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Montagabend in der Bude

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Der Siedler
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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 21. März 2019, 01:03

Mittwoch, 20.3.2019 | Spieleabend #181

Selbst bei Nichtteilnehmern unseres Spieleabends sind gewisse Regelmäßigkeiten wohlbekannt: So saßen wir heute zu dritt um den Küchentisch der WG und widmeten uns dem Aufwärmer, als ein Mitbewohner sich sein Abendbrot zubereitete. Von uns dreien war aber keiner Mattes, und das fiel auch dem Außenstehenden direkt auf. Wir konnten ihn aber dahingehend beruhigen, dass Mattes zum Hauptspiel dazustoßen würde. Ein Aufatmen ging durch die WG-Küche: "Gewisse Konstanten muss es schließlich geben!"

Der besagte Aufwärmer war sehr zu meiner Freude Century - Die Gewürzstraße. Ein ziemlich puristischer Enginebuildermit Deckbauelement. Gewürze erhalten, tauschen und letztlich für Auftragskarten wieder abgeben, wobei der Kniff ganz klar bei den Karten liegt: Denn hier versucht jeder Spieler eine gewinnbringende Kombination zusammenzustellen, die er dann immer wieder hintereinander ausspielen kann und dabei seine Gewürze gezielt vermehrt und aufwertet. Ganz so statisch geht es dann aber doch nicht, denn man muss ja auf die aktuell ausliegenden Auftragskarten schielen. Eiko verkündete direkt zu Beginn, dass er für uns sicher keine Konkurrenz sein würde. In der Tat, in den Vorpartien hatte er nicht so gut abgeschnitten und ich hatte schon damit gerechnet, dass er meinen Vorschlag ablehnen würde, Century zu spielen. Er schien sich aber nur noch an seine verhältnismäßig schlechten Ergebnisse zu erinnern und nicht mehr daran, dass er dem Spiel (deswegen?) auch nicht so viel abgewinnen hatte können. Und tatsächlich war es am Ende sehr knapp zwischen ihm und mir: 79:63:Mattesplatzhalter:80 verdanke ich nur meinem genialen Schachzug, am Ende doch noch eine Runde mehr zu spielen als von den anderen erwartet. Ich hätte mir nämlich den vordersten Auftrag leisten können, glücklicherweise tauchte aber ein punkteträchtigerer vom Stapel auf, den ich innerhalb einer Runde per Gewürztausch ebenfalls realisieren konnte. Die anderen hatten natürlich schon mit einem Ende in der aktuellen Runde gerechnet und sich auf Dummy-Aktionen beschränkt. Ohne diese Extrarunde hätte ich aber nicht mit einem Punkt gegen Eiko gewonnen, sondern knapp verloren. Bei variabler Spieldauer sollte man die Macht, das Spielende einzuläuten, nicht unterschätzen!

Als Hauptspiel kam das gute alte Orléans auf den Tisch. Ohne Erweiterung, zumindest ohne Szenarien. Auch wenn mich das kooperative Spiel nach wie vor reizt, gab es heute nur das Grundspiel. Zu viert dauern die Spiele auch ohne neue Regeln schon lang genug. Ein wenig Neues gab es dann aber doch: Ich mischte nämlich aus allen Ortskarten in meinem Besitz acht der Stufe I und zwölf der Stufe II heraus, sodass wir nicht zu viele Gebäude in der Auswahl hatten, aber doch etwas Abwechslung zum Grundspiel. Ich greife jetzt einfach mal ein paar Aspekte aus der Partie heraus, wie ich es immer mache. Glücklicherweise spare ich mir diesen vorgestellten Satz aber meistens, denn ihr kennt die Struktur dieser Berichte ja inzwischen gut genug, sodass es eigentlich keiner Erläuterungen mehr bedarf. Erst recht nicht auf so einer seltsamen Metaebene, auf der wir uns gerade befinden. Zurück nach Orléans: Ich spielte wie immer mit vielen Mönchen, wobei ich diesmal jede Runde einen Mönch für den Brunnen brauchte. Der Brunnen braucht eigentlich noch einen Schiffer mehr, den ich aber per Technikrad abdeckte, und erlaubt es mir, eine beliebige meiner Aktionen auszuführen, ob mit Personen aktiviert oder nicht. So konnte ich also manche (für mich) schwierige Aktion wie das Reisen und Bauen eines Gildenhauses über diesen Umweg ausführen. Außerdem hatte ich noch die verbesserte Wollmanufaktur, wodurch ich den Stapel mit Wolle in meinen Besitz brachte. Die Apotheke erlaubte mir ein recht weites Vorziehen auf der Fortschrittsleiste, obwohl die Gelehrten schon allzu früh weg waren. Die anderen hatten sich auch alle ihre Kombinationen zurechtgelegt, nur Eiko hatte sich ein ganz besonderes Gebäude besorgt: Das Gericht. Mit dieser Ausgeburt der Männeken-Manipulation konnte Eiko unsere Spielfiguren durch die Gegend schubsen und dabei auch noch Waren einsammeln. Dass der betroffene Spieler von ihm eine Entschädigung von einer Münze bekam, war kein wirklicher Trost. Eiko hatte so nämlich die Möglichkeit, viele der wertvolleren Waren einzusacken und uns gleichzeitig in unvorteilhafte Positionen zu manövrieren, was den Bau neuer Kontore anbelangte. So wurden die Rundenplanungen vom Gericht dominiert und man musste immer gut überlegen, ob man auch wirklich gut gegen eine eventuelle Einmischung durch Eiko gewappnet war. Diese taktische Komponente verlegte leider den Fokus des Spiels weg vom Bagbuilding hin auf die Topographie der Karte. Am Ende hatte Eiko aber zu wenig Fleisch um sein mächtiges Sondergebäude herum konstruiert, sodass er sich trotz Warenreichtums nicht Sieger nennen durfte. Mattes mit seiner bekannten Brokat-Produktion und einem stattlichen Bauernstaat dagegen hatte heute das richtige Händchen - Und das soll jetzt sicher nicht heißen, dass er beim Ziehen aus dem Beutel geschummelt hätte! 108:97:118:103 - Orléans ist und bleibt eine Perle, aber beim nächsten Mal werde ich (20 + Spielerzahl) Plättchen auslosen und eine Veto-Runde einbauen. So kann man allzu polarisierende Strategien ausschalten und vielleicht für etwas mehr Abwechslung sorgen. Obwohl auch ich heute durch die fehlenden Plättchen Laboratorium und Windmühle einen etwas anderen Weg einschlagen musste. Neben dem störenden Gericht war die Spieldauer heute nicht optimal, aber das lag nicht zuletzt an der verhältnismäßig hohen Spielerzahl. Ich bin sicher, dass ich das Spiel mit Mattes in weniger als anderthalb Stunden bewältigt bekommen würde.

Eiko und David waren beim Absacker nicht mehr mit dabei, aber Mattes und ich gönnten uns zum Abschluss noch Einfach Genial mini, wobei dieser Partie wirklich ganz angenehm nebenher lief. Wir zogen die Plättchen und verfolgten den Spielverlauf, unterhielten uns währenddessen aber über Mattes' neue Arbeitsstelle. 2:7 ging es für mich aus, das Glück war auf meiner Seite,

das Gespräch ging aber weiter: Mattes hatte bei der Übergabe und beim Bezug seiner Wohnung einige seltsame Dinge mit der Hausverwaltung und -vermietung erlebt, die wirklich nicht so ganz nachzuvollziehen waren. Jetzt wohnt er ja aber erstmal da und hat hoffentlich keine weiteren Scherereien mit dem Vermieter. Nächste Woche sind wir dann auch auf jeden Fall bei Mattes, falls David und Judith können wären wir dann sogar zu sechst. Eigentlich war ja der heutige Termin schon bei Mattes geplant, es wurde dann aber doch später bei ihm auf der Arbeit, und außerdem hätte das an den Anfang des Berichts gehört und nicht ans Ende. Ihr wisst jetzt ja schließlich schon, dass wir heute wie gewohnt in der WG waren. Wo der Spieleabend natürlich auch weiter beheimatet sein wird, trotz nächstwöchigem Außentermin! Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 28. März 2019, 01:15

Mittwoch, 27.3.2019 | Spieleabend #182

Heute werden ausnahmsweise nicht die Spiele im Fokus stehen, sondern der Austragungsort des Spieleabends. Wie angekündigt waren wir nämlich nicht (wie immer) in meiner WG, sondern in Mattes neuer Wohnung. Wir waren zu viert und ich war nach Eiko und Erik der letzte, der das frisch bezogene Nest inspizieren durfte. Ja, der Pünktlichste bin ich wohl nicht... Da er hier mitliest, bin ich gezwungen nur Gutes über seine neue Heimstatt zu schreiben. Da trifft es sich doch, dass es mir dort tatsächlich sehr gefallen hat! Das Wohnzimmer und die Küche sind eine Einheit, man merkt aber doch ganz klar, dass man nicht in einer Studentenbude ist. Dafür ist alles zu geräumig, modern und aufgeräumt. Die bisherigen Querelen mit dem Vermieter habe ich ja schon in den Vorberichten beschrieben, die Wohnung war es aber meiner Meinung nach wert. Einzig ein gut sortiertes Spieleregal fehlt bei Mattes ganz eindeutig. Bisher besteht seine Sammlung nur aus einem Blatt Karten, Hochspannung von Amigo und dem guten alten Love Letter. Andererseits hat er ja auch den wöchentlichen Spieleabend, wozu soll er sich da groß mit Spielen eindecken?

Die Glasstraße kann er ja zum Beispiel problemlos bei mir spielen! Ein etwas seltsamer Aufwärmer, schließlich dauert das Spiel selbst bei schnellem Spiel bestimmt eine Stunde. Aber mit der Blitzpartie Istanbul von vor ein paar Monaten im Hinterkopf dachte ich, man könnte das mal wagen. Schließlich müssten das Spiel ja auch eigentlich alle kennen. Aber Pustekuchen. Wie immer nach längerer Abstinenz müssen die Grundprinzipien nochmal erklärt werden. Dann ging es aber endlich los - Oder auch nicht. Denn das Auswählen der Rollen dauerte auch wieder länger, als ich es in Erinnerung hatte. Ja, man muss schon ein wenig planen, wie die Bauperiode verlaufen soll. Gerade gegen Ende will man vielleicht ganz bestimmte Gebäude bauen. Als ich dann aber hörte, dass die anderen oftmals gar nicht bei den Mitspielern schauen, bevor sie ihre Rollenwahl treffen, war ich schon etwas irritiert. Zuerst einmal ist das nicht nur ganz gut möglich, sondern auch sinnvoll: Braucht ein Mitspieler offenbar dringend Lehm und hat kaum Mulden, dann kann ich mit dem Lehmarbeiter auf der Hand gut abstauben und ihm obendrein den Ertrag vermindern. Mich verwunderte zudem, dass man auch ohne Einkalkulation dieser Faktoren so lange mit der Entscheidung beschäftigt sein kann. Und zum guten Schluss war ich dann regelrecht empört, dass ich trotz sorgfältiger Analyse der Mitspieler mit einem halben Punkt Rückstand gegen Erik verlor: 20:13:20,5:21 ist vorne ein äußerst knappes Ergebnis. Gut, Mattes war ziemlich abgeschlagen, denn er hatte keine punkteträchtigen Gebäude errichtet. Wir anderen hatten aber alle unsere Punktegaranten, die dann letzten Endes das Spiel entscheiden. Um eines dieser Gebäude auf meienr Tafel zu nennen: Das Naturfreundehaus brachte mir vier Punkte für ein 2x2-Quadrat von Mulden ein, Eiko hatte das entsprechende Gebäude für Teiche, sowie die Einfriedung, die ein volles Tableau am Ende des Spiels mit vier Punkten belohnt. Das finde ich schon fast ein bisschen schade an der Glasstraße, dass es bei all der interaktiven Rollenwahl am Ende doch wieder auf eine Handvoll Gebäude ankommt, die am Ende richtig punkten. Denn so richtige Ketten schon während des Spiels aufzubauen, erweist sich nach wie vor als schwierig. Auch, wenn mir das wahrscheinlich nochmal umso mehr Spaß bereiten würde.

