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Spielregel erklären aber wie?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Stefan-spielbox

Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Stefan-spielbox » 8. Mai 2003, 21:11

Hallo,

hab mir gerade das Spiel "Nero" zugelegt. Das ist ja schon echt sehr komplex. Nun stellt sich die Frage, wie erklärs ichs meinen lieben Mitspielern...

Habt ihr Tipps? Wie geht ihr an komplizierte Spielregeln? Chronologisch erklären?

Fragende Grüße, StefAN

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Helmut Lehr

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Helmut Lehr » 9. Mai 2003, 07:00

Moin!
Wir machen's so, dass einer die ganze Regel gelesen haben sollte. Dann erspielen wir uns durch die Regel. Das setzt natürlich voraus, dass alle das Spiel kennenlernen und verstehen WOLLEN. Wenn schon mal ein Quertreiber dabei ist, ist die Stimmung mies. Wenn keiner die Regel vorher studieren konnte, spielen wir uns abschnittweise durch's Spiel, weil es tröge ist, sich eine ganze Regel vorlesen zu lassen. Auf jeden Fall: "Learning by doing" ist angesagt.
Tschüß
Helmut (der in seinem Schwiegersohn einen exzellenten Regel-Studierer hat)

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Michael Andersch

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Michael Andersch » 9. Mai 2003, 07:36

Hallo Stefan,

ist jetzt nicht direkt auf "Nero" bezogen (das ich nicht kenne).

Aber zum Erklären allgemein gab's hier schon Lesestoff für Stunden:

http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=55790&t=55790
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=53528&t=53528
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=51580&t=51580
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=46083&t=46083
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=36361&t=36361

Viele Grüße,
Micha

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Christian Raß
Brettspieler
Beiträge: 51

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Christian Raß » 9. Mai 2003, 07:43

Hallo StefAN!

Bei etwas komplexeren Spielen halten wir es so,
daß einer die Regeln gelesen und halbwegs verstanden
haben sollte.
Nach einer kurzen Erläuterung der wichtigsten Mechanismen
spielen wir dann eine Proberunde völlig offen.
Das heißt vor jedem liegt sein Spielmatreial (Karten, Steine...)
offen aus und jeder erklärt bei seinem Zug wie er diesen
spielt und warum er diesen so spielt. Die anderen können
dann noch sagen, was sie u. U. anders gemacht hätten.
Dies setzen wir dann solange fort, bis jeder in etwa
verstanden hat, um was es in dem Diel geht.
Dann wird sie Proberunde abgebrochen und wir starten
mit einem richtigen Spiel.
Bei Euphrat und Tigris z. B. hat dies hervorragend funktioniert.

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Raß

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alex

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon alex » 9. Mai 2003, 10:56

High!

Optimal ist es, wenn der Spielebesitzer (der bei unseren Runden auch
für die Anleitungen zuständig ist) nicht nur die Regeln gelesen hat, sondern
das Spiel (auch kurz) gegen und mit sich selbst gespielt hat.
Das mag jetzt ein wenig albern klingen, hat sich aber durchaus
bewährt und kann für den einzelnen auch recht unterhaltsam sein.
Der GROSSE Vorteil ist, dass Fragen, Regelungenauigkeiten oder
andere allegemeine Fragen beim Probespielen auftauchen und vorab
geklärt werden können.
Sonst kommt erklären am konkreten Beispiel immer besser an,
als trockene Regelerleuterung.

Gruss
Alex

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Franz Hrdlicka

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Franz Hrdlicka » 9. Mai 2003, 11:34

Hi Stefan!

In meiner Spielerunde hat sich folgende Vorgangsweise seit Jahren bewährt:

Ich lese mir die Regeln durch und spiele (bei komplexeren Spielen) eine bis ca. fünf Proberunden gegen mich selbst. Dabei trachte ich danach, für jeden fiktiven "Mitspieler" unterschiedliche Strategien zu versuchen, um gleich im Vorfeld diverse Regelunklarheiten auszuräumen. Dann baue ich die Startaufstellung auf und erkläre vor Spielbeginn die Regeln, gegebenenfalls mit diversen Beispielen.

