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Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Norbert Heimbeck

Danke an alle!

Beitragvon Norbert Heimbeck » 25. März 2003, 13:06

Hallöle,

was soll ich sagen: ich bin ganz baff ob dieser langen Antworten!

Danke schön nochmal an alle, die sich die Mühe gemacht und ihre Sammlungen durchstöbert haben.

Werde wohl längere Zeit damit beschäftigt sein, wenn ich alle gelisteten Spiele aufspüren und ausprobieren will ;-)

cu
Norbert

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peer

Re: Danke an alle!

Beitragvon peer » 25. März 2003, 13:12

Hi,
Norbert Heimbeck schrieb:
> Werde wohl längere Zeit damit beschäftigt sein, wenn ich alle
> gelisteten Spiele aufspüren und ausprobieren will ;-)

Das würde ich auch so sehen, vor allem weil manche Spiele ziemliche Sammlerstücke sind (Outpost, Sternenhändler, Quirks...)
Wenns dir tatsächlich (auch) ums Spielen geht, könntest du das Suchgebiet ja noch etwas einschränken - bezüglich Genre (Taktik, Kampf, Handel), Verfügbarkeit, Spieldauer, Komplexität oder Sprache...

ciao
Peer

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Matthias Staber

Re: [gar nicht so OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Matthias Staber » 25. März 2003, 16:40

>Was Puerto Rico angeht, so zeigt sich die Tendenz bei deutschen Spielen, das Unangennehme (Sklaverei) einfach wegzulassen, während die Veranstalter hier aber Krieg an sich geil zu finden scheinen.
Bei einzelnen Spielen ist das natürlich ok, bestimmte Aspekte auszublenden oder zu betonen, aber ein Award mit solch einer Schlagseite spiegelt einfach nur die Kriegsgeilheit (und das kommerzielle Interesse) derer aus, die ihn vergeben.<

Kommerzielles Interesse? Bei Cosims? Ja, klar, wie jeder weiß, produzieren Firmen wie GMT ihre Spiele ja erst ab einer Auflage von einer halben Million.

Die Sklaven-Debatte bei Puerto Rico hat mir eh nie 100 % eingeleuchtet: So viel ich weiß, arbeiten bei PR die Kolonisten im Rathaus, in der Kirche, im Kontor usw. Keine klassischen Einsatzgebiete für Sklaven, wie ich finde. Und den Nachweis, dass zu der Zeit, in der PR spielt, ausschließlich Sklaven auf Plantagen eingesetzt wurden, hat auch noch keiner plausibel gebracht (und nur der Nachweis der Ausschließlichkeit würde ja ausreichen, um zu behaupten, dass PR zynisch an der historischen Realität vorbeidesignt wäre).

Das Ding mit der Kriegsgeilheit lass ich jetzt mal so stehen, verweise nur auf das Gegensatzpaar Realität <-> Fiktion, das Kulturkritiker so gerne übersehen.

Nichts für ungut,

Matthias

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Marten Holst

[ziemlich OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Marten Holst » 25. März 2003, 18:40

Moinle,

>>Was Puerto Rico angeht, so zeigt sich die Tendenz bei deutschen Spielen, das Unangennehme (Sklaverei) einfach wegzulassen, während die Veranstalter hier aber Krieg an sich geil zu finden scheinen.
> Bei einzelnen Spielen ist das natürlich ok, bestimmte
> Aspekte auszublenden oder zu betonen, aber ein Award mit
> solch einer Schlagseite spiegelt einfach nur die
> Kriegsgeilheit (und das kommerzielle Interesse) derer aus,
> die ihn vergeben.<
>
> Kommerzielles Interesse? Bei Cosims? Ja, klar, wie jeder
> weiß, produzieren Firmen wie GMT ihre Spiele ja erst ab
> einer Auflage von einer halben Million.

Abgesehen davon, dass man natürlich gerne auch Produkte herstellt, die einem selber liegen: wenn es keinen Markt gäbe, gäbe es auch weniger Spiele dieses Typus.

> Die Sklaven-Debatte bei Puerto Rico hat mir eh nie 100 %
> eingeleuchtet: So viel ich weiß, arbeiten bei PR die
> Kolonisten im Rathaus, in der Kirche, im Kontor usw. Keine
> klassischen Einsatzgebiete für Sklaven, wie ich finde. Und
> den Nachweis, dass zu der Zeit, in der PR spielt,
> ausschließlich Sklaven auf Plantagen eingesetzt wurden, hat
> auch noch keiner plausibel gebracht (und nur der Nachweis
> der Ausschließlichkeit würde ja ausreichen, um zu
> behaupten, dass PR zynisch an der historischen Realität
> vorbeidesignt wäre).

