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Spiel des Jahres 2018: Nominierungs- und Empfehlungslisten

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Re: Spiel des Jahres 2018: Nominierungs- und Empfehlungslisten

Beitragvon zuspieler » 22. Mai 2018, 23:05

Thygra hat geschrieben:Letztendlich können wir nur spekulieren.

Oder die Jury fragen :D. Hier kommen drei Fragen von mir und die Antworten darauf von Bernhard Löhlein, Sprecher der Jury Spiel des Jahres.

Ob ein Spiel für das Spiel des Jahres oder für das Kennerspiel des Jahres nominiert wird, hängt neben den Kriterien, die unter http://spieldesjahres.com/de/faq genannte werden, vor allem vom "Einstieg" ab. Was heißt das konkret? Nach welchen Kriterien beurteilt die Jury den "Einstieg" in ein Spiel?
Die Zielsetzung für das Kennerspiel ist eindeutig: Das "Kennerspiel des Jahres" soll denjenigen Menschen eine Orientierungshilfe bieten, die schon längere Zeit spielen und Erfahrung beim Erlernen neuer Spiele mitbringen, die durchaus gefordert werden möchten und eine Herausforderung suchen. Der Einstieg bzw. der Zugang zu einem Spiel ist mit Sicherheit ein sehr entscheidendes Kriterium dafür, ob ein Spiel auf anthrazit oder doch auf rot landet. Dabei spielen Fragen eine Rolle wie: Wie komme ich mit der Spielregel zurecht? Fühle ich mich überfordert? Kann ich relativ schnell nachvollziehen, worum es bei dem Spiel geht? Natürlich kommen auch weitere Komponenten hinzu: Wie komplex ist das Spiel, wie lange dauert es, wie aggressiv ist es usw. Außerdem dient diese Kategorie auch dazu, besonders originielle Spielideen und -konzepte zu würdigen. Da hängt vieles von den persönlichen Spielerfahrungen der Juroren ab. Aber auch konkret vom jeweils aktuellen Jahrgang, wo genau die Grenzziehung erfolgt. Jedes Jahr wird darüber bei unserer Klausurtagung intensiv diskutiert. So war es auch diesmal wieder.

Kann ein Spiel mit einfachen Regeln, das also einen schnellen "Einstieg" bietet, gleichzeitig aber nur sehr schwer zu beherrschen ist, für das Spiel des Jahres nominiert werden?
Kann schon sein, da sollten wir aber über ein konkretes Spiel sprechen. Vielleicht könnte man "Exit" als einen solchen Vertreter bezeichnen. Wobei hier zwar die Regel relativ leicht erscheint, der Zugang zu dieser Art von Spiel wiederum sehr speziell ist.

Wieso ist der Einstieg bei Luxor einfacher als bei Ganz schön Clever? Oder anders formuliert: Wieso ist Luxor auf der roten und Ganz schön Clever auf der anthraziten Liste?
Luxor ist auf der roten Liste, weil das Spielpinzip schnell verstanden wird. Das ist sicher auch ein Verdienst der Spielregel: Abenteurer nach vorne ziehen, Punkte sammeln, gewinnen. Fertig. Vieles, was im Lauf des Spiels auftaucht, muss man am Anfang noch nicht genau wissen, z.B. alle Funktionen der Sonderkarten. Die Sonderplättchen kommen auch erst später ins Spiel. Manches ist in der Tat ungewöhnlich, z.B. welche Karten gespielt werden dürfen. Aber das hat man schnell raus. Die Fülle des Materials mag auf den ersten Blick viel sein. Aber das wird durch die Geschichte, die in dem Spiel erzählt wird, wieder kompensiert. Als Spieler habe ich immer das Gefühl: "Ich weiß, was wichtig ist, auch wenn mir für meinen Plan gerade die richtigen Karten fehlen. Ich muss da umdisponieren." Aber so viel Eigeninitiative darf es für ein rotes Spiel schon sein ...

Ganz schön clever ist auf der anthraziten Liste, weil hier ein abstraktes Denkvermögen vorausgesetzt wird. Dafür wird ein gewisses Maß an Spielerfahrung benötigt. Da ist keine Geschichte, die mir weiterhilft. Alles ist abstrakt. Ich muss erst einmal wirklich verstanden haben, was ich mit jeder einzelnen Würfelfarbe anstellen kann. Ich muss von Anfang an wissen, wofür die Freischaltung weiterer Farben gut ist. Und ich muss die Sonderfunktionen kennen, um sie geschickt einzusetzen. Und das vom ersten Würfelwurf an. Und bald schon muss ich einen Blick dafür haben, dass es sich bei manchen Farben nur lohnt dabei zu sein, wenn ich extrem darauf spiele. Darf aber die anderen nicht außer Acht lassen - der Füchse wegen. Ach ja, und dann muss ich darauf achten, was meine Mitspieler benötigen und ihnen u.U. die entsprechende Würfelfarbe vorenthalten. Puh. Das ist für uns anthrazit.