Nun war es schon viertel vor neun, als wir das Hauptspiel auspackten, aber wir hatten keine riesige Auswahl. Um jetzt schon zum Absacker überzugehen, fehlte nunmal das Hauptspiel des Abends, also blieb nur Ginkgopolis als zweites von mir mitgebrachtes Spiel. Auch hier erläuerte ich nochmal kurz die Regeln, wobei mich hier jetzt wirklich interessiert, wann wir das zuletzt gespielt haben. Moment bitte, ich schau mal kurz nach... Trotz meiner sorgfältigen Buchführung konnte ich es auf die schnelle nicht finden. Wahrscheinlich habe ich den betreffenen Abend nicht in Berichtform gegossen. Spätestens, wenn ich zum zweihundertsten Abend alles wieder statistisch auswerte, werde ich dazu aber ganz genaue Angaben machen, falls es dann noch jemanden interessiert. Nun aber zu unserer futuristischen Stadt: Wie immer spezialisierte ich mich aufs Hochbauen, eine Bonuskarte zum Urbanisieren konnte ich dagegen bis zum Ende nicht auftreiben. Wir bauten ziemlich planlos in der Gegend rum und die Mehrheiten ergaben sich (bis auf wenige Ausnahmen) eher zufällig als großartig geplant. Ich gab heute aber das ein oder andere Mal Siegpunkte ab, um ein hohes Gebäude mit einem niedrigeren überbauen zu dürfen. Das machte sich insofern bezahlt, dass die hohen Gebäudekarten dann in meine Auslage wanderten und dort am Ende für fette Siegpunkte sorgten. Leider war mein Siegpunktkonto übers Spiel dadurch aber enorm geschmälert. Wir stellten fest, wie flott Ginkgopolis eigentlich zu spielen und dann auch wieder vorbei ist. Erik hatte zwar Schwierigkeiten wieder ins Spiel zu finden, aber Mattes und ich waren uns einig: Die eleganten Regeln machen das Spiel zu einer runden Sache. Ich bin nicht mehr ganz so angetan davon wie noch vor ein paar Jahren, aber bei einer fiktiven Regalentrümpelung müsste Ginkgopolis ganz bestimmt nicht weichen. Zur Sache! Eiko übernahm am Ende noch die wichtigste Mehrheit auf dem Plan, ich dagegen nur eine kleine, und Erik konnte in den Stadtvierteln so gut wie gar keine Punkte einsammeln. Einzelne Plättchen ohne Wertung hatten wir alle, was zur beschriebenen Planlosigkeit in der Tischmitte passte. 58:42:44:50 - Ein unerwartet deutlicher Sieg für Eiko. Das häufige Siegpunkteinkommen durch Bonuskarten war dann wohl doch stärker als gedacht. Auch meine äußerst passenden Bonuskarten vermochten mich nur auf einen zweiten Platz zu bringen, und das nichtmal knapp. Eine Karte hatte ich sogar doppelt: Beide brachten mir je einen Punkt pro Ressource auf roten Plättchen, und davon hatte ich am Ende zehn Stück, also 2*10=20 Punkte. Weitere zehn Punkte für fünf rote Karten, aber gegen Eikos Masse an Punkten aus der laufenden Partie war kein Ankommen. Ginkgopolis hat ja auch eine Erweiterung. Leider ist sie online nicht mehr regulär erhältlich. Das wäre aber so ein Fall, wo sich eine Forenrecherche vielleicht mal lohnen könnte. Wenn jemand seine Ginkgopolis - Experts loswerden möchte, so möge er mich gerne kontaktieren. Ich bezahle ihm auch ein paar Ressourcen dafür, um in der Sprache des Spiels zu bleiben.

Eiko war weg, wir einigten uns auf einen Vor- und einen richtigen Absacker. Zuerst gab es Hochspannung von Amigo. Jeder bekommt gleich viele Karten mit Werten von eins bis zehn. Auf jeder Karte steht außerdem eine Zahl von eins bis drei, die man auf den Hauptwert draufrechnen oder von ihm abziehen muss. Sprich aus 7 +/- 1 wird 8 und 6, aus 2 +/- 3 wird 5 und 9, denn wir rechnen sozusagen im Kreis. Man darf nachziehen, wann man möchte, und legt ansonsten einfach so schnell nur eben möglich ab. Kopfrechnen in Reinstform. Mattes teilte uns nach der von mir gewonnen ersten Runde seine Erfahrung mit, nach der meist derselbe Spieler gewinnt. Und so war es auch: Ich machte alle drei Runden aus, Erik verlor mit 31 Miesen gegen Mattes' 28. Mit Sicherheit nichts für den ganzen Abend, aber auch nicht spaßbefreit. Kann man mal machen.

Der tatsächliche Absacker war dann Love Letter, unser alter Klassiker. Nach wie vor ein Meisterwerk, dem in der Szene viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Sollte jemals ein Kanon 100 Spielen, mit denen man irgendwas getan haben muss, bevor man etwas anders tut erscheinen, so wäre er für mich ohne dieses Kleinod nicht ernstzunehmen. Heute hatten wir eine maximal lange Runde, denn am Ende gab es eine letzte Runde, in der wir alle schon drei Herzen hatten und nur noch auf das entscheidende letzte warteten. Ich sah mit dem Priester Eriks Prinzessin, er gab mir postwendend mit dem Baron den Rest. Offenbar kündigte er den Baron zu stark mit Bezug darauf an, dass ich seine Karte ja schon gesehen hatte, und so vermutete Mattes bei Erik tatsächlich die Prinzessin. Zack, Sieg für den Gastgeber!

Ein sehr schöner Abend, an den wir uns allein wegen der ungewöhnlichen Location sicher erinnern werden. Ich glaube zwar nicht, dass wir jetzt regelmäßig bei Mattes gastieren - Dazu ist einfach das Mitnehmen der Spiele und insbesondere das vorherige Abstimmen der Spieleauswahl zu umständlich. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir im Sommer noch das ein oder andere Bier auf der nahen Pontstraße nach einem Spieleabend trinken werden, und da bietet sich ein Spieleabend bei Mattes ja dann regelrecht an. Nächste Woche sind wir aber wieder bei mir, ohne den operationsbedingt fehlenden Eiko. Er hat einen Leistenbruch, und nicht nur das: Wie der versierte Kneipengast zu fortgeschrittener Stunde rief er wohl beim (unbemerkten) Zuziehen des Leistenbruchs: Mach mal direkt nen Doppelten! Wir wünschen ihm natürlich nur das Beste! Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Laaar » 28. März 2019, 19:14

Der Siedler hat geschrieben:Mittwoch, 27.3.2019 | Spieleabend #182
Sollte jemals ein Kanon 100 Spielen, mit denen man irgendwas getan haben muss, bevor man etwas anders tut erscheinen, so wäre er für mich ohne dieses Kleinod nicht ernstzunehmen.


Ha, das inspiriert mich fast, einen solchen Thread aufzumachen... 100 Spiele, die man spielen muss, in 100 Sätzen...

Falls jemand Lust hat - ich würd's lesen ;)

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Der Siedler
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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 4. April 2019, 00:19

Mittwoch, 3.4.2019 | Spieleabend #183

Heute berichte ich von einem Spieleabend zu viert, wieder in der WG. Mit dabei waren Mattes, Davids Freundin Judith, Judiths Freund David und ich. Spielerisch war es eher seicht, denn Judith ist ja nicht jede Woche bei uns zu Gast. Hier dann allzu große neue Spiele beizubringen, lohnt sich meistens nicht so richtig. Deshalb haben wir auch heute wieder einen guten Kompromiss gefunden aus bekanntem und spannendem neuen, das aber nicht so schwer zu erlernen ist.

Und obwohl Die Quacksalber von Quedlinburg letztes Jahr nicht Spiel sondern Kennerspiel des Jahres wurde, ist es nicht sonderlich schwer zu erlernen. Die Diskussion ist müßig und es gibt auch gute Gründe für eine Einstufung überhalb des Familienspiels, aber eben nur knapp überhalb. Ich wählte für die Bücher eine Mischung aus Level 1 und 2, weil in den oberen Leveln die Bücher für den Einstieg teilweise doch etwas zu kompliziert sind. Anfangs lag ich immer gut mit ein paar Punkten vorne, was für die anderen aber auch immer wieder den ein oder anderen Rattenschwanz bedeutete. Als ich dann auf der Hälfte des Spiels zu viel wollte und zwei Explosionen in Folge erlitt, entschied ich mich aber zwecks Beutelaufbau trotzdem für den Kauf neuer Plättchen und geriet ins Hintertreffen. Da Mattes und David etwas besser mit dem Risiko umgehen konnten, blieben ihnen diese Punkteeinbußen erspart. In beiden Fällen hatte ich durch meine Risikofreude aber gar nicht allzu viel gewonnen, sondern nur Punkte verschenkt, die mir am Ende den Sieg gebracht hätten. Spaß hat es trotzdem wieder gemacht, bei mir beherrschten Kürbisse und Fliegenpilze das Bild im Kessel. Das rote Buch war nämlich dasjenige, bei dem man zusätzliche Schritte machen darf, wenn man zuvor schon Kürbisse im Kessel hatte. Die schwarzen Motten dagegen gingen heute eher unter, zumindest David und ich nahmen so gut wie gar nicht an diesem Wettrennen teil. 59:43:63:53 sind ziemlich deutlich, wobei Judith trotz ihres Rückstands Spaß an den Quacksalbern hatte. Können wir also mit ihr bestimmt nochmal spielen, und sollten wir überhaupt häufiger spielen!

Als Hautspiel war dann natürlich Roll for the Galaxy im Gespräch, was Mattes aber immer noch kein Begriff war. Zur Hochzeit dieses Spiels war er wohl außer Landes und seitdem ist es ja nicht mehr so präsent gewesen. Um uns die Regelerklärung zu sparen, gab es auch außerhalb des Weihnachtsspieleabends einmal eine Runde Die Siedler von Catan, und zwar eine außergewöhnliche. Die Verteilung der Würfelergebnisse wird ja während jeder Siedlerpartie auf diesem Planeten als unglaublich bezeichnet, noch nie habe ich jemanden sagen hören, dass die Wahrscheinlichkeiten heute aber mal besonders genau abgebildet würden. Diese Partie stellte aber alles in den Schatten. Bis weit in die Mitte des Spiels hinein fiel keine 8(!), dafür aber haufenweise Neunen und Fünfen. Als dann Judith aus einer Laune heraus den Räuber auf meine wichtige Erz-8 stellte, musste David natürlich prompt den Zufall herausfordern und eine 8 ansagen. Und siehe da, nach sicher einem Dutzend Runden kam - wie hätte es auch anders sein können - die 8, samt freundlichem Räuber drauf. Dass sich die anfangs vernachlässigten Zahlen 4, 8 und 10 im Endteil des Spiels dann fast nur noch zeigten, machte es nicht besser, denn mit der Kombo Holz und Erz lebt es sich ohne entsprechende Häfen nicht sonderlich gut. Mattes dagegen stand schon kurz vor dem Sieg, zog aber nicht den nötigen Ritter zur Großen Rittermacht und bekam dann auch noch von Judith seine Längste Handelsstraße gestohlen. Äußerst knapp konnte er sie sich aber wieder zurückholen und nach etlichen Runden des Endspiels seinen zehnten Siegpunkt machen. David dagegen hatte zu spät bemerkt, dass er lieber noch auf gut Glück eine Entwicklung hätte kaufen sollen, um Mattes mit dem entscheidenden Punkt zuvorzukommen. Was nicht so schlimm gewesen, hätte ihn dort nicht wirklich Punkt zehn erwartet. Ihr seht, wir hatten eine interessante, aber auch längliche Partie, an deren Ende die Insel ziemlich vollgebaut war. Kein Wunder bei dem Stand von 10:5:9:9. Dass wegen der fehlenden 8en erst total spät Erz im Spiel ankam und so die Städte auf Catan ewig auf sich warten ließen, und das wegen der überlangen Spieldauer selbst die abstrusesten Häfen sich am Ende noch auszahlten, habe ich jetzt wohl zu vergessen zu erwähnen. Ich bin aber zu müde, um das jetzt alles noch akkurat nachzuholen...

...oder um einen anständigen Absatz zu Hol's der Geier zu schreiben. Nur die allerersten ausgespielten Karten waren wie aus dem Bilderbuch: Es ging gleich um 10 Punkte, und auf dieses blöde Kartenverheizen hatte ich einfach keine Lust. Also entschied ich, die anderen sollten das unter sich ausmachen und spielte meine 1, die niedrigste Karte. Ansprüche macht man so nicht geltend. Da alle drei aber meinten, die allerpfiffigsten zu sein, hatte ich es mit drei 15en zu tun, sodass letztlich meine 1 die Karte holte. Ich merke gerade, es scheint sich dabei um etwas ähnliches wie Situationskomik zu handeln, denn so beschrieben kommt es mir eher dröge vor. Am Tisch jedenfalls, wenn diese Extremsituation wirklich auftritt, ist die Freude groß. Besonders bei mir. Wir entschieden uns für Hin- und Rückrunde mit Addition der Punkte: 23:9:1:47, was in Summe 80 ergibt und somit genau hinkommt, rechnet nur nach! Alex Randolph hat uns hier jedenfalls ein kleines Meisterwerk hinterlassen, von dem ich zwar traurig bin, es erst jetzt zu entdecken, aber auch glücklich, es überhaupt in meine Sammlung aufgenommen zu haben.

War jetzt wohl doch ein anständiger Absatz. Dafür hier nur der Verweis auf Mattes' und Judiths Kombi-Geburtstag nächsten Freitag, wofür der Spieleabend aber natürlich nicht ausfällt, und weiter nichts. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 11. April 2019, 00:26

Mittwoch, 10.4.2019 | Spieleabend #184

Mal wieder zu zweit, die Stammbesetzung sozusagen. Und wie immer haben Mattes und ich die Möglichkeit ergriffen, ein anständig langes Spiel zu spielen. Ihr wisst ja, zu viert dauern die nur noch länger und machen (uns zumindest) nicht unbedingt mehr Spaß, weswegen wir ja letzte Woche erst zu vier zum Hauptspiel gesiedelt haben. Auch schön, aber kein Dauerzustand.

Ebenso wenig wie Bärenpark. Ein wirklich sehr simples Puzzle- und Legespiel. Wobei ich Second Chance und Copenhagen und die ganze Tetris-Flut aus Nürnberg noch nicht gespielt habe. Aber Bärenpark ist schon ziemlich runtergebrochen, macht mir in seiner Einfachheit aber immer wieder Spaß. Das nennt man dann wohl Eleganz. Hätte es mir keinen Spaß gemacht, hätte es übrigens Trivialität geheißen. 76:86 sind ein Sieg für mich, wobei Mattes einen Zug eher fertig war. Er hatte aber nicht so stark auf die Punkte der Plättchen geachtet wie ich, und hier liegt meiner Erfahrung nach eher der Hase im Pfeffer als im passgenauen Puzzeln. Bärenpark darf jedenfalls ganz bald wieder auf den Tisch kommen, dann mit den Auftragsplättchen für erfahrene Spieler.