Die Sklaven-Debatte bei PR hat mir zwar auch nicht eingeleuchtet, und man könnte nahezu jedes Spiel mit einem wie auch immer gearteten historischen Bezug dann auch verurteilen ob der vergessenen Schicksale, aber wenn man auf so etwas hinweisen möchte, dann benötigt man mitnichten einen Nachweis der Ausschließlichkeit, sondern lediglich einen der relevanten Häufigkeit. Aber wie schon gesagt, bei PR habe ich auch keine Probleme.

> Das Ding mit der Kriegsgeilheit lass ich jetzt mal so
> stehen, verweise nur auf das Gegensatzpaar Realität <->
> Fiktion, das Kulturkritiker so gerne übersehen.

Realität: In den USA verkaufen sich Spiele, die sich konkret auf historische Kriege und Schlachten beziehen, deutlich besser, als in den europäischen Ländern.

Fiktion 1: Jeder, der sich ein Spiel mit dem Thema "Krieg" kauft und es mit Vergnügen spielt, ist ein Mensch mit realen Eroberungsgelüsten und Kriegsgeilheit.

Fiktion 2: Jeder, der sich ein Spiel mit dem Thema "Krieg" kauft und es mit Vergnügen spielt, ist in der Lage zu erfassen, was Krieg konkret bedeutet, und dieses gilt für spielerischen wie für realen Krieg.

Realität ist aber auch, dass mit der Wahrnehmung einer Spielepreisjury, die PR in die SFFS-Ecke stellt, etwas anders ist, als mit meiner, es sei denn, als "historisch" gilt nur wirklich ganz genau so stattgefunden Habendes. Was allerdings einen Großteil der US-amerikanischen historischen Filme aus der Kategorie katapultierte.

Reale Grüße
Marten (findet die preisgekrönten Grafiken ziemlich scheußlich)

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Matthias Staber

Re: [ziemlich OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Matthias Staber » 25. März 2003, 19:11

>Die Sklaven-Debatte bei PR hat mir zwar auch nicht eingeleuchtet, und man könnte nahezu jedes Spiel mit einem wie auch immer gearteten historischen Bezug dann auch verurteilen ob der vergessenen Schicksale, aber wenn man auf so etwas hinweisen möchte, dann benötigt man mitnichten einen Nachweis der Ausschließlichkeit, sondern lediglich einen der relevanten Häufigkeit. Aber wie schon gesagt, bei PR habe ich auch keine Probleme.<

Nun, sobald man nachweisen könnte, dass auf den Plantagen eben auch Kolonisten, und nicht nur Sklaven, gearbeitet haben, wäre der Vorwurf, PR sei an der historischen Realität vorbeidesignt, so nicht mehr haltbar - zumindest nicht ohne Zusatzannahmen - da PR dann ja durchaus historische Realität wiederspiegeln würde - die Arbeit von Kolonisten auf Plantagen eben (und im Rathaus, im Kontor usw). Wer dagegen argumentieren wollte, müsste zumindest noch einen Schritt weiter gehen und seine These etwas steiler formulieren: Wer bestimmte historische Realitäten darstellt, und andere, relavantere, historische Realitäten, vernachlässigt, betreibt moralisch verwerfliche Geschichtsklitterung. Man müsste dann noch definieren, welche historischen Realitäten relevanter sind (Sklaven arbeiteten auf den Plantagen) als andere (durchaus auch Kolonisten arbeiteten auf den Plantagen). Das ist natürlich nicht unmöglich, so zu argumentieren, im Einzelfall aber durchaus heikel, da man dann ja die Definitionsmacht über die Relevanz historischer Ereignisse für sich beansprucht. Im Falle der Sklaverei scheint es zu funktionieren, weil diese unbestritten eine der wichtigsten historschen Fakten der Geschichte ist. Trotzdem kommt es mir komisch vor, wenn solche Argumentationen auf ein Brettspiel wie PR angewandt werden.

>Realität: In den USA verkaufen sich Spiele, die sich konkret auf historische Kriege und Schlachten beziehen, deutlich besser, als in den europäischen Ländern.<

Richtig gut in den USA verkaufen sich allerdings Spiele wie Monopoly, Uno, Spiel des Lebens oder Scrabble. Der Markt für Cosims ist auch in den USA vernachlässigbar.

