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Neulich gespielt (2019)

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 14. April 2019, 22:04

Wonderland Xiii zu dritt: „Wonderland Xiii“ ist ein einfaches Set-Collection-Spiel mit Push-Your-Luck-Element. Man muss sich immer entscheiden, ob man tiefer ins Wunderland eintritt und dadurch mehr Karten bekommt. Aber wenn man zu viele gleiche Charaktere hat, verliert man alles aus dem Durchgang. Das Spiel lässt sich auch sehr gut mit Jüngeren spielen. Die Siebenjährige hat zwar an der ein oder anderen Stelle ein paar Fehler begangen, aber die Zufallskomponente ist dennoch so hoch, dass es nur wenig ausmacht und auch erfahrene Spieler einfach Pech haben können. Gefällt mir immer noch sehr gut. (Wertung: 8,0)

Agra zu zweit: „Agra“ ist ein Hardcore-Euro-Game mit Handelsmechanismus in Indien. Das Setting finde ich nicht so erfrischend und etwas beliebig. Im Mittelalter hätte das sicherlich auch genauso funktioniert. Mit seinen Arbeitern stellt man Rohstoffe her. Diese kann man auf anderen Aktionsfeldern dann umwandeln/verbessern. Diese benötigt man entweder, um Aufträge der drei Gilden auszuführen oder Personen anzuheuern, die einem neue Fähigkeiten bringen.

Wir haben nicht zu Ende gespielt, weil wir weg mussten, aber so richtig kam bei mir noch kein Spielspaß auf. Es gab für mich einfach viel zu viele Aktionen, aus denen ich wählen konnte. Teils sind diese auf dem Spielplan auch noch sehr unübersichtlich platziert, sodass man nicht immer sieht, was man eigentlich gerade machen kann. Der Wirtschaftsbaum ist ganz nett, aber A in B wandeln, um dann damit Aufträge zu erfüllen, ist jetzt nicht sonderlich neuartig. Ein bisschen neuer ist, dass man die bereits eingesetzten Arbeiter meditieren lassen kann (hinlegen), dafür Meditationspunkte bekommt, die man für andere Aktionen ausgeben kann. Aber eigentlich ist das nur wieder noch mehr, dass ich mit in meinen Zug mit einbeziehen muss.

Ich würde das Spiel gerne noch einmal zu Ende spielen. Ggf. kommt man ohne die angeheuerten Personen auch aus und es spielt sich dann etwas stringenter. Ggf. ist es dann aber auch zu langweilig und gleichförmig. Einen großen Spannungsbogen sah ich bisher nicht. In Runde 10 mache ich immer noch das Gleiche wie in Runde 1, nämlich Rohstoffe beschaffen/umwandeln oder Aufträge erfüllen. Ich weiß nicht, ob das lange trägt. (Wertung: vorab 7,0)

Indian Summer zu viert: Mit etwas Verzug konnte ich endlich Uwe Rosenbergs „Indian Summer“ spielen. Auf der SPIEL 2017 erschienen, wollte ich es nach Patchwork und Cottage Garden unbedingt mal testen. Jeder hat ein Tableau und muss dort Puzzle-Teile reinlegen und möglichst alles optimal bebauen. Die Puzzle-Teile haben Löcher und wenn man eine Symbol damit abdeckt (sodass es weiter sichtbar ist), erhält man den Bonus, sobald das Areal voll gebaut ist. Damit kann man dann Spezialzüge machen.

Die gezielte Interaktion hält sich in Grenzen. Bis auf eine Sonderaktion, bei dem man anderen Spielern Puzzleteile wegnehmen kann, kommt man sich so gut wie nie in die Quere. Außer zufälligerweise möchte ich ein bestimmtes Teil in der Auslage haben, was mir jemand zufälligerweise vorher wegschnappt. Blöd ist dann, dass ggf. ein Spieler bestimmt, wer gewinnt (Königsmacher-Effekt). Das passierte bei uns leider. Wenn ich eine andere Aktion ausgeführt hätte, hätte mein linker Sitzbachbar das Spiel sofort beendet und gewonnen. So ging es noch eine weitere Runde, jemand anderes beendet und ein weiterer gewann. Insofern läuft es bei mir unter dem Aspekt „Nett“, aber muss ich nicht zwingend nochmal spielen. (Wertung: 6,5)

Altiplano zu fünft: Was für ein Spiel. Wer „Orleans“ kennt, fühlt sich gleich daheim. Aus einem Sack zieht jeder Spieler Plättchen, die er für Aktionen einsetzen kann. Damit plant er seinen Zug, den er danach ausführt und weitere Plättchen bekommt. Aktionen dürfen aber nur an den Orten ausgeführt werden, an denen die Spielfigur steht also muss man deren Bewegung mit einplanen.

Altiplano ist also ein ganz normaler Bag-Builder mit Aktionswahlmechanismus. Die Interaktion ist auch hier wieder eher fast Null. Jeder plant für sich, führt dann seine Aktion aus und was die anderen machen, ist mir fast egal. Es gibt ein, zwei Aktionsfelder, die man nicht beliebig oft durchführen kann (Kanubau, Hausbau), aber sonst kommt man sich einfach nicht in die Quere. Und so spielt jeder für sich, versucht ein gutes Deck/Bag aufzubauen und irgendjemand gewinnt man Ende, nachdem man alle Punkte ausgezählt hat.

Altiplano ist vermutlich das Spiel, in welchem ich am schlechtesten Abschnitt. Der Sieger führte mit 116 Punkten, danach trafen sich drei andere mit 60-64 Punkten und am Schluss folgte ich mit 35 Punkten. Das Spiel ging also völlig an mir vorbei und ich hatte keine Ahnung, dass dem so war. Das ist insofern ähnlich deprimierend wie bei Orleans. Orleans spielte ich bisher zweimal und gewann zweimal – und ich habe keine Ahnung, wieso. In Altiplano schnitt ich extrem schlecht ab – und ich habe keine Ahnung, wieso. Ich würde es noch einmal spielen, wüsste aber nicht so recht, was ich anders machen würde. Ein, zwei Sachen sind mir aufgefallen. Aber die anderen wussten auch nicht so recht, wie sie auf über 100 Punkte hätten kommen sollen.

