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Neulich gespielt (2018)

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ErichZann
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon ErichZann » 26. April 2018, 07:35

Gestern Manhattan Project 2: Minutes to midnight zu dritt gespielt. Endlich ist der KS angekommen, die Regeln sind auf den ersten Blick komplex aber im Grunde gar nicht so kompliziert, wenn man andere WP Spiele kennt. Entweder man setzt zweimal Arbeiter ein wenn man dran ist, oder man nimmt alle Arbeiter zurück und löst die Aktionen aus, soweit nichts neues, der Trick ist aber, sobald man Arbeiter zurückholt wandert der Spieltimer ein Feld weiter Richtung Ende und Richtung nächster Wertung. Wertungen gibt es 4 ver. Raketensilos, Bomber, Uboote und stationierte Raketen in anderen Ländern. Die Wertungsreihenfolge ist aber zufällig. Richtiges Timing ist bei diesem Spiel das A und O, nehme ich Arbeiter früher zurück, obwohl ich noch welche zum setzen hätte um die Wertung auszulösen und anderen zuvor zu kommen. Insgesamt ein wirklich tolles WP Spiel bei dem es sicher einige Strategien zu entdecken gibt, das Thema globale Aufrüstung muss man natürlich mögen, ich finde alles was abseits vom 10000. Händler und Baumeister in der Renaissance Spiel ist, super! Wer ein gutes und semikomplexes WP spielt sucht sollte mal einen Blick riskieren.
Nazi Punks Fuck Off!!

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Rüdiger76
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Rüdiger76 » 28. April 2018, 11:05

Bei mir gabs zuletzt:

Das Fundament der Ewigkeit
Ich war ja schon darauf vorbereitet, dass dieses Spiel nicht an die Klasse der beiden Vorgänger herankommt und so ist es auch. Spaß gemacht haben die drei Partien aber trotzdem. Dennoch: Ich gewann zwar einmal, aber wenn man am Ende gar nicht so genau weiß, warum man gewonnen hat (meine anvisierte Strategie hat jedenfalls nicht geklappt), ist der Glücksfaktor für so ein Spiel wohl eindeutig zu hoch. Ganz nett, bleibt auch in der Sammlung (möchte die Reihe vollständig haben) und wird sicherlich mal gelegentlich gespielt, aber an die beiden Vorgänger wird es nie heranreichen.

All You Can Eat
Ganz nettes, spaßiges Kartenspiel als Aufwärmer oder Absacker. Nichts, was ich unbedingt mehrmals hintereinander spielen muss, aber für eine schnelle Runde ganz gut.

Verflucht!
Das neue Spiel vom Macher von "The Game" erinnert auch ein wenig an dieses. Die Absprache mit den Mitspielern ist ein wenig einfacher, schließlich gibt es nur eine Kartenreihe und keine vier Stapel. Große Probleme hatten wir bei unseren 3 Partien auch nicht, jedenfalls haben wir nicht vorzeitig verloren, aber am Ende blieb immer mindestens eine Kreatur übrig. Erzeugt bei mir nicht ganz die Spannung von "The Game", ist aber trotzdem ganz gut.

Die neuen Entdecker
Nach den ganzen neuen Spielen war dann mal ein Klassiker dran. Der Aufbau war dieses Mal nicht optimal, obwohl ich nur ganz leicht von einem der vorgegebenen Aufbauten abgewichen bin. Aber diese leichte Veränderung brachte es, dass eine riesige Insel entstand, die am Ende 54 Punkte wert war (davon 20 Bonuspunkte) und sich so über fast 2/3 des Spielbrettes erstreckte. Da war für andere Inseln dann nocht mehr viel Platz. Nächstes Mal halte ich mich wohl doch wieder an eine Vorgabe, mit der auch wieder kleinere Inseln möglich sind, dann ist das Spiel spannender.

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lanzi
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon lanzi » 2. Mai 2018, 12:10

In den letzten sechs Tagen gespielt:

Quacksalber von Quedlinburg (4er, 1x) - kurzweiliges Spiel, schön
Im Jahr des Drachen (4er, 1x) - gefällt mir weiterhin sehr gut
Noch mal! (2er, 3x) - sehr unterhaltsam
Qwixx (2er, 3x) - wird immer wieder gerne rausgeholt
Kribbeln (2er, 3x) - kommt u.E. nicht an die beiden zuvor genannten Würfelspiele ran, ohne schlecht zu sein.
Orleans (2er, 1x) - eines unserer Lieblingsspiele
Im Wandel der Zeiten - Bronzezeit, Würfelspiel (2er, 1x) - schöne Würfelei
Pioneers (3er, 1x) - gefiel bei dieser Erstpartie allen Beteiligten recht gut.
San Juan (4er, 1x) - alt, aber top!
Brügge (4er, 1x) - schönes Spiel

und
mit den Kindern (4&6) 1x Zug um Zug mit vereinfachter Regel.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 5. Mai 2018, 13:00

Schöne Scheiße zu fünft: Zusamengebaut aus The-Game-Karten, Cafe-International-Chips irgendwelchen Sichtschirmen war das Spielprinzip echt eine schöne ... Naja, in der Tischmitte liegt eine Karte mit Wert 2-33 (9 Karten kommen verdeckt raus). Man nimmt die Karte oder legt einen Chip drauf. Wer die Karte nimmt, kassiert am Ende deren Wert in Minuspunkten, Chips sind Pluspunkte. Sonderfall: Wenn man eine Zahlreihe von Karten hat (z.B. 10, 11, 12), zählt nur die kleinste als Minuspunkte.

Mein Spiel war es nicht, weil es mir sehr zufällig vorkam. Es kommen zahlreiche Karten raus, sodass man so gut wie nie Reihen bilden kann. Und selbst ein Haufen Chips (10 sieht viel aus) bringt nichts, wenn man 30 Minuspunkte der Karte mitnimmt. Selbst wenn man da draus nur 29 oder 28 machen kann. Pluspunkte hatte am Ende auch niemand. Die Leute, die Karten und Chips sammelten standen am schlechtesten da.

Meeple Circus zu fünft: Man wählt zuerst seine Artisten, Tiere bzw. Gegenstände und baut dann nach bestimmten Siegbedingungen unter Zeitdruck den kleinen Meeple Circus auf. Das macht man drei Runden und behält dabei immer die Gegenstände aus den vorherigen Runden. In der dritte Runde spielt jeder für sich, hat aber ein gewisses Handicap.

Das Spiel ist ganz nett und ich spiel es wieder mit, schlage es aber nicht vor. Grund ist, dass die Downtime in der letzten Runde zu hoch ist. Vier Leuten für je 2 Minuten beim Basteln zuzusehen, ist halt nicht so spannend. Daneben ist das Spiel zu kurz: Runde 1 und Runde 2 jeweils zweimal und dann Runde 3 wäre schöner. Und als drittes: Wenn man keinen roten Meeple hat (der Punkte für Höhe bringt), lohnt sich ein Stapeln von Figuren nicht. Ich habe einfach vier Einzelaktionen auf dem Boden gebaut anstatt alles übereinander zu stapeln, was dann eh umfällt. Daher: Ganz nett!

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Auf den Spuren von Marco Polo – Die Gefährten zu fünft: Mit der Gefährten-Erweiterung kann man nun auch zu fünft spielen – was ich nicht empfehle, da die Downtime einfach heftig ist. Die Erweiterung bringt die Gefährten hinzu, die man für je eine Runde anheuern kann und großartige Fähigkeiten haben. Aber man kommt auch sehr gut ohne aus. Womit man nicht auskommt, ist die Venedig-Karte. Hier kann man nun auch Häuser setzen. Damit man genug Häuser hat, bekommt jeder Spieler vier mehr. Wenn man, wie ich, Venedig einfach ignoriert und die Häuser nur auf den Spielplan setzt, hat man also vier Häuser mehr als im Grundspiel. Und selbst da bekommt man selten alle los. Zwei Spieler, die nicht auf Venedig gegangen sind, hatten am Ende dann auch 4-5 Häuser mehr als die anderen übrig – und waren damit auch weit abgeschlagen. Ich war letzter mit 59, dann ging es bei 73 weiter ... die Erste hatte 105 Punkte.