Dabei beginne ich mit dem Ziel des Spiels, sprich der Siegbedingung, anschließend mit einem groben Überblick über die einzelnen Spielphasen bevor ich ins Detail gehe. Abschließend empfiehlt es sich, diesen o.a. groben Überblick über die Spielphasen zu wiederholen. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, das nächste Getränk zu konsumieren, um die bereits mächtig ausgedörrte Kehle wieder in Gang zu bekommen.

Spiele Grüße aus Wien
Franz

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Michael Behr

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Michael Behr » 9. Mai 2003, 13:23

Hallo Stefan,
ich besitze sehr viele komplexe Spiele und habe für diese Spielehilfen vorbereitet, die (so meine Annahme) es erlauben, auch ein komplexes Spiel neu oder nach 10 Jahren auszupacken und sofort zu spielen. Schau mal unter www. spielbox.com im Download Bereich nach!
Spielerische Grüsse
Michael

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Stephan Zimmermann

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Stephan Zimmermann » 9. Mai 2003, 14:26

Christian Raß schrieb:

> Nach einer kurzen Erläuterung der wichtigsten Mechanismen
> spielen wir dann eine Proberunde völlig offen.
> Das heißt vor jedem liegt sein Spielmatreial (Karten,
> Steine...)
> offen aus und jeder erklärt bei seinem Zug wie er diesen
> spielt und warum er diesen so spielt.

Das würde ich NIEEEE so machen!

Der Grund ist ganz einfach: dadurch steht sofort am Anfang des
Spiels eine "Gruppenmeinung" wie das Spiel gespielt werden sollte.
Und das ist schlecht!

Die Gruppenmeinung wie man das Spiel am besten spielt entsteht eh noch
früh genug, wenn man das Spiel öfters gespielt hat.

Es ist viel schöner und interessanter wenn sich jeder das Spiel selber erspielt.

Darum: Ich erkläre immer nur die Regeln und diskutiere am Anfan nie Züge.
Da könnte man sich ja gleich einigen wer gewinnt :-)
Auch Regel-Hiweise und Tips lese ich nie vor (lese sie auch selber nicht).

Grüße, Stephan
(MAN HAT NUR EIN MAL DIE CHANCE EIN SPIEL ZU ENTDECKEN!)

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Ronald Novicky

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Ronald Novicky » 9. Mai 2003, 15:34

Und es sei erwähnt, dass Franz' Methode selbst bei den komplexesten Spielen hervorragend funktioniert (wenn auch sein meistgesagter Satz bei diesen Erklärungen "Gemach Gevatter, das kommt noch" ist :-) )

lg
Ronald.

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Christian Raß
Brettspieler
Beiträge: 51

Re: Spielregel erklären aber wie?

Beitragvon Christian Raß » 9. Mai 2003, 19:58

Hallo Stephan!

Warum sollte dabei eine "Gruppenmeinung" entstehen?
Gerade bei Strategiespielen sind die Möglichkeiten ja
meistens sehr groß. Der eine verfolgt vielleicht eine
Strategie, die über mehrer Runden einen Erfolg bringen
soll, während der andere vielleicht eher auf schnelle
Ergebnisse abzielt. Der eine spielt lieber konstruktiv
für sich, während der andere lieber destruktiv auf seine
Gegner losgeht. usw.
Und sollte einer wirklich einen gravierenden Fehler spielen,
so ist es doch gut ihn darauf aufmerksam zu machen, da
es so im richtigen Spiel nicht zu einer Königsmacher-Funktion
kommt. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich meine einen
Spielfehler und keine Änderung seiner Strategie.
Außerdem war die Frage ja nach dem Vorgehen bei
komplexen Spielen. Ich glaube nicht, daß sich bei Spielen wie
Euphrat und Tigris, Puerto Rico, Vinci... nach einer kurzen
Proberunde, die ja auch nich zu Ende gespielt wird (man weiß
also nicht welche Strategie am Schluß die erfolgreichste
gewesen wäre), eine "Gruppenmeinung" bildet.
Dafür sind die Möglichkeiten einfach zu groß
Bei einfacheren Spielen wie z.B. Siedler gebe ich Dir allerdings
recht, doch danach war nicht gefragt.

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Raß


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