Daher ist es ein gemischtes Gefühl. Ich würd's nochmal spielen. Dann aber in kleinere Gruppe. Zu fünft ist die Spielzeit etwas hoch. Und dafür, dass ich auch hier wieder in Runde 20 das Gleiche mache wie in Runde 1 (nur ggf. etwas effizienter, weil ich die besseren Plättchen ziehe - aber eigentlich auch nicht, da das Ziehen ja Zufall ist), trägt das die Spieldauer eigentlich nicht. (Wertung: 6,0)

Werwörter zu viert: War wieder lustig, als Bürgermeister Ja/Nein-Fragen zu beantworten und so das Dorf auf den gesuchten Begriff hinzuleiten. Als Werwolf kennt man das Wort versucht falsche Fährten zu legen. Als Seehering Seherin kennt man es auch und versucht gute Fragen zu stellen, aber nicht zu offensichtlich. Denn wenn das Dorf gewinnt, darf der Werwolf die Seherin finden und gewinnt ggf. so noch.

Sehr lustig, sehr kurzweilig, manchmal aufgrund der von der App vorgegebenen Begriffe etwas zu fies. (Wertung: 8,0)

Viticulture Tuscany zu sechst: Es hat einen Grund, wieso Eurogames oft nicht mit so vielen Spielern funktionieren. Die Spielzeit von 3 1/2 Stunden zeigte uns, wieso. In Viticulture bauen wir Weintrauben auf unseren Feldern an, müssen diese ernten in Wein umwandeln, einlagern und später für Aufträge wieder ausgeben. Eigentlich ist es das identische Spielprinzip wie „Agra“ oder tausend andere Euro-Spiele.

Eine Besonderheit ist, dass jede Runde nacheinander über vier Jahreszeiten läuft und man für jede Runde nur wenige Arbeiter (3-5) hat und so genau entscheiden muss, ob man diese eher für später aufhebt. Dieses Vorausplanen für die Runde hat mir sehr gut gefallen. Weniger gefallen (wie beim ersten Spiel vor ca. zwei Jahren) hat mir erneut, dass es sehr zufällig ist, was für Aufträge ich bekomme und ob ich diese erfüllen kann. Wenn ich hauptsächlich Weißwein habe, aber ständig nur Aufträge mit Rotwein ziehe, bringt mir die beste Planung nichts. Der Zufall spielt hier einfach zu sehr mit. Durch andere Karten hat man manchmal noch ein bisschen die Chance andere Weine herzustellen, aber das hilft auch nicht immer.

Das Tempo des Spiel ist anfangs gemächlich, weil sich jeder erst ein Weinfeld aufbauen muss, steigt dann aber immer schneller an, weil man in späteren Runden jedes Mal ein oder gar zwei Aufträge erfüllen kann. Aufgrund des Zufalls der Aufträge kann das aber auch schief gehen und diese sind mitunter unerfüllbar.

Insgesamt hat mir Viticulture besser gefallen als in der ersten Partie. Und ich würde es wieder spielen, aber nicht in einer so großen Besetzung. Und wenn der Zufall dann wieder so arg zuschlägt, war es ggf. auch die letzte Partie. (Wertung: 7,0)

Die Kutschfahrt zur Teufelsburg zu sechst: Es ist fies, ein Spiel schlecht zu bewerten, wenn es falsch gespielt wird, aber wir waren alle froh, als es endlich vorbei war. In Kutschfahrt gibt es zwei Geheimorden, deren Mitglieder sich aber nicht kennen. Beide Seiten müssen ihre Mitglieder finden und zusätzlich 3 Gegenstände (Kelche oder Schlüssel) in ihren Besitz bringen. Hierzu greifen sie sich an und oder tauschen Karten und erfahren so etwas voneinander – oder auch nicht. Denn es wurde leider vergessen, zwei wichtige Tauschkarten auszuteilen, die uns zusätzlich noch mehr Karten gegeben hätte. Und so wussten wir nach gut vier Runden, wer mit wem zusammenspielt, aber die blöden Gegenstände fehlten und kamen auch einfach nichts ins Spiel. Und so zog sich das Spiel und zog sich. Mein bescheuerter Spielehrgeiz verbot es mir, einfach das Spiel zu beenden, indem ich unsere Gegenstände falsch ansagte, aber ich machte echte drei Kreuze, als es vorbei war. Und so bekommt das Spiel auch eine schlechte Wertung, für die es kaum etwas kann. (Wertung: 3,0)

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 17. April 2019, 01:09

Werwörter gefällt uns gerade sehr gut. Wir spielen es auf und ab und es tauchen immer wieder witzige Situationen auf. Die app lässt ab und zu lustige Sprüche ab und eigentlich reicht die Gratis-app auch. Die Chips sind eher lästig. Ja, es gibt die Regel, dass man verliert, wenn die Chips ausgehen, aber die haben sie wohl eher gemacht um die Chips zu rechtfertigen. Obwohl Partyspiele nicht mein Lieblingsgenre ist, Werwörter haben mich überzeugt. 9/10.

Wingspan hat bestätigt, was viele schon geschrieben haben: Ja, eh ok. Aber keinesfalls ein Highflyer. Die große Stärke ist halt, dass es viel Spiel in 1h mit überschaubaren Regeln packt. Der Wiederspielreiz bei uns war nach der Partie durchschnittlich. Die Karten sind allesamt eher ähnlich, also viel gibt es da nicht zu entdecken. Sicherlich kann man Wingspan nicht mit Blackout vergleichen, das sind 2 verschiedene Kaliber, aber bei Blackout gab es zumindest den Woow-Effekt bei manchen Karten. Was mir bei Wingspan gut gefällt ist die Übersicht. Es ist schnell erklärt und Text auf Karten mag ich irgendwie schon gerne. Thema mag ich halt gar nicht. Für mich also ein nett, 7/10.