Ich bin zwiegespalten: Mit Venedig würde ich noch einmal spielen und mich dann komplett darauf konzentrieren. Die Gefährten braucht man nicht zwingend. und zu fünft dauert mir das Spiel zu lang. Schön sind die neuen Charaktere, die wieder mehr Abwechslung reinbringen. Ich fand meinen (erhalte 6 Bonuskarten für das gesamte Spiel) nicht so toll, da es keine richtige Strategie gibt, sondern man normal spielt und ab und an einen Bonus nutzt. Interessanter fand ich die neuen Abkürzungen (aus der neuesten Mini-Erweiterung), die aber auch nicht super mächtig sind, aber dennoch helfen, die Wegeskarten zu erfüllen.

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marcopolo_gefaehrten.jpg (65.45 KiB) 1966 mal betrachtet

Agent Undercover zu viert: Viermal gespielt, dreimal war der Spion der gleiche Spieler und hatte es verdammt schwer. Alle Spieler bis auf einen wissen, an welchem Ort sie sich befinden. Reihum stellt man den Mitspielern fragen und hört deren Antworten. Der Spion muss dummerweise auch mitmachen, obwohl er keine Ahnung hat, wo sich alle befinden. An der Universität, in einer Weltraumstation oder am Strand? Und wie ist das Wetter draußen? Keine Ahnung, wenn man Spion ist. Die Geheimagenten versuchen den Spion am Ende des Spiels zu enttarnen, der Spion versucht der Ort zu erraten. Unsere Fragen waren gut und schön schwammig, aber für die Eingeweihten gut genug, sodass man sich doch identifizieren konnte. Ein lustiges Spiel, aber Agent sein ist echt heftig.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 7. Mai 2018, 21:24

Ganz schön clever zu viert: Ein sehr schönes Kniffel-Spiel. ;) Der aktive Spieler würfelt 6 verschiedenfarbige Würfel, sucht sich einen aus, kreuzt das entsprechende Kästchen auf seinem Zettel an und legt alle niedrigeren Würfelwerte raus. Das macht er nochmal und nochmal (außer er hat zu viel herausgelegt und kommt nicht auf drei Würfel). Von den herausgelegten Würfeln darf sich jeder Mitspieler einen aussuchen und den bei sich ankreuzen. Dann geht's zum nächsten Spieler. Dies spielt man je nach Spieleranzahl 4 bis 6 Runden lang, sodass am Ende – wenn nichts schief geht – jeder Spieler mindestens 24/25 Kreuze gemacht hat.

Die Besonderheit ist, wenn man bestimmte Kästchen in einer Farbe erreicht oder Reihen/Spalten vollmacht. Dann gibt es Boni, die ggf. irgendwo anders ein Kreuz setzen lassen, was dann ggf. wieder einen Bonus ergibt etc. Und genau von diesen Kettenreaktionen lebt das Spiel. Am Ende werden die Punkte jeder Farbe zusammengezählt (je nach Farbe variiert die Art des Zusammenzählens).

Ich wurde von mir selbst disqualifiziert, weil ich bei Lila zwei 1er eingetragen habe, obwohl die Zahlen echt aufsteigend sein mussten. Ansonsten hätte ich gewonnen.

Codenames zu viert (Mädels vs. Jungs): Die Jungs waren nah dran, aber so richtig haben wir es nicht gepackt. Codenames hat immer noch den Nachteil, dass es lustig ist, sobald jemand etwas vorgibt oder rät ... aber dazwischen ist es eben todlangweilig für alle, die nicht dran sind. Vor allem zu viert: Der Erklärer schaut krampfhaft 5 Minuten auf die Karten, um zumindest zwei Begriffe zusammen zu bringen. Und der Rater geht dann wieder 5 Minuten jede einzelne Karte im Kopf durch, ob es das wohl ist. Man kann sich nicht mal groß mit seinem restlichen Team unterhalten, weil der eigene Erklärer bereits die nächste Wortkombi überlegt und sonst ist da halt niemand. Ist immer noch ein gutes Spiel, aber ich verstehe, wieso manche andere Spiele wie Tabu bevorzugen.

Ganz schön clever zu viert: Weil wir nichts Neues lernen wollten und jetzt jeder eher wusste, worauf es ankam, gab es noch eine Runde „Ganz schön clever“. Immerhin wurde ich nicht disqualifiziert.

When I dream zu viert: Der Träumer schließt der Augen, die anderen sagen zu einem ausliegenden Begriff passende Wörter und der Träumer muss raten, welcher Begriff gemeint ist. Clou ist, dass es Feen gibt, die dem Träumer helfen, Nachtelben, die wollen, dass er möglichst falsch liegt und entsprechend falsche Fährten legen, und Sandmänner, welche eine Ausgewogenheit haben wollen. Man rät solange neue Begriffe bis die Zeit abgelaufen ist.

Ich finde das Spiel sehr schön, aber es gibt ein Chaoselement, sodass man teilweise wenig steuern kann, wo die Reise hingeht. Fee ist wohl der langweiligste Job, weil man eben nur alles richtig erklären muss. Nachtelb ist da spannender, da man Wörter sagt, die nahe am Begriff sind, aber ganz leicht in die falsche Richtung deuten. Daher: Ist nicht für jeden was. Ich find es jedenfalls toll.

Ganz schön clever zu viert: Und noch einmal „Ganz schön clever“, obwohl es nicht „Nochmal“ heißt. ;) Beim dritten Spiel hatten alle den Dreh raus und die Punkte waren entsprechend hoch (166-210). Super Spiel!

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 10. Mai 2018, 13:33

Hm, ich schein der Einzige zu sein, der grad noch spielt ...

Vast – The Crystal Caverns zu viert: „Vast“ ist ein extrem asymmetrisches Spiel, bei dem jeder Spieler eine andere Rolle inne hat: In einer Höhle versucht die Kriegerin den Drachen zu töten, der im Untergrund schläft. Der Drache wiederum will aufwachen und aus der Höhle entkommen, wofür er Goblins fressen muss. Die Goblins wiederum versuchen aus dem Schatten heraus die Kriegerin zu töten. Und die Höhle – ja, die Höhle spielt mit – versucht das Höhlensystem aufzubauen, sodass keiner sein Ziel erfüllt, und muss dann einstürzen, um alle unter sich zu begraben.

Die erste Partie „Vast“ ist echt kein leichter Einstieg. Jeder Spieler hat zwei bis drei DinA4-Seiten mit Regeltext, der nur für ihn gilt. Daneben gibt es noch die allgemeinen Regeln. Durch die Aufteilung ist es teilweise auch schwer, einen guten Überblick zu bekommen, was nun geht und was nicht. Und – was eher passiert – es gibt viele Regelfehler, weil man einfach viel übersieht.

Wenn man den Punkt aber überwunden hat, entsteht ein echt interessantes Spiel. Keiner von uns hatte es zuvor gespielt, so hatte auch niemand eine passende Strategie. Ich spielte die Höhle – ganz einfach, weil es das erste Spiel ist, wo ich mal nicht einen Standard-Fantasy-Charakter spielen konnte – hatte zwar auch keine Strategie, konnte aber durch etwas Glück und durch Regelfehler gewinnen. Alle anderen Spieler waren aber auch nur ein oder zwei Runden vom Sieg entfernt.

Wahrscheinlich müssen wir uns jetzt nach dem Spiel noch einmal hinsetzen und die 20 Seiten Regelwerk in Ruhe durchlesen, um zu erkennen, was wir alles falsch gemacht haben. Aber auch so hatten wir viel Spaß bei dem Spiel. Und es darf gerne noch eine Partie sein. Kaufen würde ich es mir aber nicht, da es zu selten auf den Tisch käme. Vor allem neuen Mitspielern würde ich das Spiel nur ungern erklären wollen, weil es einfach viel zu viel ist. (Wertung: 7,0)
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vast.jpg (45.2 KiB) 1719 mal betrachtet

The Mind zu viert: Das Spielprinzip ist einfach. Jeder Spieler hat zufällige Handkarten mit Werten von 1 bis 100. Ziel ist es, ohne Absprache oder sonstige Kommunikation die Karten aufsteigend abzulegen. Dies klingt ein bisschen nach „The Game“ (kein Link, weil man das Spiel mit der BGG-Suche einfach nicht findet), wo es aber geordnet reihum geht und man vier Stapel zum Ablegen von Karten hat.

