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ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

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ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

Beitragvon zuspieler » 10. Januar 2018, 08:00

ICV2 hat Interviews mit Asmodee North America CEO Christian Petersen und Asmodee CMO Steve Horvath veröffentlicht. Ein Thema sind unter anderem Fälschungen von Brettspielen.

Die illegalen Kopien sind laut Petersen und Horvath ein großes Problem für Asmodee. Betroffen davon seien vor allem beliebte Spiele wie Catan, Zug um Zug oder 7 Wonders. Die Verantwortlichen bei Asmodee gehen davon aus, dass Asmodee in Nordamerika durch illegale Kopien pro Jahr ein Schaden zwischen fünf und zehn Millionen US-Dollar pro Jahr entstehe und bei einigen Spielen 70 Prozent der verkauften Exemplare in den USA Fälschungen seien.

Petersen: It’s a significant problem, perhaps even an existential one. We knew that counterfeiting was becoming a major issue last year, but it really has become a critical industry issues, and has really done a lot of damage over the last ten months.

[...] Petersen: We feel, and this number is speculative (but it's going to be somewhere on that range), that Asmodee North America’s sales are going to be affected somewhere between five and ten million dollars, this year alone. We believe for some games, that more than 70% of all sales in the U.S. market have been counterfeit.

Das komplette Interview findet ihr unter https://icv2.com/articles/news/view/392 ... terfeiting.

Danke an André Müller (@haewwi_de) für den Hinweis auf Twitter.

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Re: ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

Beitragvon zuspieler » 10. Januar 2018, 08:02

Es werden übrigens anscheinend sogar "komplexe" Spiele wie Pandemic Legacy - Season 2 nachgemacht, siehe dazu https://imgur.com/a/oVhkJ.

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Re: ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

Beitragvon zuspieler » 10. Januar 2018, 08:08

Eine Frage an alle mitlesende Verlagsvertreter. Sind Fälschungen von Spielen auch in Deutschland so ein großes Problem?

Thygra
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Re: ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

Beitragvon Thygra » 10. Januar 2018, 13:21

Nicht dass ich wüsste. Mir sind primär Fälle in Asien und Südamerika bekannt.
André Bronswijk
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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Codenames: Warnung vor Fälschungen

Beitragvon zuspieler » 14. Februar 2018, 07:45

Auch Czech Games Edition ist von Fälschungen betroffen und warnt unter https://czechgames.com/en/home/news-18- ... codenames/ vor kopierten Codenames,

CGE hat geschrieben:[...] Counterfeit copies of Codenames include components of lower quality, misprints, or even some pieces missing. They harm both customers and the CGE brand as we are not able to guarantee the replacements since it's not really our game.

Unfortunately, this is still happening, so we felt it was time to help people avoid these fake versions.

  • First of all, try to avoid buying Codenames via eBay, Alibaba, and other similar huge selling portals. The majority of cases of counterfeit copies are from eBay sales.
  • Be wary of extremely low or "too good to be true" prices.
  • CGE manufactures Codenames in the Czech Republic, so if anyone says to you they don't have any in stock and it would take some time to arrive from China, it's suspicious.
  • Ideally, buy your games from a local or online game store. If in doubt, ask them who their distributor is.
  • Please note that sample photos of the game could be fake as well. If you have a chance to check the copy before buying, compare the components with the following pictures.

news-18-01-26-fake-codenames-example1.jpg
Foto: CGE
news-18-01-26-fake-codenames-example1.jpg (89.61 KiB) 732 mal betrachtet

news-18-01-26-fake-codenames-example2.jpg
Foto: CGE
news-18-01-26-fake-codenames-example2.jpg (121 KiB) 732 mal betrachtet

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Wired-Artikel: Gefälschte Magic-Karten und Brettspiele sind ein Millionengeschäft

Beitragvon zuspieler » 4. Mai 2018, 21:34

Dominik Schönleben hat auf wired.de unter der Überschrift "Gefälschte Magic-Karten und Brettspiele sind ein Millionengeschäft" einen Artikel zu dem Thema veröffentlicht.

Dominik Schönleben hat geschrieben:[...] Während es bei Brettspielen also vor allem darum geht, die erfolgreichsten Spiele mit möglichst billigen Materialien nachzuahmen, geht der Trend bei Magic-Karten in die andere Richtung: Sie müssen besser und besser werden. Bis sie eben nicht mehr von den Originalen zu unterscheiden sind. Die größte Hürde stellen dabei derzeit noch das Papier und die Druckfarbe da. Auch die von uns zum Test übers Netz gekauften Fake-Karten wiesen kleine Unregelmäßigkeiten auf. Sie fühlten sich zu glatt an und der Druck wirkte bei gutem Licht auf der Rückseite grobkörnig und verwaschen. Aber es ist eben vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Unterschiede verschwinden. [...]

Den kompletten Artikel findet ihr unter https://www.wired.de/collection/life/ve ... tenspielen.