Tavernen vom Tiefen Thal hat mir dagegen besser gefallen. Auch das ging nur ca. 1 Stunde und hat mich deutlich mehr gepackt. Das Thema gefällt mir gut. Es ist ein Deckbuilder und man versucht seine Taverne zu verbessern. Man kauft Gäste, die über Würfel, die man draftet, aktiviert werden. Mit dem Geld kann man Verbesserungen kaufen. Gäste kosten Bier. Außer dem Würfeldrafting spielt man eher solitär. Stört mich aber nicht. War bei Wingspan auch ähnlich. Für mich 8/10.

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 17. April 2019, 11:18

Dee hat geschrieben:Altiplano ist vermutlich das Spiel, in welchem ich am schlechtesten Abschnitt. Der Sieger führte mit 116 Punkten, danach trafen sich drei andere mit 60-64 Punkten und am Schluss folgte ich mit 35 Punkten. Das Spiel ging also völlig an mir vorbei und ich hatte keine Ahnung, dass dem so war.

Solche Spiele mag ich auch gar nicht, wenn man nicht einmal versteht, was man falsch gemacht hat. Und das ist sogar wirklich ein krasser Punkteunterschied.
Bestätigt aber auch das, was ich bisher über Altiplano gehört habe. Schade..

Lehni hat geschrieben:Wingspan [...] Thema mag ich halt gar nicht. Für mich also ein nett, 7/10.

Wobei das ja auch wieder fürs Spiel spricht, wenn dich Thema gar nicht anspricht und du trotzdem 7 Punkte gibst.


So, jetzt berichte ich mal, wir haben sehr viel spielen können =)
Corinth spielen wir momentan als unser Roll-and-Write-Spiel und es ist weiterhin ganz nett, das Geld aber nicht wert und jetzt auch nicht so besonders. Man kann nicht wirklich taktisch vorgehen und ich bin jetzt schon ein wenig gelangweilt.

Quadropolis immer mit den öffentlichen Gebäuden!Wir mögen das Spiel wirklich gerne und ich finde es wie Azul schön ansprechend und mit tollem Material und es ist für uns ein schöner Spieleeinstieg. Spielen aber immer mit der einfachen Seite, die andere Expertenseite nimmt für uns das lockere weg und macht es viel denklastiger.. Aber die Erweiterung ist für uns ein Muss, da sie die öffentlichen Gebäude viel attraktiver macht und man da seine eigene Strategie schön unterstützen kann.

Dann haben wir mal wieder Seasons gespielt. Im Vergleich zu den ganzen anderen Engine-Buildern wie Flügelschlag und Everdell ist es wirklich gemein. Also fast jede Karte ist so konzipiert, dass die anderen Spieler leiden müssen. Als Kontrast zu den anderen Spielen dann sogar noch interessanter und da wir die anderen in letzter Zeit oft gespielt haben, war diese Partie mal wieder echt lustig :D Ab und zu böse zu sein liegt uns nun einfach doch sehr (Arcadia Quest - Lover) und hier ist es eben auch so. Allerdings reichte mal wieder eine Partie, dann sind wir danach doch lieber wieder nett und spielen mehrere Partien von den anderen Spielen. Aber bleibt weiterhin in der Sammlung!

Und dann haben wir auch ein Spiel gespielt, was wir schon ewig in der Sammlung haben und leider viel zu selten spielen. Ist so ein Urlaubsspiel und leider gehen die kleinen 2-Personen-Spiele wegen der Größe einfach unter. Ist bei Caverna das 2-Personenspiel leider genauso, dabei ist es wirklich gut und in den Schachten steckt einfach sehr viel drin, aber geht immer wieder unter. Naja, gemeintes Spiel ist Targi und auch dort spielen wir immer mit der Erweiterung. Gibt noch mehr taktische Möglichkeiten für ein ohnehin schon wirklich perfektes Spiel. Ich finde auch weiterhin, dass hier eine der besten Aktionsauswahlmechanismen vorliegt.

Über Terraforming Mars und Everdell rede ich einfach mal gar nicht, auch wenn die beiden unsere Dauerbrenner sind. Hab letztens noch eine ältere Meinung von mir dazu gelesen und Everdell ist zwar an einigen Stellen absolut nervig und unperfekt, aber es macht einfach absolut süchtig. Aber ja, auch diese beiden Spiele landen zurzeit ständig auf dem Tisch.
Mit Great Western Trail ist auch unser Liebling, landet aber nicht so oft wie der Rest auf dem Tisch, da es trotz Inlay einfach länger zum Aufbauen braucht. Sehr viel Kleinkram, aber auch wundervolles Spiel. Dieses Mal wieder mit der Erweiterung, denn im Gegensatz zu vielen anderen Erweiterungen (und wir lieben oft die Erweiterungen, wie schon beschrieben und gleich noch weiter zu lesen sein wird) ist diese hier nicht Pflicht und kommt immer mal wieder zur Abwechslung rein, aber nicht dauerhaft. Die Erweiterung ist viel taktischer und verzeiht noch weniger Fehler, da die angereisten Städte viel seltener Punkte bringen und man im Vorfeld planen muss, wohin man wohl reisen wird. Hab haushoch verloren, aber es macht trotzdem mega Spaß.

Dann kam wieder mal Dice Forge mit Erweiterung dran und trotz absolutem Würfelpech ist es dennoch knapp ausgegangen, da man durch die Karten gut aufholen kann. Ist sehr schön für ein Würfelspiel.