Erfahrene Spieler oder sowas ähnliches sind wir wohl in Mombasa. Endlich wieder, nach mehr als einem halben Jahr Abstinenz, war Zeit für diesen Schwergewichts-Klassiker. Um es kurz zu machen: Es war wie immer ein Genuss. Man muss viel denken, und man kann es sich mit der Buchhaltungsleiste noch schwerer machen, wenn man denn mag. Und ich mag jedes Mal. Andere würden bei dem Begriff Buchhaltungsleiste wahrscheinlich schreiend weglaufen, aber in der zehnten Partie fühlt sich sogar Mombasa ein wenig leicht an. Aber der Reihe nach. Mattes nahm sich Mombasa vor, setzte konsequent auf Expansion und pflügte einmal quer durch Afrika Richtung St. Louis, bevor dort auch nur ein Handelshaus gebaut war. Das bedeutete für ihn viele Belohnungen bei geringem Aufwand, denn er brauchte trotz Extremalexpansion nur wenig Punkte, um fremde Kompanien zu vertreiben. Ich dagegen vernachlässigte die Leisten ein wenig. Das fühlte sich zwar gut an, denn meine Hauptbaustelle lief prächtig. Es erschien mir aber mit Blick aufs Spielende nicht so schlau. Diese Stimme habe ich aber gekonnt ignoriert und mich konsequenter als in irgendeiner Partie zuvor auf den Fortschritt meines Tintenfasses konzentriert: Bereits in Runde zwei konnte ich den vierten Kartenslot freischalten und war dadurch noch flexibler im Erfüllen weiterer Bücher. Auch das Umdrehen unliebsamer Plättchen nutzte ich zwei Mal, aber da sonst alles hervorragend passte musste ich hier nicht unnötig viel Geld verschwenden. Am Ende der Leiste konnte ich mindestens sieben Buchhaltungspunkte in je zwei Geld umtauschen, was nicht zu verachten ist. Mattes baute dafür einen großen Vorsprung auf der Mombasa-Leiste auf. Er hielt bei der Schlusswertung 8+1 Anteile, ich immerhin 2+3. Durch einen taktisch klugen späten Eingriff mit Cairo könnte ich dort noch sechs Geld pro Anteil freispielen. Denn Cairo war tatsächlich die einzige Kompanie mit nennenswertem Vorsprung für mich. Geld häuften wir beide unglaublich viel an: Mattes durfte wegen seines Mombasa-Fortschritts zum Ende hin Kaffeekarten sehr lukrativ entsorgen, ich bekam einige Penunzen über das Promo-Bonusfeld für die meisten Buchhalter und über umgewandelte Buchhaltungspunkte. Mein Baumwollbonus bescherte mir immer mal wieder (wegen des Rabatts) exklusiven Zugriff auf bestimmte Karten, war aber nicht spielentscheidend. Dafür war Mattes allgemein viel zu passiv beim Kartenkaufen. Ich dagegen hätte noch stärker zuschlagen sollen: Am Ende musste ich genau die fünf Karten spielen, die ich auf der Hand hatte, mehr waren nicht übrig. Die verschiedenen Strategien waren nichts neues, wir hatten sie schon häufig in dieser Rollenverteilung gespielt, aber noch selten in dieser krassen Ausprägung. Das erlaubte auch die hohen Punktestände von 195:216, es wurden nämlich kaum Ressourcen durch Hin-und-her-Eroberungen auf der Karte verschwendet. Trotzdem wurde ich für meine Inaktivität auf den doch so wichtigen Leisten nicht bestraft, sondern für meine gute Buchhaltung und ausgeglichene Anteilspolitik belohnt. Mombasa ist und bleibt ein Ausnahmespiel, das aber auch viel vom Spieler verlangt. Wäre danach nicht Vergleichbares oder gar Besseres erschienen, müsste man hier unweigerlich von Pfisters Meisterwerk sprechen.

Zum Schluss ein weiterer Klassiker: Star Realms. Ich rot, Mattes gelb. Meine vier(!) Entsorger reichten trotzdem nur knapp, um am Ende alle Anfangskarten aus dem Deck zu tilgen. Leider hat man dann noch keinen anständigen Angriff auf die Beine gestellt. Ein paar Blobs konnte ich Mattes Überzahl an Basen schon entgegenstellen, aber eben nicht genug. 22:X stand es nach nicht allzu vielen Runden. Bei einer längeren Partie hätte sich mein schlankes Deck sicher noch bezahlt gemacht. Vielleicht bringt mich dieser Denkanstoß aber auch mal dazu, nicht jedes Mal auf Teufel komm raus zu entsorgen, als würden wir Kettendeck-Dominion spielen. Nächstes Mal, das nehme ich mir jetzt vor, spiele ich so richtig schön trashig: Hauptsache drauf!

Freitag hat Mattes uns zum Geburtstag eingeladen, davon gibt es aber keinen Bericht. Zumindest schreibe ich keinen. Ich kann jetzt aber auch nicht schreiben, was wir ihm schenken, sonst weiß er als Mitleser ja Bescheid. Nächste Woche sind wir dann bestimmt wieder mit mehr Leuten, wobei Eiko jetzt erstmal ein paar Wochen wegen Urlaubs fehlt. Es könnten also komplexe Wochen werden, wenn sich demnächst vermehrt Dreier-Besetzungen einfinden: Merlin, Terraforming Mars, Forum Trajanum, Teotihuacan. Oder wir sind zu viert und spielen Thurn und Taxis. Macht ja auch Spaß. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 18. April 2019, 00:52

Mittwoch, 17.4.2019 | Spieleabend #185

Seid mir gegrüßt, ihr werten Lamas. Heute blieb eine größere Besetzung abermals aus, mit Mattes und Erik waren wir nämlich zu dritt. Alle waren brav pünktlich, Mattes hatte sogar eine Melone mitgebracht, nur ich hatte es leider versäumt mir über das Programm des Abends Gedanken zu machen. Naja, so konnten wir gemeinsam überlegen, was heute passen würde. Mattes schlug aus tagesaktuellem Grund Notre Dame vor, was mir aber recht kurz für ein Drei-Personen-Hauptspiel vorkam. Klar, es wäre eine überzeugende Bekundung unserer Solidarität mit unseren französischen Brüdern gewesen, aber man muss schon Prioritäten setzen. Die Auswahl des Hauptspiels war dennoch recht schnell getan. Anregungen für den Aufwärmer gab es dagegen recht wenige, sodass ich mich beim Holen der Spiele alleine entschied.

Und zwar für Karuba. Heute war hauptsächlich die Strecke von links nach rechts zu laufen, wobei ich fiel zu spät mit dem Laufen anfing und zu lange an meinem optimalen Streckennetz tüftelte. Zu dem Zeitpunkt waren Erik und Mattes schon unterwegs. Ich stürzte mich dann auf die von ihnen noch nicht benutzten Farben, ließ sie dann aber kurz vor dem Ziel stehen. Konnte ich ja immer noch binnen kurzer Zeit ins Ziel bringen, dachte ich mir. Tja, und dann habe ich doch übersehen wie Erik sich leise angeschlichen hat und so doch noch mitprofitieren konnte von den großen Punkten. 16:27:19, Karuba ist und bleibt ein schönes Spiel. Auch so ein Kandidat, von dem ich mir vorstellen kann ihn potentiell mal mit meinen potentiellen Enkeln zu spielen.

Das ausgesuchte Hauptspiel war Forum Trajanum, für Eik neu und für Mattes und mich die zweite Partie. Und obwohl ich die gröbste Einstiegshürde schon genommen hatte, stand ich wie der Ochs vorm Berg. Das Spielprinzip hatte sich mir überhaupt nicht eingeprägt und die Regeldetails wollten alle nochmal nachgelesen werden. Normalerweise habe ich auch ein paar Monate nach einer Erstpartie keine großen Probleme, die Regeln wieder abzurufen, aber nicht so heute. Nach meiner länglichen Rekapitulation und Regelerklärung konnten wir dann auch endlich mal loslegen. Lustigerweise stürzten wir uns alle zunächst auf die grünen Felder auf dem Forum und danach auf die blauen. Rot war am Ende noch immer fast gänzlich unbebaut, gelb nur spärlich. Aber das Forum war heute sowieso gefühlt nicht das Zentrum des Spiels. Vielmehr bauten wir alle wie wild graue Gebäude, auch wegen der Trajankarte, die drei unterschiedliche graue untereinander belohnte. Leider hatte Erik das entscheidende Wörtchen unterschiedliche wohl nicht mitbekommen und musste deshalb bei der Schlusswertung auf sieben Punkte und somit auf den Sieg verzichten. Wir spielten übrigens wieder nur mit einer Trajankarte für Durchgang III, beim nächsten Spiel kommen dann auch Karten für die ersten beiden Durchgänge hinzu.
Das Spiel hat wieder durchaus Spaß gemacht - Sogar Mattes, der nicht so richtig ins Spiel kam. Erik dagegen war für sein erstes Spiel erstaunlich gut dabei, und dass, obwohl es aus meiner Sicht viele Regeln zu behalten und umzusetzen gibt. Ein herausragendes Spiel ist Forum Trajanum in meinen Augen trotzdem nicht. Dafür ist es nicht elegant genug, an manchen Stellen sogar regelrecht unintuitiv. Am Besten wir spielen es in den nächsten zwei, drei Wochen gleich nochmal, um die Regeln nicht wieder in Vergessenheit geraten zu lassen. Dann kann ich immer noch urteilen, ob ich es auf den passiven Stapel lege oder tatsächlich alle halbe Jahre nochmal spielen möchte.

Zum Schluss gab es dann eine frische Neuheite: L.A.M.A., das fast schon gehypte Kartenablegespiel von Reiner Knizia, von dem ich gewettet hätte, dass er mit a geschrieben wird. So kann man sich täuschen. Die Regeln von L.A.M.A. sind jedenfalls einfacher als die von Mau-Mau, wurde bereits behauptet. Das stimmt aber nicht ganz, finde ich: Bei Mau-Mau muss man nämlich spielen bis einer fertig ist, hier dagegen ist das Aussteigen ein elementares Element (Wegen des laufenden Jahres des Periodensystems der Elemente kann man das durchaus mal so stehen lassen, ansonsten wäre es echt schlechter Stil). Man legt ab: Auf eine 4 passt eine 4 oder eine 5, uf eine 5 eine 5 oder 6 und auf eine 6 eine 6 oder - Ein ulkig grinsendes Lama! Auf das Lama wiederum passt ein anderes Lama oder eine 1. Und so schließt sich ein paar Zeilen später, die ich uns hier erspare, der Kreis. Wenn man legen kann, dann wird man auch legen, es sei dann man verfolgt eine sehr seltsame Strategie und will den Gegner zum Narren halten. Wenn man aber nicht legen kann, kann man entweder aussteigen und kassiert später Minuspunkte entsprechend der verbliebenen verschiedenen Kartenwerte auf der Hand. (Eine Hand mit 1,3,3,5 macht 9 Miese) Oder man zieht eine Karte und hofft im nächsten Zug weiter legen zu können. Und das ist genau der spannende Punkt in L.A.M.A., eine kleine Entscheidung, die aber viel Spannung bietet. Denn wer weitermacht und am Ende gar alle seine Karten ablegt, der darf Minuspunkte wieder abgeben: Einen im schlimmsten Fall oder zehn, wenn er schon zehn hat. Daran, dass der Absatz zu diesem Machwerk nun schon fast so lang ist wie zum heutigen Hauptspiel, kann man schon erkennen, dass es mir gut gefällt. Erik auch, denn er konnte bestimmt drei Mal ausmachen, was ansonsten selten ist: Häufig steigen alle vorher aus. Wahrscheinlich habe ich zu oft nachgezogen und die Runden somit zu lange gezogen und Erik schlicht genug Zeit gegeben, seine Karten loszuwerden. Spaß gemacht hat es trotzdem. Mattes war nicht ganz so begeistert, aber wenn es demnächst auch mal wieder ein Bier zum Schluss gibt, scheint mir dieses Kartenspiel wie gemacht für die Position des Absackers. -37:-8:-45 zeigen ganz klar, wer hier das größte Lama der Runde war. Tja, wer hätte auch etwas anderes von mir erwartet?

Wir verabschiedeten uns danach rasch, weil ich vor dem Schreiben des Berichts noch etwas zu erledigen hatte. Es folgen die wichtigen Tage der Karwoche, Ostern, und danach sehen wir uns auch schon zum Spieleabend wieder. Am Freitag nächster Woche ist dann sogar ein Escaperaum-Besuch anberaumt, auf den ich mich ebenfalls ganz besonders freue. Bis dahin wünsche ich euch alles gute und noch eine ruhige Woche. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 25. April 2019, 01:24

Mittwoch, 24.4.2019 | Spieleabend #186

Mal wieder nur zu zweit, im Moment ist die Motivation etwas schwach. Aber solange ich mich auf meinen treuen Mitstreiter Mattes verlassen kann, will ich mich nicht beklagen. Heute habe ich bei Aufwärmer und Absacker überlegt, ob sich die Spiele noch in der Sammlung halten können. Solche Gedanken mache ich mir eher selten, aber wenn ich die Spiele kaum mehr aus ihren überhohen Stapeln bekomme, dann ist wohl oder übel Ausdünnen angesagt. Genau wie bei den Mitspielern, wobei die das gegen meinen Willen und ohne mein Zutun vornehmen, während die Spiele sich leider nicht von selbst aussortieren.