„The Mind“ macht Spaß. Am Anfang schafften wir es bis in Runde 4 (jeder hat 4 Handkarten), im zweiten Spiel bis Runde 7 (jeder hat 7 Handkarten), wir wurden also besser und nach dem ersten Abtasten wussten wir in etwa, wie lange wir aufeinander warten konnten, bis jemand etwas legt. Dennoch kommt es dann eben vor, dass jemand nach der 12 und 60 Sekunden Wartezeit die 40 draufhaut, während jemand anderes noch die 39 auf der Hand hatte. Das ist dann einfach Pech, aber eben auch lustig. Auch „The Mind“ spiele ich ab und zu mit, wäre aber wieder kein Kaufgrund. (Wertung: 7,5)

A Fake Artist Goes to New York zu viert: Geht eigentlich erst zu fünft, war uns aber egal und hat dennoch extrem viel Spaß gemacht. In diesem Kreativspiel … oder Moment, es ist kein Spiel. „Fake Artist“ ist ein Spielkonzept, für das man nur Papier und Stift und Kreativität braucht. Das ist etwas schade für den Verlag Oink Games, weil man so das Spiel nicht zwingend kaufen muss, aber aus Spielersicht natürlich umso besser.

Der aktive Spieler denkt sich einen Begriff aus, den es zu zeichnen gilt. Jeder Spieler bekommt geheim diesen Begriff – bis auf einen, der nur ein X bekommt und somit keine Ahnung hat, um was es geht. Danach muss jeder außer dem aktiven Spieler reihum auf einem Zettel mindestens einen Punkt/Strich/Linie malen. Die Wissenden zeichnen natürlich etwas Passendes, der Unwissende versucht mitzuhalten, obwohl er keinen Plan hat. Jeder malt zweimal und dann wird abgestimmt. Wird der Fake Artist nicht entdeckt, bekommen er und der aktive Spieler einen Punkt. Ansonsten bekommen alle Wissenden einen Punkt.

Wer jetzt an „Agent Undercover“ denkt, liegt richtig. Es ist exakt das gleiche, nur eben mit Stift und Zettel. Ein Vorteil ist, dass man sprachlich nicht so gut drauf sein muss. Und einfache Linien zeichnen können die meisten. das Spiel wird vor allem durch die Unwissenheit des falschen Artisten so großartig. So war ich in der erste Runde der Fake Artist. Der erste Wissen zeichnet eine Blumenvase mit Blume. Ich ohne Plan zeichne einen Tisch drunter, weil das so passt. Der nächste zeichnet ein L daneben. Und am Ende werd ich nicht erkannt, weil der gesuchte Begriff tatsächlich „Tisch“ war und wir kriegen uns vor Lachen nicht mehr ein.

Durch das nicht existente Spielmaterial ist „Fake Artist“ das perfekte Unterhaltungsspiel für Geburtstage und Partys. Für mich ist der hohe Unterhaltungswert ein Kaufgrund, allein um den Verlag zu unterstützen. Wertung: 8,0

Ganz schön clever zu viert: Scheint unser aktueller Dauerbrenner zu sein. Meine Strategie ging diesmal nicht auf, wobei ich nicht einmal letzter war. Der erste hatte uns alle aber mit 243 Punkten weit überholt. (Wertung: 8,0)

Grand Austria Hotel zu viert: Es war inzwischen 23:30 Uhr und als kleines Spiel zum Abschluss gab es dieses Würfelaktionswähl-Spiel. Die Spieler managen ein Hotel, müssen Gäste zuerst mit weißen, schwarzen, braunen und roten Holzwürfelchen verköstigen (Die Würfel stehen auch für irgendwelche Gerichte, die sich aber eh niemand merkt.) und die Gäste danach im Hotel einquartieren, wobei die Farbe des Tischs, wo der Gast saß, zum Zimmer passen muss. Die Zimmer muss man natürlich vorher erst bauen. Alle Aktionen geschehen über eine Würfelauswahl, wo jede Augenzahl für eine Aktion steht. Aus einem Pool sucht sich der aktive Spieler einen Würfel aus der Tischmitte aus und die Stärke der Aktion richtet sich danach, wie viele Würfel dieser Augenzahl noch da lagen. Über sieben Runden wird gespielt und jeder kommt pro Runde zweimal dran. Man hat also genau 14 Aktionen pro Spiel.

Bei einer Bewertung von 7,8 auf BGG tut es mir schon fast leid und vielleicht lag es an der Tageszeit, aber für mich ist das Spiel gefloppt. Je nach kausalem Zusammenhang wirkte sich das auch auf meine Endpunkte aus: 69 hatte ich. Alle anderen waren über 100, der erste bei 169. Und dummerweise habe ich während des Spiels schon gemerkt, dass ich nicht mal ansatzweise in der Punkteregion der anderen landen werde, was mir den Spielspaß nahm.

Ein zweites Manko ist die Downtime, weswegen ich Grand Austria Hotel (zumindest zu viert) nie wieder spielen werde. Der Zugmechanismus ist so, dass der 1. Spieler dran ist, dann 2, dann 3, dann 4 und dann geht es rückwärts wieder weiter mit 4, 3, 2, 1. Bei einem denklastigen Spiel, bei der jeder Spieler schon ca. 3 Minuten an seinem Zug sitzt, heißt das für Spieler 1, dass er nach seinem Zug ca. 18 Minuten rumsitzt und wartet, wieder dran zu sein. Dadurch, dass sich die Auslage der Gäste und vor allem der Aktionswürfel stark verändern, lohnt es sich nicht einmal groß vorzuplanen. Es hat sicherlich einen Grund, dass der Zugmechanismus so gewählt wurde, aber ich finde diese Reihenfolge einfach die schlechteste, die ich bisher in einem Spiel gesehen habe.

Die Mechanik des Spiel ist nicht neu. Die Würfelauswahl kenne ich aus Panamax. Die Zimmeraufteilung im Hotel kommt mir irgendwie mit Rokoko verwandt vor. Beide Spiele gefallen mir aber wesentlich besser – vor allem thematisch. Ich kann sachlich vermutlich gar nicht begründen, warum „Grand Austria Hotel“ bei mir durchgefallen ist. Aber noch ein Partie wird es vermutlich nicht geben. (Wertung: 5.0)
Zuletzt geändert von Dee am 11. Mai 2018, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Winston
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Winston » 10. Mai 2018, 19:24

Heckmeck: Das kommt derzeit sooo oft auf den Tisch und ich spiel es noch immer gerne.

Catan + beste Freunde + Hafenmeister + Helfer: Ja ... so gefällt mir das Grundspiel. Kleine Dinge die die Zeit in der man das Gefühl hat das es "Längen" gibt wegreduziert. Derzeit ist "Beste Freunde" mein Favorit, weil du mehr diplomatische Optionen hast und anderen "helfen" kannst.

Ra: Irgendwie hab ich die Regelerklärung dieses Mal verkackt. Ein paar haben sich überhaupt nicht ausgekannt. Ich versteh nicht, was da schief gelaufen ist. Ich muss es gleich nochmal versuchen.

Wizard: Klassiker. Man muss aber zu 5. etwas Zeit einplanen :)

Djinn: Neues Stichspiel. Wieder ein netter Dreh drin. Wird es ein Dauerbrenner? Zu früh um es zu sagen. Das Cover ist leider so gar nicht meins.

Dominion: Auch nach mehr als 100 Partien noch super.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 13. Mai 2018, 12:35

Sagrada zu viert: In „Sagrada“ baut jeder Spieler bunte Kirchenfenster mit Würfeln. Das aufgesetzte Thema ignorierend legt man 20 Würfel in einer Schablone, die bestimmte Vorgaben macht, welche Farbe bzw. welche Augenzahl wo liegen muss. Zusätzlich ist die Bedingung, dass nicht gleiche Farben oder Augenzahlen orthogonal nebeneinander legen dürfen. Und so wählt jeder Spieler aus zwei Handvoll Würfeln jede runde zwei aus und füllt so seine Schablone. Offene Zielkarten und eine privat Zielkarte geben dann am Ende Siegpunkte.

„Sagrada“ ist wie abstraktes Würfel-Auswähl-Spiel, das Thema spielt keinerlei Rolle, auch wenn die Tableaus so bunt recht hübsch aussehen. Es spielt sich relativ flott, zum Ende hin geht es schneller, weil man Würfel aussortieren kann, die man nicht mehr auswählen darf, da es keinen legalen Platz für sie gibt.

