Nach KEYWOOD (1995, Auflage: 200), KEYDOM (1998 Auflage: 300) und KEYTOWN (2000, Auflage: 500) nun KEYTHEDRAL.
Unser Eindruck nach einer Partie zu dritt: großartiges Spiel!
Um was geht es?
Jeder der (bis zu 5 Mitspielern) ist Bauunternehmer und befehligt jeweils bis zu fünf Arbeiterkolonnen, die mal schnell, mal langsam Rohstoffe auf den Ländereien (gemeinsamer Spielplan) schürfen. Wer schnell ist, der hat schon mal eine größere Auswahl (bis zu 5 versch. Rohstoffe) und kann den einen abzubauenden Rohstoff noch frei wählen. Wer später dran kommt, der muß nehmen was übrig bleibt. Es ist durchaus üblich, dass die letzten leer ausgehen.
Die Reihenfolge des schürfens wandert normalerweise im Uhrzeigersinn, kann jedoch durch einen sehr feinen Mechanismus (das Recht, selber erster zu sein) unter den Mitspielern angeboten und versteigert werden.
Die Rohstoffe (in Form von kleinen farbigen Holzsteinen) sind der eigentliche Motor des Geschehens. Sie sind, wie bereits gesagt, "Abbauprodukt" von fünf verschiedenartigen sog. Ertragsfeldern (achteckih) die anfangs zu einem großen Spielplan zusammengesetzt werden. Dabei werden von jedem Mitspeiler seine Arbeiterkolonnen "siedlerartig" zwischen die Ertragsfelder plaziert. Auf diese Art und Weise hat man beim schürfen die Wahl von bis zu vier verschiedenen Rohstoffen. Wer mit dem schürfen dran ist, erhält einen Rohstoff von einem der benachbarten Ertragsfelder welches nun in dieser Runde keinen weiteren Ertrag mehr auswirft. Im Laufe des Spiels kann man seiner Arbbeiterkolonnen verbessern, indem man eine bestimmte Rohstoffkombination "in die Kasse" zahlt. Der Marker wird umgedreht und sorgt für den Rest des Spiels für doppelten Abbau: Wenn man dran ist, können zwei benachbarte Felder Ertrag auswerfen. Dadurch wird das Ringen um Erträge natürlich noch komplizierter.
Die Rohstoffe sind wie bereits gesagt, eigentlicher Motor des Spiels. Denn mit ihnen kann man zu bestimmten "Preisen" (also Rohstoffkombinationen) verschiedene Dinge oder Rechte kaufen:
Zäune - um die Gegner beim Rohstoffabbau zu behindern
Zäune wieder abreissen (und aus dem Spiel nehmen) - um die Zäune, die andere einem vor die Nase gesetzt haben, aus dem Spiel zu nehmen
Umwandlung - wie oben bereits beschildert
Tauschen - zwei Steine nach Wahl in einen anderen Stein
Ereigniskarten ("Gesetzeskarten") kaufen - "blind", entweder gut für mich, oder schlecht für andere
Kauf von "teuren" Produktsteinen - die man vor allem später benötigt um die wertvollerenen ........
...... Siegpunkte beim Bau der Kathedrale zu erhalten - was ebenfalls eine der aufgezählten Möglichkeiten ist, die man mit Ertragssteinen ( und eben auch Produktsteinen) anstellen kann.
Die Siegpunkte (von 1 bis 5) werden von den Spielern im Laufe des Spiels gesammelt. Zunächst werden alle 1er Siegpunkte, dann alle 2er, bis hin zu den zwei begehrten 5er Siegpunktchips zum Begher der Mitspieler. Einen Siegpunktchip erhält man, indem die dort jeweils angegebene Ertrags- und/oder Produktsteinkombination abgegeben wird.
Die Partie endet sofort, wenn der letzte 5er Chip vergeben wurde. Jeder zählt dann seine gesammelten Siegpunkte zusammen. Gewinner ist der mit den meisten Punkten (nicht mit den meisten Chips).
Wir haben uns bei unserer ersten Partie prächtig und durchaus anspruchvoll unterhalten gefühlt. Der Spannungsbogen ist einwandfrei vorhanden: Zunächst seine Bedingungen verbessern (Karten erwerben, Zäune bauen, "umwandeln") um dann möglicvhst viele und geeignete Rohstoffe zu raffen. Besonders pfiffig: der Versteigerungsmechanismus, den man nicht nur anwendet um "erster" zu sein, sondern auch, um von anderen Rohstoffe zu erhalten. Denn "bezahlt" wird mit Rohstoffen.
Dem Autor scheint ein gutes Spiel gelungen zu sein. Die Verwandschaft zu MORGENLAND/KEYDOM (gleicher Autor) ist unverkennbar. Wem letzteres gefällt, der wird auch an dieser Neuheit gefallen finden.
Meint
Dieter Niehoff