Los ging es mit La Isla, das nun schon seit viereinhalb Jahren bei uns im Repertoire ist, ohne jemals einer der ganz großen Lieblinge oder Klassiker geworden zu sein. Eigentlich ein guter Kandidat, um aussortiert zu werden. Auch heute sind mir aber wieder Karten in die Finger gekommen mit denen ich so noch nicht (oft) gespielt habe. Sowas macht natürlich Lust auf mehr. Sicher liegt das auch daran, dass wir La Isla nur unregelmäßg spielen und auch erst spät die tiefergehenden Karten dazugepackt haben. Anfangs mussten wir so auf etwas Spieltiefe verzichten, dafür kann man auch heute noch etwas entdecken. Und zwar durchaus coole Sachen wie solche Karten, die Effekte ausschütten, wenn man ein bestimmtes Plättchen einsammelt. Das macht schon Spaß und lässt sich auch ganz gut planen, wenn man seine Marschroute über die Insel schon grob abgesteckt hat. Aussortieren kann ich dieses zu Unrecht vernachlässigte Werk des Großmeisters Stefan Feld jedenfalls nicht, schon gar nicht nach einer Niederlage: 120:112.

Als Hauptspiel bot sich das länger nicht gespielte Terraforming Mars an. Ich ging auf Energie und Wärme, wollte über die Temperatur meinen Terraformwert hochschrauben. Nur leider machte Mattes sich mit einer überaus starken Karte an den Ozeanen zu schaffen, pflanzte viele Grünflächen und mischte dann auch noch bei der Außentemperatur mit. Dass er die Auszeichnung des Terraformers verpasste war dabei nur ein schwacher Trost. Er baute auch keine Städte, aber auch ich brachte es nur auf zwei und konnte somit nicht den Titel des Bürgermeisters für mich beanspruchen, der nochmal fünf Punkte mit sich gebracht hätte. Und die Auszeichnung des Wissenschaftlers machte mir Mattes auch noch madig, weil er wie ich zwei Wissenschaftssymbole vorzuweisen hatte. Eins davon auf seiner Konzernkarte, wo ich es prompt übersehen hatte. 75:66 waren ein deutlicher Sieg für Mattes nach geschätzten anderthalb Stunden Spieldauer. Es macht immer wieder Spaß, sein Maschinchen ans Laufen zu bringen, aber ich halte das Spiel auch für hoffnungslos überhypt. Platz 4 aller Genres aller Zeiten, dafür ist es mir dann doch viel zu abhängig vom Geschick der Karten. Außerdem empfinde ich die Interaktion über Auszeichnungen, Meilensteine und Spielplan nach wie vor nicht als elegant, sondern als drangepappt im Falle der Siegpunktkriterien und als ziemlich unsteuerbar im Hinblick auf die Marskarte. Der Aufbau der eigenen Produktion auf dem eigenen Tableau macht natürlich Spaß und wurde selten so stringent und schnörkellos umgesetzt wie hier, dafür aber eingebettet in eine tolle Thematik. Bei uns wurde es aber auch nie so angenomme, als sei es das Überspiel.

Zum Schluss konnte ich bei Habe fertig dann wenigstens noch einen Sieg am heutigen Abend holen. Erstaunlich ist hier die taktische Tiefe, in welcher Reihenfolge man welche Karten am besten auf die beiden Ablagestapel legt. Wer ein Kartenspiel sucht, bei dem man einmal Karten ablegen muss und mit den scheinbar trivialen Entscheidungen dann doch sehr gefordert ist, dürfte hier richtig sein. Auch bei den Kartenspielen wird mir der Turm langsam zu hoch, und ich habe sogar noch ungespielte Spiele auf der Liste stehen. Da möchte man natürlich schon den ein oder anderen Kandidaten aussortieren. Habe fertig darf aber bleiben, es hat seine - bisher noch nicht ganz zur Entfaltung gebrachten - Qualitäten. -5:0 sind zwar kein supertolles Ergebnis - Andere fangen mit 0 Punkten erst an - aber ein Sieg hat meine Ehre am Abend gerettet!

Am Freitag geht es in den Esacperaum, ich freue mich drauf und werde berichten. Sollte jemand für Escaperäume in Aachen Tipps hören wollen oder noch besser Tipps überhaben: Immer her damit! Bis dahin viel Spaß beim Spieleaussortieren und Marsbesiedeln. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 2. Mai 2019, 01:15

Mittwoch, 1.5.2019 | Spieleabend #187

Auch am Maifeiertag setzt der Spieleabend nicht aus, gönnt sich aber eine besondere Form am besonderen Termin: Ein Partyspieleabend sollte es werden. Wobei der Spieleabend natürlich trotzdem keine Party war. Aber so ist der Begriff ja auch nicht gemeint, und das weiß ja auch jeder. Kommunikationsspiele waren es im Groben und Ganzen, Wortspiele, Quizspiele, Social Deduction, oder wie ich es beschreiben würde: Spiele, die man in gemütlicher, aber nicht allzu große Runde auch gut an Silvester spielen könnte. Mit dabei waren Mattes, Judith und David. Erik hatte sehr kurzfristig abgesagt, allerdings wollte ich dann auch nicht mehr von meiner Planung abweichen und so gab es halt einen Spieleabend mit Spielen für größere Gruppen mit einer gar nicht so großen Gruppe.

Den Anfang machte Just One, was wir noch nicht auf dem Spieleabend hatten, deshalb hier eine Kurzbeschreibung: Alle spielen zusammen und müssen dem einen Unwissenden einen Begriff erklären. Dafür hat jeder genau ein Wort. Puh. Und keins darf doppelt vorkommen, sonst wird es nämlich aus dem Spiel genommen. Beispiel gefällig? Der Begriff ist Gelb, Mattes kennt ihn noch nicht. Ich schreibe Farbe, David und Judith schreiben beide (jeder für sich) Kanarienvogel. Beim Überprüfen werden die beiden Vögel also rausgenommen und Mattes sieht nur noch meinen Tipp: Farbe. Das ist natürlich viel zu wenig Information und Mattes passt lieber. Ein anderes Mal kenne ich den Begriff nicht, die drei schreiben ohne Absprache Maori, Band und Körperbemalung. Dass hier die richtige Lösung Tattoo sein würde, war nicht allzu schwer zu erraten. Ein sehr simples Spielprinzip, dass aber ganz wunderbar funktioniert. David und Judith hatten - romantischerweise - sehr häufig denselben Hinweis aufgeschrieben. Das war unserem Ergebnis zwar nicht zuträglich, aber dennoch ziemlich lustig. Am Ende konnten wir vier von 13 Begriffen durchbringen. Naja, da schaffen wir demnächst bestimmt nochmal mehr.

Decrypto war Spiel Nummer zwei am heutigen Abend. Wir spielten zwei Runden, denn die erste war schon nach drei Runden vorbei, weil Mattes und Judith sich zwei Mal missverstanden hatten. Nach so einer kurzen Partie wollten wir dann noch etwas mehr vom Spiel haben und schafften es danach sogar sechs Runden zu spielen! David und meine Begriffe waren Küche, Käse, Schlachthaus und Frau - Unglaublich schwierig, denn die ersten drei Wörter sind dann doch sehr nah beieinander. Trotzdem schafften wir es um die Begriffe herumzumanövrieren, ohne dass Mattes und Judith uns mehr als einmal ertappt hätten. Leider waren wir bei ihren Wörtern nur fast auf der richtigen Spur und erkannten den Begriff Weizen viel zu spät. So endete das Spiel nach sechs Runden mit zwei Missverständnismarkern bei beiden Teams, aber mit einem Abfangmarker beim Team Kombatwombat (oder so, fragt Judith), weswegen sich das Team Sarotti leider geschlagen geben musste. Decrypto hat mir wieder sehr viel Spaß bereitet, das Spielprinzip verlangt noch viel mehr Beschäftigung mit den Begriffen als Codenames und fordert mehr Kreativität und Konzentration. Dafür ist das Spiel nicht ganz so elegant wie Codenames. Und es ist wirklich kein Partyspiel im Sinne von Spiel für eine Party, man muss sich schon sehr dem Spielgeschehen widmen, da würde laute Musik, zu viel Bier oder sonstige Ablenkung nur stören. Im Ergebnis stand übrigens ein Unentschieden zwischen den beiden Teams.

Das Kneipenquiz fing gut für uns an, am Ende wurden uns die Fragen dann aber doch zu wild und wir verloren eindeutig mit 20:20:20:20:17. Immerhin ein zweiter Platz also, so gesehen. Nach wie vor ein klasse Spiel, und hätten wir nicht so viele Spiele zur Auswahl gehabt, hätten wir bestimmt noch eine zweite Runde hinterhergeschoben.

Auf Davids Wunsch hin kam dann Codenames Pictures auf den Tisch, was zwiegespalten aufgenommen wurde. Zwar fanden es alle gut, aber Judith und ich tendierten wegen der Klarheit der Begriffe beim ursprünglichen Codenames dann doch eher zum Original, während David und Mattes es hier wegen der größeren Freiheit etwas leichter fanden, Tipps zu geben. Mir schien, die beiden würden deshalb eher Pictures spielen statt Words. Nach zwei Partien wollten wir in einer Entscheidungspartie den Sieger ermitteln, aber leider sah Mattes Katzen als zierliche Tiere an, weswegen mein Tipp grandios nach hinten losging und der schwarze Agent gezückt werden musste. Natürlich meinte ich die Glocken in der Blume! Katzen, diese Stubentiger, sind doch nicht zierlich, pff! 2:1 demnach für das Paar am Tisch.

Zum Schluss noch ein bisschen verdeckte Rollen bei Tempel des Schreckens. Ich war zwei Mal Abenteurer und wir hatten recht leichtes Spiel. In Partie eins wurden gleich zu Beginn vier Schätze aufgedeckt, was schon ziemlich krass ist. Danach lief es dann nicht mehr ganz so gut, am Ende konnten die sechs Goldkarten aber wegen des immensen Vorsprungs dann doch noch gefunden werden. David als einzige Wächterin war recht schnell enttarnt, er hatte auch alleine kaum mehr Chancen, den Sieg der Abenteurer zu verhindern. In Runde zwei war Mattes Wächterin und war mehrmals gezwungen Gold zu verstecken. Einmal hatte ich aber beide Fallen unter meinen Karten, sodass ich den anderen glaubhaft machen konnte Mattes als Wächterin entlarvt zu haben. Etwas mehr Trashtalk, falsche Anschuldigungen, wilde Behauptungen etc. würden dem Spiel sicher gut tun, wir spielen es dann doch ziemlich brav runter. Wenn wir demnächst irgendwann nochmal zu sechst sein sollten, kommt Tempel des Schreckens auf jeden Fall nochmal auf den Tisch, dann hoffentlich mit ein wenig mehr Action. Obwohl es auch so schon Spaß gemacht hat.

Das ist auch ein gutes Fazit für den Abend: Alle Spiele funktionieren mit ein, zwei Leuten mehr sicher noch besser, vier ist für diese Art von Spielen eher die Minimalbesetzung. Aber - entgegen verbreiteter Meinung - keine Minimalbesetzung, die es zu vermeiden gilt. Alle Spielprinzipien funktionieren gut in dieser Standardbesetzung eines Spieleabends, aber der sogenannte Sweetspot liegt wohl eher bei etwas mehr Personen.
Ausnahmsweise ging ich heute mit meinen Gästen aus dem Haus, denn ich wollte mir noch eine Pizza holen. Mein Ernährungsrythmus war wegen der Mainacht heute nämlich etwas aus den Fugen geraten, weswegen das Abendessen ziemlich spät eingenommen wurde. Das Verabschiedungsprotokoll geriet so natürlich etwas aus den Fugen, was aber wiederum ganz lustig war: So wird man sich erstmal bewusst, dass es ein solches ungeschriebenes Protokoll durchaus gibt und man sich unterbewusst auch jede Woche bei der Verabschiedung daran hält. Aber es ist ja kein Geheimnis, dass es gerade die kleinen Rituale sind, die uns im Alltag Struktur und Sicherheit geben. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 16. Mai 2019, 00:51

Mittwoch, 15.5.2019 | Spieleabend #188

Wer sich noch erinert: Vor zwei Wochen ging es mit Just One, Decrypto, dem Kneipenquiz, Codenames Pictures und Tempel des Schreckens kommunikativ zu. Solche Spieleabende sind übrigens auch in einem entfernteren Freundeskreis momentan total angesagt. Die Gruppe würde niemals auf die Idee kommen, ein Strategiespiel oder etwas anderes Nichtkommunikatives auf den Tisch zu bringen, aber ganze Abende mit Quiz, Wortspielen und Social Deduction sind momentan voll der Renner. Und so auch bei uns: Der angesprochene Abend am Maifeiertag wurde letzte Woche gefolgt von einer Teilnahme der ganzen Truppe an einem echten Kneipenquiz hier in Aachen, und zwar im Cafe Einstein. Das findet immer am zweiten Mittwoch im Monat statt und da wir letztens nach dem gemeinsamen Besuch eines Esacperaums dort eingekehrt sind, beschlossen wir kurzerhand das nächste Kneipenquiz dort gleich mal mitzunehmen. Erstaunlicherweise konntem am letzten Mittwoch dann auch alle, nur leider kann man für das Kneipenquiz keinen Tisch reservieren. Man muss einfach früh genug da sein. Bei einem Beginn um acht erschien uns ein Erscheinen eine Stunde früher um sieben als ausreichend, aber David und Judith erwarteten mich schon vor der Kneipe, um mir die Überfüllung der Pinte zu vermelden. Ich, offenbar etwas schmerzfreier als die beiden, fand es noch gar nicht soo voll und machte einen kleinen Nähtisch für uns aus. Das Einstein ist nämlich eine Lokalität dieser Art, wo man die lässige studentische Lebensart unter anderem durch völlig konzeptlos zusammengestelltes Mobiliar unterstreicht. Nicht, dass es mir dort nicht gefallen würde, aber das Konsequenteste an der planvollen Führung dieses Ladens ist wohl deren völliges Fehlen. Immerhin ein Kneipenquiz haben sie auf die Beine gestellt und uns, wenn auch unter widrigen Bedingungen, als Gäste gewonnen. Nach und nach kamen noch Eiko, Erik und auch Mattes hinzu. An ein Spiel vor dem Beginn der Fragerunden war auf so kleinem Platz kaum zu denken, auch wenn um uns herum an den anderen Tischen durchaus Spiele aus dem uralten Fundus des Einstein gespielt wurden. Man sieht: Wenn die Leute Gelegenheit haben und mit den Spielen vertraut sind, dann wird auch gespielt, wo man es vielleicht nicht vermutet. Um acht ging es los, über den Verlauf des Quiz' möchte ich hier den Poncho der Pietät preiten und mit dem Ende um elf fortfahren. Was ich ganz schön spät fand. Wir gewannen eine Tüte Haribo Lakritzschnecken, ich war kurz etwas frustriert ob unseres Abschneidens abseits des oberen (oder mittleren) Drittels, fand den Abend dann aber im Nachhinein doch ganz nett. Ich würde nochmal hingehen, würde aber auf keinen Fall monatlich den Spieleabend dafür ausfallen lassen. Jetzt aber genug von unserem Ausflug in die echte Welt und hin zu unserem heutigen Spieleabend, begangen zu fünft mit Mattes, Eiko, Judith, David und mir. Und wieder sollte es ein kommunikativer Abend werden, größtenteils sogar kooperativ:

