Hallo Thorsten, Immanuel & Bernd,
so, ich habe eben meine Hausaufgaben gemacht
"Thorsten Gimmler" hat am 25.08.2004 geschrieben:
...
> In der Regel steht in etwa: "Hat man einen Januskopf, so
> darf man, wenn man ein Feld in der Farbe des Januakopfes
> betritt, nochmal ziehen." Es steht aber nicht genau
> beschrieben, dass man für jede Farbe nochmal (und evtl.
> unbegrenzt) ziehen darf. Wir spielen es immer so, dass man
> noch genau! einmal ziehen darf. Hat man also Köpfe in allen
> vier Farben, so darf man noch einmal ziehen. Aber insgesamt
> eben nur einmal!
Nun, das wäre selbst in dem von Dir aus der Erinnerung geschriebenen Satz eine Regelergänzung, denn wenn man "nochmal ziehen" darf, so ist das Verbot dieses Rechts im Fall der Wiederholung doch etwas, das ausdrücklich geregelt gehört. Da hast Du was hineininterpretiert, was nicht geschrieben steht und somit auch nicht implizit gilt. Wer hat nicht schon mal irgendein Spiel mit Würfelmotor gespielt und musste einen Mitspieler davon überzeugen, dass er nach einer 6 nicht noch einmal dran ist, nur weil er das so von Mädn gewohnt ist?
Aber zu den Fakten. Ich zitiere die Regeln:
Spear: "Nach jedem Zug wird das Plättchen beiseite gelegt, auf dem die Spielfigur zuletzt gestanden hat. Ist das Plättchen ein Janus-Kopf, so legt man es offen vor sich hin. Sooft die eigene Spielfigur danach ein Plättchen der Farbe dieses Janus-Kopfes erreicht, darf nochmal gezogen werden."
Die Franckh-Kosmos-Regel verwendet diese Sätze wortwörtlich genauso und ergänzt dann: "Es kommt also darauf an, möglichst viele verschiedene Janus-Köpfe zu sammeln. Selbstverständlich kann ein Spieler die Janus-Köpfe einer Farbe allein besitzen."
Die Redewendung "Sooft die Figur ... darf nochmal ..." bestätigt m.E. die mir bekannte Kettenzugregel. Da gibt es doch nicht viel zu deuteln, oder?
Ferner habe ich
www.spielefindex.de und mein Zeitschriftenarchiv bemüht.
Der Artikel von Bernward Thole in SPIEL Ausgabe 3/1980 (die letzte Ausgabe dieser Zeitschrift) ist nicht erhellend, verrät nichts zu diesem Detail der Spielregel.
In PÖPPELREVUE 3/1988 schreibt Peter Neugebauer ("pen") nur von "Bonuszügen", ebenfalls ohne ins für uns wichtige Detail zu dringen.
Sven Kübler in SPIELBOX 2/1988 schreibt: "Der Janus hat einen Joker-Charakter. Jedes Mal, wenn ich auf einem Plättchen meiner Janus-Farbe lande, darf ich sofort weiterspielen. Gelingt es mir gar, die Janusplättchen der 4 verschiedenen Farben zu ergattern, dann kann ich fast endlos spielen! Also, die Janus-Plättchen sind eminent wichtig, aber überhaupt keine Garantie für den Sieg."
Aha, wenigstens ein Spiele-Experte hat es zweifelsfrei genauso verstanden. Internet gab's da noch nicht, aber auch in den folgenden Spielbox-Ausgaben hat es dazu keine "Richtigstellung" gegeben, sonst hätte spielefindex.de auch diese Quelle verzeichnet.
Thorsten, gib dem Spiel noch eine Chance nach diesen, vermutlich im Sinn von Rudi Hoffmann "richtigen" Regeln. Wenn's nach Hausregel auch Spaß macht, umso besser.
Viele Grüße
Hartmut