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Wie viel Glück darf in Gesellschaftsspiele sein?

Allgemeine Spiele-Themen
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El Grande
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Wie viel Glück darf in Gesellschaftsspiele sein?

Beitragvon El Grande » 28. Juli 2010, 16:26

Wie viel Glück darf`s denn sein?

Ich sehe wir kommen bei unserer Auffassung von Glück nicht zusammen, siehe http://spielama.de/forum/showthread.php?tid=316 . Müssen wir ja auch nicht.

Ich für meinen Teil finde einen Schuss Glück sehr bereichernd. Ich bin z.B. kein großer Schachfan. Stundenlang voraussplanen über mehrere Züge - Nee danke. Das ist keine Spiel sondern Arbeit. Außerdem würde ohne Glück stets der Spieler mit den besseren kognitiven Fähigkeiten gewinnen. Ein wichtiger Aspekt des Spielbegriffs ist - wenn man von der wissenschaftliche Definition ausgeht - "die Ungewissheit des Ausgangs". Dies ist nicht gegeben wenn man vorher schon weiß, dass XY gewinnt, weil er eben kognitiv am stärksten ist. Gerade wenn man in heterogenen Gruppen spielt, ist das dann nur noch frustrierend für die von vornherein Unterlegenen. Das mindert wiederum den Spaß, welcher der zweite wichtige Aspekt des Spielbegriffs ist.

Natürlich habe ich auch keine Lust auf reine Glücksspiele. Einfach ätzend wenn der Einfluss gegen Null geht. (Ich denke da an so schöne Spiele wie "Mensch ärgere dich nicht" mit Regeln die einem dann auch noch vorschreiben was im Falle einer 6 zutun ist oder dass man "schmeißen/schlagen" muss falls es geht.
Zuletzt geändert von SpieLama am 29. April 2014, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Andy
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RE: Wie viel Glück darf`s denn sein?

Beitragvon Andy » 28. Juli 2010, 16:53

Mir geht es da genauso wie dir.
Ich mag pure Strategiespiele wie Schach nicht so wirklich (okay, ich hasse sie :D ).

Für mich gehört so ein kleines bisschen Chaos dazu; etwas das man nicht beeinflussen kann.
Dadurch bleibt das Spiel schön taktisch, wird aber nicht zum absoluten Glücksspiel.

Also, für mich ist ein gutes Spiel eines das Glück hat, bei dem aber trotzdem der gewinnt der am besten gespielt hat.
Bzw. jemand der gut gespielt und verdammt viel Glück hatte - ist teilweise auch ziemlich lustig :D
*platzhalter*

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H8Man
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RE: Wie viel Glück darf`s denn sein?

Beitragvon H8Man » 28. Juli 2010, 16:59

Na dann wollen wir das Thema doch mal ein wenig füllen :D

Auch ich mag nicht nur Strategiespiele die ohne jedes Glückselement auskommen, aber was ich überhaupt nicht mag, sind reine Glücksspiele.

Alles hat seine Vor- und Nachteile und viele Strategische Spiele brauchen ein Glückselement um das Spiel interessant zu halten, da es sonst zu berechenbar wird, wie zB. Schach und ähnliche Spiele und zumindest für mich jeden Reiz verlieren, wobei es wie immer und überall Ausnahmen gibt.
So finde ich "Easter island" von Twilight Creations Inc. zB. sehr gelungen, allerdings gibt es hier auch keinen festgelegten Spielaufbau.

Für mich darf ein Spiel nicht vom Glück gesteuert werden, bzw. nicht zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.


Gerade wenn man in heterogenen Gruppen spielt, ist das dann nur noch frustrierend für die von vornherein Unterlegenen. Das mindert wiederum den Spaß, welcher der zweite wichtige Aspekt des Spielbegriffs ist.