Los ging's mit Just One, und zwar gleich zwei Runden hintereinander. Das Dreamteam David-Judith stellte mal wieder seine Überkompatibilität unter Beweis, indem abermals zahlreiche doppelte Begriffe aus der Ecke kamen: Zwei Mal Zeiger zu Uhr, der doppelte Kriegsgott bei Mars und auch Verkleidung zu Karneval wurde von beiden als genialer Tipp empfunden, auf den bestimmt kein anderer kommt! Die Pantoffel ist unanfechtbar ein geniales Synonym zu Hausschuh, auch wenn es eigentlich der Pantoffel heißt, wie ich gerade feststelle, trotzdem vielleicht zu oft um die Ecke gedacht. Oder zu wenig, wer weiß. Und auch zu Hai lieferten die beiden denselben Tipp, der mir allerdings partout nicht mehr einfallen will. Man sieht aber: Die Serie vom letzten Mal setzte sich fort und die beiden schafften es auch (und gerade) unter Berücksichtigung ihrer hohen Kollisionsgefahr nicht, einander aus dem Weg zu gehen. Gut waren wir auch nicht wirklich: In beiden Runden konnten wir nur vier Punkte erzielen. Trotzdem war es eine große Gaudi. Ich bleibe gespannt, ob es am Montag seinen Weg auf die Nominierungsliste findet. Wobei, so gespannt bin ich gar nicht. Ich rechne ziemlich sicher damit. Die anderen aus der Runde können sich allerdings nicht vorstellen, dass es tatsächlich den Titel gewinnt, dafür war es ihnen zu abhängig von großen Runden. Das stellt aus meiner Sicht kein Manko dar, schließlich gab es immer mal wieder Spiele des Jahres, die die klassische Besetzung von drei oder vier Spielern mehr schlecht als recht erfüllten. Unter den zahlreichen starken Partyspielen des Jahrgangs sehen viele Just One aber ganz vorne mit dabei.

Danach wurde beratschlagt: Soll es ein richtiges Hauptspiel geben? Zur Auswahl stellte ich Broom Service, Notre Dame und Die Staufer, oder wollten wir lieber kleinschrittig und partymäßig weitermachen? Weil Mattes und David sich als große Fans erwiesen, ging es mit dem Kneipenquiz weiter. Damit die Berichterstattung nicht so staubtrocken ist, werde ich hier mal ein paar Fragen aus der heutigen Party aufgreifen. Und keine Sorge: Man spoilert sich das Spiel damit tatsächlich kaum. Heute war nämlich eine Karte dabei, die ich bereits aus einer Partie bei jemand anderem kannte, trotzdem wusste ich keine der Antworten sicher. Etwas traurig, wenn man sich eigentlich gerne einreden würde, dass man beim Kneipenquiz ja auch etwas lernt. Tut man offenbar doch nicht. Deshalb könnt ihr euch die folgenden Auszüge auch beruhigt durchlesen, ihr werdet sie vermutlich nicht mehr abrufen können, sollten sie euch einmal beim Kneipenquiz begegnen. Und wenn doch, habt ihr euch den Punkt auch verdient! In Runde eins konnte ich den Begriff der schwedischen Gardinen korrekt auf den schwedischen Stahl zurückführen, in Runde zwei kam die mir bereits bekannte Fragenkarte und trotzdem wusste ich nicht mehr, dass Bella Block in Hamburg ermittelt. Vielleicht kann ich es mir ja jetzt merken. In Runde drei schloss David Terentino als Freund der Perspektiv aus dem Kofferraum aus, leider war er es dann doch. Ich hielt mich mit den meisten anderen ganz raum, weil doch kein Mensch eine nennenswerte Anzahl Regisseure kennt. Wir zumindest nicht. Ich war mir sicher: Die Düsseldorfer Tabelle aus Runde vier enthält doch die Mietspiegel aus der ganzen Republik. Halt, nicht merken, es ist nämlich falsch! Korrekt wären die vorgeschriebenen Unterhaltszahlungen gewesen. Und der Sender tm3, der irgendwann mal die Champions League im Programm hatte, war uns gänzlich unbekannt. Eine kurze Recherche scheint, dass wir durch unser Nichtwissen eigentlich sehr verantwortungsvoll mit unserer Gedächtniskapazität umgegangen sind, trotzdem wurden wir jetzt dafür bestraft. Wir hatten 12/25 Fragen richtig, also knapp die Hälfte, und holten damit einen verdienten zweiten Platz gegen das unhaltbar nach vorne preschende Team blau, von dem alle Plättchen gezogen wurden. Wir spielten übrigens wie immer auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad, der bei uns immer für ziemlich knappe Ergebnisse sorgt - Meist zu unseren Ungunsten. Ein Grund mehr, am Ball zu bleiben! Im ohnehin bieraffinen Sommer sehe ich das Kneipenquiz als häufigen Absacker auf dem Tisch, auch wenn Mattes sich schon Sorgen um die Anzahl der Fragekarten machte: Wir haben noch genügend auf Lager, ansonsten schaffe ich eben die Erweiterung an.

Jetzt aber etwas flotter durch die Spiele! Belratti wurde frisch aus der Folie geholt, totzdem war es manchen schon bekannt: Auf dem Weihnachtsspieleabend hatten wir bereits mit einem geliehenen Exemplar unsere Freude gehabt. Judith und Eiko kannten es noch nicht, und Judith war am Ende dann doch ziemlich angetan von dieser aufs Wesentliche beschränkten Bilderassoziation. Einzig die vermeintliche Erdkugel sorgte für große Verwirrung: Ich sah darin ohne jeden Zweifel unseren Planeten, die anderen wahlweise eine graumelierte Murmel, den wolkenverhangenen Mond oder Frau Cassandras Glaskugel. Das führte natürlich dazu, dass meine Karten leider nicht richtig gedeutet wurden und uns in Runde eins den Todesstoß versetzten. Eiko machte sich auf den Weg, aber wir spielten direkt noch eine Rückrunde zu viert, wo lediglich ein Museumsleiter weniger mit dabei ist. Wieder erreichten wir 14 Punkte, was eine ordentliche, aber keine wirklich gute Zahl ist. Auch hier bleibt also noch reichlich Spielreiz vorhanden, es beim nächsten Mal besser zu machen. Auch hier bin ich gespannt, ob die Jury diese kleine Perle bedenkt. Anfangs ja ziemlich gehypt, ist Belratti danach etwas in der Versenkung verschwunden, so zumindest mein Gefühl. Ich würde eine Nominierung sehr feiern, rechne aber eher mit einer Empfehlung. Drei Plätze auf der Liste sind dann eben doch sehr wenig...

Wo wir auch schon beim Absacker des Abends wären: L.A.M.A. wollte ich David und Judith unbedingt noch vorstellen, schließlich hat es auch gute Chancen auf eine Nominierung. Mattes kannte es ja schon, war aber letztes Mal schon nicht wirklich geflasht von diesem äußerst reduzierten Kartenspiel. Ich halte L.A.M.A. für das perfekte Spiel auf seinem Level. Während man bei Mau-Mau förmlich einschläft und keinerlei relevante Entscheidungen trifft, kribbelt es hier - mit ebenso vielen oder weniger Regeln - die ganze Zeit und der richtige Zeitpunkt zum Aussteigen will immer wieder neu gefunden werden. Judith und David waren direkt ziemlich begeistert, wir hatten Spaß satt und der Reiz des Spiels ist direkt übergesprungen: Schnell spielen, um die interessanten Momente herauszustellen. Und von denen gibt es bei genauerer Betrachtung dann doch einige. 39:43:35:18 offenbaren ein am Ende sehr knappes Spiel. Der Sieger hätte auch schon drei oder vier Runden früher feststehen können, aber die Grenze bei 40 Punkten wurde sehr lange nicht gerissen. Dadurch wurde es aber eher noch spannender.

Ihr seht, wir haben die Top-Partyspiele des Jahrgangs nochmal auf den Tisch geholt. (Wenn man Subteyt, Trapwords, Werwörter und wahrscheinlich noch ein paar andere von mir gerade vergessene außer acht lässt.) Aber es war ja auch ein starker Jahrgang in dieser Richtung, man kann es nur nochmal betonen. Da wäre es nur richtig, wenn auch ein Spiel aus diesem Reigen den Titel holt. Nächste Woche wissen wir mehr, und mal sehen ob wir traditionell ein paar der Nominierten direkt auf den Tisch bringen um uns unsere eigenen Meinung zu bilden. Bis dahin, weiterspielen! Ach ne, der Spruch war ja von jemand anderem, ich bin gedanklich wohl schon im Land der (Spiel)träume. Ob es nächstes Mal wieder etwas mit mehr Substanz oder wieder nur einen lustigen Abend ohne richtiges Hauptspiel gibt, kann ich noch nicht sagen. Echt nicht! Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 23. Mai 2019, 00:42

Mittwoch, 22.5.2019 | Spieleabend #189

Nach einigen Wochen mit starken Teilnehmerzahlen geht es nun wieder etwas ruhiger zu. Heute waren wir zu dritt, nach wie vor eine gute Besetzung für ernsthaftere Spiele mit mehr Tiefgang. Ich wiederhole mich nur ungern, aber die fruchten mit vier, fünf oder gar sechs Personen einfach nicht (so gut), dafür hat man in solchen Gruppen aber viel mehr Spaß mit anderen, kommunikativeren und seichteren Spielen. Schön, dass wir in letzter Zeit vermehrt mal das eine und mal das andere genießen dürfen. Denn Abwechslung belebt ja bekanntlich das Geschäft. Mattes, Eiko und ich machten uns also an einen Abend ohne Just One und ohne das Kneipenquiz.

Dafür spielten wir mal wieder San Juan, zum ersten Mal seit letzten Juli. Häufiger frage ich mich, ob andere Spielerunden auch so seltsame Gewohnheiten haben: Nämlich dass auch alte Spiele immer wieder gespielt werden, aber nur selten und in hohem zeitlichen Abstand. So hohem Abstand, dass bei manchen Spielen die Grundregeln stets wiederholt werden müssen, bevor alle im Spiel angekommen sind. Und zwar nur, um das Spiel dann wieder ein halbes Jahr lang nicht auf den Tisch zu holen. Selten sind bei uns dafür kurzzeitige Hypes: Spiele, die einen Monat lang hoch und runter gespielt werden und danach gar nicht mehr. Wie auch immer andere Gruppen das handhaben mögen, San Juan ist jedenfalls ein Paradebeispiel für unsere Rotationspolitik. Der beiliegende Wertungsblock erlaubt eine einfache Auswertung: 11/2015, 6/2016, 1/2017, 3/2017, 1/2018, 7/2018, 5/2019. Wenn man ein großes Repertoire am Leben halten will und jedes Spiel regelmäßig spielen will, dann endet das eben so - Ich habe euch gewarnt! Kommt besser nicht auf so eine dumme Idee! Zur Partie: Ich spielte mit angezogener Bremse. Produktionsgebäude hatte ich einige, aber violette Gebäude wollten so gar nicht kommen, zumindest keine sinnvollen. Während Eiko das ganze Programm baute, wodurch er immer mit Boni doppelt produzieren und doppelt verkaufen konnte, lumpte ich noch immer mit den Standard-Einsteigeraktionen herum. Zu allem Übel baute ich auch noch die Kapelle, die mir weiterhin ein Klotz am Fuß war, denn wenn man jede Runde eine Karte umwandelt, kommt man im aktiven Spiel noch langsamer als ohnehin schon voran. So fühlte sich das Spiel dann auch an: Langatmig und ohne jeden Fortschritt. Hätte Eiko sich in meiner Situation beschwert, dann hätte ich ihm vermutlich gesagt, dass er ja mit dem Ratsherrn gezielt nach Karten hätte suchen können und auch planvoller hätte bauen müssen. Und vermutlich hätte ich damit Recht gehabt. Tja, beim nächsten Mal kann ich ja dann auf meine eigenen Ratschläge hören. 29:30:21 war zumindest für Mattes und Eiko ein knappes Rennen. Trotzdem, und das muss ich wie jedes Mal dazuschreiben, ist und bleibt San Juan ein klasse Spiel. Fraglich nur, warum wir es dann nur so selten Zu Gesicht kriegen.

