Beitragvon Heinrich Tegethoff » 14. März 2007, 14:00
Hallo Ferdinand,
ferdinand köther schrieb:
> Aber eine gute Regel will und soll nicht "interpretiert"
> werden, eine Regel ist eine Gebrauchsanweisung und muß klare
> Aussagen treffen - Interpretationen sollen Gedichten und
> Romanen vorbehalten bleiben.
Zu einer guten Regel (Regelheft) gehört auch, dass sie nicht nur Regeln als
klare Gebrauchsanleitung erstellt, sondern dass auch der Zusammenhang
zwischen den Regeln leicht fällt.
> Taluva ist bzw. hat eine gute Regel.
Da bin ich mittlerweile bei einer anderen Sicht angekommen.
Taluva gefällt mir, wurde anfangs vom HiG erklärt, aber wir spielten
doch auch nach Regelstudium erst mit Fehlern.
Es ist mir insbesondere schleierhaft, warum erst nach allen 4 Bauaktionen
in einem eigenen Absatz gesagt wird, dass man für die Aktion noch genügend
Material haben muss. Tatsächlich bezieht sich dies nur auf eine Aktion,
nämlich die "Siedlung erweitern". Die drei anderen Aktionen verbauen nur
genau ein Teil, und die Regel wirkt dadurch konstruiert und nur als "Klarsteller".
Tatsächlich entscheidet sie häufiger über den Vorab-Sieg oder nicht, da man
genau die Anzahl an verbleibenden Häusern verbauen muß, wenn man keinen
Turm bzw. Tempel mehr hat. Dies haben wir erst einmal nicht so gespielt,
und ein Blick in die Regel unter dem Punkt "Siedlung erweitern" ergab keine
Aussage dazu!
Zudem ist der Punkt "was ist eine Siedlung" zwar jeweils referenziert, steht
aber faktisch versteckt in der Materialauflistung, und hat allein dadurch schon
einige Regelfragen, am Spieltisch und hier im Forum, ausgelöst.
Z.B. Die Frage, ob ich neben einen einzelstehenden Tempel denn einen Turm
bauen darf, hat da schon Diskussionen ausgelöst, da dies verständlicherweise
dem Sieg nahe bringt. Nach meinem Verständnis: ja, man darf, eine Siedlung
braucht keine Häuser sondern ist eine spielerfarblich zusammenhängende
Fläche von Feldern. Ein einzelner Tempel ist danach eine Siedlung.
Versuche doch bitte einmal, dies aus dem Regelheft heraus zu holen!
> Natürlich steht über keiner Regel "dies ist eine gute Regel", leider ;-)
Ich würde dies als Marketingbullsh*t auch ablehnen, ehrlich.
> aber wenn eine Regel so kurz, knapp und
> eindeutig ist wie Taluva, sollte man auch nicht anfangen, sie
> zu "interpretieren".
Was Gelegenheitsspieler mittlerweile als "kurz" bezeichnen, ja, da habe
ich ganz andere Erfahrungen. Das Regelwerk ist knapp, schön, aber es
füllt am Ende 4 DIN-A4-Seiten. Die Informationsdichte ist nicht hoch, gut
mit Beispielen versehen, aber vergleiche dies bitte einmal mit der Anleitung
zum bekannten "TransAmerica"!
Ich komme mit so einer Regel schon ganz gut zurecht, aber es ist in Taluva
weniger Regelwerk drin (was gut ist) als das moderne Regelheft vorspiegelt.
Servus,
Heinz (gebürtiger Bochumer)