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Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) fragt Parteien zur Bundestagswahl 2017

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Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) fragt Parteien zur Bundestagswahl 2017

Beitragvon zuspieler » 18. September 2017, 22:08

Die Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) hat vor der Bundestagswahl 2017 Parteien gefragt, ob sie die Aufnahme von analogen Spielen in den Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek unterstützen. Außerdem wollte sie wissen, ob die Parteien sich einsetzen für die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit Büchern, Kino, Musik, Theater und anderen Kulturgütern.

  • Die Linke unterstützt die Spiele-Autoren-Zunft e.V. und den Deutschen Kulturrat in ihrer Forderung nach Aufnahme von analogen Spielen in den Sammlungskatalog der deutschen Nationalbibliothek. Die Linke fordert außerdem generell einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Kulturgüter in Höhe von sieben Prozent – dies soll dementsprechend auch für analoge Spiele gelten.

  • Analoge Spiele sind für Bündnis 90/Die Grünen ein wichtiges Kulturgut. Sie schreiben: "Insofern wäre es sicher sinnvoll, auch analoge Spiele in die Deutschen Nationalbibliothek aufzunehmen. Eine entsprechende Änderung der gesetzlich festgelegten Sammelrichtlinien wollen wir gern prüfen." Zum zweiten Punkt schreibt die Partei: "Wir setzen uns für eine grundlegende Reform der Mehrwertsteuer ein. Der verminderte Mehrwertsteuersatz soll sich ausschließlich auf soziale, kulturelle und ökologische Ziele konzentrieren. Ob darunter auch der Verkauf analoger Spiele fällt, wollen wir gern prüfen."

  • Die FDP antwortet: "Wir Freie Demokraten sehen in analogen Spielen ein Kulturgut, welches hohe gesellschaftliche Bedeutung besitzt. [...] Daher unterstützen wir diesen Vorschlag. Dazu gehört vor allem, dass eine Veränderung der gesetzlich festgelegten Sammelrichtlinien für die Deutsche Nationalbibliothek, sowie eine bedarfsgerechte Förderung derselben, zu prüfen ist." Zur Frage der Besteuerung schreibt die Partei: "Wir sehen deshalb die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform mit dem Ziel einer deutlichen Vereinfachung bei Aufkommensneutralität – dies erfordert nicht zwingend weitere Sonderbehandlungen, etwa von Spielen. Ein Umbau des Mehrwertsteuersystems bedarf allerdings einer vertieften Diskussion und einer breiten politischen Übereinkunft."

  • Die CDU stimmt dem Deutschen Kulturrat zu und unterstützt den Vorschlag, analoge Spiele in den Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek aufzunehmen. Außerdem schreibt die Partei: "Weitere Ausnahmeregelungen vom allgemeinen Mehrwertsteuersatz würden das Umsatzsteuerrecht weiter verkomplizieren. Dies wollen wir verhindern. Deshalb plant die CDU Deutschlands aktuell keine Änderungen im Umsatzsteuerrecht."
Die SPD hat sich bisher noch nicht geäußert. Die kompletten Antworten aller von der SAZ angeschriebenen Parteien findet ihr unter https://www.spieleautorenzunft.de/news/ ... swahl.html.


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Rei
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Re: Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) fragt Parteien zur Bundestagswahl 2017

Beitragvon Rei » 20. September 2017, 11:34

Seit wann gibt es eigentlich den Begriff analoge Spiele? Und wurde er vor Hunter&Cron generell genutzt? Verstehen Leute den Begriff ohne Hintergrundwissen überhaupt?

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Christian Beiersdorf
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Re: Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) fragt Parteien zur Bundestagswahl 2017

Beitragvon Christian Beiersdorf » 20. September 2017, 12:24

Gute Frage. Der Begriff hat sich vor allem in der politischen Diskussion und in der Unterscheidung zu den digitalen Spielen eingebürgert, da die digitale Games-Branche sehr intensive Lobbyarbeit für das Kulturgut Computerspiele macht. Er ist sicher auch umfassender als "Brettspiele", weil alle greifbaren Spiele darunter subsummiert werden.

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Re: Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) fragt Parteien zur Bundestagswahl 2017

Beitragvon Ben Ken » 20. September 2017, 14:53

Für mich erklärt sich der Begriff analoge Spiele automatisch. Dafür kann in einem ersten Schritt nur die Abgrenzung zum Begriff 'digitale Spiele' gezogen werden, wodurch sich alles erstmal auf zwei Seiten anhäuft. Das sollten beinahe alle Menschen schaffen, oder nicht? ;)

Die Notwendigkeit einer Anpassung der Mehrwertsteuer finde ich nicht unbedingt dringend. Da gibt es ganz andere Problemedie die gelöst werden sollten...
Die Aufnahme in die Nationalbibliothek finde ich dagegen lobenswert. Hoffentlich haben die genug Platz. :D
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Re: Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) fragt Parteien zur Bundestagswahl 2017

Beitragvon Thygra » 20. September 2017, 17:56

Ben Ken hat geschrieben:Die Notwendigkeit einer Anpassung der Mehrwertsteuer finde ich nicht unbedingt dringend. Da gibt es ganz andere Problemedie die gelöst werden sollten...

Die Umsatzsteuer muss unbedingt endlich mal gründlich(!) überarbeitet werden. Aber das ist ein anderes Thema, nichts für diesen Thread ...
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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SAZ fordert die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern

Beitragvon zuspieler » 15. November 2017, 23:01

Es folgt eine Pressemitteilung der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ).

SAZ hat geschrieben:Die SAZ fordert die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern
Spiele sind ein schützenswertes Kulturgut und haben eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Der erleichterte Zugang zu diesem Kulturgut ist daher absolut förderungswürdig. Wir fordern deshalb die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern.

Die gesellschaftliche Funktion von Spielen drückt sich in vielerlei Formen aus. Spiele begleiten die Menschheit von Anbeginn. Sie dienen dem Zeitvertreib, der geistigen Anregung und Herausforderung, der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, dem geselligen Beisammensein, dem Zusammenhalt in Familien und können auch bei der Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen in unsere Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen.

Die Forderung, analoge Spiele mit dem ermäßigten Steuersatz (in Deutschland 7%) zu besteuern, ist zum einen die logische Konsequenz aus unserer Forderung, Spiele in den Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek aufzunehmen.

Zum anderen erscheint es unlogisch, wenn die Honorare für Urheber (zumindest in Deutschland) grundsätzlich mit dem ermäßigten Steuersatz besteuert werden, die daraus generierten Produkte, wie z.B. Bücher und E-Books, Konzerte und Musik-CDs sowie auch Spiele, nur teilweise oder gar nicht diesem ermäßigten Steuersatz unterliegen.

Wir regen daher an, dass der Deutsche Bundestag, die nationalen Parlamente in Europa sowie das EU-Parlament für Kulturgüter eine einheitliche, vergünstigte Regelung schaffen. Dazu haben wir vor der deutschen Bundestagswahl im Oktober 2017 auch die Parteien befragt.

Für die Forderung nach umsatzsteuerlicher Gleichstellung von Spielen mit anderen Kulturgütern konnten wir im ersten Schritt die Vereinigung der deutschsprachigen Spieleverlage, Spieleverlage e.V., gewinnen.

Im zweiten Schritt haben SAZ und Spieleverlage einen entsprechenden Antrag in der Sektion Soziokultur und kulturelle Bildung im Deutschen Kulturrat eingebracht. Dieser Antrag wurde am 14. November 2017 angenommen und zur Beschlussfassung an den Sprecherrat des Deutschen Kulturrats weitergeleitet.


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