Beitragvon Ernst Knauth » 13. Dezember 2002, 13:34
Dieter Niehoff schrieb:
>
> Im Messebericht der spielbox wird in Wort und Bild (S.8) DIE
> FLÖSSEREI von Peter Eggert kurz vorgestellt.
>
> Wer besitzt das Spiel und kann einen ersten Erfahrungsbericht
> anbieten?
Hallo Dieter,
ich kenne Peter Eggert seit vielen Jahren recht gut, und wir haben schon viel miteinander gespielt. Ich habe deswegen mit einer Antwort gezögert, weil ich schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht habe, als ich persönliche Meinungen über Spiele abgegeben hatte, die von Freunden herausgebracht wurden (daran zerbrach z.B. schon vor längerer Zeit eine über zehnjährige Freundschaft mit Alan Moon, nur aufgrund von Mißverständnissen und sehr zu meinem Bedauern). Trotzdem möchte ich, nach bestmöglicher Erinnerung, meine persönliche Meinung zur Flößerei kurz darlegen:
Ich habe [b] Die Flößerei [/b] letzten Monat im Sauerland gespielt (zu viert, mit Peter Eggert). Spieldauer knapp 4 Stunden. Der Spielplan - er zeigt Norddeutschland - ist von wirklich guter Produktions-Qualität, aber nicht aufgezogen. Er hat ein Hex-Raster, mit unterschiedlichem Gelände, einigen Städten unterschiedlicher Größe und einem Flußlauf-System, da im Meer endet. Als Spielfiguren hat jeder Spieler mehrere Holzpöppel (die Flößer) und viele Holzscheiben (Baumstämme). Außerdem gibts Geld und sonst noch ein paar Spiel-Untensilien.
Das Spiel ist im Prinzip ein Wirtschaftsspiel. Die Flößer schlagen in den Waldgebieten Holz, bringen das Holz zu Wasser und versuchen, das Holz in einer Stadt flußabwärts möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Dabei kann man blockiert werden, die Städte haben - in Menge und Wert - unterschiedlichen Bedarf an dem Holz, es kann Zollstationen geben u.v.m.
Das Spiel war in den vier Stunden nie langweilig. Die Spieler waren immer wieder durch Konkurrenz-Situationen gefordert. Allerdings war der Spielplan an einigen Stellen interpretationsbedürftig (mehrere Richtungspfeile auf den Flußläufen waren nicht exakt aufgedruckt), und wir setzten ein paar Regeln so im Spiel um, wie sie vom Autor nicht beabsichtigt gewesen waren und in den Testpartien offenbar nie aufgetreten waren. Ich denke, die Testphase war vielleicht etwas zu kurz. Ob bzw wie die Regeln inzwischen geändert wurden, ist mir nicht bekannt, Peter Eggert wollte sich aber darum kümmern.
Kleines Fazit von mir:
Wer sich an der Spieldauer nicht stört, wer kleine Fehler im Spielplan akzeptieren kann und wen der Preis (ich glaube: 44 Euro plus Porto) nicht schreckt, der erwirbt ein ansprechendes Spiel mit einem Thema, das meines Wissens bisher noch nicht in ein Spiel umgesetzt wurde.
Wir hatten viel Spaß, und ich würde jederzeit nochmals mitspielen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
Gruss
Ernst