Da Entdecker bei "abstraktes Spiel" in der Origin-Liste eingeordnet wurde, würde ich halt bei den Erstellern der Liste erst mal keine sinistren Absichten vermuten - sondern halt einfach ein noch etwas unsicherer Umgang mit European Games.
Ihnen Kriegsgeilheit gepaart mit moralisch verwerflicher Geldgier zu unterstellen, halte ich feinfach für etwas steil.

(Aber wahrscheinlich habe ich mich eh nur in die Debatte eingeschaltet, weil ich von Günter Cornetts etwas enttäuscht war - er gehört zu den Postern hier, deren Beiträge ich mir zur Lektüre rauspicke, auch wenn ich einen Thread ansonsten nicht weiter verfolge - normalerweise zeichnen sich seine Beiträge durch Begriffsschärfe und eine analytische Sachkenntnis aus, die Spaß macht zu lesen. In diesem Beitrag habe ich das etwas vermisst.)

Matthias

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Günter Cornett

Re: [ziemlich OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Günter Cornett » 26. März 2003, 01:20

Hallo Matthias,

Es handelt sich um Herstelller-Awards, natürlich steht dahinter kommerzielles Interesse. Leute aus der Spieleindustrie krönen Spiele, die sie zum großen Teil selbst publiziert haben. Daraus machen die auch gar kein Geheimnis. Wenn sie es so offen sagen, ist die Art der Vergabe auch nicht verwerflich, allenfalls lächerlich.

Ich kritisiere weder Puerto Rico noch ein einzelnes wargame, sondern die militaristische Ausrichtung dieser Award-Verleihung. Stell dir vor, bei der Oscar-Verleihung würden zu 90% Kriegsfilme ausgezeichnet werden, mit der Behauptung, das seien nun mal die besten Filme, so als ob es keine anderen guten Filme gäbe. Dann würde man doch zu recht sagen, die Oscar-Verleiher wären Militaristen.

Ich schrieb:
GC: Was Puerto Rico angeht, so zeigt sich die Tendenz bei deutschen Spielen,
GC: das Unangennehme (Sklaverei) einfach wegzulassen, während die
GC: Veranstalter hier aber Krieg an sich geil zu finden scheinen.
GC: [b]Bei einzelnen Spielen ist das natürlich ok, bestimmte Aspekte auszublenden[/b]
GC: oder zu betonen, aber ein Award mit solch einer Schlagseite spiegelt einfach
GC: nur die Kriegsgeilheit (und das kommerzielle Interesse) derer aus, die ihn vergeben.

Ich will damit nicht in eine Sklaven-Debatte einsteigen, sondern habe ein - vielleicht ungünstiges, da umstrittenes Beispiel - dafür gebracht, dass bei den meisten deutschen Spielen militärisches oftmals bewusst ausgeklammert wird. Ich finde dieses Ausklammern durchaus richtig und habe deswegen auch nix an Puerto Rico rumzumäkeln.

Ich wollte durch meinen Beitrag zum Ausdruck bringen, dass man dem einzelnen Spiel, auch wenn es ein militaristisches Kriegsspiel ist, ebensowenig vorwerfen kann, sich auf diesen Aspekt zu verengen, wie man es Spielen wie Puerto Rico vorwerfen kann, dass sie solchen Aspekt ausblenden (wenn es denn bei PR so sein sollte - ich lasse mich da auch gern eines besseren belehren).

Egal ob ein Spiel historische Bezüge hat oder nicht, erwarte ich überhaupt nicht, dass da historische Wirklichkeit korrekt abgebildet wird. Aus meiner persönlichen Sicht ist es ein grosses Manko von Cosims, dass sie zu detailgetreu sind und daher das Spielerische verloren geht und sie IMHO vor allem von der Begeisterung für das Militärische leben.

Ich werfe aber der Jury vor, dass sie board game Awards fast ausschliesslich an militaristische Spiele verleiht, ohne diese Awards 'best war game' zu nennen. Das ist Etikettenschwindel und indirekt auch Kriegspropaganda. Denn sie machen Militärisches zum Qualitätskriterium für Spiele.

Sie sollten ihre Awards konsequenterweise 'origin war game award' nennen, anstatt nur 'origin award'.


zu Entdecker:
Aus der Sicht von Cosim-Liebhabern dürfte Entdecker tatsächlich etwas abstraktes haben: Ein Schiff, welches von den konkurrierenden Parteien gemeinsam gezogen wird, hat schon was abstrahierendes. Das ist eben eine Frage des Standpunktes und sagt somit etwas über die Verleiher dieses Awards aus.


Und noch eine Frage: was ist an dieser Diskussion OT ?