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Räuber der Nordsee.jpg (355.53 KiB) 524 mal betrachtet

Dann noch Räuber der Nordsee mit beiden Erweiterungen. Auch hier gehören die Erweiterungen zum Spiel dazu, ohne würde ich es nur mit neuen Leuten spielen, aber sonst nie mehr. Es verbessert so viel und macht es zu einem perfekten Ganzen. Immer wieder schön!

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Takenoko.jpg (323.62 KiB) 524 mal betrachtet

Zuletzt von den uns bekannten Spielen noch Takenoko mit Erweiterung. Auch hier verbessert sich das Spiel durch die Erweiterung grundlegend. Wird weniger zufällig und durch besondere Gartenplättchen kann man viel besser planen und den Garten ausbauen. Man muss bei diesem Spiel ja den Garten farblich nach gewissen Mustern anordnen, den Bambus in gewisser Höhe angärtnern und den Banda füttern. Durch die Erweiterung kann man durch das Zeugen von Pandababys Bonusse erlangen, durch neue Gartenteile gezielter bewässern und co. Wir spielen auch mit neuen Leuten nur mit der Erweiterung und das Spiel ist optisch einfach der Knaller!

Soo, jetzt noch 2 neue Spiele für uns (und bald erfolgt auch noch ein neues, haben Nah und Fern hier aus dem Forum kaufen können und ich freue mich schon riesig, es spielen zu können!)
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Teotihuacan.jpg (416.56 KiB) 524 mal betrachtet

Teotihuacan ist das erste neue Spiel. Wir haben es unbedingt haben wollen und nun ist es auch bei uns gelandet. Optisch finde ich es ja sehr hübsch und wenn es vor einem liegt, ist es sogar noch cooler mit den kleinen Personen auf dem Spielfeld und der Pyramide. Auch der Aufbau ist schneller gemacht als erwartet und das eigentliche Spiel ist auch gar nicht so schwierig, wie es sein soll. Da wir auf Würfeleinsetzspiele wie Rajas of the Ganges stehen, waren wir hier gespannt (auch wenn man eben nicht würfelt) und die Mechanik ist eigentlich ganz nett. Leider hat meinem Mann das Spiel so gar nicht gefallen. Mir schon, aber das hilft erstmal wenig ;) Er hat auch immer haushoch verloren und für ihn war das schon von Vornherein klar und dementsprechend hat er sich einfach nur schlecht gefühlt und er hat auch nicht das Gefühl, persönlich etwas zu schaffen. Bei anderen Spielen baut ja jeder oft etwas für sich und hat somit immerhin das geschafft, hier baut man aber entweder gemeinsam an der Pyramide oder an den verschiedenen Leisten und hat nicht wirklich das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Er fühlte sich auch immer im Zugzwang durch mich, denn wenn ich bei den Anbetungsleisten vorangegangen bin und die Wertungsboni freigeschaltet habe, musste er das ja auch um nicht ganz extrem zu verlieren.
Er will dem Spiel bisher noch Chancen geben (haben es auch bisher erst zweimal gespielt), vor allem weil ich eben die Spielmechanik mag, aber wenn er es nicht auch bald mag, werden wir es wohl verkaufen. Macht mir ja auch keinen Spaß, wenn ich weiß, dass es ihm nicht gefällt und mit anderen werden wir es nicht spielen, weil es eben nichts für Wenigspieler ist. Dafür ist es dann doch zu kompliziert, zumindest zum Erklären.

Alchemisten.jpg
Alchemisten.jpg (360.52 KiB) 524 mal betrachtet

Netterweise konnten wir dann noch Alchemisten von Bekannten ausleihen, da ich dieses Spiel auch schon länger im Auge hatte. Denn wir stehen auf logische Rätsel und ein Spiel dazu fehlt noch in unserer Sammlung. Auch gegen Apps haben wir nichts bei Brettspielen, da gibt es ja einige, die es gezielt getrennt haben möchten. Naja, haben es dann voller freudiger Erwartung gespielt und leider mögen wir das Spiel gar nicht! Es hapert einfach an so vielen Ecken. Das fängt schon mit dem Material an. Die Bögen zum Notieren sind sehr bleich und man erkennt dort die Ladungen nur sehr schwach. Daher haben wir von vornherein mit einer guten Vorlage auf unseren Tablets gespielt, also daran liegt es nicht einmal, dass wir es nicht mögen. Die Sichtschilder dienen ja sogar mehreren Zwecken, einmal dem Sichtschutz einmal um dort auf einer Pyramide die gematchten Ladungen zu befestigen. Beides funktioniert nicht gut. Beim Befestigen der Ladungen passen die Ladungen kaum rein, fallen raus, die Farben verwirren eher als dass sie helfen und geschützt wird die Sicht auch nicht, da man eindeutig merkt, ob man oben oder unten die Ladungen befestigt. Also auch da durchgefallen. Aber das kann man ja noch anderweitig lösen, wenn das Spiel funktioniert. Aber für uns funktioniert eben auch das nicht. Die App und das Herausfinden der richtigen Elemente ist klasse, das macht wirklich Spaß! Auch das logische Schließen ist klasse (wobei es durch das Material oft zu Flüchtigkeitsfehlern kommen kann, wenn man nicht aufpasst). Aber das Drumherum hat uns keinen Spaß gemacht. Man hat zu wenig Geld, wird kaum für das Raten belohnt und irgendwie macht es einfach kaum Sinn, etwas anderes als Forschung zu betreiben. Dafür braucht man aber immer Ressourcen und muss Tränke verkaufen, verliert aber immer wieder die Zutaten und im Endeffekt sammelt man immer wieder Zutaten, nur um dann zu Forschen und die Mechanik macht nicht einmal Spaß. Inhaltlich sind die Ideen sehr lustig mit dem Selbertesten, dem Testen an Studenten, dem Publizieren usw., aber für uns ist dieser Teil des Spiels einfach absolut nicht spaßig. Notwendiges Übel für das tolle logische Denken, aber leider überwiegt das Übel und macht einfach keinen Spaß.
Für uns leider durchgefallen, wird nicht noch einmal gespielt.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 18. April 2019, 22:14