Mit selbst hat das Spiel ganz gut gefallen. Es hat aber wenig Emotionen in mir ausgelöst, sondern spielt sich einfach so runter. Man ärgert sich vielleicht ein klein wenig, dass man irgendwann vor X Runden den falschen Würfel ausgewählt hat. (Wertung: 7,0)
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Ganz schön clever zu viert: So, genug von dem Spiel. Diesmal ohne Strategie gespielt, sondern ankreuzt, was sinnvoll erschien und damit auch gewonnen. Das positive Gefühl des Erfolgs, was einen durchfährt, wenn man zwei, drei oder gar vier Kettenzüge erreicht, ist einfach toll. Ansonsten bleibt es aber ein besseres Kniffel, das ich gerne spiele. (Wertung: 8,0)

Nicht lustig - Lemming Mafia zu viert: Die Lemminge wollen sterben und sich mit Betonklötzen an den Füßen ins Wasser stürzen. Die Mitspieler „steuern“ durch Würfel das Fortkommen der Lemminge und wetten darauf, wer es wohl als erster ins Wasser schafft. Zu viel Beton an den Bein macht die Lemminge aber träge und sie kommen gar nicht mehr vorwärts und sind ausgeschieden.

Wer andere „Nicht lustig“-Spiele kennt, weiß, dass man keinen Tiefgang suchen muss. Aber dafür war es spaßig. Hängt man einen weiteren Betonklotz an den Lemming dran, um ihn vor den Fluten zu „retten“? Oder geben einem die eigenen Zielkarten eher vor, dass man einen bestehenden Betonklotz wieder runterhaut. Durch die Würfel ist es ein klein wenig Zufall, welcher Lemming vorwärts gezogen werden kann, aber man hat die Wahl zwischen zwei Lemmingen und danach die Wahl, wo man den Lemming hinsetzt.

Insofern hat das Spiel mehr Tiefgang als erwartet und die Lemminge sehen einfach lustig aus. Ich muss es nicht noch einmal spielen, aber es war ganz okay. (Wertung: 6,5)
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Oceanos zu fünft: „Oceanos“, das Spiel des Zufalls. Jeder schippert mit seinem U-Boot durch das Meer und versucht in drei Tauchgängen viel vom Ozean (in Form von Karten) zu erkunden. Verschiedenen Fische bringen Punkte, Schatztruhen können am Spielende geöffnet werden, tolle Korallenriffe entfalten sich vor einem. Durch Kristalle und darauf folgende Tauchstationen kann man das eigene U-Boot aufwerten, um z.B. mehr Karten zur Auswahl zu haben, mehr auszusehen, mehr Fische zu werten oder mehr Tauchgänge zu starten.

Und so entsteht in den drei Runden eine sehr schön anzusehende Meereslandschaft – die leider extrem auf Zufall basiert. Da jeder Spieler zufällig Handkarten erhält und sich dann davon eine aussucht, ist es Zufall, was am Ende vor einem liegt. Wenn man anfängt Korallen zu sammeln und dann bei drei Karten keine Korallen bekommt, hat man eben Pech gehabt. Ein Drafting-Mechanismus wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen.

Gleiches gilt für die Schätze am Ende. Je nach Anzahl geborgene Truhen zieht man aus einem Beutel verdeckt die Schätze mit Werten 2-4. Das kann also super laufen und man holt aus zwei Schätzen acht Punkte heraus oder man hat vier Schätze und kommt ebenfalls nur auf acht Punkte.

Insofern gibt es keine Strategie im Spiel. Man bekommt eben einige Karten auf die Hand und entscheidet sich einfach, was taktisch die beste Wahl ist. Das macht das Spiel sehr zufällig, dafür aber eben auch für Familien und jüngere Spieler zugänglich. Ich fand es aber eher dahinplätschernd ... (Wertung: 6,0)
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Oben und unten zu dritt: Mit einer eigenen Familie starten wir in das Abenteuer und können Mitglieder für das Dorf anwerben, Häuser bauen oder die Höhlen erkunden. Beim Erkunden der Höhlen werden aus einem Buch kleine Geschichten vorgelesen, bei denen man dann die Wahl hat, was man tut. Fängt man das verlorengegangene Schwein eines Bauern ein oder lässt man es frei? Bekämpft man das komisch aussehende Monster oder rennt man lieber weg? Für den Erfolg muss man Würfeln, kann aber trotzdem abschätzen, was man erreichen kann. Die Belohnung bleibt geheim und so erhält man manchmal viel Geld, seltene Kristalle oder sogar einen neuen Begleiter fürs Dorf. Oder man kriegt einen Pilz und einen Ruhmespunkt.

„Oben und Unten“ lebt von den Geschichten. Auch wenn das Spiel eher für jüngere Spieler ist, was man dem (fehlenden) Gehalt der Texte entnehmen kann, ist es auch für Erwachsene spannend, wie sich die eigenen Entscheidungen auswirken. Dabei entscheidet man (als Erwachsener) aber oft nicht so, wie man es vielleicht moralisch täte, sondern so, wo man die beste Belohnung/Beute erwarten würde, um das Spiel zu gewinnen.

Mir gefällt das Spiel sehr gut, vor allem, wenn man seiner Dorffamilie nahmen gibt und diese so auf das Abenteuer schickt. Von Schwerkraft gibt es einen Neudruck, der auch einige Fehler im Abenteuerbuch korrigiert hat. Und mit Nah und fern steht bei Schwerkraft der Nachfolger ab Essen 2018 auch auf Deutsch zur Verfügung. (Wertung: 8,0)
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Rescue the Polar Bears zu zweit: Wir retten gemeinsam Eisbären vorm Ertrinken, da durch die Klima-Erwärmung deren Lebensraum, die Eisschollen, wegschmelzen ... So erkläre ich das Spiel mit dem großen Niedlichkeitsfaktor immer, aber eigentlich stimmt das nicht. Denn wir sammeln Datenpunkte, mit denen wir die Regierungen überzeugen können, etwas gegen die Erwärmung zu tun. Fällt ein Bär ins Wasser und kann sich wegen Überfüllung nicht mehr auf eine benachbarte Eisscholle retten, können wir immer noch einen Rettungshubschrauber losschicken. Da man hiervon aber nur sechs hat, sollte man nicht zu viele Bären baden gehen lassen.

Mich reizt das Spiel wegen des Aussehens (Mama Bär, Papa Bär und Baby Eisbär als schöne, haptische Gips-Figuren) und des Themas. Keine Krankheiten heilen, oder Feuer löschen, sondern Bären retten. Das habe ich zuvor noch nicht gesehen. Mit „Rescue the Polar Bears“ hat man daneben ein nicht all zu kompliziertes und deswegen für Kinder und Familien geeignetes kooperatives Spiel, was leichter zugänglich ist als beispielsweise „Pandemie“. (Wertung: 8,0)
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Maery
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 13. Mai 2018, 20:03

Lange nichts mehr geschrieben hier, da ich kein Internet hatte. Für die Verhältnisse aber wegen Stress dennoch wenig gespielt.

Back Jacky:
Zu zweit und zu viert gespielt. Ich bleibe dabei, dass ich das Spiel echt süß und kurzweilig finde. Ist eine neue Variation des Spiels Black Jack oder 21 und ist sehr einfach aber dennoch spannend gehalten. Und das Artwork ist absolut niedlich mit Katzen und Mäusen im Western Stil. Sehr gutes und schnelles Einstiegsspiel.

Azul:
Auch zu zweit und zu viert. Zu zweit spielen wir es weiterhin super gerne und schnell, sowohl in der einfachen wie auch in der schwierigen Variante. Die schwere Variante verliere ich aber leider immer, da ich bislang einfach zu viel oder zu wenig nachdenke :rolleyes: :P
Zu viert hat es überraschender Weise auch sehr gut funktioniert, obwohl ich das Spiel für die beiden Neulinge als zu langweilig vom Thema eingeschätzt habe. Hat dennoch gut funktioniert, auch wenn es natürlich taktisch zu zweit spannender ist. Aber zu viert ist es dafür einfach leichter und trotzdem schön.

