind taktische, elegante Spiele mit leicht gehobenem Anspruch. SmallWorld ist regeltechnisch etwas gelungener aber dafür deutlich unübersichtlicher. Mein Rat daher: wer Vinci schon hat, braucht SmallWorld nicht. Aber wer das Original nicht besitzt sollte sich diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen. Von daher: Kaufempfehlung!