Lehni hat geschrieben:Werwörter gefällt uns gerade sehr gut.
Wir haben es gestern wieder gespielt. Es ist einfach witzig und bietet auch zu viert viel Spaß. Vor allem gibt es immer wieder neue Konstallation. Zum Beispiel als Bürgermeister und Werwolf „Mirabelle“ erklären müssen, worauf kaum jemand kommt, selbst wenn man nicht lügt. Schlimmer war da noch „Oktober“. Niemand ist auch nur ansatzweise drauf gekommen, nur die Seherin hat sehr offensichtlich in die richtige Richtung geraten. Toll war auch, dass einmal der Werwolf selbst nach 3 Minuten das Wort „errat“ und zielsicher auf die Seherin zeigte. So kann man auch gewinnen. Lustiges Spiel! (Wertung: 8,5)

Maery hat geschrieben:Corinth spielen wir momentan als unser Roll-and-Write-Spiel
Das kannte ich noch gar nicht, dabei mag ich solche Spiele sehr. Aber ich gebe zu, dass ich auch nicht 10 Stück in der Art brauche. Und „Welcome to...“ finde ich thematisch bisher am besten. Aber Corinth werd ich mir mal anschauen, wenn ich dazu komme...

Wir spielen auch mit neuen Leuten nur mit der Erweiterung und das Spiel ist optisch einfach der Knaller!
Ja, da sticht es echt hervor. Und ich spiel es auch sehr gerne. Mal schauen, ob es am Samstag mal wieder auf dem Tisch landet nach langer Zeit.

Er fühlte sich auch immer im Zugzwang durch mich, denn wenn ich bei den Anbetungsleisten vorangegangen bin und die Wertungsboni freigeschaltet habe, musste er das ja auch um nicht ganz extrem zu verlieren.
Das ist interessant, weil das bei uns nicht passierte. Sehr oft fährt jeder von uns seine eigene Taktik und bisher ging das meist auch einigermaßen gleich gut auf. Sprich, ich hatte bisher nie das Gefühl, dass ich irgendwo meinem Gegner hinterherlaufen muss, weil er sonst uneinholbar wird. Vor allem bei den Tempel suche ich mir das zu meiner Strategie (und Bonussen) passende Leiste aus und treibe die zielstrebig voran. Es bringt rein gar nichts, einem anderen Spieler hinterherzulaufen.

Er hat auch immer haushoch verloren und für ihn war das schon von Vornherein klar
Kann er sagen, warum es ihm klar war? Ich habe Teo schon ein paar Mal gespielt, hatte bisher aber nie das Gefühl, dass man vor allem in den ersten paar Runde schon jemand davon ziehen sieht. Was sein kann: Teo verzeiht Fehler nicht sehr gut. Sprich, wenn er in den ersten Runden einen (bzw. mehrere) Spielfehler macht, dann kann es sein, dass der andere davon zieht. Vor allem bei allem, was wiederholt gewertet wird wie der Pfad der Toten oder die Masken. Wenn Du es verkaufst, sag mal bescheid ... ;)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 19. April 2019, 08:21

Scythe: Aufstieg der Fenris ging in die letzten zwei Partien der Kampagne. Natürlich wieder mit Spoiler-Tags.

Partie 7:
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Partie 8:
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Ohne Spoiler, was bleibt zu sagen? Die Kampagne spielt sich gut. Und ich bin in Area-Control-Spielen extrem schlecht. Thematisch hat mich Fenris (bis aufs Ende) sehr gut unterhalten. Die Texte waren größtenteils spannend, manchmal nur etwas zu lang. Die neuen Fraktionen bringen Abwechslung, aber spielen sich teils auch ganz anders. Ich bin noch gespannt auf die Koop-Variante, danach hab ich von Scythe aber erstmal genug.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 20. April 2019, 19:59

Sechsstädtebund zu dritt: „Sechsstädtebund“ ist sicherlich kein Überflieger der Handelsspiele, aber es spielt sich so leicht und locker in etwas mehr als einer halben Stunde herunter, dass ich es immer wieder gerne spiele. Und das letzte Mal ist nun auch schon über drei Jahre her.

In „Sechsstädtebund“ müssen die Spieler mit ihrem Handelswagen in eine von sechs Städten reisen, um dort Waren zu erhalten. Für die Reise selbst muss man Knappen bezahlen und zusätzlich bieten zwei Spieler um die gleiche Stadt, wenn sie sich in die Quere kommen. Dieser Bietmechanimus funktioniert ähnlich wie bei „Evo“ und gefällt mir sehr gut am Spiel. Wenn alle eine Stadt für sich haben, erhält man Warenwürfel oder neue Knappen. Wer die meiste Pferdestärke erhalten hat, ist zuerst am Markt, wo man die Waren gegen Siegpunkte und oder Gefolgsleute eintauschen kann. Die Gefolgsleute geben Siegpunkte am Ende des Spiels für Mehrheiten. Auch hier finde ich die Art der Warenlieferung klasse, weil sich der aktive Spieler eine Reihe aussucht, die beliefert werden soll und damit andere Spieler zum Einsetzen der Waren zwingen muss. Ebenfalls klasse finde ich den Reihenfolgemechanismus, der sich jede Runde ändern kann und pro Phase ggf. variiert und so für ein sehr ausgeglichenes Spiel sorgt.