Dragon Castle:
Zu zweit neu gespielt und dabei erst einmal ohne Drachen und Geister und einmal mit. Haben das Spiel eigentlich nie haben wollen bzw. es war kein Drang da, es zu kaufen, doch als wir es als Angebot für 25€ neu gesehen haben, hat unser Schnäppchengeist zugeschlagen und wir wollten es dann doch. Ich muss zugeben, dass ich es für das Geld okay finde, aber bei 50€ hätte ich mich doch sehr aufgeregt, denn bei uns zündelt es einfach nicht. Es ist irgendwie frickelig die Steine umzudrehen, es ist nicht wie Majong wirklich fordernd und irgendwie empfinde ich es teilweise als unübersichtlich. Auch der Aufbau ist trotz Angabe auf dem Platten länger als gedacht. Noch kein wirklicher Fehlkauf, da man ja gutes Material für das Geld bekommt, aber ich weiß nicht, wie lange es in der Sammlung bleibt.. Enttäuschend..

Alhambra:
Zu zweit wieder einmal gespielt und wir mögen es immer noch gerne. Haben die Family Box mit Granada und Co, aber bislang reicht uns Alhambra aus. Für das bisherige immer mal wieder Spielen sind wir immer noch von Alhambra begeistert und brauchen noch keine Abwechslung. Schönes Lege-Spiel.

Takenoko:
Zu zweit und zu viert gespielt. Haben das Spiel schon länger, aber irgendwie spielen wir es nicht so oft. Hat uns aber dennoch gefallen und besonders zu viert war es dann doch sehr schön. Außerdem hat das süße Material für Begeisterungsrufe gesorgt ;) Zu zweit gefällt es uns aber mit Erweiterung besser, aber da wir mit eher Nichtspielern gespielt haben, erschien es uns mit Erweiterung als zu komplex. Für die Leute die das Spiel nicht kennen: Es handelt sich um ein Spiel, bei dem alle gemeinschaftlich einen Garten anlegen und pflegen. Allerdings hat jeder Gärtner noch eigene Ziele, um die Gunst des Herrschers zu erlangen. Leider ist im Garten aber auch ein Panda, der sich nach Lust und Laune am bepflanzten Bambus bedient. Daher können sowohl von den anderen Gärtnern, die den Garten nach ihren Wünschen bebauen, als auch von dem Panda Störungen für dich entstehen und es ist sehr glückslastig und dementsprechend ein gutes Familienspiel. Allerdings hat es auch seine Tücken und wir mögen es viel lieber mit der Erweiterung, denn dadurch wird es teilweise ausgeglichener (siehe gleich).

Takenoko Chibis:
Die Erweiterung ist absolut ihr Geld wert. Durch die neuen Gebietsplättchen ist das Spiel viel ausgeglichener, denn so können auch weit vom Anfangspunkt entfernte Gartenplättchen einfach bepflanzt werden, es gibt mehr unterschiedliche Auftragskarten, es gibt Zusatzpunkte für vielfältiges Erfüllen von den Auftragskarten, und noch viel mehr andere Zusatzaktionen, die das Spiel viel strategischer machen.

Marvel Legendary:
Noch einmal zu zweit gespielt. Wir haben ja viele Deckbuilder Spiele und von Marvel haben wir vor dem Kauf zu viel erwartet und waren danach sowohl zu zweit wie auch zu dritt im Spiel enttäuscht. Haben es jetzt aber noch einmal probiert mit anderer Variation und es hat schon mehr Spaß gemacht. Wird nie mein absolutes Lieblingsspiel, aber es bleibt zumindest in der Sammlung und wird doch hin und wieder rausgeholt.

Splendor:
Von mal zu mal mag ich das Spiel mehr (Zweierspiele). Ist nicht sehr fordernd, aber kurzweilig und ich mag es, dass man immer reicher wird und sich mehr leisten kann. Finde den Grundpreis wegen der Pokerchips zwar für das eigentliche Spiel ein wenig überteuert (besonders, da es auch ähnliche Kartenspiele gibt wie Portale von Molthar), aber da wir es zu einem Angebotspreis gekauft haben, ist es für uns vom Preis-Leistungs-Verhältnis gut.

Arcadia Quest:
Zu viert gespielt mit neuen Personen und diese waren absolut begeistert. Bis jetzt habe ich noch niemanden gefunden, dem das Spiel nicht gefällt. Es bleibt einfach wirklich lustig und spannend und es sieht dazu auch grandios aus! Wobei man sich schon so gut verstehen muss, dass die anderen einem die Schadenfreude und die Kämpfe nicht persönlich nehmen. Kenne einige, die sowas nicht gut trennen können, aber mit denen würde ich auch niemals dieses Spiel spielen.
Zuletzt geändert von Maery am 13. Mai 2018, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.

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hgzwopjp
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon hgzwopjp » 13. Mai 2018, 21:01

Maery hat geschrieben:Lange nichts mehr geschrieben hier, da ich kein Internet hatte. Für die Verhältnisse aber wegen Stress dennoch wenig gespielt.


Glückwunsch zum Wegzug. Nicht genügend Umzugskartons gehabt, auf denen man spielen könnte? :D :cool:

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 13. Mai 2018, 21:43

hgzwopjp hat geschrieben:
Maery hat geschrieben:Lange nichts mehr geschrieben hier, da ich kein Internet hatte. Für die Verhältnisse aber wegen Stress dennoch wenig gespielt.


Glückwunsch zum Wegzug. Nicht genügend Umzugskartons gehabt, auf denen man spielen könnte? :D :cool:


Danke ;) Und ehrlich gesagt haben wir sogar als aller letztes einige Brettspiele weggepackt (eine Kiste war die ganze Zeit offen) und als eines der ersten wurde nach den Küchensachen Brettspiele ausgepackt :D Wir haben uns also echt bemüht :cool: :P

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Ernst-Jürgen Ridder
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 14. Mai 2018, 16:05

Feudum

Am vergangenen Wochenende dreimal gespielt, davon zwei Probe-/Lernspiele , einmal zu zweit und einmal zu dritt, und einmal das -regulär beendete- Grundspiel (ohne Erweiterungsregeln) zu zweit. Das waren zusammen rund 10 1/2 Stunden Spielzeit, weil die beiden Lernspiele, obwohl nur jeweils über zwei Epochen, je vier Stunden gedauert haben.

Die Spielmechaniken als solche sind nicht schwer, aber der Komplexitätsgrad ist durch die vielen möglichen Verknüpfungen und Wechselwirkungen hoch.

Man wählt zu Beginn einer Runde aus seinen 11 Aktionskarten (alle verschieden) vier -unter bestimmten Voraussetzungen auch fünf- aus. Dabei muss man sich zu dem Zeitpunkt schon entscheiden, ob man, sofern man die materiellen Voraussetzungen dafür erfüllt, einmal in der Runde einen Doppelzug machen, also zwei Aktionskarten nacheinander ausspielen will. Spielt man nach der erweiterten Regel, haben diese 11 Karten alle eine andere weitere Aktionsmöglichkeit, die es dann zu berücksichtigen gilt.

Kommt man dran, spielt man jeweils 1 Aktion und dann folgt der nächste Spieler, bis alle ihre Karten gespielt haben, womit die Runde endet.

Als Spielfiguren hat jeder drei 3 Würfel. Die werden nicht gewürfelt, sondern es gilt die Seite, mit der nach oben man den Würfel als Spielfigur auf dem Plan einsetzt, wobei das Einsetzen Nahrung kostet. Der Würfel ist ein D6, jede Seite zeigt eine andere Figurenart (Ritter, Adliger, Mönch, Bauer, Kaufmann, Alchemist). Die Figurenart bestimmt, welcher der sechs Gilden man angehört, andere Umstände bestimmen den Rang in der Gilde. Jeder Spieler kann, als Gildenaktion (1 der 11 Karten) mit jeder Gilde handeln, wobei es bei jeder Gilde anderes gibt. Gildemitglieder haben die Möglichkeit, je nach Rang (Meister oder Geselle) eine Gildenaktion zu spielen. Das macht im vollen Grundspiel 22 verschiedene Aktionsmöglichkeiten über die Aktionskarten und 18 verschiedene Aktionsmöglichkeiten über die Gilden sowie zusätzliche Möglichkeiten durch königliche Mandate. Da man drei Würfel hat, kann man über diese maximal drei Gilden angehören. Man kann aber auch in den anderen Gilden Mitglied sein, ohne dafür eine Spielfigur auf dem Plan zu haben, wenn man eine Stadt zu einem entsprechenden Lehen ausbaut. Es gibt 12 Lehen, 2 für jede Gilde. Hat man mindestens ein Lehen, hat man militärische Verpflichtungen und muss kämpfen, um bis zu 22 Minuspunkte (die man wegen Untreue gegenüber dem Lehensherrn sonst bekommen könnte) zu vermeiden. Es gibt vier Ortschaftstypen, jeweils -was sonst- mit anderer Funktion; man kann dort Fürst, Leibeigener oder Untertan sein, jeder hat -was sonst- eine andere Funktion.
Hat man mal drauf, was es überhaupt für Möglichkeiten gibt, was welche Aktionskarte eigentlich kann, welche Aktionsmöglichkeiten es in den Gilden gibt usw. usf., kann man anfangen, sinnvolle Verknüpfungen zu finden, eine Strategie zu entwickeln oder herauszufinden, welchen Einfluss die Mitspieler auf die eigenen Möglichkeiten haben.