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Re: Spiel des Jahres 2018: Nominierungs- und Empfehlungslisten

Beitragvon fjelfras » 23. Mai 2018, 09:53

Ich finde das alles recht nachvollziehbar. Allerdings stellte sich bei mir auch gar nicht die Frage zwischen LUXOR und GANZ SCHÖN CLEVER. Ich frage mich viel eher, warum DIE QUACKSALBER VON QUEDLINBURG bei anthrazit gelandet ist. Hier kann der Einstieg sehr schnell stattfinden. Ich muss lediglich die Knallerbsen und die orangene und grüne Zutat erklären. Bei der ersten Kaufrunde dann noch rot, schwarz und blau und in den weiteren Runden jeweils gelb und lila. Zusätzlich ist der Spielplan eine große Hilfe beim Abhandeln der einzelnen "Wertungen". Das sprach für mich im Vorfeld alles für den roten Pöppel (wie übrigens ähnlich auch bei PIONEER).

Aber wir waren bei den Diskussionen nicht dabei - und können nun also prächtig spekulieren. So bleibt ja auch ein wenig Spannung erhalten. :-)
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Re: Spiel des Jahres 2018: Nominierungs- und Empfehlungslisten

Beitragvon Lorion42 » 23. Mai 2018, 10:04

Ja ich finde die Quacksalber und Pioneers auch eingängiger als Ganz schön Clever. Aber ich hätte letzteres auf Grund der vielen Seiteneffekte auch nicht für einen der Preise nominiert. Ganz schön Clever erinnert mich irgendwie an Russian Railroads. Aber ich hab mich auch nie gewundert, warum Terraforming Mars nominiert wurde. Ist für mich ein klassisches Kennerspiel wie Village oder 7 Wonders. Es wäre sogar noch zugänglicher, wenn es keine Karten mit dauerhaften Effekten geben würde... da würde dann aber auch einiges verloren gehen.
Ich vermute aber auch, dass in einem anderen Jahr in dem es im Kennerspielbereich bessere Titel gegeben hätte und weniger in der Hauptkategorie, die Spiele auch auf der SdJ List hätten landen können. Wodurch aber auch die Trennung zwischen den beiden Preisen irgendwie hinfällig ist.

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Emojito: Nominiert als Kinderspiel des Jahres 2018 - Drei Fragen an den Autor Urtis Šulinskas

Beitragvon zuspieler » 25. Mai 2018, 07:46

Es folgt eine Pressemitteilung von Huch!.

Huch! hat geschrieben:Drei Fragen an Emojito-Autor Urtis Šulinskas
Das Spiel „Emojito!“ nimmt Kinder und Erwachsene spielerisch mit auf eine Reise durch die Gefühlslandschaft: Welche Geräusche gibt wohl eine erschrockene Giraffe von sich? Und wie stellt man mimisch eine traurige Kirsche dar? Die Mitspieler müssen unter sieben unterschiedlichen Karten die richtige erraten. Gar nicht so einfach, denn manchmal ist das Geräusch, das ein mit Stricknadeln gespickter Wollknäuel oder ein eingeklemmter Specht von sich gibt, gar nicht so unterschiedlich … „Emojito!“ ist ein turbulentes und facettenreiches Spiel von Huch!.

Hallo Urtis! Dein Spiel „Emojito!“ wurde in Deutschland gerade zum Kinderspiel des Jahres nominiert, herzlichen Glückwunsch! Wann hattest du die erste Idee zu „Emojito!“?
Es war irgendwann in 2014, als ich ein paar witzige Tiere in einem Cartoon sah und dachte, es wäre cool ihre Gesichtsausdrücke für ein Spiel zu nutzen. Es hat mich schon immer fasziniert, wie sich Emotionen und Atmosphäre bei einer Spielerunde aufbauen und entwickeln – die Überlegung witzige Gesichtsausdrücke mit einem Spiel zu verbinden, fühlte sich sofort nach einer großartigen Idee an, die ich unbedingt weiterverfolgen wollte.