Die Entscheidungen der SdJ-Jury werden hier doch auch kritisiert. Oder willst du damit sagen, dass dieser Award sowenig mit Spiel (und soviel mit Militarismus) zu tun hat, dass er OT ist ? Hm, so habe ich mir das nnoch nicht überlegt.

Gruß, Günter

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Gregor Breckle
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Nachtrag: Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Gregor Breckle » 26. März 2003, 08:36

Hallo,

Auf der Ausgespielt-Liste ist mir noch was aufgefallen, das ich zwar nicht kenne, aber dem Titel nach auf keinen Fall in einer vollständigen Liste fehlen darf:
Tabaluga - Auf der Suche Nach den Weltraumsteinen

Viele Grüße

Gregor ( :-) )

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Nachtrag: Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 26. März 2003, 10:57

Tabaluga = Science Fiction?

Fiction sicherlich, aber Science? ;-)
Gibt es da Raumschiffe, Roboter oder sonst irgendetwas technisches? :-?

Fragende Grüße
Roland

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Gregor Breckle
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Beiträge: 648

Re: Nachtrag: Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Gregor Breckle » 26. März 2003, 11:02

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Tabaluga = Science Fiction?
>
> Fiction sicherlich, aber Science? ;-)
> Gibt es da Raumschiffe, Roboter oder sonst irgendetwas
> technisches? :-?
>
> Fragende Grüße
> Roland

Na immerhin scheint Tabaluga auf der Suche nach den Weltraumsteinen zu sein - zumindest dem Spieletitel nach. Dazu werden wohl auch kleine Drachen Raumschiffe brauchen (wie gesagt, ich kenne das Spiel nicht und Luding auch nicht).

Viele Grüße

Gregor

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peer

Re: [ziemlich OT] OT

Beitragvon peer » 26. März 2003, 11:25

Hi,
Günter Cornett schrieb:
>
> Und noch eine Frage: was ist an dieser Diskussion OT ?
>
> Die Entscheidungen der SdJ-Jury werden hier doch auch
> kritisiert. Oder willst du damit sagen, dass dieser Award
> sowenig mit Spiel (und soviel mit Militarismus) zu tun hat,
> dass er OT ist ? Hm, so habe ich mir das nnoch nicht überlegt.

Nö, als einzelner Thread gehört der ins F1. Aber die Diskussion läuft unter "Welche SF-Spiele kennt ihr" und da sind die Origin Awards nun defintiv nicht themenzugehörig (da das ja keine SF-Spiele sind, sondern nur solche prämiert werden ;-) )

ciao
Peer

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Günter Cornett

Re: [nicht wirklich 'ziemlich OT'] OT

Beitragvon Günter Cornett » 26. März 2003, 11:39

peer schrieb:
>
> Hi,
> Günter Cornett schrieb:
> >
> > Und noch eine Frage: was ist an dieser Diskussion OT ?
> >
> > Die Entscheidungen der SdJ-Jury werden hier doch auch
> > kritisiert. Oder willst du damit sagen, dass dieser Award
> > sowenig mit Spiel (und soviel mit Militarismus) zu tun hat,
> > dass er OT ist ? Hm, so habe ich mir das nnoch nicht
> überlegt.
>
> Nö, als einzelner Thread gehört der ins F1. Aber die
> Diskussion läuft unter "Welche SF-Spiele kennt ihr" und da
> sind die Origin Awards nun defintiv nicht themenzugehörig (da
> das ja keine SF-Spiele sind, sondern nur solche prämiert
> werden ;-) )

Naja, wenn sich das Thema einer Diskussion ändert, ändert man IMHO den Betreff so dass die Leute lesen können, worum es geht und nicht in 'Thema des Beitrages und Betreff passen nicht mehr zusammen'. Diese Bedeutung von OT scheint sehr neu zu sein ;-).


Gruß, Günter

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Matthias Staber

Re: [ziemlich OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Matthias Staber » 26. März 2003, 11:47

Hallo Günter,

Ich finde dieses Thema überhaupt nicht OT, habe aber die Titelzeile bei meiner Antwort trotzdem nicht verändert.

Deine Argumentation akzeptiere ich, auch wenn ich persönlich die Sache von einer anderen Seite aus betrachte: Ich finde es toll, dass es Spiele wie PR und Entdecker auf diese Nominierungsliste schaffen, gerade weil die Origin-Awards traditionellerweise wargames-orientiert sind. Und dies hat, glaube ich, nicht unbedingt mit Kriegsgeilheit oder Militarismus zu tun, sondern hängt damit zusammen aus welcher Richtung das Hobby Brettspiel in den USA sich entwickelt hat: Die meisten Amis, die jetzt den German Games frönen, kommen aus der wargames-Ecke, wie z.B. Greg Schloesser, der aber mittlerweile wohl jedes wargame für ein E&T oder Tadsch Mahal liegen lassen würde.