Ich denke hier muss man stark unterscheiden, nämlich zwischen Zeitvertreib und Ehrgeiz. Ich nehme mal Volleyball, (Tisch)Tennis als Beispiel. Wenn der Ball nicht zurückkommt, macht es einfach keinen Spaß, da es quasi garnicht zum Spiel kommt.
Dann gibt es natürlich noch die Männer (die nenne ich hier ganz bewusst), die sich von Natur aus mit anderen messen müssen. Ergo wird es sehr viele Leute geben, die gerne gegen bessere spielen, damit sie selbst besser werden.
"Wenn Ihr glaubt mich verstanden zu haben, dann habe ich mich falsch ausgedrückt..."

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Matze
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RE: Wie viel Glück darf`s denn sein?

Beitragvon Matze » 28. Juli 2010, 18:40

H8Man hat geschrieben:Für mich darf ein Spiel nicht vom Glück gesteuert werden, bzw. nicht zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.


Das denke ich ist auch bei mir das wichtigste..
Ich finde es einfach schade wenn man 40 Minuten in irgendein Spiel investiert hat, sich lange als Sieger fühlen konnte weil es einfach eindeutig war das man "überlegen" ist (oder eben halt am Anfang besser gewählt hat etc..) und in den letzten Zügen des Spiels, spielt der Gegner die Karte XY und XXY und du stehst vor nichts... und das alles nur weil er die 1337 gewürfelt hat o0... ^^... ne im Ernst:

Persönlich finde ich das Glück einfach in ein Spiel rein gehört, es ist alles irgendwo Glück, sogar beim Schach kann man "Glück" haben, hier auf einer anderen Ebene als beim Würfeln, aber auch hier kann man Glück haben.
Und ich denke genau die richtige Dosierung des Glücks und dem "können" (/beeinflussen) des Spieles, machen ein Spiel interessant und... spielenswert (wie ich Neologismus liebe^^).

Ganz klar ist auch, zu viel Glück beeinträchtigt auf lange Zeit gesehen die Lust am Spiel, denn wenn man selbst nichts beeinflussen kann, alles der Willkür unterliegt dann ergibt es keinen Sinn sich aufzuhalten damit, mal kurz für 5 Minuten den anderen durch Zufall besiegt, aber da hält die Freude dann auch nicht so lange an.

Bestes Beispiel finde ich hier übrigens auch Ubongo -> Super Spiel, eigentlich...

Ich hab die Variante "Ubongo - Das Duell" daheim, es gibt 2 Varianten (A / B) einmal mit 4 und einmal mit 5 Teilen wenn ich mich recht entsinne.
Der Nachteil ist eigentlich nur in der Variante mit dem Teilchen weniger zu spüren. Hier ist es einfach so, wer die Teile am Anfang besser platziert (GLÜCK) der hat die besseren Karten.


Und hier kommt das Problem denke ich auch auf, es gibt Glück das man anderen gönnt und Glück das überflüssig ist ^^... Es hat einfach nichts mit können zu tun und eine Niederlage/Sieg wird auch "schnell verarbeitet" weil es eben nahezu nichts zu bedeuten hat...


In diesem Sinne - Glück auf :)
„Irgendwann sitzen wir in Bayreuth zusammen und begreifen gar nicht mehr, wie man es anderswo aushalten konnte“. - Friedrich Nietzsche

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MrFrog
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RE: Wie viel Glück darf`s denn sein?

Beitragvon MrFrog » 28. Juli 2010, 18:43

Mir gehts eigentlich genauso wie den ersten beiden da oben :rolleyes:

Es geht auch mal -gerade mit Senioren oder Kindern- ein originelles Glücksspiel wie Hoppladi Hopplada oder Nichtlustig, aber wenn ich was "richtiges" Spiele, sollte auch der die besten Chancen haben, der am besten spielt. Dennoch ist ein bisschen Glück nicht zu verachten, da dann der Überraschungsmoment da ist und man auch eine Chance hat, wenn man kein Profi in dem entsprechenden Spiel ist.

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Ben
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RE: Wie viel Glück darf`s denn sein?

Beitragvon Ben » 31. Juli 2010, 15:40

Ich bin sogar für "richtige" Glücksspiele zu begeistern - kommt bei mir total auf den Umstand an. Grundsätzlich sagen mir aber nicht-abstrakte Strategiespiele mit recht wenig Glück am meisten zu!
An dieser Stelle könnte Ihre Werbung stehen! :angel:


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