Kleines Beispiel: Zwei Spieler haben je 1 Mönch auf dem Spielplan, der eine ist Gildemeister in der Mönchsgilde, der andere Gehilfe. Beide haben kein Mönchslehen. Der Gildemeister nimmt, warum auch immer, seinen Mönch vom Spielplan, wodurch er aus der Mönchsgilde ausscheidet und der bisherige Gehilfe Gildemeister wird. Der Ausgeschiedene kann ab sofort bei der Mönchsgilde nur noch "Handeln", weil er nicht mehr Mitglied ist. Der bisherige Gehilfe kann nun statt der Gehilfenaktion die Meisteraktion spielen, die punkteträchtiger aber nicht unbedingt "cooler" ist; manchmal wäre man eben lieber nur Gehilfe.

Demnächst kommt eine Erweiterung heraus, mit der man Feudum solo spielen kann. Da bin ich schon sehr gespannt drauf.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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lanzi
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon lanzi » 15. Mai 2018, 09:43

Wikinger (HiG) - 2er, 1x
gefällt immer noch (sehr) gut

Targi - 1x ohne, 1x mit Erweiterung
vielleicht unser beliebtestes 2er-Spiel

Mombasa - 2er, 1x
das gefällt sehr, sehr gut

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 20. Mai 2018, 15:57

Terraforming Mars
Wir haben seit neuestem Terraforming Mars und haben es nun auch schon mehrmals spielen können. Sowohl mit Kolonien wie auch ohne.
Irgendwie sind wie zwiegespalten. Denn einerseits hat das Spiel sehr schöne Aspekte und es ist von der Länge so, dass man wirklich das Gefühl hat, alles geschafft zu haben. Nicht z. B. wie bei Caverna, wo man jedes Mal enttäuscht st, wenn es endet, da es noch so viel zu tun gab. Andererseits ist das Spiel aber absolut unausgeglichen. Es gab immer jemanden, der das Gefühl hatte, total hinterher zu hängen, was auch stimmte. So sind die Kolonien ja auch von vornherein unausgeglichen und auch einige Karten sind echt extrem. Mal gucken, ob es sich noch mit der Zeit ausgleicht, aber irgendwie sind wir zwar auch vom Prinzip überzeugt, aber nicht komplett von der Durchführung.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 24. Mai 2018, 21:55

Hat keiner mehr gespielt seitdem?

Wir haben wieder einige Spiele spielen können und dabei auch die Wirkung von Azul und Quacksalber von Quedlinburg wieder einmal gemerkt. Beide Spiele wurden von unseren Mitspielern nachgefragt, wurden sofort verstanden und sind nach einigen Partien von "ist ja ganz nett" zu "wie teuer war das nochmal?" und zum Schluss zu "ich hab es jetzt auch gekauft" geworden.

Bei Quacksalber von Quedlinburg haben wir direkt den Wow-Effekt erzielen können und es wurde mitgefiebert ohne Ende. So haben wir auch direkt alle verschiedenen Varianten gespielt und jede Partie war einfach spannend und witzig. Zu zweit haben wir dann auch noch das erste Mal die "Kenner-Variante" gespielt, also mit zwei Tropfen und weiteren Bonis. Einfach klasse. Dazu gemischte Rezepte und das wird unser Liebling. Wir finden, dass durch die zwei Tropfen es irgendwie noch strategischer wird und so auch die schwarzen Boni am Schluss noch eine Wirkung haben können. Wir sind also immer noch sehr begeistert von dem Spiel und können es bislang nur weiterempfehlen.

Dazu haben wir auch noch sehr viele kleine Spiele gespielt wie Azul, Splendor, Würfelland, Tempel des Schreckens, Dominion, Knister und Bluff. Alle Spiele sind zwar eigentlich immer ähnlich, aber amüsieren immer noch sehr und sind alle sehr schön entspannt und leicht erklärt. Besonders das schnelle Spielen und leichte Erklären sorgt dann auch dafür, dass man es wirklich mit neuen Spielern spielen kann.

Als eher einfaches aber dennoch spannendes Strategiespiel haben wir dann noch Ankh Morpork herausgeholt. Auch hier kann ich weiterhin nur schwärmen und finde es schade, dass es so unbekannt ist. Es ist ein Gebietskontrollen-Spiel der besonderen Art, denn man hat noch verschiedene persönliche Ziele, die jedesmal individuell verteilt werden und geheim sind. So hat man auch einen "Wer bist du?"-Rateeffekt und man muss immer verschiedenste Dinge im Blick behalten. Kam bisher auch immer gut an, wenn es denn akzeptiert wurde und die Personen sich näher damit beschäftigt haben.

Und nur zu zweit und ganz neu haben wir dann Luxor (also das aktuelle Luxor) gespielt. Hier muss ich gestehen, dass ich den "Hype" nicht ganz verstehen kann und vielleicht die Nominierung noch akzeptieren kann, aber einen Sieg absolut nicht verstehen würde. Uns hat es einfach nicht begeistert und es war zwar okay, aber mehr auch nicht. Das besondere Kartensystem hat zwar etwas, aber nach kurzer Zeit ist auch das irgendwie fade und besonders bei den anderen nominierten Spielen haben wir eine größere Variation gesehen. Hier werden die Schätze und Co zwar immer zufällig angeordnet, aber das Grundprinzip bleibt immer gleich und überzeugt so überhaupt nicht längerfristig. Seit längerem ein Spiel, bei dem wir schon nach einer Runde keine Lust auf eine weitere Runde hatten.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon zuspieler » 24. Mai 2018, 23:33

Maery hat geschrieben:Hat keiner mehr gespielt seitdem?

Ich spiele regelmäßig, habe aber leider keine Zeit, hier von meinen Spieleabenden zu berichten. :dodgy: Deine Meinungen zu den Quacksalbern und Luxor teile ich aber voll und ganz. Auch finde Luxor ein gutes, aber kein herausragendes Spiel.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Lorion42 » 25. Mai 2018, 09:09

Ich hatte letzte Woche einen Quacksalber Spieleabend, der auch viel Spaß gemacht hat. Da hab ich auch wirklich Lust nochmal unterschiedliche Varianten auszuprobieren. Ich hab das ganze Spiel über geführt. In der letzten Runde ist mir mein Kessel explodiert und dann war ich plötzlich Letzter.

Und am Mittwoch hatte ich einen Spieleabend mit Codenames, The Mind und Memoarrr! Die drei funktionieren bei mir eigentlich immer.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 25. Mai 2018, 14:30

Ja okay, das kann ich beides verstehen. Und schön zu hören, dass ihr auch alle die Meinung teilt. Bei Quacksalber ist wirklich die letzte Runde noch total offen, denn ein "Verzocken" kann wirklich noch sehr viel verändern.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 26. Mai 2018, 14:37

Letzte Woche gespielt:

Decrypto zu fünft: Ich versuche erst gar nicht das Spiel zu erklären. Der letzte Versuch scheiterte kläglich. Davon abgesehen ist Decrypto für mich das bessere Codenames. In Codenames gibt es leider immer Phasen, wo ein Teamleiter nach einem guten Begriff grübelt, während der Rest nur gelangweilt durch die Gegend schaut oder sich (im Optimalfall) über irgendwas anderes unterhält. Da bei Decrypto die ganze Zeit die gleichen vier Code-Worte gewählt sind, muss nicht so lange gegrübelt werden. Beide Teamleiter spielen parallel und setzen sich zeitlich unter Druck. Und das Raten der gegnerischen und eigenen Codes geschieht dann gleichzeitig mit allen Beteiligten. Das finde ich echt super! Für mich wäre das eine Spiel-des-Jahres-Nominierung wert, wenn da irgendwie diese verzwickte Erklärung nicht wäre. (Bewertung: 9)