Welche Spiele spielst du, wenn du dir nicht gerade ein neues Spiel ausdenkst?
Ich habe gerade die litauische Catan Meisterschaft gewonnen – Catan ist ein großartiges Spiel mit einer tollen Strategietiefe. Ich mag außerdem Brettspiele, die die Spieler herausfordern unterschiedliche Fähigkeiten zu kombinieren (nicht nur Logik) und die Subjektivität & Kreativität anregen (wie z.B. Dixit oder hidden role games).

Welche Emotion ist typisch für dich?
Freude! Ich freue mich gerne und versuche mir diese zu bewahren und in jeder Situation zu finden.

*** Nominiert zum „Kinderspiel des Jahres 2018“: Emojito! von HUCH! ***
Welche Geräusche gibt wohl eine erschrockene Giraffe von sich? Und wie stellt man mimisch eine traurige Kirsche dar? Das Spiel beinhaltet 100 Karten mit wunderbar witzigen Illustrationen, die ganz bewusst Spielraum zur Interpretation lassen. Der aktive Spieler zieht die oberste Karte vom Stapel und stellt die Emotion dar. Je nachdem auf welchem Symbol die Spieler stehen, kann er dazu ein Geräusch und oder Mimik nutzen. Im Anschluss zieht er weitere Karten, die gemeinsam mit der zu erratenden Karte für die Mitspieler ausgelegt werden. Erraten die Mitspieler, welche Karte gerade dargestellt worden ist? „Emojito!“ kann mit bis zu 14 Personen in unterschiedlichen Modi von kooperativ, einzeln gegeneinander bis zum Teamspiel gespielt werden. Die Jury lobt den Autor Urtis Šulinskas und die Illustrationen von Tony Tzanoukakis, die „viel Gefühl in dieses witzige, kindgerechte und variantenreiche Partyspiel für Kinder ab 7 Jahren“ packen.

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Funkelschatz ist Kinderspiel des Jahres 2018

Beitragvon zuspieler » 11. Juni 2018, 21:12

Funkelschatz ist das Kinderspiel des Jahres 2018. Mehr Informationen dazu in der folgenden Pressemitteilung von Haba,

Haba hat geschrieben:Es gibt einen ganz besonderen Grund zur Freude: Funkelschatz ist das „Kinderspiel des Jahres 2018“! Gespannt haben wir seit Bekanntgabe der Nominierung der anstehenden Preisverleihung entgegengefiebert – und natürlich kräftig die Daumen gedrückt. Umso mehr freuen wir uns gemeinsam mit den Autoren und dem Illustrator, dass Funkelschatz nun die tolle Auszeichnung erhalten hat!

„Dieser Drachenpapa lässt nicht nur Eis, sondern auch Kinderherzen schmelzen. Hier fiebert die ganze Familie gerne mit“, so die Einschätzung der Jury „Kinderspiel des Jahres“.

Das taktische Sammelspiel ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: Es zieht kleine Spiele-Fans ab 5 Jahren, aber auch Erwachsene, mit seinem fantasievollen 3D-Aufbau, zu dem unter anderem 90 Funkelsteine und 9 Ringe in Eis-Optik zählen, in seinen Bann.

Wir wünschen auch Ihnen viel Spaß mit Funkelschatz, dem „Kinderspiel des Jahres 2018“!

Und darum geht es bei Funkelschatz:
Die Drachenkinder haben einen ungewöhnlichen Schatz entdeckt: eine Eis-Säule mit eingefrorenen Funkelsteinen. Die wollen alle natürlich gerne haben. Zusammen mit Papa Drache ent fernen die Spieler einen Eis-Ring nach dem anderen und bringen die Eis-Säule zum Schmelzen. So purzeln die Funkelsteine herunter. Aber dabei müssen die Spieler gut aufpassen: Es können nur bestimmte Funkelsteine eingesammelt werden. Wer am Ende die meisten Funkelsteine besitzt, gewinnt.

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Derryck
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Re: Spiel des Jahres 2018: Nominierungs- und Empfehlungslisten

Beitragvon Derryck » 17. Juni 2018, 11:56

Es war mir tatsächlich nicht bewusst, dass ein herausfordernder Spielcharakter ein Kriterium für die Spiel-des-Jahres-Nominierung ist. Gut zu wissen! :)
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Re: Spiel des Jahres 2018: Nominierungs- und Empfehlungslisten

Beitragvon Spieletreffenverteiler » 23. Juli 2018, 11:03

Zum „Kennerspiel des Jahres 2018“ gewählt wurde:

Die Quacksalber von Quedlinburg von Wolfgang Warsch

Verlag: Schmidt Spiele
Grafik: Dennis Lohausen
Risikobetontes Plättchenziehen für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren



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