Matthias

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Marten Holst

[OT] OT

Beitragvon Marten Holst » 26. März 2003, 12:50

Moinle,

> Und noch eine Frage: was ist an dieser Diskussion OT ?

Letzten Endes nichts. Peer hatte "OT" eingeführt, weil er einen etwas zynischen Seitenhieb ohne wirkliche Aussage (im Sinne dieses Forums) machen wollte, wohl auch ohne Diskussionshintergedanken. Günter hatte das dann relativiert, weil das Thema "Spiele" erhalten blieb, ich hatte es wieder ver-OT-t, vielleicht zu Unrecht, da es ein gerüttelt Maß an Politik zu enthalten begann - tatsächlich sind wir allerdings dem Thema "Spiel" treu geblieben.

Was allerdings wohl richtig ist: ein Überschriftenwechsel des hinteren Teiles hätte dem ganzen Gerede nicht geschadet...

Friedliche Grüße
Marten (kommt mal wieder zu nix vernünftigem)

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Günter Cornett

Origin (war games) Award

Beitragvon Günter Cornett » 26. März 2003, 13:31

Matthias Staber schrieb:
>
> Hallo Günter,
>
> Ich finde dieses Thema überhaupt nicht OT, habe aber die
> Titelzeile bei meiner Antwort trotzdem nicht verändert.
>
> Deine Argumentation akzeptiere ich, auch wenn ich persönlich
> die Sache von einer anderen Seite aus betrachte: Ich finde es
> toll, dass es Spiele wie PR und Entdecker auf diese
> Nominierungsliste schaffen, gerade weil die Origin-Awards
> traditionellerweise wargames-orientiert sind. Und dies hat,

Hallo Matthias,

das mag erklären, weshalb vor allem war games auf der Liste sind. Aber wenn jemand einen allgemeinen Spiele-Award vergibt, erwarte ich doch, dass er seinen Horizont über den Rand des (selbstgefertigten) Militärstiefels hinaus erweitert.

Es ist sonst so, als wenn eine Klasse von Grundschülern aus ihrem Kreis den stärksten Mann der Welt wählt. Wenn dann ausnahmsweise ein echter Kraftprotz von ausserhalb hinzugewählt wird, ist das für diesen nicht wirklich schmeichelhaft.

> glaube ich, nicht unbedingt mit Kriegsgeilheit oder
> Militarismus zu tun, sondern hängt damit zusammen aus welcher
> Richtung das Hobby Brettspiel in den USA sich entwickelt hat:

Es braucht schon eine starke Vorliebe für dieses Thema, wenn man sich so sehr darauf konzentriert. Die Spiele sind auch entsprechend aufgemacht. Sie kommen eben aus einer militaristischen Tradition und bleiben darin verhaftet. Das kann man natürlich erklären, aber willst du das auch bestreiten?

By the way: Schach hat übrigens auch einen militärischen Ursprung, ist aber keineswegs militaristisch. Auch Diplomacy lebt nicht vom militärischen Thema.

> Die meisten Amis, die jetzt den German Games frönen, kommen
> aus der wargames-Ecke, wie z.B. Greg Schloesser, der aber
> mittlerweile wohl jedes wargame für ein E&T oder Tadsch Mahal
> liegen lassen würde.

Das ist schön, aber wissen das auch die Leute von Origin Awards ? Vielleicht ist das ja der Grund, weshalb sie ihre eigene Spiele auf solch unseriöse Art hervorheben müssen.
Wenn sich ihr Hobby+Geschäft aus einer militärischen Tradition entwickelt hat, sollten sie den Award und die Bedingungen eben entsprechend benennen, aber nicht so tun, als wären 90% der besten, tollsten, schönsten Spiele Kriegsspiele (aus ihren Verlagen).

Gruß, Günter (der der Ansicht ist, dass die stärksten Männer der Welt nicht zu 90% aus der Klasse 2a der Grundschule von Obermoosheim kommen)

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Marten Holst

RE: Origin (war games) Award

Beitragvon Marten Holst » 26. März 2003, 13:40

Moinle,

> Es ist sonst so, als wenn eine Klasse von Grundschülern aus
> ihrem Kreis den stärksten Mann der Welt wählt. Wenn dann
> ausnahmsweise ein echter Kraftprotz von ausserhalb
> hinzugewählt wird, ist das für diesen nicht wirklich
> schmeichelhaft.