Als Hauptspiel gab es etwas Nominiertes: Carpe Diem wurde am Montag auf die Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres gesetzt. Neben Flügelschlag und Detective, wobei Letzteres meiner Meinung nach nur eine missverstandene honorable mention ist. Niemals wird Detective Kennerspiel des Jahres, wieso nimmt es also einen der raren Plätze auf der Nominierungsliste weg? Genau dafür ist doch die Empfehlungsliste da. Mich ärgert dieser Missbrauch der Jury an ihren eigenen Strukturen und Mechanismen der Preisvergabe. Egal, zumindest für diesen Absatz. Carpe Diem startete wie gewohnt knifflig, denn in Runde 1 gleich zwei Wertungen zu erfüllen ist nicht leicht. Ich schaffte es als einziger, dafür hatte ich später im Spiel einen Hänger. Allgemein war es mir kaum möglich Wertungskarten doppelt mitzunehmen - Kein gutes Zeichen. Immerhin hatte ich alle(!) Aufgaben auf dem Rahmen erfüllt und zwei Brunnenkarten gezogen und auch bearbeitet. Kurz vor der Punktezählung hatte ich kein allzu gutes Gefühl, Mattes aber war guter Dinge. Und verlor. 93:118:106 schlug das Urteil zu Gunsten Eikos aus. Vielleicht hatten wir es ihm zu oft durchgehen lassen, dass er sich verpuzzelt hatte. Zwei Mal ließen wir ihn dann noch umbauen, obwohl er es eigentlich besser wusste. Wir scheinbar nicht. Auch wenn das Spiel aussieht wie von anno dunnemals: Die Entscheidungen sind dicht und relevant, das Spielgefühl ist feldtypisch beengt und dennoch konstruktiv, der Wiederspielreiz durch die hohe Variabilität enorm. Ich hoffe, niemand hat den Einsatz meines garantiert nicht floskelfreien Zusammenfassungssatzgenerators im letzten Satz bemerkt. Sollte ich es in eigenen Worten wiedergeben: Carpe Diem hat den Preis verdient.

Nach Eikos Verabschiedung wurde Ganz schön clever gespielt. Nicht, dass wir vorher ganz besonders dämlich gespielt hätten. Das Spiel heißt halt so. Und ganz ehrlich, solche Witze sind schon ganz schön abgelutscht! Im Gegensatz zum Spiel hinter den Witzen. Das fühlt sich auch nach einem Jahr noch erstaunlich frisch an. Wäre ich nicht ohnehin schon durch den Bericht gehastet wie inzwischen leider allzu oft, würde ich glatt noch eine Solopartie anhängen. Unbedingt öfter hervorholen! Und unbedingt den Nachfolger spielen! Mattes war leider zu nachlässig bei blau und so versanken seine Füchse in der Bedeutungslosigkeit. Ich dagegen hatte durchaus das Gefühl, es schon gut, aber trotzdem noch lange nicht optimal gemacht zu haben. Wie immer ging ich auf blau und gelb, aber auch in den drei Zeilen unten machte ich ordentlich Punkte. Die Kettenzugmaschine war bereits angesprungen, wurde dann aber jäh vom Spielende abgewürgt. 153:207 zeigten trotzdem, dass etwas Erfahrung und Wissen um die richtige Herangehensweise an das Spiel Gold wert sind. Oder zumindest den Sieg.

Nachdem Mattes und ich noch wichtige Fragen bezüglich kommender Ereignisse im Freundeskreis besprochen hatten, vertagten wir uns wegen des Himmelfahrtstages auf nächste Woche Montag oder Dienstag. Details zu den besprochenen Themen würden hier nur langweilen. Gut, ihr könnt jetzt einwenden, dass ihr euch genau darauf gefreut hattet und den letzten Absatz eigentlich nur deshalb überhaupt lest, aber heute war es zu viel des Guten. Sprich des (für euch) Uninteressanten. Für uns sind die Themen natürlich alle hochrelevant, sonst würden wir sie ja nicht besprechen. Und überhaupt: L.A.M.A. ist ein klasse Spiel für das, was es sein will! Ich will hier kein Lama-Bashing unter diesem Post sehen! Ja, ich weiß, wir haben L.A.M.A. heute gar nicht gespielt, aber irgendwie muss man euch ja reizen, endlich mal wieder einen Kommentar zu einem Bericht abzugeben. Meinetwegen auch mit der Meinung zu einem anderen Spiel, die außerdem eine falsche Meinung ist. Noch lieber wären mir allerdings sachbezogene Kritiken zum heutigen Spieleabend. Und am allerliebsten wäre mir völlig unverholene Lobhudelei auf unser wöchentliches Zusammentreffen und die anschließende Niederschrift unserer glorreichen Wettkämpfe. Hauptsache, es wird mal wieder zurückgeblökt! Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 6. Juni 2019, 01:44

Mittwoch, 5.6.2019 | Spieleabend #190

Aachen, das Regenloch - So lauten ja die Vorurteile. Normalerweise regnet es hier aber nicht nennenswert mehr als anderswo in der näheren Umgebung. Würselen zum Beispiel hat ein ganz ähnliches Niederschlagsprofil. Und in der Eifel regnet es noch viel mehr als hier in Aachen, es ist also alles gar nicht so schlimm. Trotzdem war heute zur Zeit des üblichen Endes des Spieleabends Wolkenbruch angesagt und Erik musste noch ein wenig bei mir Unterschlupf suchen. Deshalb fange ich diesen Bericht leider erst ungewöhnlich spät an und habe deshalb auch wie immer eine Ausrede, ihn mal wieder kurz halten zu müssen. Anwesend waren übrigens Erik, Judith, David und ich. Ja, ihr habt euch nicht verlesen, Mattes konnte aus beruflichen Gründen leider nicht dabei sein. Wir machten uns also zu viert zunächst an eine Partie...

Die Quacksalber von Quedlinburg. Immerhin allen bekannt, wollten wir so einen recht unkomplizierten Einstieg in den Spieleabend gestalten. Wie bei den meisten Spielen zieht sich die Spielzeit aber auch bei den Quacksalbern zu viert deutlich länger als zu zweit - Und das obwohl man einen Großteil des Spiels simultan vornimmt. Kurz zu den ausliegenden Büchern: Die Aufspar-Pilze erlauben es bekanntlich ja, gezogene rote Chips zur Seite zu legen und erst am Ende des Zugs einzusetzen (oder auch nicht). Kommen nun noch, wie bei uns geschehen, die gelben Verdopplungs-Alraunen dazu, dann kann man ganz getrost warten bis zu einem annehmbaren Zeitpunkt eine Alraune den eigenen Kesselinhalt abschließt, nur um dann doch noch die hohen Pilze mit in den Kessel zu legen und den Verdopplungseffekt ganz gezielt auf die 4er-Chips anzuwenden. Diesen Trick wandte David am Geschicktesten an, aber wir alle kamen nicht auf wirklich hohe Werte im Kessel. Die 35 knackte keiner, auch wenn Judith rekordverdächtig weit mit ihrem Tropfen im Kessel vorangeschritten war. Ich dagegen hatte den Tropfen auf der alternativen Leiste bis zum Ende durchziehen können, was ebenfalls eine interessante Variante darstellt. Am Ende war es recht knapp, aber Davids starke Alraunen-Pilz-Kombo mochten auch meine und Judiths Motten nicht schlagen, und die Krähenschädel mit Vorausblick brachten schonmal gar keinen spannenden Twist in die Partie. 61:58:66:57 - Leider zogen die Quedlinburger sich heute über mehr als 70 Minuten und waren mir etwas zu eintönig. Mir war aber auch zwischenzeitlich etwas schummrig, sodass meine Wahrnehmung hier etwas getrübt gewesen sein dürfte.

Als Hauptspiel gab es Thurn und Taxis, auch wenn sich dafür nur eine knappe Mehrheit fand. Die Partie hatte einen seltsamen Spielfluss, es wurde ziemlich viel nachgegrübelt und dennoch mussten ganze Strecken abgeworfen werden, weil sie nicht mehr verlängert werden konnten. Ständig wurde der Amtmann bemüht um die Auslage zu tauschen; geholfen hat das nur wenig. So war zum Beispiel Freiburg einmal gar nicht im Stapel, weil es bei meinen drei Mitspielern auslag und so auch nicht wieder reingemischt werden konnte. Meine drei lila Punkte konnte ich mir also abschminken. Bonuspunkte konnte ich trotzdem einige sichern, u.a. die für alle Regionen außerhalb Baierns. Leider schnappte sich David das nächstniedrigere Plättchen dieser Kategorie in seinem letzten Spielzug ebenfalls und festigte so locker seinen Sieg, da er auch als Einziger stringent auf die 7er-Kutsche gespielt hatte. Hier wäre bei allen Nichtsiegern noch einiges an der Spielweise zu optimieren. 8:-2:22:14 ließen Judith verkünden, sie bräuchte Thurn und Taxis so bald nicht wieder zu spielen. Ich glaube aber, dass eine weitere Partie zur Festigung der Regeln ganz gut tun würde. Minuspunkte sind nämlich eigentlich nicht im Sinne des Erfinders, zumindest nicht unterm Strich.

Das Kneipenquiz inklusive einem leckeren Weizen für Erik und mich machte mal wieder Spaß, auch wenn wir nur unwesentlich mehr wussten als sonst. Trotzdem waren wir besser darin die Plättchen der Gegner zu platzieren, sodass wir am Ende komfortabel mit 24:19:18:18:15 siegten. Wüsste ich nicht, dass das hauptsächlich Glück war, würde ich beim nächsten Mal glatt die schwierigste Stufe ausprobieren. So weiß ich: Wir bleiben lieber bei der mittleren Gewichtsklassse. Details zum Quiz gibt es heute nicht, nur so viel: Auf einer Karte konnten wir tatsächlich alle fünf Fragen richtig beantworten - Da fühlt man sich richtig schlau.

David und Judith hatten den Heimweg angetreten, Erik wollte noch etwas bleiben und wir spielten noch eine Partie Ta-Ke. Ihr wisst schon, dieses Taktikspiel im Japansetting. Klar, das Thema ist hier dem eigentlich abstrakten Taktikspiel nur übergestülpt, aber immerhin schön übergestülpt. Und das Spiel unter dem Thema ist richtig gut. Man kann in einem einfachen Regelrahmen wahnsinnig viel anstellen und mit schlauen Zügen den Gegner richtig an die Wand spielen. Man darf dabei nur nicht der Versuchung nachgeben, alles durchrechnen zu wollen, denn dann geht jeglicher Spielfluss verloren und man sollte die Aufgabe ohnehin besser an einen Rechner übergeben. Hier gilt es, im Rahmen der eigenen Intuition sinnvolle Entscheidungen zu treffen und eine gute Balance zwischen Strategie und Taktik zu finden. Mir gelang das heute etwas besser als dem Ta-Ke-Neuling Erik, 154:176 haben allerdings seinen Ehrgeiz geweckt.

Zum Schluss unterhielten wir uns noch etwas, Erik wartete auf das Abklingen des Regens und ersparte euch einen allzu langen Bericht, weil ich inzwischen noch hundsmüder bin als eben schon. Nächste Woche gibt es wieder wie gewohnt einen Bericht. Letzte Woche gab es eine Fusion meiner beiden Spielerunden, die dann nicht mehr als eigentlicher Spieleabend in dieser Reihe gelten konnte, weshalb es keinen Bericht gab. Nächste Woche je nach Spieleranzahl dann gerne auch wieder etwas schwerere Kost. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 13. Juni 2019, 02:32

Mittwoch, 12.6.2019 | Spieleabend #191

Meistens sind die anwesenden Gäste auf dem Spieleabend ja recht vorhersehbar: Mattes ist eigentlich immer dabei, Eiko ist zwar manchmal verhindert, sonst aber ein recht treuer Mitspieler. Erik kommt so längst nicht immer, aber doch regelmäßig vorbei, und wenn David mit von der Partie ist, dann bringt er zuletzt Judith meistens auch mit. Es ist also nicht besonders wahrscheinlich, dass große Besetzungen sich maßgeblich voneinander unterscheiden, da wir ja insgesamt nur zu sechst sind. Tja, so kann man sich täuschen: Letzte Woche waren wir zu viert, heute zu fünft, aber trotzdem nur mit zwei Personen in der Schnittmenge, nämlich Erik und mir. Nun aber genug des Rätselratens! Heute mit von der Partie waren nicht nur Erik und Mattes, nein, auch Eiko war dabei und hatte sogar seinen Freund Alex eingeladen, den Mattes und ich schon von Eikos Geburtstag kannten. Natürlich war es kein Problem, den Kreis des Spieleabends ein wenig zu öffnen. Als Alex dann sogar einen Sixpack Leffe und eine Tüte Chips mitgebracht hatte, war ich umso erfreuter. Trotzdem gestaltete sich die Spieleauswahl etwas schwierig. Auf reine Partyspiele hatte ich keine Lust, die hatten wir in den letzten Monaten schon zu häufig. Außerdem lagern die heißen Kandidaten Just One und Werwörter gerade bei mir in der Heimat. Es fiel aber auch nicht schwer einen Kompromiss zu finden:

Karate Tomate machte den Anfang, und den machte es gut. Zur Erinnerung: Alle spielen geheim Runde für Runde Karten aus. Man kann passen, indem man eine bestimmte Karte ausspielt, oder man bedient seine eigene zuerst ausgespielte Karte aus diesem sogenannten Kampf. Karate und so. Beim Aussteigen gibt es immerhin Kartennachschub, beim Gewinnen einer Runde gibt es Siegpunkte. Daraus ergeben sich viele interessante taktische Überlegungen. Zu dritt kann man das Spiel zwar spielen, da brauche ich es aber noch nicht. Zu fünft dagegen ergibt sich eine richtig coole Dynamik und man hat das Gefühl, so viel besser spielen zu können als man es aktuell tut. Wenn man dann aber schlauer sein will als alle anderen, sind doch wieder alle genauso schlau wie Du und keiner hat was gewonnen. Interessanterweise war Eiko heute in einem (neuen) Brettspielladen in Aachen auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk. Mit genau diesem Kartenspiel im Auge bekamen sie dann aber vom Ladeninhaber keine Empfehlung dafür; im Gegenteil. Dabei finde ich Karate Tomate total gelungen. Für größere und große Runden hat man hier in unter einer halben Stunde ein Spiel mit mehr Einfluss als in Partyspielen üblich. Fragt man sich nur noch, wie man hieraus vielleicht ein Trinkspiel basteln könnte... Aber das ist eine ganz andere Frage, die sich nach dem 9:13:15:X:10 gar nicht mehr stellt. Wieso das X bei Alex? Naja, so schreibt man ihn halt. Wer das (zu Recht) nicht so lustig findet, sei hier mit der zutreffenden Erklärung versorgt: Man sammelt nicht nur Pluspunkte in Form von Pokalen, sondern auch in Form von Messern. Wenn das Spiel vorbei ist, wir dann zuerst geprüft wer die wenigsten Messer hat. Unabhängig von seinen Pokalen hat er schon verloren, die anderen machen den Sieg danach unter sich aus. Und der unglückliche mit den wenigsten Messern war heute eben leider Alex.