Mir gefällt auch, dass Waren nicht aufgehoben werden. So kann man diese nicht horten, sondern muss damit leben, was es gerade gibt. Das verbietet damit zwar eine große Spielstrategie, was aber die Einfachheit des Spiels ausmacht. Ich finde es jedenfalls klasse, auch wenn ich ganz knapp mit 70:69 (2 Knappen):69 (1 Knappen) Letzter geworden bin. (Wertung: 8,0)

Cryptid zu dritt, drei Runden: Wenn man ein komplexeres Sudoku sucht und „Alchemisten“ (siehe oben bei Maery) fiel zu aufwändig mit den ganzen Aktionen fand, wird sicherlich mit „Cryptid“ glücklich. Auf dem variablen Spielbrett mit mehreren Landschaften, verschiedenfarbigen Säulen und Tiergebieten versteckt sich ein Fabeltier, dass wir als Kryptozoologen suchen. Jeder Spieler erhält zum Spielstart jeweils einen anderen geheimen Hinweis (z.B. dass sich das Wesen auf Sumpf oder Wüste befindet, oder in Reichweite 3 zu einer weißen Säule etc). Mit allen Hinweisen zusammen gibt es ein eindeutiges Feld auf dem Spielplan, wo das Wesen steckt. Und so fragt man reihum seine Mitspieler ab, ob sich das Wesen auf einem Feld verstecken könnte oder nicht und findet so das Wissen der Spieler und damit deren Hinweise heraus. Durch einen kleinen, farbigen Würfel werden Fehltreffer markiert und durch eine Scheibe mögliche Positionen, sodass man diese gut unterscheiden kann. Und so kann man irgendwann versuchen, das Rätsel zu lösen.

Ein Thema sucht man bei „Cryptid“ vergebens, konkrete Begriffe wie „Bärengehege“ und „Pumagehege“ werden automatisch zu ihrer abstrakten Darstellungsform „gestrichelt“ und „durchgezogen“. Und die verlassenen Hütten werden schnell zu „Dreieck“. Die Landschaften gibt es auch nur der Farbkodierung wegen. Und ehrlich gesagt steckt nicht so viel Spieleentwicklung im Spiel, denn die unterschiedlichen Hinweise mitsamt Zielfeld hat (vermutlich) ein Computer ausgerechnet.

Die erste Runde war grauenvoll, da ich keinerlei Plan hatte, was abgeht oder wie man etwas kombiniert. Zusätzlich kam dazu, dass wir das Ziel nicht fanden. Auch nach Zusammenlegen aller Hinweise fanden wir kein passenden Feld auf dem Spielplan. :( Ggf. war dies ein Druckfehler bei einem der Hinweise. In Runde zwei war ich dem Ziel sehr nah, verwechselte aber grün und blau. :( Und in Runde drei hatte ich einen Denkfehler. Das ist auch ähnlich problematisch wie bei „Alchemisten“, denn wenn man einen Fehler beim Kombinieren macht, ist man raus. Immerhin könnte man bei „Cryptid“ alles noch einmal nachvollziehen, da alle Informationen auf dem Brett liegen. Aber die Arbeit macht man sich selten, wenn die anderen Spieler kurz vor der Lösung stehen. Vor allem würde das die Downtime extrem erhöhen, wenn man in seinem Zug alle Kombinationen durchrechnet. Das passiert dennoch manchmal und lässt die Mitspieler dann leider Warten.

Negativ ist, dass per Standard kein Block zum Aufschreiben der Hinweise ist. Ich weiß nicht, wer nur durch bloßes Starren auf das Brett sich alle Infos merken bzw. zusammenführen kann. Entsprecht gibt es bei BGG auch sehr viele Decodierblöcke zum Herunterladen. Davon abgesehen ist das Spiel ganz interessant und man kann aufgrund der kurzen Spieldauer ruhig zwei, drei Partien nacheinander spielen. Aber man muss kombinatorische Rätsel mögen. (Wertung: 7,0)

The Cave zu dritt: Ein weiteres meiner Lieblingsspiele, dass wir zuletzt im Mai 2016 gespielt hatten. Jeder Abenteurer versucht die Höhle durch das Aufdecken von Plättchen zu erkunden. Dabei kann man tiefer in die Höhle eindringen, muss enge Passagen, Abgründe oder Seen überqueren oder durchtauchen und kann tolle Fotos schießen. Für alles gibt es passende Marker mit Siegpunkten und einer Mehrheitenwertung am Ende.

Wäre es nur das, wäre es langweilig. In einem Zug muss man Nahrung ausgeben, um seine 5 Aktionspunkte auszugeben. Und wenn die Nahrung im Rucksack nicht ausreicht, ist das Spiel zu gut wie gelaufen. Und so muss man immer abwägen, wie weit man noch in die Höhle vordringen will oder wann man besser zum Basislager umkehrt, um neue Nahrung einzuladen. Da es bis auf das Ziehen der Plättchen keinen Zufall gibt, hat man sein Schicksal auch immer selbst in der Hand. Nur ganz selten kann es passieren, dass man sich wagemutig eine Abkürzung zum Basecamp sucht und in einer Sackgasse läuft.

Mir gefällt „The Cave“ sehr gut – und besser als die anderen Spiele von Adam Kaluza, wie „K2“ oder „Mount Everest“. Thematisch find ich es sehr gut umgesetzt, nur die Regel ist echt ein Graus. Darin etwas auf Anhieb zu finden, ist fast unmöglich. Immerhin ist sie nicht sehr lang, aber es gibt immer wieder ein paar Regelfragen –vor allem, wenn man das Spiel drei Jahre nicht gespielt hat. (Wertung: 8,5)
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Gizmos zu dritt: Wer die Murmelbahn von „Gizmos“ sieht, wird sich gleich an „Potion Explosion“ erinnert fühlen. Bei „Gizmos“ handelt es sich aber in meinen Augen um das einfachere und bessere Spiel.

