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Aktion 'fair play' - Eure Fragen

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Günter Cornett

Aktion 'fair play' - Eure Fragen

Beitragvon Günter Cornett » 19. Dezember 2002, 06:28


Hallo,

unter http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=57458&t=57458 begann - bedauerlicher in Form eines GRÜNEN-Werbeposting - ein Thread zur von MISEREOR u.a. organisierten Aktion 'fair spielt. Für faire Spielregeln in der Spielzeugproduktion' (insbesondere der asiatischen). Einige halten dieses Thema für OT, andere widersprachen mehr oder weniger heftig und bekundeten Interesse an mehr Information. Insbesondere waren die - vielleicht zu umfangreichen - Informationen auf der Webseite http://www.misereor.de/aktiv/seite445.shtml#tr%E4ger vielen zu unkonkret oder einfach nicht strukturiert genug.

Daher bat ich Dr. Klaus Piepel, Ansprechpartner der Abteilung Entwicklungspolitik bei MISEREOR per email um Informationsmaterial. Das ist zwar noch unterwegs, aber Dr. Piepel rief mich am Montag an und erklärte in einem längeren Gespräch seine Bereitschaft, konkrete Fragen zur Aktion zu beantworten. Ich erklärte mich dazu bereit, diese zu sammeln und an ihn weiterzuleiten.

Schickt mir Fragen zwecks Weiterleitung bitte (auch) als email, damit ich sie leichter offline bearbeiten kann. Grundsätzliche Frage ist dabei wohl:
Was können wir sinnvolles tun ?

Zur Info folgt in Auszügen ein Text aus der Misereor-Broschüre, der unter der u.a. Adresse komplett eingesehen werden kann:

*************************************************************
**In vielen asiatischen Spielzeugfabriken werden soziale Menschenrechte systematisch verletzt. Betroffen sind vor allem Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren...: Wenn die Produktion für das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren läuft, sind die Arbeitszeiten extrem lang - 12 oder 13 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Meist gibt es keinen Kündigungsschutz. Gesetzliche Mindestlöhne werden unterschritten, Arbeitsschutzbestimmungen grob verletzt. Mutterschaftsschutz gibt es nicht
...
Im Jahr 2000 war allein der Wert der Spielzeugeinfuhren aus China mit rund 2 Milliarden DM fast so groß wie der der deutschen Inlandsproduktion!
...
Die ... Unternehmen der Spielwarenbranche haben ausreichenden wirtschaftlichen Einfluss, um zur Beendigung der Ausbeutung junger Frauen beizutragen..., indem sie sich und ihre Lieferanten freiwillig zur Einhaltung grundlegender Arbeitsnormen und Menschenrechte verpflichten und entsprechende Verhaltenskodizes annehmen. Voraussetzung ist, dass die Einhaltung der Kodizes von unternehmens-unabhängiger Seite glaubwürdig überwacht wird... Im Juni 2001 hat der Weltverband der Spielwarenindustrie seinen Verhaltenskodex so verbessert, dass allein dessen Beachtung ein großer Schritt hin zur Durchsetzung der Rechte der jungen Arbeiterinnen in der asiatischen Spielzeugindustrie wäre. Doch noch immer weigert sich der überwiegende Teil der Spielwarenhersteller und -importeure, die vorhandenen Verhaltenskodizes wirksam durchzusetzen.
...
... tägliche Arbeitszeiten von mindestens zwölf bis dreizehn Stunden, nicht selten bis zu 16 und in extremen Fällen gar bis zu 18 Stunden ... Unterschreitung der Mindestlöhne
...
Viele chinesische Spielzeughersteller zahlen die Löhne nur verzögert aus und halten sie für ein oder zwei Monate zurück. Damit wollen die Arbeitgeber vor allem in der Hochsaison mit ihren extrem langen Arbeitszeiten verhindern, dass die Arbeiterinnen kündigen (im Falle einer solchen Kündigung würde der zurückbehaltene Lohn nicht ausgezahlt).
...
... die Luft vor allem in den Lackierereien von penetrantem, giftigem Gestank verpestet ... Atemnot und Augenentzündungen ... die Luft so stickig, dass Frauen mitunter in Ohnmacht fallen ... aufgrund unzureichender Schutzkleidungen Verbrennungen häufig ... **
********************************************************************

Der komplette Text mit Erläuterungen der Verhaltenskodizes für sichere Arbeitsbedingungen unter:

http://www.misereor.de/download/dokumente/fairspielt/fairspielt_broschuere.rtf


tschüs, Günter

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Klaus Piepel

Re: Aktion 'fair play' - Eure Fragen

Beitragvon Klaus Piepel » 19. Dezember 2002, 09:29

Liebe Freunde und Freundinnen im Spielerforum,

ich koordiniere bei Misereor die Aktion "fair spielt", auf die sich die Vorsitzende des
Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages in ihrer Pressemeldung bezieht. Günther Cornett war so freundlich, mich auf Eure Diskussion hinzuweisen. Ich kann Euch aus eigener Erfahrung versichern, dass die Arbeitsbedingungen in vielen asiatischen Spielzeugfabriken - besonders in China - miserabel sind. Wer mehr dazu wissen möchte, findet Infos auf unserer web-site: http://www.misereor.de unter aktiv / Kampagnen / Spielzeug.
Wer mir ein Mail (piepel@misereor.de) schickt, kann auch schriftliches Material von mir bekommen.

Beste Grüße

Klaus Piepel

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Jost Schwider

RE: Aktion 'fair play' - Eure Fragen

Beitragvon Jost Schwider » 20. Dezember 2002, 11:34

"Günter Cornett" hat am 19.12.2002 geschrieben:

> Daher bat ich Dr. Klaus Piepel, Ansprechpartner der
> Abteilung Entwicklungspolitik bei MISEREOR per email um
> Informationsmaterial. Das ist zwar noch unterwegs, aber Dr.
> Piepel rief mich am Montag an und erklärte in einem
> längeren Gespräch seine Bereitschaft, konkrete Fragen zur
> Aktion zu beantworten. Ich erklärte mich dazu bereit, diese
> zu sammeln und an ihn weiterzuleiten.

Mich würde es speziell interessieren, welche Verlage [i]konkret[/i] von diesen Mißständen profitieren (und inwieweit überhaupt), so dass ich als Verbraucher mir ein Bild machen kann und ggf. mein (Konsum-)Verhalten anpassen kann.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")


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