Der Unglückliche, der das Hauptspiel als einziger nicht kannte, war dann ebenfalls Alex, denn gespielt wurde Die Staufer. Lange nicht mehr gespielt, und gerade deshalb wieder schön. Wegen des Neulings in unseren Reihen spielten wir mit den Startprivilegien, was der Partie keinen Abbruch tat. Ich verzichtete sowieso auf jegliche besondere Privilegien und begnügte mich mit den acht Punkten vom Standard-Privileg mit den Siegpunktkarten, das immer mitspielt. Ansonsten holte ich zu jeder Gelegenheit orange Plättchen mit Punkten, vernachlässigte (wie immer) die braunen Truhen und hangelte mich ein wenig mit entsprechenden türkisen Einmalboni durchs Spiel. Zu fünft herrscht ungewohnt großes Gedränge auf dem Feld, auch ein früher sichergeglaubter dritter Platz kann einem in voller Besetzung durchaus noch streitig gemacht werden. Alex kam ziemlich gut ins Spiel, holte früh sinnvolle Privilegien, hatte aber naturgemäß noch nicht die Erfahrung, wann es sich lohnt um welche Mehrheiten zu kämpfen. So investierte er das ein oder andere Mal für wenige Punkte teure Ressourcen, mit denen er nächste Runde vielleicht viel mehr hätte reißen können. Zwischenzeitlich ergaben sich in dieser hohen Besetzung für manche Spieler sehr hohe Wartezeiten, denn Die Staufer wird ja nicht im Uhrzeigersinn oder in einer sonstwie festgelegten festen Spielerreihenfolge gespielt, sondern die Aktionswahl aus der Vorrunde entscheidet über die Zugabfolge in der nächsten Runde. Deshalb würde ich die Staufer nicht unbedingt zu fünft empfehlen, es funktionierte aber durchaus auch mit der Maximalspieleranzahl. 90:91:105:70:96 haben mir tatsächlich mal wieder Lust auf noch eine weitere Runde gemacht. Zuletzt war ich immer ziemlich angenervt von den Staufern, nach dieser langen Pause würde ich es nächste Woche glatt wieder spielen. Obwohl auch Thurn und Taxis letzte Woche erstaunlich reizvoll war.

Eiko wollte eigentlich schon gehen, Alex aber wollte ja noch sein Leffe unter die Leute bringen. Eiko blieb also noch, machte sich dann aber doch vom Acker, als die Bierrunde ihm zu lange andauerte und er Alex' Heimfahr-Angebot lieber in den Wind schlug. Somit ergab sich Zeit für eine Runde Der Große Wurf, was zu einem gemeinschaftlichen Bier immer vorzüglich passt. Wir spielten nach Mattes beiden anfänglichen Siegen auf drei Punkte, in der Erwartung, dass er dafür wohl nicht mehr allzu lange brauchen sollte. Aber Pustekuchen! Wir holten alle vier noch auf zwei Zähler auf und Alex entschied das Turnier im großen Finale gegen mich für sich, sodass er 2:2:/:2:3 siegte. Wie jedes Spiel darf man auch den Großen Wurd nicht totspielen, aber jedes Mal wenn wir es rausholen ist die Gaudi erstaunlicherweise wieder echt groß! Und Alex liebäugelte auch direkt mit einem Kauf. Komischerweise scheint es immer noch ein Geheimtipp zu sein, obwohl ich inzwischen von vielen Stellen entsprechende Empfehlungen vernommen habe. Eins noch: Die Neuauflage Impact funtioniert zwar auch und bringt sogar ein paar interessante Varianten mit, die Würfelarena ist aber deutlich unschöner gestaltet. Statt einer Arena mit schrägen Wänden, auf denen die Würfel auch schonmal regelrecht tänzeln, haben wir es in der neuen Version mit einer Art Wanne zu tun, die ein viel stumpferes Würfelverhalten aufweist. Wer sich noch für dieses Kleinod interessiert, findet auf Amazon die französische Ausgabe (Strike) für gut 20€, die es allemal wert sind. Die Differenz zur Neuauflage Impact sollte man investieren, denn das Spiel ist zu einem Gutteil ein Geschicklichkeitsspiel. Hieran zu sparen, ist aus meiner Sicht eine klare redaktionelle Fehlentscheidung gewesen. Dennoch: Wer ein Spiel für eine gesellige Runde von bis zu fünf Leuten sucht, die nicht viele Regeln lernen und trotzdem Spaß und Nervenkitzel haben wollen, ist hier genau an der richtigen Stelle. Noch so ein Spiel aus der Reihe Spiele, die ich einst auch mit meinen Enkeln spielen werde.

Zum Schluss gab es noch ein paar Gespräche und Gedankengänge zu diversen Gruppeninterna, die für Außenstehende nicht sonderlich interessant sein dürften, wie es Interna eben so an sich haben. Darum mache ich es auch nicht übermäßig lang, verabschiede mich wegen Fronleichnam bis nächste Woche Montag oder Dienstag und schreibe Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 19. Juni 2019, 01:37

Dienstag, 18.6.2019 | Spieleabend #192

Machen wir es kurz, die hohen Schwankungen in der Spieleranzahl halten an und heute waren wir mal wieder zu zweit. "Mal wieder Zeit für was Ernsthaftes!", um Mattes sinngemäß zu zitieren. Zum Hauptspiel, versteht sich. Obwohl auch der Aufwärmer alles andere als ein lockeres Spielchen war. Zu erwähnen wäre noch der verspätete Beginn um etwa 19:40, nicht aber die Sitzreihenfolge, die an dieser Stelle als Übung verbleibt.

Ta-Ke macht es einem schwer, den Spielverlauf in einem Bericht zu beschreiben. In seiner Abstraktheit kommt es zumeist auf taktischen Feinschliff im Spiel an und weniger auf eine grundlegende strategische Ausrichtung. Erfahrungsgemäß lassen sich Strategien aber besser skizzieren als Einzelsituationen mit den entsprechenden taktischen Reaktionen darauf. Wenn ich heute eine rote Linie in meiner verhunzten Spielweise hatte, dann waren es wahrscheinlich die Ninjas. In den letzten Partien war ich immer so verärgert über das fremde Eingreifen gewesen, dass ich den Spieß diesmal umdrehen wollte. Und ja, man kann dem Gegner damit auch Punkte und vor allem Sondereffekte rauben, aber der Gegner hat danach immerhin noch einen Punkt für seine Person, der Ninja ist gar nichts mehr wert. Hinzu kommt, dass man mit einer normalen Person ja auch eine Aktion hätte ausführen können, diese wäre aber nicht vom Gegner geklaut. Man kann Ninjas also nicht als grundsätzlich besser oder schlechter bezeichnen, aber gerade anfangs sollte man nicht seinen Fokus auf sie legen, sonst fehlt einem die Basis für spätere, hohe Multiplikatoren. Schließlich ist ja jeder Zug in dem man dem Gegner einen Ninja vermeintlich wegschnappt auch ein Zug, in dem der Gegner einen Farbstein in seine Auslage holt. 123:104 stand es am Ende klar für Mattes, und zwar deutlich. Ich hatte übrigens nicht im Ansatz den Eindruck das Spiel heute durchdrungen zu haben. Offene Information und fehlender Zufallseinfluss im Spielverlauf sind ein Herausforderungen, denen man sich nur mit computergestützter Rechenkraft oder einem gesunden Bauchgefühl stellen sollte. Nächstes Mal versuche ich es dann mal mit Smart Glasses.

Concordia Corsica wurde zuletzt am Spielabend #158 gespielt. Was nicht stimmt, denn da kam Concordia Gallia auf den Tisch, aber egal, Hauptsache Spanien. Auf jeden Fall haben wir es jetzt zehn Monate nicht gespielt, was eigentlich eine Schande ist für eins unserer Stammspiele. Heute dann also mal wieder zu zweit, Regelauffrischung nicht nötig. Schnell die Insel überblickt und losgespielt. Mattes setzte von Anfang an eher auf den Architekten, ich hoffte schon insgeheim er würde die Karten vernachlässigen. Ich plante eine Ausbreitung über die ganze Insel - was im Fall von Corsica nicht so schwierig ist - und anschließenden Punkteregen dank Saturnus. Dieser Plan ging auch auf, aber Mattes Plan war besser. Er setzte vermehrt auf Jupiter - Auch, weil ich ihm diese blauen Karten fast alle überließ. Zudem konnte er noch die beiden Merkatoren abgreifen, die bei voller Produktion jeweils zehn Punkte geben. Die Spezialisten waren in etwa gleich aufgeteilt. Am Ende patzte Mattes meiner Meinung nach, da er mir die Concordie-Karte überließ. Trotzdem reichte es für den Sieg mit 119:113 - Knapp, aber deutlich. Hä? Ich muss ins Bett, aber ihr wisst ja, was ich meine. Kolonisten haben wir beide keinen einzigen gebaut, das ist aber bei der kleinen und gut vernetzten Insel auch eher unnötig. Man könnte höchstens für die Mars-Punkte Kolonisten aufstellen, aber das hat noch nie so richtig gut geklappt, obwohl ich darauf schon oft spielen wollte. Deshalb heute ein klarer Fokus auf die richtigen Städte mit den richtigen Karten - Halt nur noch richtig genug.

Zum Absacker gab es dann Ganz schön clever. Zugegeben, ich habe in der Zwischenzeit noch zwei Partien solo gespielt, das habe ich Mattes aber auch direkt gebeichtet. Er wollte trotzdem gegen mich antreten. Er nahm sich auch den Tipp zu Herzen, blau als Motor zu nutzen, und war direkt deutlich besser als vor ein paar Wochen. Überhaupt kann man den Punktestand 239:264 ruhig mal veröffentlichen! Doppelt so clever kam letzte Woche an, darauf freue ich mich auch schon sehr, obwohl der Vorgänger für mich noch lange nicht ausgespielt ist. Klar, der Fahrplan ist klar, orange eignet sich als Leitfaden jetzt nicht so gut, aber nur weil man die Farben grob priorisiert hat, heißt das ja nicht, dass man seine Strategie für alle Würfelwürfe und jede einzelne Situation festgelegt hätte. Es hilft trotzdem, wenn man etwa die gleichen Erfahrungswerte mit dem Spiel hat. Mattes bräuchte vermutlich noch ein paar Partien, um mich sicher zu schlagen, andersrum möchte ich das Spiel nicht gegen jemanden spielen, der es schon x Mal in der App gezockt hat. Im Vergleich zum analogen Spiel generiert man dort unnatürlich schnell eine hohe Zahl von Partien, und das ohne dass man zusammen mit anderen in das Spiel reinwachsen würde. Ich mag eben auch das Würfeln, das Ankreuzen, den Umgang mit dem realen Spielmaterial. Wenn ich das Spiel nur auf die Mechanismen reduziere, wird es eben irgendwann zur reinen Optimierung, die nur noch vom passenden Würfelglück abhängt. Daran hat man sich schneller sattgespielt als an einem echten Würfelspiel, dass man viel seltener und zumeist in Gesellschaft spielt. Und da mir Ganz schön clever gefällt, möchte ich mich daran möglichst langsam sattspielen. Ergo ist die App nix für mich, und ich möchte noch ein wenig weiter gehen: Eine Partie nach der anderen in der App runterzuzocken ist ein wenig wie eine gute Serie staffelweise runterzusuchten - Dafür sind Spiel wie Serie meistens zu schade.

So, genug von meinem Senf abgelassen. Für den letzten Absatz muss es als Beschreibung reichen, dass es kein Bier gab - Denn darauf kommt es nach dem Spieleabend doch schließlich an! Oder sollte ich da etwas missverstanden haben? Sollte es demnächst nochmal etwas zu feiern geben, dann werde ich die Banausen jedenfalls zu einem Bier nötigen und euch auch davon berichten. Hand aufs Erz,

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 27. Juni 2019, 02:03

Mittwoch, 26.6.2019 | Spieleabend #193

Innovationsstau, so nennt man wohl das Ausbleiben dringend nötiger Neuerungen auf lange Sicht. Und in der Tat, die letzten großen neuen Spiele sind meine Weihnachtsgeschenke: Teotihuacan und Forum Trajanum. Seitdem gab es keine größeren Neuheiten. Dafür aber viele kleine, könnte man argumentieren. Und bevor man so ein großes Wort wie Innovationsstau hervorkramt, können wir die heutige Spieleauswahl auch einfach dem Sommerloch zuschreiben. Es ist heiß, man hat keine Lust sich den Kopf zu zermatern und möchte schon gar keine anstrengenden neuen Regeln lernen. Und als ich Eiko und Mattes Nimble vorschlug, wollten sie bei der Hitze auch lieber kein anstrengendes Reaktionsspiel spielen.