Anno Domini:Erfindungen zu fünft: Man muss Erfindungen an die richtige Stelle einer Zeitskala einordnen. Das ist schon das ganze Spiel und ist ganz nett, manchmal auch sehr überraschend, seit wann es etwas gibt. Vieles weiß man nicht exakt, aber da man es nur relativ zu anderen ausliegenden Erfindungen platzieren muss, geht das ganz gut. Persönlich hat mir Cardlines: Animals aber besser gefallen. Irgendwie lebendiger … ;) (Bewertung: 7)

Flamme Rouge mit Peloton-Erweiterung zu fünft: In Flamme Rouge steuert jeder Spieler zwei Radfahrer auf einer Rennstrecke. Hierzu wählt man jede Runde als vier Karten pro Fahrer eine aus und legt sie verdeckt ab. Sie gibt an, wie weit man fährt. Nach dem Ziehen werden Lücken geschlossen (Fahren im Windschatten). Die vorne liegenden bekommen Erschöpfungskarten, die das Kartendeck negativ beeinflussen. Natürlich will man als erstes die Ziellinie überqueren, muss aber gut abpassen, wann man sich vom Feld absetzen will, sodass man noch genug Puste für den Endspurt hat.

Ich habe mit Flamme Rouge kein richtiges Glück. Das erste Spiel zu zweit war langweilig, weil einfach nichts los war auf der Strecke. Im Spiel zu fünft ist wiederum zu viel los. Wir sind geschlossen die ganze Strecke im Pult gefahren, weil bei 10 Radfahrern einfach keine großen Lücken entstehen können. Wenn es mal eine gab, relativiert sich das nach zwei Runden wieder und alle treffen aufeinander. Dennoch war das Spiel ganz nett und ich würde ich wohl zu dritt und viert auch nochmal spielen. (Bewertung: 6,5)

Not Alone mit Exploration-Erweiterung zu fünft: Ja, das war leider nichts. Das Grundspiel ist in meinen Augen gut so wie es ist. Der Planet rät ein bisschen, die Abenteurer wandern umher, beide kriegen Punkte und meist bleibt es spannend bis zum Ende. Nicht so bei "Exploration". Die neuen Orte sind in meinen Augen für die Abenteurer schwerer als die analoge Karte des Grundspiels zu erfüllen bzw. zu nutzen. Anstelle des Strandes mit zwei Aktionen für eine Bewegung muss man bei der Kuppel vier Aktionen verbrauchen, also mindestens vier Runden, wenn alles gut geht. Mir macht es so jedenfalls wenig Spaß, weil der Planet in fünf Runden gewonnen hatte, während wir den Marker nicht mal bis zum Artemis-Feld vorgeschoben hatten. (Bewertung: 5)

Escape Room zu sechst: Letztes WE gab es dann noch einen Escape Room real (!) zu sechst. Und ich finde, kein Escape-Brettspiel kann das gleiche Feeling einfangen, auch wenn ich diese ebenfalls gerne spiele. Thematisch war der Raum echt super mit einigen Überraschungen, was mir sehr gefallen hat. Schade war, dass ein Rätsel "defekt" war, weil jemand zu vor den Raum nicht im Originalzustand verlassen hatte. Dadurch haben wir einige Minuten verloren, hätte sonst nämlich sogar den Rekord geschlagen. :( Auf der anderen Seite bezahlt man eh für eine Stunde, insofern geht es ja nicht darum, durchzuhetzen. Es war jedenfalls sehr spaßig und so alle halbes Jahr mag ich gerne in solche Räume gehen. (Bewertung: 9)

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 26. Mai 2018, 14:40

Gestern gespielt:

Noria zu dritt: Endlich konnten wir das für mich empfunden am meisten gehypte Spiel der Spielemesse 2017 spielen. Aufgrund der Komplexität spare ich mir die Spielerklärung. Für uns hat das ein YouTube-Video erledigt, was ganz gut war, weil keine Regel vergessen wurde. Aber auch schlecht, weil man oft pausieren musste, um das Gesagte in Ruhe zu verarbeiten. Sehr ungewöhnlich war das durchgehende Nutzen von "Spielerinnen" als Anrede. Die eine Spielerin am Tisch hat diese Sprachwahl sehr genervt. Die anderen Spieler fühlten sich irgendwie explizit ausgenommen. Aber die Debatte mit der Anrede haben wir ja schon in einem anderen Thread.

Zum Spiel selbst: Mechanik pur, Thema null, Spaß leider bei uns auch null. Mechanisch führt man mit seinem Aktionsrad Aktionen aus, holt sich neue Ressourcen-Schiffe, bekommt dann später Ressourcen, die wandelt man in Waren, die Ressourcen und die Waren setzt man ein, um seine Pöppel auf vier Siegpunktleisten nach oben zu bringen und am Ende wird addiert. Thematisch kam in dem Spiel leider nichts an. Ja, die Ressourcen haben Name, die sich aber keiner merkt, weil es eben nur grün, rosa oder schwarz gibt. Und auch die Orte auf dem Spielplan haben Bezeichnungen, die nach zwei Sekunden wieder vergessen waren, weil es keine Rolle spielt. Ansonsten passt die Maschinerie ganz gut zusammen, aber …

… es kommt keine Spannung auf. Die ganze Zeit über macht man das Gleiche. Ja, es gibt ein paar mehr Ressourcen durch neue Schiffe und es einige Aktionen werden im Laufe des Spiels teurer, aber prinzipiell bleibt es immer das Gleiche. Eine Interaktion gab es bei uns nicht. Ja, man muss manchmal eine Ressource mehr abgeben, wenn jemand im Weg steht, aber das ist keine Interaktion für mich. Jeder macht seinen Zug, die anderen planten ihren eigenen oder schauten in der Gegend umher. Aber Interesse an den Aktionen der anderen Spieler gab es sehr selten. Insgesamt fühlte sich das ganze Spiele eher leblos an. Ein bisschen tut mir das für die Autorin Sophia Wagner leid, auf der andere Seite fand ich, wie gesagt, wurde das Spiel im Vorfeld in verschiedenen Kanälen so stark hervorgehoben, dass die Erwartungshaltung natürlich recht hoch war. Ich muss Noria jedenfalls nicht noch einmal spielen. (Bewertung: 6)
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Scythe zu dritt: Auch das Spiel tauchte in meiner ToPlay-Liste ganz oben auf. In dem Area-Control-Spiel hat jeder Spieler ein eigenes Volk mit bestimmten Eigenschaften. Über ein Aktionstableau mit wir Aktionen wählt man, wie man sich bewegt, produziert, handelt oder entwickelt. Wenn jemand seine 6 Sterne auf 10 mögliche Ziele verteilt hat, ist das Spiel aus. Es gewinnt danach, wer im Ansehen weit oben ist und gleichzeitig viele Ziele erreicht und viele Gebiete erobert hat.

Ein ganz anderes Kaliber als Noria, was wir direkt davor spielten. Die Spielerklärung geht ganz flott. Die Spielertableaus sind klasse gestaltet mit ihren Vertiefungen, sodass nichts verrutscht. Die Figuren sehen klasse auch, sehr schön ist die unterschiedliche Gestaltung jedes Volks. Der Einstieg geht sehr schnell, weil man noch nicht so viel machen kann. Die Engine kommt aber immer besser ans Laufen, sodass Aktionen preiswerter und Erträge größer werden. Das macht einfach Spaß!

Am besten gefallen mir aber die Begegnungen, die es auf den (in meinen Augen zu wenigen) Feldern gibt. Aus drei Optionen kann man wählen, ob man sich eher gut oder eher böse verhält. Böse bringt einem oft den meisten Profit. Etwas stereotyp, aber dennoch schön, die Wahl zu haben. Ebenfalls klasse fand ich, dass unterschiedliche Strategie gut laufen können. Ich hatte z.B. keine und am Spielende gerade einmal 3 meiner 6 Zielsterne untergebracht. Dennoch wurde ich zweiter mit recht wenigen Punkten hinter der ersten. Das macht Spaß und vor allem Spaß auf mehr Spiele, andere Strategien zu testen. Daher immer wieder gerne. (Bewertung: 10)
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Automania zu zweit: Eine Mischung aus Kanban und Quadropolis, erreicht aber beide Spiele nicht. Mit seinen Arbeitern wählt man Autoteile oder Personen und produziert ein Auto, welches je nach Aufwertung Punkte wert ist. Die Punkte sagen aus, auf welches Schiff man das Auto verladen darf und wie viele Siegpunkte man bekommt. Am Ende der Runde, wenn alle Arbeiter eingesetzt sind, verlädt man die Autos auf den Schiffen und bekommt dafür Geld oder Siegpunkte.