Nun ja, eine derartige Mentalität ist aber in den USA nicht völlig fremd. In diversen Sportarten (Baseball, Football als Beispiele) nennen sich die US-Landesmeister "World Champions", was inhaltlich fast noch begründbar sein mag, weil es keine ausländischen Teams gibt, die mit den US-igen mithalten können, aber man hat da schon eine gewisse Grundhaltung. Auch beim Verleih der Academy Awards zeigt die Sonderkategorie für ausländische (bzw. nichtenglischsprachige) Filme eine Haltung, die aber hier auch noch historisch ableitbar ist. Aber bei den Hügeln da hinten, da ist oftmals die Welt zu Ende.

Provinzielle Grüße
Marten (sieht aus dem Fenster keine Hügel)

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Volker L.

Re: [ziemlich OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Volker L. » 26. März 2003, 13:47

Günter Cornett schrieb:
>
> Egal ob ein Spiel historische Bezüge hat oder nicht, erwarte
> ich überhaupt nicht, dass da historische Wirklichkeit korrekt
> abgebildet wird. Aus meiner persönlichen Sicht ist es ein
> grosses Manko von Cosims, dass sie zu detailgetreu sind und
> daher das Spielerische verloren geht und sie IMHO vor allem
> von der Begeisterung für das Militärische leben.

Korrekterweise muesste man hier aber von [i]zwei[/i] Mankos
sprechen (ich beziehe mich auf Deine Einstellung, ich selbst
empfinde dies nicht als Manko):[ol]
[*]Die grosse (fuer Deinen Geschmack zu grosse) Detailtreue
[*]Das militaerische Thema
[/ol]

> Ich werfe aber der Jury vor, dass sie board game Awards fast
> ausschliesslich an militaristische Spiele verleiht, ohne
> diese Awards 'best war game' zu nennen. Das ist
> Etikettenschwindel und indirekt auch Kriegspropaganda. Denn
> sie machen Militärisches zum Qualitätskriterium für Spiele.
>
> Sie sollten ihre Awards konsequenterweise 'origin war game
> award' nennen, anstatt nur 'origin award'.

Nicht unbedingt. Es ist nicht nur so, dass die meisten (nicht
alle: Risiko) Spiele dieses Themas komplex bis extrem komplex
sind, auch sind umgekehrt praktisch alle Spiele mit so hoher
Komplexitaet und Detailtreue Cosims (ausser vielleicht der
18xx-Reihe, die ich nur vom Hoerensagen kenne). Und wer nunmal
Spiele mit solcher Komplexitaet und Detailtreue mag (eine
Einstellung, die ich durchaus nachvollziehen kann), der hat
eben kaum etwas anderes als Cosims zur Auswahl. Rein theoretisch
ist es durchaus denkbar, dass einer oder mehrere der Juroren
meinen "eigentlich ist es schade, dass alle guten Spiele ein
militaerisches Thema haben".

Gruss, Volker (der Deine Annahme ueber die Militaerbesessenheit
der Jury zwar fuer plausibel, aber nicht fuer zwingend haelt)

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Günter Cornett

Re: [ziemlich OT] Welche Science-Fiction-Spiele kennt ihr?

Beitragvon Günter Cornett » 26. März 2003, 14:20

Volker L. schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> >
> > Egal ob ein Spiel historische Bezüge hat oder nicht, erwarte
> > ich überhaupt nicht, dass da historische Wirklichkeit korrekt
> > abgebildet wird. Aus meiner persönlichen Sicht ist es ein
> > grosses Manko von Cosims, dass sie zu detailgetreu sind und
> > daher das Spielerische verloren geht und sie IMHO vor allem
> > von der Begeisterung für das Militärische leben.
>
> Korrekterweise muesste man hier aber von [i]zwei[/i] Mankos
> sprechen (ich beziehe mich auf Deine Einstellung, ich selbst
> empfinde dies nicht als Manko):[ol]
> [*]Die grosse (fuer Deinen Geschmack zu grosse) Detailtreue
> [*]Das militaerische Thema
> [/ol]

Militärische Themen an sich finde ich schon ok. Nur macht es mir keinen Spaß, wenn das Spiel vor allem vom militärischen Thema lebt. Dippy, Spiel der Nationen, Lieber Bayerisch sterben, Vinci,... alles tolle Spiele. Axies und Allies, Fortress America finde ich dagegen ziemlich daneben. Für mich ist das sinnlose Würfelei.