Dann schlug Mattes The Cat vor, ein nicht minder anstrengendes Reaktionsspiel, und das spielten wir dann auch. Zum Warmwerden, sozusagen. Schon vorher war klar, dass ich die letzten Partien ziemlich deutlich gewonnen hatte. Und so war es auch heute wieder: Vier von fünf Runden beendete ich, einmal machte Mattes den Sack zu. Das ist nunmal das Manko dieser Art von Spiel: Wenn man die benötigten Fähigkeiten einen Tacken besser beherrscht als die lieben Mitspieler, dann wird sich das nicht großartig verändern, auch wenn die Mitspieler ein wenig mehr Übung bekommen. Man selbst trainiert ja auch weiter. Und bei diesem verwirrenden Katzenversteckspiel muss man insbesondere gut die Übersicht über seine Stapel behalten. Wer jedes Mal in allen Stapel nachschauen muss, ob er eine neue Karte gebrauchen kann, dem wird die Karte wahrscheinlich vor der Nase weggeschnappt. Aber so schlimm ist es dann auch wieder nicht: Wenn man dieses Spielgenre nicht allzu häufig bemüht, ist es ja gar nicht so tragisch, dass es schon vorher einen klaren Favoriten gibt. 7:13:23 untermauern meine Ausführungen, Eiko hatte sogar zwei Nullrunden dabei. Ich hatte aber (glücklicherweise) trotzdem nicht den Eindruck, dass er frustriert oder gelangweilt war, ihm schien es durchaus auch ein bisschen Spaß zu machen.

Als Hauptspiel wurden dann diverse Spiele vorgeschlagen: Die einen zu lang, die anderen vor zu kurzer Zeit erst gespielt, bei wieder anderen wäre eine Regelerklärung fällig gewesen, und natürlich hat auch jeder seine persönlichen Vorlieben. Mein eigentlicher Plan, Merlin nochmal auf den Tisch zu bringen, wurde jedenfalls abgelehnt, weil Mattes wetterbedingt kein neues Hauptspiel erlernen wollte. Wir einigten uns dann auf Thurn und Taxis, obwohl das Spiel erst vor drei Wochen das letzte Mal auf dem Tisch war. Damals saß allerdings genau der andere Teil der Mitspieler um den Tisch, sodass es nur für mich eine Dopplung darstellte. Eiko kannte das Spiel zwar noch nicht, aber die Regelerklärung hier dauert ja nicht allzu lange. Ich spielte anfangs auf kleine farbige Gebiete und nahm für fast alle Kutschen den Wagner in Anspruch. Gegen Ende dann setzte ich doch auch viele Häuser nach Baiern, in der Hoffnung, die 5 Punkte abgreifen zu können. Aber Pustekuchen: Mattes schnappte mir die Baiern-Punkte weg, weswegen für mich immerhin noch der grüne Bonuschip heraussprang. Leider reichte es aber nicht für die Punkte für [i]Alle Regionen außerhalb Baierns[/b], weil mir ein Haus im roten Salzburgerland fehlte. Man kann nicht alles haben... Für den Sieg hat es trotzdem gereicht. Eiko musste zwar einmal Handkarten abwerfen und einmal sogar eine Strecken ohne Wertung abräumen, war aber trotzdem recht knapp hinter mir. Mattes hatte zwar das Spiel mit der 7er-Kutsche beendet, dafür aber deutlich zu wenig Bonusplättchen gesammelt. Hier muss man durchaus strategisch vorgehen und von Anfang an am Besten entweder Baiern oder Nichtbaiern ins Auge fassen. Okay, ich hatte jetzt zwar beides nicht, dafür aber drei von vier farbigen Chips, was allerdings eigentlich eine gute Basis für alle nichtbairischen Regionen ist. Aber genug geschwafelt, zumindest für die hier vorhandene Spieltiefe. Thurn und Taxis ist nämlich ein klassisches Familienspiel, und nicht zu Unrecht damals (2006) als Spiel des Jahres ausgezeichnet worden. In einer knappen Stunde ist man dann aber auch durch - bei einem Punktestand von 17:14:19 - und hat noch eine weitere Stunde zu füllen. Etwas viel für einen Absacker.

Deshalb packten wir noch Istanbul aus, was für sich genommen ja auch kein Hauptspiel darstellt. Zumindest nicht, wenn alle das Spiel einigermaßen auf der Pfanne haben. Wie immer spielte ich auf alle Moscheenplättchen, alle Wagenausbauten und zwei Rubine von einer Doppelaktion für Waren oder Geld. Bonuskarten setzte ich wieder nur wenige ein, diese dafür sehr gezielt. Wir spielten übrigens mit der taktischen Variante, bei der jeder mit einem neutralen Gehilfen startet, der zwischen den Spielern wechseln kann. Keine große Änderung, die aber neue Denkweisen in das altbekannte Spielprinzip bringt. Meine altbekannte Stratgie war trotzdem siegreich, obwohl ich gegen einen echten Istanbul-Profi sicherlich auch keine Schnitte hätte. 3(14):3(9):5 sollen aber nicht davon ablenken, dass inzwischen ein wenig Abwechslung gut tun würde. Wie auch bei Thurn und Taxis wäre eine Anschaffung der Erweiterung(en) eine Überlegung wert. Andererseits habe ich das in diesen Berichten wohl schon bei jedem Spiel geäußert, zu dem eine Erweiterung existiert, und die wenigsten davon wirklich gekauft. Aber wenn ich mal irgendwo einen Schnapper sehe, dann schlage ich zu, darauf können wir uns gerne einigen!

Nach Eikos Verabschiedung ließen Mattes und ich den Abend mit dem kleinsten möglichen Absacker Knister ausklingen. Ich versagte auf ganzer Linie, wollte mal wieder viel zu viele (wertvolle) Straßen aufs Blatt bringen, die am Ende meist nur als Zwilling mit einem Punkt zu Buche schlugen. So kann man natürlich nicht gewinnen: 66:30, aber immerhin war die Würfelei der Schande schnell vorbei.

Diese klassische Dreierbesetzung nicht für ein anständiges Hauptspiel genutzt zu haben ist im Nachhinein etwas schade, aber wann spielt man schon mal zwei so schöne Hauptspiele? Wenn es demnächst mal wieder weniger heiß ist, dürfen auch Merlin, Chimera Station, Great Western Trail und AquaSphere mal wieder zum Zuge kommen. Und natürlich ein paar neue Spiele, um aus dem vermeintlichen Innovationsstau herauszukommen. Hand aufs Erz,

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Ganz aktuell: Bericht #194 vom 3.7.2019 - Diesmal wieder mit dabei: AquaSphere

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Re: Montagabend in der Bude

Beitragvon Der Siedler » 4. Juli 2019, 01:45

Mittwoch, 3.7.2019 | Spieleabend #194

Verspäteter Beginn, verspätetes Ende, verspätetes Berichtschreiben, ihr seht, worauf es hinausläuft: Ich fasse mich kurz. Den Beginn um acht hatte übrigens Mattes erbeten, und da er der einzige Teilnehmer war, konnte ich ihm seinen Wunsch nur schwerlich abschlagen. Er musste nämlich noch sieben Pfund Tzatziki machen. Was man nicht alles so für Hobbies hat, immer wieder spannend! Aber mal im Ernst: Er macht sonst auch ganz gern Aioli, da ist er gar nicht so. Auch schonmal acht Pfund. Aber morgen findet nunmal das quartalsweise Geburtstagsfest für alle Mitarbeiter seiner Firma statt, und da steuert jeder etwas bei. Mattes halt eben sieben Pfund Tzatziki. Übrigens ein super Titel für einen Quarkhouse-Film, wenn ihr mich fragt. Ganz nebenbei erinnert mich das quartalsweise Zusammenlegen von Geburtstagen etwas an das wochenweise Zusammenlegen von Todestagen frei nach dem Motto "Wir gedenken in dieser Heiligen Messe aller Verstorbenen dieser Woche aus den letzten fünf Jahren", nur dass zu diesem Anlass noch niemand sieben Pfund Tzatziki gemacht hat. Aber was nicht ist, ...

kann niemals sterben. Ist eine Überleitung eigentlich noch gut, wenn sie zwar nichts mit dem Anschlussthema zu tun hat, aber für sich betrachtet quasi schon Kunst darstellt? Gespielt haben wir jedenfalls Machi Koro. Mal wieder hat keiner auch nur ein einziges Mal mit zwei Würfeln gewürfelt. Ich hab Mattes so schnell wie nur möglich möglichst viele Minimärkte weggekauft und hatte am Ende vier Stück. Außerdem kam die vier unverschämt häufig bei mir, und gegen Ende des Spiels konnte ich mit dem Funkturm auch noch zwei Mal würfeln, um eine vier zu erzielen. Nicht besonders spannend, aber wenigstens schnell vorbei, und zwar mit 2:4 gebauten Gebäuden.

Ziemlich spannend und nicht ganz so schnell vorbei war dagegen AquaSphere. Gefühlt vor ein paar Wochen erst gespielt, trotzdem mussten wir die Regeln nochmal ordentlich wiederholen. (Schnell nachgeschaut und auf Anhieb den richtigen Bericht erwischt: #170 war der letzte Abend mit diesem Feld, ganze sieben Monate her. Fragt man sich, wieso ich zuerst dachte, es letztens erst auf dem Tisch gehabt zu haben, und dann doch direkt auf Dezember tippe... Da stimmt doch was nicht!) Ich hatte absolut keinen Lust auf den ständigen Zeitmangel und wollte ihm durch ein beständiges Zeiteinkommen entgehen. Sprich: U-Boote bauen, und zwar so viele wie möglich. Am Ende hatte ich zwar nur fünf statt alle sechs aufs Brett gebracht, aber gereicht hat es allemal. Mattes war ständig klamm, konnte deutlich weniger Züge machen als ich und somit auch nie die Mehrheit erreichen. In Runde drei war es besonders schön: Zuerst sah er die Sektorenmehrheit (Achtung: Es geht hier weder um die Senatorenmehrheit, noch um die Seniorenmehrheit, aber das dürfte ja ohnehin in den meisten Fällen dasselbe sein) auf seiner Seite, dann holte ich aber durch eine geschickte Querprogrammierung (per Forschungskarte) noch eine unerwartete Zusatzaktion raus, und außerdem konnte ich mit einem passenden Forschungslabor dann auch noch seinen letzten Bot vertreiben. Am Ende besetzte ich also alle sechs Sektoren, was sich zugegeben ziemlich gönnerhaft anfühlte. Mein Labor konnte ich nicht ausbauen, aber ich holte viele Punkte über U-Boote und Forschungskarten, sowie massig über die Zwischenwertungen. Oktopoden ließ ich heute paarweise Oktopoden sein, erst ab einer Gruppengröße von drei schritt ich ein. Diese entspannte Grundhaltung verschaffte mir erstaunlich viel Raum für konstruktivere Maßnahmen und sollte in der nächsten Partie weiter verfolgt werden. 53:79 - Das wäre David so nicht passiert, dem wir übrigens trotz Abwesenheit 26 Punkte für voll ausgebautes Labor mit allen sechs Buchstaben zusprachen. Denn die hätte er allemal gemacht.

Auch, wenn es ursprünglich an anderer Position zu Hause war, machte sich Einfach Genial als Absacker nicht schlecht. Schließlich dauert es zu zweit keine halbe Stunde und spielt sich angenehm locker runter. Überhaupt scheint mir das die einzige Unterscheidung zwischen den sonst ähnlichen Kategorien Aufwärmer und Absacker zu sein: Erstere sollen den Kopf warmmachen und aufs Hauptspiel vorbereiten, letztere eher abkühlen. So gesehen müsste man aber so manche althergebrachte Zuteilung nochmal überdenken. Egal, heute machte Mattes mich mit 6:9 in diesem unüblichen Absacker deutlich nass. Komisch nur, dass ich diese Niederlage meinerseits als einzige nicht auf meinem Zettel notiert habe... Und damit ich wenigstens irgendwas zur Partie geschrieben habe: Lila war ganz schön knapp. Mein lieber Scholli!

Am Ende unterhielten Mattes und ich uns noch über den zurückliegenden Junggesellenabschied von David, der uns und augenscheinlich auch ihm viel Freude bereitet hat. Aber wenn man sich einen reinstellt und dann nichtmal Spaß dabei hat, hat man auch wirklich etwas falsch gemacht. Immerhin waren wir vorher auch noch erfolgreich im Escape-Raum. Dass es der leichteste im Angebot war, hätte der Typ ja nicht unbedingt dazusagen müssen. Dafür hat er sich ziemlich geschickt angestellt, als er David als unbekannter "Reiseveranstalter" unten an der Straße verklickern sollte, dass es jetzt bis zur Zugabfahrt nach Paris noch eine kleine Zeitüberbrückung mit zwei Damen im Etablissement geben sollte. Dafür hatte man sich sogar in den Anzug geschmissen und die Krawatte extra schlonzig gebunden, um den schmierigen Eindruck zu untermaueren. Wir wussten natürlich alle Bescheid, aber bei David saß der Schock - Zumindest bis wir ihn dann ein paar Minuten später oben wiedertrafen und zu rätseln begannen. Danach waren wir lecker essen, nur Tzatziki gab es keins. Kein Wunder, die Monatsration für Aachen hat ja auch Mattes eben gerade vor dem Spieleabend verarbeitet. Sieben Pfund... Ihr merkt schon, ich komme da kaum drauf klar und hab obendrein noch einen Clown gefrühstückt. Was allemal besser ist als Tzatziki. Gefrühstückt zu haben. Und bevor mir noch mehr Quark - ob mit oder ohne Knofi - einfällt, verbleibe ich mit dem hundertvierundneunzigsten Hand aufs Erz,

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