Jeder Spieler kann in seinem Zug eine von vier Aktionen auswählen: Eine Karte aus der Auslage nehmen und speichern, eine Karte bauen, eine farbige Murmel nehmen oder vom verdeckten Stapel Karte ziehen und ggf. dann etwas davon bauen oder speichern. Das war's! Die gebauten Karten werden mit den Murmeln bezahlt. Und einmal gebaut verbessern sie die vier Aktionen, sodass man für den Bau weitere Murmeln zufällig oder gezielt ziehen kann. Und so spielt man vor sich hin, bis ein Spieler 16 Karten vor sich hat und das Spiel endet. Die Karten bringen dann Siegpunkte.

Das Thema sucht man bei „Gizmos“ auch wieder vergebens. Dass ich „Gizmos” (Maschinen) mit Energiekugeln erstelle, spielt einfach keine Rolle. „Karte“ und „Murmel“ tut es als Begriff auch. Davon abgesehen spielt es sich sehr nett und schnell. Wir waren in knapp 30 Minuten fertig. Sehr befriedigend ist die immer besser ineinander greifende Engine (wenn man keinen Fehler macht), wodurch bei den Aktionen immer mehr Bonus abfällt. Es ist aber auch nicht extrem tiefschürfend, meist ist es recht klar, was man in seinem Zug an sinnvollen Aktionen machen kann und muss nur eine davon auswählen. (Wertung: 7,0)
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 18. Mai 2019, 10:33

Kneipenquiz zu viert: Die Fragen im Kneipenquiz sind ganz schön happig. Wer weiß schon, wo ein Waldbrand in den 70er Jahren in Deutschland war? Oder was vier genannte Fußballer vereint, die vermutlich kaum ein Mensch vorher schon einmal gehört hat? Und so kam mir das Spiel nach der ersten von fünf Runden auch unschaffbar vor. Aber es wurde besser: Mit der Zeit kamen Fragen, die wir beantworten oder zumindest gut raten konnten. Und so landeten wir am Ende nur einen Zähler hinter einer der gegnerischen Flaschen, die pro Frage ebenfalls nach vorne ziehen dürfen – vor allem, wenn man falsch antwortet.

Zu viert war das Spiel ganz gut. Es wusste eben immer mal jemand etwas. Zu zweit ist es vermutlich nicht machbar. Zu zwanzigst hat man eine reelle Chance, einen Großteil der Fragen zu beantworten. In einer Kneipe könnte man die 20 vielleicht sogar auftreiben. Es wird vermutlich nicht mein Lieblingsquizspiel, aber ab und an würde ich es mitspielen. (Wertung: 6,5)

Treasure Island zu viert: „Treasure Island“ wollte ich unbedingt wegen des Mal- und Deduktionsfaktors spielen. Long John Silver versteckt geheim (hinter seinem Sichtschirm) einen Schatz auf der Insel. Die restlichen Piraten haben nun 6 Runden Zeit, den Schatz zu finden, bevor Long John sich selbst auf den Weg dorthin macht. Hierfür können sie auf der Karte frei umherwandern und Kreise ziehen, welche das Suchareal angibt. Durch Hinweiskarte, die Long John auslesen muss, und teilweise auch vereinzelt geheim an die Mitspieler gibt, kann jeder für sich schließen, wo der Schatz sein könnte bzw. auf alle Fälle nicht ist.

Ich fand das Spiel ganz spaßig. Es ist ein vereinfachtes „Scotland Yard“ oder „Whitechapel“, gemischt mit ein bisschen „Cryptid“. Sehr schön finde ich, dass die ein oder zwei der Hinweise von Long John ggf. auch falsch sein können. Also nicht zwingend falsch sind, sondern nur können. Vielleicht sind sie auch richtig. Das bringt noch einmal etwas Spannung in das Spiel.

Am Ende kam es mir ein klein wenig zu lang vor. Wir spielten die 6 Runden und grenzten immer mehr ein, bis sich auch Long John auf dem Plan bewegen durfte. Jetzt ging es nur drum, wer schneller oder größere Kreise ziehen darf und ich war am Ende der glückliche. Aber das war wirklich mehr Glück als konkreter Sachverstand. Da gefällt mir „Cryptid“ oder „Whitechapel“ zum Beispiel doch besser, weil die Hinweise eindeutiger sind. (Wertung: 7,5)
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Blueprints zu viert: Nach langer Zeit wieder gespielt zum Abschluss des Spieleabends. Das Spiel ist schnell erklärt und auch innerhalb von 30 Minuten gespielt. Würfel ziehen, würfeln, einen der 7 in sein Gebäude einbauen, sechs mal wiederholen, werten, Punkte kassieren (oder eher nicht wie in meinem Fall) und das dreimal. Fertig! Ein Vergleich mit „Sagrada“ bietet sich an, Blueprints spielt sich aber leichter und weniger verkopft. Es gibt zwar ein paar Regeln, aber die lassen sich an zwei Fingern abzählen. Daher war es schön, es mal wieder gespielt zu haben. (Wertung: 7,5)
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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 19. Mai 2019, 11:28

Unstable Unicorns zu fünft: „Unstable Unicorns“ wurde in 2017 sehr erfolgreich über Kickstarter finanziert. Von 10.000 US-Dollar kamen 1,8 Millionen US-Dollar zusammen. Nachdem ich das Spiel gespielt habe, frage ich mich, wieso.

Ich denke, das größte Zugpferd (ha ha) des Spiels ist die Grafik. Fast jede Karte ist einzigartig und toll illustriert. Andere Tiere oder Eigenschaften sind echt wunderschön in ein Einhorn-Umfeld eingebettet. So schön einzigartige Karten sind, desto schlechter ist, wenn jede Karte eine andere Funktion hat. Ich selbst mag keine Spiele, wo ich vor mir zig Karten mit Sondereigenschaften liegen haben und mir dann auch noch die Eigenschaften der Mitspieler (zumindest grob) merken muss, weil es eine Rolle für mich spielt. Sprich, das Spiel hat mir zu viele Sachen, auf die ich aufpassen muss.