> > Ich werfe aber der Jury vor, dass sie board game Awards fast
> > ausschliesslich an militaristische Spiele verleiht, ohne
> > diese Awards 'best war game' zu nennen. Das ist
> > Etikettenschwindel und indirekt auch Kriegspropaganda. Denn
> > sie machen Militärisches zum Qualitätskriterium für Spiele.
> >
> > Sie sollten ihre Awards konsequenterweise 'origin war game
> > award' nennen, anstatt nur 'origin award'.
>
> Nicht unbedingt. Es ist nicht nur so, dass die meisten (nicht
> alle: Risiko) Spiele dieses Themas komplex bis extrem komplex
> sind, auch sind umgekehrt praktisch alle Spiele mit so hoher
> Komplexitaet und Detailtreue Cosims (ausser vielleicht der
> 18xx-Reihe, die ich nur vom Hoerensagen kenne). Und wer nunmal

Diese Bildungslücke hätte ich dir nicht zugetraut. [b]Du musst unbedingt[/b] mal ne Parte 1830 spielen (und wenn ich sage 1830, meineich 1830 und nicht 1829 oder 1835). ;-)

> Spiele mit solcher Komplexitaet und Detailtreue mag (eine
> Einstellung, die ich durchaus nachvollziehen kann), der hat
> eben kaum etwas anderes als Cosims zur Auswahl. Rein

Als Hersteller (!) kann man andere Spiele machen.

> theoretisch
> ist es durchaus denkbar, dass einer oder mehrere der Juroren
> meinen "eigentlich ist es schade, dass alle guten Spiele ein
> militaerisches Thema haben".

Für Cosim-Spieler halte ich das für nachvollziehbar. Von jemanden dereinen Award verleiht erwarte ich, dass er nicht nur von seinem persönlichen Geschmack ausgeht oder den Award so benennt, dass deutlich wird, um was für Spiele es sich handelt. In diesemFalleben Award für Komplexe, detaillgetreue Spiele. Sie haben ja ne ganze Menge Award-Rubriken eingerichtet. Da muss es schon möglich sein, passende Namen zu finden.

Bestes Beispiel für einen Spielepreis, der auf erklärtermassen ganz persönlichen Geschmack beruht: Der Portner

> Gruss, Volker (der Deine Annahme ueber die Militaerbesessenheit
> der Jury zwar fuer plausibel, aber nicht fuer zwingend haelt)

Gruß, Günter (hält ein 'schade, dass wir nur militärische Spiele herstellen', für wenig plausibel)

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Günter Cornett

RE: Origin (war games) Award

Beitragvon Günter Cornett » 26. März 2003, 14:20

Marten Holst schrieb:
>
> Moinle,
>
> Auch beim Verleih der Academy Awards zeigt die
> Sonderkategorie für ausländische (bzw.
> nichtenglischsprachige) Filme eine Haltung, die aber hier
> auch noch historisch ableitbar ist.

Moinle auch,

das man bei amerikanischen oder englischen Awards (sei es für Spiele oder Filme) die englische Sprache voraussetzt, ist ja ganz venünftig. Aber es gibt inzwischen auch in den USA viele nicht-Cosim-Spiele als englischsprachige Ausgabe.

> Aber bei den Hügeln da
> hinten, da ist oftmals die Welt zu Ende.

Schön wär es, wenn das für den militärischen statt für den geistigen Horizont gelten würde.

> Provinzielle Grüße
> Marten (sieht aus dem Fenster keine Hügel)

Gruß, Günter (sieht aus dem Fenster nur eine Brandmauer, aber es gibt ja noch mehr Windows, was auch den Blick auf den blauen Himmel ermöglicht)

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Marten Holst

RE: Origin (war games) Award

Beitragvon Marten Holst » 26. März 2003, 17:47

Moinle Günter,

>> Auch beim Verleih der Academy Awards zeigt die
>> Sonderkategorie für ausländische (bzw.
>> nichtenglischsprachige) Filme eine Haltung, die aber hier
>> auch noch historisch ableitbar ist.
>
> Moinle auch,
>
> das man bei amerikanischen oder englischen Awards (sei es
> für Spiele oder Filme) die englische Sprache voraussetzt,
> ist ja ganz venünftig.

Jein. Der "Oscar" behauptet ja nicht, ein allzugänglicher Preis zu sein, aber auch englische Versionen nichtenglischer Filme haben kaum eine Chance (obwohl erst vor vier Jahren Begninis "La vita est bella" (sämtliche Schreibweisen unterliegen meinen nicht vorhandenen Italienischkenntnissen) ausgezeichnet wurde), was ich prinzipiell bedauerlich finde, und auch einer gewissen Unaufgeschlossenheit gegenüber ausländischem geschuldet vermute.