Automania ist nett, aber leider auch nicht mehr. Ab der dritten Runde ist es wieder sehr ähnlich. Man muss sich ein klein wenig dem Markt anpassen, aber sonst macht immer das Gleiche von den Aktionen her. Seltsamerweise hatte ich das Gefühl direkt nach Runde 1 keine Chance mehr zu haben, weil mein Mitspieler mehr Geld, bessere Autoteile und mehr Siegpunkte hatte. Irgendwie habe ich am Ende doch gewonnen – was mir irgendwie missfällt, weil es heißt, dass ich kein Gespür für das Spiel entwickelt habe. Gewinnen ohne zu wissen, wieso, mag ich nicht. (Bewertung: 6,5)
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Dee » 27. Mai 2018, 10:52

Myrmes zu dritt: Nach wie vor mein Lieblingsspiel in meiner Sammlung. Allein aufgrund des großartig umgesetzten Themas, welches man nicht einfach so durch etwas anderes ersetzen kann. In Myrmes steuern wir eine Ameisenkolonie. Die Ammen führen Tätigkeiten aus und produzieren Larven, Arbeiter oder Soldaten. Die Arbeiter darf man dann auf das Spielfeld (den Garten) schicken und dort Pheromon-Plättchen auslegen lassen oder mit Hilfe der Soldaten gegen Käfer kämpfen. Das bringt Punkte, aber vor allem Nahrung, Erde oder Stein, die man wiederum für andere Aufgaben benötigt, z.B. den Ameisenbau tiefer zu graben oder neue Ammen zu erstellen.

Das Spiel ging ganz knapp zu meinen Gunsten aus (47 vs. 43 vs. 40). Wir kamen uns wieder verdammt nahe auf dem Spielfeld. Diesmal wurde aber nur ein einziges Pheromon-Plättchen wieder vom Feld genommen, was sonst eigentlich häufiger passiert. Zusätzlich hatten wir alle jede Runde nur einen Arbeiter, weil die Ausgangsbasis eine Arbeiterproduktion einfach nicht besser unterstützte. Und früh auf Ziele gehen ist schlecht, weil man dann die Amme verliert, zu spät ist auch blöd, weil man dann nicht mehr alle erfüllen kann oder den anderen, die vorher da waren, Siegpunkte schenkt. Für mich einfach das beste Euro-Spiel überhaupt! (Bewertung: 10)
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20180526_myrmes.jpg (91.02 KiB) 647 mal betrachtet

Die Reisen des Marco Polo zu dritt: Wir spielten auch mit den neuen Charakteren, ich hatte Altan Ord, die mit jedem Haus einen weiteren Bonus bekommen. Daneben war Matteo Polo dabei, welche einen weißen Würfel und einen Auftrag am Rundenanfang bekommt und Johanes Carprini, der von Oase zu Oase reisen darf. Für die zwei Mitspieler war es das erste Spiel.

Ich konnte mir als erster Alexandria sichern, welches als Bonus 1 Kamel und 1 Pfeffersack in 7 Geld umtauschen kann. Die Aktion habe ich fast jede Runde genutzt, um 21 oder 28 Geld zu erzeugen und konnte damit dann sehr gut reisen. Natürlich habe ich mir auch jede Runde mindestens einen, meist zwei schwarze Würfel geholt, sodass ich oft auch noch zweimal reisen konnte. Dadurch konnte ich alle bis auf 1 Haus positionieren und alle meine Zielkarten erfüllen. Ein paar Aufträge zwischendurch brachten auch noch Boni und irgendwie passte alles zusammen. Am Ende gewann ich auch mit weitem Abstand (82 vs. 57 vs. 47 Punkte), den Mitspielern machte es dennoch Spaß und sie würden es wieder mitspielen. (Bewertung: 10)
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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon hgzwopjp » 27. Mai 2018, 12:12

Maery hat geschrieben:Hat keiner mehr gespielt seitdem?


Doch, aber bei mir ist es so oft Rajas of the Ganges gewesen in letzter Zeit, daß es langweilig geworden wäre... außerdem habe ich zu sehr den Eindruck, daß es eh keinen interessiert.

Dee hat geschrieben:Myrmes zu dritt: Nach wie vor mein Lieblingsspiel in meiner Sammlung. [...] Für mich einfach das beste Euro-Spiel überhaupt! (Bewertung: 10)


Ich spiel(t)e Myrmes auch gerne, aber ich hab's verkauft, weil es in meiner Spielgruppe nicht gut genug ankam. Haken an dem Spiel: es ist knallhart, und man muß weit genug vorausplanen, sonst geht man baden - das ist dann unpraktisch, wenn man das schon recht gut kann, und weitere Spieler an das Spiel heranführen möchte.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon psych » 27. Mai 2018, 13:55

hgzwopjp hat geschrieben:Doch, aber bei mir ist es so oft Rajas of the Ganges gewesen in letzter Zeit, daß es langweilig geworden wäre... außerdem habe ich zu sehr den Eindruck, daß es eh keinen interessiert.


Doch, mich zum Beispiel. Ich gehöre eher zu der Rubrik "Stiller Mitleser". Mich interessieren diese Art von Spielbeschreibungen, die locker aus der Hüfte kommen. Ich nutze sie um neue Spiele für mich zu entdecken und Kaufentscheidungen zu fällen.

Ich habe auch großes Interesse an Rajas of the Ganges. Irgendwie klingt für mich das Spiel sehr gut und es lesen sich auch viele positive Kommentare, aber irgendwie ist die Anzahl überschaubar. Liegt auch vlt daran, dass es schon länger vergriffen ist ...

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon zuspieler » 27. Mai 2018, 15:54

psych hat geschrieben:Ich habe auch großes Interesse an Rajas of the Ganges. Irgendwie klingt für mich das Spiel sehr gut und es lesen sich auch viele positive Kommentare, aber irgendwie ist die Anzahl überschaubar. Liegt auch vlt daran, dass es schon länger vergriffen ist ...

Laut Verlag ist es seit Anfang Mai wieder lieferbar, siehe viewtopic.php?f=5&t=390699#p436446.

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Re: Neulich gespielt (2018)

Beitragvon Maery » 27. Mai 2018, 17:42

psych hat geschrieben:
hgzwopjp hat geschrieben:Doch, aber bei mir ist es so oft Rajas of the Ganges gewesen in letzter Zeit, daß es langweilig geworden wäre... außerdem habe ich zu sehr den Eindruck, daß es eh keinen interessiert.


Doch, mich zum Beispiel. Ich gehöre eher zu der Rubrik "Stiller Mitleser". Mich interessieren diese Art von Spielbeschreibungen, die locker aus der Hüfte kommen. Ich nutze sie um neue Spiele für mich zu entdecken und Kaufentscheidungen zu fällen.

Ich habe auch großes Interesse an Rajas of the Ganges. Irgendwie klingt für mich das Spiel sehr gut und es lesen sich auch viele positive Kommentare, aber irgendwie ist die Anzahl überschaubar. Liegt auch vlt daran, dass es schon länger vergriffen ist ...


Mich interessiert es aber auch sehr, was ihr hier schreibt. Bevor ich mich hier angemeldet habe, war ich auch stiller Leser und mich interessieren sowohl Meinungen zu neuen wie auch zu bekannten Spielen. Bei neuen kann ich mir so eine Meinung bilden ob es mir wohl gefallen würde und bei alten finde ich es interessant die Meinungen anderer zu lesen und mit meiner eigenen zu verbinden.

Und Rajas of the Ganges habe ich heute auch erst wieder gespielt, seit Herbst eigentlich unser neues Spiel des Jahres, aber wegen anderer Neuheiten und Umzug kam es eher selten auf den Tisch. Aber trotzdem noch ein wunderschönes Spiel! @psych das Spiel ist wirklich sehr schön und strategisch. Es macht uns viel Spaß und wir können es nur weiterempfehlen!


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