Größter Kritikpunkt meinerseits: Es spielt sich wie Munchkin. Zieh eine Karte, spiel eine Karte, versuche 7 Einhörner zu sammeln. Wenn jemand nah an der 7 dran ist, stürzen sich die Mitspieler auf ihn und verhindern somit den Sieg – und zögern das Spiel heraus. Denn wie Munchkin hat das Spiel ggf. kein Ende, weilständig jemand noch dazwischenfunkt. Das war auch der Grund, wieso ich vorn vornherein gesagt habe, dass ich nach 30-45 Minuten aufhören werde. Wegen mir hätte ich auch nach 15 Minuten aufhören können, aber ich wollte ja kein ganz großer Spielverderber sein. Aber mitspielen werde ich es nicht noch einmal. (Wertung: 3,5)
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Aeon's End zu viert: Aeon's End ist ein kooperatives Deckbauspiel. Gemeinsam versuchen wir den Angriff eines Monsters aus dem All auf unsere kleine Stadt zu verhindern. Während das Monster vom Himmel fällt und seine Minions oder Zaubersprüche auf uns oder die Stadt loslässt, verteidigen wir uns nach bestem Willen. Dabei haben alle Spieler ein Startdeck und können über Äther (Kaufkraft) neue Karten in Form von mehr Kaufkraft oder Zaubsprüche mit Schaden kaufen.

Soweit ist das von zahlreichen anderen Deckbauspielen wie z.B. Ascension bekannt. Drei Besonderheiten gibt es bei Aeon's End aber: 1. Gekaufte und gespielte Karten kommen auf den Ablagestapel, wobei die Reihenfolge der Ablage eine Rolle spielt, denn: Wenn das Deck leer ist, wird der Ablagestapel umgedreht und nicht gemischt. Somit kann ich zu einem gewissen Grad die Reihenfolge der Karten und sogar die ganze Kartenhand selbst bestimmen, wenn ich mir einigermaßen merke, was ich habe. Ich gebe zu, dass ich daran eher schlecht bin. Ich habe einfach versucht eine gute Mischung aus Kaufkraft und Angriff zu haben. 2. Sprüche müssen erst aufgeladen werden und wirken am Start der nächste Runde. Okay, ein bisschen erinnert das an die Angriffskarten in „Nightfall“. Aber diese Verzögerung hat der gemeinsamen Planung im Spiel sehr gut getan. Und zuletzt 3. Würde man immer nur reihum spielen, wäre das Spiel zu berechenbar, also wörtlich genommen. Denn man könnte genau ausrechnen, wer welchem Monster wie viel Schaden macht oder jemand anderen heilt etc. Stattdessen gibt es ein „Spielereihenfolge-Deck“, in das die Spieler plus zweimal das Monster reingemischt wird. So kommt auf alle Fälle jeder einmal die Runde dran. Aber wir wissen nicht genau, wann. Und wir wisssen auch nicht, wann das Monster zuschlägt und uns Ärger macht.

Wir spielten das Einstiegsspiel mit Standard-Karten zum Kaufen und einem leichten Monster. So leicht war es aber gar nicht. Unsere Stadt sank von 30 Lebenspunkten (ja, wie auch immer eine Stadt Lebenspunkte haben kann) zwischendurch auf 6 ab. Das Monster startete mit 70 und es dauerte ca. 2,5 Stunden, ehe wir es besiegt hatten. Die Spielzeit ist wohl einer meiner wenigen Kritikpunkte. Wir haben uns natürlich viel abgesprochen und in einem eingespielten Team geht das sicherlich auch schneller. Aber für das, was das Spiel bietet, fand ich 2,5 h etwas zu lang. 1,5 Stunden hätten es auch getan. Ggf. gibt es extra Regeln, um die Spielzeit noch etwas zu verkürzen. Ansonsten hat es mir aber ganz gut gefallen, sodass ich es mitspielen, wenn auch nicht selbst kaufen würde. (Wertung: 7,5)
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Just One in verschiedenen Besetzungen zu viert, fünft, siebt so um die sechs oder sieben Partien: Just One war der Füller nach dem Abendessen bis sich alle wieder einfanden und lustigerweise gleich danach (also ohne anderes Spiel dazwischen) der Absacker bis alle gehen mussten. Das Spiel bietet sich dafür auch an, weil eine Runde ca. 3 Minuten dauert und man jederzeit ein- oder aussteigen kann. Wer es nicht kennt: Ein Spieler muss einen Begriff raten, die anderen schreiben dazu geheim jeder für sich ein Erklärwort auf. Doppelte Tipps werden aber herausgefilert, sodass am Ende nur Unikate übrig bleiben. Und damit muss der Ratende damit leben. Super spaßig, vor allem, wenn zwei Spieler sehr gleich denken und ständig das Gleiche aufschreiben (drei Runden nacheinander mit einer Mitspielerin passiert). Zu viert wird das Spiel manchmal schwer, denn wenn es Doppelungen gibt, bleiben nur zwei Tipps und damit kommt man selten auf den gesuchten Begriff. Aber es blieb in jeder Besetzung witzig. Ich werde es mir wohl doch noch zulegen müssen. (Wertung: 9,0)

Trapwords zu viert: Und noch eine Runde Trapwords war auch noch drin. Wie Tabu, nur dass sich das gegnerische Team die Tabu-Wörter ausdenkt und der Erklärer diese nicht sehen darf. Sehr schön, wenn so gut wie jede Falle zuschlägt (Wir schreiben „Gesichtsbehaarung“ und die Erklärerin startet mit „Haare im Gesicht“. Das ist einfach lustig!) oder man sich im eigenen Team nur durch zwei Begriffe auf das gesuchte Wort kommt. Spiele ich immer wieder gerne. (Wertung: 8,5)


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