>> Aber bei den Hügeln da
>> hinten, da ist oftmals die Welt zu Ende.
>
> Schön wär es, wenn das für den militärischen statt für den
> geistigen Horizont gelten würde.

Jetzt sage ich mal etwas, von dem ich genau weiß, dass ich es bereuen werde, zum einen, weil es eine politische Diskussion, die ich nicht will, begründen könnte, zum anderen, weil ich in dem konkreten Fall, auf den Du anspielst, diesen Satz dreimal unterzeichnen würde. Aber nein: es wäre nicht immer und ausschließlich schön.

Kontroverse Grüße
Marten (hat Bauchschmerzen, wenn er im Moment die Nachrichten verfolgt)

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Volker L.

[jetzt aber OT] RE: Origin (war games) Award

Beitragvon Volker L. » 26. März 2003, 19:17

Marten Holst schrieb:
>
> Moinle Günter,
>
> >> Auch beim Verleih der Academy Awards zeigt die
> >> Sonderkategorie für ausländische (bzw.
> >> nichtenglischsprachige) Filme eine Haltung, die aber hier
> >> auch noch historisch ableitbar ist.
> >
> > Moinle auch,
> >
> > das man bei amerikanischen oder englischen Awards (sei es
> > für Spiele oder Filme) die englische Sprache voraussetzt,
> > ist ja ganz venünftig.
>
> Jein. Der "Oscar" behauptet ja nicht, ein allzugänglicher
> Preis zu sein, aber auch englische Versionen nichtenglischer
> Filme haben kaum eine Chance (...)

Ich weiss nicht genau, ob Du mit "...haben kaum eine Chance" die
Oscarverleihung selbst meinst oder das amerikanische Filmpublikum,
aber das ist eigentlich auch egal, weil Filme, die an der
Kinokasse gefloppt haben, bei der Preisverleihung sowieso keine
Chance haben.

> (...), was ich prinzipiell bedauerlich finde,
> und auch einer gewissen Unaufgeschlossenheit gegenüber
> ausländischem geschuldet vermute

Das ist hoechstens einer von mehreren Gruenden. Ein weiterer ist,
dass das amerikanische Publikum (wohl noch staerker als das
europaeische) Filme mit grossen Stars bevorzugt. Wuerde ein
Europaeer, der sich in Hollywood einen grossen Namen gemacht
hat, in seine Heimat zurueckkehren und dort einen Film drehen,
dann waere schonmal ein kleines Hindernis aus dem Weg geraeumt -
aber wer wuerde sowas schon tun?
Ein noch wichtigerer Grund ist die angeblich grottenschlechte
Synchronisation. Bei der Synchronisation von Hollywood-Streifen
ins Deutsche wird i.A. sehr sorgfaeltig gearbeitet, man gibt sich
Muehe, einen Synchronsprecher mit passender Stimme zu finden und
achtet bei der uebersetzung der Texte soweit moeglich darauf,
dass das ganze lippensynchron ausfaellt (wobei dann auch mal
bei der uebersetzung der Sinn etwas veraendert werden muss, damit
es passt). Soweit ich gehoert habe, machen es die Franzosen
genauso, und Hollywood-Stars sind auch immer ganz ueberrascht,
wie toll die hiesige Synchronisation ist.
Im umgekehrten Fall wird wohl eher woertlich uebersetzt, wodurch
die Lippenbewegungen und das Gesagte ueberhaupt nicht mehr
zueinander passen.
Wenn also ein amerikanischer Verleiher einen (nicht-britischen)
europaeischen Film richtig gut findet und in die amerikanischen
Kinos bringen will, dann kauft er die Rechte - und laesst ein
Remake mit Hollywood-Stars anfertigen.

Gruss, Volker (der sich die Oscar-Zeremonie life im Fernsehen
angeguckt hat :-) )

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Marten Holst

RE: [jetzt aber OT] RE: Origin (war games) Award

Beitragvon Marten Holst » 26. März 2003, 22:59

Moinle Volker,

> Ein noch wichtigerer Grund ist die angeblich
> grottenschlechte
> Synchronisation.

Hm, das würde sich immerhin mit der mir von einigen Ausländern (englischsprachige, aber auch solche mit englischen Filmen im Lokalfernsehen) zugetragenen These decken, man würde doch jede Synchronisation sofort bemerken und das stört doch unheimlich und so weiter, dem ich so nicht zustimmen konnte...

wieder was gelernt.

Schlauer gewordene Grüße
Marten (bedankt, wie ein westlich von Deutschland wohnender Ausländer gerne sagt)


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