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Brettspiel-Fakes und Preisgestaltung

Beitragvon Ben2 » 13. Mai 2018, 15:11

Ich möchte euch auf eine Podcastfolge aufmerksam machen, bei der über Brettspiel-Fakes im Handel und die Zukunft der Preisgestaltung von Brettspielen gesprochen wird.
Angestoßen wurde die Diskussion wegen einer Aussage des Asmodee Nordamerika Chefs Christian Petersen, der sagte, dass von Top-Titeln auf dem Markt bis zu 70% Fälschungen sind ... das ist schon ziemlich heftig, oder?

Mehr dazu in der Podcastfolge "Alles nur geklaut!" https://ichbinsderben.podbean.com/e/ner ... r-geklaut/

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Re: ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

Beitragvon Pale Blue » 14. Mai 2018, 00:07

Hallo Ben,

leider weiß ich nicht wo ichzu deinen Podcasts kommentieren soll, also mache ich das einfach mal hier.

Ich entscheide, dass mit dem Preis auf einer Spiel zu Spiel Basis. Gloomhaven ist mir beispielsweise zu teuer, auch wenn der Preis vom Inhalt vermutlich gerechtfertigt ist. Eine Version ohne Minis und mit weniger Szenarien die dafür weniger kostet wäre mir dennoch lieber. Ähnlich ist geht es mir bei Arkham Horror LCG und Time Stories. Gäbe es das Arkham LCG nur in einem Grundpack für 120€ dafür mit einer längeren Kampagnie undanschließend nur volle Erweiterungen für 120€ die alle Mythospacks enthalten hätte ich es mir nicht gekauft, ein einzelnes neues Szenariopack für unter 20€ nehm ich dagegen leichter einfach mit. Time Stories hätte auch mehr als nur einen Fall in die Grundbox packen können, 3 Fälle und Time Stories wird dafür im dreistelligen Bereich verkauft lieber nicht. Durch kleinere Versionen mit weniger Inhalt oder schlechterer Qualität wird einem der Einstieg in solche Spiele erleichert.

Spiele die in großen Massen abgesetzt werden wie beispielsweise Pandemie könnten durchaus billiger produziert werden. Wenn ich die Karten zwischen dem normalen Pandemie und Legacy vergleiche, haben die Legacy Karten eine schlechtere Qualität, der Spielplan nutzt sicher meiner Meinung nach auch schneller ab, ist vermutlich allerdings auch nur auf einmal Durchspielen angelegt. Das normale Pandemie könnte dabei im Preis und der Qualität sinken, nur fände ich das dabei gar nicht so schlecht, da die meisten Käufer kaum Vielspieler sind und wenn das 20€ Pandemie dann schon nach weniger Partien abgenutzt ist kann man sich ein neues kaufen. Der Erstkauf liegt dann vermutlich schon 2-3 Jahre zurück.

Verlage machen da meistens einen guten Job Kosten und Qualität auszubalanciren. Posterpapier Spielpläne sollten es nicht sein, aber ich brauch keine überproduzierten Spiele wie meist auf Kickstarter mit einem Kilo Plastik und Metall.
Wenn ich mehr "Bling" haben will kann man das doch als einzel Person machen, nicht jeder braucht Speziell geschnittene Holzteile, wenn das Spiel mit Holzwürfeln funktioniert, wer es dennoch mag kann sich das ja dann selbst besorgen entweder direkt beim Verlag wie die Holztokens bei Robinson Crusoe oder die Plastik-Minis bei Vast, oder bei Drittanbietern wie meeplesource. Das Spiel selbst soll erstmal einfach nur gut spielbar sein.



PS: Zu dem gefälschten Pandemie: Das klang als sei das Spiel durchaus spielbar also wegwerfen wäre dann jetzt auch Verschwendung. Verkauft es oder schenkt es an jemanden mit dem Hinweis das es keine Original-Qualität ist.

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Re: ICV2: Fälschungen und Raubkopien von Brettspielen - Interview mit Asmodee

Beitragvon Ben2 » 14. Mai 2018, 08:14

Danke zu deinem Kommentar!
Viel von Preis ist rein psychologisch. Ja, das LCG würde man sicher nicht für diesen Preis auf einmal kaufen - das wäre aber auch gar nicht der individuale Preis - vermutlich eher die Hälfte. Aber vielleicht würde man das doch, wenn man 3x so viele Karten bekäme?

Kosten vs. Qualität ist ein guter Punkt, den wir an diversen Stellen auch schon diskutiert haben - dazu habe ich einen separaten Podcast und werde in Zukunft sicher auch noch mal eine weitere Folge machen, noch mehr aus der Sicht von Verlagen (also was ich mache, wenn ich ein Spiel kalkuliere und auch da unterschiedliche Sichtweisen), denn das ist ja mein täglich Brot. Spielmaterial "outsourcen" hingegen, da bist du gewiss in der Minderheit mit dieser Aussage. Das Verlangen spiele zu "pimpen" zeugt ja davon, dass man gerne mehr möchte ...

Und zum gefälschten Pandemie: Fälschungen sollte man meiner Meinung nach NIE unterstützen und garantiert auch nicht spielen. Das ist keine Verschwendung, sondern konsequent.


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